Die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen


Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf haben selbstverständlich die gleichen Rechte, wie alle anderen Menschen auch. Wie sich diese Rechte aber im Alltag hilfe- und pflegebedürftiger Menschen widerspiegeln sollen, das fasst die deutsche Pflege-Charta zusammen. Sie ist von Vertreterinnen und Vertretern aus allen Bereichen der Pflege und der Selbsthilfe erarbeitet worden

Dazu Claus Fussek:

Die Politik in Deutschland (Weltmeister in der Gründung von Expertenkommissionen) hat kein Problem mit der „Erkenntnis von Notwendigkeiten“ sondern mit der Umsetzung im Alltag.

Interressant finde ich eine der 3 Fragen und die Antworten.

1. Warum kommt es in der Pflege zum kollektiven Schweigen?

Aus meiner pers Sicht und Erfahrung möcht ich ergänzend hinzufügen: Pflegepersonal und Bewohner in Pflegeheimen, Patienten in Krankenhäuser sind auf Grund jahrelanger personellen Kürzungen <-> Gewinnmaximierung (kurzfristiges Denken – keine Nachhaltigkeit weil Kostensparend #Schwachsinnhoch10) gehören der gleichen Gruppe an.
Weniger Personal bei zunehmendem Arbeitsaufwand was zu erhöhtem Streß beim Personal führt sowie normierte Pflege, Standardroutinen, Lustlosigkeit in der „Arbeit“ im Alltag mit den zu Pflegenden führt. Dazu kommt die geringe Entlohnung sowie des miserablen gesellschaftlichen Status des „Pflegeberufes“. Insofern Pflegepersonal wie zu Pflegende Menschen sind „Opfer einer desaströsen Gesundheits- und Pflegesituation. Statt sich dessen bewußt zu sein und zusammen zu halten (Wir – beide sind „Opfer“ ) treten nicht selten „Die Schwachen noch Schwächere“.

Eina anderer Punkt dürften „Ängste“ bei zu Pflegenden sein. Wenn man mal einemR PflegerIn sagt das man nicht mit der Art und Weise wie man „gepflegt, gesäubert, behandelt wird, so wird dies ignoriert bzw man bekommt Antworten wie „Es interressiert mich nicht was sie wissen, wie sie etwas empfinden etc pp“. In der Folge kann es schon mal vorkommen das ein „Läuten überhört“ wird oder die Nachtwache den zu Pflegenden auf ihrer Runde vergißt“. Aus Angst vor „Retourkutschen“ wird was menschlich ist geschwiegen und geschluckt.

Wie „krank“ unser Gesundheitssystem ist ergibt sich an Hand der „standartisierten, normierten Vorgaben“ aus dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz. Die Grundpflege – Körperpflege die je nach Bundesländer und Heimvertrag varriieren können richten sich dann noch nach a) der jeweiligen Pflegestufe und last but not least b) nach dem Personalstand.
Grundsätzlich gilt was die Pflege von pflegebedürftigen Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen betrifft ähnliches wie nach der Frage von öffentlichen Verkehrsmittel in Ländern 4. Welt: „Ja haben wir, glaube ich.“

Das Pflegegesetz wie auch das Wohn und Betreuungsgesetz muß von ausgesprochenen Fachidioten mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt und mangelnderm Realitätsnähe – bewußtsein entwickelt worden sein.

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Achtung Neuland!

Bitte tief durchatmen und vor allen Dingen das Fläschchen mit Riechsalz bereithalten

Charta der Rechte pflege- und hilfebedürftiger Menschen

Artikel 1: Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe sowie auf Unterstützung, um ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges Leben führen zu können.

Artikel 2: Körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, vor
Gefahren für Leib und Seele geschützt zu werden.

Artikel 3: Privatheit

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wahrung und Schutz seiner Privat- und Intimsphäre.

Artikel 4: Pflege, Betreuung und Behandlung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an
seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung.

Artikel 5: Information, Beratung und Aufklärung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf umfassende Informationen über Möglichkeiten und Angebote der Beratung, der Hilfe, der Pflege sowie der Behandlung.

Artikel 6: Kommunikation, Wertschätzung und Teilhabe an der Gesellschaft

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wertschätzung, Austausch mit anderen Menschen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Artikel 7: Religion, Kultur und Weltanschauung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, seiner Kultur und Weltanschauung entsprechend zu leben und seine Religion auszuüben.

Artikel 8: Palliative Begleitung, Sterben und Tod

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben.

Ausführliches und Erklärungen finden sich hier.

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Postskriptum

Ließt man sich die Kommentierungen zu den Artikel 1 – 8 der Charta durch so wird man feststellen das es eich inhaltlich u.a. um Situationen, Wünsche <-> Verfügungen handelt die nicht bindend jedoch da sie ähnlich den Verfügungen in Patientenverfügungen bzw. einer Betreuung von Amtswegen, gleichen. Bzgl der Umsetzung, Gewährleistung der pers. wie amtlichen Aufgaben, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies nicht zulassen. D.h. ohne das entsprechende Personal und ggf Räumlichkeiten ist die Charta das Papier nicht wert auf die sie gedruckt ist.

Die Charta wurde vom Bundesministerium für „Familie“, Senioren, Frauen, Jugend sowie dem Bundesministerium für Gesundheit oder einer „Expertenkommission“ erarbeitet.

Welche Haltung, welches Verständnis von „Familie“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorherrscht bzw durch die Charta zum Ausdruck gebracht wird, darüber kann man sich nur an den Kopf greifen.

In einem Alten – Pflegeheim zu wohnen kommt der gesellschaftspolitischen Auffassung von einer offenen Straf – Vollzugsanstalt gleich. Verwahrung und Versorgung mit dem Notwendigsten. Mehr nicht. „Die da oben – wir (die BewohnerInnen eines Pflegeheimes sind „Arbeitgeber“ des Personal !!!) da unten.

Viele BewohnerInnen werden xx Jahre in einem Heim – bis zu ihrem Ableben – leben, wohnen. Zusammenleben in einem „Familien ähnlichen“ Verbund, diesem Aspekt wurde in keinster Weise Beachtung geschenkt. das „Zusammenleben“ ist geprägt von Distanz bzw notgedrungener „Anforderungen an den Arbeitsplatz einesR PflegerIn.

Von Ausnahmen abgesehen ist Nähe unerwünscht noch vorhanden.

Jeder Begegnung von zwei Menschen wohnt eine Beziehung inne. Leben Menschen in einer familienähnlichen Situation – Konstellation zusammen so ist für ein menschenwürdiges Miteinander das von Respekt, Würde und Annahme geprägt sein muß das Wachsen einer Beziehung unabdingbar. Jeder BewohnerIn in einem Altenpflegeheim wie Pflegeteam will sich „wohl – und geborgen fühlen“.

Leider ist dieser Gedanke dem „Pflege wie sonstigem Personal“ so fern wie die „Sombrero Galaxy „- 30 Mio Lichtjahre.

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Wird wie üblich „upgedatet“.

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Alltag in Deutschlands Pflegeheimen ? Update


Chronik der laufenden Ereignisse . .

Der Beruf eines PflegersIn, bewegt sich in einem Spannungsfeld, dessen Grat i.e. „Körperverletzung <-> unterlassener Hilfeleistung“ sehr oft schmaler als die Klinge eines japanischen Küchenmessers ist.

