Leben im Pflegeheim – LGBTIQ Community und Menschen mit HIV


Intro:

Grundsätzlich gilt: Ein Pflegeheim ist kein Ort um sich „wohlzufühlen“.

Dies gilt insbesondere dann wenn man nicht oder nur bedingt mobil und auf Hilfe des Pflegepersonal angewiesen ist.

„Wohlfühlen“ ist weder ein Vertragsbestandteil, noch politisch gewollt bzw. vorgegeben geschweige denn auf Grund der Anzahl der Pfleger*Innen resp. Betreuungskräfte möglich.

Die Struktur des Pflegepersonals i.e. kulturell wie auch der Tatsache das sie einen Querschnitt unserer Gesellschaft repräsentieren spielt u.U. eine nicht unerhebliche Rolle.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

*

Einerseits ist die Anzahl der Menschen die HIVpositiv sind in der Bundesreublik Deutschland relativ gering. Gemessen an der Gesamtbevölkerung der BRD von Mio 82,67 beträgt der Anteil der Menschen die mit HIV leben 84.700 (Stand Nov 2015) noch nicht mal 1 % nämlich 0,976%. Von den 84.700 HIV-Infizierten wissen geschätzte 12.600 nichts von ihrer Infektion. Quelle: RKI Stand 14.11.2016 (1) 

Andererseits nehmen die meisten der 72.100 Menschen mit HIV+ eine der möglichen HIV Medikamenten Kombination (2) sodaß „Wir“ auf Grund der guten Behandelbarkeit von HIV und einem mittlerweile gut verträglichen Nebenwirkungsmanagement im Sinne von geringen Nebenwirkungen die gleiche Lebenserwartung wie Menschen die HIV-negativ sind haben. Quelle: HIV Medikamente = HivandMore (2)

Einerseits ist HIV (3) um es vereinfacht auszudrücken (ausführlich siehe Link Deutsche AIDS Hilfe) (4) nur eine Krankheit unter Vielen.

Andererseits ist jeder Mensch der in Deutschland lebenden 84.700 Menschen der mit dem HIVirus lebt ein Einzelfall. „84.700 Einzelfälle“ deshalb weil nach 35 Jahren um das Wissen von HIV in Deutschland immer noch oder schon wieder „Vorstellungen“ von HIV in den meisten Köpfen der Gesellschaft rumspuken deren Ursache von Nicht Wissen und daraus resultierenden Ängsten und Vorurteilen geprägt ist und nicht immer – was erstaunlich ist! – der Realität = Wissen zumindest bei einem großen Teil des medizinischen Personal, seien es Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen entspricht. Wie ein roter Faden, so meine Vermutung, existiert in vielen Köpfen unserer  Gesellschaft eine Bewertung von „Gute Krankheit – Schlechte Krankheit“.

Hier enthülle ich jetzt dem*der geneigten Leser*In ein Geheimnis:
Einer Krankheit ist es völlig egal wie der Mensch sie bewertet. Sie wirkt auf Grund ihrer eigenen Dynamik. Während des Verlaufs von lebensbedrohenden Krankheiten werden Betroffene wie Freunde*Innen, Ehe*Partner*Innen, Familien, Väter, Müter, Kinder gleichermaßen mit „Wut, Schmerz, Resignation, Verlust und Trauer“ konfrontiert. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge sondern gleichermaßen auch mehrfach werden diese Prozesse durchlebt und erfahren.

Und zum 3. „Andererseits“ zähle ich mich – Ich habe/treffe die freie Entscheidung bzgl der Wahl der Zugehörigkeit – zu den 7,4 Prozent LGBTIQ Anteil der Bevölkerung laut dieser Studie (5) veröffentlicht 2016. In dieser Studie (Dalia Research) (6) heißt es:

Mit 7,4 Prozent LGBT-Anteil ist Deutschland in dieser Studie in den EU Länder Spitzenreiter.

Es geht um ca. Mio 6,2 Menschen von dem sich ein großer Teil einen Anderen als den heteronormativen (7) Lebenskonzept zugehörig fühlt (Nein homosexuell zu sein ist keine Frage der Wahl). Wenn man dieses Ergebnis im Kontext der letzten >50 – >70 Jahre sieht so wird man nicht umhin kommen festzustellen das Wir – Menschen der LGBTIQ Community – ein Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren. Unter uns gibt es Menschen die ihren Lebensabend gut vernetzt „zu Hause“ verbringen können und Andere die im Alter auf die Hilfe von anderen Menschen undoder Pflegeheimen angewiesen sind und sein werden. Vorauszusetzen das diese „anderen Menschen“ von unseren Lebenskonzepten und HIV Kenntnis haben ist bis auf einen verschwindend geringen Teil gut informierter Menschen in Wohngemeinschaften für wenige Menschen wie z.b. in München (8) und Pflegeheimen (9) die man an den Fingern (10) einer Hand (11) abzählen kann, immer noch die Ausnahme  als die Regel im Alltag.

*

Als das Pflegeteam des Wohnbereiches in dem #Pflegeheim in dem ich seit 16 Monate lebe gehört hat das ich HIV+ bin, haben es Alle abgelehnt mich anzufassen, zu pflegen. Keiner wollte mit mir etwas zu tun haben.

Dieses Pflegeheim dürfte kein Einzelfall sein. Was für eine Haltung herrscht innerhalb der Pflegeheime in der BRD seitens der Verantwortlichen bzgl Menschen mit HIV undoder Menschen die Teil der LGBTIQ Community sind? Hofft man das dieser Kelch an Ihnen vorübergeht? Sind CSD´s und Welt AIDS Tage Veranstaltungen die zur Belustigung der Bevölkerung dienen oder ist man der Meinung das Wir dem Infotainment in Soaps gleichzusetzen sind? 

In meinem Fall hat die zu dieser Zeit verantwortliche PDL Leitung meinen Doc aus dem Team bei dem ich seit 30 Jahren in Behandlung bin, gebeten das Pflegeteam des Wohnbereich in dem ich lebe aufzuklären. Seitdem gibt es keinerlei „Berührungsprobleme“.

*

Doch zurück zum eigentlichen Thema dem „Alltag von Menschen aus der LGBTIQ Community“ die im Alter im Alltag auf Hilfe die Pflegeheime anbieten angewiesen sind bzw sein werden. Seit 1999 ist oder besser gesagt war „Leben im Alter von Menschen aus der LGBTIQ Community in einem Altenpflegayheim“ (12), wie Walter Curkovic-Paul, der mittlerweile im Jahr 2009 verstarb, Thema in Frankfurt am Main. So setzte sich die damalige Stadträtin Jutta Ebeling von den Grünen im Jahr 2004 für dieses Projekt (13) ein. Auch „Der Spiegel“ (14) war schnell dabei. Leider ist es bei dem Projekt (15) pdf Datei und endlosen Diskussionen (16) geblieben. „Much ado about Nothing“ – Viel Lärm um Nichts. In diesem Fall ist es weniger eine Komödie als eine Tragödie. Zu meinem großen Bedauern ist mit ihm auch dieses Projekt entgültig gestorben.

Außer das die Anzahl der Menschen der LGBTIQ Community zugenommen hat und ein großer Teil von uns nicht nur älter geworden ist sondern auch auf Hilfe im Alltag angewiesen ist – sein wird, hat sich während der letzten 18 Jahren nur wenig bewegt. Weder politisch noch was die diesbezügliche inhaltliche Aus -und Fortbildung zu diesem Thema von Pflegepersonal betrifft.

Grundlegend muß man sich vor Augen halten:
„Was ist der Sinn und Zweck eines Pflegeheim“
Versorgung von Grundbedürfnissen wie Grundpflege = Hygiene und Versorgung mit Nahrung von Menschen die dies aus eigener Kraft nicht mehr bewerkstelligen können.

Dazu kommen als Ziel der Altenpflege, als professioneller Langzeitpflege die Erhaltung einer stabilen Lebensqualität. Weil die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter abnehmen, besteht die Aufgabe der Altenpflege darin, die Fähigkeiten der Selbstpflege des Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten und zu fördern.

Das Schlüsselwort ist jedoch „professionelle Pflege“. Pfleger*In ist ein Beruf dessen Aufgabengebiet sich auf die Bewältigung des organisatorischen Alltages „des Menschen im Alter“ bezieht. Dies gilt in besonderem Maß für Bewohner*Innen die Bettlägrig sind. Und dies mit einer professionellen Distanz. Einer Distanz wie sie jeder „normale“ Beruf mit sich bringt. In Berufen in dessen Mittelpunkt der Mensch steht sollte es „eigentlich“ anders sein. Die Arbeit für bzw mit Menschen geht nicht gleichzeitig bzw zwangsläufig mit dem Entstehen von „Nähe zu dem Menschen“ einher. Emotionale Nähe in Pflegeheimen ist schon deshalb nicht erwünscht weil die Objektivität des Pflegepersonal in Frage gestellt werden könnte bzw die tägliche Arbeit mit Bewohner*Innen besonders bei Jenen die nicht mobil sind und 24/7 im Bett liegen darunter leiden könnte. Supervision wie sie in vielen Berufen in der Arbeit mit Menschen angeboten wird ist erstaunlicherweise im Berufsalltag von Pflegepersonal nicht existent.

Berufsbild Altenpfleger*In (17)

„planen und dokumentieren Pflegemaßnahmen“.
Dieser Teil nimmt einen großen Teil der täglichen Arbeitszeit in Anspruch. Zeit die für eine mögliche Zuwendung für Bewohner*Innen fehlt.

