22 Monate im Pflegeheim . . . . . und dann das


Intro

Bevor ich in medias res gehe möchte ich die folgende Frage stellen:

Was ist der Unterschied zwischen „Auf Grund von Immobilität im Rollstuhl zu sitzen“ bzw, „24/7 im Bett auf dem Rücken zu liegen und auf einer Toilette zu sitzen“?

Möglicherweise mag manchen die Frage lächerlich vorkommen. Seien Sie versichert sie ist es nicht. Solche und ähnliche Fragen haben im Kontext der „Versorgung von  Bewohner*Innen in einem Pflegeheim“ durchaus ihre Berechtigung.

Der Begriff der „Versorgung“ beinhaltet mehrere Aspekte:
Versorgung durch (s)einen Arzt
Versorgung mit notwendigen Medikamenten
Versorgung/Zugang mit – zu Therapeuthen
Versorgung mit Wäsche, ggf Artikel zur Körperpflege
Versorgung/Anspruch auf Reinigung/Hygiene des angemieteten Zimmer
Versorgung mit Nahrung
und
Versorgung/Körperpflege durch das Pflegeteam im Fall der Bettlägerigkeit bzw eingeschränkter oder völliger Immobilität.

Der Aspekt „Versorgung im Kontext zur Körperpflege“ ist nicht klar definiert. Er steht und fällt in Abhängigkeit von der Anzahl des Pflegepersonal und des eigenen Verständnis von Versorgung des Einzelnen PflegersIn in seinem persönlichen Alltag. Die Anzahl des Pflegepersonal ist wiederum im Kontext der politischen Rahmenbedingungen, einer adäquaten Bezahlung und des daraus entsprechenden Status des Berufs des Altenpfleger*In in der Gesellschaft zu verstehen.
Bzgl der politischen Rahmenbedingungen, der adäquaten Bezahlung von Pflegepersonal und des Status des Beruf des Altenpfleger*In, ist ein „Leben im Alter – in Würde in einem Pflegeheim alt werden“  in Deutschland gehörig in einer Schieflage .

Aussagen von Pflegekräften:

„Sie können nicht erwarten das die Versorgung in einem Pflegeheim dem entspricht wie sie sich bzw. wir uns (die Pflegekräfte) zu Hause selbst versorgen bzw behandeln würden.“

„Es geht nicht ums wohlfühlen“.

„In der Zukunft wird es immer schwieriger werden, qualifiziertes Pflegepersonal für die Versorgung der Bewohner*Innen in Pflegeheimen zu finden“.

„Wenn wir über die finanziellen Mittel verfügen würden, um qualifiziertes, qualitativ „gutes Personal“ zu bezahlen, gäbe es „einige“ Pflegekräfte die wir niemals eingestellt hätten.“

„Keiner der anderen Bewohner*Innen (ca 90% > 85 Jahre – andere Sozialisation . . . is halt so . . . muß man halt hinnehmen) hat sich bis jetzt beschwert“

“ . . . und über allem schwebt das unsichtbare Damoklesschwert von Sätzen wie Denken Sie daran, sie leben hier noch länger und sind auf uns angewiesen . . . „

Notabene:

Die Aussage  “ Denken Sie daran, sie leben hier noch länger und sind auf uns angewiesen“ ist inakzeptal weil sie eine rote Linie – Grenze überschritten hat.

Kollektives Sauersein „Korpsgeist im #Pflegeheim“ – wobei Solidarität innerhalb des Team fehlt –  wenn man einem Mitglied eines Pflegeteams sagt, das „Körperpflege/Reinigung und Oberflächlichkeit“ unvereinbar ist.

* * *

Wer bringt mich heute ins Bett?

Ein Tag im März – 14.20 Uhr

Anwesend: „Stimme aus dem Off“ und „John Doe“
John Doe oder Jane Doe ist ein Platzhaltername für fiktive oder nicht identifizierte bzw bewußt nicht benannte Personen. Aus Gründer habe ich mich der männlichen Version „John Doe“ bedient. #PoliticalGenderCorrectnesshinoderher

Stimme aus dem Off: „JohnDoe“
Ich: „John Doe“? . . . Er hat mich noch nie ins Bett gebracht.“
Stimme aus dem Off „Gut. Dann kommen wir zusammen.“
Um 14.25 Uhr kommt John Doe allein zu mir ins Zimmer, fragt mich wann ich ins Bett will.
„Aha“, denke ich. „Ne neue Ansage von der Stimme aus dem Off“.
„In 10 Minuten“ sag ich.
5 Minuten später kommt John Doe mit einem Personenlifter ins Zimmer. Ich ganz ruhig und entspannt: „Hey John Doe. Sie sind aber schnell. Ich brauch noch n paar Minuten.“
John Doe: „Okay“
Um 14.45 Uhr war ich dann soweit. John Doe kam und brachte mich ins Bett. Das erste Mal in 22 Monaten. Solange lebe/wohne ich in dem Pflegeheim. Ich musste ihm sagen wie er seinen Job machen musste d.h. wie er mich aus dem Rollsuhl mit dem Personenlifter ins Bett bringt; wie er mich entkleidet – Hose etc. – und wie er den Urinbeutel ToGo 750ml den ich während der Zeit im Rollstuhl trage <-> Betturinbeutel 2000ml wechseln muß. (Hat er bis hierhin gut gemacht muss ich fairerweise sagen.)
„Äh, John Doe wollen Sie keine Handschuhe anziehen?“
Dies weniger zu seinem als zu meinem Schutz. Wenn er „ohne Handschuhe“ den Urinbeutelwechsel vornimmt ist es nicht so abwegig dass er andere Bewohner*Innen auch ohne Handschuhe versorgt.

*

18.40 Uhr. John Doe kommt ins Zimmer: „Brauchen Sie noch was“?
„Ist das ihr Nachtrundgang“, fragte ich verwundert?
„Ja“, sagte John Doe.
Im Gespräch stellte es sich heraus, dass er auch schon mal um 18.30 kommen kann.
„Und wenn ich später noch Stuhlgang haben sollte“?
John Doe: „Kein Problem. Dann klingeln Sie.“
Bislang fand die Nachtrunde immer zwischen ca 19.15 und 19.45 statt. So konnte ich mich „entsprechend“ darauf einstellen. Ich ging davon aus das John Doe wusste (TeamÜbergabe bzw TeamMeeting) wie ich tickte, dass ich z.b. meine „Bedürfnissse“ entsprechend regulieren kann. #Dachteich
Nachdem er mir ne Flasche Wasser, um die ich ihn bat hingestellt hatte, verließ er mein Zimmer. #IchwarvölligvondenSocken

Um 18.45 Uhr hat John Doe mein Zimmer verlassen.
18.50 Uhr kam der Stuhlgang mit Macht. Ich klingelte.
Ca 10 – 15 Minuten später kam John Doe.
„Zuerst“, sagte ich „wärs gut wenn Sie Handschuhe anziehen und den Betturinbeutel entleeren würden“. Entleert hat er ihn. Den BettUrinBeutel anschließend über dem Bett fuchelnd hat er verschlossen. Auf mein linkes Bein tropfte es.
„Haben Sie ihre Handschuhe nachdem Sie diese angezogen haben, desinfiziert?“ (Von außen = machen Viele aus dem Team)
„Nein“, sagte John Doe.
„Dann war´s Urin, was mir auf mein linkes Bein tropfte“, sagte ich.
#Haternichtwahrgenommenoderwasauchimmer.

Reinigung vom Stuhlgang:
Da ich mich nicht aus eigener Kraft von der „Rückenlage zur Seite“ drehen kann, habe ich mein linkes Bein angewinkelt, sodass man mich dann auf die rechte Seite drehen kann.
Mit der Einlage, auf der ich lag, hat er mein Gesäß äußerlich abgeputzt und anschließend  mit einem nassen Handtuch abgewischt. Die Einlage und das Handtuch auf den Boden geworfen.
„Soll ich Sie (mein Gesäß) eincremen“? fragte „John Doe“.
„Nein, sagte ich verwundert.

Ich bat John Doe, mich dann zur anderen Seite zu drehen und mich in dieser Position zu reinigen. Hat er auch gemacht. Rechtes Bein angewinkelt mich zu sich – zum Fenster auf die linke Seite gedreht. Soweit okay. Dann reinigte er mich mit einem zweiten nassen Handtuch das er auf den Nachttisch legte. Neben das Obst, das auf dem Nachttisch lag.
Ich bat ihn um meine Feuchttücher. Mit 6 Feuchttücher reinigte ich mich dann. 6 Feuchttücher voll mit Stuhlgang legte er dann auf den Nachttisch neben das Obst dazu. Das habe ich erst sehen können, als ich wieder auf dem Rücken lag. Mir hats da erst mal den Draht rausgehauen. Der Tisch, auf dem ich Mahlzeiten einnehme, wenn ich im Rollstuhl sitze. Der Tisch, auf dem ich mir belegte Scheiben Brot zubereite. Ein Sandwich esse. #Haternichwahrgenommenoderwasauchimmer

Fazit:
Ich war sauber. Mein war Bett teilweise nass. Ebenso war das T-Shirt das ich trug im Rücken nass von seiner 2. NassenHandtuchReinigungsaktion.

