AIDS Hilfe Darmstadt . . . „und wir wollen auch nicht“ (akt 3)


Aus dem Jahresbericht 2008/2009 der AIDS Hilfe Darmstadt der zur Mitgliederversammlung Anfang November 2010 vorgelegt wurde:

Die AHD repräsentiert im System des örtlich/regionalen Gesundheitswesen eine spezifische professionelle Qualifikation. Als Anlaufstelle der Gesamtregion hält die Beratungsstelle ein ganzheitliches Angebot vor, dessen flexibler leistungskatalog auf die Lebens und Problemerfahrungen der Zielgruppen, die in besonderer Weise von HIV/AIDS betroffen oder bedroht sind, kontextuell reagiert:

Zielgruppen: u.a. Menschen mit HIV und AIDS. Im Laufe der Jahre verschlechtern sich der Gesundheitsstatus und häufig auch die Lebensbedingungen. Quelle: Jahresbericht 2008/2009 AH Darmstadt

Besuch der AHD am 14/12/2010

AHD: Ich hab mich schon gewundert das Du angerufen hast

Warum?

AHD: Na Du bist ja unser schärfster Kritiker.

Stimmt. Für mich sind das aber zwei Ebenen. Das eine ist die Kritik an der Sache. Die andere Ebene und der Grund warum ich bei Euch angerufen habe ist, das ich Eure Hilfe benötige weil ich körperlich nicht mehr in der Lage bin bestimmte Aspekte meines Alltages alleine zu bewältigen. Zudem bin ich wenn ich mich nicht täusche Mitglied bei der AHD was ja eine der Voraussetzungen war um diese „behindertengerechte Wohnung“ in der ich lebe, einziehen zu können da ihr ja Gesellschafter der NWH seid und Euch zwei Wohungen in diesem Wohnkomplex zustehen. Durch Euch und mit Unterstützung eines Eurer früheren Mitarbeiters habe ich 1996 diese Wohung bekommen.

Gerade die Arbeit mit Menschen in prekären, oft desolaten sozialen Situationen zeigt die zentrale Bedeutung des Rechts in der sozialen Fallarbeit, ebenso wie sie solide Kenntnis sozialer Sicherungssystem und ein besonderes Maß an Rechtsanwendungskompetenz erfordert. Die Frage nach den Voraussetzungen einer gesundheitsfördernden Lebensführung verweist auf die ungleiche Verteilung von Gesundheitschancen. Statistisch untersucht ist der Bedeutungszusammenhang zwischen den sozialstrukturellen Merkmalen

. . .  geringes Einkommen, besondere Belastung und einer überdurchschnittlichen Betroffenheit von Krankheit. Quelle: Jahresbericht 2008/2009 AH Darmstadt

AHD: Auf die Kritik möchte ich auch nicht eingehen . . .

Eben, darum geht es ja auch nicht. Zusätzlich zu meinem Muskelschwund in beiden Beinen, habe ich seit Anfang des Jahres eine Polyneuropathie in beiden Füßen. Letzte Woche – Mittwoch 8/12/2010 (Mein Hausarzt kam am Mittag des gleichen Tages und hat mir eine Spritze gegeben, die 2. Spritze habe ich mir n seiner Praxis am Freitag 9/12/2010 geben lassen )- hatte ich eine Ischiasattacke als Folge eines Bandscheibenschadens (OP in 2005) die mich für n paar Tage völlig ausser Gefecht gesetzt hat. Treppensteigen geht gar nicht mehr. Ich komm noch nicht mal ne Stufe hoch. Ich kann zur Zeit weder in ne Strassenbahn noch in einen Bus einssteigen. Das Muskelaufbautraining von der KK muß ich im Moment solange ruhen lassen, bis die Entzündung des Ischiasnerv abgeklungen ist. Ich würde gerne Euer Angebot in Anspruch nehmen, ich brauche Eure Hilfe. Das ist der Grund gewesen warum ich Dich am Freitag 9/12/2010 angerufen habe. Konkret heißt das, das ich Hilfe beim Einkaufen benötige da ich dies alleine nicht mehr bewältigen kann. Stock in der einen Hand, Rucksack auf der Schulter, dazu bei diesem Wetter, ich schaff das einfach nicht mehr.