Sich dessen bewußt zu sein, über diese Fähigkeit verfügen nur Wenige aus den pflegenden Berufen.

Da muß dann schon mal Einer ne Ziggi rauchen bevor er jemand der gewindelt ist den Hintern abzuputzt bzw ihn zu säubern. Andere wiederum machen sich gar nicht erst die Mühe der Situation eines Bewohners gerecht zu werden. Den individuellen „Hilfe-Bedürfnissen“ einerS jedenR BewohnersIn muß entsprechend Rechnung getragen werden. Das dies innerhalb eines organisatorischen Ablaufes unter Berücksichtigung der jeweiligen Personalsituation gemanaged werden muß ist nicht einfach. Das steht außer Frage, weiß man wenn man sich mit dem Thema „In Würde altern . . . . in einem Pflegeheim“ auseinandersetzt.

Dennoch gibt es Situationen die Priorität haben. Wenn  man 24/7 im Bett liegt, also nicht mobil ist, dann funktioniert die Verdauung nicht wie wenn man „in Bewegung“ ist. Der Stuhlgang <-> Verdauung funktioniert dann eben nicht nach dem Toilettenbenutzungsplan a la „Sheldon Cooper„. Ein absolutes NoGo seitens des Pflegepersonal ist es trotz der „Bitte“ gesäubert zu werden weil in 1 Std ein Physiotherapeut kommt, dieser Bitte nicht nachzukommen. Was bleibt einem in einem solchen Fall anderes übrig, als diesen Termin kurzfristig abzusagen. Das man dann diesen kurzfristig abgesagten „ausgefallenen Termin“ aus eigener Tasche zu bezahlen hat ist Usus.

Prekär wird es dann wenn ein BewohnerIn „klar im Kopf, wach ist“

In solch einem Fall steht das Wohl des BewohnersIn an erster Stelle. Dieses Wohl umzusetzen ist die Pflicht bzw Recht eines BewohnersIn bzw Betreuers – für das eigene Wohlergehen wie auch im Kontext einer gesundheits-gesellschaftspolitischen Veränderung – auch bzw eines jeden BewohnersIn eines Pflegeheimes.
Im übrigen sind beide Pflegepersonal wie PflegeheimBewohnerIn „Opfer einer katastrophalen Gesundheitspolitik – Pflegesituation. Anstelle eins Miteinanders herrscht oftmals ein Gegeneinander vor. ‪#‎comewhatmay‬ #Eiszeit

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Wenn mangels Pflegepersonal selbige nicht in der Lage sind BewohnerInnen mit einer „Weglauftendenz“ gerecht zu werden und die einzige Lösung darin liegt, das mein Zimmer in dem ich 24/7 Std im Bett liege „abgeschloßen“ wird (um so zu verhindern das demente BewohnerInnen in mein Zimmer kommen können – ich kann sie ja nicht aus meinem Zimmer begleiten „weil ich 24/7 Std im Bett liege“) so erfüllt dies nicht nur den Tatbestand der Freiheitsberaubung – was mich betrifft – sondern heißt das in einem solchen Heim etwas völlig aus dem Ruder läuft.

So geschen am xyz des Monat als eine Pflegerin mit einer Ärztin „Wer hat den ihr Zimmer abgeschlossen“ zur Visite in mein Zimmer kam.

Die beweglichen Seitenteile eines Krankenbettes dürfen ohne richterliche Anordnung – Genehmigung eines Amtsgerichtes/Betreuungsabt – nicht hochgestellt werden.
Tatbestand: Freiheitsberaubung

Türen einer Demenzabteilung nach außen müssen unverschlossen bleiben.

Demenz > Freiheitsentziehende Maßnahmen

Manchmal frage ich mich was Pflegehilfskräfte in ihrer 1 jährigen „Ausbildung“ lernen. Viel ist es nicht.

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Auf Grund der Polyneuropathie in meinem rechten Bein und des Muskelschwundes in beiden Beinen ist es mir nicht mehr möglich mein rechtes Bein selbstständig anzuwinkeln. Mit meinem linken Bein ist es mir noch bedingt möglich. Wenn jemand aus dem Pflegeteam mein rechtes Bein „anwinkelt“ und hält . . . mit dieser Art der Unterstützung kann ich mich mit weiterer Hilfe zur Seite drehen.

Seit 1 Jahr bin ich nicht mehr in der Lage mein rechtes Bein selbstständig aufzustellen <-> Polyneuropathie und Muskelschwund.  kann, Seitdem dem 26. Februar 2016 habe ich es während div Krankenhausaufenthalte sowie in den 2 Pflegeheimen in denen ich meine Kurzzeit- und Verhinderungspflege verbrachte immer wieder kommuniziert.

Diesen Sachverhalt i.e. das ich aus bestimmten Gründen Hilfe benötige habe ich täglich den div Damen und Herren des Pflegeteams – Tag und Nachtdienst – immer mitgeteilt. Wie sonst sollte man sich auch „kennenlernen“.

Heute Mittag kamen 5 Personen des Pflegeteams aus dem Wohnbereichs in dem ich liege  bzw wohne in mein Zimmer:

„Warum haben Sie uns nicht gesagt das Sie ihr rechtes Bein nicht aus eigener Kraft nicht aufrichten, anwinkeln können“?

Soviel zum Thema Wahrnehmung meiner Situation.

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Sommer in the City und ich nehme die Position „der auf dem Rücken liegenden Schildkröte“ ein. 24/7

5 Wochen Vollzeitpflegeheim das ich vor Jahren als „Geignet/gut“ für meine Mutter befand.

Fazit:

Menschenunwürdig, würdelos was die „Behandlung gem Vertag § <-> Grundpflege betrifft die für alle Heime gleich ist.

1 x Duschen in der Woche
3 x grünliches Waschen bei 24/7 bettlägerigkeit
Wochenende = weniger Personal, da kannst Du schon mal 2 Std in deiner vollgekackten Windel liegen, Nachts ist es Standard weil pro Station (38) Bewohner = 1 PflegerIn anwesend ist

Die meisten PflegerInnen haben ein Problem offen über die richtige Pflege des Intimbereiches zu sprechen = waschen mit Waschlappen wenn man gekackt hat

Sein Traum war Inhaber eines Spezialitäten Restaurant. Doch leider hat er es niach kurzer Zeit schon an die Wand gefahren. Su wurde er zum

Tupfer
40 Jahre überwiegend Nachtdienst. Werkzeug: Feuchtes Handtuch mit dem er nur er das Offensichtliche entfernt. Er tupft mit spitzen Fingern den Bobbes ab, reibe gerne mit einem trockenen Handtuch das Gesäß ab . . . und läßt den RestStuhlgang im Bobbes (außerhalb des AfterAusganges) liegen. Ist im Sommer ausgesprochen angenehm besonders wenn man auf dem Rücken liegt und schwitzt. Wasser und Waschlappen benutzt er nur wenn man ihn höflich dazu anhält selbiges zu verwenden.
Der Vorteil ist das er zuhört. Er dreht Dich auf die Seite damit man sich mit eigenen Feuchtüchern „richtig“ reinigt. Bzgl der Windel – er nimmt gerade diejenige nach der er greift. Differenzierung bzgl der Größe und Saugfähigkeit – was im Sommer einen großen Unterschied macht – kennt er nicht. Statt L greift er erst mal zu XL die jedoch erst dann wenn man ihn darauf aufmerksam macht. Gleiches gilt für das Anziehen einer Windel. Sie muß wie eine Unterhose sitzen und nicht wie ne HipHop Hose die einem in den Kniekehlen hängt. Zum Glück hört er zu.