„motivieren Pflegebedürftige zu Freizeitaktivitäten.“
Dieser Aspekt wird von speziell dafür eingestellten Betreuungskräften und nicht vom Pflegepersonal wahrgenommen.

Seit Jan 2017 werden Betreuung und Aktivierung in stationären Einrichtungen von eigens eingestellten Betreuungskräften nach § 43b SGB XI (18) vorgenommen. Für 20 Bewohner*Innen je 1 Betreuer*In.

In unserem Alltag haben wir uns die Menschen ausgesucht, leben in einem Kreis von Menschen die wir mögen, die uns gut tun und vice versa. Da Pflegeteams in Pflegeheimen einen repräsentativen Querschnitt unserer Gesellschaft repräsentieren wird man Pfleger*Innen und Hilfskräften begegnen denen ein #NoGo auf der Stirn geschrieben steht. Gleiches wird die Eine oder andere Pflegekraft auch bei mir selbst – bei einem selbst – feststellen können. Sich selbst zu 100% zu kontrollieren – unter Kontrolle zu halten – ist nach meiner Erfahrung nicht möglich. Wenn man sich kennt kann man an sich, seinen Vorurteilen und anderen Muster die sich im Verhalten manifestieren können arbeiten. Mit Allen auf einer freundlichen Ebene zusammen zu leben ohne sich zu verbiegen ist durchaus möglich.

*

Als „EinzelPerson“ die im Alter auf die Hilfe wie sie in Pflegeheimen angeboten ist, wird man idR kein Problem mit den Pflegeteams haben. Diejenigen von uns die HIV positiv sind werden bei gesundheitlichen Problemen „möglicherweise“ die Erfahrung machen, das es mit Ärzten die für Pflegeheime zuständig sind wie auch mit den Pflegeteams einen „erhöhten Bedarf an Kommunikation bzgl HIV“ gibt. Das wir mit den uns behandelnden HIV undoder Schwerpunktärzten auch wenn man in einem Pflegeheim lebt in weiterhin Verbindung ist, steht außer Frage. Sollte es zumindest.

*

Sexuelle Identität erhalten

Die Integration gleichgeschlechtlicher lebender Menschen in ihrem direkten Umfeld soll erreicht werden, indem die Angebote der Altenhilfe und -arbeit explizit auch Lesben und Schwule berücksichtigen. Dabei sollen professionelle Mitarbeiter in ihren Beratungen diese spezifischen Lebenslagen kennen und mit einbeziehen. Die Berücksichtigung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen als Qualitätsstandard soll in Rahmenlehrplänen der Aus, Fort und Weiterbildung im Bereich Altenhilfe und -pflege festgeschrieben und als Querschnittsthema vermittelt werden. Dazu ist es notwendig, dass eine thematische Verankerung in Curricula dieser Studien und Ausbildungsgänge vorgenommen wird.

Kein Mensch darf durch die Inanspruchnahme von pflegerischen Hilfen oder Maßnahmen der Altenhilfe in seinen individuellen Werten sowie dem Ausleben seiner sexuellen Identität eingeschränkt werden. Daraus resultiert, dass jede Senioren und Pflegeeinrichtung den spezifischen Bedürfnissen gleichgeschlechtlich orientierter Senioren Rechnung tragen sollte.

Und – ich füge hinzu – dies gilt gleichermaßen für HIV Positive Senioren*Innen.

Diese Textpassagen wurden der 3. Ausgabe von Balsam – das Magazin, (19) Seiten 4/5,8 entnommen. Leider gibt es diesen Download der 3. Ausgabe heute 2017 nicht mehr. Wie ich sehe wurde das Magazin auch eingestellt.

Unsichtbar im Alter – Ausgegrenzt und Vergessen ? . . . .

Doch was sind die Alternativen? Gibt es überhaupt Alternativen? Viele HIV Positive waren nur kurze Zeit voll arbeitsfähig, beziehen Hartz IV oder eine geringfügige Rente. Sie verfügen über keine ausreichenden Rücklagen bzw. haben keine Altersvorsorge getroffen – wie auch ein Großteil der Bevölkerung. Andere wiederum haben ihren Job gekündigt als sie vor 30, 35 Jahren erfahren haben das sie HIV+ sind. „Was soll´s. Ich habe eh nur noch max 3 Jahre zu leben. Also hau ich meine Kohle auf den Kopf und genieße mein Leben in vollen Zügen solange es geht“.

*

Ließt man sich die jeweiligen Satzungen/Leitbilder der div Aidshilfen durch, so findet man kaum etwas über das Thema „HIV im Alter“. Man sollte annehmen das es auch zu den Aufgaben der Aidshilfen gehört sich dem Thema “ HIV und Alter“ anzunehmen bzw das sie es sich zur Aufgabe gemacht haben entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen. Doch dies ist bis auf Ausnahmen ein Trugschluß.

Einige wenige Aidshilfen – man kann sie an einer Hand abzählen – haben vereinzelte Projekte zum betreuten Wohnen in ihrem Programm die sich auf stationäre Betreuungseinrichtungen, therapeutische Wohngemeinschaften oder betreutes Einzelwohnen beziehen. Was „Hiv im Alter“ und insbesondere das Thema „Wohn und Lebensformen im Alter“ betrifft, so sieht die Realität bzgl der Angebote von Aidshilfen leider anders aus. „HIV im Alter“ muß doch Thema sein, ging es mir durch den Kopf.

Am 12. und 13. September 2008 fand im Roten Rathaus in Berlin unter dem Motto Vom Leben Reden zum 10. Mal der Kongress zum Thema HIV und Aids HIV im Dialog (20) statt.

Zwei Workshops (20,1) waren es die mich bewogen hatten auf den Kongreß nach Berlin zu fahren. Hier hoffte ich Antworten auf meine Fragen ob es Wohn bzw. Lebensformen für älter werdende HIV Positive gibt zu finden. Voller Erwartung besuchte ich die entsprechenden Workshops die „Hiv und Alter “ zum Thema hatten. Und hier wurden meine Erwartungen in jeder Hinsicht bei weitem übertroffen.

Der eine Workshop beinhaltete ein Vortrag von Michael Jähme – HIV und Alter (21), im anderen Workshop hat Dr. Marco Pulver (22) seine „Umsetzung“ des Themas präsentiert.

Aus der Lesben und Schwulenbewegung (23) – deren Entstehung durch den Stonewall (24) – Aufstand vom 28. Juni 1969 in New York City katalysiert wurde haben sich u.a. Mitte der 80ger die Aidshilfen gegründet.

Die Schwulenberatung (25) Berlin vertreten durch Dr. Marco Pulver (26) präsentierte ein Konzept (27), das mir nicht nur die Sprache verschlug sondern meine Erwartungen bei weitem übertraf.

Am darauf folgenden Montag habe ich die Schwulenberatung in Berlin besucht. Ich gebe zu das ich – eine Hete – mich etwas unsicher fühlte. Völlig Grundlos wie sich im Laufe meines Besuches herausstellen sollte. Ich wurde mit einer Herzlichkeit aufgenommen die mir einfach gut getan hat. Zu dieser Zeit fand Montag Nachmittags ein zwangloses Treffen bei Kaffee und Kuchen statt. Alle im Raum warteten mit Spannung darauf was es dieses Mal für Kuchen geben würde. Während der Kaffee Runde verkündete einer der Teilnehmer das er sich – damals – verpartnern werde. Die Freude und die Glückwünsche der Anwesenden haben mich echt geplättet.

In dieser Runde habe ich einen russischen Mann kennengelernt der schwul ist. Er erzählte mir das er Soldat der russischen Armee war die damals in der Ex DDR stationiert war. Während all der Jahre als er in der Armee in der DDR war hat er keinem Menschen gesagt das er schwul ist. 1994, die Mauer fiel 1989, als die letzten Streitkräfte der Russ. Armee nach Russland zurückkehrte, hatte er sich dafür entschieden in Berlin zu leben. Als er mir von seiner Angst und den Repressionen erzählte falls man entdecken würde das er schwul ist, hat es mir buchstäblich den Hals zugeschnürt. Seine Angst war damals in 2008, fast 20 Jahre später, immer noch „greifbar“ für mich.

Nach der Kaffeestunde hatte ich ein Gespräch mit Dr. Marco Pulver über das Konzept der  Regenbogenvilla (27) wie sie damals noch genannt wurde.

Aus dem was viele der Teilnehmer*Innen der Workshops der Themen „HIV im Alter“ teilten und meinem Besuch in der Schwulenberatung habe ich das Projekt „Leben im Alter – In Würde alt werden“ (28) in Frankfurt am Main mit Hilfe der AIDS Hilfe Frankfurt auf die Beine gestellt. Es war Klein aber Fein (29). Ein Ergebnis war die Frankfurter Resolution „In Würde alt werden“. (30)

*

Wie sieht es heute im Jahr 2017, 9 Jahre später mit dem Thema „HIV und Leben der LGBTIQ Community im Alter aus?

Die einstigen Gruppen von 40+ sind mittlerweile 70+. Ein „bedingt“ gutes Beispiel ist das „Schwules Forum Frankfurt„(31). Ein tolles Projekt solange man noch „mobil ist“ und ein Leben zu Hause in den eigenen 4 Wänden möglich ist. Bedingt deshalb weil es nicht genügend „Ehrenamtliche“ gibt. Wartelisten gehören zum Standard. So meine Erfahrung.

