Das Sovaldi “Dallas Buyers Club” Prinzip


Der Film “Dallas Buyers Club” basiert auf der Lebensgeschichte des AIDS-Patienten Ron Woodroof, der in den 1980ern nicht-genehmigte Medikamente von Mexiko nach Texas schmuggelte.”

In den USA, Australien und anderen Ländern in denen Sovaldi, das zusammen mit anderen Medikamenten zur Behandlung einer HEP C eingesetzt wird und in den USA US $ 84.000,– kostet, hat sich ein “Medikamenten Tourismus” entwickelt.

Der Inhaltsstoff  Sofosbuvir  – Handelsname Sovaldi – ist ein medizinischer Wirkstoff, der in Kombination mit anderen Arzneimitteln (Peginterferon α, Ribavirin) zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen angezeigt ist. In klinischen Studien konnten bis zu 90 Prozent der betroffenen Patienten geheilt werden.

Sofosbuvir wird als ein unentbehrliches Arzneimittel in der Liste der Weltgesundheitsorganisation aufgeführt. Quelle Wikipedia

Das GILEAD über diesen “Sovaldi Tourismus” not amused ist liegt auf der Hand entgeht GILEAD doch durch diese Art des “Tourismus” Mio $ Gewinne da die “Touristen” sich erfrechen anstatt auf das teure Medikament im eigenen Land  “USA, Australien US $ 84.000 undoder Deutschland? € 48.000 der ?” zurückzugreifen, das Generika Produkt aus Indien “Preis für eine 3 monatige Behandlung US $ 1.000″ zu kaufen.

GILEAD hat während des letzten Jahres mit 7 indischen Generika Herstellern Lizenz Abkommen abgeschlossen, das es diesen Firmen ermöglicht Sovaldi “3 Monate Behandlungsdauer/90Tabletten für US $ 1.000,-  dem Preis einer Tablette pro Tag in den USA” in Indien sowie in “91 Entwicklungs Länder” zu verkaufen.

Der Preis für eine 3-monatige Behandlung einer HEP C mit Sovaldi von US $ 1.000,– zielt dabei auf einen in Indien und den besagten “91 Entwicklungs Länder” stärker werdenden Mittelstand ” auf Menschen mit einer HEP C” ab, der sich diese $ 1.000,- leisten können. Dessen ungeachtet sind jedoch Menschen mit einer HEP C die nicht zu diesem “neuen Mittelstand” gehören und nicht über ein entsprechendes Einkommen verfügen um sich diese Behandlung leisten zu können, von einer Behandlung mit Sovaldi ausgeschlossen. Sie bleiben auf der Strecke.

Laut RKI sind etwa 130 – 170 Millionen Menschen chronisch mit HCV infiziert, das entspricht 2 – 3% der Weltbevölkerung.

Für Gilead rechnen sich solche “Lizenzabkommen mit den Generika Firmen in Indien zumal Gilead 7 % Lizenzgebüheren kassiert.

Das perfide an dieser Art der Großzügigkeit von GILEAD liegt darin das in den zur Zeit weltweit stattfindenden div Verhandlungen zu neuen Freihandelsabkommen mit verschiedenen Freihandelszonen (bilaterals.org -> Negotiations) der Patentschutz von Medikamente nicht nur geschützt sein wird, sondern das es Indien und ggf anderen Ländern wie z.b. Brasilien  nicht mehr möglich sein wird auf Grund eines nationalen Gesundheitsnotstandes (DOHA Abkommen) zum Schutz der Bevölkerung im Rahmen einer Zwangslizensierung bestimmte Medikamente zu einem “bezahlbaren Preis für Menschen die von einer Krankheit betroffen sind” herzustellen.

” Von daher ist die Erklärung nun auch so zu lesen, dass das TRIPS-Abkommen bestätigt und gestärkt wird. Nun heißt es, dass die Minister darin übereinstimmen, dass das TRIPS-Abkommen kein WTO-Mitglied davon abhalten sollte und tatsächlich abhält, Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zu ergreifen. Sie versichern, dass TRIPS so interpretiert werden könne und solle, dass es das Recht der WTO-Mitglieder unterstütze, die öffentliche Gesundheit zu schützen und den Zugang zu Medikamenten für alle zu fördern. In dieser Perspektive versichern sie erneut, dass die WTO-Mitglieder das Recht haben, die bestehenden Regeln zu den genannten Zwecken zu nutzen. Als Teil der bestehenden Regeln wird das Recht zur Erteilung von Zwangslizenzen ausdrücklich betont, einschließlich des Rechts eines jeden Mitglieds, die Bedingungen für den Lizenznehmer selbst festzulegen. Zweitens hat jedes WTO-Mitglied das Recht, souverän
darüber zu entscheiden, unter welchen Bedingungen ein nationaler Notstand als Voraussetzung für eine Zwangslizenz vorliegt. AIDS, Tuberkulose, Malaria und andere
epidemische Krankheiten werden explizit als nationaler Notstand im Sinne von TRIPS anerkannt. ” Quelle: Die WTO Ministerkonferenz in DOHA 2001 pdf Datei,

Die Vertragspartner von Verhandlungen zu neuen Freihandelsabkommen sind idR Freihandelszonen wie die EU und Ländern wie Indien, den USA, China etc pp. Sollte ein Land innerhalb einer Freihandelszone gegen eine in den Freihandelsabkommen aufgeführte Bedingunge verstoßen haben, so besteht die Möglichkeit das Konzerne der Vertragspartner z.b. GILEAD in den USA die entsprechenden Länder der Freihandelszonen wegen dadurch entstandenem Verlust von Gewinn diesen Verlust vor einem Schiedsgericht das hinter verschlossenen Türen tagt einzuklagen.

Schiedsgerichte regeln Investor-Staat-Klagen auf der Basis von Investitionsschutzabkommen in einem “parallelen Rechtssystem”. Ist ein Staat in ein Investitionsschutzabkommen eingebunden, so kann ein Konzern gegen jede Politik im Gaststaat klagen, die das Eigentum oder geplante Gewinne aus Investitionen bedroht (und sein es wegen neuer Gesundheits- oder Umweltauflagen oder gestiegene Sozial- oder Arbeitsschutzstandards). Das Besondere ist, dass diese Streitfälle nicht im normalen Rechtssystem des Gastlandes ausgetragen werden, sondern vor internationalen Schiedsgerichten. Diese Schiedsgerichte bestehen i.d.R. aus drei von den Streitparteien ernannten Privatpersonen und tagen geheim. Quelle: Know TTIP – Schiedsgericht

Schiedsgerichte, einer der umstrittensten Teile der Abkommens. Solche Gerichte sind bisher Standard in weltweit rund 3.200 Handelsabkommen: Konzerne können Staaten verklagen, wenn sie wegen gesetzlicher Regelungen etwa zum Umweltschutz ihre Investitionen gefährdet sehen. Die Schiedsgerichte tagen und urteilen geheim und bewegen sich jenseits nationaler Rechtssysteme. So wurde Kanada verklagt, weil es Fracking zeitweise verbieten wollte, oder Deutschland wegen des Atomausstiegs. Solche Gerichte sollen nach bisherigem Stand auch Teil von TTIP werden. Quelle TAZ vom 06. Juni 2015

TTIP – der Freihandel der EU mit den USA – werde der “größte Wirtschaftsdeal der Geschichte” schwärmen Politiker: Wachstum, Wohlstand und mehr Jobs für 800 Millionen Menschen, dazu faire Regeln für die Globalisierung. Doch Kritiker warnen: Durch das TTIP werden nicht nur Verbraucher-, Umwelt- und Datenschutz dem Kapitalismus geopfert, sondern auch Grundrechte der Demokratie. Quelle: arte

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Depression: 1997 vs 2015 (akt 1)


1997 . . .

