Du bist mehr als dein Körper . . . .


1000 mal gelesen, 1000 mal intellektuell verstanden – besonders im Zusammenhang eines durchaus ernsthaften Interesse von Zen und Buddhismus. Mein Credo war so glaubte ich jedenfalls das ich mir das für mich Beste, i.e für mich stimmige angenommen habe. Einiges über den Intellekt, vieles durch Erfahrung und mich einlassen angenommen, verinnerlicht praktiziert, gelebt habe.
So jedenfalls glaubte ich, war ich der Meinung gewesen.

Heute jedoch muß ich feststellen, das obwohl einiges gelebt und verinnerlicht dies alles im Angesicht meiner jetzigen Situation dahin ist. Wie weg geblasen. Nicht mehr vorhanden.

Ich lebe oder besser gesagt bewege mich ausschließlich zu Hause in meiner Wohnung im Rollstuhl. Dank der räumlichen und Einrichtungsmäßigen Gegenheiten ist es mir „möglich“ mich alleine in meiner Wohnung ohne fremde Hilfe zu bewegen und meinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Meiste was ich benötige erreiche ich im Rollstuhl sitzend. So bin noch in der Lage in meiner Küche zu kochen – was zur Zeit selten vorkommt. Ich schreibe „noch“ weil das schälen von Kartoffeln mir schwer fällt, da die Kraft in meinem Fingern nachläßt. Gleiches gilt für das Schälen von Äpfen. Wie gesagt „noch“ geht es. Zur Zeit ernähre ich mich überwiegend von Obst, mal ne Dose Suppe aufgemacht und 1 mal die Woche laß ich mir was von einem Thai Imbiß bringen das mir dann für 2 Tage genügt.

Ich kann mit Tricks „noch“ aus meinem Rollstauhl aufstehen und mich in mein Bett legen, kann den TV so hinstellen das ich in meinem Bett liegend TV schauen kann.
Ähnliches gilt für die Toilette. Auch hier ist es mir möglich meinen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Das Schlafen, die große Tankstelle wo man sich regenerieren kann ist eine einzige Katastrophe. 2 Stundenschlaf – 1 Std aufstehen – 2 StundenSchlaf- Und alles bei eingeschaltetem TV. Krankenbett, 100 x 200 cm Matratze gegenüber meinem alten Bett von 140 x 200 cm. Auf dem Rücken liegend, mich nicht auf die Seite legen zu können. Oder mal quer flätzen. Ein größeres Krankenbett ist mit Kosten verbunden die meine Verhältnisse übersteigen bzw eine Auseinandersetzung mit meinem Hausarzt und der KKasse. Dazu fehlt mir zur Zeit jegliche Energie und Kraft.

Dazwischen jedoch liegt der große „gesundheitliche“ Bereich. Drei mal in der Woche kommt ein Pflegedienst der mich medizinisch und hauswirtschaftlich versorgt. Einkaufen, Verbandswechsel von kleinen offenen Wunden an den Beinem die von „Wasser“ herrühren. Dazu werde ich gewaschen. 2 mal kommt ein Physiotherapeut der mir eine Lymphdrainage anheim gedeihen läßt. Er ist echt ein 6er im Lotto. Fachlich wie  menschlich ein Highlight. Gleiches gilt auch für  die Personen des Pflegedienstes die für die hauswirtschliche Versorgung und die „anderen Verrichtungen“ die durch die Pflegestufe abgedeckt sind.

Die medizinische Versorgung – Verbandswechsel – bewegt sich innerhalb des vorgegebenen „politischen Rahmens. Sie sind meine sozialen Kontakte.

Mit Freunden telefonieren, kommunizieren ? . . . . . so far away from me. Ich Igel mich in mich selbst ein.

Von dem Moment an an wo ich meine Wohnung verlassen müßte würde es völlig anders aussehen. Ich wäre ein Pflegefall. Quasi. Da die Kraft in meinen Beinen und Armen  nur noch in geringem Maß vorhanden ist wäre ich auf die Bedingungen von Pflegepersonal bzw Personal eines Krankenhauses angewiesen. Und das heißt das ich dann darf oder kann wenn es das Zeitfenster von Pflegepersonal bzw Krankenhauspersonal zuläßt.

So wie s aussieht, werde ich meinen Blutdruck neu einstellen lassen müssen. Vor dem  damit einhergehenden Krankenhausaufenthalt graut mir jetzt schon.

Ich bin so nehme ich mich zur Zeit wahr ein die Verdauung funktionierendes Stück Fleisch. Sämtliche Konzepte, alles was ich je gelesen oder glaubte verinnerlicht zu haben ist wie ausgelöscht.

Ursache: HIV? Alter:? Jacke wie Hose. Es spielt nicht die geringste Rolle.. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung.

Dieser Beitrag wurde unter Alter, Leben im Alter abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Du bist mehr als dein Körper . . . .

  1. Karin Piekenbrink schreibt:

    Hab den Bericht gelesen. Würde gern dazu was schreiben. Hab aber seit Stunden fürchterliche schmerzen.
    Trotzdem LG Karin

  2. alivenkickn schreibt:

    Ich hoffe das Du gut versorgt bist. Es gibt keinen Grund Schmerzen auszuhalten. Gute Besserung.

    • Karin Piekenbrink schreibt:

      Bin grad erst angefangen mit der Schmerztherapie. Also bin ich noch gezwungen diese … Schmerzen auszuhalten. Danke für deine Antwort. Ich werd jetzt noch ein bisschen schlafen. Der Schlaf ist mir noch geblieben.
      Bis bald.
      Karin
      Ich hoffe du kannst auch schlafen.

  3. alivenkickn schreibt:

    Das ist gut. Ich bin mal gespannt wie sich die Therapie bei Dir entwickelt.
    Was meinen Schlafrhythmus betrifft ist am Besten mit einem Wort beschrieben: katastrophal. 2 Std schlafen, 1 Std wach

    • Karin Piekenbrink schreibt:

      Mit dem schlafen geht, bis auf paar Ausnahmen recht gut. – Die schmerzen kann man vielleicht einigermaßen in den Griff bekommen. Mit dem „gehen“ nehm ich noch hin. Angst bereiten mir 2 Sachen. Die Missempfindungen (Gesicht/Mund) und eine Diagnose. . Wenn du möchtest schreib ich später genaueres. LG Karin

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s