In Frankfurt leben schätzungsweise 50.000 lesbische Frauen und schwule Männer. Eine große Zahl von Lesben und Schwulen aus dem Rhein-Main-Gebiet gehören ebenfalls zur Frankfurter Gay-Community. Quelle: Leben in Frankfurt – Gay Community (32)

In Berlin, München, Köln, Hamburg, verhält es sich ähnlich (33). Ist man verehelicht, verpartnert, „mobil“, „fit“ = gut vernetzt dann ist „Leben im Alter in Würde“ kein Problem.

*

Pflege: Leben wie Sie lieben – auch im Alter. LGBT in der Altenpflege bei der MÜNCHENSTIFT
Lesbisches Leben (34)
Die MÜNCHENSTIFT GmbH hat sich nach dem Stadtratsbeschluss der Landeshauptstadt München als einziger Münchner Träger für das Modellprojekt Öffnung der stationären Altenpflege für LGBT beworben. Der Dokumentarfilm weist auf die Bedürfnisse älterer Lesben, Schwuler und Transmenschen hin und zeigt, wie die Öffnung der stationären Altenpflege für LGBT in den Pflegeeinrichtungen der MÜNCHENSTIFT gelebt werden kann.

In einem sozialen Medium habe ich anläßlich von HIV im Dialog in Berlin 2017 etwas geschrieben von dem ich Einiges auszugsweise hier wiedergebe:

Wenn ich das Programm von „HIV im Dialog“ so lese, lese ich auch „Ja wir wissen das wir älter werden, doch erst mal die Anderen“.

. . .

Wo sind die älteren und alten Menschen aus der LGBTIQ Community? Was ist mit denen die in den 90ger Jahren 40+ plus waren. Wo sind sie die heute, 65, 70 jährigen und Älteren die nicht so begütert oder vernetzt sind das sie in Familien ähnlichen Strukturen bzw Partnerschaften oder Ehen ihr „Leben im Alter in Würde“ verbringen können? Wo sind die Unzähligen die Mitte der 80ger Jahre als sie erfahren haben das sie HIV+ sind und ihren Job hingeschmissen haben „Weil sie damals glaubten wie auch ich das wir nur noch einige Jahre zu leben haben“?

Viele leben alleine im Kontext der Gentrifizierung am Rand der Städte weil sie die Mieten in der Stadt nicht bezahlen können, die von den Ämter der „Grundsicherung im Alter = Neudeutsch für Sozialamt“ nicht bezahlt werden.

Viele sind auf Hilfe im Alter angewiesen. Entweder von ambulanten Pflegediensten oder in Pflegeheimen. Die Menschen in den Pflegeheimen sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Die Mitte der Gesellschaft aus der heraus Stigma, Diskriminierung und Ablehnung kommt, die Gesellschaft die Menschen aus der LGBTIQ Community im Alltag immer noch ausgrenzt.

. . .

Ganz zu schweigen von „den Lebenskonzepten von Menschen aus der LGBTIQ Community, i.e. Schwulen, Lesben, Bi, Trans Menschen. Fortbildung in der Ausbildung zum Pflegeberuf? Fehlanzeige.

. . .

Weder das Pflegepersonal von denen viele aus Länder kommen in denen es Menschen aus der LGBTIQ Community um einiges schwerer haben als wir geschweige denn was die Bewohner*Innen von Pflegeheimen betrifft wissen etwas über unsere Art zu leben.

Euer Alltag ist ihnen Fremd. Es gibt wenige die uns verstehen, mit denen man „normal“ reden kann. So wie wir untereinander kommunizieren – in unseren Rahmen in denen wir uns wohl und geborgen fühlen, diese Rahmen sind in Pflegeheimen bis auf Ausnahmen „Lebensort Vielfalt, Villa Anders“ selten. Im Alltag von Heute gibt es innerhalb der Gesellschaft leider zu wenig Inseln wo dies möglich ist. Nach 48 Jahren Christopher Street Day finde ich das traurig.

*

Sich liebende Männer und Frauen werden Viele vom Personal und den Bewohner*Innen  fremd sein.

Schon die Vorstellung im Alter noch einmal mit Stigma und Ausgrenzung konfrontiert zu werden, Stigma und Ausgrenzung erfahren zu müssen, ist für viele Menschen aus der LGBTIQ Community ein unerträglicher Gedanke.

* * * * *

(1) RKI: Epidemiologisches Bulletin 45/2016
(2) HIV&more:  HIV-Medikamente im Überblick
(3) Deutsche AIDS Hilfe: HIV/AIDS
(4) Deutsche AIDS Hilfe: Gut zu wissen
(5) Jetzt: So queer ist Deutschland wirklich
(6) Dalia: Counting the LGBT Population . . .
(7) Gender Institut Bremen: Heteronormativität
(8) Rosa Alter: Gut versorgt im rosa Alter
(9) Villa Anders: schwul-lesbisches-wohnen e.V.
(10) Schwulenberatung Berlin: Lebensort Vielfalt
(11) Julie-Roger Haus Frankfurt: Initiative Regenbogenpflege
(12) Frankfurt: AltenPflegayheim
(13) FAZ: Stadt setzt sich für AltenPflegayheim ein
(14) Der Spiegel: AltenPflegayheim für Homosexuelle – Heteros willkommen
(15) Projekt AltenPflegayheim: Abschlußbericht Bedarfsanalyse/Zusammenfassung
(16) Entstehung lesbisch-schwuler Altenarbeit und -politik in Hessen
(17) Berufsbild: Altenpfleger*In
(18) Zusätzliche Betreuung in stationären Einrichtungen: Leistung nach § 43b SGB XI
(19) Balsam: Berliner Arbeitskreis Lesbische & Schwule Alte Menschen
(20) Berlin – Rotes Rathaus: HIV im Dialog
(20,1) HIV im Dialog 2008: Referate & Vorträge
(21) Michael Jähme: HIV und Aids werden alt
(22) Dr. Marco Pulver: Netzwerk Anders Altern – Haus Nieburstr. 59/60
(23) Wikipedia: Lesben und Schwulenbewegung
(24) Wikipedia: Stonewall
(25) Berlin: Schwulenberatung
(26) Dr. Marco Pulver: Netzwerk Anders Altern
(27) alivenkickn: „Alle unter einem Dach – In Würde altern“
(28) alivenkickn: „Leben im Alter – In Würde alt werden“
(29) alivenkickn: „Klein aber fein“
(30) Frankfurter Resolution: „In Würde alt werden“
(31) 40Plus: Schwules Forum Frankfurt
(32) Frankfurt.de: Soziales und Gesellschaft – Schwules/Lesbisches Leben in Frankfurt
(33) Netzsieger: Ausgeprägte Gay Szene – Wo leben die meisten Schwulen?
(34) Konny´s Lesbenseite: Leben wie Sie lieben – auch im Alter

*

Weitere/ähnliche Beiträge zu diesem Thema

Nollendorfblog: Patsy l’Amour laLove über Martin Dannecker: Er war schwul, bevor es das Wort in dem Sinne gab.

 

 

Advertisements
Veröffentlicht unter Alter, Gesellschaft, HIV und Alter, Leben im Alter, LGBTI Community, Pflegeheim, Prävention/Aufklärung | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

„Würde im Alter mit Heimvorteil“ – Sterbebegleitung . . .


Ließt man sich die Kurzbeschreibungen der div Pflegeheime auf dieser Seite durch, so findet man bei einigen Heimen unter „Bewohner Betreuung“ den Begriff der „Sterbebegleitung“. Bei näherer Betrachtung des entsprechenden Internetauftritt der entsprechenden Pflegeheime sucht man vergebens nach der Art und Weise wie Bewohner*Innen in einem Pflegeheim (dies dürfte von wenigen Ausnahmen abgesehen für alle Pflegeheime in der BRD zutreffen) während ihres Sterbeprozeß begleitet werden.
 
Vieles wird in den jeweiligen Internetauftritten der Pflegeheime erklärt, hervorgehoben bzw. betont. Warum wird kein Wort über das „Wie“ das Begleiten eines Menschen der im Sterben liegt verloren?

Den Königsweg einer „Sterbebegleitung“ gibt es nicht. Sie ist privat und individuell. Das steht außer Frage.

In der Sterbebegleitung geht es darum, Menschen in den letzten Wochen vor ihrem Tod beizustehen, sie zu trösten und rücksichtsvoll zu betreuen. Menschen jeden Lebensalters – das gilt für Kinder ebenso wie für alte Menschen, ihre Familien und die ihnen Nahestehenden – benötigen in der letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung. Quelle: Wikipedia Sterbebegleitung

*
Am 28.8.2012 wurde das Grundsatzpapier „Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen“ auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Quelle: Deutscher Hospitz und Palliativverband e.V.

*

Meinem Vater wurde der Segen zu Teil zu Hause im Kreis seiner Familie sterben zu dürfen. Seine Familie bestand aus meiner Mutter und mir seinem Sohn. „Zu Hause Sterben zu dürfen“ ist ein Glück und heute 16 Jahre später ein Segen. Glück weil die Zahlen von Menschen die in einem Pflegeheim im Jahr 2020 leben und möglicherweise auch sterben bei bis zu 2,9 Millionen Menschen betragen könnten. 
Segen weil die Begleitung meines Vaters bei seinem Sterben für mich ein Segen war. Ihn bei seinem Sterben begleiten zu dürfen erfüllt mich heute immer wenn ich sein Bild in meinem Altar in dem Zimmer des Pflegeheimes in dem ich jetzt lebe betrachte mit Dankbarkeit.

