Meine Ex Hausärztin was not amused


Gestern hat mir meine Hausärztin die Behandlung gekündigt weil ich Ihr gegenüber nicht ehrlich war, ich ihr bei ihrem ersten Besuch bei mir zu Hause nicht alles gesagt habe. Was mit dem „Alles“ gemeint ist ergibt sich in der Folge aus dem Text. Erst wollte ich nichts darüber schreiben; „Scheiß drauf, was soll´s. Das is es ist nich wert das ich mich aufrege“.  In der letzten Nacht merkte ich wie wütend ich war und entschied mich diesen Text zu verfassen. Das ich die Anonymität der Betreffenden wahre versteht sich von selbst. Ein weiterer Grund warum ich zu diesem Mittel greife liegt darin das wie es sich herausstellte um Diskriminierung im Kontext zu HIV handelt. Diskriminierung im Alltag durch Ärzte begegnet uns immer wieder was 31 Jahre nach HIV in Deutschland schon erstaunlich ist. Rollstuhlfahrer und HIV positiv, mit dieser Kombination ist es generell schon schwierig genug einen Hausarzt der Hausbesuche macht zu finden. Von Arztbesuchen bei Ärzten der div Fachrichtungen die einen rollsruhlgerechten Zugang haben ganz zu schweigen.

„Sie waren nicht ehrlich zu mir bei meinem ersten Besuch. Mein Vertrauensverhältnis zu Ihnen ist nicht mehr vorhanden, deshalb werde ich Sie nicht mehr weiter behandeln.“

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch am 2. September bei mir zu Hause. Wenn nicht bin ich gerne bereit Ihnen auf die Sprünge zu helfen.

Als Sie sich bereit erklärten mich im Rahmen ihrer fachärztlichen Allgemeinmedizin bzw so wie es auf ihrer Webseite angegeben ist „Diagnostik, Behandlung und Betreuung aller internistischer und allgemeinmedizinischer Erkrankungen“ zu behandeln habe ich mich sehr gefreut. In unserem Gespräch habe ich Sie als einen sehr offenen und angenehmen Menschen wahrgenommen, sagte ihnen das ich seit über 30 Jahren HIV positiv und in besten Händen was die HIV fachärztliche Behandlung hier in Frankfurt am Main betrifft bin.

Wenn es jedoch um allgemeinmedizinische Probleme geht benötige ich einen Allgemeinmediziner derdie mich entsprechend dem Fachgebiet Allgemeinmedizin behandelt und entsprechende Rezepte, Verordnungen, das Übliche eben ausstellt bzw verordnet.

Seit 1 Jahr sitze ich im Rollstuhl und bin auf Grund meiner div Erkrankungen nicht in der Lage meine Wohnung zu verlassen. Wenn dann nur innerhalb eines relativ kurzen Zeitfensters. In Frankfurt am Main gibt es wenig Praxen die für RollstuhlfahrerInnen zugänglich sind. Ganz zu schweigen von den entsprechenden Fachärzten von denen es nur Wenige gibt die neue Patienten aufnehmen.

Doch zurück zu ihrem ersten Hausbesuch bei mir am 2. September. Ich hatte ihnen auf einen USB Stick sämtliche Unterlagen und Untersuchungsergebnisse neuesten Datums im Zusammenhang mit meiner HIV Erkrankung div mich behandelndener ÄrzteInnen kopiert. Das Sie mich einige Tage später anriefen und mir mitteilten das sie den USB Stick nicht „öffnen“ konnten, eigentlich ja auch nicht wollten wegen eines möglichen Computervirus der sich auf dem USB Stick verbergen könnte und im übrigen deshalb nicht über einen Internetzugang verfügten, verwunderte mich dann doch etwas. Aber gut. Ich selbst bin ja etwas strange, wieso sollten Andere dann nicht auch etwas anders sein. Folglich habe ich wie Sie sich erinnern werden die entsprechenden Unterlagen kopiert und Ihnen per Post zukommen lassen.

Diagnosen:
G82.09G Schlaffe Paraparese und Paraplegie
125.5A Normale linksventrikuläre Funktion
G62.9G HlV-assoziierte Polyneuropathie
Z21G HIV-lnfektion Stadium b lll
E88.1G HIV-assoziiertes Lipodystrophiesyndrom
G72.9G Myopathie
110,00G Arterielle Hypertonie
F32.9G Depression
816.9G Hepatitis B und C K74.6G Leberzirrhose

Während ihres ersten Hausbesuches diagnostizierten Sie das sich in beiden Füßen sowie beiden Unterschenkeln Wasser eingelagert hat. Im Gespräch sagte ich Ihnen das ich diese Wassereinlagerungen erst seit ein paar Wochen habe. Die Hitze dieses Sommers hatte mir sehr zugesetzt und ihr übriges dazu getan. Insofern war ich sehr erleichtert als Sie mir ein entsprechendes Medikament verordnet haben.

