Welt-AIDS-Tag 2015 – “Bleiben: Die Diskussion” – Veranstaltung in der Paulskirche


Bleiben

Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag

1. Dezember 2015, 18 Uhr Paulskirche

Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt

Seit 1994 richtet die AIDS-Hilfe Frankfurt die größte deutschsprachige Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag aus. Sie findet alljährlich in der Paulskirche statt. Im Jahr des dreißigjährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Frankfurt lautet der Titel der Veranstaltung „Bleiben“. Dieses Verb berührt in vielfältiger Weise die Fragen, die sich den in der HIV-/AIDS-Arbeit Tätigen nach mehreren Jahrzehnten stellen.

Was ist geblieben nach 30 Jahren Engagement? Wie hat AIDS-Arbeit den gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänomen HIV/AIDS beeinflussen können? An welchen Stellen müssen wir noch weiter arbeiten, um unserem Ideal der Akzeptanz vielfältiger Formen des Lebens und Liebens näher zu kommen? Bleibt AIDS-Arbeit nötig? Braucht es AIDS-Hilfen überhaupt noch? Wo liegen ihre Aufgaben in der Zukunft?

Diese und andere Fragen werden bei der Veranstaltung im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutiert. Es soll sowohl einen Rückblick auf die krisenhafte Anfangszeit von HIV/AIDS, eine Bestandsaufnahme der heutigen Situation als auch einen Ausblick geben. Entsprechend sind unter den Podiumsteilnehmern Vertreter unterschiedlicher Generationen und Zugänge zum Thema:

  • Stefan Majer ist Dezernent für Verkehr der Stadt Frankfurt und gehört zu den Gründern der AIDS-Hilfe Frankfurt;
  • Dr. Helga Jürgen-Lohmann war als niedergelassene Ärztin tätig und in dieser Funktion eine der ersten Frankfurter Medizinerinnen, die sich den Betroffenen von HIV/AIDS annahmen;
  • Schwester Helga Weidemann ist Limburger Provinzoberin der Pallotinerinnen und hat als Krankenhausseelsorgerin an der Frankfurter Uniklinik in den 1980er Jahren AIDS-Kranke betreut;
  • der Jazzmusiker und Künstler Thorsten Larbig gehört zu denjenigen HIV-infizierten der ersten Stunde, die die Krankheit überlebten;
  • Dr. Peter Gute ist Facharzt für Infektiologie und hat bereits in den 1980er Jahren HIV-Positive behandelt;
  • Michéle Meyer ist eine Schweizer AIDS-Aktivistin. Sie gehört zu den wenigen Müttern, die sich schon früh öffentlich zu ihrer Infektion bekannten;
  • Marcel Dams ist ein junger schwuler Mann, der schon mit 20 Jahren ein HIV-positives Testergebnis verkraften musste. Als Blogger thematisiert er seine Infektion auch öffentlich.

Die Runde wird durch Christian Setzepfandt, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe Frankfurt moderiert. Setzepfandt hält auch die Ansprache der AIDS-Hilfe Frankfurt. Das Grußwort der Stadt Frankfurt spricht Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig. Musikalisch wird der Abend durch den Sänger und Gitarristen Julian Heidenreich bereichert. Die AIDS-Hilfe freut sich besonders, dass der bekannte Comickünstler Ralf König auch in diesem Jahr das Einladungsplakat illustriert.

Quelle: Frankfurt-aidshilfe.de/bleiben

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Die folgenden Beiträge sind aus der GesamtVeranstaltung in der Paulskirche heraus und entsprechend zusammengeschnitten.

Bleiben – Erster Teil

Dr. Helga Jürgen-Lohmann gehört zu den ersten Medizinerinnen, die sich HIV-infizierten Patienten annahmen; Stefan Majer, heute Verkehrsdezernent in Frankfurt, war 1985 Mitbegründer der AIDS-Hilfe Frankfurt; Schwester Helga Weidemann hat als Krankenhausseelsorgerin AIDS-Kranken schon in den 1980er Jahren Trost gespendet; der Musiker Thorsten Larbig gehört zu den schon lange mit dem Virus lebenden Menschen.

 Bleiben – Zweiter Teil

Marcel Dams ist ein junger schwuler Mann, der bereits mit 20 Jahren seine HIV-Infektion verkraften musste und als Aktivist und Blogger schwule und HIV-spezifische Themen bearbeitet; Dr. Peter Gute ist Mediziner am Infektiologikum Frankfurt; Michéle Meyer ist eine der wenigen offen mit ihrer Infektion umgehenden Mütter und Schweizer HIV-Aktivistin.

Bleiben – Dritter Teil

Bei der deutschlandweit größten Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag am 1.12.2015 in der Frankfurter Paulskirche wurde unter dem Titel “Bleiben” auf die dreißigjährige Geschichte der AIDS-Hilfe Frankfurt und auf die Entwicklung und Zukunft des HIV-/AIDS-Geschehens geblickt. Moderiert wurde von AIDS-Hilfe-Vorstand und Stadtrat Christian Setzepfandt.

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Veranstaltungen um den Welt Aids Tag 2015 der Aids Hilfe Frankfurt am Main


Dieses Jahr ist die AIDS-Hilfe Frankfurt 30 Jahre alt geworden.

Ich lernte die AHF im Februar 1986 kennen. In diesem Monat bezog die AHF einige Räume in der Eschersheimer Landstr. in Frankfurt am Main. Was es damals gab war ne Tel Nr, ne Menge Umzugskartons die Peter Hauschild, mit dem ich mich damals verabredet hatte, gerade auspackte und auf die wir uns setzten und den Willen “Wir müssen etwas tun”. Eines der Dinge die wir tun wollten war ein Konzept für eine Telefongruppe zu erstellen um mit Menschen die bei der AHF anrufen würden zu reden. Mit Ihnen zu reden, Ihnen zu sagen Du bist nicht alleine, es gibt noch Andere die HIV positiv sind das war etwas essentiell wichtiges. Menschen das Gefühl zu geben “Du bist nicht allein” nimmt viel von der Angst die damals JedeR hatte der HIV positiv war. Daran hat sich bis heute im wesentlichen nicht geändert. Die Gruppe die damals ins Leben gerufen wurde bestand aus Männer, Frauen, HIV Positiven und HIV Negativen. Einige Male habe ich an den Treffen Teil genommen bis ich feststellte das ich weder mit meiner Angst noch mit der Angst Anderer nicht klar gekommen bin. Es war mir unmöglich Anderen Menschen die HIV positiv waren “zu helfen”. Das war dann für Jahre erst mal das Ende meiner Beziehung zu der AH Frankfurt.

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Doch zurück zum Welt AIDS Tag 2015 und die div Aktionen der “AH Frankfurt”

Auch in diesem Jahr gibt es in Frankfurt wieder zahlreiche Aktivitäten zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember. An dieser Stelle findet man eine chronologische Übersicht der stattfindenden Aktionen und Veranstaltungen.

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WATBär20152

„Bärenstark für die AIDS-Hilfe“ ist seit nunmehr 19 Jahren eine der großen Spendenaktionen der AIDS-Hilfe Frankfurt rund um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember.  Er ist ein niedlicher Botschafter für Solidarität – der Solibär. In jedem Jahr wird ein neuer kleiner Teddy zugunsten der AIDS-Arbeit verkauft. Zahlreiche Geschäfte beteiligen sich an der Aktion. Am Samstag, 27.11.2015 und am Welt-AIDS-Tag, Dienstag, 1.12.2015 sind unsere ehrenamtlichen Fundraiser von 10-17 Uhr an der Konstablerwache präsent, verkaufen Bärchen und informieren über unsere Arbeit. Die Bärchen sind für 6,50 Euro – und gerne auch mehr – ab sofort zu bestellen. Mehr dazuwo man sie kaufen kann, wie man sie bestellen kann findet man unter diesem Link.