© Wolfgang Kirsch

Die letzten Wochen meines Vaters vor seinem Tod waren von Weinen und Rufen nach Hilfe geprägt. Stundenlang saß meine Mutter an seiner Seite, hielt seine Hand. „Ich bin bei Dir“ sagte sie zu ihm. „Du brauchst keine Angst zu haben. Es ist alles gut so wie es ist“.

In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 2001 ist mein Vater friedlich im Schlaf gestorben.

*

In dem Wohnbereich in dem ich lebe liegen immer wieder Bewohner*Innen im Sterben. Dies gehört zum Alltag in jedem Pflegeheim. Wenn ich in meinem Pflegestuhl unterwegs bin höre ich oft ihre Rufe nach Hilfe. Das Pflegeteam begleitet Bewohner*Innen die im Sterben liegen nach besten Kräften; im Rahmen dessen was ihnen möglich ist. „Möglich“ deshalb weil die Teams in ihrer täglichen Arbeit ebenso den Bedürfnissen der übrigen Bewohner*Innen gerecht werden müssen.
Angehörige, Familie, Seelsorger*Innen, Freunde, sie begleiten – soweit möglich – ihre*n Angehörige*n, Freund*In wenn sieer im Sterben liegt.

*

Ich klage die Regierungen der letzten 30 Jahre an weil sie nichts getan haben das Menschen die ihren Lebensabend in einem Pflegeheim verbringen in „Würde alt werden und während ihres Sterbens begleitet werden“ so wie es den vielfach inflationären gebrauchten Begriff der „Christlichen Werte“ impliziert.

Im Januar 2008 wurde Claus Fussek für sein besonderes Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ein Schlag ins Gesicht der Gesellschaft für die „Sterben und Tod“ immer noch ein Tabu Thema ist. Ein Schlag auch für Claus Fussek der nicht müde wird zu mahnen. Vor allen Dingen ein Schlag ins Gesicht all der politisch Verantwortlichen die nicht müde werden eine Pflegereform anzumahnen. Sie allerdings haben diesen Schlag ins Gesicht verdient. Sind letztendlich sie es die den Schwanz eingezogen haben bzw ziehen weil sie nichts weiter als Flickschusterei betrieben haben. Das was sie bis dato in die Wege gleitet haben wie z.b. die Reform der „Pflegestufen in Pflegegrade“ ist auch ein Schlag ins Gesicht von engagierten Altenpfleger*Innen weil diese „Reform“ mit einem erheblich bürokratischem zeitlichen Mehraufwand an Dokumentation für jedes Pflegeteam verbunden ist. Zeit die jedem einzelnen Pfleger*In fehlt um sich Bewohner*Innen zuzuwenden wenn diese*r der Zuwendung bedarf. Statt in qualifiziertes Pflegepersonal zu investieren werden Milliarden u.a. von Steuergelder verschwendet oder „EZB sei Dank gedruckt“ und Automobilkonzernen bzw Großbanken hinterhergeschmissen denen Anklagen wegen justitiabler Verfahren drohen.

*

Jedesmal wenn ich die Rufe nach Hilfe von Bewohner*Innen höre sage ich zu mir: 
Der Tod ist das Ende einer manchmal langen Reise. Diese Art zu sterben hat nichts mit einem „Sterben – Tod in Würde zu tun. Von „Würde im Alter“ ganz zu schweigen. „So möchte ich nicht sterben“

Veröffentlicht unter Abschied, Alter, Gesellschaft, Inland, Leben im Alter, Menschenrechte/Human Rights, Pflegeheim, Politik, Trauer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Springer Verlag und HIV – Nichts dazu dazugelernt


Heute dacht ich so vor mich hin:

„Du hast lange nicht mehr die Google News zum Thema HIV aufgerufen. Schau doch mal was es so Neues gibt“.

Gesagt – Getan

Als ich die folgende Überschrift eines Artikel in der Welt vom 27. Sept. 2017 (aus dem TV Sender N24 der zum Springer Verlag gehört wird ab 18. Jan 2018 der TV Sender Welt ) las dacht ich: „Das darf doch nicht wahr sein“:

„Immunschwäche HIV-Infektionen bei Menschen ab 50 nehmen deutlich zu“

Unter Anderem bezieht sich der Autor Walter Willems von der Welt auf eine Studie die in der englisch sprachigen Ausgabe der Zeitschrift „Lanzet“ – ein Link oder die Nr der Ausgabe fehlt! – (höchstwahrscheinlich handelt es sich um diese Ausgabe/Artikel der Lanzet) veröffentlicht wurde. Eine Kernaussage ist (in der deutschen Übersetzung):

 „Das geht möglicherweise darauf zurück, dass HIV und seine Übertragung älteren Menschen weniger bewusst ist.“

Nun ja. „Ich vor 1967 geboren – weiß das es HIV gibt, weiß das ich mich mit dem Virus infizieren kann. Aber erst mal passiert es den Anderen. Nicht mir“.

Es wird vermutet das die Ursache „Mögliche Faktoren: Prostitution und Sextourismus“ sein könnten. Damit werden wieder einmal Stigma und Diskriminierung Tür und Tor geöffnet.

Das es auch anders geht: „Wir kennen die Ursachen in Deutschland letztlich nicht“, sagt die deutsche Co-Autorin Barbara Gunsenheimer-Bartmeyer vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Zum Glück gibt es aber auch immer Jemand – Person oder Instituition – dem man den Schwarzen Peter zuschieben kann:

Der Trend zeige aber auch, dass diese Altersgruppe von „Aufklärungskampagnen“ vernachlässigt worden sei, betont sie (Tavoschi-Lanzet“.

In gleichem Maß wie die vor 1967 Geborenen älter – sexuell aktiv*er geworden sind, in gleichem Maß haben Aufklärung, Information, Wissen um HIV und HIV Medikamente zugenommen. Besonders was die Aufklärung in Schulen der heute 50+ betrifft. Die Meisten meiner Freunde die heute 50+ sind haben HIV mit all seinen Schrecken, seiner Tragödien pers. erlebt. Von wem zum Teufel spricht der Autor, die Autorin überhaupt?

Die Welt ist eine überregionale Tageszeitung die zum Springer Konzern gehört. Gerade der Springer Konzern hat in den „Anfangsjahren von HIV in Deutschland in einer Art und Weise über das Thema HIV berichtet“ die bewirkten das nicht wenige „Ältere Menschen mit HIV die der LGBTI Community angehören bzw Teil sind bis heute „traumatisiert sind“.

So heißt es im Spiegel vom Juni 1983 „Homosexuellen Seuche – AIDS . . . „. Im Nov 1984 schreibt der Spiegel „Die Seuche bricht aus dem Schwulen-Getto aus“.

Ich will es bei diesen Ergüssen belassen. Die damalige „journalistische Recherche“ vor allen Dinge die „Ausdrucksweise und der Tenor“ war und ist nach wie vor „oberflächlich“ um es höflich zu formulieren. Ein Tenor der jedoch immer noch bzw wieder verstärkt zu Stigma und Diskriminierung beiträgt.

Die heutigen 50+ wurden vor 1967 geboren. Als HIV Thema in Deutschland wurde (1982 – 1990) waren sie 15 Jahre und älter. Spätestens ab 1990 war Aufklärung zum Thema „Schutz vor HIV“  kein Thema mehr. Wenn man – Wer zu dieser Zeit „HIV nicht auf dem Schirm hatte“ der muß imho damals völlig verpeilt gewesen sein.

Allerdings gab es auch nicht Wenige die glaubten das „je weiter man von Deutschland entfernt <-> im Urlaub war, umso geringer war die Wahrscheinlichkeit sich mit dem HIVirus zu infizieren“. Wie sich herausstellen sollte traf dies besonders auf heterosexuelle Urlauber*Innen zu.

So gab es politische Überlegungen – sie standen im Kontext zu den Ängsten der Menschen der Gesellschaft bzgl HIV, der Unkenntnis über HIV weil man bzgl des Wissen medizinisch am Anfang stand und den Inhalten vieler schlecht recherchierter „journalistischer Ergüsse“ (in den USA war man uns in der BRD in dieser Hinsicht einen wenn auch kleinen Schritt voraus) -. . .

„Die Zeit von Aids-Hysterie, von Verfolgungs-Phantasien und Ausgrenzungs-Experimenten war auch die Hochzeit des CSU-Politikers Peter Gauweiler und seiner Politik, insbesondere des „Bayrischen Maßnahmen-Katalogs“. Quelle: 2Mecs Frank & Ulli

Heute schreiben wir den 1. Oktober 2017. HIV ist dank einer Vielzahl von HIV Medikamente – Kombinationen behandelbar. Mittlerweile ist es möglich das HIV-negative Menschen sich mittels einer PrEP (PräExpositionsProphylaxe) vor HIV schützen können. Das Wissen <-> die Informationen um HIV – Schutz und Erfahrung ist seit 1982 gewachsen, vorhanden und auffindbar.

„Das schlimmste an einer Krankheit <-> HIV ist nichts über eine Krankheit <-> HIV zu wissen.“

„Wissen, Information sind die Basis Stigma, Diskriminierung und Ängsten in Schach zu halten“.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf die Publizistischen Grundsätze wie sie im Pressekodex des Presserat, die die Maßstäbe hinsichtlich der Berichterstattung und des journalistischen Verhaltens festlegen, hinweisen.

