Putin für den Nobel Preis nominiert? OMG


. . . .  wie auch Joseph Stalin, Czar Nicolai II, und Adolf Hitler. Quelle

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Auf einer Pressekonferenz die am 1. Oktober stattfand wurde Putin von einer Gruppe Namens International Academy of Spiritual Unity and Cooperation of Peoples of the World für den Friedens Nobelpreis vorgeschlagen. Dieser Vorschlag hat das Nobel Preis Komittee in einem Empfehlungsschreiben am 20 September ereicht. Quelle: Huffington Post

In der deutschsprachigen Medienlandschaft wurde diese Meldung bis auf die „Bild„, „20Min“ aus der Schweiz und einer Deutschen sprachigen Webseite Namens „Radio Stimme Russlands“ noch nicht aufgegriffen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit wann die deutschen Medienlandschaft dieses Thema aufgreift besonders auch deshalb weil in den sozialen Netzwerken innerhalb von Stunden entsprechend reagiert wurde.

Auf das Procedere der Vorschläge hat das Norwegische Nobel Kommittee keinen Einfluß. Einzig und alleine auf die Auswahl des FriedensnobelpreisträgersIn. Insofern fand ich auch die Meisten der „Äußerungen“ auf der FB Seite von Nobelprice.org völlig unangebracht. Sie sind so etwas wie eine vorauseilende Warnung sollte das Kommitee beabsichtigen Putin als Träger des Friedensnobelpreis zu nominieren.

Auf die Begründung warum Putin für den Friedensnobelpreis der richtige Mann sei gehe ich nicht näher ein. Die internationalen Presse hat dazu ausreichend Stellung genommen. Stellvertretend für die Int Presse führe ich hier nur die NYTimes an.

Interessant ist ein Artikel der Webseite „ThinkProgress„.  Da heißt es:

Putin’s nomination was filed by Beslan Kobakhiya, head of the Russian-based International Academy of Spiritual Unity and Cooperation of Peoples of the World.

Putins Nominierung wurde von Beslan Kobakhiya, Leiter der russisch-basierte International Academy of Spiritual Unity und Zusammenarbeit der Völker der Welt eingereicht.

Dieser Name taucht auch in div Artikel der Int Presse zu dem Thema auf. Beslan Kobakhiya ein Journalist hat als Mitglied einer Delegation von Abchasien am 27. Juni vor dem Europäischen Parlament (auf Einladung der EU?) für die autonome Region Abchasien, die sich von Georgien losgesagt hat aber in enger Verbindung zu Russland stehen muß gesprochen. Warum sonst sollte ein Journalist eines fremden Landes für Russland unter Putin Partei ergreifen?

Vor Juli 2013 war was das Thema Homophobie in Russland betrifft auf FB wie auch im LGBT relevanten Netzwerk mehr oder weniger „Tote Hose“. Zu den Wenigen die seit Jahren das das Thema „Homophobie“ aufgreifen und schreiben gehören Ondamaris und 2mecs, Thinkoutsideyourbox , Steven Milverton, SamstagisteinguterTag, Gay West um nur einige Blogger zu nennen sowie das Online Magazn Queer.de , Quarteera.de – ein Verein für russischsprachige LGBT in Deutschland und ihre Freunde.  Was ich an ihnen schätze ist die Recherche die ihren Artikel zugrunde liegt. Sie haben sich das was zum Werkzeug des Journalismus gehört, zu eigen gemacht. Dies und ihre Unaufgeregtheit, vor allen Dingen ihre Haltung wünschte ich würde manchmal auf Facebook beherzigt werden.

Als ich diesen Aufschrei der Empörung auf Facebook wahrgenommen habe, habe ich wie die meisten Anderen den Tenor aufgegriffen und mich ebenfalls „empört“. Auf Enough is Enough – Open your Mouth“ habe ich später das Folgende geschrieben:

Als ich den Link PinkNews laß dachte ich wie die Meisten das er vorgeschlagen nominiert sei. Als ich genauer schaute stellte ich fest das es sich um eine Nominierung handelt die von einer der div Organisationen/Personen gemacht wurde wie sie hier auf der Webseite aufgeführt sind.

Aus den Vorschlägen wird der Preisträger dann von einem 5 köpfigen Komittee gewählt Wer es sein wird wird man am 11. Oktober erfahren.

Jetzt kann man natürlich trefflich darüber diskutieren wer warum wen vorschlagen kann und wer nicht. Ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen wo ich bei allem guten Willen des öfteren wahrnehme das was das Thema Stop Homophobia betrifft auf eine Art und Weise Grenzüberschreitend agiert wird. Kritik – kritische Gedanken – Hinterfragen wird – so empfinde ich es mitunter als „eine negative Haltung nach dem Motto „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ wahrgenommen.

Ich bin ein erwachsener Mann der eines nicht macht: Blindlings zu folgen, auch wenn mich meine Leidenschaft, wenn ich mich für etwas – emotional – begeistere immer wieder mal davonträgt.

Guter Aktivist – schlechter Aktivist. Zu jung – zu alt. Nicht lange genug HIV positiv.

Marcel Dams hat es im Vorwort anläßlich seiner Laudatio „Kompassnadel für den Spiegel“ sehr treffend auf den Punkt gebracht:

Es wurde in offenen Briefen und Pressestatements geschrieben, dass ich zu jung sei, um das hier zu machen, schließlich habe ich die 80er Jahre nicht miterlebt, und dazu noch instrumentalisiert werde.

Eine ähnliche Haltung ist mir in der letzten Zeit ebenso des öfteren begegnet.

Schreiben kann jeder – Nur wer auf die Strasse geht, wer Workshops leitet der ist ein echter, ein guter Aktivist . . .

Möglicherweise ist man sich nicht bewußt was man mit dem wie und was man sagt zum Ausdruck gebracht wird. Ich kenne das auch von mir. Dennoch, manchmal und in letzter Zeit immer öfter würde ich schon den Einen oder Anderen ganz gerne mal so ganz Slangmäßig fragen. „Hey Alter was geht ab bei dir ?“

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Gegen das russische Gesetz gegen Propaganda von Homosexualität Off undOnline protestieren – demonstrieren? JA!
Demos vor der Russischen Botschaft, Konsulaten, russischen Banken abhalten? JA!
Gegen die Sponsoren der Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014 On und Offline protestieren? JA!
Gegen die Olympische Charta und der realitätsfremden Haltung des Deutschen olympischen Sportbundes in Frankfurt/Main On und Offline demonstrieren? JA!
Gegen Homophobie ON und Offline protestieren und demonstrieren. JA!

Da wo es hingehört

stop

Was die Aussage des Vorsitzenden der russischen Staatsduma, Sergei Naryschkin, der zu der Kritik des Europarates meinte das die Kritik „antidemokratisch“ (Russland ist eine Demokratie? Da scheint er mir vom Schröder Virus infiziert zu sein) und Boykott-Aufrufe für die Olympischen Winterspiele in Sotschi wegen  Menschenrechtsverletzungen und des umstrittenen Gesetzes gegen Homosexuelle dumm und zynisch seien . . . Quelle: Neue Züricher Zeitung

Die Vielfalt der Formen von Realitstverlust erstaunen mich doch immer wieder aufs Neue.

Nota Bene:

Was Bill Clinton, ein Mann der in den letzten Jahren wiederholt von den Organisatoren des Life Ball auf Grund seines Engagements der Clinton Health Access Initiative (CHAI) mit großzügigen Spenden bedacht wurde geritten haben muß um zu der Aussage “Putin can be trusted” zu kommen erschließt sich mir in keinster Weise.

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