Zum Frauentag . . . Wie hungrig seid Ihr? Wie wütend seid Ihr?


Während einer Veranstaltung von HIV im Dialog 2008 sagte eine Teilnehmerin im Laufe einer Diskusion zu dem Thema „HIV im Alter“ das HIV Medikamente auf den weiblichen Körper sich anders auswirken als bei Männer. Das war für mich das erste Mal das ich so etwas „Live“ hörte. Seit längerem war mir bekannt das „Frauen wie auch Kinder im Kontext zu Studien von HIV Medikamenten“ benachteiligt waren. Der TeilnehmerStudienSchwerpunkt lag überwiegend bei „Männer“.

Vor einigen Tagen wurde auf dem Blog der DAH ein Artikel veröffentlicht:

FRAUEN UND HIV (1) – „Ich habe nie daran gedacht, dass es HIV sein könnte“

Die Frauen würden „von Ärzten“ nicht ernst genommen, so Vestergaard von Laustsen, „das ist das, was wir erleben, und das kostet Leben“.

Als Kommentare dazu füge ich einige Tweets von Michèle Meyer ein, eine der wenigen Kämpferinnen, Mutter von zwei Mädchen, und Herbergsmutter von Hunden, Katzen, und einem frechen Spatzen sowie liebende Ehefrau . . .

Michèle Meyer auf Twitter

„ich sach mal dreist:das kommt vom risikogruppen-denken meine damen&herren präventionisteninnen, politikerInnen und aerzteInnen. #HIV #frauen
„was reg ich mich auf? ignorant geht die welt zu grunde.hauptsache ihr wusstet wer wir sind und was wir brauchen. over.“
„übrigens: guckt mensch bei ahs, od bag nach, so sind #Frauen und #HIV nur ein Thema in zusammenhang mit sexwork oder migration.#think!
„i’m so sick about it.unequality, stigma, ignorance, and discrimination are the motor/drive of the epidemic.#HIV
„#Aufklärung und Prävention ist scheinbar an den Ärzten vorbei gegangen!“
„&das nach über 30 (!) jahre aids-arbeit. eigentlich himmeltraurig & peinlich.danke an die professionellen“

Grundsätzlich: Von uns Männer könnt ihr nichts erwarten. Wir haben die Welt, die politischen Systeme nach unseren Vorstellungen geprägt. Einer Welt in denen Frauen nur relativ wenig Platz eingeräumt wird. Und diesen Platz verteidigen wir. Mit Händen und Füßen. Die Rosinen sind für uns. Natürlich fallen auch für Euch ein paar Rosinen ab. Wir sind ja großzügig. Wir schmücken uns gerne mit Euch, schreiben Rollen für Euch die ihr mit Begeisterung auszufüllen wißt „Sophia Thomalla“ und lassen Euch hin und wieder zu Wort kommen. Wir führen Euch vor wie Simon Smith seinen Amazing danzing Bear vorführt. Solltet Ihr es schaffen einen „Stuhl“ in unserem System, in div Organisationen, Parteien, Konzernen zu ergattern, nun die „Annehmlichkeiten“ die solche Stühle mit sich bringen tun ihr übriges dazu Euch in einen Wohlfühlkuschelmodus kokonartige einzulullen.

Auf HIV bezogen

HIV ist wie ein Blutsauger. Es macht kraft und antriebslos, bedingt das man resigniert. Ist man dann noch aleinerziehend und auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen, dann ist das ein 24/7 Kampf der auf Dauer ermüdet.

Siehe auch Deutsche Aids Stiftung: Frauen geraten viel öfter als Männer durch HIV/AIDS in materielle und soziale Notlagen

Michèle Meyer Twitter
„wozu gabs und gibt’s aber auch die #denverprinciples ? eben.“

DENVER – PRINZIPIEN

Erklärungen des “Advisory Committee of People with AIDS”

Wir verurteilen alle Versuche uns als “Opfer” abzustempeln, ein Ausdruck, der Scheitern impliziert. Ebenso sind wir nur manchmal “Patienten”, ein Wort, das Passivität, Hilflosigkeit und Abhängigkeit von der Fürsorge anderer suggeriert. Wir sind “Menschen mit AIDS”.

Empfehlungen an das Personal im Gesundheitswesen

  • 1. Seid offen, vor allem gegenüber Euren Patienten mit AIDS.
  • 2. Macht die Theorie, die ihr über die Ursachen von AIDS habt, deutlich und diskutiert sie mit Euren Patienten, da dies Eure Behandlungsmethoden und Eure Pflege beeinflußt.
  • 3. Sprecht über Eure Gefühle bezüglich AIDS (z.B. Eure Ängste, Befürchtungen, Hoffnungen usw) und befaßt Euch nicht nur intellektuell damit.
  • 4. Setzt Euch gründlich mit Euch selbst und mit Eurer Haltung gegenüber AIDS auseinander.
  • 5. Behandelt Menschen mit AIDS immer als vollwertige und selbstverantwortliche Personen. Sprecht über psychosoziale Probleme genauso wie über medizinische Fragen.
  • 6. Redet mit Menschen mit AIDS, auch über ihre Sexualität – gefühlvoll und ohne auszuweichen. Dazu braucht ihr Informationen über die Sexualität von Schwulen, besonders von Menschen mit AIDS.