 

 

Veröffentlicht unter Diskriminierung, Gesellschaft, HIV im Alltag, HIV und Alter, HIV/AIDS, Inland, International, Leben im Alter, LGBTI Community, Medien, Menschenrechte/Human Rights, Stigma | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Mir doch egal – Alltag im Pflegeheim


Aus dem Alltag des Pflege/Verwaltungspersonal im Pflegeheim

Subjektive Wahrnehmung? – Definitiv
Verallgemeinernd? – Definitv nicht
Interpretierend? – Nicht ausgeschlossen
Vom Standpunkt eines Beobachters aus? – Ja

*

Der Ladezustand der Batterie eines Personenliftes ist fast leer:„Oh die Batterie ist fast leer“

Anstelle die Batterie des Personenliftes in einer Ladestation aufzuladen wird der Liter einfach in das Bad gestellt. „Mir doch egal“ Die nächste PflegePerson die den Lifter benötigt um Bewohner*Innen mittels des Lifters aus dem Bett zu heben, kann diesen Lifter nicht benutzen und muß im Haus nach dem zweiten von 3 Personenliften suchen.
Angeblich kostet ein neuer Lifter € 10.000. Das Internet sagt anderes. „Das glaube ich nicht“ ist die Antwort. (Bewohner*Innen eines Pflegeheimes sind eben grundsätzlich nicht ernst zu nehmen.)

*

„Können wir (von einem anderen Wohnbereich) den Personenlifter haben oder braucht ihr ihn jetzt?“ „Ich bringe ihn Euch auch wieder zurück“.„Wir brauchen ihn im Moment nicht. Du kannst ihn mitnehmen. IdR wird der Lifter nicht zurückgebracht. „Mir doch egal“. In der nächsten Schicht fragt man mich ob ich weiß wo der Lifter ist. Wenn ich mitbekomme wer ihn holt weiß ich es. Ansonsten nicht. Folglich sucht das Personal einen Lifter in den übrigen Wohnbereichen des Hauses.

Statt miteinander arbeitet man gegeneinander. Die Zeit die jedeR des Pflegepersonals auf diese Art und Weise verwendet ist Zeit die dem Pflegepersonal fehlt um sich den Bewohner*Innen zuzuwenden i.e. dem eigentlichen Sinn und Zweck ihrer Arbeit.

*

Ähnliches gilt für Material wie Handtücher, Hygienemittel, Artikel zur Grundpflege etc. Man nimmt den letzten Hygieneartikel, Handtuch aus dem Bad und läßt Gott einen guten Mann sein. Auffüllen kommt in dem Wortschatz von Manchen nicht vor.  „Mir doch egal“. Ganz zu schweigen davon man das in den allmorgendlichen Teambesprechungen solches Verhalten der Kollegen*Innen thematisiert. Einige leben die Haltung „Mir doch egal“, Andere schlucken solches unkollegiale Verhalten.

*

In der Küche wäscht jemand Geschirr ohne Handschuhe mit einem Geschirrtuch. „Könnte ich bitte ein Brötchen haben?“ frage ich. „Ja“ sagte man mir. Sprachs, nahm mit der nassen Hand mit der das Geschirr gewaschen wurde, das Brötchen, steckte es in eine Plastiktüte und reichte mit die Plastiktüte. Da ist mir erst mal nix eingefallen. Das ich mir von einer solchen Person keine Mahlzeiten mehr reichen lasse liegt auf der Hand. Sollte es zu einer Aussprache – Konfrontation kommen ist die Haltung klar: „Es ist nicht wahr“!

*

In einem Pflegeheim zu wohnen heißte das man mit Menschen die den Querschnitt einer Gesellschaft repräsentieren zusammenwohnt bzw aufeinandertrifft. Das gilt für die Pflegekräfte wie für die Bewohner*Innen gleichermaßen.
Für die Bewohner*Innen gilt das man den Einen klarkommt mit Anderen nicht. Der Kontakt beschränkt sich auf in freundliches „Guten Tag“. Der Standard einer Begegnung ist freundlich.
Für das Pflegepersonal gilt neben dem respektvollen Umgang mit den Bewohner*Innen grundsätzlich eine Professionalität die eine spürbare ablehnende Haltung gegenüber demR Bewohner*In ausschließt. Diese „Professionalität“ wird leider nicht von allen Pflegekräften an den Tag gelegt. Der Eine oder die Andere aus dem Pflegeteam ist nicht in der Lage eine ablehnende Haltung gegenüber Bewohner*Innen bei der Arbeit außen vor zu lassen. Dies geht mitunter soweit das sich das in der täglichen Arbeit niederschlägt. Je nach pers „Tagesforn“ werden Routinen in der Grundpflege oberflächlich, mitunter auch grob <-> unachtsam verrichtet. Solch unprofessionelles Verhalten gipfelt dann – weil man sich persönlich angegriffen fühlt – in „moralinsauren“ Sprüchen wie z.b. „Jetzt hab ich ihnen einen heißen Pfefferminztee gebracht und sie trinken ihn nicht solange er heiß ist“.

*

IdR erfolgt der Urinbeutelwechsel bei mir wöchentlich. „Wöchentlich“ heißt nach meinem Verständnis im Rahmen des „Kathederwechsels“. Da dieser während der letzten Monate immer „Nachts“ durch den Arzt eines Bereitschaftsarztes stattgefunden hatte und der jeweilige BereitschaftsArzt*Ärztin immer einen „neuen Urinbeutel nimmt“ erfolgt der Urinbeutelwechsel an dem Tag einer Woche an dem der „nächtlichen Kathederwechsel durch den Bereitschaftsarzt stattgefunden hatte. Kommt er In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, so erfolgt der Urinbeutelwechsel in der nächsten Woche „Donnerstags“.
„Wir wechseln aber immer Montags“. Klar wenn man Geld zum Fenster rauswerfen will.

„Warum sagen Sie nicht das der Urinbeutel gewechselt werden muß?“
Antwort: „Weil es nicht mein Job, die Aufgabe des Bewohners*In ist?“

Aber Wert darauf legen  vom Bewohner*In mit „Schwester“ angeredet zu werden“.
P.S.
Wie spricht man dann eine männliche examinierte Pflegekraft an? Bruder Martin*
Ungläubige Blicke.

Die Genderdiskussion wird in den nächsten Jahren auch in die Pflegeheime Einzug halten. Ungläubige, fragende Blicke wird die mildeste Form der Verwunderung sein.

*

Da ich seit 3 Monaten regelmäßiges Training in Pflegestuhl zwecks Stärkung meiner Muskulatur unter Anleitung von Fachpersonal einer Physiotherapiepraxis betreibe – was Erfolge zeitigt – betreibe bin ich in der Lage nachdem ich täglich mittels eines Personenlifters aus dem Bett in meinen Pflegestuhl gehoben wurde mich selbst zu waschen, rasieren und mich (T-Shirt, Oberhemd) anzukleiden. Sehr oft passiert es das Damen des Reinigungspersonals während ich mich wasche in das Zimmer in dem ich im Pflegeheim Wohnung bezogen habe, ins Bad platzen um es zu reinigen. „Kommen Sie doch bitte in 10 Minuten wieder. Dann bin ich angezogen, verlasse das Zimmer und Sie können in Ruhe das Bad und das Zimmer reinigen. Bis auf 2 Aufnahmen ist es als spreche ich mit einer Wand. „Ich bin alleine. Muß bis XX Uhr auch noch den X Stock reinigen.“ Kein Funken Respekt gegenüber meiner Würde. Ganz zu schweigen davon das sie keiner Argumentation“Wie würden Sie zu Hause reagieren wenn die Reinigungskraft die Sie zum reinigen Ihrer Wohnung ihr Bad reinigen möchten während Sie sich waschen?) zugänglich sind.

Es gibt nicht genügend Reinigungspersonal. Dies ist eine unumstößliche Tatsache.

Verwaltung: „Mir doch egal“. Hauptsache wir schreiben in unserer Bilanz – Gewinn/Verlust schwarze Zahlen.

*

Die Verpflegungspauschale für Nahrungsmittel pro Tag beträgt € 10,03. Nach Abzug der Personalkosten bleibt ca. ein Rest von € 5,40 für Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Abendessen. Was das über die Qualität der Nahrung (TK, Convenience Produkte minderer Qualität etc) betrifft liegt auf der Hand. Fast alle Pflegeheime haben Verpflegungspauschalen zwischen € 12,— und € 16,—.

Verwaltung: „Mir doch egal“. Hauptsache wir schreiben in unserer Bilanz – Gewinn/Verlust Bilanz – schwarze Zahlen.

*

Das Pflegeheim in dem ich wohne ist eines der teuersten Pflegeheime in Frankfurt.

*

Pflegeheime arbeiten Gewinnorientiert. Das zunehmend Pflegeheime zum Zweck der Kapitalanlage/Finanzinvestition verkauft werden ist kein Geheimnis. Pflegeheime inklusive all dessen was dazu gehört wie Catering, Hilfsmittel, Pharmaindustrie ist der Markt der Zukunft mit der größten und sichersten Rendite.

Veröffentlicht unter Abschied, Alter, Gesellschaft, Inland, Leben im Alter, Pflegeheim, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

„Neue Besen kehren gut“ . . .


