Tagebuch PegInterferon α-2a Behandlung

Intro

Bis zum Sommer 1997 war es noch nicht möglich den Hepatitis C-Virus direkt nachzuweisen. Die Untersuchugnsergebnisse bis zu diesem Zeitpunkt sprachen nur von „Non A – Non B“.  Meine Gamma Werte bewegten sich seit meiner ersten HIV Untersuchung (Diagnose HIV + Dezember 1985) seit April 1986 im Norm Bereich. Im Mai 1997 waren die  Gamma Werte, (GPT 62, GOT 45 und GGT 23 in einem normalen Bereich. 2 Monate später explodierten sie geradezu, GOT 242, GOT 247 und GGT 140. Im August 1997 konnte man zum ersten mal dezidiert das Untersuchungs Ergebnis als mit „Hepatitis C Antikörper positiv (Elisa)“ feststellen und benennen. Bis zum Jahr 2001 bewegte sich meine HCV Virus Last um die 400000 Kopien/ml, im Jahr 2002 expoldierte die VL auf über 4 Mio.

* * *

Während meiner regelmäßigen 3 monatigen HIV Routine Checks sprachen mein Arzt und ich des öfteren darüber, das es von Vorteil wäre mit einer Interferon peg/Ribavirin Behandlung zu beginnen. Doch es sollte noch über ein Jahr dauern bis es für mich stimmig und ich bereit war mich auf diese Behandlung einzulassen. Seitdem mir meine HEP C Infizierung bekannt war, habe ich mich ausführlich über die HEP C, den Verlauf einer Hep C Infektion und die Therapiemöglichkeiten informiert. Die Informationen die man über das Internet abrufen kann wie auch die Erfahrungen meines Arztes bildeten die Grundlage für meine Entscheidung. Was ich an meinem Arzt besonders schätze ist, das er obwohl meine HCV VL mittlerweile bei über 8 Mio lag mich niemals zu einer Behandlung drängte oder ermahnte und er meine Entscheidung immer mitgetragen hat. Am 11. Dezember 2003 habe ich mit  der Peginterferon alfa-2a/Ribavirin Therapie angefangen. Um möglichen grippeähnlichen Nebenwirkungen die durch die Therapie mit Peg INF alfa und Ribavirin auftreten können zu minimieren, habe ich während der gesamten Zeit der Therapie morgens und abends jeweils 2 x 2 400 mg Ibuprofen Tabletten genommen. Ich wollt es erst garnicht darauf ankommen festzustellen das ich diese Symptome habe.

Da ich den Hep C Genotyp 1 a hatte, haben mein Arzt und ich uns in gemeinsamer Absprache auf eine 48 wöchige Behandlungsdauer geeinigt. Ziel der Behandlung war es, dass ca sechs Monate nach Behandlungsbeginn die INF Therapie ansprechen sollte und kein Virus mehr nachweisbar ist (HCV-RNA negativ). Jedoch hatte es 30 Wochen – 7 1/2 Monaten gedauert bis die Viruslast erstmals nicht mehr nachweisbar war. Aus diesem Gund haben mein Arzt und ich uns entschlossen die Behandlung auf 15 Monate festzusetzen. Damals war es relativ selten das man die Behandlung solange durchführte.Während dieser Zeit habe ich 1mal wöchentlich 180 Mikrogramm Peginterferon alfa-2a sowie morgens und abends jeweils 2 Tabletten Ribavirin und Ibuprofen genommen.

Während 49 Wochen der Behandlung habe ich ein sogenanntes „Patiententagebuch“ geführt in dem ich meine subjektiven Wahrnehmungen bzgl meines Befinden unter dem Einfluß des Peg Interferon alpha/Ribavirin – Ibuprofen Therapie aufschrieb.

