Frankfurt am Main 17. Mai 2014 – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie – (1 akt)


Intro

Der Internationale Tag gegen Homophobie (International Day Against Homophobia, IDAHO) wird seit 2005 jeweils am 17. Mai begangen. Die Initiative zum Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) vorsteht. Ziel des Tages war es von Beginn an, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Quelle: Wikipedia

HerzEngelBallonsFoto Copyright © Freundeskreis Frankfurter Engel/Ralf Harth

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Das ein Tag gegen Homo und Transphobie notwendig ist daran besteht keine Zweifel. Auf den ersten Blick so scheint es, mögen Homosexuelle, Lesben, Transgender-identische Menschen von der Gesellschaft  akzeptiert sein. Doch das scheint nur so.
Bettina Böttinger hat es in einem Interview sehr gut auf den Punkt gebracht.

„Wir werden nur geduldet“

Alle reden davon, wie frei und tolerant wir hierzulande sind. Ich glaube aber, wir werden lediglich geduldet. Der Punkt ist genau dann erreicht, wenn die Forderungen von Schwulen und Lesben auch nur ein bisschen zu weit gehen. Wenn Homosexuelle auch nur ein Stückchen zu selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten, dann ist genau dieser Punkt erreicht, an dem es wieder einen Schritt zurück geht.

Nehmen Akzeptanz und Toleranz denn hierzulande ab?

Gut möglich. In letzter Zeit sind wir wieder sehr stark daran gewöhnt, dass sich Menschen zu Wort melden, die alles andere als Toleranz predigen. Das meine ich nicht nur im Hinblick auf sexuelle Vielfalt. Das geht von Sarrazin über Lewitscharoff und Pirinçci bis hin zu Matussek. Letzterer war es ja auch, der so richtig die Klappe aufriss, um zu sagen: „Ich bin homophob und das ist auch gut so!“

Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass die Toleranz gegenüber Homosexuellen in Deutschland tatsächlich gesichert ist. Der Wert der Freiheit muss immer wieder verteidigt werden. Und genau so muss auch die Toleranz, die wir erfahren, immer wieder aufs Neue verteidigt werden.
Quelle und das ganze Interview -> Queer.de

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Weltweit werden Homosexuelle in 79? der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen strafrechtlich verfolgt bzw werden für gleichgeschlechtlichen Verkehr mit dem Tode bestraft, so etwa in Brunei, Nigeria, Uganda, Gambia, BurmaMalawi, Kamerun und in den meisten islamischen Staaten, um nur einige zu nennen. Seit 1 Jahr zählt Russland ebenfalls zu den Staaten der Menschen aus der LGBT Community die gegen das Gesetz zum Verbot der »Propaganda« von Homosexualität verstoßen strafrechtlich verfolgt. Was anfangs „nur als ein vorgeschobenes Thema“ gedacht war das von den inneren desolaten Zuständen ablenken sollte, hat sich mitlerweile als ein neues Thema gewandelt das nicht der neuen Russischen Kultur entspricht und entsprechend geahndet wird.

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„Am 17.5. feiert Frankfurt den Tag gegen Homophobie. Die Versammlung für 17.5. ist mitterweile angemeldet. 200 Menschen passen locker auf den Klaus-Mann-Platz. Wir wollen es uns gemütlich machen und fröhlich gegen Homophobie aufstehen: mit Gesang, Gedichten, Geschichten, aber auch mit Schweigeminuten, kleinen Reden und einem Gedenkkranz für die Opfer der homosexuellenverfolgung. So können wir dem Homohass mit Liebe, Laune und lachend widerstehen.

Am 3.5. haben mehrere Frankfurter Gruppen beschlossen, daß wir gemeinsam am 17.5. den Klaus-Mann-Platz beleben wollen. Anlaß ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO 2014). Von 13 – 15 Uhr machen wir mit einem Programm gute Stimmung für Gleiche Rechte und gegen Homo-Hass.

Unter anderen sind geplant: Speakers Corner, Picknick, Video-Aktion: „Was bedeudet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison von Overline-TV, Film-Vorführung, Gesang, Gedichte (Poetry-Slam) und persönliche Geschichten zum Gedenkort der Homosexuellenverfolgung.