Auf Grund der Unverträglichkeit – der Nebenwirkungen meiner ersten HIV 3 er Kombi , von denen ich glaubte das Diese wenn sich mein Körper an die Medikamente gewöhnt haben verschwinden würden, wurde mir irgendwann bewußt das ich eine Depression mit all den bekannten Symptomen hatte. Neben den Hauptsymptomen wie sie hier geschildert werden kamen bei mir noch Schlafstörungen, Isolation zwecks Vermeidung von sozialen Kontakten dazu.

2015 . . .

Der Auslöser der Depression ist ähnlich wie vor 17 Jahren; ein Einschnitt in meinem Leben, den anzunehmen mir sehr schwer fällt, der mir schwer zu schaffen macht. Damals waren es die körperlichen Nebenwirkungen der ersten HIV Medikamente, die ich zu lange nahm in der Hoffnung das mein Körper Zeit nach meinem Verständnis brauchen würde bis er sich daran gewöhnen würde. Nach 6 Monaten hatte sich mein Körper nicht an diese Kombi gewöhnt.

Dieses mal ist meine derzeitige Situation die dass ich seit 1 1/2 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen bin was eine einschneidende Veränderung in meinem Leben und ein Verlust an Lebensqualität in meinem Alltag ist.

Die Symptome sind gleich wie 1997.

Antriebsmangel, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Depressive Stimmungen, Niedergeschlagenheit, soziale Isolation und nächtelang Spielfilme im TV anschauen weil dies eine gute Möglichkeit ist den eigenen Zustand auszublenden “Flucht vor sich sich selbst”. Was natürlich auf Dauer nicht funktioniert, mir aber für einige Stunden “Entspannung” verschafft.

Die Pflegestufe 1 ermöglicht es mir das 2 mal pro Woche für je 2 Stunden am Tag sehr angenehme Menschen eines Pflegedienstes zu mir kommen, die für mich einkaufen gehen bzw meine Wohnung reinigen da mir Beides nicht mehr möglich ist. Telefonische Kontakte zu engen Freunden und Kommunikation mit Freunden aus sozialen Netzwerken gehören ebenso zu meinem Alltag wie Kontakt zu dem Einen oder Anderen Nachbarn zu pflegen.

Niemand sehen wollen und (s)mich gleichzeitig freuen wenn jemand kommt mit dem ich – man reden kann.

Dieses Mal kommt noch Wut über den Verlust von körperlichen Fähigkeiten, die mich in meiner Mobilität einschränken da sie zu einem Teil meiner Lebensqualität beigetragen hat dazu. Wie 1997 habe ich die Entscheidung getroffen mich erneut in eine psychosomatische Abt einer Klinik zu einem stationären Aufenthalt zu begeben. Dies in der Hoffnung auf psychische und physische Verbesserung.

Die Frage die ich mir in der letzten Zeit sehr oft stelle ist: Was wenn mir keine “nennenswerte Verbesserung” eines stationären Aufenthaltes beschieden wird? Was eine psychosomatische Behandlung der Depression betrifft, so bin ich mir sicher dass das Ergebnis Früchte tragen wird. Was aber wenn sich meine Hoffnung auf  den Aufbau von Muskelmasse in meinen Armen und Beinen nicht in dem Maß einstellt wie ich es mir wünsche sodaß ich nicht mehr auf einen Rollstuhl angewiesen sein werde? Wie gehe ich mit der Situation um wenn sich herausstellt das ich für den Rest meines Lebens auf einen Rollstuhl angewiesen sein werde?

Durch die Begleitung meines Vaters bis zu seinem Tod ist mir dieser Verlust von körperlichen Fähigkeiten als Teil des Alterungsprozeß sehr präsent.

Was zur Zeit noch dazu kommt und mir zu schaffen macht ist eine Polyneuropathie an beiden Füßen. Bis auf die letzten kleinen Zehen an beiden Füßen sind die übrigen Zehen Taub und steif. Wenn ich im Bett liege und z.B. die Bettdecke mit den Füßen anheben will dann habe ich Null Gefühl in den Zehen beider Füße. Zudem hat die Polyneuropahtie Auswirkungen auf mein Gleichgewichtssinn beim Stehen und vor allen Dingen Laufen.

Mittlerweile weiß man auf Grund von 30 jähriger Erfahrung von Menschen die mit dem HIVirus leben, das sie um 10 Jahre schneller altern als Menschen die nicht HIV + sind. Das Nachlassen der Muskelkraft im Alter und die damit einhergehenden Verluste von körperlichen Fähigkeiten und Funktionen, dieser Aspekt “des Alterns – des älter werden” ist Teil des Lebens bzw gehört zum Leben dazu. Unter diesem Aspekt betrachtet ist es unerheblich ob der Verlust vom Muskeln, der Verlust von Fähigkeiten und Körperfunktionen HIV oder Alters bedingt ist. Älter werden an sich selbst bewußt wahr zu nehmen ist alles andere als leicht. Letztendlich heißt es auch (s)mich (s)meiner Endlichkeit bewußt zu werden und sich diesem Thema zu stellen. Nicht zwangsläufig.

Zwar habe ich Hoffnung das es mir noch einmal möglich sein wird nach einer REHA zumindest “am Stock” gehen zu können, andererseits bin ich mir sehr wohl gewahr das sich diese Hoffnung auch nicht erfüllt. Das gewahr sein dessen wie etwas sein kann auch bei eigenem Dazutun beinhaltet keine Garantie dafür das es auch so eintreffen wird.  Diese Haltung bezeichnet O. C. Simonton als “Gesund”.

Ungesundes/negatives Denken:
Ich kann machen was ich will: Ich werde für den Rest meines Lebens im Rollstuhl sitzen

Positives Denken:
Nach der REHA werde ich wieder laufen können

Gesundes Denken:
Vielleicht kann ich nach der REHA wieder laufen oder auch nicht. Alles was ich tue hat darauf einen wesentlichen Einfluss. Quelle (in Abwandlung auf meine Situation) “Auf dem Weg der Besserung” .

Während meines 12 wöchigen Aufenthaltes in der psychosomatischen Abt in der Habichtswaldklinik in Kassel 1997/1998 habe ich einige Werkzeuge erhalten auf die ich Heute zurückgreifen und verwenden kann. Dennoch hilft es nur bedingt weil die Situation von heute nur Ansatzweise der von 1997 ähnelt.

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10. Juni 2015

Das Einhalten von Terminen wie Arztbesuch oder Physio funktioniert nicht mehr. Da ich keine normale Behindertentoilette aufsuchen kann, gerate ich ca 1 Stunde bevor ich das Haus verlassen muß in Panik, da ich während eines Termin eine Toilette aufsuchen könnte. Diese “Panik” schlägt mir “buchstäblich auf den Magen ” dass ich sofort Durchfall bekomme. Das Ergebnis ist das ich dann alle Termine absage.

