Wie ein gehetztes Tier

In den letzten Tage fühle ich mich innerlich wie ein „gehetztes Tier“. Alles in mir vibriert. Es fühlt sich an als würde ich unter Strom stehen. Innerlich unruhig, rastlos, getrieben, abgehetzt, unter Spannung stehend wie ein Seil das zum Zerreisen gespannt ist.

Ein Gefühl das mir nicht unbekannt ist, ein Gefühl das ich aus der Zeit meiner aktiven Sucht kenne. Allways on the run, Waiting for the man, 25 $ in my hand. Cold Turkey has got me on the run . . . .

Damals lag meine Er – Lösung in den Drogen. Der nächste Druck gab mir die Ruhe.

Die Ursache für diese innere Unruhe heute, diese An-Spannung in mir liegt in dieser Situation. Nicht zu wissen wie es am Montag den 25. Juli, in der Zukunft, sein wird, auf einer tieferen Ebene zu glauben das man alles kontrollieren kann und festzustellen das es keine Kontrolle gibt, keine Lösung für diesen Tag zu kennen, zu wissen. Die Angst vor diesem Kontrollverlust ließ mich über Jahre zu Drogen greifen. Dabei spielt es keine Rolle ob es um „angenehme Gefühle oder unangenehme Gefühle geht. Von den Einen will man mehr davon haben weil sie sich so „Gut“ anfühlen, die Anderen will man nicht haben weil sie sich beschissen anfühlen. Auf der einen Seite zu Glauben alles kontrollieren zu können, auf der anderen Seite die Angst (vor der Erkenntnis) des Kontrollverlust. Dies ist ein wesentlicher Aspekt von Sucht.

Heute oder besser gesagt mittlerweile habe ich erkannterfahren, das es im Leben immer wieder Situationen gibt über die ich/man keine Kontrolle hat. Nichtsdestotrotz tauchen diese alten Gewohnheiten-Muster immer mal wieder aus der Tiefe auf. Heute und das ist der große Unterschied zu früher, muß ich nicht mehr auf sie reagieren.

Heute bin ich in der Lage zu agieren – selbst zu bestimmen. Heute ist es mir möglich geworden diese Gefühle, denn darum geht es immer, auszuhalten. Keine Drogen mehr nehmen zu müssen, einfach dazusitzen und dazwischen TomatenSugo für den Winter einkochen . . . What a Life

Copyright © Wolfgang Kirsch

2 Antworten zu Wie ein gehetztes Tier

  1. Dirck schreibt:

    Meine guten Wünsche begleiten Dich. Viel mehr kann ich ja leider nicht leisten.

    Herzlich
    Dirck

  2. alivenkickn schreibt:

    You show that you care, my friend. That makes you special. 😉

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