„Neue Besen kehren gut“ . . .


. . . so sagt der Volksmund

*

Da ich geschlafen hatte, habe ich den üblichen Rundgang des Nachtdienstes verschlafen. Irgendwann später bin ich aufgewacht, klingelte weil ich der Meinung war das mein Urinbeutel geleert werden müßte. Auf Grund meines Klingelns kam er – die neue Pflegehilfskraft – in seiner ersten Nacht hereingestürmt wie ein Panzer. Von 1/2 Schlaftablette die ich zum Einschlafen nehme war ich halbwach. Ohne sich vorzustellen schob er den Nachttisch zur Seite, stellte fest das sich in dem Urinbeutel nur wenig Urin befand und war stinksauer “ Der ist ja leer“ schnaubte er und stürmte wie ne Dampfwalze aus meinem Zimmer. Jetzt war ich hellwach. „Ich hab auch nur zum Spaß geklingelt. Schöne Nacht noch.“ Gab ich ihm auf den Weg.

Am 20. August gegen 5.30 bin ich wach geworden weil ich Durst hatte. Wenn ich schlafe rutsche ich im Bett immer etwas in Richtung Bettende. Ich ware gerade dabei mich zum Kopfanfang des Bettes hochzuziehen als besagter „Neuer Besen“ in mein Zimmer hereinfegte. Mit einem donnnerndem „Guten Morgen“ kam er ans Bett, griff an meine Einlage. Vielleicht glaubte er etwas verloren zu haben und meinte er würde es dort finden was allerdings nicht der Fall war. Er schob den Nachtisch zur Seite stürmte ins Bad um die Schüssel für den Urin zu holen. Weil wenig Urin in dem Beutel war sagte ich „das es sich nicht lohnen würde ihn zu entleeren“. Das hat ihn alles nicht interessiert. Es ist seine Pflicht den Beutel zu entleeren also entleert er ihn. #Basta Und die Bewohner*Innen – in dem Fall ich den er weil ich wach war „nur um etwas zu trinken“ mit einem donnerndem Guten Morgen zu beglücken.

Ich bat ihn den Nachttisch wieder so hinzustellen – Rückenlage und aus eigener Kraft nicht mobil“ sodas ich ihn erreiche. Im Grunde genommen den Nachttisch wieder so hinzustellen wie er stand als er mein Zimmer betrat. Alles was es dazu benötigt ist etwas das man gemeinhin als „Wahrnehmung“ bezeichnet. Doch anstelle der Wahrnehmung lief bei ihm das 0815 Programm ab. Einer lärmenden schnaubenden Dampfwalze aus der Zeit von 1873 knallte er mir mit einem Spruch „Dann machen sie´s doch selber“ den Nachttisch ans Bett und verließ wütend mein Zimmer.

Er gehört zu der Gattung Pflegehilfskräfte die meinen das alle Bewohner*Innen eines Pflegeheimes #GAGA sind. Vor allen Dingen müßte man Ihnen Dankbar sein das es Menschen wie ihn gibt. Menschen die andere Menschen – Bewohner*Innen eines #Pflegeheim von oben herab behandelten. So als wären wir „die Bewohner*Innen eines Pflegeheim“ „Menschen 2er Klasse“.

„Neue Besen kehren gut“ so sagt man. Die Stadt sucht immer wieder ungehobelte grobschlächtige, unsensible Grobmotoriker mit einem Defizit an Empathie zum säubern der Strassen und Bürgersteige (Damit möchte ich nicht die Arbeit des Personals der städtischen Reinigungskräfte herabwürdigen. Im Gegenteil. Es spiegelt – das gebe ich gerne zu – den Inhalt einer Schublade von mir wieder).  Zudem ist die Bezahlung besser als der Nachtdienst in einem #Pflegeheim.

*

In der Nacht gab es ein interessantes Gespräch.

Tenor: Es steht Aussage gegen Aussage.
Eine der üblichen Formulierungen wenn ein Unbeteiligter*E per se Partei von vorn herein Partei (weil sie z.b. der Vorgesetzt ist) für eine Person ergreift. Man selbst hat dann keine Chance. Beliebtes Muster vor Gericht im Kontext zwischen Instituitionen z.b. Polizei und Einzelpersonen.

Tenor: Ich habe gelernt das man das so und so macht . . .

Es ist diese Haltung die zum Ausdruck bringt das „alle“ Bewohneriner*Innen per se auf Hilfe angewiesen sind. Den Bewohner*Innen wird von vornherein unterstellt das sie in jedem Bereich ihres Alltages hilflos somit auf Hilfe angewiesen sind. Eine Differenzierung ist von vornherein ausgeschlossen. Auf die Idee das Bewohner*Innen möglicherweise in bestimmten Aspekten ihres Alltages „Selbstständig“ in Denken und Handeln sind kommt man nicht. Ganz zu schweigen von Würde im Zusammenhang mit Selbständig sein. „Bewohner*Innen sind hilflos und auf uns „Pfleger*Innen angewiesen.

*

Was mir immer wieder begegnet ist eine Haltung von Einigen des Pflegepersonals gegenüber Bewohneriner*Innen und auch ihren Kollegen*Innen die ich erschreckend finde weil sie ein Mangel an Würde und Respekt offenbart. Ich schwanke an deren Haltung zwischen „Besser Wisser“ oder schlicht und einfach „Überheblichkeit in Person“.

Da ich aus eigene Kraft nicht aufstehen kann werde ich mittels eines Lifters aus dem Bett -> in den Rollstuhl und zurück „geliftet“. Da ich täglich einige Stunden im Rollstuhl verbringe steht der Lifter bei mir im Bad. Hier im Pflegeheim gibt es 5 Wohnbereiche = 5 Etagen. Leider gibt im gesamten Pflegeheim nur 2 – in Worten „Zwei“ – dieser Lifter. Und das obwohl es a) viele Bewohner*Innen gibt die auf ihn angewiesen sind und b) besagte Personenlifter nicht die Welt kosten. Um die € 1.400 – 1.500.

Pfleger eines anderen Wohnbereiches:
Guten Morgen. Wir benötigen Ihren Lifter.
Kein Problem. Sind Sie bitte nur so nett und bringen ihn wieder zurück. Ich – wir benötigen ihn später.
Klar mach ich.

Natürlich hat er ihn nicht zurückgebracht. Nur Wenige bringen ihn tatsächlich zurück. Da ich wußte auf in welchem Wohnbereich er arbeitet bin ich einige Stunden später in diesen Wohnbereich gefahren. Als er mich sah hat er eine Bewohnerin auf ihr Zimmer begleitet . . . über einen Ausgang wo er nicht an mir vorbei mußte. Nach 10 Minuten – es war Ende der Übergabe kam er mir in Freizeitkleidung entgegen.

Hey sagte ich freundlich grinsend zu Ihm. In diesem Dress Style können Sie den Lifter auch zu unsmir auf den Wohnbereich bringen.
Ich hab jetzt Feierabend, sagte er.
Macht mir nix aus sagte ich.
Mir doch egal. Sprachs und ging in den „Feierabend“.

Ihn werde morgen mal fragen ob er sich dessen bewußt ist das er mit seinem Verhalten seinen Kollegen*In vor die Füße kotzt. Als ich ihn anderntags darauf angesprochen habe, blies er als Reaktion seine Backen auf.

Zum einen bringt dies eine Haltung zum Ausdruck das ihm Bewohner*Innen im Grunde genommen egal sind. Zum anderen – und das schnallt die Blitzbirne nicht – rennt er und seine Kollegen*Innen wenn er einen Lifter benötigt durch alle Wohnbereiche weil derdie Anderen nicht wissen wo ein Lifter ist wenn er nicht bei mir im Bad ist. D.h. er wie auch seine Kollegen*Innen machen sich gegenseitig das Leben schwer. Insbesonders da keineR demder Anderen bescheid sagt wo er ist. Ergebnis: JedeR hat n Hals.

Ähnliches gilt für den Akku. Wenn der Akku eines Lifters fast leer ist dann wird der Akku nicht in eine Ladestation (auf jedem Wohnbereich) angeschlossen sondern man nimmt sich einen anderen Lifter dessen Akku voll ist.

Statt Miteinander arbeitet man Gegeneinander. JedeR hat Hals ist jedoch unfähig oder nicht willens die Ursachen zu ändern.

*

Ich befürchte das die Qualität der zukünftigen Pflegehilfskräfte von erheblichen Defiziten geprägt sein wird. Dies betrifft die Haltung gegenüber Menschen die auf Hilfe von Pflegekräften angewiesen sein werden wie auch was das Thema Empathie betrifft.

* * * * *

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Warten auf Godot 2.0 – Pflegeheim 2017


Warten auf Godot

Über das Schauspiel „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett das in der Spielzeit  2015/2016 vom Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus aufgeführt wurde heißt es unter anderem im Programmheft:

Eine Straße, ein Baum. Schon lange stehen Wladimir und Estragon hier und warten. Warten auf Godot. Von dem niemand weiß, wer er ist. Oder ob er jemals kommt. Doch eigentlich tut das nichts zur Sache. Denn längst ist die Zeit stehen geblieben. Zur Sache tut nur eins: Was um alles in der Welt unternehmen Wladimir und Estragon, um sich die Zeit zu vertreiben? Quelle: Programmheft „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

*

Fazit nach 1 Jahr Aufenthalt in dem Pflegeheim meiner Wahl: Auf Grund meiner gegenwärtigen Gemütsverfassung wird dieses Fazit sehr subjektiv ausfallen.

Zwischenspiel

Über Spielereien, Clownereien, Amüsement und Ablenkung oder „Wie war das, damals, als ich noch in meiner Wohnung lebte . . . ?“

Ich stand mit den Jahreszeiten auf, erledigte meine Morgentoilette, kochte mir eine Tasse Kaffe und genoß sie am PC. Diese Zeit, dieses „in den Tag heineinkommen“ Procedere war mir wichtig. „Ungestört in den Tag hineinzukommen“

2 mal wöchentlich kam ein ambulanter Pflegedienst zu mir nach Hause. Die „Aufrechterhaltung sozialer Kontakte“ Kommunikation mit den betreffenden Personen des ambulanten Pflegedienste war ein Aspekt neben der Tätigkeit der vertraglich festgelegten Arbeiten. Pro Woche waren dies je 2 Std zum gründlichen säubern – Boden und Kacheln im Bad naß feudeln und Staub auf Schränken in meiner Wohnung i.e. an den Stellen die ich nicht erreichte wischen sowie 2 Std für den wöchentlichen Einkauf.