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Bleiben

Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag

1. Dezember 2015, 18 Uhr

Paulskirche

Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt

Seit 1994 richtet die AIDS-Hilfe Frankfurt die größte deutschsprachige Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag aus. Sie findet alljährlich in der Paulskirche statt. Im Jahr des dreißigjährigen Bestehens der AIDS-Hilfe Frankfurt lautet der Titel der Veranstaltung „Bleiben“. Dieses Verb berührt in vielfältiger Weise die Fragen, die sich den in der HIV-/AIDS-Arbeit Tätigen nach mehreren Jahrzehnten stellen.

Was ist geblieben nach 30 Jahren Engagement? Wie hat AIDS-Arbeit den gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänomen HIV/AIDS beeinflussen können? An welchen Stellen müssen wir noch weiter arbeiten, um unserem Ideal der Akzeptanz vielfältiger Formen des Lebens und Liebens näher zu kommen? Bleibt AIDS-Arbeit nötig? Braucht es AIDS-Hilfen überhaupt noch? Wo liegen ihre Aufgaben in der Zukunft? Mehr zu dieser Veranstaltung, über das Thema und die TeilnehmerInnen findet man unter diesem Link.

könig3 (1)Copyright © Ralf König

 

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Johann Wolfgang von Goethe und die Demut (akt 1)


Teil Eins

Der Eine wird bei der Überschrift vielleicht neugierig werden, Andere wiederum mögen sich vor sich hinmurmelnd am Kopf kratzend fragen: Hmmm wie s n des jetzt gemeint.
Der Text ist so ne Art “Zweiteiler” wie man sie aus dem TV kennt. Dem ersten Teil des Krimi´s folgt der zweite Teil ne Woche später was mich oftmals “not amused” dastehen läßt. Grad wenn s zur Sache geht machts “PENG” “Krimi coitus interruptus”.

“. . . . wie sich die Sicht auf das Leben verändert, wenn die Mobilität nicht mehr so selbstverständlich da ist, wenn es zieht und schmerzt und sich der Körper eben meldet, wo er bisher geschwiegen und mich problemlos bedient hat, wenn man das so sagen will. Diese Frustrationen, dass die jugendliche Selbstverständlichkeit für dieses Leben dahin ist, anzunehmen und auszuhalten fällt mir schwer.”

Ein Freund fragte mich in seiner Email wie ich meine schweren Diagnosen aushalte, wie ich damit umgehe.

Das Erste Wort das mir bei seiner Frage spontan in den Sinn kam war “Demut”. Ich werde demütiger gegenüber dem Leben. Und mitfühlender.

Während eines Gespräches das Michael Harles mit Anselm Grün führte, kam man zu eine der Fragen die bei einer Krankheit oft gestellt werden ist “Warum -ich”?. Anselm Grün fügte noch die Frage “Wozu” dazu. Seitdem geht mir die Antwort nach der Frage nicht mehr aus dem Sinn.
Eine der Antworten die ich gefunden habe sind: damit ich mit mir und Anderen liebevoller um-zu-gehe(n), mich mit mir und Anderen versöhne, mir verzeihe . . . . das ich demütiger gegenüber dem Leben und mitfühlender mit anderen Menschen werde.

Demut, Versöhnen, Verzeihen, Mitfühlen stehen nach meinen Erfahrungen am Ende eines Prozeß der nicht nur äußerst schmerzhaft ist sondern den ich immer wieder durchlaufe weil Veränderung, das Leben ein fortlaufender Prozeß ist. Ich pers durchlebe Wut, Trauer, Aggression, Resignation, Hoffnunslosigkeit in vollen Zügen. Am Ende gelingt es mir meine Situation, meinen neuen Zustand anzunehmen, Ja zu ihm sagen zu können.

* * *

Als ich Gestern in der Notaufnahme des Universitäts Klinikum Frankfurt, Johann Wolfgang von Goethe Universität lag kam mir Ilona und ihre letzten Tage in den Sinn. Von einem auf den anderen Tag kam sie in ein Krankenhaus nach Frankfurt. Nach wenigen Tagen ist sie dann verstorben.

Mir wurde wieder bewußt das der Moment kommen wird an dem ich nur auf mich selbst zurückgeworfen sein würde. Freunde, meine Mutter die in einem Altenpflegeheim lebt wenn ich vor ihr sterben sollte, der Alltag liebgewordener Menschen, die Welt, träten in diesem Moment zurück. Ich wurde mir bewußt, das ich z.b. aus einer OP nicht mehr aufwachen oder wie im Fall von Ilona auf Grund von multifunktionellem Organversagen sterben könnte. Der Tod passiert nicht immer den anderen. Er ist ganz real, ein permanenter, unsichtbarer Begleiter von jedem von uns.

Sollte man – ich deshalb in Trübsall verfallen? Wenn ich ein Stück demütiger geworden bin würde mich das ein Stück liebevoller machen? Würde ich deshalb meinen Kampfesmut, meine Fähigkeit das Leben zu lieben und zu genießen und trotz aller pers Einschränkungen meinen Humor verlieren? Ja und nein. Natürlich habe ich ein Bild von mir im Kopf das mich als Einen Menschen der alle Unbillen des Lebens in Gelassenheit und Gleichmut ertragen läßt, zudem come shine come rain den Menschen gegenüberüber in jeder Situation liebevoll begegnet. Doch da meine Realität etwas anders aussieht kommen wir somit zum

Teil Zwei

“Ein Tag in der Notaufnahme des Universitäts Klinikum Frankfurt Goethe – Universität”

Das man die Uniklinik nach Frankfurt s berühmtesten Sohn benannte mag viele Gründe gehabt haben. Ich habe allerdings meine Zweifel ob Johann Wolfgang von Goethe dem Satz aus dem Leitmotiv

“Wir sind stolz darauf, zu den besten Universitätsklinika in Deutschland zu gehören und zugleich das höchste Prinzip der Medizin – Menschlichkeit zu jeder Zeit – neben aller Spitzentechnik und -forschung zu realisieren.”

in der heutigen Zeit generell beipflichten würde.

Kompetenzteam

Der Krankenpfleger der mich unter die Fittiche nahm habe ich mich voll anvertrauen können. Er nahm mir u.a. Blut ab und legte mir einen Katheder. Da es das erste Mal war, war mir schon sehr mulmig zumute. Doch seine ruhige Art und seine hohe fachliche Kompetenz haben mir mein “Unwohlsein” auf ein ertägliches Maß reduziert. Auch die mich betreuenden Ärzte waren alle Unaufgeregt was sich auf mein Unwohlsein, auf meinen Streßlevel positiv auswirkte. In die NA einer jeden Klinik eingewiesen zu werden, durch den ärztlichen Notdienst den ich gegen 5.30 anrief, ist für jeden Patienten mit erhöhtem Streß und Unwohlsein verbunden.

Der Grund das ich morgens um 7.20 in die NA gebracht wurde war eine Verstopfung – Obstipation. Es war der beginnende 4. Tag dieses Problems.

