Alterspyramide – Demografischer Wandel – Pflegeheim – Kapitalanlage und Rendite


„Leben im Alter – In Würde alt werden“ Seitdem ich diesen Blog ins Leben gerufen habe, zieht sich dieses Thema wie ein roter Faden durch den Blog und mein Leben. Dieser rote Faden „Leben + Würde + Alter“ ist so allgemeingültig wie persönlich. Jeder weiß oder hofft darauf das er im Alter vor allen Dingen gesund bleiben wird. Doch wie das nun mal im Leben ist macht man sehr oft Pläne nur um an einem bestimmten Zeitpunkt festzustellen, dass das Leben Dir einen anderen Plan als denjenigen den Du Dir ausgemalt hast präsentiert. Meine Vorstellung wie ich mein „Leben im Alter „verbringen möchte sahen ungefähr so aus.

Im Laufe der Jahre hat sich meine Sichtweise in vielen Bereichen geändert weil ich mich verändert habe. Heute ist HIV für mich nicht mehr das zentrale, mein Leben bestimmendes Thema. Natürlich bin ich mir bewußt das „Stigma und Diskriminierung von Menschen mit HIV“ durch Teile der Gesellschaft immer noch bzw. wieder ein Thema ist. Es gehört zur Normalität meines Alltages. Unter diesem „Aspekt“ betrachtet war und ist „Stigma und Diskriminierung“ in der Kommunikation mit anderen Menschen auch nur selten Thema gewesen. Wenn dann wurde es schnell bereinigt oder die Unverbesserlichen mußten sehen wie sie mit ihrem Problem klar gekommen sind.

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Von Norbert Blüm, Kabarettist, Autor und ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung von 1982 bis 1998 stammt der Satz „Die Rente ist sicher„. Dieser Satz besagte das ArbeitnehmerInnen die ca 45 Jahre sozialversicherungspflichtige Abgaben geleistet haben, mit 65 Jahren in Rente gehen können und von ihrer Rente im Alter ein „Leben in Würde“ würden verbringen können.

Zeit online vom 10. September 2016:

„Die meisten Deutschen gehen davon aus, als Rentner streng aufs Geld achten zu müssen. Immer mehr rechnen schon heute mit dem sozialen Abstieg im Alter, zeigt eine Studie.“ Quelle: Zeit online

Prekär wird es wenn man im Alter krank wird und Hilfe benötigt weil man gepflegt werden muß. Ist kein familiäres oder familienähnliches Netzwerk, PartnerIn, Familie, Freunde etc vorhanden bleibt in einer solchen Situation nur der Umzug in ein AltenPflegeheim.

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“ Wir – die Korian Gruppe – gestalten die Zukunft der Pflege und Betreuung – mit Menschen, Einrichtungen und Lebensräumen, die würdevolles Altern möglich machen.“

Das Korian Management deren Mitglieder allesamt Philantrophen sind, werden um ihrem Anspruch „würdevolles altern“ gerecht zu werden zwecks Einstellung von qualifiziertem Pflegepersonal auf 50 % ihres Gehalt verzichten .

„Allein in Deutschland werden im Jahr 2020 über 2,9 Millionen Menschen in Deutschland Pflege benötigen.“ Quelle: Korian de

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Der demografische Wandel beschreibt die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, und zwar die Veränderungen bezüglich

Prognostizierte Altersverteilung für Deutschland im Jahr 2050

Quelle: Wikipedia

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Die Pflege in dem größten Teil der Alten und Pflegeheime in Deutschland arbeitet nach dem Konzept von Monika Krohwinkel, der Begründerin des Modells der Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL)

Im Juli 2007 erschien die überarbeitete Auflage des Buchklassiker zur „Fördernden Prozesspflege“. Die AEDLs® wurden zu ABEDLs®, wobei das B für Beziehungen
steht. Meine Gedanken zum Thema Beziehung.
Pflegewissenschaftlerin Monika Krohwinkel: Der Mensch, Patient, Bewohner oder der Pflegende sieht den Menschen als „einheitliches, integrales Ganzes, das mehr und anders ist als die Summe seiner Teile, mit seiner eigenen Identität +Integrität“.Jeder Mensch ist“in jedem Alter“(von mir) fähig, sich zu entwickeln, zu wachsen + sich selbst zu verwirklichen. Er kann entscheiden, handeln und verantworten.

Diesem „Pflegekonzept“ gerecht zuwerden bedarf es einem Personalstand der schlicht und einfach zur Zeit „utopisch“ ist.

Auf dem Internetauftritt der CASA REHA Unternehmensgruppe, die im Nov. 2015 an die Korian Gruppe, Frankreich verkauft  wurde, werden „Überlegungen geäußert die schlicht und ergreifend an den Haaren herbeigezogen sind.

„Das Pflegesystem in Deutschland baut auf dem Prinzip, dass „die Leistungen das Maß des Notwendigen nicht übersteigen dürfen“. So lautet es im Gesetzestext des SGB XI.“

Diese Prinzipien – Begründung ist vom Gesetzgeber so abenteuerlich wie willkürlich ins „Leben gerufen“ worden.