Danach habe ich mir mein Mittagessen zubereitet i.e. geschnibbelt, gemischt, gekocht. Anschließend erfolgte wie es sich für einen allein lebenden Mann geziemt der Abwasch von Topf, Pfanne, Gerätschaften und Teller.

Zufrieden und von einer leichten Müdigkeit umwoben legte ich mich dann für 1 oder 2 Stunden auf`s. Ohr. Langeweile oder das Gefühl etwas tun zu müssen – wollen kam nie auf.

Wäsche waschen (Waschmaschine anstellen) aufhängen, Wäsche in den Wäscheschrank einräumen, die Küchenspüle sowie den Herd säubern, dies war mir der ich während der letzten 2 Jahre in meiner Wohnung schon im Rollstuhl saß möglich. Insofern war mein Alltag „strukturiert“.

Allerdings will ich nicht mir selbst gegenüber ungerecht sein. Zeit mit Freunden zu verbringen „in Kontakt zu ihnen zu sein“, eine Schale Matcha zubereiten, Nahrung für ein Essen zubereiten, fotografieren, dies hat mich mit einer inneren Zufriedenheit im Sinne von „in Balance mit mir selbst sein“ ausgefüllt.

Und hier? Im Pflegeheim?

*

Alltag 2017

Im Eingangsbereich hängen neben zahlreichen „Qualitäts Zertifizierungen div Organisationen“ Bewohner*Innenverzeichnisse je nach Wohnbereich. In dem Wohnbereich in dem ich wohne gibt es insgesamt 34 Bewohner*Innen mich eingeschlossen. Pflegepersonal: 13
Auf dem Wohnbereich in dem meine Mutter lebt, wohnen 37 Bewohner*Innen. Pflegepersonal: 17
Das Fenster des Medikamentenraumes ist seit 8 Monaten mit 12 Fotos der Geburtstagsfeier – große Tafel mit div Speisen – der Wohnbereichsleiterin mit dem auf dem Wohnbereich arbeitenden Pfleger*Innen und Pflegekräfte gepflastert.

Eine Lesart: Schaut her – Sind wir nicht ein tolles Team?
Eine Andere: Wir – das Team steht an erster Stelle. Die Bewohner*Innen sind zweitrangig.

Unterstrichen wird diese Aussage durch den folgenden Sachverhalt: Das Pflegeheim ist in 5 Wohnbereiche = Etagen aufgeteilt. 4 der 5 Wohnbereiche war mit österlichen Motiven i.e. Zweigen an denen ausgeblasene, bunt bemalte Eierschalen sowie „Osterhasen“ geschmückt. Die meisten Bewohner*Innen die dement sind haben nicht nur solche Traditionen verinnerlicht; sie finden durch diese „traditionelle Volkskunst“ aus ihrer „Welt der Demenz heraus und leben – je nach dem – für einen bestimmten Zeitraum in der Gegenwart. Sie nehmen am Alltag teil. Erinnern sich bewußt an einen Teil ihres früheren Lebens. Auf meine Frage warum der Wohnbereich in dem ich wohne nicht geschmückt ist antwortete man mir: „Es ist nicht unsere Aufgabe – die Aufgabe des Pflegeteams – den Wohnbereich zu schmücken“.

*

Die soziale Kälte ist spürbar, fast greifbar. Erdrückend. Emotionale Nähe die durch eine Kommunikation auf Augenhöhe entstehen, ja möglicherweise wachsen kann ist nicht möglich. Gewollt? Ich neige dazu dies mit einem „Ja“ zu beantworten. Zwangsläufig ergeben sich Spannungen die sofern man sie nicht herunterschluckt sich dann in einer „Konfrontation“ entladen. Natürlich gilt dies nicht für alle Bewohner*Innen des Pflegeheimes. Ca 2/3 der Bewohner*Innen sind dement. Der Grad der Demenz ist, soweit ich das als Laie in der Lage bin zu beurteilen, höchst unterschiedlich. Sie ist wie ich persönlich immer wieder erfahre auch von der Häufigkeit der die Bewohner*Innen besuchenden Freunde bzw Familienangehörige abhängig. Nicht zwangsläufig. Doch der soziale Kontakt hat einen immensen Einfluß – Wirkung auf das Wohlbefinden vieler Bewohner*Innen die an einer Demenz leiden. Ich erlebe es nicht nur mit meiner Mutter sondern mit vielen Bewohner*Innen wenn diese von Familienangehörigen besucht werden. Gemessen an der Zahl der Bewohner*Innen in dem Wohnbereich in dem ich auch lebe sind es nur Wenige. Wenn ich oder eine Freundin meine Mutter in ihrem Wohnbereich besucht, dann ist sie sehr oft „in der Gegenwart“ präsent. Auch wenn sie schweigt nimmt Sie ihre Umgebung wahr, nimmt teil am Leben.
Ein anderer Aspekt ist der Personalschlüssel. In der Frühschicht von 6.00 – 14.00 arbeiten max 6 Pflegekräfte, in der Spätschicht 3 Pflegekräfte. Dem organisatorischen Aspekt wie Pflegen, Nahrung austeilen im Speisesaal und den Zimmer der jeweiligen Bewohner*Innen, die Versorgung mit Medikamente etc ist schon ein Wunder. Gleichzeitig muß jedes Team die entsprechenden Anforderungen der „div Qualitätssiegel“ grecht werden i.e. dokumentieren was einen immensen Zeitaufwand beansprucht. Dazu kommt noch die übrige Dokumentation im Kontext der aktuellen Geschehnisse der Bewohner*Innen im Alltag.  Allein damit ist eine Pflegekraft in jeder Schicht beschäftigt. Für Kommunikation mit den Bewohner*Innen ist weder Raum noch das Personal vorhanden. Versorgung von Grundbedürfnissen und Verwaltung der Bewohner*Innen. Das ist der Alltag. Total Versagen der Gesellschaft <-> der Politik.

Das wirft mich wieder auf mich selbst zurück. Die Kommunikation mit Freunden Off und Online sind ein „wider Erwarten“ positiver Aspekt. Der Kontakt zu alten Freunden ist nach wie vor ungebrochen. Da meine Freunde über ganz Deutschland und der Schweiz verstreut wohnen findet die Kommunikation über die sozialen Netzwerke bzw auf telekommunikativem Weg statt.

Eine Frage die sich mir stellt, die immer mal mehr, mal weniger vorhanden war  ist „Habe ich nicht schon immer auf etwas gewartet? War es nicht immer so das mein Dasein von der Ambivalenz  von „Sinnlosigkeit <-> Sinnhaftigkeit“ geprägt war? Das Gefühl der inneren Leere ist seit Langem kein fremdes Gefühl für mich. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit wechselten sich ab. Zeiten die mit „Spielereien, und Absurditäten angefüllt waren wechselten sich mit einem verstärkten Gefühl der innere Leere ab. Heute – ohne Struktur und gewohnten Alltagsspielereien- und absurditäten wird mein Dasein – mit Hoffnungslosigkeit überschwemmt. Die gegenwärtigen Spielereien, Absurditäten und die Unzulänglichkeiten, das distanzierte Verhalten des Pflegepersonals verstärken diese innere Leere sodaß ich der Wahrnehmung der „inneren Leere“ nicht entkommen kann, ihr ausgeliefert bin. Den Alltag im Pflegeheim ist mehr von Sinnentfremdung als Spielerei und Absurdität zu sehen. Selbst im Gefängnis war das Verhalten der Wärter was dem Verhalten des Pflegepersonals entspricht weit von „Spielerei, Absurdität und Clownerei entfernt. Ich wurde damals wie heute verwahrt. Damals wie heute bin ich auf mich zurückgeworfen.

Der Alltag im Pflegeheim ähnelt der durch den Krieg heraufbeschworenen Endzeitstimmungen wie sie Beckett zum Ausdruck bringt. Man kann es durchaus mit dem Gefühl eines nicht enden wollenden Zwischenzustands vergleichen. Insofern sehe ich mich mit vielen Bewohner*Innen auf der gleichen Stufe. Der Ausgang ist gewiß, die Dauer dieses Zustandes ist ungewiß. Eine Ungewißheit die gefühlt ewig anzudauern scheint.

„En attendant Godot“ – der Titel des französischen Originals – trifft den Nagel auf den Kopf: Das was während des Wartens auf Godot passiert – nicht davon, wofür sich das Warten lohnt; davon, wie man sich die Zeit vertreiben kann, mit allerlei Spielereien und Clownerien, Spuren eines längst untergegangenen Varieté und Zirkus, dessen ausrangierte Nummern Wladimir und Estragon zu letztem Amüsement und Ablenkung dienen – nicht davon, wie omnipräsent die alles verschluckende innere Leere werden kann, wenn jeder Antrieb, jedes Ziel verloren gegangen ist. Quelle: Programmheft „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

*

Ihre Vermählunge geben bekannt: Frau Antriebslos und Herr Mutlos

9 Monate später gab das Ehepaar Antriebs-Mutlos die Geburt ihres Kindes „Hoffnungslos“ bekannt.

*

„Warten auf Godot 2.0.“

* * * * *

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Diary of „Challenges Ahead“ – Tagebuch „Die vor uns liegenden Herausforderungen annehmen“


Am 8. November 2016 ist in den USA Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden. Am 20. Januar 2017 wird er in das Amt eingeführt.

Für viele Menschen aus der LGBTI Community in den USA ist dies ein Worst Case Scenario. Die New York Times schreibt in einem Artikel vom 10. November 2016. “ Trump Victory Alarms Gay and Transgender Groups „.

Ed Wolf der seit 1983 in vielen Bereichen von HIV/AIDS tätig war und ist, Ed ist einer der Interviewpartner die in dem Dokumentarfilm “ We Were Here “ von David Weissmann mitwirkten und befragt wurden, teilt täglich auf seiner Facebook Seite in narrativer Form, seine persönlichen Gedanken und Erfahrungen, seine Ängste und Hoffnungen im Kontext zu der Wahl von Donald Trump 45. Präsident der USA, wie den „Challenges Ahead – den vor uns liegenden Herausforderungen“ zu begegnen sei.

Mit seiner freundlichen Genehmigung darf bzw werde ich seine täglichen „Gedanken“ in diesem Artikel übernehmen. Das Copyright der in den Texten erscheinenden Fotografien liegt bei © Ed Wolf. Der Artikel ist von der Creative Commons 3.0 BY-NC-ND) ausgenommen.