Intermezzo

Kurz zu meiner pers Situation:

Die Räumlichkeit meiner Wohnung insbesonders die Gegenstände wie Bett, BehindertenToilette mit einer Toilettensitzerhöhung und Rollstuhl sind auf eine Sitzhöhe von 62cm eingestellt bzw erhöht. Diese Sitzhöhe ermöglicht es mir mit der mir verbliebenen Restkraft in den Beinen und Armen ohne fremde Hilfe aufzustehen, mich hinzusetzen bzw hinzulegen. Daneben benutzte ich “einige Werkzeuge” z.b. ein mittelstarkes “Theraband” das ich als Hilfesmittel umfunktioniert habe (eine Art Gummiseil gedreht). Da ich mein rechtes Bein nicht aus eigener Kraft in mein Bett schwingen kann, setze ich mich auf s Bett, lege meinen rechten Fuß in die Schlaufe des gedrehten Therabandes und schwinge es die Kraft des Gummis nutzend, auf mein Bett. Funktioniert wunderbar. 3 mal in der Woche kommt der Pflegedienst. Einkauf, Reinigung der Wohnung, Bett beziehen etc und zur Körperpflege um mich an den Stellen zu waschen wo ich nicht mehr hinkomme.

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Ich war in dem Glauben das es in der NA Rollstühle (mein Sitzkissen von 10 cm Höhe hatte ich extra mitgenommen) und eine Behindertentoilette mit einer Sitzerhöhung gab. Weit gefehlt. “Ja, aber sie ist nur für Besucher”. Wir haben einen Toilettenstuhl oder Bettpfannen und können Sie in ein Zimmer auf der NA legen, nachdem wir Ihnen 2 Einläufe gegeben und sie einen abführenden Saft getrunken haben.

Der gleiche Pfleger der mir am Morgen das Blut abnahm und mir den Katheder legte, verabreichte mir auch die zwei Einläufe. Ich teilte dem Pfleger mit das ich weder aus eigener Kraft mich in diesen “Stuhl” setzten, geschweige denn Aufstehen kann. Als es darum ging mich von der Liege auf der ich zwecks Verabreichung der Einläufe lag auf den Toilettenstuhl zu bugsieren, gab er in seiner ruhigen Art genaue Anweisungen (die von seiner fachlichen Kompetenz Zeugnis ablegte) den ihm zur Seite stehenden zwei Pfleger wie sie in meinem Fall zu agieren haben: “Fuß hierhin setzen, Ihr Knie an das Knie des Patienten, Haltegriff an diese Stellen.” Zu Dritt wurde ich von der Liege auf die Beine gestellt und vorsichtig auf den Kindertoilettenstuhl gesetzt. Dies alles geschah in einer unaufgeregten Art und Weise. An der rechten Seite des Kindertoilettenstuhles hängte man den Beutel in den das Urin floß. Da der Kindertoilettenstuhl für mich zu eng war, hatte man eine Armlehne entfernt, sodaß ich etwas besser auf dem Kindertoilettenstuhl sitzen konnte.

Als ich den Pfleger bat mir bitte eine Unterlage für meine Füße zu geben (der Boden war saukalt um es mal so zu formulieren), ich war barfuß da ich auf Grund des Wasser in beiden Füßen in keinen Schuh reinpaßte, legte man mir zwei dicke Tücher auf den Boden und stellte meine Füße auf sie. Die beiden Einläufe taten auch bald ihre Wirkung.

Inkompetenzteam

Nachdem ich ca 1 Stunde auf dem Kindertoilettenstuhl saß, die Blutzirkulation in beiden Beinen war wegen der geringen SitzHöhe unterbrochen, ich hatte kein Gefühl mehr in beiden Beinen, klingelte ich und bat die das Zimmer betretende Pflegerin mich mit Hilfe weiterer zwei Personen ins Bett zu legen. Meine Antwort auf die Frage “Wie machen Sie es denn zu Hause” wurde teils nicht bzw mit ungläubigen Staunen gehört aber nicht wahrgenommen. Zudem habe ich gefroren wie ein Schneider. “Die Heizung ist auf 5 gestellt aber aus weil die Aussentemperatur über 10 Grad ist” Antwort einer Pflegerin auf meine Frage ob die Heizung an sei.

Die Ausführung der “Umsetzung” vom Stuhl auf s Bett mit Hilfe von insgesamt 3 Leuten des Pflegeteams war auf Grund von fachlicher Inkompetenz der mitbeteiligten Pflegerin unbeholfen, von Hilflosigkeit und Unsicherheit geprägt.

“Da die Wirkung des flüssigen Abführmittel noch kommen wird, werden wir ihnen eine Windelhose anziehen. Da können sie den Dingen dann im Bett freien Lauf Lauf lassen.” Die Pflegerin zog mir eine Windelhose Größe “Small” an die nur meinen halben “Gluteus Maximus” bedeckte. “Größere haben wir nicht“, so ihre lakonische Antwort.

Den Katheder hat man mir auf Grund meiner Bitte entfernt. “Wir werden sie erst nach Hause entlassen wenn sie Wassser gelassen haben.” Diesen Satz sollte ich noch des öfteren zu hören bekommen. Von der Pflegerin wie auch einer Ärztin. Im linken Arm hat man mir in der Zwischenzeit eine Kochsalzinfusion gelegt. Mittlerweile war es ca 14.30 geworden und ich habe mich im Bett etwas aufwärmen können. Ich spürte wie das Flüssige Abführmittel zu wirken begann. Da es mir aus Gründen nicht möglich war den Stuhlgang im Bett seinen freien Lauf zu lassen so wie es die Pflegerin sagte, klingelte ich und bat sie mich mit einem dem Team auf den Kindertoilettenstuhl zu setzen. So unbeholfen, unsicher und inkompetent wie sich das Team aus 3 Leuten bemühte, war mir klar, das der Kindertoilettenstuhl da er nur zwei Minibremsen an den beiden Hinterräder hatte, nach hinten wegrollen würde. Aus diesem Grund sagte ich der Pflegerin das jemand den Stuhl hinten festhalten sollte. Die Armlehne wurde wie beim ersten Mal entfernt sodaß der Kindertoilettenstuhl parallel zum Bett stand. Die Theorie war das Bett auf die gleiche Höhe wie den Kindertoilettenstuhl zu stellen und mich dann auf den Stuhl zu setzen. So ne Art Parallelverschiebung. Mit einem Geodreieck und einem Lineal klappt das wunderbar. Mit mir der ich ca 115 Kilo wiege sah die Realität jedoch anders aus. Der Druck des Abführmittel war mittlerweile so stark geworden das ich nicht mehr in der Lage ihn bis zu dem Zeitpunkt an dem ich auf dem Kindertoilettenstuhl saß zu halten. Dies und die Unbeholfenheit zweier männlicher Pflegekräfte, die Pflegerin stand hinter dem Stuhl und hielt ihn fest, führte dazu das ich kaum das ich mit meinem Gluteus Maximus zur Hälfte auf dem Kindertoilettenstuhl zu sitzen kam, dem Druck nicht mehr standhalten konnte. Das Ergebnis war das ein großer Teil des Stuhlganges nach hinten, dort wo die Pflegerin die den Stuhl festhielt stand, losging.

Nach einem hin und her Geruckel saß ich endlich auf dem Kindertoilettenstuhl. Vor mir der saubere Fußboden, auf dem Bett die Infusionslösung liegend, eine Pflegerin die einen Teil meines Stuhlganges abbekommen hatte. Der Rest war im Halbkreis auf dem Boden hinter mir und an der Wand verteilt. Die Pflegerin war die Erste die fluchend den Raum verließ, ein junger Mann der mich mit auf den Kindertoilettenstuhl setzte folgte ihr. Den Dritten bat ich noch mir Unterlagen für meine Füße hinzulegen was er auch tat. Nachdem er mir noch eine Decke gab die ich mir auf meine Beine legen konnte, verließ er ebenfalls den Raum. Dann saß ich alleine im Zimmer auf dem Kindertoilettenstuhl umgeben von einem Halbkreis meines auf dem Boden verteilten Stuhlganges.