. . . so sagt der Volksmund

*

Da ich geschlafen hatte, habe ich den üblichen Rundgang des Nachtdienstes verschlafen. Irgendwann später bin ich aufgewacht, klingelte weil ich der Meinung war das mein Urinbeutel geleert werden müßte. Auf Grund meines Klingelns kam er – die neue Pflegehilfskraft – in seiner ersten Nacht hereingestürmt wie ein Panzer. Von 1/2 Schlaftablette die ich zum Einschlafen nehme war ich halbwach. Ohne sich vorzustellen schob er den Nachttisch zur Seite, stellte fest das sich in dem Urinbeutel nur wenig Urin befand und war stinksauer “ Der ist ja leer“ schnaubte er und stürmte wie ne Dampfwalze aus meinem Zimmer. Jetzt war ich hellwach. „Ich hab auch nur zum Spaß geklingelt. Schöne Nacht noch.“ Gab ich ihm auf den Weg.

Am 20. August gegen 5.30 bin ich wach geworden weil ich Durst hatte. Wenn ich schlafe rutsche ich im Bett immer etwas in Richtung Bettende. Ich ware gerade dabei mich zum Kopfanfang des Bettes hochzuziehen als besagter „Neuer Besen“ in mein Zimmer hereinfegte. Mit einem donnnerndem „Guten Morgen“ kam er ans Bett, griff an meine Einlage. Vielleicht glaubte er etwas verloren zu haben und meinte er würde es dort finden was allerdings nicht der Fall war. Er schob den Nachtisch zur Seite stürmte ins Bad um die Schüssel für den Urin zu holen. Weil wenig Urin in dem Beutel war sagte ich „das es sich nicht lohnen würde ihn zu entleeren“. Das hat ihn alles nicht interessiert. Es ist seine Pflicht den Beutel zu entleeren also entleert er ihn. #Basta Und die Bewohner*Innen – in dem Fall ich den er weil ich wach war „nur um etwas zu trinken“ mit einem donnerndem Guten Morgen zu beglücken.

Ich bat ihn den Nachttisch wieder so hinzustellen – Rückenlage und aus eigener Kraft nicht mobil“ sodas ich ihn erreiche. Im Grunde genommen den Nachttisch wieder so hinzustellen wie er stand als er mein Zimmer betrat. Alles was es dazu benötigt ist etwas das man gemeinhin als „Wahrnehmung“ bezeichnet. Doch anstelle der Wahrnehmung lief bei ihm das 0815 Programm ab. Einer lärmenden schnaubenden Dampfwalze aus der Zeit von 1873 knallte er mir mit einem Spruch „Dann machen sie´s doch selber“ den Nachttisch ans Bett und verließ wütend mein Zimmer.

Er gehört zu der Gattung Pflegehilfskräfte die meinen das alle Bewohner*Innen eines Pflegeheimes #GAGA sind. Vor allen Dingen müßte man Ihnen Dankbar sein das es Menschen wie ihn gibt. Menschen die andere Menschen – Bewohner*Innen eines #Pflegeheim von oben herab behandelten. So als wären wir „die Bewohner*Innen eines Pflegeheim“ „Menschen 2er Klasse“.

„Neue Besen kehren gut“ so sagt man. Die Stadt sucht immer wieder ungehobelte grobschlächtige, unsensible Grobmotoriker mit einem Defizit an Empathie zum säubern der Strassen und Bürgersteige (Damit möchte ich nicht die Arbeit des Personals der städtischen Reinigungskräfte herabwürdigen. Im Gegenteil. Es spiegelt – das gebe ich gerne zu – den Inhalt einer Schublade von mir wieder).  Zudem ist die Bezahlung besser als der Nachtdienst in einem #Pflegeheim.

*

In der Nacht gab es ein interessantes Gespräch.

Tenor: Es steht Aussage gegen Aussage.
Eine der üblichen Formulierungen wenn ein Unbeteiligter*E per se Partei von vorn herein Partei (weil sie z.b. der Vorgesetzt ist) für eine Person ergreift. Man selbst hat dann keine Chance. Beliebtes Muster vor Gericht im Kontext zwischen Instituitionen z.b. Polizei und Einzelpersonen.

Tenor: Ich habe gelernt das man das so und so macht . . .

Es ist diese Haltung die zum Ausdruck bringt das „alle“ Bewohneriner*Innen per se auf Hilfe angewiesen sind. Den Bewohner*Innen wird von vornherein unterstellt das sie in jedem Bereich ihres Alltages hilflos somit auf Hilfe angewiesen sind. Eine Differenzierung ist von vornherein ausgeschlossen. Auf die Idee das Bewohner*Innen möglicherweise in bestimmten Aspekten ihres Alltages „Selbstständig“ in Denken und Handeln sind kommt man nicht. Ganz zu schweigen von Würde im Zusammenhang mit Selbständig sein. „Bewohner*Innen sind hilflos und auf uns „Pfleger*Innen angewiesen.

*

Was mir immer wieder begegnet ist eine Haltung von Einigen des Pflegepersonals gegenüber Bewohneriner*Innen und auch ihren Kollegen*Innen die ich erschreckend finde weil sie ein Mangel an Würde und Respekt offenbart. Ich schwanke an deren Haltung zwischen „Besser Wisser“ oder schlicht und einfach „Überheblichkeit in Person“.

Da ich aus eigene Kraft nicht aufstehen kann werde ich mittels eines Lifters aus dem Bett -> in den Rollstuhl und zurück „geliftet“. Da ich täglich einige Stunden im Rollstuhl verbringe steht der Lifter bei mir im Bad. Hier im Pflegeheim gibt es 5 Wohnbereiche = 5 Etagen. Leider gibt im gesamten Pflegeheim nur 2 – in Worten „Zwei“ – dieser Lifter. Und das obwohl es a) viele Bewohner*Innen gibt die auf ihn angewiesen sind und b) besagte Personenlifter nicht die Welt kosten. Um die € 1.400 – 1.500.

Pfleger eines anderen Wohnbereiches:
Guten Morgen. Wir benötigen Ihren Lifter.
Kein Problem. Sind Sie bitte nur so nett und bringen ihn wieder zurück. Ich – wir benötigen ihn später.
Klar mach ich.

Natürlich hat er ihn nicht zurückgebracht. Nur Wenige bringen ihn tatsächlich zurück. Da ich wußte auf in welchem Wohnbereich er arbeitet bin ich einige Stunden später in diesen Wohnbereich gefahren. Als er mich sah hat er eine Bewohnerin auf ihr Zimmer begleitet . . . über einen Ausgang wo er nicht an mir vorbei mußte. Nach 10 Minuten – es war Ende der Übergabe kam er mir in Freizeitkleidung entgegen.

Hey sagte ich freundlich grinsend zu Ihm. In diesem Dress Style können Sie den Lifter auch zu unsmir auf den Wohnbereich bringen.
Ich hab jetzt Feierabend, sagte er.
Macht mir nix aus sagte ich.
Mir doch egal. Sprachs und ging in den „Feierabend“.

Ihn werde morgen mal fragen ob er sich dessen bewußt ist das er mit seinem Verhalten seinen Kollegen*In vor die Füße kotzt. Als ich ihn anderntags darauf angesprochen habe, blies er als Reaktion seine Backen auf.

Zum einen bringt dies eine Haltung zum Ausdruck das ihm Bewohner*Innen im Grunde genommen egal sind. Zum anderen – und das schnallt die Blitzbirne nicht – rennt er und seine Kollegen*Innen wenn er einen Lifter benötigt durch alle Wohnbereiche weil derdie Anderen nicht wissen wo ein Lifter ist wenn er nicht bei mir im Bad ist. D.h. er wie auch seine Kollegen*Innen machen sich gegenseitig das Leben schwer. Insbesonders da keineR demder Anderen bescheid sagt wo er ist. Ergebnis: JedeR hat n Hals.

Ähnliches gilt für den Akku. Wenn der Akku eines Lifters fast leer ist dann wird der Akku nicht in eine Ladestation (auf jedem Wohnbereich) angeschlossen sondern man nimmt sich einen anderen Lifter dessen Akku voll ist.

Statt Miteinander arbeitet man Gegeneinander. JedeR hat Hals ist jedoch unfähig oder nicht willens die Ursachen zu ändern.

*

Ich befürchte das die Qualität der zukünftigen Pflegehilfskräfte von erheblichen Defiziten geprägt sein wird. Dies betrifft die Haltung gegenüber Menschen die auf Hilfe von Pflegekräften angewiesen sein werden wie auch was das Thema Empathie betrifft.

* * * * *

Weitere/ähnliche Beiträge zu diesem Thema

Veröffentlicht unter Allgemeines, Alter, Diskriminierung, Gesellschaft, Inland, Leben im Alter, Menschenrechte/Human Rights, Pflegeheim, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Warten auf Godot 2.0 – Pflegeheim 2017


Warten auf Godot

Über das Schauspiel „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett das in der Spielzeit  2015/2016 vom Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus aufgeführt wurde heißt es unter anderem im Programmheft:

Eine Straße, ein Baum. Schon lange stehen Wladimir und Estragon hier und warten. Warten auf Godot. Von dem niemand weiß, wer er ist. Oder ob er jemals kommt. Doch eigentlich tut das nichts zur Sache. Denn längst ist die Zeit stehen geblieben. Zur Sache tut nur eins: Was um alles in der Welt unternehmen Wladimir und Estragon, um sich die Zeit zu vertreiben? Quelle: Programmheft „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

*

Fazit nach 1 Jahr Aufenthalt in dem Pflegeheim meiner Wahl: Auf Grund meiner gegenwärtigen Gemütsverfassung wird dieses Fazit sehr subjektiv ausfallen.