. . . weil solche Personen ein Problem mit IHREM eigenen Intimbereich haben bzw nicht fähig – in der Lage sind „offen und sachlich“ darüber zu kommunizieren? Weil wenn man den Intimbereich von Menschen „pflegt“ zwangsläufig mit sich selbst, seinem eigenen Intimbereich, seiner Sexualität konfrontiert wird?
Als Frau den Intimbereich von männlichen Bewohnern eines Pflegeheimes zu pflegen und zu reinigen . . . ist für Berufsanfängerinnen durchaus Thema. Die Arbeit von pflegenden Berufen mit Menschen bedingt durchaus das man in einen Spiegel schaut, bedingt das man mit sich selbst, sich seiner Haltung, sich seiner eigenen Endlichkeit gewahr wird, reflektiert . . . .

JEDER weiß das man z.b. im Sommer schwitzt.Wenn dann der Bobbes – Bereich bis zum After-Ausgang nicht gründlich „naß“ gereinigt wurde, dann brennt dir der Arsch wie Feuer.

Was ist Grundpflege?

Gut erklärt besonders was die Körperpflege betrifft . . . . was einen Personalschlüssel von mind 5 PflegerInnen pro Schicht voraussetzenwürde . . . #fürBankenundLänderwieItaliengibtsKohleohneEnde

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Nachts 2:10

Mir juckt es im Gesäß das es kaum zum aushalten ist. Also habe ich versucht mich auf die linke Seite zu drehen und versucht die Ursache des „Jucken und Brennen“ zu beseitigen. Ohne Erfolg. So blieb mir nichts anderes übrig als zu klingeln.

„Würden Sie mir bitte behilflich sein und mich auf die Seite drehen damit ich mit einem Feuchtuch „Eigenmarke von DM“ mein Eigentum „Ich trage heute meine eigene Windelhose“ mein Eigentum ,die Ursache des „Jucken und Brennen“ beseitigen kann?

Also drehte man mich auf die Seite sodaß ich mich mit einem „Feuchttuch“ in meiner Rechten Hand säubern konnte.

Mit „4 Feuchtücher“ entfernte ich den restlichen Stuhlgang, Was für ein geiles Gefühl „sauber“ zu sein. „Es juckt nicht mehr.“ „G`tt sei Dank.“

Protokollieren sie so etwas?
Warum sollte ich?

Ja warum sollte man auch protokollieren das ein Bewohner nicht richtig nach seinem Stuhlgang gesäubert wurde?

Weil das „Qualitätssiegel für Pflegeheime“ ausgestellt vom „Institut für Qualitätskennzeichnung von sozialen Dienstleistung GmbH“ möglicherweise in Frage gestellt werden könnte?

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Damit keine Mißverständnisse entsteht. Der Aspekt der „Reinigung – Säuberung im Kontext zum Stuhlgang“ ist nur ein Aspekt innerhalb des „Grundpflegekomplexes“ wie er in den entsprechenden § im SGB XI und Weiteren „standardisiert = normiert = vorgegeben ist“.

Diese Normierungen, diese „Vorgaben“ sind das Ergebniß einer sogenannten Expertenkommission die an Dummheit und mangelnder Einsicht nicht zu überbieten ist. Insofern ist es kein Wunder das und wenn Pflegepersonal dem Wortlaut nach diesen Aspekt in ihrer Ausbildung „auswendig gelernt haben“ den Inhalt auf einer pers psychologischen, „menschlichen Ebene“jedoch nicht gelernt haben zu reflektieren, weil eine solche Ebene, eine solche Thematik nicht gelehrt wurde und wird. #WillkommeninAbsurdistan

Insofern ist es klar weil erkenntlich das es sich auch nur um „inhaltlich“ einen Teil einer „Qualifizierung – eines Prüfsiegels“ handeln kann.

Menschliches Verhalten kann man weder „normieren noch standartisieren“. Emphatie, die Fähigkeit zu reflektieren, Hinterfragen, Einsicht und Verständnis in das Wesen der Menschlichkeit fängt immer bei jedem einzelnen Menschen selbst an. Dies muß an erster Stelle in der Ausbildung zu den „pflegenden und insbesondere allen medizinischen Berufen“ stehen. Diesbezüglich befindet sich die Menschheit entwicklungsgeschichtlich noch weit von dem „Homo sapiens“ entfernt.

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1/3 der Menschen mit denen ich jetzt zwangsläufig zu tun habe würde ich nicht mal im Traum daran denken sie zu mir nach Hause einzuladen bzw mit ihnen mehr als auf  „Grüß Gott“ zu kommunizieren. Sie sind weder auf meiner Wellenlänge noch tun sie mir gut. Arrogant? Ich bin in einem Pflegeheim weil ich Hilfe benötige. Ich bin auf die Hilfe all derjenigen die in einem Pflegeheim arbeiten angewiesen. Es ist dieses „Bewußtsein Menschen zu helfen“ auf Grund dessen sie sich entschieden haben in einem „helfenden Beruf“ zu arbeiten. Dies ist und war die Basis ihrer Entscheidung.

Menschen zu helfen ist immer indivviduell. Niemals kann und darf sie standardisiert und Routinen unterworfen werden. Genau das ist jedoch Alltag. Die politischen Rahmenbedingungen lassen nichts anderes zu.

Zur Zeit lasse ich alle abfahren die nicht diesem meinem Credo entsprechen. Auch weil ich mir „noch“ zu helfen weiß.
Ist dass das „Gelbe vom Ei“? Nun ja. Es ist „mein Thema“ zur Zeit.

 

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Frankfurter Verband


Hiermit möchte ich mich öffentlich beim „Frankfurter Verband“ für das würdelose Verhalten eines nicht unerheblichen Teil’s seiner MitarbeiterInnen mir gegenüber bedanken. Habe ich doch auf diese Art und Weise erfahren dürfen was es heißt bzw wie es sich anfühlt mit Würde und Respekt behandelt zu werden:

„Als Mensch in seinem Sein angenommen zu werden“.

Ursprünglich lag es in meiner Absicht etwas ausführlicher auf das Thema einzugehen. Doch ehrlich gesagt ist es mir zu “ blöd wie auch Zeitaufwendig und kostspielig – kein WLAN Zugang (SIM  Karte) mich inhaltlich zu äußern.

Es ist bedauerlich das es nicht möglich ist hier in Frankfurt am Main ein Pflegeheim für  Menschen die HIV + sind,bzw die der LGBTI Community angehören bzw sich angehörig fühlen auf die Beine zu stellen.

Fragen dazu werde ich gerne beantworten.

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Du bist mehr als dein Körper . . . .


1000 mal gelesen, 1000 mal intellektuell verstanden – besonders im Zusammenhang eines durchaus ernsthaften Interesse von Zen und Buddhismus. Mein Credo war so glaubte ich jedenfalls das ich mir das für mich Beste, i.e für mich stimmige angenommen habe. Einiges über den Intellekt, vieles durch Erfahrung und mich einlassen angenommen, verinnerlicht praktiziert, gelebt habe.
So jedenfalls glaubte ich, war ich der Meinung gewesen.

