Hep C Tagebuch

Alles oder Nichts

November 2003

Als einer der die 68ger nach dem Motto ” Alles oder Nichts” (All or Nothing war ein Lied von den Small Faces ) mit allem was damals dazugehörte gelebt – durchlebt hat, dem genügte es natürlich nicht nur HIV + zu sein. Wenn schon – Denn schon.Das “Wenn schon” wurde mir 1985 wie ein Knochen hingeworfen. “Sie sind positiv” sagte der Arzt. “Fein sagte ich – ich bin Positiv, dann ist ja alles in Ordnung” und habe beruhigt das Arztzimmer verlassen.

Von dem “Denn schon” habe ich zum ersten Mal im August 1997 gehört. Damals war es erst möglich den HEP C Virus mittels quantitativer PCR zu bestimmen. Vorher gab es nur das Ergebnis Non A – Non B bzw. mittels ELISA wurden festgestellt ob HEP C Antikörper vorhanden waren.

Im Februar 2000 erfuhr ich dann dass ich den Typ 1 a hatte – den aggressiven Typ eben. Da dieses alte Muster “Wenn schon – Denn schon” auf meiner inneren Festplatte weder zu löschen noch zu erasen war und ne Formatierung noch nicht möglich ist – konnte es nicht anders sein. All or Nothing.

Meine Gamma Werte waren während der letzten 15 Jahre zwar leicht angestiegen – jedoch bewegten sie sich wie die HEP C Virenlast noch in einem “normalen – konstanten” und somit akzeptablen Bereich, der zu diesem Zeitpunkt eine Behandlung noch nicht notwendig erscheinen ließ.

Zu Beginn 2003 änderte sich das schlagartig. Die Gamma Werte GOT, GGT und GGT verdoppelten sich (d.h. auf zwischen 120 – 200) und die HEP C Viruslast lag bei 5 Mio. Mittels Ultraschalluntersuchung stellte sich dann heraus das eine Leberumbildung begonnen hatte und die Milz als Folge davon größer – angeschwollen ist.

Die oftmals geäußerte Meinung das man vor Beginn einer Interferon Behandlung eine Leber Punktion über sich ergehen lassen muss stimmt insofern nicht da man mittels eines speziellen Ultraschallgerätes auch ermitteln kann in welchem Zustand sich die Leber befindet. Zwar sagt diese Untersuchung nichts darüber aus in welchem Zersetzungs- Auflösungszustand sich die Leber befindet, aber bei einer geringen Anzahl von Thrombozyten ist – was das stoppen einer Blutung bei einer Verletzung sehr schwer macht – eine Punktion nicht zu empfehlen. Da die Leber ein schmerzunempfindliches Organ ist merkt man nichts davon wenn man der Leber ein Stück bei einer Punktion entfernt. Die Möglichkeit einer inneren Blutung ist auf Grund einer Punktion durchaus möglich. Dazu kommt, das es generell schwierig ist bei einer geringen Anzahl von Trombozyten eine Blutung zum Stillstand zu bringen.

Mittlerweile gab es Peginterferon alfa 2-a. Es hatte den Vorteil das man es nicht mehr täglich – wie Interferon alfa – sondern nur einmal in der Woche intramuskulär in die Bauchdecke spritzen musste da es die Halbwertszeit verlängerte und die Effektivität verstärkte.

Ich entschied mich im März 2003 für eine Peginterferon und Ribavirin Behandlung habe sie aber nach 3 Monaten abgebrochen. Warum weiß ich heute gar nicht mal mehr. Was mir noch in Erinnerung ist, das AZT im Zusammenhang mit der INF Behandlung dagegen gearbeitet hat. Einige Werte sind derart in den Keller gegangen das alles was ich machte einen völligen Erschöpfungszustand nach sich zog. Einigen meiner Freunde ging es ähnlich. Deshalb wird heute wenn der behandelnde Arzt Ahnung hat und man HIV + ist und AZT Bestandteil einer Kombitherapie ist, AZT vor der INF peg Behandlung z.b. mit Viread ausgetauscht.