Allgemeiner Zustand vor Beginn der Interferon Therapie:

Gewicht: 94 Kg

Gesundheitszustand: Gut

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Tagebuch einer Peginterferon alfa-2a/Ribavirin Behandlung

1. Woche vom 11.12. 2003 – 17.12.2003

Abends gegen 22.00 die erste Spritze gesetzt. Die Nacht war von Schlaflosigkeit – wach sein begleitet. Gegen Morgen völlig müde eingeschlafen. Am Vormittag gegen 9.00 mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel aufgewacht. Irgendwann am frühen Nachmittag bin ich dann aus dem Haus gegangen. Die Luft, der Sauerstoff bewirkte das die Kopfschmerzen verschwanden. Was immer wieder auftrat, war eine innere Unruhe und ein leichtes Gefühl von Neuropathie im Bereich der Leiste/Oberschenkel links und des Bundes. Mehrmals mit Aloe Vera Gel von FLP die betreffenden Stellen eingerieben was zu einer Linderung führte. Gegen Ende der 1. Woche trat ab 14.00 – 15.00 Uhr ein Gefühl der Ermattung und Erschöpfung ein. Des weiteren stellte sich leichte Appetitlosigkeit bzw. Unlust zum Kochen/essen ein. Wenn Essen, dann viel Obst. Ananas und Clementinen bis zu 1 Kg täglich.

2. Woche vom 18.12. 2003 – 24.12.2003

Keine Schmerzen – Keine Kopfschmerzen – Keine Übelkeit – Keinen Schwindel. In der Nacht nach der Spritze sehr lange wach gewesen. Ansonsten leichte Appetitlosigkeit. Gewichtsabnahme 1 Kg. Ab Mittags die bekannte Müdigkeit, Erschöpfungsgefühl. Leichte Neuropathie am linken Oberschenkel innen und außen. Bedingt durch die allnachmittägliche Müdigkeit der ich dann durch 1 – 2 Stunden Schlaf Rechnung trage, liege ich dann Nächtens lange wach.

3. Woche vom 25.12. 2003 – 31.12.2003

Wie in der Vorwoche. Müdigkeit und Schlappheit etwas stärker als in den beiden vorangegangenen Wochen. Appetitlosigkeit mäßig bis gering. Der Druck der Leber und Milz verschwindet jedesmal wenn ich 2 – 3 mal täglich äußerlich die entsprechenden Stellen mit Aloe Vera einreibe. Das Gleiche gilt für die geringe – mäßige Neuropathie am linken Oberschenkel. Das Einreiben mit Aloe Vera Gel hat zudem einen kühlenden Effekt, die Neuropathie verschwindet dann völlig.

4. Woche vom 1.1. 2004 – 7.1.2004

Nach der Injektion am Donnerstagabend wie immer lange wach gblieben und erst spät eingeschlafen. Am Tag danach, Freitag, keine Beschwerden. Die Neuropathie am linken Oberschenkel ist seltener geworden, der Druck den ich von Milz und Leber verspüre hat ebenfalls abgenommen. Müdigkeit ab Nachmittags wie gehabt. In den Beinen fühle ich Schwäche, die sich beim Treppensteigen bemerkbar macht. Generell kann ich nach 4 Wochen sagen, daß eine Unlust etwas zu essen vorhanden ist. Was die Auswahl betrifft –  außer Ananas und Clementinen keinen Appetit auf gar nichts.

5. Woche vom 8.1. 2004 – 14.1.2004

Diese Woche verlief ohne große Nebenwirkungen. Ab Mittag Müdigkeit und Erschöpfung. Nach 2 – 3 Stunden hinlegen – entspannen oder schlafen, ist die Batterie wieder aufgefüllt. Appetitlosigkeit wie gehabt. Gewicht bei 92 Kg. Kaum Neuropathie am linken Oberschenkel. Ab und an Nachts Schlaflosigkeit.

6. Woche vom 15.1.2004 – 21.1.2004

Alles im grünen Bereich, keine Nebenwirkungen i.e. keine Neuropathie mehr. Appetitlosigkeit und Müdigkeit wie gehabt. Gewicht zwischen 92 – 93 Kg.