Zwischenspiel

Über Spielereien, Clownereien, Amüsement und Ablenkung oder „Wie war das, damals, als ich noch in meiner Wohnung lebte . . . ?“

Ich stand mit den Jahreszeiten auf, erledigte meine Morgentoilette, kochte mir eine Tasse Kaffe und genoß sie am PC. Diese Zeit, dieses „in den Tag heineinkommen“ Procedere war mir wichtig. „Ungestört in den Tag hineinzukommen“

2 mal wöchentlich kam ein ambulanter Pflegedienst zu mir nach Hause. Die „Aufrechterhaltung sozialer Kontakte“ Kommunikation mit den betreffenden Personen des ambulanten Pflegedienste war ein Aspekt neben der Tätigkeit der vertraglich festgelegten Arbeiten. Pro Woche waren dies je 2 Std zum gründlichen säubern – Boden und Kacheln im Bad naß feudeln und Staub auf Schränken in meiner Wohnung i.e. an den Stellen die ich nicht erreichte wischen sowie 2 Std für den wöchentlichen Einkauf.

Danach habe ich mir mein Mittagessen zubereitet i.e. geschnibbelt, gemischt, gekocht. Anschließend erfolgte wie es sich für einen allein lebenden Mann geziemt der Abwasch von Topf, Pfanne, Gerätschaften und Teller.

Zufrieden und von einer leichten Müdigkeit umwoben legte ich mich dann für 1 oder 2 Stunden auf`s. Ohr. Langeweile oder das Gefühl etwas tun zu müssen – wollen kam nie auf.

Wäsche waschen (Waschmaschine anstellen) aufhängen, Wäsche in den Wäscheschrank einräumen, die Küchenspüle sowie den Herd säubern, dies war mir der ich während der letzten 2 Jahre in meiner Wohnung schon im Rollstuhl saß möglich. Insofern war mein Alltag „strukturiert“.

Allerdings will ich nicht mir selbst gegenüber ungerecht sein. Zeit mit Freunden zu verbringen „in Kontakt zu ihnen zu sein“, eine Schale Matcha zubereiten, Nahrung für ein Essen zubereiten, fotografieren, dies hat mich mit einer inneren Zufriedenheit im Sinne von „in Balance mit mir selbst sein“ ausgefüllt.

Und hier? Im Pflegeheim?

*

Alltag 2017

Im Eingangsbereich hängen neben zahlreichen „Qualitäts Zertifizierungen div Organisationen“ Bewohner*Innenverzeichnisse je nach Wohnbereich. In dem Wohnbereich in dem ich wohne gibt es insgesamt 34 Bewohner*Innen mich eingeschlossen. Pflegepersonal: 13
Auf dem Wohnbereich in dem meine Mutter lebt, wohnen 37 Bewohner*Innen. Pflegepersonal: 17
Das Fenster des Medikamentenraumes ist seit 8 Monaten mit 12 Fotos der Geburtstagsfeier – große Tafel mit div Speisen – der Wohnbereichsleiterin mit dem auf dem Wohnbereich arbeitenden Pfleger*Innen und Pflegekräfte gepflastert.

Eine Lesart: Schaut her – Sind wir nicht ein tolles Team?
Eine Andere: Wir – das Team steht an erster Stelle. Die Bewohner*Innen sind zweitrangig.

Unterstrichen wird diese Aussage durch den folgenden Sachverhalt: Das Pflegeheim ist in 5 Wohnbereiche = Etagen aufgeteilt. 4 der 5 Wohnbereiche war mit österlichen Motiven i.e. Zweigen an denen ausgeblasene, bunt bemalte Eierschalen sowie „Osterhasen“ geschmückt. Die meisten Bewohner*Innen die dement sind haben nicht nur solche Traditionen verinnerlicht; sie finden durch diese „traditionelle Volkskunst“ aus ihrer „Welt der Demenz heraus und leben – je nach dem – für einen bestimmten Zeitraum in der Gegenwart. Sie nehmen am Alltag teil. Erinnern sich bewußt an einen Teil ihres früheren Lebens. Auf meine Frage warum der Wohnbereich in dem ich wohne nicht geschmückt ist antwortete man mir: „Es ist nicht unsere Aufgabe – die Aufgabe des Pflegeteams – den Wohnbereich zu schmücken“.

*

Die soziale Kälte ist spürbar, fast greifbar. Erdrückend. Emotionale Nähe die durch eine Kommunikation auf Augenhöhe entstehen, ja möglicherweise wachsen kann ist nicht möglich. Gewollt? Ich neige dazu dies mit einem „Ja“ zu beantworten. Zwangsläufig ergeben sich Spannungen die sofern man sie nicht herunterschluckt sich dann in einer „Konfrontation“ entladen. Natürlich gilt dies nicht für alle Bewohner*Innen des Pflegeheimes. Ca 2/3 der Bewohner*Innen sind dement. Der Grad der Demenz ist, soweit ich das als Laie in der Lage bin zu beurteilen, höchst unterschiedlich. Sie ist wie ich persönlich immer wieder erfahre auch von der Häufigkeit der die Bewohner*Innen besuchenden Freunde bzw Familienangehörige abhängig. Nicht zwangsläufig. Doch der soziale Kontakt hat einen immensen Einfluß – Wirkung auf das Wohlbefinden vieler Bewohner*Innen die an einer Demenz leiden. Ich erlebe es nicht nur mit meiner Mutter sondern mit vielen Bewohner*Innen wenn diese von Familienangehörigen besucht werden. Gemessen an der Zahl der Bewohner*Innen in dem Wohnbereich in dem ich auch lebe sind es nur Wenige. Wenn ich oder eine Freundin meine Mutter in ihrem Wohnbereich besucht, dann ist sie sehr oft „in der Gegenwart“ präsent. Auch wenn sie schweigt nimmt Sie ihre Umgebung wahr, nimmt teil am Leben.
Ein anderer Aspekt ist der Personalschlüssel. In der Frühschicht von 6.00 – 14.00 arbeiten max 6 Pflegekräfte, in der Spätschicht 3 Pflegekräfte. Dem organisatorischen Aspekt wie Pflegen, Nahrung austeilen im Speisesaal und den Zimmer der jeweiligen Bewohner*Innen, die Versorgung mit Medikamente etc ist schon ein Wunder. Gleichzeitig muß jedes Team die entsprechenden Anforderungen der „div Qualitätssiegel“ grecht werden i.e. dokumentieren was einen immensen Zeitaufwand beansprucht. Dazu kommt noch die übrige Dokumentation im Kontext der aktuellen Geschehnisse der Bewohner*Innen im Alltag.  Allein damit ist eine Pflegekraft in jeder Schicht beschäftigt. Für Kommunikation mit den Bewohner*Innen ist weder Raum noch das Personal vorhanden. Versorgung von Grundbedürfnissen und Verwaltung der Bewohner*Innen. Das ist der Alltag. Total Versagen der Gesellschaft <-> der Politik.

Das wirft mich wieder auf mich selbst zurück. Die Kommunikation mit Freunden Off und Online sind ein „wider Erwarten“ positiver Aspekt. Der Kontakt zu alten Freunden ist nach wie vor ungebrochen. Da meine Freunde über ganz Deutschland und der Schweiz verstreut wohnen findet die Kommunikation über die sozialen Netzwerke bzw auf telekommunikativem Weg statt.

Eine Frage die sich mir stellt, die immer mal mehr, mal weniger vorhanden war  ist „Habe ich nicht schon immer auf etwas gewartet? War es nicht immer so das mein Dasein von der Ambivalenz  von „Sinnlosigkeit <-> Sinnhaftigkeit“ geprägt war? Das Gefühl der inneren Leere ist seit Langem kein fremdes Gefühl für mich. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit wechselten sich ab. Zeiten die mit „Spielereien, und Absurditäten angefüllt waren wechselten sich mit einem verstärkten Gefühl der innere Leere ab. Heute – ohne Struktur und gewohnten Alltagsspielereien- und absurditäten wird mein Dasein – mit Hoffnungslosigkeit überschwemmt. Die gegenwärtigen Spielereien, Absurditäten und die Unzulänglichkeiten, das distanzierte Verhalten des Pflegepersonals verstärken diese innere Leere sodaß ich der Wahrnehmung der „inneren Leere“ nicht entkommen kann, ihr ausgeliefert bin. Den Alltag im Pflegeheim ist mehr von Sinnentfremdung als Spielerei und Absurdität zu sehen. Selbst im Gefängnis war das Verhalten der Wärter was dem Verhalten des Pflegepersonals entspricht weit von „Spielerei, Absurdität und Clownerei entfernt. Ich wurde damals wie heute verwahrt. Damals wie heute bin ich auf mich zurückgeworfen.

Der Alltag im Pflegeheim ähnelt der durch den Krieg heraufbeschworenen Endzeitstimmungen wie sie Beckett zum Ausdruck bringt. Man kann es durchaus mit dem Gefühl eines nicht enden wollenden Zwischenzustands vergleichen. Insofern sehe ich mich mit vielen Bewohner*Innen auf der gleichen Stufe. Der Ausgang ist gewiß, die Dauer dieses Zustandes ist ungewiß. Eine Ungewißheit die gefühlt ewig anzudauern scheint.