Anfang November 2003 habe ich mich erneut auf die INF Behandlung eingelassen. Von Freunden und Bekannten habe ich mitbekommen welche Nebenwirkungen diese Behandlung haben kann. Die meisten hatten während der Dauer ihrer Behandlung grippeähnliche Symptome wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Unruhe, Müdigkeit, Depressionen, Schwächegefühl und waren aggressiv bis zum geht nicht mehr. Bei einigen waren die Nebenwirkungen so heftig das sie für die Dauer der Behandlung von Ihrem Arzt krank geschrieben wurden.

Wenn man so was hört hat man erst mal überhaupt keine Lust sich auf solch eine Behandlung einzulassen. Dennoch – ähnlich wie bei den HIV Medikamenten – Nebenwirkungen gibts ne Menge – viele haben verschiedene und einige vertragen die Medis ohne bzw. mit nur geringen Nebenwirkungen die sie in ihrem Alltag nicht nennenswert einschränken.

Ich war mir bewusst was möglich ist, Aber ob und welche Nebenwirkungen tatsächlich eintreten würden . . . das wusste ich nicht. Also sagte ich mir: Vorstellen kann ich mir vieles und meistens ist das der Supergau. Jedoch was – wie es tatsächlich sein wird, das weiß ich nicht. Ich werde mit der Behandlung beginnen und einfach sehen – abwarten was passiert. In diesem State of Mind habe ich mich auf die Interferon Behandlung eingelassen.

Angesetzt waren 48 Wochen – die Standardzeit wenn man den aggressiven HEP C Virus vom Typ 1 hat. Nach 12 Wochen sollte die Behandlung mit Interferon angesprochen haben, die Viruslast sollte dann unter der Nachweisgrenze sein.

Doch getreu meinem Motto ” All or nothin” hatte das bei mir natürlich nicht funktioniert. Ich war schon immer anders – also warum sollte es ausgerechnet hier anders sein.

Es hatte 30 Wochen – 7 1/2 Monaten gedauert bis die Viruslast erstmals nicht mehr nachweisbar war. Bis dahin hatte sich das Medikament mit der Leber auseinandergesetzt – solange hat das INF gebraucht bis es gewirkt hat und vom Körper als Heilmittel angenommen wurde. Jetzt erst konnte sich die volle Heilkraft des Interferon und Ribavirin entfalten. So meine Interpretation.

Zugleich war mir klar – und mein Arzt sah es genauso – das die verbleibenden 18 Wochen was das heilsame Wirken des Interferon im Verhältnis bis zum Stillstand der Vermehrung der Viruslast betrifft zu kurz war. Wir beschlossen gemeinsam die Dauer der Interferon Behandlung auf 60 Wochen – 15 Monate festzusetzen.

Wie ging es mir während dieser Zeit. Gemessen an den Nebenwirkungen die die meisten meiner Freunde und Bekannten hatten – war ich vom Schicksal begünstigt worden.

Was sich während der ganzen Dauer der Behandlung wie ein roter Faden durchzog, war eine permanente Müdigkeit. Ich hatte wenig Lust zu essen und habe in den 15 Monaten während der INF Behandlung einige Kilo abgenommen die ich aber nach Beendigung der INF Behandlung schnell wieder auf den Rippen hatte. Es gab eine Phase von ca. 12 Wochen in der ich leichte Depressionen hatte – zeitweise war ich innerlich sehr unruhig. Auf einer Scala von 1 – 10 war es zwischen einem Wert von 2 – 3 angesiedelt. Grippe ähnliche Schmerzen hatte ich keine. Während der ganzen Dauer der Behandlung habe ich täglich 4 Tabletten Ibuprofen 400 genommen – ein Schmerzmittel das man bei einem grippalen Infekt oftmals wegen der Symptome bekommt. Manche meiner Bekannten haben bis zu 16 Stück am Tag nehmen müssen und litten dennoch an heftigen grippeähnlichen Symptomen.