Um 19.16 habe ich vom Smartphone – als „Externen Anruf“ die „Stimme aus dem Off“ angewählt und ihn gebeten in mein Zimmer zu kommen. Als er kam, habe ich ihn über diese #Reinigungsaktion von John Doe in Kenntnis gesetzt.

Ab 1. April ,so die Stimme aus dem Off, wird sich einiges ändern.
. . . und bis dahin bin ich Versuchskanninchen?“ konstatierte ich in einem Anflug von Humor.

Um 19.35 kam John Doe in FreizeitFeierabendkleidung in mein Zimmer: „Ich hab meine Jacke vergessen.“

*

Ich – ein Pflegeheimbewohner, der auf die Hilfe von examiniertem Pflegepersonal bzw. Pflegehelfer*Innen mit einer einjährigen Ausbildung angewiesen ist, muss mitunter letzteren sagen wie diese ihren Job machen müssen?

 Wenn JedeR aus dem Pflegeteam, ob examiniert oder Hilfskraft mit einer einjährigen Ausbildung im Laufe ihrer Tätigkeit allen Bewohner*Innen im Rahmen der jeweiligen gesundheitlichen Situation Hilfe zu teil werden lässt, dann hat jedeR Bewohner*In das Recht, menschenwürdig und im Kontext auf den Zustand bzw der Situation des jeweiligen Bewohner*In entsprechend versorgt zu werden. Vor allen Dingen ist das Tragen von Handschuhen unabdingbar und nicht verhandelbar. Es geht nicht nur um den Schutz des Trägers*In/Pflegepersonal sondern in erster Linie um „den Schutz des Bewohner *In bzw, meinen Schutz.“ Wenn ich in solcher Art und Weise „versorgt“ werde, wer sagt mir das „er“ andere Bewohner*Innen nicht in der gleichen Art und Weise „versorgt“ behandelt?
Wem dies nicht klar ist, der handelt grob Fahrlässig und ist als PflegeFach oder Hilfskraft in einem Pflegeheim fehl am Platz.

 * * *

Claus Fussek: Pflege geht uns alle an
Claus Fussek: Wehrt Euch endlich

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Good Bye „Atripla“ – Hello „Prezista 800 mg/Tivicay 50 m/Tybost 150mg“


Am Freitag den 2. März 2018 bin ich nach 20 Jahren meinem Prinzip „Never change a winning Team“ untreu geworden. ;)

Seit 20 Jahren habe ich in leichter Abänderung wegen einer erfolgreichen HepC pegInterferon alpha Behandlung in 2005 „AZT – Epivir – Sustiva = Atripla“ genommen.

Ab Freitagabend oder besser gesagt spätabends bin ich auf „Prezista 800 mg + Tivicay 50 mg + Tybost 150 mg (als Booster)“ umgestiegen. Spätabends deshalb, da ich mögliche Nebenwirkungen wie sie mit jeder HIV Medikation einhergehen „könnten“ selbige verpennen würde. So meine Hoffnung.

Vor fast 2 Jahren hat man mir einen suprapubischen Katheder gelegt weil die Neuropathie in den Beinen die Blasenmuskulatur außer Gefecht gesetzt hat.

Seit dieser Zeit ist mein Körper einer permanenten Infektion – div Bakterien im Urin – ausgesetzt – #3MRGN die mit Antibiothika Tabletten nicht in den Griff zu bekommen ist. Das berühmte 5%Restrisiko das bei jedem chir. Eingriff vorhandem ist, hat bei mir in diesem Fall voll durchgeschlagen.

Meine HIV Infektion ist dank einer funktionierenden 3er Kombi Atripla = VL unter der Nachweisgrenze = <20/ml in Schach gehalten. D.h. „Ich bin nicht infektiös“.

Diese „Dauerinfektion“ im Urin ist – so sehe ich es – eine Streßsituation die meinem Körper permanent ausgesetzt ist. Von der neuen HIV Kombi verspreche ich mir eine bessere – stärkere Kräftigung meines Immunsystems als unter Atripla.

Fazit:
Ich habe kein Problem mit #HIV, ich habe ein Problem mit dem Leben. :)

*

Chronik der fortlaufenden Ereignisse bzgl der neuen HIV Kombi „Prezista 800 mg + Tivicay 50 mg + Tybost 150mg (als Booster)“

Freitag 02.03.2018 01.25 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere, nach einigen Min eingeschlafen und wilden Traum geträumt. Da ich ein Cineast bin und Filme liebe . . . . Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Samstag 03.03.2018 02.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Sonntag 04.03.2018 01.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Nach 3 Tagen wage ich die kühne Behauptung aufzustellen das ich diese Kombi Recht gut  vertrage.

Montag 05.03.2018 01.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Dienstag 06.03.2018 01.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Während der letzten Tage und Abends bin ich immer mal wieder während ich TV schaute eingeschlafen. Dabei handelte es sich zwischen 1 1/2 – 2 Std.

Mittwoch 07.03.2018 01.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Donnerstag 08.03.2018 02.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Freitag 09.03.2018 03.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Samstag 10.03.2018 01.45 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Sonntag 11.03.2018 01.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = Schlafbedürfnis“.

Montag 12.03.2018 23.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = geringes Schlafbedürfnis“.

Dienstag 13.03.2018 22.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = geringes Schlafbedürfnis“.

Was ich als unangenehm empfinde ist, das ich mich nach dem Aufwachen „nicht wach“ fühle. Das Gefühl das ich habe ist – mit Worten beschrieben – als würde Müdigkeit über meinen Augen liegen. Bis Mittags fühle ich mich schläfrig. Möglicherweise liegt es daran das ich diese Kombi erst so spät „zwischen 01.00 Uhr <-> 02.00 Uhr einnehme. Ab heute werde ich die Kombi in der Zeit in der ich „Atripla“ eingenommen habe „früher als bisher“ einnehmen. Sollte tagsüber das „Schlafbedürfnis – des Gefühl nicht wach zu sein“ dennoch vorhanden sein, dann hat sich diese Kombi für erledigt. Ich werde wieder auf „Atripla“ zurückgreifen.

Mittwoch 14.03.2018 22.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = geringes Schlafbedürfnis“.

Donnerstag 15.03.2018 22.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = geringes Schlafbedürfnis“.

Freitag 16.03.2018 22.00 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen = starkes Schlafbedürfnis“.

Samstag 17.03.2018 21.30 Uhr Einnahme
Das übliche Einnahmeprocedere und nach ca einigen Min eingeschlafen. Alles im grünen Bereich – „Nebenwirkungen =starkes Schlafbedürfnis – Matschbirne“.

Mich nach der Einnahme „wie eine Schlaftablette zu fühlen“ hat nix mit Lebensqualität zu tun.

„Ich bin mal gespannt wie die Werte unter dieser Kombi sein werden. Mein Doc meinte das man den „neuen Werte unter Prezista ect“ erst nach ca 6 Monaten Bedeutung zumessen kann.“

Dieses Thema hat sich mit Heute Sonntag den 18. März 2018 erledigt wegen der folgenden Email an meinen Arzt der mich im Team mit anderen Ärzten – Schwerpunkt HIV“ seit 30 Jahren begleitet . . .

Der Grund meiner Email ist der das ich ab Heute Sonntag den 18. März die neue Kombi „Prezista und Tivicay + Tybost“ wieder abgesetzt habe.

Ich habe diese Kombi zu unterschiedlichen Zeiten – zwischen 02.00 Uhr Nachts bis zuletzt 21.30 Abends genommen. Dies in der Hoffnung das ich Tagsüber klar = wach im Kopf bin. Das Gegenteil war der Fall. Jeden Tag war ich – mal weniger – mal mehr – müde. Ich fühlte mich so als hätte ich eine Schlaftablette genommen.
Es war der Depression die ich vor Jahren hatte ähnlich. Es fühlte sich an als läge ein Schleier über meinen Augen. Ein Schleier hinter dem ich die Welt, alles diffus wahrnahm. In einem depressionsähnlichen lustlos und dauermüden Zustand zu leben selbst wenn die Blutwerte/Parameter top wären (unter Atripla haben sie sich in unteren Drittel des Normbereichs bewegt Ratio – CD4:CD8 0.90 4/8 Ratio – CD3 72 % – CD3 abs. 864 cells/µl –  CD4 34 % – CD4 absolut 408 ect) . . . . diesen Preis bin ich nicht bereit zu zahlen.

*

Update Mittwoch 21. März 2018

Seit Sonntag den 18. März 2018 nehme ich wieder Atripla. Seitdem ist bei mir wieder alles im Lot. Klar im Kopf und kein Gefühl der Müdigkeit mehr. Mein Doc hat dem zugestimmt . . .

. . . danke für Ihre Nachricht; es ist halt bei jedem Menschen ganz unterschiedlich, wie er bestimmte Medikamente verträgt. Das Atriplarezept ist augestellt und wird an die ***Apotheke geschickt. Ich werde dann die nächste Blutentnahme im bisherigen Quartalsrhythmus durchführen.

* * *

Dies wird eine weitere „Chronik der fortlaufenden Ereignisse bis „Heute, Mittwoch den 21. März 2018.“

* * * * *

 

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Leben im Pflegeheim – LGBTIQ Community und Menschen mit HIV


Intro:

Grundsätzlich gilt: Ein Pflegeheim ist kein Ort um sich „wohlzufühlen“.