AHD: Ja ich sehe wie es Dir geht. Wohnung sauber machen ist dann ja auch n Problem . . .

Es geht halt so. Ich laß mir viel Zeit, mache langsam, mach immer wieder Pausen. Wenn ich in die Hocke gehen würde . . . alleine komme ich nicht mehr hoch.

AHD: Einen Fahrdienst haben wir nicht. Und ehrenamtliche Mitarbeiter wie sie u.a. im Regenbogendienst der AH Frankfurt tätig sind haben wir nicht. Wir haben das Angebot des betreuten Wohnens. Und da sind wir zur Zeit völlig ausgelastet. Im Moment haben wir 2 Leute auf der Warteliste.

Betreutes Wohnen in dem Sinn wie es verstanden wird benötige ich auch nicht. Ich bin nach wie vor autonom und bin in der Lage meinen Alltag, mein Leben bis auf die Versorgung bzw Beschaffung von/mit Lebensmittel zu bewältigen. Der Gang zu meinem Arzt nach Frankfurt, das ist alles kein Problem. Da fahre ich mit der S-Bahn nach Frankfurt. Das funktioniert deshalb weil die Niederflurwagen und das Einsteigen alles auf einer Ebene ist. Ich nehme mir halt Zeit. Wenn es mir mal so geht wie Ilona, ok das ist was anderes. Ilona habt ihr ja begleitet weil sie es alleine nicht mehr packte. Ich weiß was ihr für sie getan habt und schätze das sehr. Soweit ist es aber bei mir nicht. Es geht „nur“ um das Einkaufen. Ich würde auch gerne die Tafel hier in Darmstadt in Anspruch nehmen. Aber das kann ich mir abschminken. Tüten tragen, mit Stock in ne Strassenbahn hier in Darmstadt einsteigen,das ist mir auf Grund meines körperlichen Gesundheitszustandes nicht möglich. Ich bin seit 10 Jahren vom Vormundschaftsgericht eingesetzter Betreuer meiner Eltern. Ich weiß wovon ich rede. Ich hab nix am Kopp sondern nur den Virus. Und der macht mir halt körperlich zu schaffen, schränkt mich ein sodaß ich auf Hilfe angewiesen bin, Eure Hilfe gerne in Anspruch nehmen würde.

Der Umfang der Leistungserbringung ist orientiert am individuellen Hilfebedarf, die Planung der Hilfen erfolgt in kontinuierlicher Absimmug zwischen den Betreuenden und der leistungsberechtiten Person.

Ziel des Betreuten Wohnen: . . . Entwicklung eines konstruktiven Problemlösungsvehaltens, Steigerung der Lebensqualität . . .

Insgesamt nahmen 2009 17 Frauen und Männer mit fortgeschrittener HIV – Infektion der Stadt Darmstadt, Landkreis Darmstadt – Dieburg, Landkreis Bergstr und Landkreis Groß Gerau das Angebot des Betreuten Wohnens in Anspruch.

  • KlientenInnen gesamt: 17
  • kontinuierliche Betreuungsverhältnisse: 13
  • Neuanmeldung: 2
  • beendete Betreuungsvehältnisse: 2

Das Team: Für die Bewältigung des Aufgabenspektrums der beruflichen Arbeit in den Segmenten Beratung, Betreuung und Prävention standen 3 Stellen mit einem Gesamtvolumen von 2,50 zur Verfügung.

Unverändert ebenfalls die 3/4 Stelle im Bereich Verwaltung/Sekretariat (die auf 1/2 Stelle gekürzt werden soll).

Verdienstvoll und unverzichtbar der verbindliche Einsatz des „harten Kerns“ der nun wieder 9 ehrenamtlich, vor allem in den Bereichen kreativer Öffetnlichkeitsarbeit, aktiv Mitwirkenden.