Bei ihrem 2. Besuch am 23. September, den Termin hat mir eine ihrer  Empfangsdamen mitgeteilt: „Sie ist gerade in ihrer Nähe, da kommt sie kurz bei Ihnen wegen der Grippe Impfung vorbei“. Sie stellte wie auch ich fest das die medikamentöse Behandlung gegen Wassereinlagerungen in den Beinen Früchte getragen hat. Leider traf dies nicht auf beide Füße zu. Diese waren so stark angeschwollen das ich keinen meiner Schuhe anziehen konnte. Infolgedessen ist es mir auch zur Zeit nicht möglich meine physiotherapeutische Behandlung in einer Physiotherapie zwecks Muskelaufbautraining weiterzuführen. Auch wenn ich im Rollstuhl sitze und in einem entsprechenden Krankentransport zur Behandlung in der Physiotherapie von zu Hause abgeholt und nach Beendigung wieder zurückgefahren werde, bei dieser Jahreszeit ohne Schuhe im Rollstuhl sitzend hätte ich mir auf Grund meines angegriffenen Immunsystems Ratz Fatz eine Grippe oder möglicherweise eine Lungenentzündung geholt. Abgesehen davon wäre es Versicherungsrechtlich im Kontext zur Physiotherapie – Muskelaufbautraining – nicht möglich gewesen ohne Schuhe das Muskelaufbautrainng weiterzuführen. Ich nahm also weiterhin die Medikamente gegen die Wassereinlagerungen in der Hoffnung das die Einlagerungen aus den Füßen zurückgingen, sodaß ich wieder Schuhe anziehen konnte. Leider war dies nicht der Fall.  Auf Grund dieser Tatsache mußte ich auch meinen Termin meiner regelmäßigen 4tel jährlichen Blutabnahme und Arztgespräch bei meiner HIV Fachärztin verschieben.

Anfang der ersten Oktoberwoche nahm ich auf meinem rechten Unterschenkel wahr das sich ein „Bläschen“ gebildet haben, die wenn sie aufging eine Flüssigkeit absonderte. Ich maß dem keine weitere Bedeutung bei da es sich zu diesem Zeitpunkt nur um „ein Bläschen“ handelte und die Menge der austretenden Flüssigkeit sehr gering war. Am 7. Oktober hatte ich Besuch einer Fußpflegerin. Während der Behandlung erzählte Sie mir das viele ältere Menschen Probleme mit Wasser in Beinen undoder Füßen hatten. Im Laufe des Gespräches sagte sie das „Lymphdrainage“ ein weiteres probates Mittel sei um dem Wasserablagerung Einhalt zu gebieten.

Am 10. Oktober abends war mein rechter Fuß in einem Maß angeschwollen das ich das Gefühl hatte das die Haut des Fußes aufplatzen würde. Da sich Angst dazu gesellte, rief ich den ärztlichen Bereitschaftsdienst an. 1 Stunde später war dann ein Arzt bei mir zu Hause.  Das Original seines Berichtes haben ich Ihnen zukommen lassen.

Er war wie sie ein Allgemeinmedizinier und Internist. Während er meine Füße untersuchte und seinen Kurzbericht schrieb kamen wir darauf zu sprechen das er, ein Facharzt für Allgemeinmedizin und Internist – also wie Sie – sehr wohl ein Rezept bzw. Verordnung für Reha Verbandsschuhe inkl Verordnung eines kostenlosen Hausbesuches durch ein Sanitätshaus berechtigt ist auszustellen.

Seit der ersten Oktoberwoche telefoniere ich mehrmals mit ihren Damen und auch ihnen wegen der Ausstellung einer Verordnung von Reha Verbandsschuhen wie sie u.a. auch Diabetiker verordnet werden.

Ihre Aussagen waren in der Reihenfolge:

„Da müssen Sie zu einem Orthopäden gehen.“
Mein „Einwand“ Ohne Schuhe meine Wohnung verlassen“?

„Die KV verweigert die Kostenübernahme einer solchen Verordnung.“
„Die KV übernimmt die Kosten nur wenn ihre Krankenkasse eine schriftliche Bestätigung bzgl der Kostenabrechnung/übernahme ausstellt“.

Sie und ich wissen das die KK, in meinem Fall die Barmer, eine solche schriftlichen Bestätigung im Kontext zu einem ganz normalen Rezept nicht ausstellt. Wenn dann ist ein Fall gänzlich anders gelagert.

In der 2. Oktoberwoche telefonierte ich mit einer ihrer Sprechstundenhilfen und frug sie ob es möglich ist mir ein Rezept für Lymphdrainage sowie eine Verordnung häuslicher Krankenpflege wegen Anlegen und Wechseln von Wundverbänden auszustellen:

„Ich werde Frau Doktor fragen und sage Ihnen dann Bescheid“.