Dies gilt insbesondere dann wenn man nicht oder nur bedingt mobil und auf Hilfe des Pflegepersonal angewiesen ist.

„Wohlfühlen“ ist weder ein Vertragsbestandteil, noch politisch gewollt bzw. vorgegeben geschweige denn auf Grund der Anzahl der Pfleger*Innen resp. Betreuungskräfte möglich.

Die Struktur des Pflegepersonals i.e. kulturell wie auch der Tatsache das sie einen Querschnitt unserer Gesellschaft repräsentieren spielt u.U. eine nicht unerhebliche Rolle.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

*

Einerseits ist die Anzahl der Menschen die HIVpositiv sind in der Bundesreublik Deutschland relativ gering. Gemessen an der Gesamtbevölkerung der BRD von Mio 82,67 beträgt der Anteil der Menschen die mit HIV leben 84.700 (Stand Nov 2015) noch nicht mal 1 % nämlich 0,976%. Von den 84.700 HIV-Infizierten wissen geschätzte 12.600 nichts von ihrer Infektion. Quelle: RKI Stand 14.11.2016 (1) 

Andererseits nehmen die meisten der 72.100 Menschen mit HIV+ eine der möglichen HIV Medikamenten Kombination (2) sodaß „Wir“ auf Grund der guten Behandelbarkeit von HIV und einem mittlerweile gut verträglichen Nebenwirkungsmanagement im Sinne von geringen Nebenwirkungen die gleiche Lebenserwartung wie Menschen die HIV-negativ sind haben. Quelle: HIV Medikamente = HivandMore (2)

Einerseits ist HIV (3) um es vereinfacht auszudrücken (ausführlich siehe Link Deutsche AIDS Hilfe) (4) nur eine Krankheit unter Vielen.

Andererseits ist jeder Mensch der in Deutschland lebenden 84.700 Menschen der mit dem HIVirus lebt ein Einzelfall. „84.700 Einzelfälle“ deshalb weil nach 35 Jahren um das Wissen von HIV in Deutschland immer noch oder schon wieder „Vorstellungen“ von HIV in den meisten Köpfen der Gesellschaft rumspuken deren Ursache von Nicht Wissen und daraus resultierenden Ängsten und Vorurteilen geprägt ist und nicht immer – was erstaunlich ist! – der Realität = Wissen zumindest bei einem großen Teil des medizinischen Personal, seien es Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern und Pflegeheimen entspricht. Wie ein roter Faden, so meine Vermutung, existiert in vielen Köpfen unserer  Gesellschaft eine Bewertung von „Gute Krankheit – Schlechte Krankheit“.

Hier enthülle ich jetzt dem*der geneigten Leser*In ein Geheimnis:
Einer Krankheit ist es völlig egal wie der Mensch sie bewertet. Sie wirkt auf Grund ihrer eigenen Dynamik. Während des Verlaufs von lebensbedrohenden Krankheiten werden Betroffene wie Freunde*Innen, Ehe*Partner*Innen, Familien, Väter, Müter, Kinder gleichermaßen mit „Wut, Schmerz, Resignation, Verlust und Trauer“ konfrontiert. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge sondern gleichermaßen auch mehrfach werden diese Prozesse durchlebt und erfahren.

Und zum 3. „Andererseits“ zähle ich mich – Ich habe/treffe die freie Entscheidung bzgl der Wahl der Zugehörigkeit – zu den 7,4 Prozent LGBTIQ Anteil der Bevölkerung laut dieser Studie (5) veröffentlicht 2016. In dieser Studie (Dalia Research) (6) heißt es:

Mit 7,4 Prozent LGBT-Anteil ist Deutschland in dieser Studie in den EU Länder Spitzenreiter.

Es geht um ca. Mio 6,2 Menschen von dem sich ein großer Teil einen Anderen als den heteronormativen (7) Lebenskonzept zugehörig fühlt (Nein homosexuell zu sein ist keine Frage der Wahl). Wenn man dieses Ergebnis im Kontext der letzten >50 – >70 Jahre sieht so wird man nicht umhin kommen festzustellen das Wir – Menschen der LGBTIQ Community – ein Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren. Unter uns gibt es Menschen die ihren Lebensabend gut vernetzt „zu Hause“ verbringen können und Andere die im Alter auf die Hilfe von anderen Menschen undoder Pflegeheimen angewiesen sind und sein werden. Vorauszusetzen das diese „anderen Menschen“ von unseren Lebenskonzepten und HIV Kenntnis haben ist bis auf einen verschwindend geringen Teil gut informierter Menschen in Wohngemeinschaften für wenige Menschen wie z.b. in München (8) und Pflegeheimen (9) die man an den Fingern (10) einer Hand (11) abzählen kann, immer noch die Ausnahme  als die Regel im Alltag.

*

Als das Pflegeteam des Wohnbereiches in dem #Pflegeheim in dem ich seit 16 Monate lebe gehört hat das ich HIV+ bin, haben es Alle abgelehnt mich anzufassen, zu pflegen. Keiner wollte mit mir etwas zu tun haben.

Dieses Pflegeheim dürfte kein Einzelfall sein. Was für eine Haltung herrscht innerhalb der Pflegeheime in der BRD seitens der Verantwortlichen bzgl Menschen mit HIV undoder Menschen die Teil der LGBTIQ Community sind? Hofft man das dieser Kelch an Ihnen vorübergeht? Sind CSD´s und Welt AIDS Tage Veranstaltungen die zur Belustigung der Bevölkerung dienen oder ist man der Meinung das Wir dem Infotainment in Soaps gleichzusetzen sind? 

In meinem Fall hat die zu dieser Zeit verantwortliche PDL Leitung meinen Doc aus dem Team bei dem ich seit 30 Jahren in Behandlung bin, gebeten das Pflegeteam des Wohnbereich in dem ich lebe aufzuklären. Seitdem gibt es keinerlei „Berührungsprobleme“.

*

Doch zurück zum eigentlichen Thema dem „Alltag von Menschen aus der LGBTIQ Community“ die im Alter im Alltag auf Hilfe die Pflegeheime anbieten angewiesen sind bzw sein werden. Seit 1999 ist oder besser gesagt war „Leben im Alter von Menschen aus der LGBTIQ Community in einem Altenpflegayheim“ (12), wie Walter Curkovic-Paul, der mittlerweile im Jahr 2009 verstarb, Thema in Frankfurt am Main. So setzte sich die damalige Stadträtin Jutta Ebeling von den Grünen im Jahr 2004 für dieses Projekt (13) ein. Auch „Der Spiegel“ (14) war schnell dabei. Leider ist es bei dem Projekt (15) pdf Datei und endlosen Diskussionen (16) geblieben. „Much ado about Nothing“ – Viel Lärm um Nichts. In diesem Fall ist es weniger eine Komödie als eine Tragödie. Zu meinem großen Bedauern ist mit ihm auch dieses Projekt entgültig gestorben.

Außer das die Anzahl der Menschen der LGBTIQ Community zugenommen hat und ein großer Teil von uns nicht nur älter geworden ist sondern auch auf Hilfe im Alltag angewiesen ist – sein wird, hat sich während der letzten 18 Jahren nur wenig bewegt. Weder politisch noch was die diesbezügliche inhaltliche Aus -und Fortbildung zu diesem Thema von Pflegepersonal betrifft.

Grundlegend muß man sich vor Augen halten:
„Was ist der Sinn und Zweck eines Pflegeheim“
Versorgung von Grundbedürfnissen wie Grundpflege = Hygiene und Versorgung mit Nahrung von Menschen die dies aus eigener Kraft nicht mehr bewerkstelligen können.

Dazu kommen als Ziel der Altenpflege, als professioneller Langzeitpflege die Erhaltung einer stabilen Lebensqualität. Weil die geistigen, körperlichen und sozialen Fähigkeiten im Alter abnehmen, besteht die Aufgabe der Altenpflege darin, die Fähigkeiten der Selbstpflege des Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten und zu fördern.

Das Schlüsselwort ist jedoch „professionelle Pflege“. Pfleger*In ist ein Beruf dessen Aufgabengebiet sich auf die Bewältigung des organisatorischen Alltages „des Menschen im Alter“ bezieht. Dies gilt in besonderem Maß für Bewohner*Innen die Bettlägrig sind. Und dies mit einer professionellen Distanz. Einer Distanz wie sie jeder „normale“ Beruf mit sich bringt. In Berufen in dessen Mittelpunkt der Mensch steht sollte es „eigentlich“ anders sein. Die Arbeit für bzw mit Menschen geht nicht gleichzeitig bzw zwangsläufig mit dem Entstehen von „Nähe zu dem Menschen“ einher. Emotionale Nähe in Pflegeheimen ist schon deshalb nicht erwünscht weil die Objektivität des Pflegepersonal in Frage gestellt werden könnte bzw die tägliche Arbeit mit Bewohner*Innen besonders bei Jenen die nicht mobil sind und 24/7 im Bett liegen darunter leiden könnte. Supervision wie sie in vielen Berufen in der Arbeit mit Menschen angeboten wird ist erstaunlicherweise im Berufsalltag von Pflegepersonal nicht existent.

