Paulskirche Frankfurt WAT 2014 – Das Ende der Toleranz


So lautet das diesjährige Motto des WAT der AH Frankfurt zu dem sich verschiedene RednerInnen äußern werden.

König1Foto Copyright © RalfKönig/AHFrankfurt

Zitat AH Frankfurt:

Bei der traditionellen Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag in der Paulskirche thematisieren wir das gesellschaftliche Rollback: Neuer Rechtspopulismus in Europa, eine in manchen Bereichen spürbare Hinwendung zu traditionellen Moralvorstellungen bis in die Gesetzgebung – diese Entwicklung ist nicht ohne Auswirkung für die Arbeit der AIDS-Hilfe Frankfurt. AIDS-Prävention und Begleitung von HIV-Infizierten sind von gesellschaftlicher Offenheit abhängig. HIV-/AIDS-Betroffene bedürfen gesellschaftlicher Akzeptanz. In der Paulskirche werden hochkarätige Redner die „neue Prüderie“, ihre Formen und Wirkungen diskutieren:

  • Der bekannte Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier ist u.a. Autor eines Zeitungsartikels mit dem Titel „Das Ende der Toleranz“, zum medialen Diskurs über Homosexualität.
  • Der Frankfurter Psychoanalytiker Herbert Gschwind wird zur „Rückkehr der Scham“ im therapeutischen Kontext sprechen.
  • Die Berliner Rechtsanwältin Margarete von Galen hat sich in der Debatte um die Veränderungen beim Prostitutionsgesetz gegen eine neue Kriminalisierung der Prostitution eingesetzt.
  • Für die AIDS-Hilfe Frankfurt spricht unser Vorstandsmitglied Christian Setzepfandt.
  • Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig spricht das Grußwort der Stadt Frankfurt.

Musik: Duo „memosa“, Berlin
Montag, 1. Dezember 2014, 18:00 Uhr in der Paulskirche, Paulsplatz 11, 60311 Frankfurt a.M

Quelle und mehr zu dieser Veranstaltung: AH Frankfurt – Veranstaltung in der Paulskirche

 * * *

Die Planungen für die Veranstaltungen des alljährlichen WAT  der AH Frankfurt beginnen jedes Jahr schon recht früh.

Wie es der Zufall will startet mit dem Datum von heute Samstag den 16. November die „ARD-Toleranzwoche“ . Den Anfang macht der Hessische Rundfunk mit dem Beitrag:

Der Tanz um die Toleranz

Samstag, 15. November 2014, 16:30 Uhr – Programmplatz „Horizonte“ Der Tanz um die Toleranz

Es gibt im Alltag kaum eine Situation, die nicht unsere Toleranz erfordert. Der Tag könnte so schön beginnen, wenn nicht der Nachbar laut auf dem Balkon telefonieren würde. Ist sich das knutschende schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wie viel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?  Quelle: HR-online.de – Der Tanz um die Toleranz – Moderation Meinhard Schmidt-Degenhard

Ich seh ihn vor meinem geistigen Auge den Herrn Moderator und sein inneres Bild von sich windenden und sich zusammenkrümmenden U-Bahnfahrenden Bürgerinnen und Bürger ob der Ansichtigkeit sich zwei küssender Männer, derweil das von Ihnen mit wohlwollender Gefälligkeit betrachtete Hetenpaar sich küsst als gäb s kein Morgen mehr.
Sein G´tt (nach seinem Verständnis) hat Humor sagt er der Moderator.

Als G´tt den Humor verteilte war der Herr Moderator irgendwo aber nicht anwesend . . . Das pikante an dieser Sendung  ist der Sendeplatz „Horizonte„. Der so scheint mir doch recht eng und begrenzt zu sein.

 *

Zu der Themenwoche hat die ARD Plakate erstellten lassen, die auf heftige Kritik gestoßen sind. Leider gibt es auf der Webseite der ARD keine dieser Plakte deshalb verlinke ich zu der Zeitung „Die Welt“ die diese Plakate abgeildet haben und einen entsprechenden Artikel über diese „Plakataktion – Themanwoche verfaßt hat.