*  *  *

Day 1 – 8. November 2016

I can’t tell if this night is killing me or making me stronger.

„We could never learn to be brave and patient if there were only joy in the world. „Helen Keller

We’ve been through dark nights of the soul. We’ve experienced painful realities that shattered our illusions. We’ve all lost. We know what it feels like to be afraid and disappointed and angry. We also know what it’s like to take deep breaths, to comfort each other, to get some rest and wake up tomorrow knowing we will find ways to move forward.


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Day 3 – Finding this helpful today, by Norman Fischer of the Everyday Zen Foundation

I usually don’t completely believe what I think, so when Trump won the election I was, like everyone else, surprised, but not that surprised. Bodhisattvas are committed to their practice, which means to sit, to get up, and to sweep the garden — the whole world, close in and far away — every day, no matter what. They have always done this, they always will. Good times, bad times, they keep on going just the same. Bodhisattvas play the long game. They have confidence in the power of goodness over time. And they know that dark times bring out the heroic in us.

For those older among us who hold liberal and progressive political views, lets not forget we survived Nixon, Reagan, and Bush. It wasn’t pleasant but we survived. We will survive Trump. This is not to say that the policies of those presidents weren’t bad, and that they did not make any lasting impact. They were and they did. Still, we survived. We will survive Trump. As of today, we don’t really know what will happen under Trump because nothing he has said so far means much. He seems not to have much commitment to his own words.

We have been fortunate to have had eight years with a decent, intelligent, thoughtful and caring human being in the White House. This is more than we would have expected. Lets not forget that the same people who elected Obama elected Trump.

It’s OK to freak out, grieve, and vent for a while. Holds each others’ hands. Then we can get back to work, as always, for the good.

Day 4: Can’t hold no more.

Woke up with revulsion for any images of the Donald and the 10s of millions who didn’t vote. Made coffee and phone calls. So much focus and energy going outwards, so much discouragement coming in. No right way to do this, no wrong. Need to take action and feel inspired again. Here’s what some of you are doing:
1. Sending personal thank you notes to Barack, Michelle, Bernie, Hillary and Elizabeth. (Addresses below.)
2. Having a contact list of all the non-Trump senators nearby and calling them: http://www.senate.gov/senators/contact/
3. Joining the ACLU; we need them now more than ever: https://action.aclu.org/…/our-civil-liberties-are-under-att…
4. Signing the Electoral College petition to vote for Hillary:
http://www.vox.com/…/electoral-college-petition-clinton-tru…
5. Circling with friends.
6. Figuring out how to approach Trump supporters in strategic ways.

— Michelle and Barack Obama, The White House, 1600 Pennsylvania Avenue NW, Washington DC 20500
— Office of Hillary Rodham Clinton, 120 West 45th Street, Suite 2700, New York, NY 10036.
— Bernie Sanders, 1 Church St, 3rd Floor; Burlington, VT 05401
— Elizabeth Warren: 2400 JFK Federal Building, 15 New Sudbury Street, Boston, MA 02203

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Day 5
, still alive.

Experience is what we get when we don’t get what we want.

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Day 6
: A Blessing from Buzz Bense . . .

As many of you know, Buzz has been ill for quite a while now. Community activist, sex positive warrior, advocate for the erotic in public spaces, gentle heart . . . he sends us this blessing:

Three Minute Blessing: A Prayer for Those Who Feel Shunned

I have walked down the street feeling invisible.
I know you have too.
I have felt inadequate and ignored.

I can see it in your eyes.
The meat market is hard —
But if I can bless you and you can allow the forces of love
and the universe to come in,
you’ll find yourself sitting in a circle
being inspired and inspiring other people.

And know that this is where you belong.

Day 7. Responding to hate.

I met a young gay man on the AIDS Unit at San Francisco General when I worked there in the 80s. He had just been diagnosed with KS lesions in his lungs and was told he had a short time to live. The medical team contacted his parents, who lived far away, and they came immediately. During a five-minute meeting with the doctor they found out their son was dying and also that he was gay. When I met the father he told me it was harder for him to find out his son was a fag than to hear that he would be dead soon. It took almost 3 weeks for their son to die; every day his parents watched as the nurses (primarily lesbians and gay men, some with AIDS themselves) continued to care for him, clean him, and lessen his pain as much as possible. I was there the morning he died. When the father stepped out of the room and saw me, he hugged me and cried and cried and cried. He was as tall as me and his grief was so vast; I remember thinking we were both going to fall down; he kept saying his boy was gone. The next day the parents returned to say good-bye. They thanked everyone for their love and care of their son. The mom took me aside and said she was going to miss me; she said, smiling, that she and her husband had talked and wished they could adopt me and bring me home with them. I kept in touch with them for a while; they started a support group for Parents of People with AIDS in their community.

Day 8. White water

“He will never be my president, we have to give him a chance, I can’t tolerate racists and homophobes, we have to engage with them, you should wear a safety pin on your pocket, take that safety pin off – what were you thinking, it’s the end of the world, it’s the beginning of the next chapter, I can’t bear to see his face or hear his voice, we have to listen and pay attention more than ever, I’m moving to Canada, now we need you more than ever.”

I was once in a raft that flipped over in a dangerous section of the Merced River outside Yosemite. There were 8 of us. Several clung to a rock until they were saved; others were helped into nearby rafts; some had safety lines tossed to them and were pulled to shore. I couldn’t get to a rock or into another raft and the safety lines couldn’t reach me; I was on my way into Quarter Mile Rapid with only a paddle. I was freezing, panicked and afraid, but I remembered what our guide had told us earlier: If you get tossed out, go with the current, your feet downstream, and use your paddle to steer. Keep your head above the white water and don’t struggle against the river; you will exhaust yourself and not be ready to swim ashore when the current slows down.

Day 9. Looking for a sign . . .

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Day 10.
What to eat when you’re still nauseous . . .

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Day 11. Paradox is the only basket large enough to carry truth.

My car got broken into recently and I lost my un-backed up computer. One of the most painful losses was all my photos, gone forever. I made a final phone call to Apple just now for assistance and met Lynne from Fresno. I told her my break-in story and she was, miraculously, able to access my stolen computer from afar and started transferring all my photos to my new lap top. While we waited for this download to finish I found out she voted for Trump. She said if Hillary had won, she would’ve been terribly disappointed, but had decided to withhold judgement for the first 100 days and she hoped I would give Donald that courtesy. I shared my concerns about his recent nominations and what they portend. She said the thing about narrow minded people is that they exist in both parties, which made me angry, even as I watched her returning 1000s of treasured photos to me.

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(Mein) Alltag in einem Pflegeheim


Viele von uns werden ihren Lebensabend in einem Heim verbringen (müssen). Grund genug, sich früh damit auseinanderzusetzen.

Unabhängig von der Tatsache, dass ich mittlerweile 66 Jahre alt und seit Dezember 1985 nachweislich HIV-positiv bin: „Wir alle haben die Hoffnung alt zu werden und  gesund zu bleiben“.

Viele denen das Geschenk der Gesundheit im Alter versagt bleibt, leben in einer eingetragenen  Partnerschaft, einer eheähnlichen Beziehung oder sie sind verheiratet. Dabei ist es unerheblich in welcher Gender-Konstellation man zusammen lebt bzw. wohnt. Alles worauf es ankommt ist, das man sich liebt.

Einige mögen im Alter finanziell in einem Maß abgesichert sein, das es Ihnen ermöglicht zu Hause „In Würde zu altern und sterben zu können“. „In Würde zu altern“ beinhaltet unter anderem, dass das soziale Netzwerk relativ engmaschig ist, sodass im Fall der Pflege die damit verbundenen Tätigkeiten auf mehrere Schultern verteilt werden können. Familie, Freunde, ambulanter Pflegedienst, Haus- und auch Facharzt, der bei Bedarf Hausbesuche macht und, falls notwendig, die Möglichkeit eine Palliativversorgung (1) zu Hause in Anspruch zu nehmen.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Bis 2009 war die Rechtslage im Zusammenhang mit Patientenverfügungen mangels gesetzlicher Regelung in vieler Hinsicht unklar, unsicher und von der Rechtsprechung der Gerichte geprägt.(2)

Seit 2001 hat es verschiedene Urteile des BGH gegeben. Auf Grund der fortschreitenden Entwicklungen im medizinisch-technischen Bereich gibt es immer wieder Diskussionen im Zusammenhang mit Patientenverfügungen. Eine der – meiner Meinung nach –  „besten“ Patientenverfügungen ist die unter Punkt (3), siehe Link).

Krankheiten gehören zum Leben. Sie sind Teil des Lebens. So kann es durchaus vorkommen das es aufgrund oder im Verlauf einer Erkrankung dazu kommt, dass man seine Angelegenheiten nicht mehr, wie gewohnt, selbst wahrnehmen kann oder in der Zukunft selbst wieder wird wahrnehmen können.

Sich den Themen Alter, Krankheit und Sterben zu stellen, bedarf einer Menge Mut und noch mehr Überwindung.

Viele HIV-Positive haben die Erfahrung gemacht das Krankheit und Tod nichts Abstraktes sind oder etwas, das erst mal nur andere betrifft. Ich denke da besonders an die vielen Langzeit-Überlebenden, deren Freunde*Innen, Partner*innen an HIV verstorben sind.

Insofern macht es durchaus Sinn, sich diesem Thema zu stellen. Für einander sorgen beinhaltet auch die Sorge um seine*n Partner*in im Fall das sie/er nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst Entscheidungen zu treffen.

Grundsätzlich gilt:
Eine (auch notarielle) Vollmacht geht der gesetzlichen Betreuung vor, wenn die Angelegenheiten durch einen Bevollmächtigten ebenso gut wie durch einen Betreuer geregelt werden können. (4)

Die Basis für das eine wie das andere ist Vertrauen. Auch wenn man in einer Ehe, einer eingetragenen Partnerschaft oder einer eheähnlichen Verbindung / Beziehung lebt, kann es schwierig werden, vor allem wenn es keine Patientenverfügung, Vorsorge-Vollmacht bzw. gesetzliche Betreuung gibt (am besten notariell hinterlegt).

Ich finde es sehr traurig, wenn nach dem Ableben eines Ehepartners*in, Partner*In, liebgewonnenen Freundes*in auf einmal die „Blutsverwandtschaft“ auf der Matte steht und Dinge einfordert, nur weil sie die leiblichen Eltern oder Angehörigen sind.

Pflegeheim

Im Laufe der Jahre hat sich meine Sichtweise in Bezug auf  Krankheit und HIV verändert. Der Stellenwert von HIV ist, trotz aller Probleme wie Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV, ein anderer geworden. HIV/Aids als Krankheit spielt für mich persönlich keine Rolle mehr, da Krankheiten zum Leben dazu gehören, somit ein Teil des Leben sind.

Ende 1985 wurde mir von einem Arzt der JVA Kleve zwischen Tür und Angel an den Kopf geworfen das ich HIV-positiv sei. 1996 wurden die Probleme durch das HI-Virus massiv. Seitdem nehme ich eine HIV-Therapie (5). Die Nebenwirkung der lang bestehenden HIV-Infektion und der unterschiedlichen Kombinationstherapien sowie des Alters sind Polyneuropathien (6), schlaffe Paraparese und Paraplegie (G82, 09G) und Muskelschwund in beiden Beinen und Armen, was dazu führt, dass ich seit Februar 2016 nicht mehr laufen kann.

Auf Grund einer sich ausbreitenden peripheren Neuropathie, die meine Blasenfunktion einschränkt, wurde mir zwecks Entleerung der Blase ein suprapubischer Katheder (8) gelegt.

Nach einer mehrwöchigen Krankenhausodyssee mit anschließender Kurzzeitpflege bin ich, da ambulante Pflege in meiner Wohnung nicht klappte, seit dem 6. Juni ein Bewohner eines Pflegeheimes.

Innerhalb des Magistrat von Frankfurt am Main gibt es ein „Rathaus für Senioren“ (9) das ausschließlich für die Belange von Bürger*Innen über 50 zuständig ist. Einer der Vorteile dieses „Seniorenrathaus“ ist, dass es ein „Frankfurter Forum für Altenpflege“ (10) bzw. ein Heimverzeichnis „Würde im Alter mit Heimvorteil“ online wie offline (in gebundener Ausgabe) ins Leben gerufen hat.

„Darin präsentieren sich die Altenpflegeheime der Mainstadt mit ihrem vielfältigen Angebot: vom selbständigen Wohnen mit Service bis hin zum Leben in der stationären Altenpflege.“

Meines Wissens ist Frankfurt die einzige Stadt in Deutschland, die sich des Themas „Würde im Alter“ von kommunaler Seite in dieser Art und Weise angenommen hat.

Dieses Thema hat mich zu diesem Zeitpunkt schon längere Zeit beschäftigt. In Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Frankfurt fand am 11. Juli 2009 in Frankfurt am Main eine Tagesveranstaltung „Leben im Alter – In Würde alt werden“ (akt. 2) (11). Ein Ergebnis war u.a. die „Frankfurter Resolution In Würde alt werden“ (12)

Der Schwerpunkt dieser Veranstaltung und Resolution lag auf Menschen aus der LGBTI Community. Es war in dieser Zeit als ich von dem „Frankfurter Programm Würde im Alter“ Kenntnis erlangte.

Anfang des Jahres 2000 wurde mir auf Antrag und mit dem Einverständnis meiner Eltern die gesetzliche Betreuung vom Amtsgericht Offenbach ausgesprochen. Der Wunsch meiner Eltern war,  bis zu ihrem Ableben in ihrem Haus leben zu können. Mein Vater verstarb 2001 in seinem Bett zu Hause. Leider zeichnete es sich ab, dass sich der Wunsch im eigenen Bett zu sterben, den auch meine Mutter hatte, nicht erfüllen würde. Es heisst, „einen alten Baum verpflanzt man nicht“, dennoch musste sie mit 85 Jahren in ein Pflegeheim umziehen.

Da ich wusste, was meine Mutter wollte – (Einzel)Zimmer mit Blick ins Grüne, ruhige Lage, kein Strassenlärm – habe ich mit ca. 50 „Pflegeheimen“ in Frankfurt, die 2012 in diesem Heimverzeichnis (10) aufgeführt waren, telefoniert.

Meine Standardfrage war: „Haben sie für eine ältere Dame von 85 Jahren ein Einzelzimmer mit Blick ins Grüne und in ruhiger Lage frei“? Auf zwölf Pflegeheime in Frankfurt trafen diese Kriterien zu. Bei den übrigen waren die Antworten alle gleich. „Nein wir sind voll belegt“ oder „Wir haben lange Wartelisten“. Während der folgenden Tage habe ich diese zwölf Pflegeheime unangemeldet besucht.  Es waren einige dabei die den Namen „Ort des Grauens“ eher verdienten als „Pflegeheim – In Würde altern“. Die einen waren innen dunkel, machten einen kasernenartigen Eindruck. In anderen schlug mir beim Öffnen der Tür eine Welle von Uringestank entgegen. Es waren letztendlich drei Heime, bei denen mir mein Bauchgefühl signalisierte „Ja das passt“. Angenehme Atmosphäre. Helle, lichtdurchflutete Räumlichkeiten. Die Farbe der Wände übte eine beruhigende Wirkung aus. Das Essen war frisch gekocht. Die Pfleger*innen waren entspannt. Sie waren freundlich und hörten zu. Attribute die ich in einigen Heimen vermisste. In diesen drei Pflegeheimen nahm man sich Zeit, führte mich durch das Haus, zeigte mir Zimmer, die frei waren.

Die Fragen, die ich zu diesem Zeitpunkt stellte, um abwägen zu können in welchem Heim meine Mutter die letzten Jahre ihres Lebens verbringen würde, stellte ich nach bestem Wissen und Gewissen sowie nach meinem damaligen Informationsstand.

Diesen Prozess des Umzuges im Alter in ein Pflegeheim habe ich auf meinem Blog unter „Leben im Alter“ (13) dokumentiert.
Seit dem 6. Juni 2016 wohne ich in dem gleichen Pflegeheim, das ich vor vier Jahren für meine Mutter ausgewählt hatte. Da ich, wie meine Mutter, auf Hilfe im Alltag angewiesen bin und meine Familie aus nur noch zwei Personen besteht – meiner Mutter und mir – fiel es mir leicht diese Entscheidung zu treffen.

Generell muss man unterscheiden zwischen „mobilen Bewohnern“,  die in der Lage sind, sich alleine anzukleiden, zu waschen, sich mittels Rollstuhl oder auf eigenen Beinen fortzubewegen und Bewohner*Innen, die Hilfe benötigen. Dieser Anteil hat in den letzten Jahren in allen Pflegeheimen erheblich zugenommen. Bewohner*Innen mit Pflegestufe 2, die bettlägerig und/oder dement sind, findet man in allen Wohnbereichen. Dies stellt erhöhte Anforderungen an jedes Pflegeheim.

Mittlerweile bin ich seit vier Monaten Bewohner des Pflegeheimes, das ich für meine Mutter ausgesucht hatte. Würde ich dieses Pflegeheim ein zweites Mal für meine Mutter
auswählen? Spontan sage ich: Nein. Nicht nach dem, wie ich den Alltag hier erlebe. Andererseits gibt es keine Alternative.

Heute würde ich andere Fragen stellen. In Fällen wie meinem der ich 24/7 auf dem Rücken im Bett liege, nicht mobil bin:

Grundpflege: Wird man jeden Tag von Kopf bis Fuß gewaschen, oder nur drei mal in der Woche?
Wie oft wird man in der Woche geduscht? (Bei Bedarf sollte Standard sein)
Wieviele Bewohner*Innen mit einer Pflegestufe 2 leben in einem Wohnbereich? Nach ihnen richtet sich der Personalschlüssel. (14)

In Baden-Württemberg sind beispielsweise folgende Personalschlüssel vorgesehen: Verhältnis Pflege- und Betreuungskräfte, davon mindestens die Hälfte Pflegefachkräfte, zu pflegebedürftigen Bewohner
Pflegestufe I: 1:3,96 bis 1:3,13
Pflegestufe II: 1:2,83 bis 1:2,23
Pflegestufe III: 1:2,08 bis 1:1,65

Für die Betreuung von pflegebedürftigen Bewohnern, die zusätzlich an Demenz leiden, gilt folgender Schlüssel:
Pflegestufe I: 1:2,38
Pflegestufe II: 1:1,70
Pflegestufe III: 1:1,25

Die Einhaltung dieser Werte werden durch die Heimaufsicht und die Medizinischen Dienste der Krankenversicherungen (MDK) überwacht. (Wobei das dem Bereich „Märchen aus dem Jahr 2016“ zuzuordnen ist da die Bewertungen sich im Durchschnitt bei 1,5 bewegen. Alles eitel Sonnenschein). Der Personalschlüssel ist in allen Bundesländer ähnlich. Erfüllt wird er nicht. Alle Pflegeheime sind, was Pflegefachkräfte betrifft, unterbesetzt.
Wie hoch ist der Personalschlüssel in der Spätschicht von 13:00 bis 20:30, an den Wochenenden? Mehr als drei Personen?
Drei Personen (Pflegefachkraft, Pflegehilfskräfte, Aushilfen, Pflegeschüler*Innen?) müssen ca 30 Personen versorgen, Tische im Speisesaal decken, Essen aus- und verteilen, Grundpflegen, zwischendurch „säubern“. Zudem nimmt die tägliche Pflegedokumentation  (15) durch das Pflegepersonal einen Großteil der Arbeitszeit ein.

Was muss dokumentiert werden?
Bei der Frage, was dokumentiert werden muss und welche Angaben nicht erforderlich sind, hilft ein Merksatz von Reinhard Lay:

„Was praxisrelevant, vergütungsrelevant, prüfungsrelevant oder juristisch erforderlich ist, wird vollständig, wahr und klar dokumentiert.“ Oder: Alles, was zur Darstellung des Befindens und des Verlaufs der Pflege notwendig erscheint, ist in der Pflegedokumentation darzustellen.

Gab es Notfälle? Jede Schicht besteht dann aus: Einer qualifizierten Fachkraft, Einer Pflegehilfskraft und einE Helfer*In FSJ oder ähnliches.

Wie hoch ist der Personalschlüssel in der Nacht? 3 – 4 Pflegekräfte für beispielsweise 145 Bewohner*Innen*  in der Nacht? Personal pro Wohnbereich, Eineinhalb Stockwerke = Wohnbereiche? Eine Pflegefachkraft? Eine Pflegehilfskraft? Aushilfe?

Die Pflegedienstleistung weiss um diese Problematik, ändert daran aber nichts. Kein Pflegeheim erfüllt den Personalschlüssel. Es fehlt an qualifizierten Fachkräften. Auch das ist jeder*m Pflegeheimleiter*In, jedem Geschäftsführer*In, dem MDK und der Heimaufsicht bekannt. Geändert wird nichts. Das Pflegepersonal ist völlig überfordert. Von Solidarität untereinander und vor allen Dingen mit uns, den Bewohner*Innen keine Spur. Viele aus den Pflegeteams sind sich ihrer Überforderung bewußt.

Wenn Ihr in den Pflegeheimen in denen ihr arbeitet Mißstände wie z.b.Personalmangel , schlechte Bezahlung oder schlechte Pflege Einzelner wahrnehmt, wenn Euch die Pflege und die Würde der Bewohner*Innen wirklich am Herzen liegt warum seid ihr nicht untereinander solidarisch und fordert von der Pflegeverwaltung – PDL, Heimleitung – Geschäftsführung das mehr Personal eingestellt wird, ihr besser bezahlt werdet und einzelnen Personen gekündigt wird? Solange ihr untereinander nicht solidarisch seid, ihr die Argumentation eurer „Vorgesetzten versteht“ seid ihr Täter. Macht Euch diese Karte „Täter“ zu eigen. Ihr seid für die Zustände in den Pflegeheimen in denen ihr arbeitet verantwortlich. Niemand sonst. „Wer schweigt und sich nicht wehrt, stimmt den Zuständen zu.“ Also hört auf zu jammern wie schlecht alles ist, das es zu wenig Personal gibt und kommt endlich in die Gänge. Seid mutig und solidarisiert Euch.

Ein anderer Aspekt ist die Online-Präsentation vieler Pflegeheime. Schön klingende leere Worte. Nichtssagend, Allgemeinplätze die, wenn man um die Inhalte weiss, einen Personalstand erfordern, der schlicht und einfach nicht gewollt ist. Transparenz ist ein unbekanntes Wort.

Soweit mir bekannt, verfügt kein Pflegeheim über „Internetanschluss in den Zimmern der Bewohner*Innen. Alle Pflegeheime haben in der Verwaltung Onlinezugang. Die Möglichkeit, dass Bewohner online Kontakt zur „Aussenwelt“ aufnehmen, muss viele Pflegeheimleiter*Innen in Angst und Schrecken versetzen. Zudem herrschen oftmals in den Köpfen Bilder über Pflegeheimbewohner*-Innen aus dem letzten Jahrhundert. Wer in einem Pflegeheim wohnt, muss senil sein – hat von dem ganzen IT Kram eh keine Ahnung. #Neuland

Auf die Frage wer aus dem Pflegeteam in diesem Heim wohnen möchte, eine klare Antwort: Nicht ein*e Einzige*r würden in einem der drei Pflegeheime, die ich kenne, ihr „Leben im Alter“ verbringen wollen.

Gemessen daran, was ich in anderen Pflegeheimen während meiner Kurzzeit- und Verhinderungspflege erfahren habe, gehört das Pflegeheim in dem ich jetzt lebe zu den „besseren“ Heimen. Die Anzahl der qualifizierten Pflegerinnen (drei Jahre Ausbildung) in jedem der fünf Wohnbereichen ist hoch. Zu einigen von Ihnen entwickelt sich so etwas wie eine Beziehung.
Mit Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann, wird kein Pflegeheim in Frankfurt dem Anspruch, den das „Frankfurter Programm Würde im Alter“ hat, tatsächlich gerecht.

Die ersten Wochen waren heftig für mich. Es hat eine Weile gedauert, bis sich zwischen mir und dem Pflegeteam ein gutes Verhältnis entwickelt hat.

Kapitalanlagemodell „Pflegeheim“ (16)

Sparbuch? Tagesgeld? Festgeld? Bundesschätzchen? Zinsen? Das war gestern. Wer schlau ist investiert sein Geld in Unternehmen deren Geschäftsbereich „Pflegeheime“ beinhaltet.

Die Ursache der desolaten Situation liegt in den politischen Rahmenbedingungen. Diese sind vor allem unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung von Interessengruppen geschaffen worden.

“ Wir – die Korian Gruppe – gestalten die Zukunft der Pflege und Betreuung – mit Menschen, Einrichtungen und Lebensräumen, die würdevolles Altern möglich machen.“

„Allein in Deutschland werden im Jahr 2020 über 2,9 Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen.“

Das Korian Management, deren Mitglieder allesamt Philantrophen sind, werden, um ihrem Anspruch „würdevolles altern“ gerecht zu werden, zwecks Einstellung von qualifiziertem Pflegepersonal auf 50% ihres Gehalt verzichten. (Vorsicht Ironie)

Auf dem Internetauftritt der CASA REHA Unternehmensgruppe, die im Nov. 2015 an die Korian Gruppe, Frankreich verkauft  wurde, werden Überlegungen geäußert die schlicht und ergreifend an den Haaren herbeigezogen sind. (16.1)

„Das Pflegesystem in Deutschland baut auf das Prinzip, dass die Leistungen das Maß des Notwendigen nicht übersteigen dürfen. So lautet es im Gesetzestext des SGB XI.“

Diese Prinzipien–Begründung ist vom Gesetzgeber so abenteuerlich wie willkürlich ins Leben gerufen worden.

“Es ist notwendig, bessere Rahmenbedingungen für die Pflege zu schaffen, die den Ansprüchen und Anforderungen der Menschen entsprechen.“

Das ist pure Augenwischerei. Eine Änderung der willkürlichen politischen Rahmenbedingungen würde u.a. mehr Pflegepersonal, bessere Verpflegung = weniger Gewinn bedeuten. CASA REHA, wie alle anderen Altenheimunternehmensformen, haben kein Interesse daran. Als eine der größten wirtschaftlichen Interessengruppen – Lobbyisten – hätten sie durchaus die Möglichkeit, Einfluss auf die politischen Rahmenbedingungen zu nehmen. Dazu kommen: Hilfsmittelhersteller, Lebensmittelproduzenten, Cateringunternehmen, Hersteller von Convenienceprodukten, Pharmaindustrie.
Da das Pflegeheim in erster Linie als Kapitalanlagemodell fungiert, wird dringend benötigtes Personal eben nicht eingestellt.

Interview br.de und Claus Fussek:

„Kein Pflegeheim ist ohne Mängel. Doch wenn man mit offenen Augen durch eine Einrichtung geht, gerne mehrmals und unangemeldet, dann merkt man schnell, was für ein Ton herrscht. Ob das Personal überfordert ist oder sich selbst kreativ einbringen kann. Ob die Leitung gewinnorientiert arbeitet oder offen für neue und kreative Lösungen ist. Gute, menschenwürdige Pflege ist machbar. Daran sollte man immer denken. „

*

Nachtrag 5. Dezember 2017

Als das Pflegeteam des Wohnbereiches in dem #Pflegeheim in dem ich jetzt wohne gehört hat das ich HIV + bin haben es Alle abgelehnt mich anzufassen, zu pflegen. Keiner wollte mit mir etwas zu tun haben. Hab ich heute zum ersten Mal erfahren. #Erstaunt

Erst dann haben Sie erfahren das es in dem Haus noch andere Menschen gibt die HIV + sind. Und sie haben erfahren das der Arzt – mein HIV Arzt schon Jahrelang hierher kommt.

P.S. Was für eine PDL ist dass die ihr Pflegeteam (aber auch nur auf dem Wohnbereich auf dem ich lebe) erst 1 Minute vor 12, also erst dann informiert wenn ich schon hier bin. Diese Frau ist nicht nur unfähig und völlig fehl am Platz, sondern . . . . . das erspar ich mir jetzt.

Das Team hat dann meinen Doc gebeten sie aufzuklären.

Meine Wahrnehmung war das „HIV“ kein Thema für das Pflegeteam ist. Dem war nicht so. Es war ihre „Proffessionalität“ sich nichts anmerken zu lassen.

Dann kommt da so n Typ der direkt und offen ist, und schon mal mit der Tür ins Haus fällt. Wobei die Türen die in dem „Haus jedes Einzelnen*R aus dem Pflegeteams“ einstürtzten, deren Türen waren. Ich bewege mich mich auf ner anderen Etage. Dort gibt es Vorhänge oder Schiebetüren aber keine der herkömmichen Türen. 🙂 Auf meine Frage warum sie mich nicht direkt angesprochen haben: „meine Direktheit und Offenheit hat sie verunsichert“. Sie wußten nicht wie sie mit mir „HIV+“ umgehen sollten.

Fall ich mit der Tür ins Haus? Eine Frage der Interpretation – vorherrschenden Angst Unwissenheit bzw. Unsicherheit. Meine Maxime ist es „generell auch situativ“ über HIV zu sprechen wie über das einzige richtige Rezept von „Risotto Milanese“.

Mittlerweile gehen die Meisten mit mir völlig entspannt und ohne Angst um. Dank an Dr. L. aus F. in H./ D.
Der Eine undoder die Andere hat „möglicherweise“ noch n Problem mit HIV.

Nachdem sich heute eine Pflegerin und ich darüber unterhalten habe, bzw sie mir erzählte wie schwer der Umgang mit mir für das Team war, kam mir kurz der Gedanke auf . . . . Nein Ich werde an meiner Maxime nichts daran ändern. Wenn wir die wir HIV+ sind wollen das die Gesellschaft mit uns „Normal“ umgehen soll, dann muss ein Jede*R mit der Gesellschaft im Kontext zu seiner HIV Infektion „normal „damit umgehen.
„Normal“ heißt das ich in der Art und Weise wie ich sage das n „Butterbrot“ für mich köstlich ist auch darüber rede das ich HIV+ bin.
Es ist möglich über Schatten zu springen. Obwohl es Mut und Bereitschaft, Überwindung von Angst und mehrmals Anlauf nehmen und Luft holen braucht. Viele von uns sind über ihre pers Schatten gesprungen. Dies sind Aspekte die zum Leben gehören. Was sie nicht sind ist das diese Aspekte „Krankheits bedingt sind“

Wenn das so verstanden wird . . . . nun ja

*

(1) Palliativversorgung – http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/leistungen/palliativversorgung.html
(2) Rechtslage bis 2009 – https://de.wikipedia.org/wiki/Patientenverf%C3%BCgung#Rechtslage_bis_2009
(3) Patientenverfügung undVorsorgevollmacht – http://bergmannsheil.bg-kliniken.de/fileadmin/Dateien/bergmannsheil/files/patienten/ethik_komitee/patientenverfuegung_2014.pdf
(4) Gesetzliche Betreuung vs Vorsorge- ggf notarielle Vollmacht – http://www.ra-notar-schulz-berlin.de/index.php/schwerpunkte/anwaltliche-taetigkeit/betreuungsrecht-vormundschaftsrecht#Alternativen
(5) HAART – http://www.hivandmore.de/hiv_therapie/haart.shtml
(6) Polyneuropathie – http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-41870/Periphere_Neuropathien_bei_HIV-1-Patienten_in_der_cART-Aera.pdf
(7) Paraparese (G8.2) http://www.icd-code.de/icd/code/G82.-.html
(8) Suprapubischer Katheder – https://de.wikipedia.org/wiki/Blasenkatheter#Suprapubische_Blasenkatheter
(9) Rathaus für Senioren – https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2983&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=102359
(10) Frankfurter Forum für Altenpflege – http://www.ffa-frankfurt.de/pflegeheime/broschuere.html
(11) „Leben im Alter – In Würde alt werden“ (akt. 2) https://alivenkickn.wordpress.com/2009/04/28/leben-im-alter-in-wurde-alt-werden/
(12) Frankfurter Resolution „In Würde alt werden“ – https://alivenkickn.wordpress.com/2009/09/09/frankfurter-resolution-in-wurde-alt-werden/
(13) Leben im Alter – https://alivenkickn.wordpress.com/leben-im-alter-3/
(14) Personalschlüssel – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeheim#Personalausstattung
(15) Pflegedokumentation – Quelle http://www.pflegewiki.de/wiki/Pflegedokumentation#Was_muss_dokumentiert_werden.3F
(16) Kapitalanlagemodell „Pflegeheim“ – Quelle: http://www.korian.de/
(16.1) Unternehmensgruppen – Quelle: https://alivenkickn.wordpress.com/2016/09/12/alterspyramide-demografischer-wandel-pflegeheim-kapitalanlage-und-rendite/

Weitere Links zu dem Thema

Woran erkennt man ein gutes Pflegeheim? Interview br.de und Claus Fussek – http://www.br.de/nachrichten/check-pflege-pflegeheim-100.html

Wer ist Claus Fussek? – http://www.pflegewiki.de/wiki/Claus_Fussek

„BIVA“ Interessenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen -> http://www.biva.de/

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Alterspyramide – Demografischer Wandel – Pflegeheim – Kapitalanlage und Rendite


„Leben im Alter – In Würde alt werden“ Seitdem ich diesen Blog ins Leben gerufen habe, zieht sich dieses Thema wie ein roter Faden durch den Blog und mein Leben. Dieser rote Faden „Leben + Würde + Alter“ ist so allgemeingültig wie persönlich. Jeder weiß oder hofft darauf das er im Alter vor allen Dingen gesund bleiben wird. Doch wie das nun mal im Leben ist macht man sehr oft Pläne nur um an einem bestimmten Zeitpunkt festzustellen, dass das Leben Dir einen anderen Plan als denjenigen den Du Dir ausgemalt hast präsentiert. Meine Vorstellung wie ich mein „Leben im Alter „verbringen möchte sahen ungefähr so aus.

Im Laufe der Jahre hat sich meine Sichtweise in vielen Bereichen geändert weil ich mich verändert habe. Heute ist HIV für mich nicht mehr das zentrale, mein Leben bestimmendes Thema. Natürlich bin ich mir bewußt das „Stigma und Diskriminierung von Menschen mit HIV“ durch Teile der Gesellschaft immer noch bzw. wieder ein Thema ist. Es gehört zur Normalität meines Alltages. Unter diesem „Aspekt“ betrachtet war und ist „Stigma und Diskriminierung“ in der Kommunikation mit anderen Menschen auch nur selten Thema gewesen. Wenn dann wurde es schnell bereinigt oder die Unverbesserlichen mußten sehen wie sie mit ihrem Problem klar gekommen sind.

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Von Norbert Blüm, Kabarettist, Autor und ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung von 1982 bis 1998 stammt der Satz „Die Rente ist sicher„. Dieser Satz besagte das ArbeitnehmerInnen die ca 45 Jahre sozialversicherungspflichtige Abgaben geleistet haben, mit 65 Jahren in Rente gehen können und von ihrer Rente im Alter ein „Leben in Würde“ würden verbringen können.

Zeit online vom 10. September 2016:

„Die meisten Deutschen gehen davon aus, als Rentner streng aufs Geld achten zu müssen. Immer mehr rechnen schon heute mit dem sozialen Abstieg im Alter, zeigt eine Studie.“ Quelle: Zeit online

Prekär wird es wenn man im Alter krank wird und Hilfe benötigt weil man gepflegt werden muß. Ist kein familiäres oder familienähnliches Netzwerk, PartnerIn, Familie, Freunde etc vorhanden bleibt in einer solchen Situation nur der Umzug in ein AltenPflegeheim.

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“ Wir – die Korian Gruppe – gestalten die Zukunft der Pflege und Betreuung – mit Menschen, Einrichtungen und Lebensräumen, die würdevolles Altern möglich machen.“

Das Korian Management deren Mitglieder allesamt Philantrophen sind, werden um ihrem Anspruch „würdevolles altern“ gerecht zu werden zwecks Einstellung von qualifiziertem Pflegepersonal auf 50 % ihres Gehalt verzichten .

„Allein in Deutschland werden im Jahr 2020 über 2,9 Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen.“ Quelle: Korian de

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Der demografische Wandel beschreibt die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, und zwar die Veränderungen bezüglich

Prognostizierte Altersverteilung für Deutschland im Jahr 2050

Quelle: Wikipedia

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Die Pflege in dem größten Teil der Alten und Pflegeheime in Deutschland arbeitet nach dem Konzept von Monika Krohwinkel, der Begründerin des Modells der Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL)

Im Juli 2007 erschien die überarbeitete Auflage des Buchklassiker zur „Fördernden Prozesspflege“. Die AEDLs® wurden zu ABEDLs®, wobei das B für Beziehungen
steht. Meine Gedanken zum Thema Beziehung.
Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel: Der Mensch, Patient, Bewohner oder der Pflegende sieht den Menschen als „einheitliches, integrales Ganzes, das mehr und anders ist als die Summe seiner Teile, mit seiner eigenen Identität +Integrität“.Jeder Mensch ist“in jedem Alter“(von mir) fähig, sich zu entwickeln, zu wachsen + sich selbst zu verwirklichen. Er kann entscheiden, handeln und verantworten.

Diesem „Pflegekonzept“ gerecht zuwerden bedarf es einem Personalstand der schlicht und einfach zur Zeit „utopisch“ ist.

Auf dem Internetauftritt der CASA REHA Unternehmensgruppe, die im Nov. 2015 an die Korian Gruppe, Frankreich verkauft  wurde, werden „Überlegungen geäußert die schlicht und ergreifend an den Haaren herbeigezogen sind.

„Das Pflegesystem in Deutschland baut auf dem Prinzip, dass „die Leistungen das Maß des Notwendigen nicht übersteigen dürfen“. So lautet es im Gesetzestext des SGB XI.“

Diese Prinzipien – Begründung ist vom Gesetzgeber so abenteuerlich wie willkürlich ins „Leben gerufen“ worden.

“ Es ist notwendig, bessere Rahmenbedingungen für die Pflege zu schaffen, die den Ansprüchen und Anforderungen der Menschen entsprechen.“

Das ist pure Augenwischerei. Eine Änderung der „willkürlichen“ pol Rahmenbedingungen würde u.a. mehr Pflegepersonal, bessere Verpflegung = weniger Gewinn bedeuten. CASA REHA wie alle anderen Altenheimunternehmensformen haben kein Interesse daran. Als eine der größten wirtschaftlichen Interessengruppen – Lobbyisten hätten sie durchaus die Möglichkeit Einfluss auf die pol Rahmenbedingungen zu nehmen. Dazu kommen: Hilfsmittelhersteller, Lebensmittel Produzenten, Catering – Convenience – Unternehmen, Pharmaindustrie.

Eine Pflegereform mit dem Ziel einer Verbesserung der Situation der BewohnerInnen in Altenpflegeheimen durchzusetzen wäre die Lösung. „Leben im Alter – In Würde alt werden“ wäre keine Utopie sondern die Lösung.

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Die „Korian“ Gruppe und andere Unternehmen Gruppen arbeiten ausschließlich „Gewinnorientiert“. Insofern ist es geradezu widersinnig wenn nicht lächerlich wenn sich Gesetzgeber – Bund, Länder und die div staatlichen Instituitionen wie Sozialämter sich bzgl der desolaten Pflegesituation in deutschen Alten/Pflegeheimen immer wieder auf die „pol Rahmenbedingungen“ berufen bzw auf sie zu verweisen.

*

Der Firmenverkäufer Investora hat es kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

Boommarkt: „Der Markt ist attraktiv für Anleger, weil er überdurchschnittlich und stetig zulegt“.

  • Tatsächlich werden immer mehr Menschen in Deutschland pflegebedürftig
  • Um 50 Prozent soll bis 2020 die Zahl auf auf 2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen steigen
  • Investoren profitieren von den demografischen und sozioökonomischen Veränderungen und der damit einhergehenden gesellschaftspolitischen Notwendigkeit von Altenpflegeheimen – ohne dem Risiko von wirtschaftlichen Schwankungen!
  • Sozialimmobilien wie Pflegeheime bieten einen Wachstumsmarkt mit langfristiger Perspektive, interessanten Kapitalerträgen und überschaubaren Risiken.
  • Berechenbar, ertragsstabil

Paste and Copy mit freundlicher Genehmigung des Betreibers/Geschäftsführers von Investora.

Link zum Blog: Pflegeheim zu verkaufen  und Internetauftritt von Investora de

*

Interessante Informationen erfährt man auf der Webseite von „Pflegemarkt com – Am Puls der Zeit

sowie „Pflegeheime als Investment – Überlegungen zu aktuellen Einflüssen“ pdf Datei von 2016. Wenn man sich die Daten Stand 2013 auf Seite 5 anschaut so werden in 13000 Heimen mit 68500 Beschäftigten in Deutschland 764000 Pflegebedürftige vollstationär versorgt. D.h. auf 100 Pflegebedürftige kommen 90 Beschäftigte. Leider geht auch aus diesen Unterlagen nicht der Anteil der in der Pflege und Verwaltung Beschäftigten daraus hervor.

*

Fazit

Ob Finanzinvestoren, freie Träger oder Privatbetreiber, sie arbeiten alle „Gewinnorientiert“. Bis auf Altenpflegeheime im Hochpreissegment werden sie sich auf die pol Rahmenbedingungen berufen. Es wird weiterhin an Personal gespaart werden sodas Konzepte wie das von Monika Krohwinkel auf Grund von Personalmangel einerseits und verkrusteten Strukturen – Arbeitsabläufen andererseits nicht im Pflegealltag umzusetzen sind. So wenig wie möglich investieren um soviel wie möglich zu verdienen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Auf der Strecke bleiben die BewohnerInnen von Altenpflegeheimen.

Überholte Organisations- und Führungsstrukturen sowie Kosten- und Leistungsmanagement sowie IT werden in zu geringem Umfang eingesetzt. Dies führt evtl. zu einer unnötigen Bindung von personellen Ressourcen. Die für die Altenhilfe zuständige Bundessozialministerin Renate Schmidt (SPD) monierte im Herbst 2004 ! ! ! öffentlich, dass eine geprüfte Altenpflegekraft durchschnittlich ein Drittel der Arbeitszeit mit überflüssigen Organisations- und Dokumentationsarbeiten verbringe. Diese Zeit solle besser für die Pflege und Betreuung der Bewohner verwendet werden. Quelle Wikipedia

Solange sich nichts Grundlegendes „Pflegereform, angemessene Entlohnung und Aufstockung des Pflegepersonal“ ändert wird „Leben im Alter – In Würde alt werden“ weiterhin eine Illusion bleiben.

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Beziehungen im Alter – Leben in einem Alten/Pflegeheim (akt)


In diesem Artikel geht es nicht nur um „Beziehungen zwischen zwei Menschen“ sondern um die Beziehung zwischen BewohnerIn und Pflegepersonal des (Wohn)Bereiches in dem derdie Einzelne für den Rest ihresseines Leben leben wird. Das Pflegeteam wie auch die übrigen BewohnerInnen ähneln im weitesten Sinn einer GroßFamilie. Was sich BewohnerIn und Pflegeteam? wünschen ist ein familienähnliches „Miteinander“ das von gegenseitigem Respekt und Akzeptanz geprägt ist bzw  sein soll. (Idealfall) Sich „wohlfühlen“ sollen sich alle. BewohnerIn und Pflegeteam gleichermaßen.

Wir – Ich – die BewohnerIn eines Alten/Pflegeheimes sind auf die Hilfe von Menschen die sich für den Beruf einerS PflegerIn und Pflegehilfskräfte bewußt entschieden haben angewiesen. Ließt man sich die Anforderungen des Berufsbildes eines AltenpflegersIn durch so komme ich zumindest zu dem Schluß das dieses Berufsbild in einem Jahrhundert geschrieben wurde in dem man „alte Menschen die auf Hilfe von AltenpflegerInnen“ angewiesen sind,  für vertrottelt gehalten haben muß. Der Knaller ist das Berufsbild „Altenpfleger “ von der Bundesagentur der Arbeit i. e. der Politik – dem Gesetzgeber also. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wirft mit Schlagwörter um sich das es nur so kracht:

Modern und sicher in die Zukunft

Der Beruf ist anspruchsvoll, spannend und abwechslungsreich. Er bietet viele Entwicklungschancen, wohnortnahe Arbeitsplätze und nicht zuletzt einen sicheren Arbeitsplatz.

Es sind die üblichen Anforderungen für einen Beruf – Arbeitsplatz wie sie jeder x-beliebige Beruf mit sich bringt. Arbeitszeit 8 Std im Schichtdienst – Wechsel. Dieses Berufsbild des AltenpflegersIn, diese Art der Beschreibung ist eine bessere Verwahrung gleich Menschen in einem Gefängnis. Nur mit dem Unterschied das man sofern und solange man noch mobil ist auf seinen 2 Beinen den Wohnraum von 12qm pro Person verlassen kann bzw darf.

Kein Wort davon das die Menschen die in einem Alten/Pflegeheim ähnlich der Konstellation einer WG oder Großfamilie für teilweise viele Jahre bis zu ihrem Ableben zusammen leben werden.

Kein Wort zu dem Thema zwischenmenschliches Beziehung. Kein Wort darüber das der Beruf – die Arbeit mit und für Menschen die Hilfe benötigen – einer „Familien ähnlichen Konstellation“ entspricht. Kein Wort darüber das der tägliche Umgang mit Menschen die auf Hilfe von Menschen die den Beruf des AltenpflegersIn gewählt haben mit sich selbst, ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden. Das Thema Psychologie ist völlig ausgeklammert.

Die Anforderungen des Berufsbildes müssen erfüllt und abgearbeitet werden. Der Alltag sieht oftmals dann so aus:

Beziehungskiller seitens eines Pflegeteams sind statt einer Erklärung Antworten wie:

Das geht sie nichts an. Das müssen Sie nicht wissen. Das interessiert mich nicht. Ihre . . . Situation geht mich nichts an. Sie haben keine Ahnung. Das war schon immer so. So machen wir das eben. Das ist eben so. Basta. „Vertrauen sie uns“ Wir wissen genau was wir machen. Wir wissen was Sie brauchen – was für sie gut ist.

Wir schreiben weder das Jahr 1930 noch 1965 sondern befinden uns im Jahr 2016. Solche Metaphern stammen aus der Frühzeit des vorigen Jahrhunderts. Das sie zum Ausdruck bringen dass ein Pflegeteam das sich solcher „Floskeln“ bedient BewohnerInnen eines Alten/Pflegeheimesn nicht ernst nimmt, bzw. Menschen in ihrer Persönlichkeit als Menschen 2. Klasse betrachtet bzw auf sie „nieder schaut“, solch eine Wahrnehmung bzw. Interpretation ist naheliegend.

Wir – die BewohnerInnen und jedes Pflegeteam in einem  Alten/Pflegeheim leben in einer Art „Zufallsgemeinschaft“ die wären wir die BewohnerInnen gesund sich in dieser Konstellation nie begegnet wären. Von „Zusammen unter einem Dach leben“ ganz zu schweigen. Das es so gekommen ist wie es ist . . . wir machen Pläne und müssen auf einmal feststellen, dass das Leben seinen eigenen Plan für jeden Einzelnen bereits geschrieben hat.

Die Bedingungen derdes Einzelnen die zu dieser „Schicksalsgemeinschaft uns zusammen führte sind – im günstigsten Fall:

Die Entscheidung „in einem Alten/Pflegeheim zu leben ist bewußt gewählt. D.h. derdie BewohnerIn ist bei klarem Verstand und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen durch seine Individualität und seine Persönlichkeit.

Der Beginn einer jeder neuen Beziehung auf die man sich einläßt ist durch den Prozeß des „kennenlernens“ geprägt. Es ist niemals ein einseitiger sondern ein wechselseitiger Prozeß der auf Augenhöhe stattfindet.

Das Funktionieren einer für beide Seiten zufriedenstellenden Beziehung liegt in der Kommunikation mit dem Ziel = Weg des sich miteinander wohlfühlens, auskommens. Das man auf diesem Weg immer mal wieder eine „holprige Strecke beschreitet“ liegt auf der Hand und wird niemand bestreiten.

Leider scheint diese Sichtweise, dieses Verständnis  „Verhältnis – Beziehung zwischen Pflegeteam und BewohnerIn eines Alten/Pflegeheimes“ nicht weit verbreitet zu sein.

*

Vorab: Ich spreche IdR nur über das was ich in dem Pflegeheim in dem ich wohne erfahre bzw erlebe.

Neugier ist eine menschliche Eigenschaft über die wir alle verfügen. Bei den Einen ist sie mehr, bei Anderen weniger ausgeprägt. Je nach Charakter = Erziehung, Sozialisation. Leider besteht das Wort „Sozialisation“ und Aspekte wie „Neugier“ aus einem Müllkonklomerat von Anpassung an gesellschaftliche Denk- und Gefühlsmuster durch Internalisation (Verinnerlichung) von sozialen Normen und willkürlichen Regeln die mit den abstrusesten Erklärungen begründet werden. Aus heutiger Sicht handelt es sich bei dem Wort/Aspekt „Neugier“ IdR um eine „negative Charaktereigenschaft bzw ist negativ besetzt von Ausnahmen abgesehen. Kurz „Neugier“ ist per se nicht gesund.

Wann immer ich von Freunden zum ersten Mal zu Ihnen nach Hause eingeladen wurde, „Neugier und eine leichte Aufregung“ waren immer meine Begleiter. „Wie leben Sie“? „Wie sieht ihre Wohnung aus – wird ihre Wohnung eingerichtet sein“? Mit einer Mischung aus Neugier, Aufregung, Anspannung und Freude begleitet von einem erhöhtem Puls und Herzschlag betrat ich ihre Wohnung, ihr Haus.

Eingeladen zu werden ist ein Schritt in dem Prozeß der Beziehung. Sich gegenseitig „riechen können“. Die Bereitschaft sich auf andere Menschen einzulassen. Nähe zulassen. Offen für Menschen zu sein beinhaltet selbstverständlich auch die Gefahr „emotional“ angreifbar zu sein und verletzt zu werden.

 In einem Pflegeheim zu leben ist eine ganz andere Geschichte. Selbst diejenigen Bewohner*Innen die sich aus freien Stücken entschieden haben ist spiegelt ein Pflegeheim eine „Wohnsituation wieder die einer  Zufallswohngemeinschaft“ entspricht. Die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner ist für alle Bewohner*innen gleich zu beantworten: Alle Bewohner*Innen können ihren Alltag aus eigener Kraft nicht mehr alleine bewältigen und benötigen Hilfe. Das ist das was alle Bewohner*Innen miteinander verbindet. Ansonsten ist es eine Zufallsgemeinschaft bestehend aus Menschen wo sich jede*r Einzelne gäbe es ein dichtes soziales Netzwerk und entsprechender finanziellen Absicherung niemals entschieden hätten in dieser Zusammensetzung zusammen zu leben. Die Basis in Wohngemeinschaften, WG`s oder Großfamilien sind völlig andere. Ließt man sich diesen Artikel durch fällt dem Leser zuerst das Alter auf.
Das Alter spielt insofern eine Rolle da es Zeit braucht um einen größtmöglichen gemeinsamen Nenner der Menschen mit denen man beabsichtigt zusammen zu leben, herauszufinden ob man sich „riechen“, zusammen leben kann bzw ob es paßt.