Nach ca 1 Stunde kam eine Ärztin in das Zimmer. Sie sah was los war und fragte mich wie es dazu kam. Ihrer Reaktion nach zu urteilen war sie not amused das seit 1 Std der Stuhlgang auf dem Boden lag. Des weiteren bemerkte sie das die Infusion auf dem Bett lag und nicht funktionierte. Sie holte den Infusionsständer, hängte die Flasche mit der Lösung ein und stellte den Durchlauf entsprechend ein. Mit den Worten “Wir werden sie erst entlassen wenn sie Wasser gelassen haben” verließ sie dann den Raum. Ca eine halbe Stunde später kam eine Frau die für die Reinigung der Zimmmer zuständig ist und reinigte den Teil um mich herum wo der Stuhlgang verteilt war. Den Boden zu reinigen kostete sie große Überwindung was ich nachvollziehen konnte. Mir wäre es nicht anders ergangen hätte ich den Job der Zimmerreinigung machen müssen.

Die Pflegerin kam dann noch zweimal zu mir ins Zimmer. Einmal brachte sie mir ein Becher Wasser zum trinken. Bei dieser Gelegenheit sagte sie das es nicht schön für sie war. Auch hier konnte ich nachvollziehen wie sie sich dabei fühlte. Andererseits dachte ich: Das was sie täglich auf der Notfallabteilung auf der sie arbeitete zu sehen bekam, erlebte ist u.U. alles andere als schön.

Es dürfte nach 17.00 gewesen sein als ich völlig durchfroren und entkräftet vom Sitzen mit angezogenen von der Blutzufuhr abgeschnittenen Beinen ohne Empfindungen auf dem Kindertoiletenstuhl das Pflegeteam bat mich wieder ins Bett zu legen. Ich saß ca 3 Stunden auf dem Kindertoilettenstuhl und hatte mich mehrfach entleert. Man legte mir wieder eine Windelhose Größe “Small” an. Da ließ sie zum letzten Mal in sehr energischem Ton den Satz “Wir werden sie erst entlassen wenn sie Wasser gelassen haben” fallen. Jetzt hatte ich entgültig die Faxen dicke. Ich klingelte und bat die eintretende Pflegerin das die Ärztin umgehend zu mir kommen möge. Es dauerte auch nicht lange da erschien sie. Ich teilte ihr mit das sich die Pflegerin mit der Aussage: “Wir werden sie nicht eher entlassen bis sie Wasser gelassen haben” auf juristisch sehr dünnem Eis bewegt da sie mich gegen meinen Willen festhalten will. Ich teilte ihr mit das ich auf eigene Verantwortung entlassen werden will und bereit bin dies auch zu unterzeichnen. Später brachte mir die Ärztin den Arztbrief der auch als mein “Entlassungspapier” fungierte.

Gegen 19.30 bat ich das Pflegeteam inklusive bekannter Pflegerin mich nochmal auf den Kindertoilettenstuhl zu setzen. “Dieses Mal würde ich dem Druck standhalten können bis ich auf dem Kindertoilettenstuhl sitze,” sagte ich ihnen. “Wenn es nochmal so wird wie vorhin, dann ist Polen aber offen” war ihre Antwort.

Da hat s mir erst mal die Sprache verschlagen. Es kam soweit das ich mich fast schuldig gefühlt hätte, das ich Muskelschwäche in den Beinen und Arme, keine Kraft habe und auf Hilfe angewiesen bin.

Ich sagte ihr das es dieses Mal nicht soweit kommen würde. Ich würde solange auf dem Kindertoilettenstuhl sitzen bis der Krankenwagen kommt und mich nach Hause fährt. Genauso war es auch. Dieses Mal konnte ich Wasser lassen was natürlich alles daneben ging. MännerGluteusMaximus auf Kindertoilettenstuhl eben. Insofern hat es für mich gepaßt.

Intermezzo 2

Auch die Universitätsklinik von Frankfurt ist über die Jahre von Kürzungen auf vielen Gebieten nicht verschont geblieben. Der Leistungsdruck auf Ärzte, Pflegepersonal, Reinigungskräfte ist jedoch gestiegen. “Wenn wir Material benötigen um den Patienten gerecht zu werden, verweigert uns dies die Verwaltung mit der Begründung: Dafür haben wir kein Geld.” Ärzte wie auch das Pflegeteam sind ebenso Opfer eines Systems geworden wie die Patienten. Nur scheinen das die Wenigsten zu verstehen.

Wenn ich spare, gebe ich kein Geld aus. Ich lege Geld zurück. Wo ist das Geld das eingespart wird? Cui bono? Wem kommt es zu Gute?

Schaut man sich die durchschnittliche Bewertungen 2,6 von 5 im Netz an dann bekommt man eine Ahnung wie es in der Uniklinik zugeht. Natürlich gibt es auch positive Bewertungen einiger Abteilungen. Ich pers habe mit einigen Stationen sehr gute Erfahrungen gemacht. Das was mir jedoch heute teilweise menschlich wiederfahren ist, ist völlig inakzeptabel.

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Allwissender nixcheckender Nullblicker

Gegen 21.30 kam dann der Krankenwagen. Insgesamt waren es 4 Sanitäter. Hier hat das Pflegeteam gesagt das ich mind 3 Personen benötige.

Als der Krankenwagen da war kam ein Pfleger der Spätdienst hatte. Als er das Zimmer betrat, ich saß ja immer noch wie abgesprochen auf dem Kindertoilettenstuhl, sagte ich ihm das Er mind 3 Personen benötigt da ich aus eigener Kraft auf Grund von Muskelschwund in den Beinen und Armen nicht in der Lage bin aus diesem Kindertoilettenstuhl aufzustehen.

“Sagen Sie mir nicht so von oben herab was ich zu tun habe. Ich mache diesen Job seit 40 Jahren. Muskelschwund. Nicht aufstehen können. Sowas gibt es nicht. Stellen Sie sich nicht so an. Beine durchdrücken und aufstehen.”

Als er sah das ich wirklich nicht in der Lage bin aus eigener Kraft mich aus diesem Kindertoilettenstuhl zu erheben, packte er mich von hinten, hob mich aus dem Kindertoilettenstuhl und warf mich mit dem Gesicht auf das Bett. Ich bekam kaum Luft und hatte Angst das die Brille die ich auf hatte, da sie ein dünnes Gestell hat, zerbechen würden. Ihm war das völlig egal. Er reinigte mich, schaute im Zimmer ob es eine mir passende Windelhose gab, was nicht der Fall war, ging in ein anderes Zimmer und kam mit einer Windelhose in meiner Größe zurück.

Da wurde mir bewußt das die Pflegerin der Mittagsschicht keinen Bock (auf mich?) hatte oder ihre Motivation zu Hause gelassen hatte. Völlig Inakzeptabel.

Was den “Allwissenden” Pfleger betraf, er war, ist der Sheldon Cooper der NA. Rücksichtslos, überheblich, bar jedweder Emphatie. So habe ich ihn wahrgenommen weil er sich mir gegenüber so aufgeführt hat.

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Gegen 22.15 war ich zu Hause in meiner gewohnten Umgebung. Endlich.