Nachdem ich einige Sunden im Rollstuhl sitzend in der Wohung – am PC rumwuselte sind meine Batterien leer. Auch deshalb weil wie ich finde das Sitzen im Rollstuhl völlig verkrampft, alles andere als entspannt ist. In diesem Fall lege ich mich 2,3 Stunden auf s oder ins Bet. Zum einen entspannt es meinen Körper, zum anderen tanke ich dadurch wieder meine Batterien auf. Seit einigen Wochen hat sich meine Polyneuropathie in den Füßen verschlechtert. “Füßen” deshalb weil die Polyneuropathie jetzt auch meinen linken Fuß befallen hat. Eine der Begleiterscheinungen ist Taubheit und Gefühllosigkeit in den Zehen beider Füße. Dazu kommt noch der Umstand das ich seit einiger Zeit von RLS heimgesucht bin. Dies gepaart mit nächtlichen 3 – 4 maligen Schlafunterbrechungen sind alles andere als angenehm.

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Frankfurt am Main – IDAHOT 17. Mai 2015 (akt 2)


PlakatIDAHOTFFM2015
Am 17. Mai 2015 fällt der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie IDAHOT auf einen Sonntag und findet bei hoffentlich angenehmen frühlingshaftenTemperaturen und viel Sonne statt. Ein wie ich finde wichtiger Tag da insbesondere Homophobie und  Transphobie in den letzten beiden Jahren stark zugenommen hat. Das Maß an Homo-und Transphobie mag von mir “gefühlt” wahrgenommen werden da ich im Netz mit vielen Menschen die der LGBTI Community angehören verbunden bin und wie ich finde Meldungen, Berichte über Angriffe und Überfälle gegenüber Homosexuelle zunehmen – genommen haben. Für jeden Einzelnen der körperlich undoder seelisch angegriffen oder verletzt wurde ist dies ein traumatisches Erlebnis das KeineR von ihnen vergißt. Das Leben nach einem Überfall ist das nicht mehr das gleiche wie vorher. Für die Gesellschaft ist es oftmals nur eine Randnotiz in den Print oder TV Medien. Umso wichtiger ist der 17. Mai geworden.

Die Initiative zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) vorsteht. Ziel des Tages war es von Beginn an, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Quelle: Wikipedia IDAHOT

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In Frankfurt am Main finden an diesem Tag mehrere Veranstaltungen statt.

11.00 Uhr – . . . . Platz an der Frankfurter Weißadlergasse

Im Rahmen einer Sonderausstellung “Ausschluß eines Schwulen – Karl Heinrich Ulrichs und das Freie Feutsche Hochstift” die vom  8. bis 25. Mai 2015 im Freien Deutschen Hochstift/Goethe Haus stattfindet,  wird am 17. Mai 2015 um 11.00 Uhr der Platz an der Frankfurter Weißadlergasse in „Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz“ umbenannt.

Ulrich Foto Copyright © Freies DeutschesHochstift/Goethe Haus

 Das Freie Deutsche Hochstift erinnert in der Ausstellung an diesen Vorgang, der im Aktenbestand des Hauses ausführlich dokumentiert ist. Ulrichs Mut wird ebenso deutlich wie sein politisches Programm, das viel von dem vorausnimmt, was über 100 Jahre später von der Schwulenbewegung durchgesetzt wurde. Volkmar Sigusch nennt Ulrichs im Titel seiner Monographie aus dem Jahr 2000 den „ersten Schwulen der Weltgeschichte“. Gestaltet wird die Ausstellung von Michael Weber (Theater Willy Praml). Pressetext hier, Flyer zur Ausstellung hier, Quelle: GoetheHaus Frankfurt

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14.00 Uhr – 17.00 Uhr – Veranstaltung des “Freundeskreis Frankfurter Engel” am Klaus Mann Platz

Auch dieses Jahr findet wie im letzten Jahr eine Veranstaltung auf dem “Klaus Mann Platz” dem Ort des “Mahnmal Homosexuellenverfolgung” statt.

engelFoto Copyright © IMV e.V.

Neben Kaffee und Kuchen wird der Tag auch dem Anlaß entsprechend gewürdigt werden. Näheres wird im Lauf der nächsten Woche bekannt gegeben bzw hier entsprechend aktualisiert werden.

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 15.00 – 15.30  – Kiss In Frankfurt am Main Hauptwache – ” Same Sex Hand Holding in Frankfurt

In diesem Jahr wird die Aktion organisiert von der Grüne Jugend Hessen (GJH) und unterstützt durch die AIDS-Hilfe Frankfurt
Zu der Aktion der Initiator Dave Watkins, England:

‘A Day In Hand’ aims to inspire and support same-sex couples who want to hold hands in public. It provides a way of changing cultural perceptions of same-sex love by showing the everyday realities of Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender (LGBT) lives. David wants to see more LGBT people living their lives publicly without shame and to the full, and believes hand-holding is a simple liberating gesture that challenges homophobia, destroys stereotypes and transforms lives. Quelle: SMKFoundation

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 17.00 Uhr – LSKH zeigt den Film “Die Schwulenheiler.

Im LesbischSchwulenKulturHaus “LSKH” in der Klingerstr. 16, Frankfurt am Main wird im Rahmen des IDAHOT 2015  der Film “Die Schwulenheiler” produziert von NDR Oda Lambrecht, Christian Deker, Jennifer Stange gezeigt. Schon bei seiner Ausstrahlung bw Aufführung wie z.b. in Tübingen in 2014 hat es heftige Reaktionen seitens “evangelikaler Christen” gegeben. Besser als ich es könnte gibt die Sendung von Panorama – Mediathek wieder was es mit dem obskuren Thema “das man Schwule oder Lesben” heilen könne auf sich hat , da es sich bei Homosexualität laut div sogenannter “Heiler” um eine “angebliche” Krankheit handelt .

Die Veranstaltung:

* Film: “Die Schwulenheiler” (NDR, 2013; ca. 30 Minuten)

* Podiumsdiskussion:
– Christian Deker, Autor des Films “Die Schwulenheiler” (Hamburg)
– Dr. Wolfgang Gern, Vorstand Diakonie Hessen
– Kai Klose, Landesvorsitzender der Grünen in Hessen
– Dr. Gisela Wolf, Psychotherapeutin (Berlin)
Moderation: Dr. Constance Ohms

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Dienstag 12. Mai Themenabend bei Arte “Homophobie in Europa” Gleiche Liebe – Falsche Liebe?

Zwei Drittel aller Homosexuellen in der EU trauen sich nicht, öffentlich Händchen zu halten, fast die Hälfte erlebt Diskriminierung, ein Fünftel sogar körperliche Gewalt. Das ist das schockierende Fazit einer Studie der EU-Grundrechtekommission vom Mai 2013. Diese Homophobie ist nicht nur ein Gefühl. Dies zeigt Peter Gerhardt in seiner Dokumentation. Quelle: Arte Themenabend 12.Mai

Jahrelang hatte es den Anschein als würde der überwiegende Teil der Gesellschaft Menschen die sich zu der LGBTI Gemeinschaft zählen tolerieren (Was nur ein Anfang sein kann) bzw akzeptieren. Dies sollte sich als ein Trugschluß herausstellen. Hinter der Metapher “Das wird man doch mal sagen dürfen” verbergen sich selbst auserkorene Intellektuelle von Rang eines “SchwurbelMeister” die ihre Homophobie offen zum Ausdruck bringen. Sie sind in meinen Augen geistige Brandstifter auf Grund deren “Mütchen” sich Viele bestätigt sehen was sich in der Zunahme von Angriffen und Überfällen auf Menschen aus der LGBTI Gemeinschaft äußert. Daher ist der 17. Mai – der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie “IDAHOT” ein wichtiges und notwendiges Datum.