Berufsbild Altenpfleger*In (17)

„planen und dokumentieren Pflegemaßnahmen“.
Dieser Teil nimmt einen großen Teil der täglichen Arbeitszeit in Anspruch. Zeit die für eine mögliche Zuwendung für Bewohner*Innen fehlt.

„motivieren Pflegebedürftige zu Freizeitaktivitäten.“
Dieser Aspekt wird von speziell dafür eingestellten Betreuungskräften und nicht vom Pflegepersonal wahrgenommen.

Seit Jan 2017 werden Betreuung und Aktivierung in stationären Einrichtungen von eigens eingestellten Betreuungskräften nach § 43b SGB XI (18) vorgenommen. Für 20 Bewohner*Innen je 1 Betreuer*In.

In unserem Alltag haben wir uns die Menschen ausgesucht, leben in einem Kreis von Menschen die wir mögen, die uns gut tun und vice versa. Da Pflegeteams in Pflegeheimen einen repräsentativen Querschnitt unserer Gesellschaft repräsentieren wird man Pfleger*Innen und Hilfskräften begegnen denen ein #NoGo auf der Stirn geschrieben steht. Gleiches wird die Eine oder andere Pflegekraft auch bei mir selbst – bei einem selbst – feststellen können. Sich selbst zu 100% zu kontrollieren – unter Kontrolle zu halten – ist nach meiner Erfahrung nicht möglich. Wenn man sich kennt kann man an sich, seinen Vorurteilen und anderen Muster die sich im Verhalten manifestieren können arbeiten. Mit Allen auf einer freundlichen Ebene zusammen zu leben ohne sich zu verbiegen ist durchaus möglich.

*

Als „EinzelPerson“ die im Alter auf die Hilfe wie sie in Pflegeheimen angeboten ist, wird man idR kein Problem mit den Pflegeteams haben. Diejenigen von uns die HIV positiv sind werden bei gesundheitlichen Problemen „möglicherweise“ die Erfahrung machen, das es mit Ärzten die für Pflegeheime zuständig sind wie auch mit den Pflegeteams einen „erhöhten Bedarf an Kommunikation bzgl HIV“ gibt. Das wir mit den uns behandelnden HIV undoder Schwerpunktärzten auch wenn man in einem Pflegeheim lebt in weiterhin Verbindung ist, steht außer Frage. Sollte es zumindest.

*

Sexuelle Identität erhalten

Die Integration gleichgeschlechtlicher lebender Menschen in ihrem direkten Umfeld soll erreicht werden, indem die Angebote der Altenhilfe und -arbeit explizit auch Lesben und Schwule berücksichtigen. Dabei sollen professionelle Mitarbeiter in ihren Beratungen diese spezifischen Lebenslagen kennen und mit einbeziehen. Die Berücksichtigung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen als Qualitätsstandard soll in Rahmenlehrplänen der Aus, Fort und Weiterbildung im Bereich Altenhilfe und -pflege festgeschrieben und als Querschnittsthema vermittelt werden. Dazu ist es notwendig, dass eine thematische Verankerung in Curricula dieser Studien und Ausbildungsgänge vorgenommen wird.

Kein Mensch darf durch die Inanspruchnahme von pflegerischen Hilfen oder Maßnahmen der Altenhilfe in seinen individuellen Werten sowie dem Ausleben seiner sexuellen Identität eingeschränkt werden. Daraus resultiert, dass jede Senioren und Pflegeeinrichtung den spezifischen Bedürfnissen gleichgeschlechtlich orientierter Senioren Rechnung tragen sollte.

Und – ich füge hinzu – dies gilt gleichermaßen für HIV Positive Senioren*Innen.

Diese Textpassagen wurden der 3. Ausgabe von Balsam – das Magazin, (19) Seiten 4/5,8 entnommen. Leider gibt es diesen Download der 3. Ausgabe heute 2017 nicht mehr. Wie ich sehe wurde das Magazin auch eingestellt.

Unsichtbar im Alter – Ausgegrenzt und Vergessen ? . . . .

Doch was sind die Alternativen? Gibt es überhaupt Alternativen? Viele HIV Positive waren nur kurze Zeit voll arbeitsfähig, beziehen Hartz IV oder eine geringfügige Rente. Sie verfügen über keine ausreichenden Rücklagen bzw. haben keine Altersvorsorge getroffen – wie auch ein Großteil der Bevölkerung. Andere wiederum haben ihren Job gekündigt als sie vor 30, 35 Jahren erfahren haben das sie HIV+ sind. „Was soll´s. Ich habe eh nur noch max 3 Jahre zu leben. Also hau ich meine Kohle auf den Kopf und genieße mein Leben in vollen Zügen solange es geht“.

*

Ließt man sich die jeweiligen Satzungen/Leitbilder der div Aidshilfen durch, so findet man kaum etwas über das Thema „HIV im Alter“. Man sollte annehmen das es auch zu den Aufgaben der Aidshilfen gehört sich dem Thema “ HIV und Alter“ anzunehmen bzw das sie es sich zur Aufgabe gemacht haben entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen. Doch dies ist bis auf Ausnahmen ein Trugschluß.

Einige wenige Aidshilfen – man kann sie an einer Hand abzählen – haben vereinzelte Projekte zum betreuten Wohnen in ihrem Programm die sich auf stationäre Betreuungseinrichtungen, therapeutische Wohngemeinschaften oder betreutes Einzelwohnen beziehen. Was „Hiv im Alter“ und insbesondere das Thema „Wohn und Lebensformen im Alter“ betrifft, so sieht die Realität bzgl der Angebote von Aidshilfen leider anders aus. „HIV im Alter“ muß doch Thema sein, ging es mir durch den Kopf.

Am 12. und 13. September 2008 fand im Roten Rathaus in Berlin unter dem Motto Vom Leben Reden zum 10. Mal der Kongress zum Thema HIV und Aids HIV im Dialog (20) statt.

Zwei Workshops (20,1) waren es die mich bewogen hatten auf den Kongreß nach Berlin zu fahren. Hier hoffte ich Antworten auf meine Fragen ob es Wohn bzw. Lebensformen für älter werdende HIV Positive gibt zu finden. Voller Erwartung besuchte ich die entsprechenden Workshops die „Hiv und Alter “ zum Thema hatten. Und hier wurden meine Erwartungen in jeder Hinsicht bei weitem übertroffen.

Der eine Workshop beinhaltete ein Vortrag von Michael Jähme – HIV und Alter (21), im anderen Workshop hat Dr. Marco Pulver (22) seine „Umsetzung“ des Themas präsentiert.

Aus der Lesben und Schwulenbewegung (23) – deren Entstehung durch den Stonewall (24) – Aufstand vom 28. Juni 1969 in New York City katalysiert wurde haben sich u.a. Mitte der 80ger die Aidshilfen gegründet.

Die Schwulenberatung (25) Berlin vertreten durch Dr. Marco Pulver (26) präsentierte ein Konzept (27), das mir nicht nur die Sprache verschlug sondern meine Erwartungen bei weitem übertraf.

Am darauf folgenden Montag habe ich die Schwulenberatung in Berlin besucht. Ich gebe zu das ich – eine Hete – mich etwas unsicher fühlte. Völlig Grundlos wie sich im Laufe meines Besuches herausstellen sollte. Ich wurde mit einer Herzlichkeit aufgenommen die mir einfach gut getan hat. Zu dieser Zeit fand Montag Nachmittags ein zwangloses Treffen bei Kaffee und Kuchen statt. Alle im Raum warteten mit Spannung darauf was es dieses Mal für Kuchen geben würde. Während der Kaffee Runde verkündete einer der Teilnehmer das er sich – damals – verpartnern werde. Die Freude und die Glückwünsche der Anwesenden haben mich echt geplättet.

In dieser Runde habe ich einen russischen Mann kennengelernt der schwul ist. Er erzählte mir das er Soldat der russischen Armee war die damals in der Ex DDR stationiert war. Während all der Jahre als er in der Armee in der DDR war hat er keinem Menschen gesagt das er schwul ist. 1994, die Mauer fiel 1989, als die letzten Streitkräfte der Russ. Armee nach Russland zurückkehrte, hatte er sich dafür entschieden in Berlin zu leben. Als er mir von seiner Angst und den Repressionen erzählte falls man entdecken würde das er schwul ist, hat es mir buchstäblich den Hals zugeschnürt. Seine Angst war damals in 2008, fast 20 Jahre später, immer noch „greifbar“ für mich.

Nach der Kaffeestunde hatte ich ein Gespräch mit Dr. Marco Pulver über das Konzept der  Regenbogenvilla (27) wie sie damals noch genannt wurde.

Aus dem was viele der Teilnehmer*Innen der Workshops der Themen „HIV im Alter“ teilten und meinem Besuch in der Schwulenberatung habe ich das Projekt „Leben im Alter – In Würde alt werden“ (28) in Frankfurt am Main mit Hilfe der AIDS Hilfe Frankfurt auf die Beine gestellt. Es war Klein aber Fein (29). Ein Ergebnis war die Frankfurter Resolution „In Würde alt werden“. (30)

*

Wie sieht es heute im Jahr 2017, 9 Jahre später mit dem Thema „HIV und Leben der LGBTIQ Community im Alter aus?

