Keine besonderen Hygienerichtlinien für Zahnarztpraxen bei der Versorgung von HIV-Patienten!


Die Weigerung von Zahnärztinnen und Zahnärzten, Patienten mit HIV-Infektion zu behandeln, lässt sich NICHT aus der Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention zur Infektionsprävention in der Zahnheilkunde ableiten bzw. begründen.

Wer sich auf diese Empfehlungen beruft, um eine diskriminierende Behandlung HIV-infizierter Patienten in der zahnärztlichen Versorgung zu begründen, setzt sich dem Verdacht aus, diesen Grund nur vorzuschieben, um eine auf Halbwissen und Ängsten beruhende Diskriminierungsbereitschaft zu verschleiern.

Alternativ oder zusätzlich können eine Rolle spielen, dass die Hygieneempfehlungen in Bezug auf HIV von Dritten in einer Weise interpretiert werden, die weder durch den Wortlaut noch den Geist der Empfehlungen gedeckt sind.  Für alle durch Blut übertragenen Krankheitserreger genügen Standardhygienemaßnahmen. Diese stellen die Basis jeden Handelns zur Infektionsprävention dar. Lediglich für Patienten mit HIV-Infektion im Stadium AIDS, sofern die Erkrankung mit einer manifesten Immunsuppression einhergeht, werden besondere Hygieneanforderungen zum Patientenschutz vor opportunistischen Erregern formuliert, die möglicherweise nicht von jeder Praxis ohne Mehraufwand erfüllt werden können.

Die Übertragungswege von HIV sind bekannt. Sie sind im medizinischen Bereich mit denen von HBV und HCV identisch. Schon die Tatsache, dass viele Patienten gar nicht um Ihre Infektion wissen oder auf Grund negativer Erfahrungen mit einer Offenlegung gesellschaftlich stigmatisierter Infektionen wie HIV, HBV oder HCV diese dem behandelnden (Zahn)arzt verschweigen, bedingt die Regel, dass jeder Patient so behandelt werden muss als ob er infektiös wäre. Diesem Umstand tragen gute Hygienepläne Rechnung.

Nach Behandlung eines Patienten mit HIV-Infektion genügen die routinemäßig erforderlichen Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion der patientennahen Flächen und die sachgerechte Aufbereitung der verwendeten Medizinprodukte.

Es ist weder ein eigener Behandlungsraum erforderlich noch ist es notwendig solche Patienten am Ende eines Sprechtages zu behandeln.

Quelle und Vollständiger Beitrag

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