Sponsoren der olympischen Winterspiele in Sotchi 2014: „So hatten wir uns das eigentlich nicht vorgestellt“ (akt 1)


Darf man den Artikel in den Zeitungen wie der New York Times Activists Try to Hijack Promotions by Sponsors of Sochi Olympics und der Huffington Post „Gay Voices“ Olympic Sponsors Were Warned About Sochi; Now McDonald’s and Coca-Cola Are Having a PR Nightmare Glauben schenken, so erleben die Sponsoren der Olympischen Winterspiele in Sotchi zur Zeit einen „PR Alptraum“.

Der Auslöser für diese PR Alpträume wurden mit dem Gesetz gegen Homosexuelle Propaganda zum Schutz gegenüber Minderjährigen in Gang gesetzt.

Aus Kinderschutzgründen wurde die so genannte „homosexuelle Propaganda“ in der Öffentlichkeit in manchen Regionen Russlands von 2006 bis 2013 unter Verbot gestellt. Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland. Quelle: Wikipedia

Schon früh während der Leichtathletik Weltmeisterschaften in Moskau im August 2013 zeichneten sich erste Proteste gegen wie auch Befürwortungen für das von der Duma verabschiedete Gesetz ab. Mit der Verabschiedung dieses Gesetztes wurde dem Öffnen der Büchse der Pandorra gleich, eine Welle der Gewalt gegen Menschen aus der LGBT Community in Russland in Gang gesetzt, mit der man nicht gerechnet hatte. Das die Gewalt gegen Menschen aus der LGBT Community in Russland Protest nach sich ziehen würden lag auf der Hand.

So wurde u.a. in Deutschland am 8. August die FB Seite Enough is Enough – Open your Mouth ins Leben gerufen, dessen engagiertes Team am 31. August eine Demo in Berlin auf die Beine stellte die was die Teilnahme und das Feedback betraf nicht nur das Team selbst überraschte (Bilder zu der Demo) sondern auch in den nationalen wie auch Internationalen Medien ein Echo hinterließ.

Zur gleichen Zeit wurde über div Webseiten wie auch FB Seiten Kontakt zu den Sponsoren der Olympischen Spiele in Sotchi aufgenommen. Da das Feedback der Sponsoren so  Inhaltsleer wie nichtssagend waren, war es nur folgerichtig das die Reaktionen einen Gang zulegten. Auf der mittlerweile ins Leben gerufenen webseite von Enough is Enough – fanden sich sämtliche Logos der Sponsoren deren Layout „Protestgerecht“ umgestylt wurden und derer sich Viele in den nächsten Monaten bedienten um ihre pers Haltung auf dem Weg über soziale Netzwerke der Sponsoren, Youtube wie auch den entsprechenden weltweiten Webseiten  zum Ausdruck zu bringen.

Die Sponsoren jedoch schienen weiterhin mehr oder weniger unbeeindruckt und glaubten durch „ihre gängigen PR Maßnahmen“ alles unter Kontrolle zu haben.

Olympic sponsors were warned. Last August the Human Rights Campaign urged the Olympic sponsors to take specific actions in light of Russia’s „gay propaganda“ law. The group listed actions the companies could take, including very clearly condemning Russia’s anti-gay law, putting pressure on the International Olympic Committee, supporting the Russian LGBT community publicly and putting „marketing and creative advertising resources to use — helping to build awareness and demonstrate support for LGBT equality in Russia and globally.“

The companies did virtually nothing. And in The New York Times today both Coca-Cola and McDonald’s responded to the ensuing PR nightmare by continuing to offer only tepid support for „human rights“ while glaringly failing to slam Russia’s anti-gay law. Quelle – Source: Huffingtonpost.com

Weit gefehlt. Dieses mal machten Coca Cola, P&G, Visa etc die Rechnung ohne den Wirt. Die Sponsoren die meinten das die gängigen PR Kampagnen nach altbewährtem Muster funktionieren würden wurden durch die Kreativität Vieler eines Besseren belehrt. Die Kampagnen waren idr Steilvorlagen die durch entsprechendes Know How dazu verwendet wurden um die Sponsoren ins offene Messer laufen zu lassen.

Aus dem 1971er Spot wurde 

Coca-Cola has been forced into the closet regarding its sponsorship of the 2014 Winter Olympics in Sochi. It has shut down an interactive feature that allowed people to put messages on Coke cans cheering the Olympic athletes. Quelle – Source: Huffingtonpost.com

Auch diese vor einigen Tagen von Coca Cola gestartete interaktive Kampagne (Create deine eigene Dose) wurde sehr schnell „deaktiviert“ da das Ergebnis für Cola Cola nicht ganz im Sinne des Erfinders (der Kampgane) war.

 ShameOnCoke

Selbst bei dem IOC hat dem ersten Anschein nach ein „zartes Umdenken“ stattgefunden.

International Olympic Committee (IOC) president Thomas Bach said on Tuesday (AEDT) athletes could make political statements if they so wished at press conferences during the forthcoming Sochi Winter Olympic Games but not during the events themselves. Quelle – Source: abc.net.au

Athlete Ally, hat dieses Info sofort aufgegriffen und entsprechend umgesetzt:

IOC Says Sochi Olympians Can Speak Out Against Anti-LGBT Laws in Press Conferences

IOCsagtJa2Copyright © AthleteAlly

Selbstredend das Mr. Putin alles andere als amused ist befürchtet er doch durch die Reaktionen auf sein Gesetz wie auch die Vorwürfe der immensen Kosten wie auch der Korruptionsvorwürfe die im Zusammenhang seines „größenwahnsinnigen Projektes „Olympische Winterspiele 2014 in Sochti – einer subtropischen Zone“ im Raum stehen einen Imageverlust, denen in seinen kühnsten Träumen kein Jota eingeräumt war. So hatte er sich „Putins Spiele“ nicht vorgestellt.

Generell: Alle Links in den Artikel der HuffingtonPost, der NYT sowie der anderen Artikel einzeln aufzuführen wäre ein Zuviel des Guten. Es macht aber durchaus Sinn wenn der geneigte LeserIn diese aufruft da sie das Bild das ich versuchte aufzuzeigen, mehr oder weniger abrunden.

Update 31. Januar 2014

Top Russian Official Overrules IOC President: Athletes Banned From Protesting

The Chief Executive Dmitry Chernyshenko of the 2014 Winter Olympics in Sochi, a Russian hand-picked by President Vladimir Putin himself to oversee every detail of the Olympics, says the President of the International Olympic Committee IOC Dt. Thomas Bach was wrong to claim Olympic athletes are allowed to protest.

“What I would call the Sochi speakers’ corner has been organized in Sochi city so that everybody can express themselves,” Chernyshenko said.

That’s far from retaining their “freedom of speech.”

Should an athlete run afoul of the laws, or the Olympic rules, they could be kicked out of the Games — and out of the country, possibly after sitting in jail for a few weeks.

Quelle – Source: Thenewcivilrightsmovement

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