Quelle: Jahresbericht 2008/2009 AH Darmstadt

AHD: Ich hab dir hier mal was von

  • dem betreuten Wohnen
  • dem gemeindepsychiatrischen zentrum – betreutes wohnen
  • diakonischen werk – wohnungslosenhilfe/obdachlosenheim
  • und der Caritas Frankfurt

kopiert. Die haben ein spezielles Angebot für HIV Positive. Vielleicht können die Dir weiterhelfen. Wir können es nicht . . . . und wir wollen es auch nicht (mit Dir).

Aha . . .

AHD: Ich finde das schon fair Dir das so offen zu sagen

*

Nota Bene

In den 14 Jahren die ich in Darmstadt lebe habe ich die AHD 2 mal (in Worten ZWEI) öffentlich wahrgenommen. Das erste Mal war vor ca 12 Jahren zum Welt AIDS Tag, das 2. mal vor einigen Jahren anläßlich Ihres Jubiläums der mit einer feierlichen Ansprache im Carree und einem SektUmtrunk „Stößchen, Stößchen, Prösterchen“celebriert wurde. Als ich die AHD 1995 kennenlernte war sie in 2 kleinen Räumen untergebracht. 1996 fand der Umzug größere Räumlichkeiten in die Saalbaustr statt. Ihr fachliches wie auch personelles Angebot machte diesen Umzug notwendig und entsprach dem einer AIDS Hilfe für eine Region wie oben angegeben. Auf Grund von Differenzen wie auch der Abbau von Angeboten (das Positive Frühstück wie auch die „Knastarbeit“ in der JVA Eberstadt und der JVA Weiterstadt wurden völlig eingestellt,) wanderte ein Teil der Klienten ab und nahm in den folgenden Jahren die Angebote die AIDS Hilfe Frankfurt und AIDS Hilfe Offenbach in Anspruch, was nicht nur einen Personalabbau sondern auch einen Umzug in eine kleinere Räumlichkeit nach sich zog.

Jeder Mensch und jede Instituition insbesondere eine AIDS Hilfe die aus der Selbsthilfe heraus entstanden ist muß mit Kritik leben. Sie sollte sie aushalten können und sollte in der Lage sein sich ihr zu stellen. Zumindest sollte sie deren Anliegen ernst nehmen. Dazu ist die AH Darmstadt bis heute nicht in der Lage.

*

Update:

  • 15/12/2010 tel Kontakt zu diakonischen Werk – WohnungslosenHilfe aufgenommen. „Ei wenn sie kaa Wohnung habe, dann kommse halt vorbei“.
  • 15/12/2010 tel. Kontakt zu Caritas Frankfurt aufgenommen. „Wo wohnen Sie`In Dstadt? Und da rufen sie in Frankfurt an?“ Nachdem ich der Dame gesagt habe um was es geht – was geschah, versprach sie mir sich zu informieren und mich vom Ergebnis ihrer Recherche in Kenntnis zu setzen.
  • 16/12/2010 tel Kontakt zu dem Betreuten Wohnen – Sozialstation aufgenommen. Die Mitarbeiterin wird meine Fall ihrer Vorgesetzten vorgetragen und mich entsprechend informieren. Generell ist es eine hauswirtschaftliche Hile möglich, allerdings bedarf es dazu eines Kostenträgers. Sie riet mir einen auf hauswirtschaftliche Versorgung beim Amt für Grundsicherung zu stellen oder versuchen das mein Hausarzt eine „ärztliche Verordnung zur wirtschaftliche Versorgung“ ausstellt. Dadurch würde dann der behördliche bürokratische Prozeß entfallen, die Sozialstation könnte dann sofort aktiv werden, da diese Verordnung die Kosten für die wirtschaftliche Versorgung – Hilfe beim Einkaufen sicher stellen würde.

*

Update 20.12.2010

Das professionelle Fazit unterstreicht das Recht aller Betroffenen auf uneingeschränkte Information und respektiert die selbstbestimmte verantwortliche Entscheidung, sofern diese orientiert ist an ethische Anforderungen wie Kompetenz, Akzeptanz und Solidarität.