Das war am Donnerstag den 8. Oktober. Weder wurde ich an diesem Tag noch am darauf folgenden Freitag den 9. Oktober von einer ihrer Damen angerufen. Als ich am Montag  den 12. Oktober im Laufe des Tages in ihrer Praxis anrief um mich zu erkundigen, sagte mir eine ihrer Damen lakonisch: „Ja das Rezept und die Verordnung liegt hier. Sie müssen nur vorbeikommen und ihr KK Kärtchen wegen des neuen Quartals mitbringen“. Das ich sauer war weil mich ihre Damen nicht wie verabredet angerufen haben liegt ja wohl auf der Hand. Am gleichen Tag ließ ich die beiden Verordnungen von einem Taxifahrer bei Ihnen abholen.

Dieses „letzte Procedere“ war offensichtlich der berühmte Tropfen der ihr Fass zum überlaufen brachte, war der Grund der letztendlich“zu ihrer Aufkündigung ihrer Behandlung wegen mangelndem Vertrauen Ihrerseits mir gegenüber“ führte.

Wähend ihres Besuches, am 15. Oktober bei mir  als Sie sagten das Sie mich nicht weiterbehandeln wollten, impfte eine Helferin von Ihnen mich gegen Grippe (das Serum war nicht gefroren)“ fielen ihrerseits die Sätze: „Sie waren nicht ehrlich und haben mir alles mitgeteilt“ und „das sich das so entwickeln würde war nicht klar“. Was hätte ich ihnen denn mitteilen „wissen“ müssen? Das die Behandlung der Wassereinlagerung in meinen Füßen und Beinen einen anderen Verlauf den Sie, ich unterstelle Ihnen mal das Sie es sich auch nicht vorgestellt haben, genommen hat? Das ich Sie auf Grund der Entwicklung innerhab einer so kurzen Zeit als Fachärztin der Allgemeinmedizin und Internistin laut ihrer Webseite um die Ausstellungen von einer Verordnung und Rezepten konsultieren würde? Das die Ausstellung der Verordnung häuslicher Krankenpflege bzgl der Diagnose völlig durch den Wind sein wird obwohl ich der Dame am Telefon den genauen Wortlaut wie meine KK ihn mir mitgeteilt hat kommuniziert habe?

An einem Freitag im Oktober des Jahres 1996 als ich im Rahmen meiner Ausbildung als Erzieher an Unterricht teilnahm, hatte ich auf einmal das Gefühl, das all meine Energie so wie wenn man das Wasser aus einer Bgefüllten Badewanne abläßt, aus mir heraus läuft, ausfließt. Am Freitagabend rief ich den Notarzt an weil ich über 39 Grad Fieber hatte. Der Arzt meinte es sei nur ein grippaler Infekt. „Wenn s am Montag nicht besser geworden ist kommen sie zu mir in die Klinik.“ Irgendwie habe ich es am Montag geschafft mit 40 Grad Fieber zu ihm in die Klinik, er war Belegarzt, zu kommen. Diagnose: Beidseitige Lungenentzündung <-> PcP, 40 % der Lunge lt Röntenaufnahmen befallen. Es kam buchstäblich aus dem Nichts. Über Nacht. Nichts deutete in den letzten Untersuchungen die zu diesem Zeitpunkt grad mal 4 Wochen zurück lag darauf hin das etwas nicht in Ordnung war bzw sein könnte. Bis zu diesem Freitag war ich nur „Träger des HIVirus“.

Natürlich sind meine Polyneuropathie, mein Muskelschwundes, die Wassereinlagerungen in beiden Beinen und Füßen und die Tatssache das ich heute im Rollstuhl sitze Nebenwirkungen von HIV. Es ist mittlerweile bekannt das Menschen die solange wie ich – 30 Jahre – mit HIV leben gesundheitsbezogen um 10 Jahre schneller altern als Menschen die nicht mit dem HIVirus leben.

Meine Beschwerden stehen dennoch für sich. Wegen solcher Beschwerden, die meine HIV Fachärztin nicht behandeln kann, weil sie eben Fachtärztin für innere Medizin und Infektiologie iat, habe ich Sie gefragt ob sie mich als Patient als „Fachärztin für Allgemeinmedizin und Internistin für nicht speziell HIV typische Krankheiten behandeln würden. Diesem Ansinnen haben Sie statt gegeben.

Diesen Text werde ich auf meinem Blog veröfentlichen unter Wahrung der Anonymität pers Daten. Des weiteren werde ich Ihnen diesen Text an ihre Emailadresse obwohl sie über keinen Internetzugang verfügen schicken. Eine zweite Email geht an die KV Hessen in Frankfurt/Main

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