Heute jedoch muß ich feststellen, das obwohl einiges gelebt und verinnerlicht dies alles im Angesicht meiner jetzigen Situation dahin ist. Wie weg geblasen. Nicht mehr vorhanden.

Ich lebe oder besser gesagt bewege mich ausschließlich zu Hause in meiner Wohnung im Rollstuhl. Dank der räumlichen und Einrichtungsmäßigen Gegenheiten ist es mir „möglich“ mich alleine in meiner Wohnung ohne fremde Hilfe zu bewegen und meinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Meiste was ich benötige erreiche ich im Rollstuhl sitzend. So bin noch in der Lage in meiner Küche zu kochen – was zur Zeit selten vorkommt. Ich schreibe „noch“ weil das schälen von Kartoffeln mir schwer fällt, da die Kraft in meinem Fingern nachläßt. Gleiches gilt für das Schälen von Äpfen. Wie gesagt „noch“ geht es. Zur Zeit ernähre ich mich überwiegend von Obst, mal ne Dose Suppe aufgemacht und 1 mal die Woche laß ich mir was von einem Thai Imbiß bringen das mir dann für 2 Tage genügt.

Ich kann mit Tricks „noch“ aus meinem Rollstauhl aufstehen und mich in mein Bett legen, kann den TV so hinstellen das ich in meinem Bett liegend TV schauen kann.
Ähnliches gilt für die Toilette. Auch hier ist es mir möglich meinen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Das Schlafen, die große Tankstelle wo man sich regenerieren kann ist eine einzige Katastrophe. 2 Stundenschlaf – 1 Std aufstehen – 2 StundenSchlaf- Und alles bei eingeschaltetem TV. Krankenbett, 100 x 200 cm Matratze gegenüber meinem alten Bett von 140 x 200 cm. Auf dem Rücken liegend, mich nicht auf die Seite legen zu können. Oder mal quer flätzen. Ein größeres Krankenbett ist mit Kosten verbunden die meine Verhältnisse übersteigen bzw eine Auseinandersetzung mit meinem Hausarzt und der KKasse. Dazu fehlt mir zur Zeit jegliche Energie und Kraft.

Dazwischen jedoch liegt der große „gesundheitliche“ Bereich. Drei mal in der Woche kommt ein Pflegedienst der mich medizinisch und hauswirtschaftlich versorgt. Einkaufen, Verbandswechsel von kleinen offenen Wunden an den Beinem die von „Wasser“ herrühren. Dazu werde ich gewaschen. 2 mal kommt ein Physiotherapeut der mir eine Lymphdrainage anheim gedeihen läßt. Er ist echt ein 6er im Lotto. Fachlich wie  menschlich ein Highlight. Gleiches gilt auch für  die Personen des Pflegedienstes die für die hauswirtschliche Versorgung und die „anderen Verrichtungen“ die durch die Pflegestufe abgedeckt sind.

Die medizinische Versorgung – Verbandswechsel – bewegt sich innerhalb des vorgegebenen „politischen Rahmens. Sie sind meine sozialen Kontakte.

Mit Freunden telefonieren, kommunizieren ? . . . . . so far away from me. Ich Igel mich in mich selbst ein.

Von dem Moment an an wo ich meine Wohnung verlassen müßte würde es völlig anders aussehen. Ich wäre ein Pflegefall. Quasi. Da die Kraft in meinen Beinen und Armen  nur noch in geringem Maß vorhanden ist wäre ich auf die Bedingungen von Pflegepersonal bzw Personal eines Krankenhauses angewiesen. Und das heißt das ich dann darf oder kann wenn es das Zeitfenster von Pflegepersonal bzw Krankenhauspersonal zuläßt.

So wie s aussieht, werde ich meinen Blutdruck neu einstellen lassen müssen. Vor dem  damit einhergehenden Krankenhausaufenthalt graut mir jetzt schon.

Ich bin so nehme ich mich zur Zeit wahr ein die Verdauung funktionierendes Stück Fleisch. Sämtliche Konzepte, alles was ich je gelesen oder glaubte verinnerlicht zu haben ist wie ausgelöscht.

Ursache: HIV? Alter:? Jacke wie Hose. Es spielt nicht die geringste Rolle.. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.

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Welt-AIDS-Tag 2015 – „Bleiben: Die Diskussion“ – Veranstaltung in der Paulskirche


Bleiben

Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag

1. Dezember 2015, 18 Uhr Paulskirche

Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt

Seit 1994 richtet die AIDS-Hilfe Frankfurt die größte deutschsprachige Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag aus. Sie findet alljährlich in der Paulskirche statt. Im Jahr des dreißigjährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Frankfurt lautet der Titel der Veranstaltung „Bleiben“. Dieses Verb berührt in vielfältiger Weise die Fragen, die sich den in der HIV-/AIDS-Arbeit Tätigen nach mehreren Jahrzehnten stellen.

Was ist geblieben nach 30 Jahren Engagement? Wie hat AIDS-Arbeit den gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänomen HIV/AIDS beeinflussen können? An welchen Stellen müssen wir noch weiter arbeiten, um unserem Ideal der Akzeptanz vielfältiger Formen des Lebens und Liebens näher zu kommen? Bleibt AIDS-Arbeit nötig? Braucht es AIDS-Hilfen überhaupt noch? Wo liegen ihre Aufgaben in der Zukunft?

Diese und andere Fragen werden bei der Veranstaltung im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutiert. Es soll sowohl einen Rückblick auf die krisenhafte Anfangszeit von HIV/AIDS, eine Bestandsaufnahme der heutigen Situation als auch einen Ausblick geben. Entsprechend sind unter den Podiumsteilnehmern Vertreter unterschiedlicher Generationen und Zugänge zum Thema:

  • Stefan Majer ist Dezernent für Verkehr der Stadt Frankfurt und gehört zu den Gründern der AIDS-Hilfe Frankfurt;
  • Dr. Helga Jürgen-Lohmann war als niedergelassene Ärztin tätig und in dieser Funktion eine der ersten Frankfurter Medizinerinnen, die sich den Betroffenen von HIV/AIDS annahmen;
  • Schwester Helga Weidemann ist Limburger Provinzoberin der Pallotinerinnen und hat als Krankenhausseelsorgerin an der Frankfurter Uniklinik in den 1980er Jahren AIDS-Kranke betreut;
  • der Jazzmusiker und Künstler Thorsten Larbig gehört zu denjenigen HIV-infizierten der ersten Stunde, die die Krankheit überlebten;
  • Dr. Peter Gute ist Facharzt für Infektiologie und hat bereits in den 1980er Jahren HIV-Positive behandelt;
  • Michéle Meyer ist eine Schweizer AIDS-Aktivistin. Sie gehört zu den wenigen Müttern, die sich schon früh öffentlich zu ihrer Infektion bekannten;
  • Marcel Dams ist ein junger schwuler Mann, der schon mit 20 Jahren ein HIV-positives Testergebnis verkraften musste. Als Blogger thematisiert er seine Infektion auch öffentlich.