Unbedingter Bestandteil des beruflichen Selbstverständnisses sind die qualifizierte Begleitung fachlicher Entswicklungsprozesse durch regelmäßige externe Supervision und die kollegiale Fallberatung im MitarbeiterInnen-Team. Fort und Weiterbildung zu gegenstandsbezogener oder angrenzender Thematik bleibt verbindlich:

Kategorien der Beratung

Sozialrechtliche Beratung und praktische Begleitung im Umgang mit Behörden . . usw usf.

Zum Thema kollegiale Fallberatung: Mit dem wolle mer niix zu tun habbe

Fort – und Weiterbildung zu gegenstnadbezogener oder angrenzender Thematik bleibt verbindlich: Der Besucher der AHD drückte mir mit dem Ausdruck aufrichtigen Bedauerns und als Zeichen ihres guten Willens und MItgefühls Kopien von Informationsschriften einiger  Hilfsorganisationen mit den Worten „Die Caritas in Frankfurt kennt vielleicht jemand in Darmstadt der Dir in dieser akuten Situation zur Seite stehen könnte“ in die Hand, verabschiedete sich und zog mit Leichenbittermiene von dannen.

Ein kurzer Anruf beim Regenbogendienst, „Betreutes Wohnen“ der AIDS Hilfe Frankfurt – glaubt man dem Jahresbericht der AHDarmstadt so liegt der Schwerpunkt der Arbeit der AHD im Bereich „Betreutes Wohnen“ – genügte um die folgende Information zu erhalten.

Eine Ärztliche Bescheinigung über die Notwendgkeit von Haushaltshilfe ausgefüllt vom Hausarzt stellt die Versorgung -Einkauf/Hilfe im Haushalt – in einem akuten Fall wie dem geschilderten für mind 6 Wochen sicher.

Soviel zu dem Thema qualifizierte Begleitung und Fort und Weiterbildung der 2,5 Mitarbeiterstellen der AHD.

Soviel realitätsfernes, abgehobenes schwülstiges Geschreibsel wie der Jahresbericht 2008/2009 der AHD enthält, ist nur schwer zu ertragen, von Verdauen ganz  zu schweigen.

* * *

Quelle: Journalistisch SchreibenStudiengang Online-Journalismus, Hochschule Darmstadt, Campus Dieburg

Die Aidshilfe Darmstadt am Weltaidstag 2004 – „Was ham` dann Sie da für Pröbscher?“

„Wir sind eingeladen worden unseren Stand am Weltaidstag im Hause aufzustellen. Sonst würden wir draußen stehen und irgendwann wegen der Kälte abbauen“,

berichtet Uschi Linn, die Geschäftsführerin der AIDS Hilef Darmstadt. Sie arbeitet schon seit 10 Jahren bei der Aidshilfe Darmstadt und ist von Beruf Soziologin und Sozialarbeiterin.

Mein pers. Kommentar.

Ja es kann in der Tat sehr unangenehm sein zum Welt AIDS Tag „uff die Gass“ zu gehen und Passanten um Ünterstützung für die Arbeit der AIDS Hilfe zu bitten. Insbesondere wenn die Temperaturen kalt, der Wind eisig und „mer an Händ un Fieß friere dut“  Das kann schon mal passieren, alldieweil der WAT immer auf den 1. Dezember fällt.

Uschi Linn, Geschäftsführerin der AIDS Hilfe Darmstadt:

„Wissen Sie, ich bewerte die Aktion nicht über. Der Standort ist gut für uns, weil wir nicht frieren müssen. Er ist aber nicht besser und nicht schlechter wie jeder andere. Es ist gut, dass wir etwas zu verschenken haben, aber was die Leute außer einem Kondom mitnehmen, kann ich nicht ermessen. Vielleicht guckt der ein oder die andere die Nachrichten heute Abend etwas anders an. Die meisten wussten aber z.B. gar nicht, dass heute Weltaidstag ist, obwohl es gestern ganz oft in den Medien kam. Betroffene erreiche ich auf die Art und Weise überhaupt nicht.