„En attendant Godot“ – der Titel des französischen Originals – trifft den Nagel auf den Kopf: Das was während des Wartens auf Godot passiert – nicht davon, wofür sich das Warten lohnt; davon, wie man sich die Zeit vertreiben kann, mit allerlei Spielereien und Clownerien, Spuren eines längst untergegangenen Varieté und Zirkus, dessen ausrangierte Nummern Wladimir und Estragon zu letztem Amüsement und Ablenkung dienen – nicht davon, wie omnipräsent die alles verschluckende innere Leere werden kann, wenn jeder Antrieb, jedes Ziel verloren gegangen ist. Quelle: Programmheft „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

*

Ihre Vermählunge geben bekannt: Frau Antriebslos und Herr Mutlos

9 Monate später gab das Ehepaar Antriebs-Mutlos die Geburt ihres Kindes „Hoffnungslos“ bekannt.

*

„Warten auf Godot 2.0.“

* * * * *

Weitere/ähnliche Beiträge zu diesem Thema

 

Veröffentlicht unter Abschied, Alter, Gesellschaft, Gesundheit, Inland, Leben im Alter, Menschenrechte/Human Rights, Pflegeheim, Politik, Stigma | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Diary of „Challenges Ahead“ – Tagebuch „Die vor uns liegenden Herausforderungen annehmen“


Am 8. November 2016 ist in den USA Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Am 20. Januar 2017 wird er in das Amt eingeführt.

Für viele Menschen aus der LGBTI Community in den USA ist dies ein Worst Case Scenario. Die New York Times schreibt in einem Artikel vom 10. November 2016. “ Trump Victory Alarms Gay and Transgender Groups „.

Ed Wolf der seit 1983 in vielen Bereichen von HIV/AIDS tätig war und ist, Ed ist einer der Interviewpartner die in dem Dokumentarfilm “ We Were Here “ von David Weissmann mitwirkten und befragt wurden, teilt täglich auf seiner Facebook Seite in narrativer Form, seine persönlichen Gedanken und Erfahrungen, seine Ängste und Hoffnungen im Kontext zu der Wahl von Donald Trump 45. Präsident der USA, wie den „Challenges Ahead – den vor uns liegenden Herausforderungen“ zu begegnen sei.

Mit seiner freundlichen Genehmigung darf bzw werde ich seine täglichen „Gedanken“ in diesem Artikel übernehmen. Das Copyright der in den Texten erscheinenden Fotografien liegt bei © Ed Wolf. Der Artikel ist von der Creative Commons 3.0 BY-NC-ND) ausgenommen.

*  *  *

Day 1 – 8. November 2016

I can’t tell if this night is killing me or making me stronger.

„We could never learn to be brave and patient if there were only joy in the world. „Helen Keller

We’ve been through dark nights of the soul. We’ve experienced painful realities that shattered our illusions. We’ve all lost. We know what it feels like to be afraid and disappointed and angry. We also know what it’s like to take deep breaths, to comfort each other, to get some rest and wake up tomorrow knowing we will find ways to move forward.


15025681_10209185406444627_5817530205390717187_o

Day 3 – Finding this helpful today, by Norman Fischer of the Everyday Zen Foundation

I usually don’t completely believe what I think, so when Trump won the election I was, like everyone else, surprised, but not that surprised. Bodhisattvas are committed to their practice, which means to sit, to get up, and to sweep the garden — the whole world, close in and far away — every day, no matter what. They have always done this, they always will. Good times, bad times, they keep on going just the same. Bodhisattvas play the long game. They have confidence in the power of goodness over time. And they know that dark times bring out the heroic in us.

For those older among us who hold liberal and progressive political views, lets not forget we survived Nixon, Reagan, and Bush. It wasn’t pleasant but we survived. We will survive Trump. This is not to say that the policies of those presidents weren’t bad, and that they did not make any lasting impact. They were and they did. Still, we survived. We will survive Trump. As of today, we don’t really know what will happen under Trump because nothing he has said so far means much. He seems not to have much commitment to his own words.

We have been fortunate to have had eight years with a decent, intelligent, thoughtful and caring human being in the White House. This is more than we would have expected. Lets not forget that the same people who elected Obama elected Trump.

It’s OK to freak out, grieve, and vent for a while. Holds each others’ hands. Then we can get back to work, as always, for the good.

Day 4: Can’t hold no more.

Woke up with revulsion for any images of the Donald and the 10s of millions who didn’t vote. Made coffee and phone calls. So much focus and energy going outwards, so much discouragement coming in. No right way to do this, no wrong. Need to take action and feel inspired again. Here’s what some of you are doing:
1. Sending personal thank you notes to Barack, Michelle, Bernie, Hillary and Elizabeth. (Addresses below.)
2. Having a contact list of all the non-Trump senators nearby and calling them: http://www.senate.gov/senators/contact/
3. Joining the ACLU; we need them now more than ever: https://action.aclu.org/…/our-civil-liberties-are-under-att…
4. Signing the Electoral College petition to vote for Hillary:
http://www.vox.com/…/electoral-college-petition-clinton-tru…
5. Circling with friends.
6. Figuring out how to approach Trump supporters in strategic ways.

— Michelle and Barack Obama, The White House, 1600 Pennsylvania Avenue NW, Washington DC 20500
— Office of Hillary Rodham Clinton, 120 West 45th Street, Suite 2700, New York, NY 10036.
— Bernie Sanders, 1 Church St, 3rd Floor; Burlington, VT 05401
— Elizabeth Warren: 2400 JFK Federal Building, 15 New Sudbury Street, Boston, MA 02203

15016304_10209206518732421_1903638868654414836_o
Day 5
, still alive.

Experience is what we get when we don’t get what we want.

15110298_10209217387724139_598199959684349714_o
Day 6
: A Blessing from Buzz Bense . . .

As many of you know, Buzz has been ill for quite a while now. Community activist, sex positive warrior, advocate for the erotic in public spaces, gentle heart . . . he sends us this blessing:

Three Minute Blessing: A Prayer for Those Who Feel Shunned

I have walked down the street feeling invisible.
I know you have too.
I have felt inadequate and ignored.

I can see it in your eyes.
The meat market is hard —
But if I can bless you and you can allow the forces of love
and the universe to come in,
you’ll find yourself sitting in a circle
being inspired and inspiring other people.

And know that this is where you belong.

Day 7. Responding to hate.

I met a young gay man on the AIDS Unit at San Francisco General when I worked there in the 80s. He had just been diagnosed with KS lesions in his lungs and was told he had a short time to live. The medical team contacted his parents, who lived far away, and they came immediately. During a five-minute meeting with the doctor they found out their son was dying and also that he was gay. When I met the father he told me it was harder for him to find out his son was a fag than to hear that he would be dead soon. It took almost 3 weeks for their son to die; every day his parents watched as the nurses (primarily lesbians and gay men, some with AIDS themselves) continued to care for him, clean him, and lessen his pain as much as possible. I was there the morning he died. When the father stepped out of the room and saw me, he hugged me and cried and cried and cried. He was as tall as me and his grief was so vast; I remember thinking we were both going to fall down; he kept saying his boy was gone. The next day the parents returned to say good-bye. They thanked everyone for their love and care of their son. The mom took me aside and said she was going to miss me; she said, smiling, that she and her husband had talked and wished they could adopt me and bring me home with them. I kept in touch with them for a while; they started a support group for Parents of People with AIDS in their community.

Day 8. White water

“He will never be my president, we have to give him a chance, I can’t tolerate racists and homophobes, we have to engage with them, you should wear a safety pin on your pocket, take that safety pin off – what were you thinking, it’s the end of the world, it’s the beginning of the next chapter, I can’t bear to see his face or hear his voice, we have to listen and pay attention more than ever, I’m moving to Canada, now we need you more than ever.”

I was once in a raft that flipped over in a dangerous section of the Merced River outside Yosemite. There were 8 of us. Several clung to a rock until they were saved; others were helped into nearby rafts; some had safety lines tossed to them and were pulled to shore. I couldn’t get to a rock or into another raft and the safety lines couldn’t reach me; I was on my way into Quarter Mile Rapid with only a paddle. I was freezing, panicked and afraid, but I remembered what our guide had told us earlier: If you get tossed out, go with the current, your feet downstream, and use your paddle to steer. Keep your head above the white water and don’t struggle against the river; you will exhaust yourself and not be ready to swim ashore when the current slows down.

Day 9. Looking for a sign . . .

15123095_10209247448915650_7353299969414479101_o
Day 10.
What to eat when you’re still nauseous . . .

15037220_10209255399794417_2992408778089230407_n

Day 11. Paradox is the only basket large enough to carry truth.

My car got broken into recently and I lost my un-backed up computer. One of the most painful losses was all my photos, gone forever. I made a final phone call to Apple just now for assistance and met Lynne from Fresno. I told her my break-in story and she was, miraculously, able to access my stolen computer from afar and started transferring all my photos to my new lap top. While we waited for this download to finish I found out she voted for Trump. She said if Hillary had won, she would’ve been terribly disappointed, but had decided to withhold judgement for the first 100 days and she hoped I would give Donald that courtesy. I shared my concerns about his recent nominations and what they portend. She said the thing about narrow minded people is that they exist in both parties, which made me angry, even as I watched her returning 1000s of treasured photos to me.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter A Day in the Life, Abschied, Gesellschaft, HIV/AIDS, Homosexualität, International, Lesben/Schwule/Transgender, LGBTI Community, Menschenrechte/Human Rights, Politik, Prävention/Aufklärung, Rassismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen