Beziehungen im Alter – Leben in einem Alten/Pflegeheim (akt)


In diesem Artikel geht es nicht nur um „Beziehungen zwischen zwei Menschen“ sondern um die Beziehung zwischen BewohnerIn und Pflegepersonal des (Wohn)Bereiches in dem derdie Einzelne für den Rest ihresseines Leben leben wird. Das Pflegeteam wie auch die übrigen BewohnerInnen ähneln im weitesten Sinn einer GroßFamilie. Was sich BewohnerIn und Pflegeteam? wünschen ist ein familienähnliches „Miteinander“ das von gegenseitigem Respekt und Akzeptanz geprägt ist bzw  sein soll. (Idealfall) Sich „wohlfühlen“ sollen sich alle. BewohnerIn und Pflegeteam gleichermaßen.

Wir – Ich – die BewohnerIn eines Alten/Pflegeheimes sind auf die Hilfe von Menschen die sich für den Beruf einerS PflegerIn und Pflegehilfskräfte bewußt entschieden haben angewiesen. Ließt man sich die Anforderungen des Berufsbildes eines AltenpflegersIn durch so komme ich zumindest zu dem Schluß das dieses Berufsbild in einem Jahrhundert geschrieben wurde in dem man „alte Menschen die auf Hilfe von AltenpflegerInnen“ angewiesen sind,  für vertrottelt gehalten haben muß. Der Knaller ist das Berufsbild „Altenpfleger “ von der Bundesagentur der Arbeit i. e. der Politik – dem Gesetzgeber also. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wirft mit Schlagwörter um sich das es nur so kracht:

Modern und sicher in die Zukunft

Der Beruf ist anspruchsvoll, spannend und abwechslungsreich. Er bietet viele Entwicklungschancen, wohnortnahe Arbeitsplätze und nicht zuletzt einen sicheren Arbeitsplatz.

Es sind die üblichen Anforderungen für einen Beruf – Arbeitsplatz wie sie jeder x-beliebige Beruf mit sich bringt. Arbeitszeit 8 Std im Schichtdienst – Wechsel. Dieses Berufsbild des AltenpflegersIn, diese Art der Beschreibung ist eine bessere Verwahrung gleich Menschen in einem Gefängnis. Nur mit dem Unterschied das man sofern und solange man noch mobil ist auf seinen 2 Beinen den Wohnraum von 12qm pro Person verlassen kann bzw darf.

Kein Wort davon das die Menschen die in einem Alten/Pflegeheim ähnlich der Konstellation einer WG oder Großfamilie für teilweise viele Jahre bis zu ihrem Ableben zusammen leben werden.

Kein Wort zu dem Thema zwischenmenschliches Beziehung. Kein Wort darüber das der Beruf – die Arbeit mit und für Menschen die Hilfe benötigen – einer „Familien ähnlichen Konstellation“ entspricht. Kein Wort darüber das der tägliche Umgang mit Menschen die auf Hilfe von Menschen die den Beruf des AltenpflegersIn gewählt haben mit sich selbst, ihrer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden. Das Thema Psychologie ist völlig ausgeklammert.

Die Anforderungen des Berufsbildes müssen erfüllt und abgearbeitet werden. Der Alltag sieht oftmals dann so aus:

Beziehungskiller seitens eines Pflegeteams sind statt einer Erklärung Antworten wie:

Das geht sie nichts an. Das müssen Sie nicht wissen. Das interessiert mich nicht. Ihre . . . Situation geht mich nichts an. Sie haben keine Ahnung. Das war schon immer so. So machen wir das eben. Das ist eben so. Basta. „Vertrauen sie uns“ Wir wissen genau was wir machen. Wir wissen was Sie brauchen – was für sie gut ist.

Wir schreiben weder das Jahr 1930 noch 1965 sondern befinden uns im Jahr 2016. Solche Metaphern stammen aus der Frühzeit des vorigen Jahrhunderts. Das sie zum Ausdruck bringen dass ein Pflegeteam das sich solcher „Floskeln“ bedient BewohnerInnen eines Alten/Pflegeheimesn nicht ernst nimmt, bzw. Menschen in ihrer Persönlichkeit als Menschen 2. Klasse betrachtet bzw auf sie „nieder schaut“, solch eine Wahrnehmung bzw. Interpretation ist naheliegend.

Wir – die BewohnerInnen und jedes Pflegeteam in einem  Alten/Pflegeheim leben in einer Art „Zufallsgemeinschaft“ die wären wir die BewohnerInnen gesund sich in dieser Konstellation nie begegnet wären. Von „Zusammen unter einem Dach leben“ ganz zu schweigen. Das es so gekommen ist wie es ist . . . wir machen Pläne und müssen auf einmal feststellen, dass das Leben seinen eigenen Plan für jeden Einzelnen bereits geschrieben hat.

Die Bedingungen derdes Einzelnen die zu dieser „Schicksalsgemeinschaft uns zusammen führte sind – im günstigsten Fall:

Die Entscheidung „in einem Alten/Pflegeheim zu leben ist bewußt gewählt. D.h. derdie BewohnerIn ist bei klarem Verstand und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen.

Jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen durch seine Individualität und seine Persönlichkeit.

Der Beginn einer jeder neuen Beziehung auf die man sich einläßt ist durch den Prozeß des „kennenlernens“ geprägt. Es ist niemals ein einseitiger sondern ein wechselseitiger Prozeß der auf Augenhöhe stattfindet.

Das Funktionieren einer für beide Seiten zufriedenstellenden Beziehung liegt in der Kommunikation mit dem Ziel = Weg des sich miteinander wohlfühlens, auskommens. Das man auf diesem Weg immer mal wieder eine „holprige Strecke beschreitet“ liegt auf der Hand und wird niemand bestreiten.

Leider scheint diese Sichtweise, dieses Verständnis  „Verhältnis – Beziehung zwischen Pflegeteam und BewohnerIn eines Alten/Pflegeheimes“ nicht weit verbreitet zu sein.

*

Vorab: Ich spreche IdR nur über das was ich in dem Pflegeheim in dem ich wohne erfahre bzw erlebe.

Neugier ist eine menschliche Eigenschaft über die wir alle verfügen. Bei den Einen ist sie mehr, bei Anderen weniger ausgeprägt. Je nach Charakter = Erziehung, Sozialisation. Leider besteht das Wort „Sozialisation“ und Aspekte wie „Neugier“ aus einem Müllkonklomerat von Anpassung an gesellschaftliche Denk- und Gefühlsmuster durch Internalisation (Verinnerlichung) von sozialen Normen und willkürlichen Regeln die mit den abstrusesten Erklärungen begründet werden. Aus heutiger Sicht handelt es sich bei dem Wort/Aspekt „Neugier“ IdR um eine „negative Charaktereigenschaft bzw ist negativ besetzt von Ausnahmen abgesehen. Kurz „Neugier“ ist per se nicht gesund.

Wann immer ich von Freunden zum ersten Mal zu Ihnen nach Hause eingeladen wurde, „Neugier und eine leichte Aufregung“ waren immer meine Begleiter. „Wie leben Sie“? „Wie sieht ihre Wohnung aus – wird ihre Wohnung eingerichtet sein“? Mit einer Mischung aus Neugier, Aufregung, Anspannung und Freude begleitet von einem erhöhtem Puls und Herzschlag betrat ich ihre Wohnung, ihr Haus.

Eingeladen zu werden ist ein Schritt in dem Prozeß der Beziehung. Sich gegenseitig „riechen können“. Die Bereitschaft sich auf andere Menschen einzulassen. Nähe zulassen. Offen für Menschen zu sein beinhaltet selbstverständlich auch die Gefahr „emotional“ angreifbar zu sein und verletzt zu werden.

 In einem Pflegeheim zu leben ist eine ganz andere Geschichte. Selbst diejenigen Bewohner*Innen die sich aus freien Stücken entschieden haben ist spiegelt ein Pflegeheim eine „Wohnsituation wieder die einer  Zufallswohngemeinschaft“ entspricht. Die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner ist für alle Bewohner*innen gleich zu beantworten: Alle Bewohner*Innen können ihren Alltag aus eigener Kraft nicht mehr alleine bewältigen und benötigen Hilfe. Das ist das was alle Bewohner*Innen miteinander verbindet. Ansonsten ist es eine Zufallsgemeinschaft bestehend aus Menschen wo sich jede*r Einzelne gäbe es ein dichtes soziales Netzwerk und entsprechender finanziellen Absicherung niemals entschieden hätten in dieser Zusammensetzung zusammen zu leben. Die Basis in Wohngemeinschaften, WG`s oder Großfamilien sind völlig andere. Ließt man sich diesen Artikel durch fällt dem Leser zuerst das Alter auf.
Das Alter spielt insofern eine Rolle da es Zeit braucht um einen größtmöglichen gemeinsamen Nenner der Menschen mit denen man beabsichtigt zusammen zu leben, herauszufinden ob man sich „riechen“, zusammen leben kann bzw ob es paßt.