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Montag den 9. November 2015

Der Tag in der Notaufnahme in der Uniklinik Frankfurt am Freitag steckt mir immer noch in den Knochen. Nicht nur wegen des “Warum” sondern auch wegen der Tatsache das ich im Rollstuhl sitze und das man nicht auf Menschen eingestellt ist, die sich aus eigener Kraft nicht mehr fortbewegen -> laufen, stehen können.

Hier bei mir zu Hause ist alles so eingerichtet das ich überall hinkomme und auch aufstehen kann um vom Rollstuhl ins Bett, auf die Toilette zu kommen. In der Klinik und auch auf den Stationen ist es ähnlich wie in der NA. Nichts, Nada, Niente. Der Personalmangel bringt es eben mit sich das man halt warten muß. Dazu kommt der Umstand das es in meinem Fall 3 Leute braucht um mich aus dem Rollstuhl ins Bett zu hieven. Zum Beispiel.

Krank zu werden und ins Krankenhaus zu müssen? Unter solchen Bedingungen? . . . . da habe ich ehrlich gesagt Null Bock drauf.

Ähnliches gilt auch für Arztbesuche. Ärzte sind noch weniger auf die Bedürfnisse von Menschen die auf einen Rollstuhl angewiesen sind eingestellt.

Es wird an allen Ecken und Enden an Dienstleistungen gespart. Wenn ich spare, Geld nicht ausgebe ist das Geld ja nicht verschwunden. Es ist auf der Bank, Sparbuch, unterm Kopfkissen . . .wo auch immer. Ich frage mich: Wo ist das Geld das gespart wird?

Unser System ist wie ein verfaulter Fisch der stinkt was aber nicht wahrgenommen wird. Im Grunde genommen müßte die Bevölkerung unisono die Strassen wegen des stinkendem Geruch nach verfaultem Fisch vollkotzen . . . .

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Rede von Michael Jähme anlässlich der Verleihung der Kompassnadel 2015


In diesem Jahr zeichnet das Schwule Netzwerk NRW Michael Jähme aus Köln mit dem Preis DIE KOMPASSNADEL für sein besonderes ehrenamtliches Engagement aus. Michael Jähme dokumentiert Biografien schwuler Männer und Frauen im Rahmen des ARCUS-Zeitzeug_innenprojektes. Festgehalten werden Lebenserfahrungen von Menschen, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit durch Staat und Gesellschaft verwehrt wurde.” Quelle: Schwules-Netzwerk.de

Seit Mitte 2013 führt Michael Jähme im Rahmen der ARCUS-Stiftung Zeitzeugeninterviews durch. Viele der schwulen Männer wurden nach 1945 weiter durch den § 175 StGB verfolgt und verurteilt. Das Zeitzeug_innen-Projekt der ARCUS-Stiftung will die Lebenserfahrungen von Menschen dokumentieren, denen eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit aufgrund der heteronormativ gestimmten gesellschaftlichen und rechtlichen Lebensbedingungen kaum beziehungsweise gar nicht möglich war. Jähme ist in der Stiftung offizieller Ansprechpartner für schwule und bisexuelle Männer.” Quelle: Arcus Stiftung – Projekt Zeitzeug_Innen

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Michael Jähme hat mir freundlicherweise den Text seiner Dankesrede zur Verfügung gestellt und mir die Genehmigung erteilt Diese auf meinem Blog einzustellen. Im mittleren Teil seiner Rede geht er teilweise in die freie Rede über die nicht in seinem Manuskript enthalten ist.

Bemerkenswert ist die Laudatio von Frau Maria Springenberg-Eich, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.

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Sehr geehrte Frau Springenberg-Eich,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Freundinnen!

Am liebsten wäre mir, ich bräuchte hier heute gar nicht zu stehen.

Am liebsten wäre mir, der § 175 wäre mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 abgeschafft worden.

Am liebsten wäre mir, die Würde von Schwulen und Lesben und weiteren queeren Minderheiten wäre nie angetastet und verletzt worden (Art. 1 GG).

Am liebsten wäre mir, die freie Entfaltung der Persönlichkeit wäre auch für Schwule und Lesben von Anbeginn des Bestehens der Bundesrepublik Deutschland gewährleistet gewesen (Art. 2 GG).

Am liebsten wäre mir, die Gleichheit von Männern und Frauen wäre gelebte Realität und nicht nur im Grundgesetz formulierter Anspruch.

Am liebsten wäre mir, Menschen wären auch mit ihrer sexuellen Orientierung vom Grundgesetz geschützt (Art. 3 GG).

Menschenwürde und Menschenrechte fallen nicht vom Himmel. Es reicht nicht, dass sie auf Papier gedruckt sind. Menschenwürde und Menschenrechte müssen täglich erstritten, verteidigt und vor allem von jeder und jedem gelebt werden.
Die Freiheit zu Sein, die Freiheit, anders zu Sein, die Freiheit, anders zu lieben und zu leben ist ein großer zivilisatorischer Wert. Einem alten Deutschland, das normiert, uniformiert, Vielfalt und Lebendigkeit unterdrückt, weine ich keine Träne nach.

Mein Ziel ist ein Deutschland, in dem Empathie, Vielfalt und echte Nächstenliebe zählt! Und in der die Lebensgeschichten von alten Schwulen und Lesben als Teil der gemeinsamen deutschen Zeitgeschichte ihren selbstverständlichen Platz haben.

Gespräche und Interviews mit schwulen Zeitzeugen haben mich erfahren lassen, wie Akzeptanz von Homosexualität durchaus schon vor 100 Jahren in manchen Elternhäusern Realität war. Hier gab es offenbar Eltern, die um die Vielfalt des Lebens wussten und die sich ein eigenständiges Denken und Handeln jenseits von weltlichen und religiösen Autoritäten bewahrt haben, für die Empathie ihren Kindern gegenüber wichtiger war.

Über vergangene gesellschaftliche Verhältnisse kann man Fakten leicht in Lexika und Sachbüchern nachlesen. Der Wert von Zeitzeug_Innengeschichten liegt nun aber genau darin, dass diese nüchternen Sachinfos mit Leben gefüllt werden, dass erfahrbar und miterlebbar wird, wie Leben in vergangenen gesellschaftlichen Verhältnissen möglich war. In der frühen Bundesrepublik tauchte Homosexualität im öffentlichen Leben doch nur im Zusammenhang von „Sex & Crime“ auf: Skandale, Kriminalität, Erpressung, Gerichtsverfahren zu Mord und Totschlag – nur das findet man in zeitgeschichtlichen Dokumenten, – aber nie das gewöhnliche alltägliche Leben.

Die erlebte und erzählte Lebensgeschichte von Zeitzeug_Innen ist dabei keine Helden- oder Heldinnengeschichte. Es sind sehr gewöhnliche Leben, die aber durch die andere sexuelle Orientierung der Erzählenden eine ganz spezifische Perspektive beinhalten. Es sind also Lebensgeschichten, die sowohl gewöhnlich, als auch besonders zugleich sind.

Und Lebensgeschichten laden dazu ein, das eigene Leben als Zuhörer_In in Bezug zu dieser Lebensgeschichte zu setzen. Man erkennt, was offenbar über die Zeiten hinweg gleiche menschliche Erfahrungen sind, und man erkennt, was an der eigenen jüngeren Biografie anders ist. Menschen von ihrem Leben erzählen zu hören regt dabei auch oft an, selber erzählen zu wollen.