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Zum Frauentag . . . Wie hungrig seid Ihr? Wie wütend seid Ihr?


Während einer Veranstaltung von HIV im Dialog 2008 sagte eine Teilnehmerin im Laufe einer Diskusion zu dem Thema “HIV im Alter” das HIV Medikamente auf den weiblichen Körper sich anders auswirken als bei Männer. Das war für mich das erste Mal das ich so etwas “Live” hörte. Seit längerem war mir bekannt das “Frauen wie auch Kinder im Kontext zu Studien von HIV Medikamenten” benachteiligt waren. Der TeilnehmerStudienSchwerpunkt lag überwiegend bei “Männer”.

Vor einigen Tagen wurde auf dem Blog der DAH ein Artikel veröffentlicht:

FRAUEN UND HIV (1) – „Ich habe nie daran gedacht, dass es HIV sein könnte“

Die Frauen würden “von Ärzten” nicht ernst genommen, so Vestergaard von Laustsen, „das ist das, was wir erleben, und das kostet Leben“.

Als Kommentare dazu füge ich einige Tweets von Michèle Meyer ein, eine der wenigen Kämpferinnen, Mutter von zwei Mädchen, und Herbergsmutter von Hunden, Katzen, und einem frechen Spatzen sowie liebende Ehefrau . . .

Michèle Meyer auf Twitter

“ich sach mal dreist:das kommt vom risikogruppen-denken meine damen&herren präventionisteninnen, politikerInnen und aerzteInnen. #HIV #frauen
“was reg ich mich auf? ignorant geht die welt zu grunde.hauptsache ihr wusstet wer wir sind und was wir brauchen. over.”
“übrigens: guckt mensch bei ahs, od bag nach, so sind #Frauen und #HIV nur ein Thema in zusammenhang mit sexwork oder migration.#think!
“i’m so sick about it.unequality, stigma, ignorance, and discrimination are the motor/drive of the epidemic.#HIV
“#Aufklärung und Prävention ist scheinbar an den Ärzten vorbei gegangen!”
“&das nach über 30 (!) jahre aids-arbeit. eigentlich himmeltraurig & peinlich.danke an die professionellen”

Grundsätzlich: Von uns Männer könnt ihr nichts erwarten. Wir haben die Welt, die politischen Systeme nach unseren Vorstellungen geprägt. Einer Welt in denen Frauen nur relativ wenig Platz eingeräumt wird. Und diesen Platz verteidigen wir. Mit Händen und Füßen. Die Rosinen sind für uns. Natürlich fallen auch für Euch ein paar Rosinen ab. Wir sind ja großzügig. Wir schmücken uns gerne mit Euch, schreiben Rollen für Euch die ihr mit Begeisterung auszufüllen wißt “Sophia Thomalla” und lassen Euch hin und wieder zu Wort kommen. Wir führen Euch vor wie Simon Smith seinen Amazing danzing Bear vorführt. Solltet Ihr es schaffen einen “Stuhl” in unserem System, in div Organisationen, Parteien, Konzernen zu ergattern, nun die “Annehmlichkeiten” die solche Stühle mit sich bringen tun ihr übriges dazu Euch in einen Wohlfühlkuschelmodus kokonartige einzulullen.

Auf HIV bezogen

HIV ist wie ein Blutsauger. Es macht kraft und antriebslos, bedingt das man resigniert. Ist man dann noch aleinerziehend und auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen, dann ist das ein 24/7 Kampf der auf Dauer ermüdet.

Siehe auch Deutsche Aids Stiftung: Frauen geraten viel öfter als Männer durch HIV/AIDS in materielle und soziale Notlagen

Michèle Meyer Twitter
“wozu gabs und gibt’s aber auch die #denverprinciples ? eben.”

DENVER – PRINZIPIEN

Erklärungen des “Advisory Committee of People with AIDS”

Wir verurteilen alle Versuche uns als “Opfer” abzustempeln, ein Ausdruck, der Scheitern impliziert. Ebenso sind wir nur manchmal “Patienten”, ein Wort, das Passivität, Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Fürsorge anderer suggeriert. Wir sind “Menschen mit AIDS”.

Empfehlungen an das Personal im Gesundheitswesen

  • 1. Seid offen, vor allem gegenüber Euren Patienten mit AIDS.
  • 2. Macht die Theorie, die ihr über die Ursachen von AIDS habt, deutlich und diskutiert sie mit Euren Patienten, da dies Eure Behandlungsmethoden und Eure Pflege beeinflußt.
  • 3. Sprecht über Eure Gefühle bezüglich AIDS (z.B. Eure Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen usw) und befaßt Euch nicht nur intellektuell damit.
  • 4. Setzt Euch gründlich mit Euch selbst und mit Eurer Haltung gegenüber AIDS auseinander.
  • 5. Behandelt Menschen mit AIDS immer als vollwertige und selbstverantwortliche Personen. Sprecht über psychosoziale Probleme genauso wie über medizinische Fragen.
  • 6. Redet mit Menschen mit AIDS, auch über ihre Sexualität – gefühlvoll und ohne auszuweichen. Dazu braucht ihr Informationen über die Sexualität von Schwulen, besonders von Menschen mit AIDS.

Empfehlungen an alle

  • 7. Helft uns im Kampf gegen diejenigen, die uns unsere Jobs wegnehmen und uns aus unseren Wohnungen hinauswerfen wollen; gegen diejenigen die sich weigern, uns zu berühren oder uns von unseren Geliebten, unseren Freunden und Gleichgesinnten trennen wollen. Es gibt nämlich keinerlei Hinweis darauf, das AIDS durch alltägliche soziale Kontakte übertragen werden kann.
  • 8. Macht Menschen mit AIDS nicht zum Sündenbock. Gebt uns nicht die Schuld an der Epedemie. Zieht keine verallgemeinernden Schlüsse über unsere Lebensstile.

Empfehlungen an Menschen mit AIDS

  • 9. Setzt euch zusammen und wählt Eure eigenen Vertreter. Stellt Euch selbst Eure Aufgaben und entwickelt Eure eigenen Strategien. Sprecht selbst mit den Leuten, die in den Medien arbeiten.
  • 10. Macht von eurem Recht gebrauch, an allen Entscheidungsprozessen, vor allem in den Vorständen Eurer Hilfsorganisationen, mitzuwirken.
  • 11. Engagiert Euch auf allen AIDS Veranstaltungen und tut dies gleichberechtigt mit anderen Teilnehmern. Tauscht mit ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse aus.
  • 12. Praktiziert Safer Sex, um eure Partner und Euch selbst nicht zu gefährden. Wir sind der Meinung, dass Menschen mit AIDS eine ethische Verantwortung haben, ihre potentiellen SexualpartnerInnen über ihren Gesundheitszustand zu informieren.

