Nationaler AIDS-Beirat neu berufen – Die Umsetzung der GIPA Prinzipien funktioniert . . . little by little (1)


Heute wurde der Nationale AIDS Beirat neu berufen. Dazu heißt es auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums:

Am 22. Juli hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr turnusgemäß den Nationalen AIDS-Beirat  neu berufen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: „Der Nationale AIDS-Beirat hat die Bundesregierung in den vergangenen zwei Jahren zu einer Reihe von schwierigen und komplexen Themen beraten. Er hat mit der Verabschiedung von vier Voten wichtige Impulse bei der Anpassung unserer erfolgreichen HIV/AIDS-Strategie gesetzt. Seinen Mitgliedern (i.e. dem unter Philipp Rösler eingesetzten 1. NAB)  spreche ich meinen besonderen Dank aus. “

Unter dem Glossarbegriff Nationaler AIDS Beirat auf der Seite des BMG findet man einiges mehr was die Aufgaben, Ziele, etc betrifft.

4 Mitglieder des neu ernannten Natinalen Beirates kommen aus der Selbsthilfe. Sie sind ein Beispiel dafür wie die GIPA Prinzipien umgesetzt werden.

Bernd Aretz
Kelly Cavalcanti
Urich Würdemann
Gaby Wirz

Die Umsetzung der GIPA Prinzipien bedeutet das nicht nur die Belange und Erfahrungen von „Menschen die von HIV/AIDS betroffen sind“ in politische Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden sondern das man ihnen die Möglichkeit einer Teilnahme – Involvement“ einräumt bzw zugesteht. Diese Sichtweise wurde erstmals in Denver 1983 von den Anfängen der „Selbsthilfe in den USA“ der Gesellschaft kommuniziert – „Denver Prinzipien„. Zu einer Zeit also als es UNAIDS – Gegründet 1994 – noch nicht gab. Innerhalb der folgenden 30 Jahre sind u.a. die Erfahrungen und Sichtweisen von Menschen mit HIV/AIDS in die politische Arbeit i.e. Aufklärung, Prävention und der Bemühung der Verbreitung von HIV/AIDS Einhalt zu gebieten auf globaler Ebene – UNAIDS – eingeflossen und einbezogen worden. Die Erkenntnis das Menschen mit HIV/AIDS sich organisieren und ihre Belange einfordern, kommunizieren mit dem Ziel das sie politisch umgesetzt werden war für die Politik nicht immer leicht anzunehmen. Dennoch fanden sie Eingang in die Erklärung von Paris und die GIPA Prinzipen.

Ondamaris zu dem Thema Selbsthilfe:

Da meldete sich eine Selbsthilfe zu Wort, die nicht sehen wollte, dass auch wir Selbsthilfe waren. Nach der Erfahrung müsste man die Frage vielleicht anders stellen? Welche Selbsthilfe braucht es darin? Und da gibt es für mich heute nur eine Antwort drauf, wir brauchen eine Vielfalt von Menschen und Erfahrungen, die respektvoll an den Diskursen teilnehmen, von der Selbsterfahrungsgruppe , bis zu den öffentlich exponierten Gestalten. Quelle

Ein Punkt jedoch der was die Transparenz betrifft liegt immer noch unter einem Schleier verborgen. Für Viele von Uns  „Menschen mit HIV/AIDS“  ist es auf Grund unserer Infektion/Krankheit von HIV/AIDS wichtig zu wissen „Wie“ etwas funktioniert, wie „Verbesserungen unserer Situation eintreten und Ergebnisse“ zustande kommen. Dies bezieht sich in erster Linie ganz besonders auf die Wirkung von HIV Medikamente wenn wir uns mit der Situation konfrontiert sehen sie nehmen zu müssen.

Dieses Prinzip ist im Kontext der Transparenz zum besseren Verständnis im Sinne der GIPA Prinzipien „Greater Involvment of People living with HIVAIDS“anwendbar bzw übertragbar.

Wer schlägt die TeilnehmerInnen im NAB vor? Werden sie vom BMG bestimmt? Nach welchen kriterien werden sie ausgesucht, vorgeschlagen bestimmt? welche Anforderungen sollen – müssen sie erfüllen? Hier würde ich mir diesbezüglich einen klaren Abriß wünschen. Wenn ich um die Anforderungen einer Position und die Möglichkeiten – die Ziele die mit der Teilnahme an welchem Projekt auch immer verbunden ist weiß, dann bin ich in der Lage abzuwägen und mich zu entscheiden, sollte die Entscheidung in meiner Hand liegen. Doch auch wenn die Teilnahme an einer solchen Gruppe oder hier Beirat nicht von meiner pers Entscheidung abhängig ist. Wir „Menschen mit HIV wissen“ wie GIPA in diesem Aspekt funktioniert. Diese Ebene – der Nationale AIDS Beirat – ist ein Teil von GIPA – der, wie Termabox es in seinem Artikel aus dem Jahr 2008 bezeichnet

Beteiligung von Menschen mit HIV und AIDS an der gesellschaftlichen und politischen Reaktion auf HIV.