Die einstigen Gruppen von 40+ sind mittlerweile 70+. Ein „bedingt“ gutes Beispiel ist das „Schwules Forum Frankfurt„(31). Ein tolles Projekt solange man noch „mobil ist“ und ein Leben zu Hause in den eigenen 4 Wänden möglich ist. Bedingt deshalb weil es nicht genügend „Ehrenamtliche“ gibt. Wartelisten gehören zum Standard. So meine Erfahrung.

In Frankfurt leben schätzungsweise 50.000 lesbische Frauen und schwule Männer. Eine große Zahl von Lesben und Schwulen aus dem Rhein-Main-Gebiet gehören ebenfalls zur Frankfurter Gay-Community. Quelle: Leben in Frankfurt – Gay Community (32)

In Berlin, München, Köln, Hamburg, verhält es sich ähnlich (33). Ist man verehelicht, verpartnert, „mobil“, „fit“ = gut vernetzt dann ist „Leben im Alter in Würde“ kein Problem.

*

Pflege: Leben wie Sie lieben – auch im Alter. LGBT in der Altenpflege bei der MÜNCHENSTIFT
Lesbisches Leben (34)
Die MÜNCHENSTIFT GmbH hat sich nach dem Stadtratsbeschluss der Landeshauptstadt München als einziger Münchner Träger für das Modellprojekt Öffnung der stationären Altenpflege für LGBT beworben. Der Dokumentarfilm weist auf die Bedürfnisse älterer Lesben, Schwuler und Transmenschen hin und zeigt, wie die Öffnung der stationären Altenpflege für LGBT in den Pflegeeinrichtungen der MÜNCHENSTIFT gelebt werden kann.

In einem sozialen Medium habe ich anläßlich von HIV im Dialog in Berlin 2017 etwas geschrieben von dem ich Einiges auszugsweise hier wiedergebe:

Wenn ich das Programm von „HIV im Dialog“ so lese, lese ich auch „Ja wir wissen das wir älter werden, doch erst mal die Anderen“.

. . .

Wo sind die älteren und alten Menschen aus der LGBTIQ Community? Was ist mit denen die in den 90ger Jahren 40+ plus waren. Wo sind sie die heute, 65, 70 jährigen und Älteren die nicht so begütert oder vernetzt sind das sie in Familien ähnlichen Strukturen bzw Partnerschaften oder Ehen ihr „Leben im Alter in Würde“ verbringen können? Wo sind die Unzähligen die Mitte der 80ger Jahre als sie erfahren haben das sie HIV+ sind und ihren Job hingeschmissen haben „Weil sie damals glaubten wie auch ich das wir nur noch einige Jahre zu leben haben“?

Viele leben alleine im Kontext der Gentrifizierung am Rand der Städte weil sie die Mieten in der Stadt nicht bezahlen können, die von den Ämter der „Grundsicherung im Alter = Neudeutsch für Sozialamt“ nicht bezahlt werden.

Viele sind auf Hilfe im Alter angewiesen. Entweder von ambulanten Pflegediensten oder in Pflegeheimen. Die Menschen in den Pflegeheimen sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Die Mitte der Gesellschaft aus der heraus Stigma, Diskriminierung und Ablehnung kommt, die Gesellschaft die Menschen aus der LGBTIQ Community im Alltag immer noch ausgrenzt.

. . .

Ganz zu schweigen von „den Lebenskonzepten von Menschen aus der LGBTIQ Community, i.e. Schwulen, Lesben, Bi, Trans Menschen. Fortbildung in der Ausbildung zum Pflegeberuf? Fehlanzeige.

. . .

Weder das Pflegepersonal von denen viele aus Länder kommen in denen es Menschen aus der LGBTIQ Community um einiges schwerer haben als wir geschweige denn was die Bewohner*Innen von Pflegeheimen betrifft wissen etwas über unsere Art zu leben.

Euer Alltag ist ihnen Fremd. Es gibt wenige die uns verstehen, mit denen man „normal“ reden kann. So wie wir untereinander kommunizieren – in unseren Rahmen in denen wir uns wohl und geborgen fühlen, diese Rahmen sind in Pflegeheimen bis auf Ausnahmen „Lebensort Vielfalt, Villa Anders“ selten. Im Alltag von Heute gibt es innerhalb der Gesellschaft leider zu wenig Inseln wo dies möglich ist. Nach 48 Jahren Christopher Street Day finde ich das traurig.

*

Sich liebende Männer und Frauen werden Viele vom Personal und den Bewohner*Innen  fremd sein.

Schon die Vorstellung im Alter noch einmal mit Stigma und Ausgrenzung konfrontiert zu werden, Stigma und Ausgrenzung erfahren zu müssen, ist für viele Menschen aus der LGBTIQ Community ein unerträglicher Gedanke.

* * * * *

(1) RKI: Epidemiologisches Bulletin 45/2016
(2) HIV&more:  HIV-Medikamente im Überblick
(3) Deutsche AIDS Hilfe: HIV/AIDS
(4) Deutsche AIDS Hilfe: Gut zu wissen
(5) Jetzt: So queer ist Deutschland wirklich
(6) Dalia: Counting the LGBT Population . . .
(7) Gender Institut Bremen: Heteronormativität
(8) Rosa Alter: Gut versorgt im rosa Alter
(9) Villa Anders: schwul-lesbisches-wohnen e.V.
(10) Schwulenberatung Berlin: Lebensort Vielfalt
(11) Julie-Roger Haus Frankfurt: Initiative Regenbogenpflege
(12) Frankfurt: AltenPflegayheim
(13) FAZ: Stadt setzt sich für AltenPflegayheim ein
(14) Der Spiegel: AltenPflegayheim für Homosexuelle – Heteros willkommen
(15) Projekt AltenPflegayheim: Abschlußbericht Bedarfsanalyse/Zusammenfassung
(16) Entstehung lesbisch-schwuler Altenarbeit und -politik in Hessen
(17) Berufsbild: Altenpfleger*In
(18) Zusätzliche Betreuung in stationären Einrichtungen: Leistung nach § 43b SGB XI
(19) Balsam: Berliner Arbeitskreis Lesbische & Schwule Alte Menschen
(20) Berlin – Rotes Rathaus: HIV im Dialog
(20,1) HIV im Dialog 2008: Referate & Vorträge
(21) Michael Jähme: HIV und Aids werden alt
(22) Dr. Marco Pulver: Netzwerk Anders Altern – Haus Nieburstr. 59/60
(23) Wikipedia: Lesben und Schwulenbewegung
(24) Wikipedia: Stonewall
(25) Berlin: Schwulenberatung
(26) Dr. Marco Pulver: Netzwerk Anders Altern
(27) alivenkickn: „Alle unter einem Dach – In Würde altern“
(28) alivenkickn: „Leben im Alter – In Würde alt werden“
(29) alivenkickn: „Klein aber fein“
(30) Frankfurter Resolution: „In Würde alt werden“
(31) 40Plus: Schwules Forum Frankfurt
(32) Frankfurt.de: Soziales und Gesellschaft – Schwules/Lesbisches Leben in Frankfurt
(33) Netzsieger: Ausgeprägte Gay Szene – Wo leben die meisten Schwulen?
(34) Konny´s Lesbenseite: Leben wie Sie lieben – auch im Alter

*

Weitere/ähnliche Beiträge zu diesem Thema

Nollendorfblog: Patsy l’Amour laLove über Martin Dannecker: Er war schwul, bevor es das Wort in dem Sinne gab.

 

 

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„Würde im Alter mit Heimvorteil“ – Sterbebegleitung . . .


Ließt man sich die Kurzbeschreibungen der div Pflegeheime auf dieser Seite durch, so findet man bei einigen Heimen unter „Bewohner Betreuung“ den Begriff der „Sterbebegleitung“. Bei näherer Betrachtung des entsprechenden Internetauftritt der entsprechenden Pflegeheime sucht man vergebens nach der Art und Weise wie Bewohner*Innen in einem Pflegeheim (dies dürfte von wenigen Ausnahmen abgesehen für alle Pflegeheime in der BRD zutreffen) während ihres Sterbeprozeß begleitet werden.
 
Vieles wird in den jeweiligen Internetauftritten der Pflegeheime erklärt, hervorgehoben bzw. betont. Warum wird kein Wort über das „Wie“ das Begleiten eines Menschen der im Sterben liegt verloren?

Den Königsweg einer „Sterbebegleitung“ gibt es nicht. Sie ist privat und individuell. Das steht außer Frage.

In der Sterbebegleitung geht es darum, Menschen in den letzten Wochen vor ihrem Tod beizustehen, sie zu trösten und rücksichtsvoll zu betreuen. Menschen jeden Lebensalters – das gilt für Kinder ebenso wie für alte Menschen, ihre Familien und die ihnen Nahestehenden – benötigen in der letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung. Quelle: Wikipedia Sterbebegleitung

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Am 28.8.2012 wurde das Grundsatzpapier „Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen“ auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Quelle: Deutscher Hospitz und Palliativverband e.V.