7.Woche vom 22.1.2004 – 28.1.2004

Alles wie gehabt. Der Druck von Milz und Leber ist geringer geworden. Könnte sein das die Schwellung beider Organe am abklingen ist. Nebenwirkungen der Medikamente – keine. Müdigkeit ab Nachmittag, Appetitlosigkeit bzw Unlust auf Essen aber nicht auf Obst wie z.b. Apfelsinen, Clementinen und Ananas. Hab mir ein Blutdruckmeßgerät zugelegt. 133/77, Puls um die 85. Gewicht zwischen 92 und 93 Kilo.

8. Woche vom 29.1.2004 – 4.2.2004

Wie gehabt. Keine Nebenwirkungen. Appetitlosigkeit – Müdigkeit ab Mittag. Gewicht bei 93 Kilo, Blutdruck normal.

9. Woche vom 5.2.2004 – 11.2.2004

Seit ca 1 Woche sind am rechten Obeschenkel innen verstärkt Krampfadern aufgetaucht. Sie sind stark angeschwollen und mit gehen mit einem Gefühl einher, daß mich zu dem Schluß kommen läßt es handelt sich um eine Neuropathie. Wie ich erfahren habe können Krampfadern auch die Foge einer schlecht funktionierenden, angegriffenen Leber sein. Nach 4 tägiger Behandlung, einreiben mit Aloe Vera Gel, ließ das Entzündungs – Wärmegefühl nach. Augenblicklich nach dem Einreiben trat bedingt durch die kühlende Wirkung von Aleo Vera Gel Erleichterung ein. Heute nach 4 Tagen ist die Schwellung – Entzündung ? der Krampfadern am rechten Oberschenkel innen völlig zurückgegangen bzw. verschwunden.

Seit 2 Wochen ist ein verstärkter Hautausschlag – Ekzem an beiden Armen und im Gesicht aufgetreten. Trockene, spröde Haut. Was Linderung – ein zurückgehen bedingt, ist der Einsatz von Aloe Lips, einem Lippenfettstift – die kleinste Apotheke der Welt hilfreich.

10. Woche vom 12.2.2004 – 18.2.2004

Wie Woche 9. Keine Nebenwirkungen. Krampfadern mal mehr, mal weniger. Ekzem an beiden Armen etwas zurückgegangen bzw. nicht mehr so stark juckend. Behandlung mit Basiscreme Eucerin c. aqua.

11. Woche vom 19.2.2004 – 25.2.2004

Seit Samstag den 22.2. heftige Erkältung mit all den Symptomen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Ohrenschmerzen und verstopfter Nase. Behandlung: Teemischung bestehend aus – Salbei, Lindenblüte, Isländisch Mos, Spitzwegerich und Mentholcreme zur äußerlichen Anwendung – einreiben. Hep C mäßig spüre ich meine Leber wieder verstärkt (Druck). Ob die Behandlung tatsächlich anspricht?

12. Woche vom 26.2.2004 – 3.3.2004

Während der letzten 4 Wochen hatte ich an beiden Oberarmen sowie an den Fingern der linken Hand einen heftig, juckenden Hautausschlag – Ekzem. Ob dies die Folge von Nebenwirkungen der 5 verschiedenen Medikamente – Peginterferon alfa – Ribavirin – Epivir- Viread – Sustiva – ist, gut möglich. Nach einer Woche Behandlung mit Dermatop Creme in Verbindung mit Eucerin c. aqua ist der Hautausschlag, das Ekzem fast verschwunden.

13. Woche vom 4.3.2004 – 10.3.2004

Hautausschlag fast völlig verschwunden, Gewichtsabnahme – 91 Kg – weiterhin kontinuierlich. Zeitweise sehr schlapp, insbesondere wenn ich an 2 – 3 Tagen hinereinander unterwegs bin. Nach jedem Tag Action ist 1 Ruhetag angesagt. Manchmal geht s aber nicht. Die Appetitlosigkeit ist nach wie vor vorhanden, die Unlust zu essen nimmt zu. Die Folge davon ist ein Unwohlsein wegen nicht ausreichendem Vorhandensein von Nahrung. Ein Teufelskreis. . . .

