Stigma ist tödlich, nicht das Virus (akt1)


Selbsthilfegruppen kämpfen gegen Diskriminierung
Betroffene werden oft als Prostituierte oder drogenabhängig gesehen.

Er hätte es eigentlich besser wissen müssen, sagt er. Denn er war Krankenpfleger und daher mit Krankheiten bestens vertraut. Doch eine launige Nacht im Jahr 1996 ließ ihn alles vergessen, und das Leben verpasste ihm für diese „riesengroße Dummheit“, wie er erzählt, einen Denkzettel. Helmut Garcia, 55 Jahre alt, hatte ungeschützten Sex und lebt nun seit 14 Jahren mit dem HI-Virus.

Damals war die Diagnose Aids noch ein Todesstoß. Doch heute liegen dank moderner Therapien die Überlebenschancen bei mehr als 90 Prozent der Patienten. Mehr als zwei Drittel der HIV-Infizierten nehmen laut Studie des Sozialwissenschafter Olaf Kapella ( siehe Artikel unten ) maximal drei Tabletten am Tag zu sich und führen zumindest aus körperlicher und medizinischer Sicht ein fast ganz normales Leben.

So auch Garcia. Ärzte gaben ihm nach der Diagnose 1996 zwei bis drei Jahre. Freunde wandten sich von ihm ab. Der Gang zu Ärzten wurde zum Spießrutenlauf. „Einen Zahnarzt oder Urologen zu finden, der einen behandelte, war in den 90er Jahren noch denkbar schwierig“, erzählt er.

„Nehmen Sie diese Tabletten, sonst werden sie sterben“, bekam Wiltrut Stefanek eine knappe und distanzierte ärztliche Auskunft zu hören. Die Wienerin hatte sich ebenfalls Mitte der 90er Jahre mit dem HI-Virus infiziert. Und als sie ihre Jobsuche zum Arbeitsamt führte und sie angab, HIV-positiv zu sein, sagte die Dame am Schalter: „Kommen’s wieder, wenn’s g’sund sind. Weiter geht es hier – Quelle

Update 15. Juli 2010 – Frauennetzwerke wappnen sich für Welt-Aids-Konferenz

„Frauenrechte, hier und jetzt“ – mit diesem Slogan wollen Frauen auf der 18. Welt-Aids-Konferenz ihre Rechte einfordern. Hierfür haben das Athena-Netzwerk und die Kölner Stiftung Sexualität und Gesundheit mit weiteren Frauenorganisationen die Women’s Networking Zone vorbereitet. Das Ziel dieses öffentlich zugänglichen Bereichs der Konferenz ist es, die Bedürfnisse und Forderungen von Frauen mit und ohne HIV sichtbar zu machen. Quelle

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