Die Runde wird durch Christian Setzepfandt, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Frankfurt moderiert. Setzepfandt hält auch die Ansprache der AIDS-Hilfe Frankfurt. Das Grußwort der Stadt Frankfurt spricht Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig. Musikalisch wird der Abend durch den Sänger und Gitarristen Julian Heidenreich bereichert. Die AIDS-Hilfe freut sich besonders, dass der bekannte Comickünstler Ralf König auch in diesem Jahr das Einladungsplakat illustriert.

Quelle: Frankfurt-aidshilfe.de/bleiben

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Die folgenden Beiträge sind aus der GesamtVeranstaltung in der Paulskirche heraus und entsprechend zusammengeschnitten.

Bleiben – Erster Teil

Dr. Helga Jürgen-Lohmann gehört zu den ersten Medizinerinnen, die sich HIV-infizierten Patienten annahmen; Stefan Majer, heute Verkehrsdezernent in Frankfurt, war 1985 Mitbegründer der AIDS-Hilfe Frankfurt; Schwester Helga Weidemann hat als Krankenhausseelsorgerin AIDS-Kranken schon in den 1980er Jahren Trost gespendet; der Musiker Thorsten Larbig gehört zu den schon lange mit dem Virus lebenden Menschen.

 Bleiben – Zweiter Teil

Marcel Dams ist ein junger schwuler Mann, der bereits mit 20 Jahren seine HIV-Infektion verkraften musste und als Aktivist und Blogger schwule und HIV-spezifische Themen bearbeitet; Dr. Peter Gute ist Mediziner am Infektiologikum Frankfurt; Michéle Meyer ist eine der wenigen offen mit ihrer Infektion umgehenden Mütter und Schweizer HIV-Aktivistin.

Bleiben – Dritter Teil

Bei der deutschlandweit größten Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag am 1.12.2015 in der Frankfurter Paulskirche wurde unter dem Titel „Bleiben“ auf die dreißigjährige Geschichte der AIDS-Hilfe Frankfurt und auf die Entwicklung und Zukunft des HIV-/AIDS-Geschehens geblickt. Moderiert wurde von AIDS-Hilfe-Vorstand und Stadtrat Christian Setzepfandt.

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Veranstaltungen um den Welt Aids Tag 2015 der Aids Hilfe Frankfurt am Main


Dieses Jahr ist die AIDS-Hilfe Frankfurt 30 Jahre alt geworden.

Ich lernte die AHF im Februar 1986 kennen. In diesem Monat bezog die AHF einige Räume in der Eschersheimer Landstr. in Frankfurt am Main. Was es damals gab war ne Tel Nr, ne Menge Umzugskartons die Peter Hauschild, mit dem ich mich damals verabredet hatte, gerade auspackte und auf die wir uns setzten und den Willen „Wir müssen etwas tun“. Eines der Dinge die wir tun wollten war ein Konzept für eine Telefongruppe zu erstellen um mit Menschen die bei der AHF anrufen würden zu reden. Mit Ihnen zu reden, Ihnen zu sagen Du bist nicht alleine, es gibt noch Andere die HIV positiv sind das war etwas essentiell wichtiges. Menschen das Gefühl zu geben „Du bist nicht allein“ nimmt viel von der Angst die damals JedeR hatte der HIV positiv war. Daran hat sich bis heute im wesentlichen nicht geändert. Die Gruppe die damals ins Leben gerufen wurde bestand aus Männer, Frauen, HIV Positiven und HIV Negativen. Einige Male habe ich an den Treffen Teil genommen bis ich feststellte das ich weder mit meiner Angst noch mit der Angst Anderer nicht klar gekommen bin. Es war mir unmöglich Anderen Menschen die HIV positiv waren „zu helfen“. Das war dann für Jahre erst mal das Ende meiner Beziehung zu der AH Frankfurt.

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Doch zurück zum Welt AIDS Tag 2015 und die div Aktionen der „AH Frankfurt“

Auch in diesem Jahr gibt es in Frankfurt wieder zahlreiche Aktivitäten zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember. An dieser Stelle findet man eine chronologische Übersicht der stattfindenden Aktionen und Veranstaltungen.

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„Bärenstark für die AIDS-Hilfe“ ist seit nunmehr 19 Jahren eine der großen Spendenaktionen der AIDS-Hilfe Frankfurt rund um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember.  Er ist ein niedlicher Botschafter für Solidarität – der Solibär. In jedem Jahr wird ein neuer kleiner Teddy zugunsten der AIDS-Arbeit verkauft. Zahlreiche Geschäfte beteiligen sich an der Aktion. Am Samstag, 27.11.2015 und am Welt-AIDS-Tag, Dienstag, 1.12.2015 sind unsere ehrenamtlichen Fundraiser von 10-17 Uhr an der Konstablerwache präsent, verkaufen Bärchen und informieren über unsere Arbeit. Die Bärchen sind für 6,50 Euro – und gerne auch mehr – ab sofort zu bestellen. Mehr dazuwo man sie kaufen kann, wie man sie bestellen kann findet man unter diesem Link.

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Bleiben

Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag

1. Dezember 2015, 18 Uhr

Paulskirche

Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt

Seit 1994 richtet die AIDS-Hilfe Frankfurt die größte deutschsprachige Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag aus. Sie findet alljährlich in der Paulskirche statt. Im Jahr des dreißigjährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Frankfurt lautet der Titel der Veranstaltung „Bleiben“. Dieses Verb berührt in vielfältiger Weise die Fragen, die sich den in der HIV-/AIDS-Arbeit Tätigen nach mehreren Jahrzehnten stellen.

Was ist geblieben nach 30 Jahren Engagement? Wie hat AIDS-Arbeit den gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänomen HIV/AIDS beeinflussen können? An welchen Stellen müssen wir noch weiter arbeiten, um unserem Ideal der Akzeptanz vielfältiger Formen des Lebens und Liebens näher zu kommen? Bleibt AIDS-Arbeit nötig? Braucht es AIDS-Hilfen überhaupt noch? Wo liegen ihre Aufgaben in der Zukunft? Mehr zu dieser Veranstaltung, über das Thema und die TeilnehmerInnen findet man unter diesem Link.

könig3 (1)Copyright © Ralf König

 

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Johann Wolfgang von Goethe und die Demut (akt 1)


Teil Eins

Der Eine wird bei der Überschrift vielleicht neugierig werden, Andere wiederum mögen sich vor sich hinmurmelnd am Kopf kratzend fragen: Hmmm wie s n des jetzt gemeint.
Der Text ist so ne Art „Zweiteiler“ wie man sie aus dem TV kennt. Dem ersten Teil des Krimi´s folgt der zweite Teil ne Woche später was mich oftmals „not amused“ dastehen läßt. Grad wenn s zur Sache geht machts „PENG“ „Krimi coitus interruptus“.

„. . . . wie sich die Sicht auf das Leben verändert, wenn die Mobilität nicht mehr so selbstverständlich da ist, wenn es zieht und schmerzt und sich der Körper eben meldet, wo er bisher geschwiegen und mich problemlos bedient hat, wenn man das so sagen will. Diese Frustrationen, dass die jugendliche Selbstverständlichkeit für dieses Leben dahin ist, anzunehmen und auszuhalten fällt mir schwer.“

Ein Freund fragte mich in seiner Email wie ich meine schweren Diagnosen aushalte, wie ich damit umgehe.