Mein pers. Kommentar:

Nicht die Betroffenen sollen erreicht werden sondern die Öffentlichkeit soll auf die Situation von Betroffenen aufmerksamen gemacht werden, die Öffentlichkeit soll für das Thema „HIV und und AIDS im Kontext zu Prävention und Aufklärung“ sensibilisiert werden. Aber gut ich bin weder ein „Professioneller“ geschweigen den „Soziologe oder Sozialarbeiter“ der sich seit Jahren beruflich mit dem Thema „HIV/AIDS“ auseinandersetzt, verpflichtet fühlt.

Dazu, Andrea Gorniak, die diese Reportage im Rahmen ihrer Ausbildung – Studiengang Onlinejournalismus der FH Darmstadt, Textwerkstatt WS 2004/2005 verfaßt hat:

Interessant und nachdenkenswert ihre Überlegung, dass Aids hierzulande wirklich ein Randproblem ist und nur ganz bestimmte Risikogruppen davon betroffen sind. Es ist einfach nicht jeder davon betroffen. Sie (Uschi Linn) plädiert dafür, in der Arbeit zum Thema, auf dem Teppich der Realität zu bleiben.

*

. . . „auf dem Teppich zu bleiben“ .Möglicherweise wäre der Beruf einer Teppichverkäuferin oder Teppichweberin der Richtigere gewesen. Da gäbs weder kalte Füße noch kalte Hände, kein Heulen, Frieren und Zähneklappern nicht.

. . . wie´s anders geht . . .  Welt AIDS Tag 2010 Frankfurt/Main – „Taking it to the Streets . . . “

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7 Antworten zu AIDS Hilfe Darmstadt . . . „und wir wollen auch nicht“ (akt 3)

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  2. Bernd Aretz schreibt:

    zurück von einer Kurzreise, ein lieber Gruß aus der verschneiten Mozartstadt Offenbach.
    Naja, ein bißchen mehr Auskunft hätt es ja schon sein dürfen. Und die Philosophien der eigenständigen Vereine sind sehr unterschiedlich. Wie auch immer eine Ausrichtung eines Vereins imZusammenspiel zwischen Mitgliedern, Vorstand und Geschäftsstelle funktioniert.
    Konkret kann ich sagen, dass ich in Fragen der Versorgung immer schon der Meinung war, dass diese die breite Masse der Hilfsdienste auch bei HIV miterledigen sollte und tatsächlich auch tut. Auf dem Land gäbe es dazu noch nicht einmal eine Alternative. Und so, wie die Dinge liegen, bist Du außerhalb der Aidshilfe wahrscheinlich auch emotional besser aufgehoben. Energien für Auseinandersetzungen mit Strukturen, in denen man kaum etwas verändern kann, finde ich für mich immer zu freudlos vergeudet.
    Liebe Grüße
    Bernd

  3. alivenkickn schreibt:

    @ Bernd Aretz
    ich wußte gar nicht das es einen Zusammenhang zwischen Mozart und Offenbach gibt, ausgenommen natürlich das auch Offenbacher Mozart´s Musik lieben . . . ;).

    Ich stimme Dir zu, das ein gegen die Wand laufen in der Hoffnung eine Öffnung zu erwirken nicht nur ein aussichtloses, freudloses Unterfangen sondern auch eine Vergeudung von Energie ist.

    Es war ein Versuch aus einer Not-wendigkeit heraus.

    Lieben Gruß alivenkickn

  4. Bernd Aretz schreibt:

    Die Mozartstadt muss ich wohl erklären. Der Herr André, Komponist und Musikverleger in Offenbach, hat von Wolfgangs Witwe den Notennachlass des Verblichenen gekauft, von Herrn Senefelder aus München die Rechte am lithografischen Druckverfahren und hat viele Werke Mozarts, wie z.B. die kleine Nachtmusik in unserer Architekturperle am Main erstmalig gedruckt. Deshalb sind WIR Mozartstadt. Beinahe wären wir ja 1890 auch nocjh Kurstadt geworden, wenn nicht Handel und Banken dagegen opponiert hätten. Aber für ein Bad Offenbach hätte die Kaiser Friedrich Quelle schon gereicht.

    Liebe Grüße Bernd

  5. alivenkickn schreibt:

    So entlockte eine „ironisch launische Bemerkung“ von mir eine Information, an dessen Ende ein „Staunen“ gefolgt von einem „Sieh an, Offenbach ist weitaus mehr als die ihnen zugedachten Vorurteile vermuten lassen“. Vielleicht ist dies einer von vielen wenn auch unbewußten Gründe warum ich mich mit dem Gedanken in Offenbach zu leben immer stärker angefreundet habe . . . 😉

    Lieben Gruß Dennis

  6. Markus Schuke schreibt:

    Meine Erfahrungen mit der AIDS-Hilfe Darmstadt e.V.

    Ich kam 1989 erstmalig zu AIDS-Hilfe Darmstadt (AHDA) und absolvierte gemeinsam mit meiner Schwester einen sechswöchigen Einsteigerkurs für Ehrenamtliche. Ich wollte etwas tun, fühlte ich doch durch Freunde sehr stark, daß mich das Thema als schwuler Mann betrifft. Ich habe dann unter Führung und Supervision eines hauptamtlichen Mitarbeiters (mit dem ich seit vielen Jahren nun wieder zusammenarbeite) zwei ehrenamtliche Begleitungen von Klienten gemacht. Die AHDA erlebte ich damals als eine lebendige und kommunikative Einrichtung. Es gab unterschiedliche Angebote zu Treffs und Selbsthilfegruppen, z.B. für hiv-positive Frauen. Später, nach meinem eigenen positiven Testergebnis, in 1994-97, war ich wieder in der AHDA in den neuen Räumen aktiv und hatte dort u.a. zwei Bilderausstellungen. Es fanden Veranstaltungen statt, die AHDA war noch im Straßenbild Darmstadts zu Gedenktagen und Infoveranstaltungen präsent. Das Projekt der Zeitung „Basis“ wurde wiederbelebt und ich arbeitete mit anderen Ehrenamtlichen u.a. in der Redaktion mit.

    In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre kam es zu einem Wechsel in der Geschäftsführung.
    Meinem Eindruck nach, und wie ich später dann wußte auch objektiv, wurde auf die Mitarbeit von engagierten Ehrenamtlichen immer weniger Wert gelegt. Diejenigen, die nicht aufgrund der sich veränderten Stimmung wegblieben, wurden gemobbt.
    Nach eigenen Aussagen von Geschäftsführerin Uschi Lynn wurde Wert auf mehr „Professionalisierung“ gelegt. Ich war mittlerweile nicht nur Ehrenamtler, sondern auch Klient der AHDA und Vereinsmitglied. Mein hauptamtlicher Betreuer, zu dem ich ein gutes Verhältnis hatte und der mir persönlich sehr geholfen hatte, verließ die AH Darmstadt, um sich arbeitstechnisch zu verändern.

    Die „Professionalisierung“ schritt fort, der neue Vorstand der AHDA machte brav das, was die Geschäftsführung vorgab. Ich erinnere mich Ende der Neunziger an den Satz aus der Geschäftsstellenleitung „Präventionsarbeit für schwule Männer wäre nicht mehr nötig, die wüßten ja am besten wie es geht.“

    Ich hatte bis dahin den Eindruck, daß die Mitgliederversammlung – das höchste Gremium eines Vereins – einen Vorstand wählt, der die Richtlinien vorgibt und eventuell mit dem/der Geschäftsführer/in abstimmt. Nicht so in der AHDA.