Rechte der Menschen mit AIDS

  • 13. Wir haben das Recht auf ein lebenswertes Dasein, auf ein gefühlsmäßig und sexuell voll befriedigendes Leben, wie jeder andere Mensch auch.
  • 14. Wir haben das Recht auf hochwertige medizinische Behandlung und qualifizierte soziale Unterstützung in jeder Hinsicht, ohne jegliche Diskriminierung aufgrund unserer sexuellen Orientierung, unseres Geschlechtes, unserer medizinischen Diagnose, des sozialen Status oder unserer ethnischen Herkunft.
  • 15. Wir haben das Recht auf Aufklärung über alle medizinischen Vorgänge und Risiken, auf Wahl oder Verweigerung einer Behandlungsmethode, auf Weigerung an wissenschaftlichen Forschungen teilzunehmen. Wir haben dieses Recht, ohne gleichzeitig riskieren zu müssen, die qualifizierte medizinische Behandlung zu verlieren. Wir haben das Recht, selbstverantwortlich Entscheidungen über unser Leben zu treffen.
  • 16. Wir haben das Recht auf Privatsphäre, auf die vertrauliche Behandlung unserer medizinischen Daten. Wir haben das Recht auf menschlichen Respekt und auf die Wahl unserer wichtigsten Kontaktpersonen.
  • 17. Wir haben das Recht, in Würde zu sterben – und zu LEBEN.

Quelle: alivenkickn

Wenn man das nicht bekommt was allen zusteht, wenn Ihr “Frauen” das nicht bekommt was Euer Recht ist dann “Holt es Euch”. Wartet nicht bis ihr es von “Männern geschaffenen Systemen, pol. Parteien, Organisationen, Konzernen, Veranstaltungen “Krumenweise huldvoll vor die Füße geworfen wird”. #Frauenquote

Auch wenn es anstrengend und kraftraubend ist, wehrt Euch. Ich weiß wovon ich spreche. Es ist überlebenswichtig wenn man sagen kann “Wir sind Mehrere”. In Zeiten in denen man am liebsten alles hinschmeisen würde, Zeiten der Mut und Kraftlosigkeit werdet ihr aufgefangen. EineR ist für dendie AndereN da. Gegenseitig spricht man sich Mut und neue Kraft zu. Sucht Euch Gleichgesinnte mit denen Ihr Euch verbündet. Es soll sogar einige Männer geben die das erkannt haben und an diesem Strang mitziehen.

Shaking the Tree

Musik und Lyrics Copyright © Peter Gabriel

Waiting your time, dreaming of a better life
Waiting your time, you’re more than just a wife
You don’t want to do what your mother has done
She has done
This is your life, this new life has begun
It’s your day – a woman’s day
It’s your day – a woman’s day

There’s nothing to gain when there’s nothing to be lost
There’s nothing to gain if you stay behind and count the cost
Make the decision that you can be who you can be
You can be
Tasting the fruit come to the Liberty Tree

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“Frankfurt gegen Rassismus” 26.01.2015 um 18.00 Uhr Römerberg – Frankfurt am Main


Ünernahme des folgenden Aufruf per paste and copy auf meinen Blog mit freundlicher Genehmigung von Jan Pasternack aus dem Team.

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Frankfurt2gegenRassismus26.Jan2015Foto Copyright © Team Frankfurter Aufruf/Impressum

Wir haben Tage erlebt, die Europa erschüttert haben. In Frankreich wurden Menschen ermordet,  weil sie Karikaturen zeichneten, weil sie für Meinungsfreiheit und Menschenrechte eintraten, weil sie Menschen schützten und weil sie Juden waren – 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz. Wir trauern um die Opfer.

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren weltweit noch nie so viele Menschen auf der Flucht. Gerade Muslime, Juden und Christen sind Opfer von Gewalt und Vertreibung. Dies droht europäische Gesellschaften zu spalten.

Menschen fliehen nach Europa vor Krieg und politischer, religiöser oder ethnischer Verfolgung, vor Hunger und bitterer Armut, vor Umweltzerstörung und vor brutalen Menschenrechtsverletzungen in ihrer Heimat. Asylrecht ist ein wichtiges und aus geschichtlichen Gründen in der Verfassung verankertes Grundrecht. Angriffe auf Grundrechte unterschreiten die Standards, nach denen wir leben wollen. Allzu oft in unserer Geschichte, als Menschen ausgegrenzt und verfolgt wurden, haben zu viele zu lange nur zugeschaut. Eine menschenwürdige Gesellschaft wird aber nur entstehen und Bestand haben, wenn ihre Mitglieder bereit sind, sie gleichberechtigt zu entwickeln und zu verteidigen.

Rassismus hat in Frankfurt keinen Platz.

Wer gegen Sozialabbau, zu niedrige Löhne oder die politischen Verhältnisse demonstrieren will, der soll dies tun. Wer aber gegen Menschen, wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft demonstriert, hat kein Verständnis verdient. Seine Wut gegen die vermeintlich Schwächsten einer Gesellschaft zu richten ist beschämend. Wir stehen an der Seite derer, die diesen haltlosen und dumpfen Angriffen ausgesetzt sind. Wer bei uns Zuflucht sucht, ist in Frankfurt willkommen!

Wir verurteilen jede Gewalt, die im Namen welcher Religion auch immer über Menschen ausgeübt wird. Keine Religion rechtfertigt das Verletzen oder Töten von Menschen. Ebenso haben wir kein Verständnis für antisemitische, antiislamische oder christenfeindliche Hetztiraden. Rassismus hat in unserer Stadt Frankfurt und in Deutschland keinen Platz.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Wir bekennen uns zu den in der Verfassung festgehaltenen Grundrechten, die unabhängig von Geschlecht, Religion und Herkunft für alle Menschen gelten: vor allem zu dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie zur Presse-, Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Wir bejahen ausdrücklich die Diversität der Menschen in unserer Stadt und wollen die daraus entstehenden Konflikte im Rahmen der Rechtstaatlichkeit gemeinsam lösen.

Den Aufruf herunterladen [PDF] 

Den Aufruf unterzeichnen

 

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„Mein Arzt meinte, ich sei noch nicht krank genug“ (akt 3)


Wenn man so etwas hört kann man sich nur an den Kopf greifen und sich innerlich oder auch den Arzt fragen ” Gehts eigentlich noch? Wie dreckig muß es mir denn noch gehen damit sie mich behandeln”

Den folgenden Beitrag der auf der Seite des Magazin.hiv der DAH abgedruckt ist durfte ich mit freundlicher Genehmigung der Autorin Christina Laußmann DAH per Paste and Copy auf meinen Blog übernehmen.

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 “Ein ewiges Hin und her”

 Aus Angst vor Regressforderungen der Krankenkassen scheuen sich Ärzte, chronisch Hepatitis-C-Infizierten die neuen, sehr effektiven, aber enorm teuren Medikamente zu verschreiben. Andreas Bemeleit hat das erlebt – und ließ nicht locker.

Herr Bemeleit, Sie sind Bluter und wurden vor rund 30 Jahren durch Blutprodukte mit HIV und Hepatitis C infiziert. Wann haben Sie von den Infektionen erfahren?

Das war Mitte der Achtzigerjahre. Hepatitis C kannte man zu der Zeit noch nicht. Mein Arzt sagte mir damals, ich hätte eine Hepatitis non-A/non-B. Daraus haben sich zu dem Zeitpunkt aber keine Konsequenzen ergeben. Ich hatte die Hepatitis dann irgendwann total ausgeblendet – wegen der HIV-Infektion. Das war ja damals eigentlich das Bedrohliche.

Wann wurde die Hepatitis-Infektion Thema?