14. Woche vom 11.3.2004 – 17.3.2004

Während der letzten 3 Wochen macht sich eine leichte Niedergeschlagenheit in mir breit. Dazu kommt eine dauerhafte leichte Übelkeit. Evtl.  steht die Übelkeit mit der anhaltenden Appetitlosigkeit und somit geringen Nahrungsaufnahme in Verbindung was zur Folge hat, das die Nebenwirkungen der Medikamente stärker durchschlagen. Ab Mittags lege ich mich hin und es dauert länger bis das Gefühl der Müdigkeit verschwindet. Gewicht bei 91 Kg.

15. Woche 18.3.2004 – 24.3.2004

Die Übelkeit und Niedergeschlagenheit war diese Woche nicht vorhanden. Müdigkeit scheint zuzunehmen. Von Mittag bis zum frühen Abend schlafe ich fest durch. Das Gefühl „Druck auf der Leber und Milz“ ist immer noch vorhanden.

16. Woche vom 25.3.2004 – 31.3.2004

Übelkeit nicht vorhanden, Niedergeschlagenheit gering, Müdigkeit diese Woche etwas geringer. Dafür die 2. Erkältung innerhalb von 3 Wochen. Bzgl der Aggressivität, Rescue Remedy, Bachblüten bewirken das ich ausgeglichener werde und sich das Ausleben der Agressivität in Grenzen hält. Einnahme 2 – 3 mal 4 Tropfen auf die Zunge täglich.

17. Woche vom 1.4.2004 – 7.4.2004

Kein Bock auf Essen. Ab Mittags Müdigkeit wie gehabt. MeinTag und Nachtrhythmus ist, da ich tagsüber schlafe, völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Verstärkter Ausschlag auf beiden Armen. Bzgl meiner Agressivität, die Rescue Tropfen bringen mich etwas mehr ins Gleichgewicht. Da die Aggros am Tag zur Zeit heftig sind, bleibe ich zu Hause wenn es geht.

18. Woche vom 8.2.2004 – 14.4.2004

Alles wie gehabt. Appetitlosigkeit – Aggressivität die durch die Rescue Tropfen gemildert werden. Bedingt durch die Müdigkeit und des nachmittäglichen Schlafens sind die Nächte von längeren Wachperioden durchzogen. mein Biorhythmus – Schlafrhythmus ist völlig aus der Balance.

19. Woche vom 15.4.2004 – 21.4.2004

Mein Tages – Nachtrhythmus ist völlig durcheinander. Nachts finde ich nur wenig Schlaf dafür bin ich Tagsüber hundemüde. Die Niedergeschlagenheit . . geht die Tendez in Richtung Deppression? Appetitlosigkeit wie gehabt. Auf alle Fälle empfinde ich die Behandlung zur Zeit als sehr anstrengend auf Grund meines psychischen Befindens.

20. Woche vom 22.4.2004 – 28.4.2004

Endlich mal ne ruhige Woche gehabt. Die meisten Nächte 4 – 5 Stunden geschlafen. Die Müdigkeit war tagsüber dennoch vorhanden. Die Aggressionen waren etwas weniger heftig. Ich mußte sie nicht in dem Maß ausagieren wie bisher. Der Hautausschlag ist etwas zurückgegangen und nicht mehr so entzündet. Dafür bin ich zeitweise sehr unruhig.

21. Woche vom 29.4.2004 – 5.5.2004

Im Grunde genommen alles wie gehabt. Der Schlafrhythmus ist völlig auf den Kopf gestellt. Ab Mittags bin ich hundemüde und körperlich fühle ich mich Saft und Kraftlos, anhaltende Unruhe und Nervosität. Die Aggressionen sind etwas weniger geworden bzw nicht mehr so oft und heftig. Leichte Gewichstabnahme. Der Ausschlag auf der Haut ist etwas zurückgegangen.

22. Woche vom 6.5.2004 – 12.5.2004

Die Niedergeschlagenheit hielt sich in Grenzen, die Appetitlosigkeit ebenso. Obst kann ich Kiloweise essen. Die Müdigkeit ist tagsüber gleichbleibend ausgeprägt vorhanden mit der Folge von Schlaflosigkeit in der Nacht. Gefühl einer Nervenentzündung am linken Oberschenkel,Hautausschlag unverändert, Aggros in Grenzen.

