Wenn ich – gut ausgebildet, verheiratet, 2 Kinder – auf der Flucht aus einem Land in dem Krieg herrscht wär . . .


. . . meine Frau und Kinder sowie ich selbst die Flucht über das Mittelmeer überlebt hätten unser Besitz das ist was wir auf dem Leib tragen sowie einige pers Andenken und Wäsche zum wechseln in einem kleinen Rucksack Platz hat, was würde ich mir pers wünschen . . . .

welche Voraussetzungen wären sinnvoll . . .

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Wenn von afrikanischen Flüchtlingen die Rede ist, ist dabei oft von Armutsflüchtlingen die Rede, von Hunger und Krankheit. Afrika ist bettelarm, fast jeder zweite Schwarzafrikaner lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag. Wer jedoch denkt, dass die Ärmsten der Armen eines Tages vor den Toren Europas stehen, hat nicht wirklich verstanden, was absolute Armut bedeutet. Die Ärmsten der Armen schaffen es aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen noch nicht einmal, ihr Dorf oder ihre Stadt zu verlassen, geschweige denn eine Reise ins ferne Europa anzutreten. Wer die Flucht in eine bessere Zukunft ins ferne Europa wagt, gehört eher zur afrikanischen Mittelschicht, ist mobil, meist urbaner Herkunft und für afrikanische Verhältnisse sehr gut ausgebildet. Vor diesem Hintergrund von „Wirtschaftsflüchtlingen“ zu sprechen und sich darüber zu echauffieren, dass einige der Flüchtlinge „sogar“ Smartphones besitzen, ist jedoch bigott. Wer von Afrika nach Europa aufbricht, der sucht vor allem eins – die Hoffnung, vielleicht doch noch ein besseres Leben zu führen. Den Ärmsten der Armen ist noch nicht einmal diese Hoffnung vergönnt. Quelle: Nachdenkseiten.de Afrikas Flüchtlinge, Afrikas Probleme und unsere Verantwortung

Ähnliches trifft auch auf die Menschen die aus Syrien und Ländern Afrika´s in denen Krieg herrscht zu die die Flucht über Land oder das Mittelmeer überlebt haben und Deutschland als ihr Ziel gewählt haben. Die meisten Menschen – Flüchtlinge aus Syrien haben die Flucht nach Jordanien 1, 5 Millionen, den Libanon 1 Million, Ägypten 140000, überlebt.

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Dass das politische Deutschland von Menschen die auf der Flucht aus Syrien sind, von dieser Situation wie sie sich zur Zeit darstellt, überrollt wird und damit überfordert ist, hat sich in dem Maß niemand vorstellen können.

So ist die aktuelle Situation in Berlin was die Erstaufnahme und Unterbringung betrifft praktisch wie politisch völlig aus dem Ruder gelaufen:

Herr Senator Czaja: Übernehmen Sie endlich politische Verantwortung und entscheiden Sie!  – Pressemitteilung Nr. 381/2015 vom 25.08.2015

Gesundheitliche Erstversorgung immer noch nicht gelöst – Obdachlosigkeit von Geflüchteten wird hingenommen – Hilfsorganisationen haben kein Personal mehr

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Dr. Christian Hanke, informiert:

In den vergangenen zehn Tagen gab es zahlreiche Krisensitzungen und Koordinierungsstäbe, aber in wesentlichen Fragen, um die humanitäre Situation der Geflüchteten zu verbessern, gibt es keine Fortschritte, weil der zuständige Senator nicht an den Sitzungen teilnimmt und keine notwendigen politischen Entscheidungen trifft. Auch die Sitzung des Krisenstabes vom Montag konnte keine Entscheidungen treffen, weil der zuständige Senator wieder fehlte. Quelle: Bezirksamt Mitte – Pressemitteilung Nr. 381/2015 vom 25.08.2015

Der Pressemitteilung Nr. 381/2015 vom 25.08.2015 kann ich mich nur anschließen.

“Politik auf dem Rücken von Menschen in Not auszutragen und deren Not zu instrumentalisieren ist widerwärtig, ekelhaft und Menschenunwürdig. So etwas macht nur ein Mensch mit einer niederen Gesinnung.“

Ohne ehrenamtliche Arbeit von Berliner Bürgerinnen und Bürger, Kleidung und Gegenstände das alltäglichen Gebruachs sammeln, Listen erstellen was dringend benötigt wird, die dafür sorgen das die Menschen – Flüchtlinge mit Nahrung, Kleidung, medizinisch ( ÄrzteInnen, PflegerInnen in ihrer Freizeit) versorgen, dafür sorgen die Flüchtlinge nach der Erstanmeldung Unterkunft in Hostels, teilweise bei HelferInnen und Freunden privat bis zu deren Unterbringung in dafür vorgesehen Unterkünfte die nach dem „Königssteiner Schlüssel“ verteilt werden, unterbringen bzw übernachten lassen. Und dennoch passiert es das Flüchtlinge kein Obdach finden und auf der Strasse übernachten müssen. Ohne diese freiwilligen HelferInnen die sich selbst organisiert „Moabit hilftLichtenberg hilft“   haben wäre in Berlin das Chaos perfekt.