    Der damalige (und heutige?) Vorstand unterwarf sich brav dem Willen und der „professionellen Geschäftspolitik“ der Geschäftsführung. 1998 kam es zu dem Versuch einiger noch verbliebener und ehemaliger Ehrenamtler bei der anstehenden Mitgliederversammlung den Vorstand neu zu wählen und teils durch eigene Kandidaten zu ersetzen, um dem rapiden Verfall basisnaher Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit entgegenzuwirken. Der Versuch mißlang, da am Tage der Mitgliederversammlung gerade so viele „neue Vereinsmitglieder“ auftauchten, um dem geschäftsführungstreuen bisherigen Vorstand eine Wiederwahl zu ermöglichen.

    Kurz darauf wurde mir von meinem damaligen Betreuer Herrn Hönl-Fahle mitgeteilt „Geschäftsführung und Vorstand hätten sich entschieden, mir keine weitere Betreuung anzubieten würde ich mich nicht etwas mehr auf meine Rolle als Klient konzentrieren.“
    Ein klarer Rausschmiß und Denkverbot für kritische Vereinsmitglieder.

    Was das in mir auslöste, möchte ihr hier im Detail nicht weiter beschreiben, bestätigte aber meinen Eindruck (und den vieler anderer ehemaliger Klienten und Ehrenamtler) vom Leitbildverständnis der Geschäftsführung. Klienten werden professionell verwaltet, Ehrenamtliche sind für andere Mitarbeit eh nicht „professionell“ genug, kritische Mitarbeit ist nicht erwünscht und am besten ist man mit einem willfährigen Vorstand und den restlichen noch verbliebenen hauptamtlichen Mitarbeitern unter sich.

    Ich war gerade im Antragsprozeß zur EU-Rente, wünschte mir weitere Begleitung, aber sicher nicht durch diese AIDS-Hilfe. Eine Vertrauensbasis war sowieso nicht mehr vorhanden. Der nächste Weg führte mich als erstes zur Landes-AIDS-Hilfe Hessen in Frankfurt, wo ich von meinen Erfahrungen berichtete und eine schriftliche Beschwerde einlegte. Das gab damals eine Rüge durch den damaligen Geschäftsführer des Landesverbandes. Mir war nur wichtig, daß die Sache aktenkundig wird, denn ich ahnte, daß ein solcher Umgang mit Klienten kein Einzelfall war.

    Mittlerweile gibt es nach meinem Kenntnisstand in der AHDA schon lange keine ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr, die Geschäftsstelle ist nahezu in den unsichtbaren Raum verschwunden und die AH Darmstadt ist bis auf wenige Ausnahmen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht erkennbar.

    Der Vorfall in der AHDA brachte mich als Klient, kurzfristig auch wieder ehrenamtlich und als Vereinsmitglied, in eine andere AIDS-Hilfe im Rhein-Main-Gebiet, wo ich auf bekannte und vertraute Gesichter traf. Dort fühle ich mich seit 1998 aufgehoben im Kreis von ebenfalls professionellen, aber menschlichen hauptamtlichen Mitarbeitern und vielen anderen engagierten Ehrenamtlichen, auf deren Mitarbeit dort größten Wert gelegt wird. Es gibt eine breite Öffentlichkeitsarbeit, engmaschige Klientenbetreuung, Veranstaltungen, Ausstellungen, gemeinsame Feiern einen kritischen Austausch und vielfältige basisnahe Projekte, die zahlreich angenommen werden. Im Nachhinein das Beste, das mir widerfahren konnte, denn so hätte ich mir AIDS-Hilfe-Arbeit auch damals vorgestellt.

    Der neue Vorfall mit W.K. zeigt, daß die Strukturen in Darmstadt sich weiter verkrustet haben und die dortigen Verantwortlichen scheinbar weiterhin kritikunfähig und unbelehrbar sind.

  7. alivenkickn schreibt:

    Hallo Markus

    Vielen Dank für Deinen Kommentar.

    „Präventionsarbeit für schwule Männer wäre nicht mehr nötig, die wüßten ja am besten wie es geht.“

    Eine solche Aussage aus dem Mund der Geschäftsleitung einer „AidsHilfe“ zu hören, das ist schon mehr als nur „tollkühn“. Professionalität ist etwas anderes.

    Da weiß jemand nichts über das „Woher“ den Ursprung der AIDS Hilfen.

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