Im Sommer 2004 ging ich trotz INF Behandlung jeden Tag meine 1000 mtr. schwimmen und fuhr jeden Tag ca. ne halbe Stunde Fahrrad.

Was mir allerdings schwer zu schaffen machte war ” meine Aggressivität”. Ich war von Null auf 100 in Null Komma Nix. Mich brauchte nur einer anzuschauen und ich hätte ihn umbringen können. Fiel mir ein Löffel aus der Hand rastete ich aus und fluchte wie ein Bierkutscher. Egal was es war – selbst n Staubkorn auf m Regal – es gab nichts was mich nicht ausflippen – nicht aggressiv werden ließ. Diese Aggressivität war für mich das schlimmste in dieser Zeit. All meinen Freunden und Bekannten die sich dieser Behandlung unterzogen haben, hatten ebenfalls mit Aggressionen zu kämpfen. Es gab Tage da war es erträglich – und dann gab es Tage da war ich vom Scheixxe brüllen heiser wie nach ner starken Erkältung.

Die letzte Interferon Spritze habe ich mir am 10. Februar 2005 verpaßt. Heute 4 Monate nach Beendigung der Behandlung ist der HEP C Virus nicht mehr nachweisbar. Man sagt wenn der Virus 6 Monate nach Ende der IINF Behandlung nicht mehr nachweisbar ist – ist die Dynamik des HEP C Virus zum Stillstand gekommen. Bei einigen meiner Freunde ist er bis heute – 2 Jahre nach Behandlungsende – nicht mehr aufgetaucht. Bei einigen ist er wieder aktiv geworden.

Wie es bei mir sein wird – keine Ahnung. Die Zeit wird es zeigen. Eines jedoch steht heute schon fest. Die insgesamt 15 Monate dauernde Interferon Behandlung hat meiner Leber gut getan. Sie konnte sich während dieser Zeit erholen – die letzte Ultraschalluntersuchung hat dies auch bestätigt. Zwar bildet sich die Leber nicht mehr in einen “gesunden Zustand” vor der HEP C zurück. Dennoch, ihr Zustand hat sich stabilisiert und die Schwellung der Milz ist wieder zurückgegangen.

Für mich bedeutet es das ich Zeit geschenkt bekommen habe – mehr Zeit als ich jemals geglaubt habe das ich sie noch vor mir haben – er leben / er fahren würde – als man mir 1985 sagte das ich HIV Positiv bin.

Und – wenn ich s nicht vergesse – bin ich dankbar dafür das ich noch lebe – das ich jeden Tag genießen – leben kann so gut wie ich dazu in der Lage bin – bzw. es zulasse.

* * * * * * *

Updates

April 2006

Ich bin immer noch HEP C Viren frei. Mein Arzt meinte unlängst das der Virus endgültig verschwunden – die HEP C ausgeheilt sei. Lebermäßig bedeutet dies das der Leberumbau bedingt durch das lange Wirken des HEP C Virus zum Stillstand gekommen ist.

Der begonnene Leberumbau wird nicht mehr rückgängig gemacht werden können, jedoch der Prozeß der Umbildung ist gestoppt worden. Was jedoch passiert ist, ist das die Leber wieder ihre normale Größe hat. Eine der Nebenwirkungen der erfolgreichen Interferon Peg Behandlung. Als weiterer Nebeneffekt ist die Milz – die durch den Kampf der Leber mit dem HEP C Virus verstärkt gearbeitet hatte und dadurch vergrößert wurde – wieder auf ihre normale Größe zurückgegangen.

Alles in allem kann ich rückblickend sagen das sich die 15 monatige Interferon Peg + Ribavirin Behandlung gelohnt hat.