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Meinem Vater wurde der Segen zu Teil zu Hause im Kreis seiner Familie sterben zu dürfen. Seine Familie bestand aus meiner Mutter und mir seinem Sohn. „Zu Hause Sterben zu dürfen“ ist ein Glück und heute 16 Jahre später ein Segen. Glück weil die Zahlen von Menschen die in einem Pflegeheim im Jahr 2020 leben und möglicherweise auch sterben bei bis zu 2,9 Millionen Menschen betragen könnten. 
Segen weil die Begleitung meines Vaters bei seinem Sterben für mich ein Segen war. Ihn bei seinem Sterben begleiten zu dürfen erfüllt mich heute immer wenn ich sein Bild in meinem Altar in dem Zimmer des Pflegeheimes in dem ich jetzt lebe betrachte mit Dankbarkeit.

© Wolfgang Kirsch

Die letzten Wochen meines Vaters vor seinem Tod waren von Weinen und Rufen nach Hilfe geprägt. Stundenlang saß meine Mutter an seiner Seite, hielt seine Hand. „Ich bin bei Dir“ sagte sie zu ihm. „Du brauchst keine Angst zu haben. Es ist alles gut so wie es ist“.

In der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 2001 ist mein Vater friedlich im Schlaf gestorben.

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In dem Wohnbereich in dem ich lebe liegen immer wieder Bewohner*Innen im Sterben. Dies gehört zum Alltag in jedem Pflegeheim. Wenn ich in meinem Pflegestuhl unterwegs bin höre ich oft ihre Rufe nach Hilfe. Das Pflegeteam begleitet Bewohner*Innen die im Sterben liegen nach besten Kräften; im Rahmen dessen was ihnen möglich ist. „Möglich“ deshalb weil die Teams in ihrer täglichen Arbeit ebenso den Bedürfnissen der übrigen Bewohner*Innen gerecht werden müssen.
Angehörige, Familie, Seelsorger*Innen, Freunde, sie begleiten – soweit möglich – ihre*n Angehörige*n, Freund*In wenn sieer im Sterben liegt.

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Ich klage die Regierungen der letzten 30 Jahre an weil sie nichts getan haben das Menschen die ihren Lebensabend in einem Pflegeheim verbringen in „Würde alt werden und während ihres Sterbens begleitet werden“ so wie es den vielfach inflationären gebrauchten Begriff der „Christlichen Werte“ impliziert.

Im Januar 2008 wurde Claus Fussek für sein besonderes Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ein Schlag ins Gesicht der Gesellschaft für die „Sterben und Tod“ immer noch ein Tabu Thema ist. Ein Schlag auch für Claus Fussek der nicht müde wird zu mahnen. Vor allen Dingen ein Schlag ins Gesicht all der politisch Verantwortlichen die nicht müde werden eine Pflegereform anzumahnen. Sie allerdings haben diesen Schlag ins Gesicht verdient. Sind letztendlich sie es die den Schwanz eingezogen haben bzw ziehen weil sie nichts weiter als Flickschusterei betrieben haben. Das was sie bis dato in die Wege gleitet haben wie z.b. die Reform der „Pflegestufen in Pflegegrade“ ist auch ein Schlag ins Gesicht von engagierten Altenpfleger*Innen weil diese „Reform“ mit einem erheblich bürokratischem zeitlichen Mehraufwand an Dokumentation für jedes Pflegeteam verbunden ist. Zeit die jedem einzelnen Pfleger*In fehlt um sich Bewohner*Innen zuzuwenden wenn diese*r der Zuwendung bedarf. Statt in qualifiziertes Pflegepersonal zu investieren werden Milliarden u.a. von Steuergelder verschwendet oder „EZB sei Dank gedruckt“ und Automobilkonzernen bzw Großbanken hinterhergeschmissen denen Anklagen wegen justitiabler Verfahren drohen.

*

Jedesmal wenn ich die Rufe nach Hilfe von Bewohner*Innen höre sage ich zu mir: 
Der Tod ist das Ende einer manchmal langen Reise. Diese Art zu sterben hat nichts mit einem „Sterben – Tod in Würde zu tun. Von „Würde im Alter“ ganz zu schweigen. „So möchte ich nicht sterben“

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Springer Verlag und HIV – Nichts dazu dazugelernt


Heute dacht ich so vor mich hin:

„Du hast lange nicht mehr die Google News zum Thema HIV aufgerufen. Schau doch mal was es so Neues gibt“.

Gesagt – Getan

Als ich die folgende Überschrift eines Artikel in der Welt vom 27. Sept. 2017 (aus dem TV Sender N24 der zum Springer Verlag gehört wird ab 18. Jan 2018 der TV Sender Welt ) las dacht ich: „Das darf doch nicht wahr sein“:

„Immunschwäche HIV-Infektionen bei Menschen ab 50 nehmen deutlich zu“

Unter Anderem bezieht sich der Autor Walter Willems von der Welt auf eine Studie die in der englisch sprachigen Ausgabe der Zeitschrift „Lanzet“ – ein Link oder die Nr der Ausgabe fehlt! – (höchstwahrscheinlich handelt es sich um diese Ausgabe/Artikel der Lanzet) veröffentlicht wurde. Eine Kernaussage ist (in der deutschen Übersetzung):

 „Das geht möglicherweise darauf zurück, dass HIV und seine Übertragung älteren Menschen weniger bewusst ist.“

Nun ja. „Ich vor 1967 geboren – weiß das es HIV gibt, weiß das ich mich mit dem Virus infizieren kann. Aber erst mal passiert es den Anderen. Nicht mir“.

Es wird vermutet das die Ursache „Mögliche Faktoren: Prostitution und Sextourismus“ sein könnten. Damit werden wieder einmal Stigma und Diskriminierung Tür und Tor geöffnet.

Das es auch anders geht: „Wir kennen die Ursachen in Deutschland letztlich nicht“, sagt die deutsche Co-Autorin Barbara Gunsenheimer-Bartmeyer vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Zum Glück gibt es aber auch immer Jemand – Person oder Instituition – dem man den Schwarzen Peter zuschieben kann:

Der Trend zeige aber auch, dass diese Altersgruppe von „Aufklärungskampagnen“ vernachlässigt worden sei, betont sie (Tavoschi-Lanzet“.

In gleichem Maß wie die vor 1967 Geborenen älter – sexuell aktiv*er geworden sind, in gleichem Maß haben Aufklärung, Information, Wissen um HIV und HIV Medikamente zugenommen. Besonders was die Aufklärung in Schulen der heute 50+ betrifft. Die Meisten meiner Freunde die heute 50+ sind haben HIV mit all seinen Schrecken, seiner Tragödien pers. erlebt. Von wem zum Teufel spricht der Autor, die Autorin überhaupt?

Die Welt ist eine überregionale Tageszeitung die zum Springer Konzern gehört. Gerade der Springer Konzern hat in den „Anfangsjahren von HIV in Deutschland in einer Art und Weise über das Thema HIV berichtet“ die bewirkten das nicht wenige „Ältere Menschen mit HIV die der LGBTI Community angehören bzw Teil sind bis heute „traumatisiert sind“.

So heißt es im Spiegel vom Juni 1983 „Homosexuellen Seuche – AIDS . . . „. Im Nov 1984 schreibt der Spiegel „Die Seuche bricht aus dem Schwulen-Getto aus“.

Ich will es bei diesen Ergüssen belassen. Die damalige „journalistische Recherche“ vor allen Dinge die „Ausdrucksweise und der Tenor“ war und ist nach wie vor „oberflächlich“ um es höflich zu formulieren. Ein Tenor der jedoch immer noch bzw wieder verstärkt zu Stigma und Diskriminierung beiträgt.

Die heutigen 50+ wurden vor 1967 geboren. Als HIV Thema in Deutschland wurde (1982 – 1990) waren sie 15 Jahre und älter. Spätestens ab 1990 war Aufklärung zum Thema „Schutz vor HIV“  kein Thema mehr. Wenn man – Wer zu dieser Zeit „HIV nicht auf dem Schirm hatte“ der muß imho damals völlig verpeilt gewesen sein.

Allerdings gab es auch nicht Wenige die glaubten das „je weiter man von Deutschland entfernt <-> im Urlaub war, umso geringer war die Wahrscheinlichkeit sich mit dem HIVirus zu infizieren“. Wie sich herausstellen sollte traf dies besonders auf heterosexuelle Urlauber*Innen zu.

So gab es politische Überlegungen – sie standen im Kontext zu den Ängsten der Menschen der Gesellschaft bzgl HIV, der Unkenntnis über HIV weil man bzgl des Wissen medizinisch am Anfang stand und den Inhalten vieler schlecht recherchierter „journalistischer Ergüsse“ (in den USA war man uns in der BRD in dieser Hinsicht einen wenn auch kleinen Schritt voraus) -. . .

„Die Zeit von Aids-Hysterie, von Verfolgungs-Phantasien und Ausgrenzungs-Experimenten war auch die Hochzeit des CSU-Politikers Peter Gauweiler und seiner Politik, insbesondere des „Bayrischen Maßnahmen-Katalogs“. Quelle: 2Mecs Frank & Ulli

Heute schreiben wir den 1. Oktober 2017. HIV ist dank einer Vielzahl von HIV Medikamente – Kombinationen behandelbar. Mittlerweile ist es möglich das HIV-negative Menschen sich mittels einer PrEP (PräExpositionsProphylaxe) vor HIV schützen können. Das Wissen <-> die Informationen um HIV – Schutz und Erfahrung ist seit 1982 gewachsen, vorhanden und auffindbar.