23. Woche vom 13.5.2005 – 19.5.2004

Die Haut wird trockener, besonders nach dem Duschen sind größere Flächen gerötet und jucken. Ansonsten alles wie gehabt, wie in der Vorwoche. Schmerzen im linken Oberschenkel nicht mehr vorhanden, Aggros in Grenzen.

24. Woche vom 20.5.2004 – 26.5.2004

Die innere Unruhe und Agressivität war diese Woche weniger ausgeprägt. Hautausschlag nach dem Duschen sehr stark. Nach Behandlung mit Eucerin 10 % Urea Salbe und Bepanthen ist er leicht zurückgegangen. Nach wie vor gestörter Schlafrhythmus.

25. Woche vom 27.5. 2004 – 2.6.2004

Im Vergleich zu der vorhergehenden Woche – alles ruhig. Was jedoch nevt ist der gestörte Schlafrhythmus.

26. Woche 3.6.2004 – 9.6.2004

Alles wie Vorwoche. leichte Gewichtabnahme.

27. Woche vom 10.6.2004 – 16.6.2004

Aggressionen – Ausbrüche halten sich in Grenzen bzw. sind im vergleich vor Wochen zurückgegangen. Hautausschlag und Jucken nicht mehr so extrem, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit wie gehabt, gewichtsabnahme etwas heftig.

28. Woche vom 17.6.2004 – 23.6.2004

Körperlich ne ruhige Woche gehabt. Die trockene Haut – Hautauschlag ist erheblich zurückgegangen. Müdigkeit und Appetitlosigkeit hielt sich in Grenzen. Die Ultraschall Untersuchung der Leber hat ergeben das die Schwellung der Leber unverändert ist.

29. Woche vom 24.6.2004 – 30.2.2004

Es hat sich eingependelt d.h. keine extremen Ausreißer. Aggressionen sind im Vergleich zu den ersten 20 Wochen weniger geworden. Die Haut trocken/jucken hält sich in Grenzen. Eucerin 10 % Urea hilft gut sowie die Körperpflge mit Aloe Vera Seife. Appetitlosigkeit gleichbleibend, Gewichtsabnahme kontinuierlich. Müdigkeit ist etwas zurückgegangen, ab und zu Schlaflosigkeit. Schwimmen und Radfahren bekommt mir gut. Die innere Unruhe ist zwar nach wie vor vorhanden die imo Behandungsunabhängig ist. Das Interferon verstärkt nur das was vorhanden ist.

30. Woche vom 1.7.2004 – 7.7.2004

Das erste Mal das die HepC Viren nicht mehr nachzuweisen sind. Endlich greift die Peginterferon alfa Behandlung. meine Hoffnung ist das die heilsame Wirkung des Peginterferon nun seine Wirkung entfalten kann und dazu bei trägt, das die Entzündung der Leber durch den Virus zurückgeht, ebenso wie die Schwellung der Leber und der Milz.

Bzgl. meines körperlichen Zustandes – alles wie gehabt. Keine extremen Ausreißer.

Entscheidung

Es hatte 30 Wochen – 7 1/2 Monaten gedauert bis die Viruslast erstmals nicht mehr nachweisbar war. Bis dahin hatte sich das Medikament mit der Leber auseinandergesetzt – solange hat das INF gebraucht bis es gewirkt hat und vom Körper als Heilmittel angenommen wurde. Jetzt erst konnte sich die volle Heilkraft des Interferon und Ribavirin entfalten. So meine Interpretation.

Zugleich war mir klar – und mein Arzt sah es genauso – das die verbleibenden 18 Wochen was das heilsame Wirken des Interferon im Verhältnis bis zum Stillstand der Vermehrung der Viruslast betrifft zu kurz war. Wir beschlossen gemeinsam die Dauer der Interferon Behandlung auf 60 Wochen – 15 Monate festzusetzen.

31. Woche vom 8.7.2004 – 14.7.2004

Zustand wie letzte Woche

32. Woche vom 15.7.2004 – 21.7.2004

Siehe Woche 29. Alles im grünen Bereich.

33. Woche vom 22.7.2004 – 27.7.2004

Zustand unverändert gut. Gehe regelmäßig Schwimmen und Rad fahren was mir sehr gut bekommt.

34. Woche vom 29.7.2004 – 4.8.2004

Woche mit Magen – Darm Virus im Bett verbracht. Leichter Anstieg Aggressivität. Wegen der Schwüle und der drückenden Hitze Atembeschwerden.

35. Woche vom 5.8.2004 – 11.8.2004

2. Woche hintereinander Durchfall was mich auf 85 Kg gebracht hat. Hitzebedingte Probleme mit den Bronchien – dem Atmen. Durch den Durchfall und des hohen Flüssigkeitsverlustes ab Mittags völlig entkräftet und todmüde.

36. Woche vom 12.8.2004 – 18.8.2004

Durchfall etwas besser – weniger geworden. Gewicht 83 Kg. Tabletten und Peginterferon Behandlung vertrage ich weiterhin gut. Diesbezüglich alles im Lot.

37. Woche vom 19.8.2004 – 25.8.2004

Durchfall nach wie vor unverändert. Therapie gut verträglich – Keine Nebenwirkungen.

38. Woche vom 26.8.2004 – 1.9.2004

Durchfall unverändert. Gamma Werte sind erstmals seit Jahren rückläufig. Bedingt durch die mit dem Durchfall einhergehende Gewichtsabnahme sind eine Werte in einem normalen Bereich – das einzigst Positive am Durchfall.

39.Woche vom 2.9.2004 – 8.9.2004

Der Durchfall ist vorbei. Gewicht 81 Kg. So langsam kehren die Kräfte wieder zurück. Die Peginterferon Behandlung vertrage ich nach wie vor sehr gut. Keine Nebenwirkungen. An beiden Oberschenkeln verstärkt Jucken und Hautentzündung. Was den Durchfall betrifft – er war nicht auf die Peginterferon Behandlung zurück zu führen. Während eines Gesprächs mit Ilona sagte sie ein Schlüsselwort das mir schlagartig die Ursache des Durchfalles bewußt werden ließ.

40. Woche vom 9.9.2004 – 15.9.2004

Durchfall ist Vergangenheit, Gewicht 80 Kg. Die Therapie vertrage ich nach wie vor gut. Jucken, leichte Rötung der Oberschenkel innen.

41. Woche vom 16.9.2004 – 22.9.2004

Keine Beschwerden. Gewicht 80 Kg. Jucken, Hautrötung an beiden Oberschenkeln nicht mehr vorhanden.

42. Woche vom 23.9.2004 – 29.9.2004

Keine Beschwerden. Gewicht 79 Kg, Alles im grünen Bereich

43. Woche vom 30.9.2004 – 6.10.2004

Alles in Ordnung. Gewicht 79 Kg. keine Nebenwirkungen

44. Woche vom 7.10.2004 – 13.10.2004

Null Probleme 80 Kg

45. Woche vom 14.10.2004 – 20.10.2004

Alles im grünen Bereich

46. Woche vom 21.10.2004 – 27.10.2004

Haut an den Oberschenkeln leicht gerötet, jucken. Haut auf beiden Oberarmen sehr rauh, leichte Neuropathie an der rechten Hüfte.

47. Woche vom 28.10.2004 – 1.11.2004

Haut immer noch gerötet, Neuropathie immer noch vorhanden

48. Woche vom 4.11.2004 – 10.11.2004

Wie Vorwoche

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Hier habe ich mit den Tagebuch Aufzeichnungen aufgehört.  Höchstwahrscheinlich deshalb weil ich die Behandlung „gut“ vertragen habe. Die letzte Interferon Spritze habe ich mir am 10. Februar 2005 gesetzt.

Fazit

Was sich während der ganzen Dauer der Behandlung wie ein roter Faden durchzog, war eine permanente Müdigkeit. Ich hatte wenig Lust zu essen und habe in den 15 Monaten während der INF Behandlung einige Kilo abgenommen die ich aber nach Beendigung der INF Behandlung schnell wieder auf den Rippen hatte. Es gab eine Phase von ca. 12 Wochen in der ich leichte Depressionen hatte – zeitweise war ich innerlich sehr unruhig. Auf einer Scala von 1 – 10 war es zwischen einem Wert von 2 – 3 angesiedelt. Grippe ähnliche Schmerzen hatte ich keine. Während der ganzen Dauer der Behandlung habe ich täglich 4 Tabletten Ibuprofen 400 genommen – ein Schmerzmittel das man bei einem grippalen Infekt oftmals wegen der Symptome bekommt. Manche meiner Bekannten haben bis zu 16 Stück am Tag nehmen müssen und litten dennoch an heftigen grippeähnlichen Symptomen.

Was mir allerdings schwer zu schaffen machte war ” meine Aggressivität”. Ich war von Null auf 100 in Null Komma Nix. Mich brauchte nur einer anzuschauen und ich hätte ihn umbringen können. Fiel mir ein Löffel aus der Hand rastete ich aus und fluchte wie ein Bierkutscher. Egal was es war – selbst n Staubkorn auf m Regal – es gab nichts was mich nicht ausflippen – nicht aggressiv werden ließ. Diese Aggressivität war für mich das schlimmste in dieser Zeit. All meinen Freunden und Bekannten die sich dieser Behandlung unterzogen haben, hatten ebenfalls mit Aggressionen zu kämpfen. Es gab Tage da war es erträglich – und dann gab es Tage da war ich vom Scheixxe brüllen heiser wie nach ner starken Erkältung.

Die Nebenwirkungen – Begleiterscheinungen wie Unruhe, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Appetitlosigkeit, meine Aggressivität und eine Phase von ca. 12 Wochen wo ich eine leichte Depressionen hatte, waren für mich er- tragbar und haben mich in meinem Alltag nicht übermäßig beeinträchtigt. Einige aus meinem Bekantenkreis haben die Therapie wegen der Nebenwirkungen u.a. wegen „Depressionen“ abbrechen müssen. Meine Erwerbsunfähig hat mich in die Lage versetzt entsprechend zu reagieren. D.h. konnte ich Nachts nicht schlafen dann habe ich Tagsüber geschlafen. Den Zeitpunkt für Termine wie Untersuchung etc. habe ich ausgewählt. War es mir auf Grund meines körperlichen Zustandes als Folge der Peginterferon Behandlung nicht möglich gewesen einen Termin einzuhalten so habe ich ihn kurzerhand abgesagt. Während der INF Behandlung habe ich gelernt mir selbst Rechnung zu tragen ohne auf äußere Zwänge Rücksicht zu nehmen.

Gemessen an den Nebenwirkungen vieler meiner Bekannter die sich auch einer INF Behandlung unterzogen haben, ging es mir während der gesamten Behandlungsdauer „gut“. Ein wesentlicher Punkt an dem sich vieles bzgl der kleinen „Wehwechen im Kontext mit der Peginterferon alfa 2-a/Ribavirin Behandlung“ für mich pers relativiert hatte, war die 30. Woche als erstmal die Hep C Viren unter der Nachweisgrenzen lagen.

Seitdem sind fast 8 Jahre vergangen. Meine HCV VL < 15 im Blut ist nicht mehr nachweisbar.

Copyright © Wolfgang Kirsch

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2 Antworten zu Tagebuch PegInterferon α-2a Behandlung

  1. korinthenkacker schreibt:

    wenn man die NW nichtaushält,kann man sich ohne weiteres mal ne Lorazepam reintun oder auch zwei ,solange es nicht zur regel wird.besser das,als scheiss antidepressiva,wie stangyl oder doxepin.mir hat das geholfen,alk ist natürlich tabu.man muss das Maß finden!
    lg

  2. alivenkickn schreibt:

    wenn es so einfach wäre dann hätten und haben (auch) viele aus meinem umfeld nicht die peg inf α-2a Behandlung abgebrochen bzw abbrechen müssen. der eine kommt mit den NW klar, ein anderer muß die therapie wegen der gleichen NW abbrechen.

    das es für dich funktinioniert hat dazu gratuliere ich dir.

    lg alivenkickn

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