Heute bin ich 56 Jahre – seit 21 oder 22 Jahren HIV positiv, und seit 15 Monaten Hep C frei. Während der 22 Jahre hat sich mein Blickwinkel bzgl. Krankheit völlig geändert. Egal von welcher Krankheit jemand betroffen ist – Krankheiten sind ein Teil des Lebens. Sie gehören zum Leben dazu wie der Tag zur Nacht – wie die Sonne zum Mond.

August 2008

Bei meiner letzten Routineuntersuchung meinte mein Doc lakonisch: “Die Hep C könnse jetzt entgültig vergessen. Sie ist zum Stillstand gekommen und daran wird sich nichts mehr ändern.”

Februar 2009

HCV VL < 15 i.e. nicht nachweisbar. Meine Gamma Werte bewegen sich zwischen 80 und 100. Dazu der Kommentar meines Arztes:  “Wenn Sie n bischen abnehmen würden, dann wären ihre Gamma Werte im Normalbereich i.e. < 50.”

Und – meine Trombozyten steigen so langsam wieder an. Der Abfall war – ist eine der Begleiterscheinungen der HEP C Infektion gewesen.

Februar 2010

HCV-Viruslast < 15, i.e.  nicht nachweisbar. Meine Gammawerte bewegen sich zwischen 96 und 111. Trombozyten 71000. Alles im „normalen“ Bereich.

Ein paar Tage vor der Routine Blutunterschung s.o. hatte ich eine weitere  Sonographie, Ultraschalluntersuchung – Nachuntersuchung. Meine Leber ist wie auch meine Nieren von normaler Größe. Die Größe meiner Milz bewegt sich in einem “normalen” Bereich 20×5,6 cm (letztes Ergebniss von 2008 war 19×6cm). Die Oberfläche meine Leber ist infolge einer Zirrhose von einer welligen ( inhomogenen – vernarbten) Oberfläche gezeichnet.
Meine Gallenblase ist “zart”, Gallensteine (Konkremente) und Wasser im Bauch (Aszites) ist nicht vorhanden. Soweit gleichen die Ergebnisse denen der vorangegangenen Untersuchungen der letzten Jahre. Soweit die guten Nachrichten.

Was man dieses mal noch festgestellt hat sind “echoreiche Knoten” bis 9 mm im linken Leberlappen. Um genaueres herauszufinden was es damit auf sich hat werde ich bei meiner nächsten HIV Routineuntersuchung den AFP Wert bestimmen lassen und mich wohl oder übel in die Röhre begeben. d.h. eine MRT über mich ergehen lassen um eine HCC – hepatozelluläres Carzinom – umgangssprachlich Leberkrebs auszuschließen bzw Aufschluß darüber zu erhalten was es mit diesen “echoreichen Knoten) auf sich hat.

Mai 2011

Die Leberwerte sind leicht, erhöht . . . .

. . . ja fiel ich meinem Doc ins Wort. Um die 80 oder so.

Daran wird sich auch nichts ändern. Das ist normal und wird immer so bleiben.

Und wie sieht´s mit der Hep C Viruslast aus? fragte ich ihn.

Wie immer, sagte er. Unter der Nachweisgrenze < 15. Die brauchen wir nicht mehr zu machen. Da tut sich nix. Die Hep C ist Geschichte.

Ja, sagte ich zu ihm, ich weiß. Aber wenn wir sie nicht mehr bestimmen, einmal im Jahr, dann hätt ich ja nichts mehr worüber ich schreiben könnt . . . . .

Die LeberUltraschallUntersuchung habe ich dieses Jahr nicht machen lassen. Nicht weil ich um den Bauch rum etwas an Gewicht zugenommen habe, was es dem Ultraschall schon das letzte Mal etwas schwieriger gemacht hat bis zur Leber durchztdringen, sondern weil ich für mich die Entscheidung getroffen habe diese Untersuchung nur noch im 2 Jahresrythmus machen zu lassen. Ausserdem wollt ich diesmal von der Ärztin die diese Untersuchung immer macht und wirklich ne Nette ist, nicht hören wollen, „das es einfacher wär, wenn ich n bischen abnehmen würde.“

Oktober 2012

Heute habe ich s endlich geschafft den Termin zur Lebersonographie – Untraschalluntersuchung wahrzunehmen. Zum Ergebnis meiner letzten Ultrachalluntersuchung in 2010 hat sich was die Leber betrifft nichts verändert. Was sich geändert hat ist meine Milz. Sie hat sich auf 16 x 5,2 cm verkleinert was ein gutes Zeichen ist da sie sich dem Normalumfang/zustand nähert.