Das wurde erst in den Neunzigern zum Thema, als wir die HIV-Infektion in den Griff bekommen haben. Zu dem Zeitpunkt gab es aber noch keine geeigneten Therapien, und meine Leber-Werte waren relativ gut. Vor gut zwei Jahren sind die ersten Beschwerden aufgetreten, dann kam der starke Wunsch auf, die Hepatitis zu behandeln – auch vor dem Hintergrund, dass es jetzt wesentlich bessere Medikamente gibt.

„Mein Arzt meinte, ich sei noch nicht krank genug“

Was ist seitdem passiert?

Ich habe zwei verschiedene Genotypen einer Hepatitis C, das macht die Behandlung sehr kompliziert. Seit zwei Jahren gehe ich regelmäßig mit Fachberichten über neue Hepatitis-Medikamente zu meinem Internisten, der auch meine HIV-Infektion behandelt. Er sagte aber jedes Mal, diese Medikamente würden nicht passen, die seien nicht das Richtige für mich. Diesen Sommer kam Daclatasvir auf den Markt. Ich habe einiges darüber gelesen und hatte dann die Vermutung, dass es in der Kombination mit Sofosbuvir, das auch erst seit diesem Jahr zugelassen ist, auf meine Hepatitis C passen könnte.

Sieht Ihr Arzt das auch so?

Ich habe ihn dann gefragt: Ist das nun das Richtige für mich? Woraufhin er sagte, dass es genau die Medikamente sind, die ich bräuchte. Verschreiben wollte er sie mir aber nicht. Er meinte, ich sei noch nicht krank genug, denn die neuen Medikamente seien sehr teuer, und er habe Angst, dass er von der Krankenkasse in Regress genommen werden könnte.

Wie haben Sie da reagiert?

Ich war wie vor den Kopf gestoßen, sah aber keine Möglichkeit, einzuschreiten. Ich hatte außerdem noch das Ergebnis meiner letzten Leberuntersuchung im Kopf. Damals, vor einem Jahr, ergab der Fibroscan noch einen Wert von 5,3. Damit kann man sich noch beruhigt zurücklehnen und eine Therapie abwarten.

„Er redete von Regress und den wirtschaftlichen Folgen für seine Praxis“

Sie sagten doch aber, die HCV-Infektion mache Ihnen mittlerweile Beschwerden.

Seit ungefähr einem Jahr geht es mir wesentlich schlechter. In den Muskeln und Gelenken habe ich sehr starke Schmerzen. Ich habe eine Schmerztherapeutin aufgesucht und mir starke Betäubungsmittel verschreiben lassen. Seitdem bin ich dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen. Vor drei Wochen bin ich noch mal zu meinem Internisten gegangen und habe ihm gesagt, dass ich diese Medikamente jetzt brauche, und ihn gefragt, ob er mir die Therapie jetzt verordnen kann. Er redete aber wieder von Regress und den wirtschaftlichen Folgen für seine Praxis und davon, dass er sich in letzter Zeit mehr mit Juristerei beschäftigen würde als mit Medizin – ein ewiges Hin und Her!

Ihre Schmerzen waren kein Argument?

Nein, und das, obwohl mir mein Arzt bestätigt, dass diese Schmerzen von der Hepatitis kommen.

Käme denn eine Interferontherapie für Sie infrage?

Mein Arzt hat mir mehrmals Interferon angeboten, aber wegen der starken Nebenwirkungen habe ich diese Therapie abgelehnt. Zu diesen gehören unter anderem Depressionen; damit bin ich bereits vorbelastet. Außerdem lag die Heilungschance gerade mal bei 40 Prozent, bei einer Behandlungsdauer von einem Jahr. Ich hatte darüber auch mit meinem Hämatologen gesprochen. Er meinte, er würde mir Interferon auf keinen Fall verschreiben, weil ich die Therapie nicht durchstehen würde.

Warum sind Sie wegen der Hepatitis nicht zu einem anderen Arzt gegangen?

Ich wohne in der Nähe von Hamburg. Es gibt zwar eine große Auswahl von Ärzten, die im Bereich HCV und HIV tätig sind, aber ein großer Teil gehört zu der Praxisgemeinschaft meines Arztes. Und dann habe ich ja nicht nur die Hepatitis-C-Infektion und HIV, sondern auch noch die Bluterkrankheit. Es dauert immer sehr lange, bis ich einen Arzt gefunden habe, der diese drei Erkrankungen zusammenbringen kann. Es braucht viele Gespräche, um zueinander zu finden und Vertrauen aufzubauen.

Es geht noch teurer: ca. 700.000 Euro für Faktor VIII im letzten Jahr

Haben Sie anderes versucht?

Ich habe meine Krankenkasse angeschrieben und ihr meinen Fall geschildert. Sie hat mich dann angerufen und mir gesagt, dass mein Arzt mir die Medikamente verschreiben kann, wenn er die medizinische Notwendigkeit eindeutig begründet. Danach würden sie meinen Fall prüfen und gegebenenfalls bezahlen. Vor dieser Prüfung hat mein Arzt aber Angst, weil ein Veto meiner Krankasse für ihn die Insolvenz bedeuten würde.

Noch eine Sache finde ich hierbei wichtig: Meine drei chronischen Erkrankungen dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Die Muskel- und Gelenkschmerzen können auch von nicht sichtbaren Blutungen kommen. Bei so einem Verdacht muss ich mir zwingend den mir fehlenden Faktor VIII spritzen. Dieses Medikament ist wesentlich teurer als die neuen Hepatitis-C-Medikamente, die circa 1.000 Euro am Tag kosten, während für die Faktor-VIII-Spritzen auch mal mehr als 4.000 Euro am Tag anfallen. Mein Hämatologe sagte mir, dass meine Krankenkasse im letzten Jahr circa 700.000 Euro für den Faktor VIII bezahlen musste. Der Betriebswirt in mir sagt, dass die Therapie meiner Hepatitis C eine gute Investition für meine Krankenkasse ist.

Seit ein paar Tagen nehmen Sie nun aber die neuen, teuren Medikamente. Wie kam es dazu?

Meine Frau kam auf die Idee, noch mal meine Leberwerte messen zu lassen. Die 5,3 der letzten Messung ist ja nun schon ein Jahr alt. Ich bin also wieder zum Fibroscan, der diesmal einen Wert von 11,9 ergeben hat – das ist kurz vor der Zirrhose. Das war ein großer Schreck! Ich hätte nicht gedacht, dass sich innerhalb eines Jahres der Wert auf 11,9 verschlechtert.

„Ich gehe hier nicht ohne Rezept wieder raus!“

Und dann hat Ihnen Ihr Arzt die neuen Medikamente verschrieben?

Erst mal fing er schon wieder mit möglichen Regressforderungen an. Ich bin dann aber sehr deutlich und energisch geworden und habe gesagt, ich gehe hier nicht ohne Rezept wieder raus. Dann hat er mir widerstrebend das Rezept ausgestellt.

Ab welchem Wert wäre es Ihrem Arzt denn leichter gefallen, die Medikamente zu verschreiben?

Er sagte, bei einer Zirrhose könnte er mir die Medikamente verschreiben.

Was erwartet Sie in den nächsten Wochen – jetzt nach Beginn der Therapie?

In zwei Wochen ist Blutkontrolle, da wird gemessen, ob die Medikamente wirken und ob die Therapie weitergehen kann.

Wie sehen die Heilungschancen aus?

Die liegen bei mehr als 90 Prozent, bei einer Behandlungsdauer von drei Monaten. Das finde ich schon sehr beeindruckend.

Und wie geht es Ihnen mit Ihrer HIV-Infektion?

Nach vielen Umstellungen der Medikation habe ich jetzt eine Therapie, die wirksam ist und mit deren Nebenwirkungen ich mich arrangieren kann.

Herzlichen Dank für das Gespräch und alles Gute!

Gemeinsam mit seiner Frau hat Andreas Bemeleit im Jahr 2010 das Netzwerk Robin Blood gegründet, das sich für die Entschädigung der HIV- und HCV-Infizierten einsetzt, die in den 1980er-Jahren durch Blutprodukte infiziert wurden.

Die Autorin des Artikel Christina Laußmann hat Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft und Neuere deutsche Philologie an der Humboldt-Universität und Technischen Universität Berlin studiert. Seit 2013 arbeitet sie als Autorin und Lektorin bei der Deutschen AIDS-Hilfe.

Quelle: Blog.aidshilfe.de: Magazin.hiv “Ein ewiges Hin und Her

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Solche Ängste vor Regreß sind insofern begründet da es in der Vergangenheit vorgekommen ist:

“Unter Regress versteht man im Kassenarztwesen eine Strafzahlung, die dann von einer Prüfungskommission angeordnet werden kann, wenn ein Arzt -im Vergleich zum Fachgruppendurchschnitt- das durch Festlegung sog. Richtgrößen berechnete Arznei-, Hilfs- oder Heilmittelbudget signifikant überschritten hat.”

Dies führt – kann dazu führen das Ärzte wie oben genannt aus Angst vor Regreßforderungen ein bestimmtes Medikament nicht verordnen. Und PENG schon sehen sich Ärzte “im Vergleich zum Fachgruppendurchschnitt- das durch Festlegung sog. Richtgrößen berechnete Arznei-, Hilfs- oder Heilmittelbudget <-> sein Budget signifikant überschritten werden würde. Soviel zum Thema “Der Schwachsinn hat Methode.”

Das in dem Fall von Sovaldi vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

“dem Wirkstoff Sofosbuvir zur Behandlung von Patienten mit
chronischer Hepatitis C – Virusinfektion (HCV) am 17. Juli. 2014 in Berlin im Rahmen der Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen ein beträchtlicher
Zusatznutzen”

attestiert wurde, ist in der Pressemitteilung 32/2014 festgestellt worden. Siehe auch Webseite des GBA

* * *

Da es keinen wie auch immer gearteten unüberhörbaren, unmißverständlichen Druck auf Ärzte wie auch auf die Krankenkassen und vor allen Dingen auf die Politik seitens einer Organisation oder Gruppe gibt Menschen mit einer HEP C mit den neuen Medikamenten zu behandeln, bleibt dem Einzelnen nur übrig sich selbst zu wehren und für seine Behandlung mit den neuen HEP C Medikamenten “Sovaldi“, “Harvoni“, “Daclatasvir” zu kämpfen.

Für Viele ist ein solcher Kampf zusätzlicher Streß den Niemand braucht. Solange jedoch in der Politik und vor allen Dingen den Krankenkassen die entsprechenden Entscheidungsträger mit einer solchen Kurzsichtigkeit, einem solchen kaufmännischen Denken das einzig und alleine auf Profit ausgerichtet ist das Sagen haben bleibt einem nichts anderes übrige als die ensprechenden Geschütze aufzufahren.

Das Lieblingswort der Politiker “Nachhaltigkeit” wird was die Wirtschaftlichkeit im Kontext der Kosten für die Gesundheit die von dem einzelenen Bürger = der Gesellschaft aufzubringen sind wird bei der jetzigen Haltung ad absurdum geführt.

Zitat Andreas Bemeleit”

Der Betriebswirt in mir sagt, dass die Therapie meiner Hepatitis C eine gute Investition für meine Krankenkasse ist.

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EU-Kommission erteilt Marktzulassung für Harvoni®▼ (Ledipasvir/Sofosbuvir) von Gilead: Erstes Therapieschema mit Einzeltablette zur Behandlung der meisten Patienten mit chronischer Hepatitis C der Genotypen 1 und 4

Gilead Sciences, Inc. (NASDAQ: GILD), hat heute bekannt gegeben, dass es von der Europäischen Kommission die Zulassung für Harvoni® (Ledipasvir 90 mg / Sofosbuvir 400 mg) erhalten hat. Dabei handelt es sich um das erste Therapieschema mit einmal täglich einzunehmender Einzeltablette für die meisten erwachsenen Patienten mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion der Genotypen 1 und 4. Harvoni ist ein Kombipräparat aus dem NS5A-Hemmer Ledipasvir (LDV) und dem nukleotidanalogen Polymerasehemmer Sofosbuvir (SOF), das von der EU-Kommission im Januar 2014 unter dem Markennamen Sovaldi® zugelassen wurde. Quelle: Finanztreff.de.

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Update Ledipasvir/Sofosbuvir (Harvoni®) in Europa zugelassen

Die Fixkombination ist zugelassen für die Genotypen 1 und 4 sowie für Genotyp 3 nach Vortherapie bzw. bei Leberzirrhose.

Das Unternehmen Gilead Sciences, hat bekannt gegeben, dass es von der Europäischen Kommission die Zulassung für Harvoni® (Ledipasvir 90 mg / Sofosbuvir 400 mg) erhalten hat.

Harvoni® ist als Monotherapie zugelassen für erwachsene Patienten mit chronischer Hepatitis C vom Genotyp 1 oder 4, die keine oder eine kompensierte Leberzirrhose haben. Es kann sowohl bei therapienaiven als auch bei bereits vorbehandelten Patienten zum Einsatz kommen. Der Therapiezeitraum läuft über acht bis 24 Wochen.
Quelle: HIV&MORE

Zitat Siegfried Schwarze:

Damit sind nun alle Formen der Hepatitis C in 8-24 Wochen bei fast 100% der Patienten heilbar. Nun wird es spannend, welchen Preis Gilead dafür aufruft…

Zitat

Harvoni 22260,88 Apothekenabgabepreis für die Behandlung von 28 Tage. Je nach Genotyp/Krankheitsstadium reichen 8-24 Wochen. #Schnäppchen

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Update 21. November 2014

Soviel Engagement würde ich mir seitens unserer “PoliTicker” auch wünschen . . .

France threatened to tax hepatitis C drugmakers if they insisted on charging nosebleed prices. Apparently, the arm-twisting worked: The French government says it has cut a deal with Gilead Sciences ($GILD) to get Sovaldi at the lowest price in Europe.

Plus, the price goes down if volume hits certain targets. And if treatment doesn’t work, France will get money back. In return, France agreed to fund hep C drugs at 100%–no copays to scare patients away.

The quoted price per box of Gilead’s hep C wonder drug will be €13,667 in France, the government’s Health Ministry said Thursday. That’s €5,000 less than its original price in the country. And it puts a 12-week course of treatment at €41,000, or about $51,000.

Quelle: fiercepharma.com: France strikes big hep C treatment deal for Gilead’s Sovaldi

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Update 14. Januar 2015

New Hepatitis C Drugs Coming in 2015

The scope of chronic Hepatitis C infection seems to be getting the pharmaceutical attention needed to eventually reduce this infectious disease’s burden. Based on the combinations of drugs currently in clinical development, we expect big advances for Hepatitis C treatment in 2015. Mehr dazu und Quelle hier

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Paulskirche Frankfurt WAT 2014 – Das Ende der Toleranz


So lautet das diesjährige Motto des WAT der AH Frankfurt zu dem sich verschiedene RednerInnen äußern werden.

König1Foto Copyright © RalfKönig/AHFrankfurt

Zitat AH Frankfurt:

Bei der traditionellen Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag in der Paulskirche thematisieren wir das gesellschaftliche Rollback: Neuer Rechtspopulismus in Europa, eine in manchen Bereichen spürbare Hinwendung zu traditionellen Moralvorstellungen bis in die Gesetzgebung – diese Entwicklung ist nicht ohne Auswirkung für die Arbeit der AIDS-Hilfe Frankfurt. AIDS-Prävention und Begleitung von HIV-Infizierten sind von gesellschaftlicher Offenheit abhängig. HIV-/AIDS-Betroffene bedürfen gesellschaftlicher Akzeptanz. In der Paulskirche werden hochkarätige Redner die „neue Prüderie“, ihre Formen und Wirkungen diskutieren:

  • Der bekannte Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier ist u.a. Autor eines Zeitungsartikels mit dem Titel „Das Ende der Toleranz“, zum medialen Diskurs über Homosexualität.
  • Der Frankfurter Psychoanalytiker Herbert Gschwind wird zur „Rückkehr der Scham“ im therapeutischen Kontext sprechen.
  • Die Berliner Rechtsanwältin Margarete von Galen hat sich in der Debatte um die Veränderungen beim Prostitutionsgesetz gegen eine neue Kriminalisierung der Prostitution eingesetzt.
  • Für die AIDS-Hilfe Frankfurt spricht unser Vorstandsmitglied Christian Setzepfandt.
  • Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig spricht das Grußwort der Stadt Frankfurt.

Musik: Duo „memosa“, Berlin
Montag, 1. Dezember 2014, 18:00 Uhr in der Paulskirche, Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt a.M

Quelle und mehr zu dieser Veranstaltung: AH Frankfurt – Veranstaltung in der Paulskirche

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Die Planungen für die Veranstaltungen des alljährlichen WAT  der AH Frankfurt beginnen jedes Jahr schon recht früh.

Wie es der Zufall will startet mit dem Datum von heute Samstag den 16. November die “ARD-Toleranzwoche” . Den Anfang macht der Hessische Rundfunk mit dem Beitrag:

Der Tanz um die Toleranz

Samstag, 15. November 2014, 16:30 Uhr – Programmplatz “Horizonte” Der Tanz um die Toleranz

Es gibt im Alltag kaum eine Situation, die nicht unsere Toleranz erfordert. Der Tag könnte so schön beginnen, wenn nicht der Nachbar laut auf dem Balkon telefonieren würde. Ist sich das knutschende schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wie viel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?  Quelle: HR-online.de – Der Tanz um die Toleranz – Moderation Meinhard Schmidt-Degenhard

Ich seh ihn vor meinem geistigen Auge den Herrn Moderator und sein inneres Bild von sich windenden und sich zusammenkrümmenden U-Bahnfahrenden Bürgerinnen und Bürger ob der Ansichtigkeit sich zwei küssender Männer, derweil das von Ihnen mit wohlwollender Gefälligkeit betrachtete Hetenpaar sich küsst als gäb s kein Morgen mehr.
Sein G´tt (nach seinem Verständnis) hat Humor sagt er der Moderator.

Als G´tt den Humor verteilte war der Herr Moderator irgendwo aber nicht anwesend . . . Das pikante an dieser Sendung  ist der Sendeplatz “Horizonte“. Der so scheint mir doch recht eng und begrenzt zu sein.

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Zu der Themenwoche hat die ARD Plakate erstellten lassen, die auf heftige Kritik gestoßen sind. Leider gibt es auf der Webseite der ARD keine dieser Plakte deshalb verlinke ich zu der Zeitung “Die Welt” die diese Plakate abgeildet haben und einen entsprechenden Artikel über diese “Plakataktion – Themanwoche verfaßt hat.

“ARD-Toleranzkampagne geht mächtig nach hinten los”

Quelle: Welt.de:

Dazu die Stellungnahme von Dr. Hans-Martin Schmidt, verantwortlicher Koordinator der ARD-Themenwoche Toleranz:

„Die Kritik nehmen wir selbstverständlich ernst. Wir haben mit den Plakaten anscheinend einen Nerv getroffen.

An den Aussagen auf den Plakaten soll sich der Betrachter reiben. Intolerantes Verhalten wird oft von Äußerlichkeiten und Vorurteilen geprägt. Genau damit spielt die Kampagne. Wir wollen zur intensiven Diskussion anregen und zum Nachdenken über eigene Haltungen und Vorurteile. Eine gewisse Provokation haben wir dabei in Kauf genommen, jedoch sollte sich niemand persönlich verletzt fühlen.

und weiter heißt es:

Bereits im Vorfeld hatten wir zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter der gesellschaftlich relevanten Gruppen eingeladen, um uns intensiv auszutauschen und Anregungen aufzunehmen. Quelle: br.de – Themenwoche Toleranz

Ich bin geneigt mein anderes halbes Königreich als Wetteinsatz einzusetzen das aus den “gesellschaftlich relevanten Gruppen”, i.e. aus den Reihen der LGBT Community keine EinzigerE dabei war.

Möglicherweise war nicht genügend Weihwasser vorhanden

* * *

Vielbunt – die queere Community aus Darmstadt hat den folgenden offenen Breif dazu geschrieben:

Themenwoche Toleranz – Offener Brief an den Hessischen Rundfunk

Unter anderem heißt es da:

Quote:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Webseite kündigen Sie anlässlich der ARD Themenwoche Toleranz die Sendung Horizonte mit dem Titel „Der Tanz um die Toleranz“ an. Der zugehörige Text stellt die Frage „Was müssen wir uns gefallen lassen – was nicht?“ und bezieht sich gleich im Anschluss auch auf Schwule: „Ist sich das knutschende schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wie viel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?“. Weiter heißt es: „Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt.“

Wir stellen fest, dass dieser Text verletzend ist und sich auf unverschämte Art einer diskriminierten Minderheit bedient, statt sich fachlich mit Toleranz zu beschäftigen. Das „knutschende schwule Paar“ muss sich nicht bewusst machen, wie viel Toleranz es Mitreisenden abverlangt, da das Geschlecht bei einem öffentlichen Kuss keine Frage der Toleranz ist. Wer einen Unterschied macht zwischen einem heterosexuellen und einem homosexuellen Paar das sich küsst, hat kein Problem mit Toleranz, sondern ist schlicht homophob. Schwule und Lesben die ihr Beziehungs- und Sozialverhalten genauso selbstverständlich und offen leben wie Heterosexuelle, sind kein Angriff auf die sogenannte „Mehrheit“.

Wir fragen uns ernstlich, welche Ihrer Überzeugungen, Werte und Lebensmodelle beeinträchtigt sein könnten, wenn alle Menschen die gleichen Rechte haben.

Unquote:

Quelle und den vollen Wortlaut -> Offener Brief an den Hessischen Rundfunk zur ARD Themenwoche Toleranz

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 endedertoleranz2Foto Copyright © RalfKönig/AHFrankfurt

Das hätten sie wohl gerne, die Sarrazins, Storchs, Matusseks, Pirinccis, Lewitscharoffs und wie sie alle heißen . . . #Knallchargen

Wir werden Euch zeigen wo Bartel den Most holt

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