„Das schlimmste an einer Krankheit <-> HIV ist nichts über eine Krankheit <-> HIV zu wissen.“

„Wissen, Information sind die Basis Stigma, Diskriminierung und Ängsten in Schach zu halten“.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf die Publizistischen Grundsätze wie sie im Pressekodex des Presserat, die die Maßstäbe hinsichtlich der Berichterstattung und des journalistischen Verhaltens festlegen, hinweisen.

 

 

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Mir doch egal – Alltag im Pflegeheim


Aus dem Alltag des Pflege/Verwaltungspersonal im Pflegeheim

Subjektive Wahrnehmung? – Definitiv
Verallgemeinernd? – Definitv nicht
Interpretierend? – Nicht ausgeschlossen
Vom Standpunkt eines Beobachters aus? – Ja

*

Der Ladezustand der Batterie eines Personenliftes ist fast leer:„Oh die Batterie ist fast leer“

Anstelle die Batterie des Personenliftes in einer Ladestation aufzuladen wird der Liter einfach in das Bad gestellt. „Mir doch egal“ Die nächste PflegePerson die den Lifter benötigt um Bewohner*Innen mittels des Lifters aus dem Bett zu heben, kann diesen Lifter nicht benutzen und muß im Haus nach dem zweiten von 3 Personenliften suchen.
Angeblich kostet ein neuer Lifter € 10.000. Das Internet sagt anderes. „Das glaube ich nicht“ ist die Antwort. (Bewohner*Innen eines Pflegeheimes sind eben grundsätzlich nicht ernst zu nehmen.)

*

„Können wir (von einem anderen Wohnbereich) den Personenlifter haben oder braucht ihr ihn jetzt?“ „Ich bringe ihn Euch auch wieder zurück“.„Wir brauchen ihn im Moment nicht. Du kannst ihn mitnehmen. IdR wird der Lifter nicht zurückgebracht. „Mir doch egal“. In der nächsten Schicht fragt man mich ob ich weiß wo der Lifter ist. Wenn ich mitbekomme wer ihn holt weiß ich es. Ansonsten nicht. Folglich sucht das Personal einen Lifter in den übrigen Wohnbereichen des Hauses.

Statt miteinander arbeitet man gegeneinander. Die Zeit die jedeR des Pflegepersonals auf diese Art und Weise verwendet ist Zeit die dem Pflegepersonal fehlt um sich den Bewohner*Innen zuzuwenden i.e. dem eigentlichen Sinn und Zweck ihrer Arbeit.

*

Ähnliches gilt für Material wie Handtücher, Hygienemittel, Artikel zur Grundpflege etc. Man nimmt den letzten Hygieneartikel, Handtuch aus dem Bad und läßt Gott einen guten Mann sein. Auffüllen kommt in dem Wortschatz von Manchen nicht vor.  „Mir doch egal“. Ganz zu schweigen davon man das in den allmorgendlichen Teambesprechungen solches Verhalten der Kollegen*Innen thematisiert. Einige leben die Haltung „Mir doch egal“, Andere schlucken solches unkollegiale Verhalten.

*

In der Küche wäscht jemand Geschirr ohne Handschuhe mit einem Geschirrtuch. „Könnte ich bitte ein Brötchen haben?“ frage ich. „Ja“ sagte man mir. Sprachs, nahm mit der nassen Hand mit der das Geschirr gewaschen wurde, das Brötchen, steckte es in eine Plastiktüte und reichte mit die Plastiktüte. Da ist mir erst mal nix eingefallen. Das ich mir von einer solchen Person keine Mahlzeiten mehr reichen lasse liegt auf der Hand. Sollte es zu einer Aussprache – Konfrontation kommen ist die Haltung klar: „Es ist nicht wahr“!

*

In einem Pflegeheim zu wohnen heißte das man mit Menschen die den Querschnitt einer Gesellschaft repräsentieren zusammenwohnt bzw aufeinandertrifft. Das gilt für die Pflegekräfte wie für die Bewohner*Innen gleichermaßen.
Für die Bewohner*Innen gilt das man den Einen klarkommt mit Anderen nicht. Der Kontakt beschränkt sich auf in freundliches „Guten Tag“. Der Standard einer Begegnung ist freundlich.
Für das Pflegepersonal gilt neben dem respektvollen Umgang mit den Bewohner*Innen grundsätzlich eine Professionalität die eine spürbare ablehnende Haltung gegenüber demR Bewohner*In ausschließt. Diese „Professionalität“ wird leider nicht von allen Pflegekräften an den Tag gelegt. Der Eine oder die Andere aus dem Pflegeteam ist nicht in der Lage eine ablehnende Haltung gegenüber Bewohner*Innen bei der Arbeit außen vor zu lassen. Dies geht mitunter soweit das sich das in der täglichen Arbeit niederschlägt. Je nach pers „Tagesforn“ werden Routinen in der Grundpflege oberflächlich, mitunter auch grob <-> unachtsam verrichtet. Solch unprofessionelles Verhalten gipfelt dann – weil man sich persönlich angegriffen fühlt – in „moralinsauren“ Sprüchen wie z.b. „Jetzt hab ich ihnen einen heißen Pfefferminztee gebracht und sie trinken ihn nicht solange er heiß ist“.

*

IdR erfolgt der Urinbeutelwechsel bei mir wöchentlich. „Wöchentlich“ heißt nach meinem Verständnis im Rahmen des „Kathederwechsels“. Da dieser während der letzten Monate immer „Nachts“ durch den Arzt eines Bereitschaftsarztes stattgefunden hatte und der jeweilige BereitschaftsArzt*Ärztin immer einen „neuen Urinbeutel nimmt“ erfolgt der Urinbeutelwechsel an dem Tag einer Woche an dem der „nächtlichen Kathederwechsel durch den Bereitschaftsarzt stattgefunden hatte. Kommt er In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, so erfolgt der Urinbeutelwechsel in der nächsten Woche „Donnerstags“.
„Wir wechseln aber immer Montags“. Klar wenn man Geld zum Fenster rauswerfen will.

„Warum sagen Sie nicht das der Urinbeutel gewechselt werden muß?“
Antwort: „Weil es nicht mein Job, die Aufgabe des Bewohners*In ist?“

Aber Wert darauf legen  vom Bewohner*In mit „Schwester“ angeredet zu werden“.
P.S.
Wie spricht man dann eine männliche examinierte Pflegekraft an? Bruder Martin*
Ungläubige Blicke.

Die Genderdiskussion wird in den nächsten Jahren auch in die Pflegeheime Einzug halten. Ungläubige, fragende Blicke wird die mildeste Form der Verwunderung sein.

*

Da ich seit 3 Monaten regelmäßiges Training in Pflegestuhl zwecks Stärkung meiner Muskulatur unter Anleitung von Fachpersonal einer Physiotherapiepraxis betreibe – was Erfolge zeitigt – betreibe bin ich in der Lage nachdem ich täglich mittels eines Personenlifters aus dem Bett in meinen Pflegestuhl gehoben wurde mich selbst zu waschen, rasieren und mich (T-Shirt, Oberhemd) anzukleiden. Sehr oft passiert es das Damen des Reinigungspersonals während ich mich wasche in das Zimmer in dem ich im Pflegeheim Wohnung bezogen habe, ins Bad platzen um es zu reinigen. „Kommen Sie doch bitte in 10 Minuten wieder. Dann bin ich angezogen, verlasse das Zimmer und Sie können in Ruhe das Bad und das Zimmer reinigen. Bis auf 2 Aufnahmen ist es als spreche ich mit einer Wand. „Ich bin alleine. Muß bis XX Uhr auch noch den X Stock reinigen.“ Kein Funken Respekt gegenüber meiner Würde. Ganz zu schweigen davon das sie keiner Argumentation“Wie würden Sie zu Hause reagieren wenn die Reinigungskraft die Sie zum reinigen Ihrer Wohnung ihr Bad reinigen möchten während Sie sich waschen?) zugänglich sind.

Es gibt nicht genügend Reinigungspersonal. Dies ist eine unumstößliche Tatsache.

Verwaltung: „Mir doch egal“. Hauptsache wir schreiben in unserer Bilanz – Gewinn/Verlust schwarze Zahlen.

*

Die Verpflegungspauschale für Nahrungsmittel pro Tag beträgt € 10,03. Nach Abzug der Personalkosten bleibt ca. ein Rest von € 5,40 für Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und Abendessen. Was das über die Qualität der Nahrung (TK, Convenience Produkte minderer Qualität etc) betrifft liegt auf der Hand. Fast alle Pflegeheime haben Verpflegungspauschalen zwischen € 12,— und € 16,—.

Verwaltung: „Mir doch egal“. Hauptsache wir schreiben in unserer Bilanz – Gewinn/Verlust Bilanz – schwarze Zahlen.

*

Das Pflegeheim in dem ich wohne ist eines der teuersten Pflegeheime in Frankfurt.