„ARD-Toleranzkampagne geht mächtig nach hinten los“

Quelle: Welt.de:

Dazu die Stellungnahme von Dr. Hans-Martin Schmidt, verantwortlicher Koordinator der ARD-Themenwoche Toleranz:

„Die Kritik nehmen wir selbstverständlich ernst. Wir haben mit den Plakaten anscheinend einen Nerv getroffen.

An den Aussagen auf den Plakaten soll sich der Betrachter reiben. Intolerantes Verhalten wird oft von Äußerlichkeiten und Vorurteilen geprägt. Genau damit spielt die Kampagne. Wir wollen zur intensiven Diskussion anregen und zum Nachdenken über eigene Haltungen und Vorurteile. Eine gewisse Provokation haben wir dabei in Kauf genommen, jedoch sollte sich niemand persönlich verletzt fühlen.

und weiter heißt es:

Bereits im Vorfeld hatten wir zum Beispiel Vertreterinnen und Vertreter der gesellschaftlich relevanten Gruppen eingeladen, um uns intensiv auszutauschen und Anregungen aufzunehmen. Quelle: br.de – Themenwoche Toleranz

Ich bin geneigt mein anderes halbes Königreich als Wetteinsatz einzusetzen das aus den „gesellschaftlich relevanten Gruppen“, i.e. aus den Reihen der LGBT Community keine EinzigerE dabei war.

Möglicherweise war nicht genügend Weihwasser vorhanden

* * *

Vielbunt – die queere Community aus Darmstadt hat den folgenden offenen Breif dazu geschrieben:

Themenwoche Toleranz – Offener Brief an den Hessischen Rundfunk

Unter anderem heißt es da:

Quote:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Webseite kündigen Sie anlässlich der ARD Themenwoche Toleranz die Sendung Horizonte mit dem Titel „Der Tanz um die Toleranz“ an. Der zugehörige Text stellt die Frage „Was müssen wir uns gefallen lassen – was nicht?“ und bezieht sich gleich im Anschluss auch auf Schwule: „Ist sich das knutschende schwule Paar in der U-Bahn eigentlich bewusst, wie viel Toleranz es seinen Mitreisenden abverlangt?“. Weiter heißt es: „Toleranz ist etwas, was die Mehrheit der Minderheit gewährt.“

Wir stellen fest, dass dieser Text verletzend ist und sich auf unverschämte Art einer diskriminierten Minderheit bedient, statt sich fachlich mit Toleranz zu beschäftigen. Das „knutschende schwule Paar“ muss sich nicht bewusst machen, wie viel Toleranz es Mitreisenden abverlangt, da das Geschlecht bei einem öffentlichen Kuss keine Frage der Toleranz ist. Wer einen Unterschied macht zwischen einem heterosexuellen und einem homosexuellen Paar das sich küsst, hat kein Problem mit Toleranz, sondern ist schlicht homophob. Schwule und Lesben die ihr Beziehungs- und Sozialverhalten genauso selbstverständlich und offen leben wie Heterosexuelle, sind kein Angriff auf die sogenannte „Mehrheit“.

Wir fragen uns ernstlich, welche Ihrer Überzeugungen, Werte und Lebensmodelle beeinträchtigt sein könnten, wenn alle Menschen die gleichen Rechte haben.

Unquote:

Quelle und den vollen Wortlaut -> Offener Brief an den Hessischen Rundfunk zur ARD Themenwoche Toleranz

* * *

 endedertoleranz2Foto Copyright © RalfKönig/AHFrankfurt

Das hätten sie wohl gerne, die Sarrazins, Storchs, Matusseks, Pirinccis, Lewitscharoffs und wie sie alle heißen . . . #Knallchargen

Wir werden Euch zeigen wo Bartel den Most holt

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Eine Antwort zu Paulskirche Frankfurt WAT 2014 – Das Ende der Toleranz

  1. fink schreibt:

    Ich hoffe, ich kann zu der Veranstaltung kommen. Vielen Dank für den Hinweis!

    Auch ich habe mich über die ARD-Plakatkampagne sehr geärgert. Das Übelste daran ist für mich, dass hier eine Perspektive übernommen wird, aus der die Diskriminierten das Problem sind und nicht etwa die Diskriminierenden.

    Ausführlicher schreibe ich dazu in meinem Blog:
    http://derzaunfink.wordpress.com/2014/11/12/diskriminierte-als-zumutung-die-toleranzwoche-in-der-ard/

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