Meine Gamma Werte bewegen sich zwischen GOT 63, GPT 65 und Gamma-GT 130. Was meine Hep C Viruslast betrifft auch 7 Jahre nach der Interferon Behandlung sie ist < 15 i.e. nicht nachweisbar.

Im Großen und Ganzen sind das gute Nachrichten.

Update März 2013

Da schreib ich fast 2 Jahre nichts und das nächste Update kommt 6 Monate nach dem Letzten. Doch dies hat seinen Grund. Vor 10 Jahren im März 2003 habe ich den ersten Anlauf einer Peg INF alpha Behandlung in Angriff genommen, die ich nach 3 Monaten wieder abgebrochen habe. Der Grund für den Abbruch war das die Behandlung neben dem Aspekt der Nebenwirkungen für mich zu diesem Zeitpunkt nicht stimmig war. In der Zeit vom März bis Nov 2003 habe ich mich dann intensiv mit der Behandlung auseinandergesetzt. Vor allen Dingen habe ich mich auf der inneren Ebene des „Stimmig seins“ reflektiert. Dazu gehören für mich u.a. das in mich hineinhören, das Hinterfragen meiner Ängste und Vorurteile, meiner Verhaltens Mechanismen – Automatismen , meiner Konditionierung soweit es mir eben möglich war bzw möglich ist. Während dieser Hep C Behandlungsauseinandersetzung lernte ich zu differenzieren, zwischen meinem Anteil i.e. was ich tun kann, lernte wo meine Grenzen sind i.e. mit dem „Unvermeidlichen“ wie ich es nenne auszukommen, zu leben, das Anzunehmen was ist. Solche Zeiten gibt es immer dann wenn eine für mich grundlegenden Entscheidung ansteht. Das Ende eines solchen Prozess ist entweder „Zur Zeit bin ich noch nicht bereit“ oder es ist ein Gefühl des „Inneren Stimmig seins“ des „Mit mir im Reinen sein“ vorhanden.

Soviel als Intro zu meinem Update . . .

Ende Februar hatte ich meinen üblichen Routinecheck. Unter anderem wurden auch die üblichen Leberparameter kontrolliert. Meine HCV Viruslast ist nicht nachweisbar sprich ich bin weiterhin HCV Negativ.
Was mich dieses Mal gefreut hat war die Tatsache das sich bestimmte Leberwerte – Gamma Werte fast innerhalb der Normalwerte bewegen.

GOT 58 Norm <50
GPT 54 Norm < 50
Gamma-GT 96 Norm < 60

Das war für mich DAS Geburtstagsgeschenk des Jahres 2013.

Seit Ende der Peg Inf alpha Behandlung in 2005 sind diese Werte konstant zurückgegangen was ich ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten habe. Ich war immer in dem Glauben das diese Werte, da die Veränderung der Leber hervorgerufen durch die Hep C auch durch eine erfolgreiche Inf Behandlung irreversibel ist, sich niemals wieder im Normbereich bewegen würden. Dazu kommt die Tatsache das ich heute „wenn es für mich innerlich stimmig ist“ hin und wieder ein Schälchen Sake oder etwas Wein oder Bier zu mir nehme was ja für einen Leberpatienten mit ner auch auskurierten Hep C ja gar nicht geht. GetränkeSubstanzen die mir 100te von Menschen mir prohezeiten einem Süchtigen niemals möglich sein würden ganz besonders wenn man „Leberprobleme“ hat.