Was ist GIPA überhaupt? Was bedeutet GIPA? Viele von uns „Der Community wie auch menschen mit HIV/AIDS“ haben diese 4 Buchstaben mehr wie einmal gehört. Wenige jedoch wissen was sich hinter dem Begriff  „GIPA“ verbirgt.

What is GIPA?

GIPA is not a project or programme. It is a principle that aims to realize the rights and responsibilities of people living with HIV, including their right to self-determination and participation in decision-making processes that affect their lives. In these efforts, GIPA also aims to enhance the quality and effectiveness of the AIDS response.

The idea that personal experiences should shape the AIDS response was first voiced by people living with HIV inDenver in 1983. The GIPA Principle was formalized at the 1994 Paris AIDS Summit when 42 countries agreed to “support a greater involvement of people living with HIV at all levels and to stimulate the creation of supportive political, legal and social environments – the Paris Declaration. Quelle: UNAIDS

In 2001, 189 United Nations member countries endorsed the GIPA Principle as part of the Declaration of Commitment on HIV/AIDS. The 2006 Political Declaration on HIV/AIDS unanimously adopted by 192 Member States at the 2006 High Level Meeting on AIDS also advocated the greater involvement of people living with HIV.

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GIPA ist weder ein Projekt noch ein Programm. Es ist ein Prinzip, das die Rechte und Pflichten von Menschen mit HIV realisieren soll einschließlich ihres Rechts auf Selbstbestimmung und Partizipation in Entscheidungsprozessen, die ihr Leben beeinflussen. Teil dieser Bemühungen von GIPA zielt auch darauf ab die Qualität und Effektivität der Behandlung von AIDS zu optimieren.

Die Idee, dass persönliche Erfahrungen die – im weitesten Sinn – Behandlung von AIDS mitgestalten könnte, wurde erstmals von Menschen mit HIV im Jahr 1983 durch die „Denver Prinzipien“ zum Ausdruck gebracht. Das Prinzip von GIPA wurde 1994 auf dem Paris AIDS Summit in der „Erklärung von Parisformalisiert, als 42 Länder vereinbarten, „eine stärkere Beteiligung der Menschen mit HIV auf allen Ebenen zu unterstützen, und die Schaffung eins unterstützenden politischen, rechtlichen und sozialen Umfeldes zu fördern.

2001 unterzeichneten 189 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen „Die GIPA Prinzipen“ als Teil der Verpflichtungserklärung zu HIV/AIDS. Die politische Erklärung zu HIV/AIDS von 2006 wurde von 192 Mitgliedstaaten anläßlich des im Jahr 2006 stattfindenden High Level Meeting zu dem Thema AIDS einstimmig angenommen und befürwortete die stärkere Einbeziehung von Menschen mit HIV.

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Innerhalb v0n 8 Jahren vom Oktober 2000 „Enhancing the Greater Involvment of People living with HIV/AIDS GIPA in Sub-Sahara Africa“ A UN response „How far have we gone“ bis zum März 2007 haben sich die GIPA Prinzipien so wie sie uns heute vorliegen entwickelt.

Ob UNAIDS, WHO etc die jeweils stattfindenen Treffen finden idr in Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch, Chinesisch und Arabisch statt. D.h. das Dokumente zu entsprechenden Themen in diesen Sprachen ein offzieller Charakter innewohnt bzw gleichkommen. Dazu kommt der Umstand das allen „Konferenzsprachen“ eine diplomatische Komponente innewohnt. Dies sieht man sehr gut anhand der Übersetzung, der Erklärung von Paris die leider eine nichtamtliche Übersetzung des Bundesgesundheits-Ministeriums ist. Fast jeder der einzelnen Punkte in der Erklärung sind Anregungen, Absichtserklärungen undoder Empfehlungen, also das was man unter dem Begriff „Diplomatisch“ versteht.

Gleiches gilt auch für die Übersetzung der „Denver Principles von 1983“ die wir dem Band „Feuer unterm Arsch“ aus dem Schaffen von Andreas Salmen zu verdanken haben.

Nicht jeder von Uns „Menschen mit HIV/AIDS“ ist der englischen Sprache – vor allen Dingen der Konferenz und Diplomaten Sprache – in dem Maß mächtig um die GIPA Prinzipien zu verstehen. Leider gibt es auch noch keine adäquate Übersetzung der GIPA Prinzipien “The Greater Involvement of People Living with HIV (GIPA)” in Deutsch. Damit wir „Menschen mit HIV/AIDS uns in einem größeren Maß „einbringen“ können ist die Mindestvoraussetzung eine Übersetzung der GIPA Prinzipien = Greater Involvement of People living with  HIV/AIDS von Englisch -> Deutsch zwingend geboten.

Die Übersetzung darfkann ruhig von einer Abteilung des BMG vorgenommen werden

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