Der Frankfurter Engel Freundeskreis, die Frankfurter Vielfalt und der Völklinger Kreis Regionalgruppe FFM freuen sich auf weitere bunte Beiträge und gute Gedanken für einen kurzweiliges Beisammen Sein auf dem Klaus-Mann-Platz. Unsere Putztruppe reinigt ab 12:15 Uhr mit Druckluftreiniger den Platz und bereitet die Veranstaltung bis 13 Uhr vor.

Weitere Gruppen nutzen den IDAHO für Aktionen: Um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadttour gegen Homophobie mit LandespolitikerInnen. Um 14 Uhr werden die Schwusos Frankfurt in Beisein des SPD-Landesvorsitzenden Schäfer-Gümbel einen Gedenkkranz für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am Frankfurter Engel ablegen. Wichtig erscheint uns, daß alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren. Wir bleiben dabei unabhängig und überparteilich. Wir verhandeln mit der Stadt und den anrainenden Gewerbetreibenden und Anwohnern, wie eine kooperative und sinnstiftende Nutzung des Platzes am 17.5. nachhaltig und dauerhaft positiv auf den Gedenkort wirken könnte. Der Internationale Tag gegen Homophobie 2014 kann ein Beispiel für eine kurzfristige, kulturelle Belebung dieses besonderen Platzes werden.

Wir laden alle lesbisch-schwulen Gruppen ein, gemeinsam mit uns ein fröhliches Fest zu feiern, mit dem Wir dem Hass und der Angst, der Homophobie und dem Sexismus mit einem Zeichen der Liebe und Lebenslust entgegentreten: viele rote Herzluftballons, evtl. mit Nachrichten sollen in den Frankfurter Himmel aufsteigen. Wir sind mit den deutschen und internationalen Gruppen an diesem Tag solidarisch verbunden.

Was braucht es jetzt?
Viele weitere Ideen und Beiträge aus den Selbsthilfegruppen der Region. Und natürlich die
Sachmittel, offene Türen und viele Menschen, die Lust haben am 17.5.14 auf dem Klaus-Mann-Platz mit Frankfurter Lesben- und Schwulengruppen zu feiern.

Auf unserer WUNSCHLISTE diese Woche stehen:
50-250 rote Herzluftballons + Helium-Edelgas, Kuchen, Kaffee und andere Köstlichkeiten für ein Regenbogen-Picknick, Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und ein Klapptisch
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre, Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien, Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc Technik: Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet.
Menschen, die mitmachen: SängerInnen, TänzerInnen, PoetInnen, DichterInnen, SchriftstellerInnen, die etwas zum Thema des Tages sagen wollen.

Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Wer sich bei der Vorbereitung zum IDAHO am 17. Mai einbringen möchte und Quelle: Facebook – Frankfurter Engel Freundeskreis

Mahnmal Frankfurter Engel

Frankfurter Engel1Foto Copyright © Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Der Engel

Das »Mahnmal Homosexuellenverfolgung« in Frankfurt am Main wurde 1994 als erstes Mahnmal seiner Art in Deutschland der Öffentlichkeit übergeben. Gestaltet hat es Rosemarie Trockel. Realisiert wurde es durch Unterstützung der Stadt Frankfurt am Main, der Hessischen Kulturstiftung und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, sowie durch die Spendenbereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland. Quelle:Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Aus der Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 6. Mai 2014:

„Dabei schmückt den Klaus-Mann-Platz seit 20 Jahren das erste Mahnmal für die im Dritten Reich ermordeten und verfolgten homosexuellen Frauen und Männer Deutschlands. Und das ist mehr als bloß eine Gedenktafel. Die 1990 um den Inhaber des Buchladens Land in Sicht, Dieter Schiefelbein, gegründete Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung (IMH) hat die Errichtung des „Frankfurter Engels“ gegen Widerstand aus der Kommunalpolitik durchgesetzt.“

„Finanzieren musste sie das Mahnmal selbst, nur die Umgestaltung des erst 1995 auf seinen heutigen Namen getauften Platzes bezahlte die Stadt. Heute ist man aber auch irgendwie stolz darauf, dass die 370 000 Euro für das Kunstwerk der Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel allein durch private Spenden zusammenkam. „Wir stehen damit ganz in der Tradition der privaten Stiftungskultur Frankfurts“, findet Ralf Harth.“

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„Anlässlich des IDAHO am 17.5.14 präsentieren wir „das Queer Referat des AStA der FH Frankfurt“ voller Stolz unsere Aktionswoche. Unser Programm ist vollgepackt mit spannenden und künstlerischen Vor- und Beiträgen an der FH Frankfurt. Kommt vorbei und bringt Alle mit! Wir freuen uns auf euch und eure rege Beteiligung.“ Quelle

Das ausfühliche Programm findet man hier

IDAHOAsTaFoto Copyright © Queer Referat des AStA der FH Frankfurt

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Aids Hilfe Frankfurt: Homophobie stoppen!