Das Erste Wort das mir bei seiner Frage spontan in den Sinn kam war „Demut“. Ich werde demütiger gegenüber dem Leben. Und mitfühlender.

Während eines Gespräches das Michael Harles mit Anselm Grün führte, kam man zu eine der Fragen die bei einer Krankheit oft gestellt werden ist „Warum -ich“?. Anselm Grün fügte noch die Frage „Wozu“ dazu. Seitdem geht mir die Antwort nach der Frage nicht mehr aus dem Sinn.
Eine der Antworten die ich gefunden habe sind: damit ich mit mir und Anderen liebevoller um-zu-gehe(n), mich mit mir und Anderen versöhne, mir verzeihe . . . . das ich demütiger gegenüber dem Leben und mitfühlender mit anderen Menschen werde.

Demut, Versöhnen, Verzeihen, Mitfühlen stehen nach meinen Erfahrungen am Ende eines Prozeß der nicht nur äußerst schmerzhaft ist sondern den ich immer wieder durchlaufe weil Veränderung, das Leben ein fortlaufender Prozeß ist. Ich pers durchlebe Wut, Trauer, Aggression, Resignation, Hoffnunslosigkeit in vollen Zügen. Am Ende gelingt es mir meine Situation, meinen neuen Zustand anzunehmen, Ja zu ihm sagen zu können.

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Als ich Gestern in der Notaufnahme des Universitäts Klinikum Frankfurt, Johann Wolfgang von Goethe Universität lag kam mir Ilona und ihre letzten Tage in den Sinn. Von einem auf den anderen Tag kam sie in ein Krankenhaus nach Frankfurt. Nach wenigen Tagen ist sie dann verstorben.

Mir wurde wieder bewußt das der Moment kommen wird an dem ich nur auf mich selbst zurückgeworfen sein würde. Freunde, meine Mutter die in einem Altenpflegeheim lebt wenn ich vor ihr sterben sollte, der Alltag liebgewordener Menschen, die Welt, träten in diesem Moment zurück. Ich wurde mir bewußt, das ich z.b. aus einer OP nicht mehr aufwachen oder wie im Fall von Ilona auf Grund von multifunktionellem Organversagen sterben könnte. Der Tod passiert nicht immer den anderen. Er ist ganz real, ein permanenter, unsichtbarer Begleiter von jedem von uns.

Sollte man – ich deshalb in Trübsall verfallen? Wenn ich ein Stück demütiger geworden bin würde mich das ein Stück liebevoller machen? Würde ich deshalb meinen Kampfesmut, meine Fähigkeit das Leben zu lieben und zu genießen und trotz aller pers Einschränkungen meinen Humor verlieren? Ja und nein. Natürlich habe ich ein Bild von mir im Kopf das mich als Einen Menschen der alle Unbillen des Lebens in Gelassenheit und Gleichmut ertragen läßt, zudem come shine come rain den Menschen gegenüberüber in jeder Situation liebevoll begegnet. Doch da meine Realität etwas anders aussieht kommen wir somit zum

Teil Zwei

„Ein Tag in der Notaufnahme des Universitäts Klinikum Frankfurt Goethe – Universität“

Das man die Uniklinik nach Frankfurt s berühmtesten Sohn benannte mag viele Gründe gehabt haben. Ich habe allerdings meine Zweifel ob Johann Wolfgang von Goethe dem Satz aus dem Leitmotiv

„Wir sind stolz darauf, zu den besten Universitätsklinika in Deutschland zu gehören und zugleich das höchste Prinzip der Medizin – Menschlichkeit zu jeder Zeit – neben aller Spitzentechnik und -forschung zu realisieren.“

in der heutigen Zeit generell beipflichten würde.

Kompetenzteam

Der Krankenpfleger der mich unter die Fittiche nahm habe ich mich voll anvertrauen können. Er nahm mir u.a. Blut ab und legte mir einen Katheder. Da es das erste Mal war, war mir schon sehr mulmig zumute. Doch seine ruhige Art und seine hohe fachliche Kompetenz haben mir mein „Unwohlsein“ auf ein ertägliches Maß reduziert. Auch die mich betreuenden Ärzte waren alle Unaufgeregt was sich auf mein Unwohlsein, auf meinen Streßlevel positiv auswirkte. In die NA einer jeden Klinik eingewiesen zu werden, durch den ärztlichen Notdienst den ich gegen 5.30 anrief, ist für jeden Patienten mit erhöhtem Streß und Unwohlsein verbunden.

Der Grund das ich morgens um 7.20 in die NA gebracht wurde war eine Verstopfung – Obstipation. Es war der beginnende 4. Tag dieses Problems.

Intermezzo

Kurz zu meiner pers Situation:

Die Räumlichkeit meiner Wohnung insbesonders die Gegenstände wie Bett, BehindertenToilette mit einer Toilettensitzerhöhung und Rollstuhl sind auf eine Sitzhöhe von 62cm eingestellt bzw erhöht. Diese Sitzhöhe ermöglicht es mir mit der mir verbliebenen Restkraft in den Beinen und Armen ohne fremde Hilfe aufzustehen, mich hinzusetzen bzw hinzulegen. Daneben benutzte ich „einige Werkzeuge“ z.b. ein mittelstarkes „Theraband“ das ich als Hilfesmittel umfunktioniert habe (eine Art Gummiseil gedreht). Da ich mein rechtes Bein nicht aus eigener Kraft in mein Bett schwingen kann, setze ich mich auf s Bett, lege meinen rechten Fuß in die Schlaufe des gedrehten Therabandes und schwinge es die Kraft des Gummis nutzend, auf mein Bett. Funktioniert wunderbar. 3 mal in der Woche kommt der Pflegedienst. Einkauf, Reinigung der Wohnung, Bett beziehen etc und zur Körperpflege um mich an den Stellen zu waschen wo ich nicht mehr hinkomme.

* * *

Ich war in dem Glauben das es in der NA Rollstühle (mein Sitzkissen von 10 cm Höhe hatte ich extra mitgenommen) und eine Behindertentoilette mit einer Sitzerhöhung gab. Weit gefehlt. „Ja, aber sie ist nur für Besucher“. Wir haben einen Toilettenstuhl oder Bettpfannen und können Sie in ein Zimmer auf der NA legen, nachdem wir Ihnen 2 Einläufe gegeben und sie einen abführenden Saft getrunken haben.

Der gleiche Pfleger der mir am Morgen das Blut abnahm und mir den Katheder legte, verabreichte mir auch die zwei Einläufe. Ich teilte dem Pfleger mit das ich weder aus eigener Kraft mich in diesen „Stuhl“ setzten, geschweige denn Aufstehen kann. Als es darum ging mich von der Liege auf der ich zwecks Verabreichung der Einläufe lag auf den Toilettenstuhl zu bugsieren, gab er in seiner ruhigen Art genaue Anweisungen (die von seiner fachlichen Kompetenz Zeugnis ablegte) den ihm zur Seite stehenden zwei Pfleger wie sie in meinem Fall zu agieren haben: „Fuß hierhin setzen, Ihr Knie an das Knie des Patienten, Haltegriff an diese Stellen.“ Zu Dritt wurde ich von der Liege auf die Beine gestellt und vorsichtig auf den Kindertoilettenstuhl gesetzt. Dies alles geschah in einer unaufgeregten Art und Weise. An der rechten Seite des Kindertoilettenstuhles hängte man den Beutel in den das Urin floß. Da der Kindertoilettenstuhl für mich zu eng war, hatte man eine Armlehne entfernt, sodaß ich etwas besser auf dem Kindertoilettenstuhl sitzen konnte.