Empfehlungen an alle

  • 7. Helft uns im Kampf gegen diejenigen, die uns unsere Jobs wegnehmen und uns aus unseren Wohnungen hinauswerfen wollen; gegen diejenigen die sich weigern, uns zu berühren oder uns von unseren Geliebten, unseren Freunden und Gleichgesinnten trennen wollen. Es gibt nämlich keinerlei Hinweis darauf, das AIDS durch alltägliche soziale Kontakte übertragen werden kann.
  • 8. Macht Menschen mit AIDS nicht zum Sündenbock. Gebt uns nicht die Schuld an der Epedemie. Zieht keine verallgemeinernden Schlüsse über unsere Lebensstile.

Empfehlungen an Menschen mit AIDS

  • 9. Setzt euch zusammen und wählt Eure eigenen Vertreter. Stellt Euch selbst Eure Aufgaben und entwickelt Eure eigenen Strategien. Sprecht selbst mit den Leuten, die in den Medien arbeiten.
  • 10. Macht von eurem Recht gebrauch, an allen Entscheidungsprozessen, vor allem in den Vorständen Eurer Hilfsorganisationen, mitzuwirken.
  • 11. Engagiert Euch auf allen AIDS Veranstaltungen und tut dies gleichberechtigt mit anderen Teilnehmern. Tauscht mit ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse aus.
  • 12. Praktiziert Safer Sex, um eure Partner und Euch selbst nicht zu gefährden. Wir sind der Meinung, dass Menschen mit AIDS eine ethische Verantwortung haben, ihre potentiellen SexualpartnerInnen über ihren Gesundheitszustand zu informieren.

Rechte der Menschen mit AIDS

  • 13. Wir haben das Recht auf ein lebenswertes Dasein, auf ein gefühlsmäßig und sexuell voll befriedigendes Leben, wie jeder andere Mensch auch.
  • 14. Wir haben das Recht auf hochwertige medizinische Behandlung und qualifizierte soziale Unterstützung in jeder Hinsicht, ohne jegliche Diskriminierung aufgrund unserer sexuellen Orientierung, unseres Geschlechtes, unserer medizinischen Diagnose, des sozialen Status oder unserer ethnischen Herkunft.
  • 15. Wir haben das Recht auf Aufklärung über alle medizinischen Vorgänge und Risiken, auf Wahl oder Verweigerung einer Behandlungsmethode, auf Weigerung an wissenschaftlichen Forschungen teilzunehmen. Wir haben dieses Recht, ohne gleichzeitig riskieren zu müssen, die qualifizierte medizinische Behandlung zu verlieren. Wir haben das Recht, selbstverantwortlich Entscheidungen über unser Leben zu treffen.
  • 16. Wir haben das Recht auf Privatsphäre, auf die vertrauliche Behandlung unserer medizinischen Daten. Wir haben das Recht auf menschlichen Respekt und auf die Wahl unserer wichtigsten Kontaktpersonen.
  • 17. Wir haben das Recht, in Würde zu sterben – und zu LEBEN.

Quelle: alivenkickn

Wenn man das nicht bekommt was allen zusteht, wenn Ihr „Frauen“ das nicht bekommt was Euer Recht ist dann „Holt es Euch“. Wartet nicht bis ihr es von „Männern geschaffenen Systemen, pol. Parteien, Organisationen, Konzernen, Veranstaltungen „Krumenweise huldvoll vor die Füße geworfen wird“. #Frauenquote

Auch wenn es anstrengend und kraftraubend ist, wehrt Euch. Ich weiß wovon ich spreche. Es ist überlebenswichtig wenn man sagen kann „Wir sind Mehrere“. In Zeiten in denen man am liebsten alles hinschmeisen würde, Zeiten der Mut und Kraftlosigkeit werdet ihr aufgefangen. EineR ist für dendie AndereN da. Gegenseitig spricht man sich Mut und neue Kraft zu. Sucht Euch Gleichgesinnte mit denen Ihr Euch verbündet. Es soll sogar einige Männer geben die das erkannt haben und an diesem Strang mitziehen.

Shaking the Tree

Musik und Lyrics Copyright © Peter Gabriel

Waiting your time, dreaming of a better life
Waiting your time, you’re more than just a wife
You don’t want to do what your mother has done
She has done
This is your life, this new life has begun
It’s your day – a woman’s day
It’s your day – a woman’s day

There’s nothing to gain when there’s nothing to be lost
There’s nothing to gain if you stay behind and count the cost
Make the decision that you can be who you can be
You can be
Tasting the fruit come to the Liberty Tree

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