Die Deutsche AIDS Hilfe Berlin wird 30 – Ein Grund zum feiern.


Die DAH wird heute am 23. September 30 Jahre alt. Vor 28 Jahren, im Dezember 1985, hat mir ein Arzt in U-Haft zwischen Tür und Angel „Sie sind Positiv“ an den Kopf geworfen. Mittlerweile bin ich mir sicher, auch auf Grund meiner damaligen Werte, das ich mich im Jahr 1984 infiziert habe.

Anläßlich des 30 jährigen Geburtstages hat die DAH eine neue Kampagne „Wußten sie eigentlich“  gestartet. Beim durchblätern der „Menschen und ihrer Geschichten“ bin ich zuerst bei der pers Geschichte von Britta „Heroin kann Leben retten – Substition kann Leben retten!“ hängen geblieben. Dies deshalb weil ich viele Jahre meines Lebens Drogen genommen habe, mein Leben von aktiver Drogensucht bestimmt und geprägt war. Beim Lesen ihrer Geschichte kam mir des öfteren der Gedanke „Ja das kenne ich auch von mir, Das kommt mir bekannt vor“.

Auch für mich war Ende der 60 ger Jahre Drogen nehmen ein „Akt der Rebellion“. In dieser Zeit wußte ich nur was ich nicht wollte: Ein „spießiges“Leben wie meine Eltern führen. Ich wollte frei sei das zu tun was mir Spaß machte. Drogen nehmen gehörte zu meinem damaligen Verständnis von „Frei Sein – Freiheit“ einfach dazu. Und wie Britta hatte auch ich einen Kreis Gleichgesinnter gefunden wo ich mich verstanden und geborgen, dazugehörig fühlte.

Irgendwann wollte ich wissen wie es ist wenn man Kokain und Heroin nimmt. Anfangs hatte ich diese „harten Drogen“ noch im Griff. Das sollte sich schnell ändern. Nach relativ kurzer Zeit hat es sich gedreht und Heroin hatte mein Leben bestimmt, unter Kontrolle. Insofern hat ihre Geschichte für mich der ich seit seit 19 Jahren clean bin immer noch einen hohen Identifikationswert. Dieses Gefühl der Indentifikation mit Anderen oder dem was Andere Menschen teilen ist im Kontext mit Veränderung = aufhören mit dem „Gebrauch, dem Nehmen von Drogen“ ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Sucht ist eine Krankheit. Die Entkriminalisierung von Drogen respektive Drogenabhängigen wie auch eine damit einhergehende flächendeckende kontrollierte Abgabe von Diamorphin ist nach 43 Jahren fruchtloser Bemühungen das Problem „Drogen“ über den Weg von „Mehr  Strafen“ in den Griff zu bekommen zwingend geboten.

Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe plädiert für einen Kurswechsel: „Abhängigkeit ist ein gesundheitliches Problem“, sagt er. „Das kann man nicht mit dem Strafrecht lösen.“

Quelle: Zeit.de

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