Als ich den Pfleger bat mir bitte eine Unterlage für meine Füße zu geben (der Boden war saukalt um es mal so zu formulieren), ich war barfuß da ich auf Grund des Wasser in beiden Füßen in keinen Schuh reinpaßte, legte man mir zwei dicke Tücher auf den Boden und stellte meine Füße auf sie. Die beiden Einläufe taten auch bald ihre Wirkung.

Inkompetenzteam

Nachdem ich ca 1 Stunde auf dem Kindertoilettenstuhl saß, die Blutzirkulation in beiden Beinen war wegen der geringen SitzHöhe unterbrochen, ich hatte kein Gefühl mehr in beiden Beinen, klingelte ich und bat die das Zimmer betretende Pflegerin mich mit Hilfe weiterer zwei Personen ins Bett zu legen. Meine Antwort auf die Frage „Wie machen Sie es denn zu Hause“ wurde teils nicht bzw mit ungläubigen Staunen gehört aber nicht wahrgenommen. Zudem habe ich gefroren wie ein Schneider. „Die Heizung ist auf 5 gestellt aber aus weil die Aussentemperatur über 10 Grad ist“ Antwort einer Pflegerin auf meine Frage ob die Heizung an sei.

Die Ausführung der „Umsetzung“ vom Stuhl auf s Bett mit Hilfe von insgesamt 3 Leuten des Pflegeteams war auf Grund von fachlicher Inkompetenz der mitbeteiligten Pflegerin unbeholfen, von Hilflosigkeit und Unsicherheit geprägt.

„Da die Wirkung des flüssigen Abführmittel noch kommen wird, werden wir ihnen eine Windelhose anziehen. Da können sie den Dingen dann im Bett freien Lauf Lauf lassen.“ Die Pflegerin zog mir eine Windelhose Größe „Small“ an die nur meinen halben „Gluteus Maximus“ bedeckte. „Größere haben wir nicht„, so ihre lakonische Antwort.

Den Katheder hat man mir auf Grund meiner Bitte entfernt. „Wir werden sie erst nach Hause entlassen wenn sie Wassser gelassen haben.“ Diesen Satz sollte ich noch des öfteren zu hören bekommen. Von der Pflegerin wie auch einer Ärztin. Im linken Arm hat man mir in der Zwischenzeit eine Kochsalzinfusion gelegt. Mittlerweile war es ca 14.30 geworden und ich habe mich im Bett etwas aufwärmen können. Ich spürte wie das Flüssige Abführmittel zu wirken begann. Da es mir aus Gründen nicht möglich war den Stuhlgang im Bett seinen freien Lauf zu lassen so wie es die Pflegerin sagte, klingelte ich und bat sie mich mit einem dem Team auf den Kindertoilettenstuhl zu setzen. So unbeholfen, unsicher und inkompetent wie sich das Team aus 3 Leuten bemühte, war mir klar, das der Kindertoilettenstuhl da er nur zwei Minibremsen an den beiden Hinterräder hatte, nach hinten wegrollen würde. Aus diesem Grund sagte ich der Pflegerin das jemand den Stuhl hinten festhalten sollte. Die Armlehne wurde wie beim ersten Mal entfernt sodaß der Kindertoilettenstuhl parallel zum Bett stand. Die Theorie war das Bett auf die gleiche Höhe wie den Kindertoilettenstuhl zu stellen und mich dann auf den Stuhl zu setzen. So ne Art Parallelverschiebung. Mit einem Geodreieck und einem Lineal klappt das wunderbar. Mit mir der ich ca 115 Kilo wiege sah die Realität jedoch anders aus. Der Druck des Abführmittel war mittlerweile so stark geworden das ich nicht mehr in der Lage ihn bis zu dem Zeitpunkt an dem ich auf dem Kindertoilettenstuhl saß zu halten. Dies und die Unbeholfenheit zweier männlicher Pflegekräfte, die Pflegerin stand hinter dem Stuhl und hielt ihn fest, führte dazu das ich kaum das ich mit meinem Gluteus Maximus zur Hälfte auf dem Kindertoilettenstuhl zu sitzen kam, dem Druck nicht mehr standhalten konnte. Das Ergebnis war das ein großer Teil des Stuhlganges nach hinten, dort wo die Pflegerin die den Stuhl festhielt stand, losging.

Nach einem hin und her Geruckel saß ich endlich auf dem Kindertoilettenstuhl. Vor mir der saubere Fußboden, auf dem Bett die Infusionslösung liegend, eine Pflegerin die einen Teil meines Stuhlganges abbekommen hatte. Der Rest war im Halbkreis auf dem Boden hinter mir und an der Wand verteilt. Die Pflegerin war die Erste die fluchend den Raum verließ, ein junger Mann der mich mit auf den Kindertoilettenstuhl setzte folgte ihr. Den Dritten bat ich noch mir Unterlagen für meine Füße hinzulegen was er auch tat. Nachdem er mir noch eine Decke gab die ich mir auf meine Beine legen konnte, verließ er ebenfalls den Raum. Dann saß ich alleine im Zimmer auf dem Kindertoilettenstuhl umgeben von einem Halbkreis meines auf dem Boden verteilten Stuhlganges.

Nach ca 1 Stunde kam eine Ärztin in das Zimmer. Sie sah was los war und fragte mich wie es dazu kam. Ihrer Reaktion nach zu urteilen war sie not amused das seit 1 Std der Stuhlgang auf dem Boden lag. Des weiteren bemerkte sie das die Infusion auf dem Bett lag und nicht funktionierte. Sie holte den Infusionsständer, hängte die Flasche mit der Lösung ein und stellte den Durchlauf entsprechend ein. Mit den Worten „Wir werden sie erst entlassen wenn sie Wasser gelassen haben“ verließ sie dann den Raum. Ca eine halbe Stunde später kam eine Frau die für die Reinigung der Zimmmer zuständig ist und reinigte den Teil um mich herum wo der Stuhlgang verteilt war. Den Boden zu reinigen kostete sie große Überwindung was ich nachvollziehen konnte. Mir wäre es nicht anders ergangen hätte ich den Job der Zimmerreinigung machen müssen.

Die Pflegerin kam dann noch zweimal zu mir ins Zimmer. Einmal brachte sie mir ein Becher Wasser zum trinken. Bei dieser Gelegenheit sagte sie das es nicht schön für sie war. Auch hier konnte ich nachvollziehen wie sie sich dabei fühlte. Andererseits dachte ich: Das was sie täglich auf der Notfallabteilung auf der sie arbeitete zu sehen bekam, erlebte ist u.U. alles andere als schön.