Aber noch wichtiger als das Erzählen erscheint mir, die Erfahrung zu machen, dass da offene Ohren sind, die Zeit schenken und bereit sind, mitzuerleben, zuzuhören, verstehen zu wollen, die bereit sind, nachzudenken und mitzudenken – und sich von dem, was sie hören, berühren zu lassen.

Initiiert von der Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld wird seit 2014 das „Archiv der anderen Erinnerungen“ aufgebaut. In Videointerviews erzählen Zeitzeug_innen ihre individuellen Erfahrungen und Erinnerungen zu queeren Lebensgeschichten seit den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland. Die ARCUS-Stiftung, für die ich im Stiftungsrat mitarbeite, ist Kooperationspartner dieses großartigen Projektes.

Schwule und Lesben sind Teil der deutschen Gesellschaft, von Anbeginn. Ich wünsche mir, dass dies sichtbarer wird – und dass unser Leben als Schwule und Lesben Anerkennung und Würdigung erfährt. Denn darum geht es: um Würde und Menschenrechte.

Vielen Dank!

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HerbstMJähmeFoto und TextRede Copyright © Michael Jähme

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Meine Ex Hausärztin was not amused


Gestern hat mir meine Hausärztin die Behandlung gekündigt weil ich Ihr gegenüber nicht ehrlich war, ich ihr bei ihrem ersten Besuch bei mir zu Hause nicht alles gesagt habe. Was mit dem “Alles” gemeint ist ergibt sich in der Folge aus dem Text. Erst wollte ich nichts darüber schreiben; “Scheiß drauf, was soll´s. Das is es ist nich wert das ich mich aufrege”.  In der letzten Nacht merkte ich wie wütend ich war und entschied mich diesen Text zu verfassen. Das ich die Anonymität der Betreffenden wahre versteht sich von selbst. Ein weiterer Grund warum ich zu diesem Mittel greife liegt darin das wie es sich herausstellte um Diskriminierung im Kontext zu HIV handelt. Diskriminierung im Alltag durch Ärzte begegnet uns immer wieder was 31 Jahre nach HIV in Deutschland schon erstaunlich ist. Rollstuhlfahrer und HIV positiv, mit dieser Kombination ist es generell schon schwierig genug einen Hausarzt der Hausbesuche macht zu finden. Von Arztbesuchen bei Ärzten der div Fachrichtungen die einen rollsruhlgerechten Zugang haben ganz zu schweigen.

“Sie waren nicht ehrlich zu mir bei meinem ersten Besuch. Mein Vertrauensverhältnis zu Ihnen ist nicht mehr vorhanden, deshalb werde ich Sie nicht mehr weiter behandeln.”

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch am 2. September bei mir zu Hause. Wenn nicht bin ich gerne bereit Ihnen auf die Sprünge zu helfen.

Als Sie sich bereit erklärten mich im Rahmen ihrer fachärztlichen Allgemeinmedizin bzw so wie es auf ihrer Webseite angegeben ist “Diagnostik, Behandlung und Betreuung aller internistischer und allgemeinmedizinischer Erkrankungen” zu behandeln habe ich mich sehr gefreut. In unserem Gespräch habe ich Sie als einen sehr offenen und angenehmen Menschen wahrgenommen, sagte ihnen das ich seit über 30 Jahren HIV positiv und in besten Händen was die HIV fachärztliche Behandlung hier in Frankfurt am Main betrifft bin.

Wenn es jedoch um allgemeinmedizinische Probleme geht benötige ich einen Allgemeinmediziner derdie mich entsprechend dem Fachgebiet Allgemeinmedizin behandelt und entsprechende Rezepte, Verordnungen, das Übliche eben ausstellt bzw verordnet.

Seit 1 Jahr sitze ich im Rollstuhl und bin auf Grund meiner div Erkrankungen nicht in der Lage meine Wohnung zu verlassen. Wenn dann nur innerhalb eines relativ kurzen Zeitfensters. In Frankfurt am Main gibt es wenig Praxen die für RollstuhlfahrerInnen zugänglich sind. Ganz zu schweigen von den entsprechenden Fachärzten von denen es nur Wenige gibt die neue Patienten aufnehmen.

Doch zurück zu ihrem ersten Hausbesuch bei mir am 2. September. Ich hatte ihnen auf einen USB Stick sämtliche Unterlagen und Untersuchungsergebnisse neuesten Datums im Zusammenhang mit meiner HIV Erkrankung div mich behandelndener ÄrzteInnen kopiert. Das Sie mich einige Tage später anriefen und mir mitteilten das sie den USB Stick nicht “öffnen” konnten, eigentlich ja auch nicht wollten wegen eines möglichen Computervirus der sich auf dem USB Stick verbergen könnte und im übrigen deshalb nicht über einen Internetzugang verfügten, verwunderte mich dann doch etwas. Aber gut. Ich selbst bin ja etwas strange, wieso sollten Andere dann nicht auch etwas anders sein. Folglich habe ich wie Sie sich erinnern werden die entsprechenden Unterlagen kopiert und Ihnen per Post zukommen lassen.

Diagnosen:
G82.09G Schlaffe Paraparese und Paraplegie
125.5A Normale linksventrikuläre Funktion
G62.9G HlV-assoziierte Polyneuropathie
Z21G HIV-lnfektion Stadium b lll
E88.1G HIV-assoziiertes Lipodystrophiesyndrom
G72.9G Myopathie
110,00G Arterielle Hypertonie
F32.9G Depression
816.9G Hepatitis B und C K74.6G Leberzirrhose

Während ihres ersten Hausbesuches diagnostizierten Sie das sich in beiden Füßen sowie beiden Unterschenkeln Wasser eingelagert hat. Im Gespräch sagte ich Ihnen das ich diese Wassereinlagerungen erst seit ein paar Wochen habe. Die Hitze dieses Sommers hatte mir sehr zugesetzt und ihr übriges dazu getan. Insofern war ich sehr erleichtert als Sie mir ein entsprechendes Medikament verordnet haben.

Bei ihrem 2. Besuch am 23. September, den Termin hat mir eine ihrer  Empfangsdamen mitgeteilt: “Sie ist gerade in ihrer Nähe, da kommt sie kurz bei Ihnen wegen der Grippe Impfung vorbei”. Sie stellte wie auch ich fest das die medikamentöse Behandlung gegen Wassereinlagerungen in den Beinen Früchte getragen hat. Leider traf dies nicht auf beide Füße zu. Diese waren so stark angeschwollen das ich keinen meiner Schuhe anziehen konnte. Infolgedessen ist es mir auch zur Zeit nicht möglich meine physiotherapeutische Behandlung in einer Physiotherapie zwecks Muskelaufbautraining weiterzuführen. Auch wenn ich im Rollstuhl sitze und in einem entsprechenden Krankentransport zur Behandlung in der Physiotherapie von zu Hause abgeholt und nach Beendigung wieder zurückgefahren werde, bei dieser Jahreszeit ohne Schuhe im Rollstuhl sitzend hätte ich mir auf Grund meines angegriffenen Immunsystems Ratz Fatz eine Grippe oder möglicherweise eine Lungenentzündung geholt. Abgesehen davon wäre es Versicherungsrechtlich im Kontext zur Physiotherapie – Muskelaufbautraining – nicht möglich gewesen ohne Schuhe das Muskelaufbautrainng weiterzuführen. Ich nahm also weiterhin die Medikamente gegen die Wassereinlagerungen in der Hoffnung das die Einlagerungen aus den Füßen zurückgingen, sodaß ich wieder Schuhe anziehen konnte. Leider war dies nicht der Fall.  Auf Grund dieser Tatsache mußte ich auch meinen Termin meiner regelmäßigen 4tel jährlichen Blutabnahme und Arztgespräch bei meiner HIV Fachärztin verschieben.