Es gibt Situationen wo man keine Wahl hat sich zu entscheiden ob man in einem Pflegeheim wohnen/leben will oder nicht. Wenn es in einem Wohnbereich viele Menschen gibt die noch mobil und geistig fit sind erhöht dies die Chancen das unter den Bewohner*Innen sich Beziehungen Konstellationen zwischen Bewohner*Innen im kleinen wie auch möglichen größeren Rahmen ergeben können. Ist man nicht mobil oder dement gestaltet sich dies schwieriger. Fit und nicht mobil d.h. 24/7 im Bett liegen ist der Härtefall.

„Wenn sie Nähe zu Bewohner*Innen zulassen und der die Bewohner*In stirbt, dann wird es Ihnen emotional nicht gut gehen. Diese Schmerzen können sie vermeiden wenn sie zu den Bewohner*Innen emotional auf Distanz zu gehen“. Beschränken sie ihre Aufmerksamkeit auf das Fachliche. Senden sie keine Signale von Neugierde bezüglich dessen wie sich z.b. ein Bewohner*In „eingerichtet hat. Bewohner*innen haben das Pflegepersonal grundsätzlich zu respektieren und mit Sie anzureden“. 



„ Aus welcher Höhle ist eine PDL gekrochen die dem PflegePersonal nahe legt „innerlich Mauern aufzubauen, sich emotional abzuschotten und keine Nähe zu den Menschen zuzulassen bzw Beziehungen im Keim zu ersticken, mit denen man u. U. über Jahre zusammenlebt sic ! arbeitet“?

Was in meinen Augen nicht nur inakzeptabel sondern ein Zeichen von fehlender Empathie seitens der PDL Leitung ist wenn diese in „Gesprächen“ mit den Pflegeteams „durchblicken läßt das seitens des „Pflegepersonals Nähe zu Bewohner*Innen nicht gerne gesehen wird“.

Welchen „Stellenwert“ haben die Bewohner*Innen für die Heimleitung – PDL eines Pflegeheimes wenn diese ihren die Bewohner*Innen pflegenden Mitarbeiter*Innen gegenüber sich in einer solchen „Art und Weise  äußert? Sind wir „Menschen ? Klasse? Es lohnt eh nicht bei Ihnen. Die meisten Bewohner*Innen sind senil, dement, leben eh nicht mehr lange. Kühe die man finanziell melken muß solange sie noch leben. Und mehr nicht“?
Da stellt sich mir die Frage was in der Kindheit falsch gelaufen ist wenn man solche Tips Pflegeteams kommuniziert?

In der Arbeit mit Menschen gibt es ein „Werkzeug“ das nennt sich „Supervision“

„

Supervision ist eine Form der Beratung für Mitarbeiter. Supervisionen werden von einem Supervisor, der zumeist eine entsprechende Qualifikation oder Zusatzausbildung hat, ihr Handeln zu prüfen und zu verbessern. Dazu vereinbaren die Teilnehmer mit dem Supervisor Ziele. Inhalte sind die praktische Arbeit, die Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen Mitarbeiter und Klient, die Zusammenarbeit im Team oder auch in der Organisation. Supervision wird hauptsächlich im medizinischen, sozialen, . . . Bereich genutzt ( . . . Pflegepersonal etc.).“ Quelle: Wikipedia

*

PENG . . . . . mit einem lauten Knall gleich einem prall mit Luft gefüllten Ballon platzte die Illusion das . .

„BewohnerInnen und Pflegepersonal die in einem Alten/Pflegeheim zusammen ja was überhaupt sich aufhalten? ? ? – je in einer WG oder Großfamilien ähnlichen Situation zusammen leben können bzw. werden.“

Freizüger Knast 3.0 mit Ausgang

#HURZ

 

 

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Die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen


Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf haben selbstverständlich die gleichen Rechte, wie alle anderen Menschen auch. Wie sich diese Rechte aber im Alltag hilfe- und pflegebedürftiger Menschen widerspiegeln sollen, das fasst die deutsche Pflege-Charta zusammen. Sie ist von Vertreterinnen und Vertretern aus allen Bereichen der Pflege und der Selbsthilfe erarbeitet worden

Dazu Claus Fussek:

Die Politik in Deutschland (Weltmeister in der Gründung von Expertenkommissionen) hat kein Problem mit der „Erkenntnis von Notwendigkeiten“ sondern mit der Umsetzung im Alltag.

Interressant finde ich eine der 3 Fragen und die Antworten.

1. Warum kommt es in der Pflege zum kollektiven Schweigen?

Aus meiner pers Sicht und Erfahrung möcht ich ergänzend hinzufügen: Pflegepersonal und Bewohner in Pflegeheimen, Patienten in Krankenhäuser sind auf Grund jahrelanger personellen Kürzungen <-> Gewinnmaximierung (kurzfristiges Denken – keine Nachhaltigkeit weil Kostensparend #Schwachsinnhoch10) gehören der gleichen Gruppe an.
Weniger Personal bei zunehmendem Arbeitsaufwand was zu erhöhtem Streß beim Personal führt sowie normierte Pflege, Standardroutinen, Lustlosigkeit in der „Arbeit“ im Alltag mit den zu Pflegenden führt. Dazu kommt die geringe Entlohnung sowie des miserablen gesellschaftlichen Status des „Pflegeberufes“. Insofern Pflegepersonal wie zu Pflegende Menschen sind „Opfer einer desaströsen Gesundheits- und Pflegesituation. Statt sich dessen bewußt zu sein und zusammen zu halten (Wir – beide sind „Opfer“ ) treten nicht selten „Die Schwachen noch Schwächere“.

Eina anderer Punkt dürften „Ängste“ bei zu Pflegenden sein. Wenn man mal einemR PflegerIn sagt das man nicht mit der Art und Weise wie man „gepflegt, gesäubert, behandelt wird, so wird dies ignoriert bzw man bekommt Antworten wie „Es interressiert mich nicht was sie wissen, wie sie etwas empfinden etc pp“. In der Folge kann es schon mal vorkommen das ein „Läuten überhört“ wird oder die Nachtwache den zu Pflegenden auf ihrer Runde vergißt“. Aus Angst vor „Retourkutschen“ wird was menschlich ist geschwiegen und geschluckt.

Wie „krank“ unser Gesundheitssystem ist ergibt sich an Hand der „standartisierten, normierten Vorgaben“ aus dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz. Die Grundpflege – Körperpflege die je nach Bundesländer und Heimvertrag varriieren können richten sich dann noch nach a) der jeweiligen Pflegestufe und last but not least b) nach dem Personalstand.
Grundsätzlich gilt was die Pflege von pflegebedürftigen Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen betrifft ähnliches wie nach der Frage von öffentlichen Verkehrsmittel in Ländern 4. Welt: „Ja haben wir, glaube ich.“

Das Pflegegesetz wie auch das Wohn und Betreuungsgesetz muß von ausgesprochenen Fachidioten mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt und mangelnderm Realitätsnähe – bewußtsein entwickelt worden sein.

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Achtung Neuland!

Bitte tief durchatmen und vor allen Dingen das Fläschchen mit Riechsalz bereithalten

Charta der Rechte pflege- und hilfebedürftiger Menschen

Artikel 1: Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe sowie auf Unterstützung, um ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges Leben führen zu können.

Artikel 2: Körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, vor
Gefahren für Leib und Seele geschützt zu werden.

Artikel 3: Privatheit

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wahrung und Schutz seiner Privat- und Intimsphäre.

Artikel 4: Pflege, Betreuung und Behandlung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an
seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung.

Artikel 5: Information, Beratung und Aufklärung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf umfassende Informationen über Möglichkeiten und Angebote der Beratung, der Hilfe, der Pflege sowie der Behandlung.

Artikel 6: Kommunikation, Wertschätzung und Teilhabe an der Gesellschaft

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wertschätzung, Austausch mit anderen Menschen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Artikel 7: Religion, Kultur und Weltanschauung

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, seiner Kultur und Weltanschauung entsprechend zu leben und seine Religion auszuüben.

Artikel 8: Palliative Begleitung, Sterben und Tod

Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben.

Ausführliches und Erklärungen finden sich hier.

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Postskriptum

Ließt man sich die Kommentierungen zu den Artikel 1 – 8 der Charta durch so wird man feststellen das es sich inhaltlich u.a. um Situationen, Wünsche <-> Verfügungen handelt die nicht bindend sind, jedoch da sie ähnlich den Verfügungen in Patientenverfügungen bzw. einer Betreuung von Amtswegen, gleichen. Bzgl der Umsetzung, Gewährleistung der pers. wie amtlichen Aufgaben, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies nicht zulassen. D.h. ohne das entsprechende Personal und ggf Räumlichkeiten ist die Charta das Papier nicht wert auf die sie gedruckt ist.

Die Charta wurde vom Bundesministerium für „Familie“, Senioren, Frauen, Jugend sowie dem Bundesministerium für Gesundheit oder einer „Expertenkommission“ erarbeitet.

Welche Haltung, welches Verständnis von „Familie“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorherrscht bzw durch die Charta zum Ausdruck gebracht wird, darüber kann man sich nur an den Kopf greifen.

In einem Alten – Pflegeheim zu wohnen kommt der gesellschaftspolitischen Auffassung von einer offenen Straf – Vollzugsanstalt gleich. Verwahrung und Versorgung mit dem Notwendigsten. Plus Ausganng/Freigang (sofern man noch dazu in derLage ist) Mehr nicht. „Die da oben – wir (die BewohnerInnen eines Pflegeheimes sind „Arbeitgeber“ des Personal !!!) da unten.

Viele BewohnerInnen werden xx Jahre in einem Heim – bis zu ihrem Ableben – leben, wohnen. Zusammenleben in einem „Familien ähnlichen“ Verbund, diesem Aspekt wurde in keinster Weise Beachtung geschenkt. das „Zusammenleben“ ist geprägt von Distanz bzw notgedrungener  Erfüllung der „Anforderungen an den Arbeitsplatz einesR PflegerIn.

Von Ausnahmen abgesehen ist Nähe unerwünscht noch vorhanden.

Jeder Begegnung von zwei Menschen wohnt eine Beziehung inne. Leben Menschen in einer familienähnlichen Situation – Konstellation zusammen so ist für ein menschenwürdiges Miteinander das von Respekt, Würde und Annahme geprägt sein muß das Wachsen einer Beziehung unabdingbar. Jeder BewohnerIn in einem Altenpflegeheim wie Pflegeteam will sich „wohl – und geborgen fühlen“.

Leider ist dieser Gedanke dem „Pflege wie sonstigem Personal“ so fern wie die „Sombrero Galaxy „- 30 Mio Lichtjahre.

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Wird wie üblich „upgedatet“.

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