Es dürfte nach 17.00 gewesen sein als ich völlig durchfroren und entkräftet vom Sitzen mit angezogenen von der Blutzufuhr abgeschnittenen Beinen ohne Empfindungen auf dem Kindertoiletenstuhl das Pflegeteam bat mich wieder ins Bett zu legen. Ich saß ca 3 Stunden auf dem Kindertoilettenstuhl und hatte mich mehrfach entleert. Man legte mir wieder eine Windelhose Größe „Small“ an. Da ließ sie zum letzten Mal in sehr energischem Ton den Satz „Wir werden sie erst entlassen wenn sie Wasser gelassen haben“ fallen. Jetzt hatte ich entgültig die Faxen dicke. Ich klingelte und bat die eintretende Pflegerin das die Ärztin umgehend zu mir kommen möge. Es dauerte auch nicht lange da erschien sie. Ich teilte ihr mit das sich die Pflegerin mit der Aussage: „Wir werden sie nicht eher entlassen bis sie Wasser gelassen haben“ auf juristisch sehr dünnem Eis bewegt da sie mich gegen meinen Willen festhalten will. Ich teilte ihr mit das ich auf eigene Verantwortung entlassen werden will und bereit bin dies auch zu unterzeichnen. Später brachte mir die Ärztin den Arztbrief der auch als mein „Entlassungspapier“ fungierte.

Gegen 19.30 bat ich das Pflegeteam inklusive bekannter Pflegerin mich nochmal auf den Kindertoilettenstuhl zu setzen. „Dieses Mal würde ich dem Druck standhalten können bis ich auf dem Kindertoilettenstuhl sitze,“ sagte ich ihnen. „Wenn es nochmal so wird wie vorhin, dann ist Polen aber offen“ war ihre Antwort.

Da hat s mir erst mal die Sprache verschlagen. Es kam soweit das ich mich fast schuldig gefühlt hätte, das ich Muskelschwäche in den Beinen und Arme, keine Kraft habe und auf Hilfe angewiesen bin.

Ich sagte ihr das es dieses Mal nicht soweit kommen würde. Ich würde solange auf dem Kindertoilettenstuhl sitzen bis der Krankenwagen kommt und mich nach Hause fährt. Genauso war es auch. Dieses Mal konnte ich Wasser lassen was natürlich alles daneben ging. MännerGluteusMaximus auf Kindertoilettenstuhl eben. Insofern hat es für mich gepaßt.

Intermezzo 2

Auch die Universitätsklinik von Frankfurt ist über die Jahre von Kürzungen auf vielen Gebieten nicht verschont geblieben. Der Leistungsdruck auf Ärzte, Pflegepersonal, Reinigungskräfte ist jedoch gestiegen. „Wenn wir Material benötigen um den Patienten gerecht zu werden, verweigert uns dies die Verwaltung mit der Begründung: Dafür haben wir kein Geld.“ Ärzte wie auch das Pflegeteam sind ebenso Opfer eines Systems geworden wie die Patienten. Nur scheinen das die Wenigsten zu verstehen.

Wenn ich spare, gebe ich kein Geld aus. Ich lege Geld zurück. Wo ist das Geld das eingespart wird? Cui bono? Wem kommt es zu Gute?

Schaut man sich die durchschnittliche Bewertungen 2,6 von 5 im Netz an dann bekommt man eine Ahnung wie es in der Uniklinik zugeht. Natürlich gibt es auch positive Bewertungen einiger Abteilungen. Ich pers habe mit einigen Stationen sehr gute Erfahrungen gemacht. Das was mir jedoch heute teilweise menschlich wiederfahren ist, ist völlig inakzeptabel.

* * *

Allwissender nixcheckender Nullblicker

Gegen 21.30 kam dann der Krankenwagen. Insgesamt waren es 4 Sanitäter. Hier hat das Pflegeteam gesagt das ich mind 3 Personen benötige.

Als der Krankenwagen da war kam ein Pfleger der Spätdienst hatte. Als er das Zimmer betrat, ich saß ja immer noch wie abgesprochen auf dem Kindertoilettenstuhl, sagte ich ihm das Er mind 3 Personen benötigt da ich aus eigener Kraft auf Grund von Muskelschwund in den Beinen und Armen nicht in der Lage bin aus diesem Kindertoilettenstuhl aufzustehen.

„Sagen Sie mir nicht so von oben herab was ich zu tun habe. Ich mache diesen Job seit 40 Jahren. Muskelschwund. Nicht aufstehen können. Sowas gibt es nicht. Stellen Sie sich nicht so an. Beine durchdrücken und aufstehen.“

Als er sah das ich wirklich nicht in der Lage bin aus eigener Kraft mich aus diesem Kindertoilettenstuhl zu erheben, packte er mich von hinten, hob mich aus dem Kindertoilettenstuhl und warf mich mit dem Gesicht auf das Bett. Ich bekam kaum Luft und hatte Angst das die Brille die ich auf hatte, da sie ein dünnes Gestell hat, zerbechen würden. Ihm war das völlig egal. Er reinigte mich, schaute im Zimmer ob es eine mir passende Windelhose gab, was nicht der Fall war, ging in ein anderes Zimmer und kam mit einer Windelhose in meiner Größe zurück.

Da wurde mir bewußt das die Pflegerin der Mittagsschicht keinen Bock (auf mich?) hatte oder ihre Motivation zu Hause gelassen hatte. Völlig Inakzeptabel.

Was den „Allwissenden“ Pfleger betraf, er war, ist der Sheldon Cooper der NA. Rücksichtslos, überheblich, bar jedweder Emphatie. So habe ich ihn wahrgenommen weil er sich mir gegenüber so aufgeführt hat.

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Gegen 22.15 war ich zu Hause in meiner gewohnten Umgebung. Endlich.

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Montag den 9. November 2015

Der Tag in der Notaufnahme in der Uniklinik Frankfurt am Freitag steckt mir immer noch in den Knochen. Nicht nur wegen des „Warum“ sondern auch wegen der Tatsache das ich im Rollstuhl sitze und das man nicht auf Menschen eingestellt ist, die sich aus eigener Kraft nicht mehr fortbewegen -> laufen, stehen können.

Hier bei mir zu Hause ist alles so eingerichtet das ich überall hinkomme und auch aufstehen kann um vom Rollstuhl ins Bett, auf die Toilette zu kommen. In der Klinik und auch auf den Stationen ist es ähnlich wie in der NA. Nichts, Nada, Niente. Der Personalmangel bringt es eben mit sich das man halt warten muß. Dazu kommt der Umstand das es in meinem Fall 3 Leute braucht um mich aus dem Rollstuhl ins Bett zu hieven. Zum Beispiel.

Krank zu werden und ins Krankenhaus zu müssen? Unter solchen Bedingungen? . . . . da habe ich ehrlich gesagt Null Bock drauf.

Ähnliches gilt auch für Arztbesuche. Ärzte sind noch weniger auf die Bedürfnisse von Menschen die auf einen Rollstuhl angewiesen sind eingestellt.

Es wird an allen Ecken und Enden an Dienstleistungen gespart. Wenn ich spare, Geld nicht ausgebe ist das Geld ja nicht verschwunden. Es ist auf der Bank, Sparbuch, unterm Kopfkissen . . .wo auch immer. Ich frage mich: Wo ist das Geld das gespart wird?

Unser System ist wie ein verfaulter Fisch der stinkt was aber nicht wahrgenommen wird. Im Grunde genommen müßte die Bevölkerung unisono die Strassen wegen des stinkendem Geruch nach verfaultem Fisch vollkotzen . . . .

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