Anfang der ersten Oktoberwoche nahm ich auf meinem rechten Unterschenkel wahr das sich ein “Bläschen” gebildet haben, die wenn sie aufging eine Flüssigkeit absonderte. Ich maß dem keine weitere Bedeutung bei da es sich zu diesem Zeitpunkt nur um “ein Bläschen” handelte und die Menge der austretenden Flüssigkeit sehr gering war. Am 7. Oktober hatte ich Besuch einer Fußpflegerin. Während der Behandlung erzählte Sie mir das viele ältere Menschen Probleme mit Wasser in Beinen undoder Füßen hatten. Im Laufe des Gespräches sagte sie das “Lymphdrainage” ein weiteres probates Mittel sei um dem Wasserablagerung Einhalt zu gebieten.

Am 10. Oktober abends war mein rechter Fuß in einem Maß angeschwollen das ich das Gefühl hatte das die Haut des Fußes aufplatzen würde. Da sich Angst dazu gesellte, rief ich den ärztlichen Bereitschaftsdienst an. 1 Stunde später war dann ein Arzt bei mir zu Hause.  Das Original seines Berichtes haben ich Ihnen zukommen lassen.

Er war wie sie ein Allgemeinmedizinier und Internist. Während er meine Füße untersuchte und seinen Kurzbericht schrieb kamen wir darauf zu sprechen das er, ein Facharzt für Allgemeinmedizin und Internist – also wie Sie – sehr wohl ein Rezept bzw. Verordnung für Reha Verbandsschuhe inkl Verordnung eines kostenlosen Hausbesuches durch ein Sanitätshaus berechtigt ist auszustellen.

Seit der ersten Oktoberwoche telefoniere ich mehrmals mit ihren Damen und auch ihnen wegen der Ausstellung einer Verordnung von Reha Verbandsschuhen wie sie u.a. auch Diabetiker verordnet werden.

Ihre Aussagen waren in der Reihenfolge:

“Da müssen Sie zu einem Orthopäden gehen.”
Mein „Einwand“ Ohne Schuhe meine Wohnung verlassen“?

“Die KV verweigert die Kostenübernahme einer solchen Verordnung.”
“Die KV übernimmt die Kosten nur wenn ihre Krankenkasse eine schriftliche Bestätigung bzgl der Kostenabrechnung/übernahme ausstellt”.

Sie und ich wissen das die KK, in meinem Fall die Barmer, eine solche schriftlichen Bestätigung im Kontext zu einem ganz normalen Rezept nicht ausstellt. Wenn dann ist ein Fall gänzlich anders gelagert.

In der 2. Oktoberwoche telefonierte ich mit einer ihrer Sprechstundenhilfen und frug sie ob es möglich ist mir ein Rezept für Lymphdrainage sowie eine Verordnung häuslicher Krankenpflege wegen Anlegen und Wechseln von Wundverbänden auszustellen:

“Ich werde Frau Doktor fragen und sage Ihnen dann Bescheid”.

Das war am Donnerstag den 8. Oktober. Weder wurde ich an diesem Tag noch am darauf folgenden Freitag den 9. Oktober von einer ihrer Damen angerufen. Als ich am Montag  den 12. Oktober im Laufe des Tages in ihrer Praxis anrief um mich zu erkundigen, sagte mir eine ihrer Damen lakonisch: “Ja das Rezept und die Verordnung liegt hier. Sie müssen nur vorbeikommen und ihr KK Kärtchen wegen des neuen Quartals mitbringen”. Das ich sauer war weil mich ihre Damen nicht wie verabredet angerufen haben liegt ja wohl auf der Hand. Am gleichen Tag ließ ich die beiden Verordnungen von einem Taxifahrer bei Ihnen abholen.

Dieses “letzte Procedere” war offensichtlich der berühmte Tropfen der ihr Fass zum überlaufen brachte, war der Grund der letztendlich”zu ihrer Aufkündigung ihrer Behandlung wegen mangelndem Vertrauen Ihrerseits mir gegenüber” führte.

Wähend ihres Besuches, am 15. Oktober bei mir  als Sie sagten das Sie mich nicht weiterbehandeln wollten, impfte eine Helferin von Ihnen mich gegen Grippe (das Serum war nicht gefroren)” fielen ihrerseits die Sätze: “Sie waren nicht ehrlich und haben mir alles mitgeteilt” und “das sich das so entwickeln würde war nicht klar”. Was hätte ich ihnen denn mitteilen “wissen” müssen? Das die Behandlung der Wassereinlagerung in meinen Füßen und Beinen einen anderen Verlauf den Sie, ich unterstelle Ihnen mal das Sie es sich auch nicht vorgestellt haben, genommen hat? Das ich Sie auf Grund der Entwicklung innerhab einer so kurzen Zeit als Fachärztin der Allgemeinmedizin und Internistin laut ihrer Webseite um die Ausstellungen von einer Verordnung und Rezepten konsultieren würde? Das die Ausstellung der Verordnung häuslicher Krankenpflege bzgl der Diagnose völlig durch den Wind sein wird obwohl ich der Dame am Telefon den genauen Wortlaut wie meine KK ihn mir mitgeteilt hat kommuniziert habe?

An einem Freitag im Oktober des Jahres 1996 als ich im Rahmen meiner Ausbildung als Erzieher an Unterricht teilnahm, hatte ich auf einmal das Gefühl, das all meine Energie so wie wenn man das Wasser aus einer Bgefüllten Badewanne abläßt, aus mir heraus läuft, ausfließt. Am Freitagabend rief ich den Notarzt an weil ich über 39 Grad Fieber hatte. Der Arzt meinte es sei nur ein grippaler Infekt. “Wenn s am Montag nicht besser geworden ist kommen sie zu mir in die Klinik.” Irgendwie habe ich es am Montag geschafft mit 40 Grad Fieber zu ihm in die Klinik, er war Belegarzt, zu kommen. Diagnose: Beidseitige Lungenentzündung <-> PcP, 40 % der Lunge lt Röntenaufnahmen befallen. Es kam buchstäblich aus dem Nichts. Über Nacht. Nichts deutete in den letzten Untersuchungen die zu diesem Zeitpunkt grad mal 4 Wochen zurück lag darauf hin das etwas nicht in Ordnung war bzw sein könnte. Bis zu diesem Freitag war ich nur “Träger des HIVirus”.

Natürlich sind meine Polyneuropathie, mein Muskelschwundes, die Wassereinlagerungen in beiden Beinen und Füßen und die Tatssache das ich heute im Rollstuhl sitze Nebenwirkungen von HIV. Es ist mittlerweile bekannt das Menschen die solange wie ich – 30 Jahre – mit HIV leben gesundheitsbezogen um 10 Jahre schneller altern als Menschen die nicht mit dem HIVirus leben.

Meine Beschwerden stehen dennoch für sich. Wegen solcher Beschwerden, die meine HIV Fachärztin nicht behandeln kann, weil sie eben Fachtärztin für innere Medizin und Infektiologie iat, habe ich Sie gefragt ob sie mich als Patient als “Fachärztin für Allgemeinmedizin und Internistin für nicht speziell HIV typische Krankheiten behandeln würden. Diesem Ansinnen haben Sie statt gegeben.