“ Es ist notwendig, bessere Rahmenbedingungen für die Pflege zu schaffen, die den Ansprüchen und Anforderungen der Menschen entsprechen.“

Das ist pure Augenwischerei. Eine Änderung der „willkürlichen“ pol Rahmenbedingungen würde u.a. mehr Pflegepersonal, bessere Verpflegung = weniger Gewinn bedeuten. CASA REHA wie alle anderen Altenheimunternehmensformen haben kein Interesse daran. Als eine der größten wirtschaftlichen Interessengruppen – Lobbyisten hätten sie durchaus die Möglichkeit Einfluss auf die pol Rahmenbedingungen zu nehmen. Dazu kommen: Hilfsmittelhersteller, Lebensmittel Produzenten, Catering – Convenience – Unternehmen, Pharmaindustrie.

Eine Pflegereform mit dem Ziel einer Verbesserung der Situation der BewohnerInnen in Altenpflegeheimen durchzusetzen wäre die Lösung. „Leben im Alter – In Würde alt werden“ wäre keine Utopie sondern die Lösung.

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Die „Korian“ Gruppe und andere Unternehmen Gruppen arbeiten ausschließlich „Gewinnorientiert“. Insofern ist es geradezu widersinnig wenn nicht lächerlich wenn sich Gesetzgeber – Bund, Länder und die div staatlichen Instituitionen wie Sozialämter sich bzgl der desolaten Pflegesituation in deutschen Alten/Pflegeheimen immer wieder auf die „pol Rahmenbedingungen“ berufen bzw auf sie zu verweisen.

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Der Firmenverkäufer Investora hat es kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

Boommarkt: „Der Markt ist attraktiv für Anleger, weil er überdurchschnittlich und stetig zulegt“.

  • Tatsächlich werden immer mehr Menschen in Deutschland pflegebedürftig
  • Um 50 Prozent soll bis 2020 die Zahl auf auf 2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen steigen
  • Investoren profitieren von den demografischen und sozioökonomischen Veränderungen und der damit einhergehenden gesellschaftspolitischen Notwendigkeit von Altenpflegeheimen – ohne dem Risiko von wirtschaftlichen Schwankungen!
  • Sozialimmobilien wie Pflegeheime bieten einen Wachstumsmarkt mit langfristiger Perspektive, interessanten Kapitalerträgen und überschaubaren Risiken.
  • Berechenbar, ertragsstabil

Paste and Copy mit freundlicher Genehmigung des Betreibers/Geschäftsführers von Investora.

Link zum Blog: Pflegeheim zu verkaufen  und Internetauftritt von Investora de

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Interessante Informationen erfährt man auf der Webseite von „Pflegemarkt com – Am Puls der Zeit

sowie „Pflegeheime als Investment – Überlegungen zu aktuellen Einflüssen“ pdf Datei von 2016. Wenn man sich die Daten Stand 2013 auf Seite 5 anschaut so werden in 13000 Heimen mit 68500 Beschäftigten in Deutschland 764000 Pflegebedürftige vollstationär versorgt. D.h. auf 100 Pflegebedürftige kommen 90 Beschäftigte. Leider geht auch aus diesen Unterlagen nicht der Anteil der in der Pflege und Verwaltung Beschäftigten daraus hervor.

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Fazit

Ob Finanzinvestoren, freie Träger oder Privatbetreiber, sie arbeiten alle „Gewinnorientiert“. Bis auf Altenpflegeheime im Hochpreissegment werden sie sich auf die pol Rahmenbedingungen berufen. Es wird weiterhin an Personal gespaart werden sodas Konzepte wie das von Monika Krohwinkel auf Grund von Personalmangel einerseits und verkrusteten Strukturen – Arbeitsabläufen andererseits nicht im Pflegealltag umzusetzen sind. So wenig wie möglich investieren um soviel wie möglich zu verdienen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Auf der Strecke bleiben die BewohnerInnen von Altenpflegeheimen.

Überholte Organisations- und Führungsstrukturen sowie Kosten- und Leistungsmanagement sowie IT werden in zu geringem Umfang eingesetzt. Dies führt evtl. zu einer unnötigen Bindung von personellen Ressourcen. Die für die Altenhilfe zuständige Bundessozialministerin Renate Schmidt (SPD) monierte im Herbst 2004 ! ! ! öffentlich, dass eine geprüfte Altenpflegekraft durchschnittlich ein Drittel der Arbeitszeit mit überflüssigen Organisations- und Dokumentationsarbeiten verbringe. Diese Zeit solle besser für die Pflege und Betreuung der Bewohner verwendet werden. Quelle Wikipedia

Solange sich nichts Grundlegendes „Pflegereform, angemessene Entlohnung und Aufstockung des Pflegepersonal“ ändert wird „Leben im Alter – In Würde alt werden“ weiterhin eine Illusion bleiben.

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