Heute komme ich nicht umhin festzustellen das ich, was Alkohol betrifft in der Lage bin diesen zu genießen. Und das sich meine Leberwerte sogar „normalisieren“.

Eine dieser „Nebenwirkung“ ist das ein bestimmtes Verständnis, Sichtweise von Sucht, wie auch die Menschen die einen solchen Standpunkt vertreten keine Macht mehr über mich haben, da die Basis dieser Macht „Angst“ war.

P.S.

Ein Freund der ein Experte ist hat mich auf das Folgende – die Viruslast betreffend –  aufmerksam gemacht.

Ganz kleine Korrektur: Du bist sicher nicht „HCV negativ“, da sich dies normalerweise auf die Antikörper bezieht. Und da bist Du immer noch positiv (genauso wie bei einem HIV-Patienten, bei dem die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, der aber immer noch „HIV-positiv“ ist, weil eben die Antikörper bleiben. Und die Leber regeneriert sich natürlich nach einer erfolgreichen Therapie. Lediglich die fibrosierten Teile (also die „Narben“, wo Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt wurden), bleiben bestehen, aber wenn der Leberschaden noch nicht zu großflächig war, kann die Leberfunktion nach einiger Zeit wieder völlig im Normbereich sein.

Update Dezember 2015

Die letzte Ultraschalluntersuchung meiner Leber habe ich im März 2013 machen lassen. Anläßlich meines Aufenthaltes im Krankhaus in Sachsenhausen wegen Wasser und offener Wunden im rechten Bein hat die Ärztin die für die Station auf der ich lag zuständig war (zu meiner Überraschung war es die Ärztin die seit Jahren meine Leber gescannt hatte) eine Unltreaschalluntersuchung meiner Leber und in Absprache mit mir eine Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) durchgeführt.

Bei einer Ultraschalluntersuchung hat sich das bekannte Bild meiner Leber dargestellt: Leber: Normale Größe, inhomogenes Schallmuster mit feinhöckrigem Leberrand. Die Milz war vergrößert mit homogener Struktur. Meine Leberwerte sind: GOT 48, GPT 38 und GGT, der übliche Ausreiser, 118. Meine HCV Virusbelastung ist weiterhin unter der Nachweisgrenze.

Bevor ich zu der Magenspiegelung komme, hier etwas generelles über die HEP C:

Von einer gesunden Leber zur kranken Leber

Wenn das HC-Virus den Weg durch die Blutbahn in die Leber gefunden hat, benutz es gesunde Leberzellen als Wirt. Das Virus ist quasi ein Leberparasit, ohne die Leberzelle selbst zu schädigen. Das Wort Virus leitet sich vom lateinischen Wort für Gift ab. Das Immunsystem regt durch die Belagerung der Leberzellen die Produktion von weißen Blutkörperchen verstärkt an. Diese Blutkörperchen greifen dann die infizierte Leberzelle an und zerstören sie.

Wenn diese „Zerstörung“ jedoch größer ist, als das Nachbilden gesunder Leberzellen kann es zu so genannten Vernarbungen des Lebergewebes kommen. Die Leber lagert, durch die anhaltende verstärkte Aktivität des Immunsystems, anstatt gesunder, neu gebildeter Leberzellen Bindegewebe in die zerstörten Zellplätze an. Bindegewebe ist jedoch nicht mit der Elastizität ausgestattet wie es die Leberzellen sind, so dass neue „Verletzungen“ in der Leber entstehen und Narben (Verhärtungen) gebildet werden.

Nicht jeder Patient entwickelt im Laufe der Zeit eine starke Leberfibrose oder gar eine Leberzirrhose. Etwa 30% der Betroffenen entwickeln in 10 – 15 Jahren nach der Infektion eine ausgeprägt Leberfibrose, von denen ca. 10 – 15%, nach 15 – 30 Jahren der Infektion, auch eine Leberzirrhose entwickeln. Hierbei wurde festgestellt, dass Patienten mit dauerhaft normalen Leberenzymwerten seltener eine Leberzirrhose bilden.