Diesen Text werde ich auf meinem Blog veröfentlichen unter Wahrung der Anonymität pers Daten. Des weiteren werde ich Ihnen diesen Text an ihre Emailadresse obwohl sie über keinen Internetzugang verfügen schicken. Eine zweite Email geht an die KV Hessen in Frankfurt/Main

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#FragtMerkel #AskMrsMerkel #refugeeswelcome


Anläßlich des Besuches ihres Amtskollegen Werner Faymann (SPÖ) aus Österreich vor 10 Tagen stellte sich Frau Merkel im Kanzleramt Fragen der Journalisten.

Als es um den Vorwurf geht, Merkel habe mit politischen Signalen dazu beigetragen, die Zahl der Flüchtlinge noch zu steigern, wird die Kanzlerin zugleich grundsätzlich und emotional. Sie weiß, dass nicht nur die CSU, sondern auch Teile der eigenen Partei ihre Entscheidung von vor zehn Tagen, die Grenzen für Flüchtlinge aus Ungarn zu öffnen, für falsch halten.

“Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen, dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land”, erklärt sie. In anderen Worten: Für die CDU-Chefin geht es um alles. “Ich sage wieder und wieder, wir können das schaffen, und wir schaffen das”, meint sie. Quelle Tagesspiegel

10 Tage später hat das politische AlltagsGesicht von Frau Merkel das “freundliche Gesicht, das Gesicht der Menschlichkeit und des Mitgefühls” wieder verdrängt.

Mittlerweile hört man von Frau Merkel Sätze wie:
“Es gibt keinen Anspruch auf ein bestimmtes Land”.

Auf EU Ebene – hier ist Frau Merkel sehr dominant und bestimmend – fallen Sätze wie:

Die EU-Staaten wollen ihre gemeinsamen Außengrenzen besser sichern und schutzbedürftigen Menschen in Krisengebieten helfen. Die EU gibt eine Milliarde Euro zusätzlich zur Versorgung syrischer Flüchtlinge in Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes.

Was soviel heißt wie, wenn Menschen die der Krieg aus Syrien vertrieben hat und sich in Lager in Jordanien, der Türkei, dem Libanon aufhalten genug zu essen haben, gibt es keinen Grund das sie nach Europa kommen.

Das Geld soll laut Abschlusserklärung etwa an das UN-Welternährungsprogramm WfP und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fließen. Dem Welternährungsprogramm fehlt das Geld; die Organisation musste ihre Unterstützung für Vertriebene bereits kürzen, was teilweise zu Engpässen in Lagern führte. Quelle Flüchtlingsgipfel in Brüssel

Glaubt Frau Merkel wirklich das sich etwas ändern wird wenn sich die Lage in Lagern wie diesem hier tatsächlich zum Guten für die Menschen die der Krieg aus Syrien vertrieben hat ändern wird? Werden die Syrer dann wieder ein Leben in Würde führen können? Werden sie Arbeit in ihrem Beruf finden und ihre Familien ernähren können? Werden sie sie sich wieder eine Existenz aufbauen können?
Glaubt Frau Merkel wirklich das die Gespräche die sie mit Herrn Putin, dem Iran und Herrn Assad dazu führen, das der Krieg in Syrien beendet wird? Minsk5.0

Innenpolitisch ist beabsichtig ein verschärftes Asyl Gesetz auf den Weg zu bringen. So warf der Geschäftsführer Günter Burkhardt von Pro Asyl der Bundesregierung in der ARD vor, durch die Verschärfung des neuen Asylrechtes Menschen auf der Flucht außer Landes treiben zu wollen und forderte Bund und Länder auf, den Gesetzesentwurf zu stoppen.

Ursachen für den Wandel in der Haltung von Frau Merkel sind mannigfaltig. Da wäre unter Anderem der rechtsschlagseitige Herr Seehofer CSU aus Bayern, Regierungspartner der CDU, der sich nicht zu schade ist den “Grenzschutzkapitän Herrn Orban” seines Zeichens leicht faschistoid angehauchter Ministerpräsient von Ungarn zur Klausur der CSU in das Kloster Banz einzuladen.

Orban1

Im Frühjahr dieses Jahres hat die Bundesregierung <-> Frau Merkel diese Initiative ins Leben gerufen.

Bürgerdialog “Gut leben in Deutschland” – Merkel: Möglichst viele sollen zu Wort kommen

Aus dem obenegenannten ergeben sich unzählige Fragen die Bürger Frau Merkel #FragtMerkel stellen können. Sie will den Dialog mit dem Bürger. Also erfüllen wir ihr diesen Wunsch. Überlegt Euch Fragen im Kontexzt zu der Situation von Menschen auf der Flucht in Deutschland und formuliert kurze Fragen <-> Tweets – bis 140 Zeichen – an Frau Merkel die hier auftauchen #Fragt Merkel. #refugeeswelcome nicht vergessen. Voraussetzung ist das man ein Twitter Account hat.

Die Fragen könnten ungefähr so lauten: Sätze aus ihrer Regierungserklärung zum Thema Menschen auf der Flucht

Warum behandeln Sie Flüchtlinge wie kleine Kinder. “Sie müssen sich integrieren + die deutsche Sprache lernen”.

Warum stellen Sie Flüchtlinge als lernunwillig hin? “Sie müssen die hiesigen Werte und Regeln respektieren”.

Da die Flüchtlingssituation in Europa – in der EU – in Deutschland global in den Medien aufgegriffen wird liegt es nahe das man die kurzen Tweets in auch in englischer Sprache zum Ausdruck bringt.

Thema “Wirtschaftsflüchtlinge:

Was würden Sie + Ihre Familie tun wenn sie in einem Land leben würden und ihre Familie nicht ernähren könnten?

What would you do if you d be living in a land destroyed by war and be unable to nourish your family?

*

Die PR Abteilung von Nestle hat eine Aktion “‪#‎FragtNestle‬” ins Leben gerufen die zu einem PR Desaster wurde.

” Eigentlich wollte der Konzern “den Dialog suchen” und seinen Verbrauchern Rede und Antwort stehen. Doch dann wurden sie von Vorwürfen überrollt: Warum hasst Ihr Regenwälder? Warum liebt Ihr Kinderarbeit?”

*

Können Menschen etwas ver-ändern? Ja Haben Menschen gleichwo in der Welt ein Recht darauf ein Leben in Würde zu führen? Haben Menschen ein Recht darauf ein glückliches Leben zu führen? Ja

 

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Erst lief mir das Wasser im Mund zusammen . . .


. . . dann tropfte mir der Saft während ich in den Pfirsisch biß am Kinn hinunter.

Als ich den Obst und Gemüseladen bei dem ich immer einkaufe anrief sagte mir die Chefin das sie einen Anruf bekommen hätte von einem Nachbarn, das er “gleich Pfirsiche vorbei bringen werde“.  “Aus dem eigenen Garten?” fragte ich sie. “Ja” sagte sie, “er bringt jedes Jahr welche vorbei“. “Dann würde ich solange warten bis er bei Ihnen war” sagte ich. “Das kann dann aber n bißchen dauern, bis wir jemand bei Ihnen vorbeischicken der Ihnen ihre Bestellung nach Hause bring“, sagte sie. “Das imacht nix”, sagte ich. “Da warte ich gerne.

Pfirsisch21
“Der Geruch . . . Und der Geschmack erst, Süß und saftig . . . göttlich. So muß Pfirsisch”

“Zu Klein, zu Groß, zu Unrund, zu viele Stippen, Nicht der EU Norm entsprechend . . . . ” Nicht behandelt. Am Baum gereift. Jede Größe, jede Form ist Richtig.

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