Es gibt Situationen wo man keine Wahl hat sich zu entscheiden ob man in einem Pflegeheim wohnen/leben will oder nicht. Wenn es in einem Wohnbereich viele Menschen gibt die noch mobil und geistig fit sind erhöht dies die Chancen das unter den Bewohner*Innen sich Beziehungen Konstellationen zwischen Bewohner*Innen im kleinen wie auch möglichen größeren Rahmen ergeben können. Ist man nicht mobil oder dement gestaltet sich dies schwieriger. Fit und nicht mobil d.h. 24/7 im Bett liegen ist der Härtefall.

„Wenn sie Nähe zu Bewohner*Innen zulassen und der die Bewohner*In stirbt, dann wird es Ihnen emotional nicht gut gehen. Diese Schmerzen können sie vermeiden wenn sie zu den Bewohner*Innen emotional auf Distanz zu gehen“. Beschränken sie ihre Aufmerksamkeit auf das Fachliche. Senden sie keine Signale von Neugierde bezüglich dessen wie sich z.b. ein Bewohner*In „eingerichtet hat. Bewohner*innen haben das Pflegepersonal grundsätzlich zu respektieren und mit Sie anzureden“. 



„ Aus welcher Höhle ist eine PDL gekrochen die dem PflegePersonal nahe legt „innerlich Mauern aufzubauen, sich emotional abzuschotten und keine Nähe zu den Menschen zuzulassen bzw Beziehungen im Keim zu ersticken, mit denen man u. U. über Jahre zusammenlebt sic ! arbeitet“?

Was in meinen Augen nicht nur inakzeptabel sondern ein Zeichen von fehlender Empathie seitens der PDL Leitung ist wenn diese in „Gesprächen“ mit den Pflegeteams „durchblicken läßt das seitens des „Pflegepersonals Nähe zu Bewohner*Innen nicht gerne gesehen wird“.

Welchen „Stellenwert“ haben die Bewohner*Innen für die Heimleitung – PDL eines Pflegeheimes wenn diese ihren die Bewohner*Innen pflegenden Mitarbeiter*Innen gegenüber sich in einer solchen „Art und Weise  äußert? Sind wir „Menschen ? Klasse? Es lohnt eh nicht bei Ihnen. Die meisten Bewohner*Innen sind senil, dement, leben eh nicht mehr lange. Kühe die man finanziell melken muß solange sie noch leben. Und mehr nicht“?
Da stellt sich mir die Frage was in der Kindheit falsch gelaufen ist wenn man solche Tips Pflegeteams kommuniziert?

In der Arbeit mit Menschen gibt es ein „Werkzeug“ das nennt sich „Supervision“

„

Supervision ist eine Form der Beratung für Mitarbeiter. Supervisionen werden von einem Supervisor, der zumeist eine entsprechende Qualifikation oder Zusatzausbildung hat, ihr Handeln zu prüfen und zu verbessern. Dazu vereinbaren die Teilnehmer mit dem Supervisor Ziele. Inhalte sind die praktische Arbeit, die Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen Mitarbeiter und Klient, die Zusammenarbeit im Team oder auch in der Organisation. Supervision wird hauptsächlich im medizinischen, sozialen, . . . Bereich genutzt ( . . . Pflegepersonal etc.).“ Quelle: Wikipedia

*

PENG . . . . . mit einem lauten Knall gleich einem prall mit Luft gefüllten Ballon platzte die Illusion das . .

„BewohnerInnen und Pflegepersonal die in einem Alten/Pflegeheim zusammen ja was überhaupt sich aufhalten? ? ? – je in einer WG oder Großfamilien ähnlichen Situation zusammen leben können bzw. werden.“

Freizüger Knast 3.0 mit Ausgang

#HURZ

 

 

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