NeinDankeFoto Copyright © AIDS Hilfe Frankfurt

Am 17. Mai ist der „Internationale Tag gegen Homophobie“. Lesben, Schwule, ihre Familien und FreundInnen werden in hunderten Städten weltweit aufstehen, um sichtbar, öffentlich und fröhlich der Homophobie zu widerstehen.
Auch in Frankfurt wird ein Signal gesetzt: Am Frankfurter Engel auf dem Klaus-Mann-Platz findet um 13 Uhr ein Fest statt.
Kommt vorbei und kämpft GEGEN Homohass und FÜR Gleichberechtigung!

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Update Donnerstag 8. Mai 2014 – PROGRAMMPLANUNG am 7.5. beschlossen

Wunschliste1
Aktion: 250 rote Herzluftballons mit Helium-Edelgas werden mit persönlichen Grußkarten in den Himmel geschickt, um ein liebevolles Zeichen gegen Hass und Menschenfeindlichkeit zu senden (Ballonsponsor fehlt noch – Grusskarten von KUSS41)

Aktion: Speakers Corner, Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) – Verstärkeranlage, Mikros, Musikanlage für Live-Auftritte

Aktion: Video-Aktion „Was bedeutet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison (overline-tv) – (http://www.queer.de/detail.php?article_id=21493) – gesucht: wunderschöner Sessel, weitere Cams und Filmfreunde

Aktion: Plakatausstellung des KUSS41

Aktion: Helfer für die Putztruppe ab 12:15-13:00 – gesucht: Dampfdruckreiniger, biologische Reinigungsmittel für Stein + Stahl. Handschuhe + Picker/Mülltüten für Dreck aus den Hecken.

Aktion: Regenbogen-Picknick Kuchen, Kaffee und andere hausgemachte Köstlichkeiten zum Selbstkostenpreis, dazu brauchen wir noch Omas Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und einen stabilen Falt-Klapptisch.

Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc

Weitere Wunschliste: Wir brauchen
Kreative Menschen, die was zu sagen haben, singen, tanzen, dichten, rezitieren. Offen für alles was zu diesem einzigartigen IDAHO und unserem Klaus-Mann-Platz passt.

Lesbisch-schwule Selbshilfegruppen, die sich und ihre Arbeit beispielhaft vorstellen und ihre Meinung zum IDAHO sagen. Zum Beispiel: um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadtteilbegehung gegen Homophobie mit Stadtführer Christian Setzepfandt und grüner Landesprominenz. Um 14 Uhr legen die Schwusos Frankfurt einen Kranz am Frankfurter Engel zu Ehren der Opfer der Homosexuellenverfolgung ab – im Beisein des SPD-Landesvorsitzenden. Wir freuen uns diese Veranstaltungen integrieren zu können, auch weil wir überparteilich und überkonfessionell sind und alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren.

Technik: Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet und internationale Vernetzung mit hundert anderen IDAHO-Aktionen weltweit.

Es fehlen noch:
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre
Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien
Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Alle Gruppen und Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, den IDAHO Frankfurt 2014 informell und materiell zu unterstützen. Wir bitten die Empfänger diese Einladung zum IDAHO FFM 2014 in ihre Netzwerke/Verteiler mit persönlicher Empfehlung weiterzuleiten den Aufruf zu unterzeichnen und Ideen oder Sachmittel beizutragen.

Herzlichen Gruß
Frankfurter Engel Freundeskreis (Veranstalter)
Frankfurter Vielfalt (Unterstützer)
Lesbisch-schwules Jugendzentrum KUSS41 (Unterstützer)
Lesben Informations- und Beratungsstelle LIBS (Unterstützer)
Queer Referat FH Frankfurt (Unterstützer)
Schwusos Frankfurt (Unterstützer)

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2 Antworten zu Frankfurt am Main 17. Mai 2014 – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie – (1 akt)

  1. Markus schreibt:

    Danke für Deinen umfassenden und gut recherchierten Beitrag!🙂

  2. Sandrah schreibt:

    Sehr guter Beitrag

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