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Pflegeheime arbeiten Gewinnorientiert. Das zunehmend Pflegeheime zum Zweck der Kapitalanlage/Finanzinvestition verkauft werden ist kein Geheimnis. Pflegeheime inklusive all dessen was dazu gehört wie Catering, Hilfsmittel, Pharmaindustrie ist der Markt der Zukunft mit der größten und sichersten Rendite.

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„Neue Besen kehren gut“ . . .


. . . so sagt der Volksmund

*

Da ich geschlafen hatte, habe ich den üblichen Rundgang des Nachtdienstes verschlafen. Irgendwann später bin ich aufgewacht, klingelte weil ich der Meinung war das mein Urinbeutel geleert werden müßte. Auf Grund meines Klingelns kam er – die neue Pflegehilfskraft – in seiner ersten Nacht hereingestürmt wie ein Panzer. Von 1/2 Schlaftablette die ich zum Einschlafen nehme war ich halbwach. Ohne sich vorzustellen schob er den Nachttisch zur Seite, stellte fest das sich in dem Urinbeutel nur wenig Urin befand und war stinksauer “ Der ist ja leer“ schnaubte er und stürmte wie ne Dampfwalze aus meinem Zimmer. Jetzt war ich hellwach. „Ich hab auch nur zum Spaß geklingelt. Schöne Nacht noch.“ Gab ich ihm auf den Weg.

Am 20. August gegen 5.30 bin ich wach geworden weil ich Durst hatte. Wenn ich schlafe rutsche ich im Bett immer etwas in Richtung Bettende. Ich ware gerade dabei mich zum Kopfanfang des Bettes hochzuziehen als besagter „Neuer Besen“ in mein Zimmer hereinfegte. Mit einem donnnerndem „Guten Morgen“ kam er ans Bett, griff an meine Einlage. Vielleicht glaubte er etwas verloren zu haben und meinte er würde es dort finden was allerdings nicht der Fall war. Er schob den Nachtisch zur Seite stürmte ins Bad um die Schüssel für den Urin zu holen. Weil wenig Urin in dem Beutel war sagte ich „das es sich nicht lohnen würde ihn zu entleeren“. Das hat ihn alles nicht interessiert. Es ist seine Pflicht den Beutel zu entleeren also entleert er ihn. #Basta Und die Bewohner*Innen – in dem Fall ich den er weil ich wach war „nur um etwas zu trinken“ mit einem donnerndem Guten Morgen zu beglücken.

Ich bat ihn den Nachttisch wieder so hinzustellen – Rückenlage und aus eigener Kraft nicht mobil“ sodas ich ihn erreiche. Im Grunde genommen den Nachttisch wieder so hinzustellen wie er stand als er mein Zimmer betrat. Alles was es dazu benötigt ist etwas das man gemeinhin als „Wahrnehmung“ bezeichnet. Doch anstelle der Wahrnehmung lief bei ihm das 0815 Programm ab. Einer lärmenden schnaubenden Dampfwalze aus der Zeit von 1873 knallte er mir mit einem Spruch „Dann machen sie´s doch selber“ den Nachttisch ans Bett und verließ wütend mein Zimmer.

Er gehört zu der Gattung Pflegehilfskräfte die meinen das alle Bewohner*Innen eines Pflegeheimes #GAGA sind. Vor allen Dingen müßte man Ihnen Dankbar sein das es Menschen wie ihn gibt. Menschen die andere Menschen – Bewohner*Innen eines #Pflegeheim von oben herab behandelten. So als wären wir „die Bewohner*Innen eines Pflegeheim“ „Menschen 2er Klasse“.

„Neue Besen kehren gut“ so sagt man. Die Stadt sucht immer wieder ungehobelte grobschlächtige, unsensible Grobmotoriker mit einem Defizit an Empathie zum säubern der Strassen und Bürgersteige (Damit möchte ich nicht die Arbeit des Personals der städtischen Reinigungskräfte herabwürdigen. Im Gegenteil. Es spiegelt – das gebe ich gerne zu – den Inhalt einer Schublade von mir wieder).  Zudem ist die Bezahlung besser als der Nachtdienst in einem #Pflegeheim.

*

In der Nacht gab es ein interessantes Gespräch.

Tenor: Es steht Aussage gegen Aussage.
Eine der üblichen Formulierungen wenn ein Unbeteiligter*E per se Partei von vorn herein Partei (weil sie z.b. der Vorgesetzt ist) für eine Person ergreift. Man selbst hat dann keine Chance. Beliebtes Muster vor Gericht im Kontext zwischen Instituitionen z.b. Polizei und Einzelpersonen.

Tenor: Ich habe gelernt das man das so und so macht . . .

Es ist diese Haltung die zum Ausdruck bringt das „alle“ Bewohneriner*Innen per se auf Hilfe angewiesen sind. Den Bewohner*Innen wird von vornherein unterstellt das sie in jedem Bereich ihres Alltages hilflos somit auf Hilfe angewiesen sind. Eine Differenzierung ist von vornherein ausgeschlossen. Auf die Idee das Bewohner*Innen möglicherweise in bestimmten Aspekten ihres Alltages „Selbstständig“ in Denken und Handeln sind kommt man nicht. Ganz zu schweigen von Würde im Zusammenhang mit Selbständig sein. „Bewohner*Innen sind hilflos und auf uns „Pfleger*Innen angewiesen.

*

Was mir immer wieder begegnet ist eine Haltung von Einigen des Pflegepersonals gegenüber Bewohneriner*Innen und auch ihren Kollegen*Innen die ich erschreckend finde weil sie ein Mangel an Würde und Respekt offenbart. Ich schwanke an deren Haltung zwischen „Besser Wisser“ oder schlicht und einfach „Überheblichkeit in Person“.

Da ich aus eigene Kraft nicht aufstehen kann werde ich mittels eines Lifters aus dem Bett -> in den Rollstuhl und zurück „geliftet“. Da ich täglich einige Stunden im Rollstuhl verbringe steht der Lifter bei mir im Bad. Hier im Pflegeheim gibt es 5 Wohnbereiche = 5 Etagen. Leider gibt im gesamten Pflegeheim nur 2 – in Worten „Zwei“ – dieser Lifter. Und das obwohl es a) viele Bewohner*Innen gibt die auf ihn angewiesen sind und b) besagte Personenlifter nicht die Welt kosten. Um die € 1.400 – 1.500.

Pfleger eines anderen Wohnbereiches:
Guten Morgen. Wir benötigen Ihren Lifter.
Kein Problem. Sind Sie bitte nur so nett und bringen ihn wieder zurück. Ich – wir benötigen ihn später.
Klar mach ich.

Natürlich hat er ihn nicht zurückgebracht. Nur Wenige bringen ihn tatsächlich zurück. Da ich wußte auf in welchem Wohnbereich er arbeitet bin ich einige Stunden später in diesen Wohnbereich gefahren. Als er mich sah hat er eine Bewohnerin auf ihr Zimmer begleitet . . . über einen Ausgang wo er nicht an mir vorbei mußte. Nach 10 Minuten – es war Ende der Übergabe kam er mir in Freizeitkleidung entgegen.

Hey sagte ich freundlich grinsend zu Ihm. In diesem Dress Style können Sie den Lifter auch zu unsmir auf den Wohnbereich bringen.
Ich hab jetzt Feierabend, sagte er.
Macht mir nix aus sagte ich.
Mir doch egal. Sprachs und ging in den „Feierabend“.

Ihn werde morgen mal fragen ob er sich dessen bewußt ist das er mit seinem Verhalten seinen Kollegen*In vor die Füße kotzt. Als ich ihn anderntags darauf angesprochen habe, blies er als Reaktion seine Backen auf.

Zum einen bringt dies eine Haltung zum Ausdruck das ihm Bewohner*Innen im Grunde genommen egal sind. Zum anderen – und das schnallt die Blitzbirne nicht – rennt er und seine Kollegen*Innen wenn er einen Lifter benötigt durch alle Wohnbereiche weil derdie Anderen nicht wissen wo ein Lifter ist wenn er nicht bei mir im Bad ist. D.h. er wie auch seine Kollegen*Innen machen sich gegenseitig das Leben schwer. Insbesonders da keineR demder Anderen bescheid sagt wo er ist. Ergebnis: JedeR hat n Hals.

Ähnliches gilt für den Akku. Wenn der Akku eines Lifters fast leer ist dann wird der Akku nicht in eine Ladestation (auf jedem Wohnbereich) angeschlossen sondern man nimmt sich einen anderen Lifter dessen Akku voll ist.

Statt Miteinander arbeitet man Gegeneinander. JedeR hat Hals ist jedoch unfähig oder nicht willens die Ursachen zu ändern.

*

Ich befürchte das die Qualität der zukünftigen Pflegehilfskräfte von erheblichen Defiziten geprägt sein wird. Dies betrifft die Haltung gegenüber Menschen die auf Hilfe von Pflegekräften angewiesen sein werden wie auch was das Thema Empathie betrifft.

*

Update April 2018

Ergänzend zu meinem letzten, obigen Absatz ist hinzuzufügen das meine Aussage gleichermaßen für examinierte Pflegekräfte Gültigkeit besitzt. Neben der fachlichen Qualität sind „soziale Kompetenz“ und „emotinale Intelligenz“ für die Leitung eines Wohnbereiches unabdingbar. Das ist in vielen Pflegeheimen noch nicht angekommen.

* * * * *

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