Es gibt keine Faktoren, welche im Voraus bestimmen könnten, ob ein Patient eine Fibrose oder gar eine Zirrhose entwickelt. Ca. 5% der Betroffenen mit Leberzirrhose haben auch ein erhöhtes Risiko an einem Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom) zu erkranken.

Bei einer Leberzirrhose oder auch einem bestehenden Leberzelllkrebs kann gegebenenfalls eine Lebertransplatation durchgeführt werden.

 Was geschieht bei der Zirrhose?

Wenn eine chronische Erkrankung der Leber dazu führt, dass das Organ dauerhaft geschädigt und in Mitleidenschaft gezogen wird, führt dies zu einem Zustand der sogenannten Zirrhose. Das Narbengewebe, das bei einer Zirrhose gebildet wird, schädigt die Struktur der Leber und versperrt bzw. verhindert den Blutfluss durch das Organ. Der Verlust vom normalen (gesunden) Lebergewebe verlangsamt die Verarbeitung von Nährstoffen, Hormonen, Medikamenten und Toxinen durch die Leber. Verlangsamt wird ebenfalls die Produktion von Proteinen und anderen Substanzen.

Patienten mit Leber-Zirrhose erleiden eine ganze Reihe von Problemen, die nicht unmittelbar mit der Leber zusammenhängen. Wenn die Leber durch Vernarbung geschädigt ist, kann das Blut die Leber nicht mehr ungehindert durchfließen, was zu einem höheren, als dem normalen Druck führt (portale Hypertension), und dieses verursacht häufig die sogenannte Bauchwassersucht (Aszites), wobei gelbe Flüssigkeit (Galle) durch die Blutbahn in die Bauchhöhle „leckt”.

Besonders die beiden letzten Absätz “ Was geschieht bei der Zirrhose“ sind in meinem Fall, trotz nicht vorhandener HCV Viren wichtig und ausschlaggebend für eine regelmäßige Magenspielgelung was mir bis dato nicht klar war.

Wenn die Leber durch Vernarbung geschädigt ist, kann das Blut die Leber nicht mehr ungehindert durchfließen, was zu einem höheren,. . . . .

Auf Grund dieser Tatsache ist es durchaus möglich das sich im Magen bzw der Speiseröhre Krampfadern bilden „können“. Erkennt man die Bildung von Krampfadern im Magen oder der Speiseröhre frühzeitg, so ist es möglich diese während der Magenspiegelung schonend und ohne größeren operativen Eingriff zu entfernen.

Das Folgende hat die Magenspiegelung ergeben:

Endoskopisch, bei der Magenspiegelung, stellte die die Magenspiegelung durchführende Ärztin  Ösophagusvarizen Grad ll und eine portal hypertensive Gastropathie fest. Wir empfehlen die Umstellung der Betablockertherapie auf Carvedilol, beginnend mit 6,25 mg und dann Dosis-Erhöhung auf 12,5 mg sowie Einleitung einer PPITherapie. Des Weiteren bitten wir um eine Kontroll-ÖGD in einem Jahr.

Obwohl meine HCV Viruslast unter der Nachweisegrenze ist, ich “von der HEP C”, 2005 15 Monate peg Interferron/Ribavirin Behandlung, geheilt bin und die Leberzirrhose nicht mehr fortschreitet die “Zirrhose” somit zum Stillstand gekommen ist, ist der Zustand der Leber “Beginn einer Leberzirrhose” einer eigenen Dynamik unterworfen. Auf Grund meiner “angegriffenen Leber” erfolgt die Durchblutung mancher inneren Organe nicht mehr wie die bei einer gesunden Leber. Insofern macht es Sinn seinen Magen und Speiseröhre auch bei einer erfolgreichen Behandlung einer HEP C mit welchen HEP C Medikamenten auch immer jährlich untersuchen zu lassen.

 

Copyright © Wolfgang Kirsch

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