In anderen Städten wie z.b. Hamburg, 5700 Flüchtlinge kamen im Juli nach Hamburg, ein neuer Rekord, funktioniert es besser. Unter dem Strich sind jedoch alle Städte mehr oder weniger mit der Situation überfordert. So kann eine Unterbringung in Zelten wie professionell sie auch sein mögen nur eine vorübergehende Lösung sein.

Die Unterbringung, Zuweisung einer Wohnung ist mangels entsprechendem Wohnraum nicht vorhanden. Für den sozialen Wohnungsbau ist mittlerweile das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit kurz eine „Eierlegende WollmilchSau“ zuständig. An bezahlbarem Wohnraum herrscht seit Jahren Mangel.

Kampf um Wohnraum Wohin mit anerkannten Flüchtlingen?

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland. Der Anteil derer, die ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen, steigt. Gleichzeitig sinkt seit Jahren der bezahlbare Wohnraum, vor allem in den Ballungszentren. Experten und Politiker warnen vor „sozialem Sprengstoff“. Quelle: Report Mainz Teil 1

„Bezahlbarer Wohnraum ist heute so knapp wie nie zuvor. Beispiel Sozialwohnungen: Innerhalb von nur zehn Jahren ist die Anzahl dieser Wohnungen dramatisch gesunken. Ein Minus von 40 Prozent.“

Matthias Günther, Wirtschaftswissenschaftler:

»Die ganzen Flüchtlinge, die im Moment in den Übergangseinrichtungen sind, in den Gemeinschaftsunterkünften, die kommen eigentlich erst nächstes Jahr so richtig auf den normalen Wohnungsmarkt. Also bei dem gegenwärtigen Bauniveau ist klar mit einer Verschärfung der Konkurrenzsituation zu rechnen.« Quelle: Report Mainz Teil 2

Wo also sollen Flüchtlinge leben, wo sollen sie wohnen? In Gemeinschaftsunterkünften wie z.b. in Heidenau?

Krawalle in Heidenau – Vorhersehbare Katastrophe

Straßenblockaden von Rechtsextremen, Brandsätze, Tränengas, mehrere Verletzte: Das ist die Bilanz der Ausschreitungen, die sich gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in Heidenau bei Dresden. Die Stimmung in Sachsen wird immer aggressiver.  Quellenangabe: Krawalle in Heidenau und „Die Stimmung ist binnen Sekunden gekippt“

Liste von Anschlägen auf Asylbewerberheime in Deutschland. Quelle: Wikipedia

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Jetzt da wir alle gesund in Deutschland angekommen sind was wünsche ich mir für meine Familie und für mich?

Das wir alle in Frieden leben können und die Schrecken des Krieges die wir in unserem Heimatland Syrien und die Angst die wir auf unserer Flucht über das Mittelmeer erfahren haben so langsam verblassen. Meine Kinder sollen so schnell wie möglich in die Schule gehen. Da unser Lebensmittelpunkt jetzt Deutschland sein wird würden meine Frau und ich so schnell es geht Deutsch lernen. Dies auch im Hinblick darauf das ich in meinem gelernten Beruf als Arzt vielleich einen Arbeitsplatz finde. Was die Unterkunft – eine Wohnung betrifft, wäre es schön wenn man uns eine Unterkunft irgendwo in einer kleinen Stadt zuweist. Doch vor allen Dingen wünsche ich mir das meine Familie gesund bleibt und ein glückliches Leben führen kann.

Welche Voraussetzungen wären sinnvoll?

Schnelle Anerkennung des Asylstatus, unbürokratisches, undogmatisches, flexibles Handeln der politischen Entscheidungsträger. Ganz besonders dann wenn die vorhandenen Gegebenheiten mit dem vorhandenen Personal nicht ausreicht um der Situation gerecht zu werden. Dazu zählt ggf der Einsatz von Ärzten ohne Grenzen sowie des THW´s die immer dann auf den Plan treten wenn Katastrophen irgendwo in der Welt stattgefunden haben. Die Situation wie sie sich in Berlin zur Zeit darstellt ist eine ebensolche Katastrophe, auch wenn dies ein Eingeständnis des Versagens der politischen EntscheidungsträgerInnen bedeuten würde.

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