Warum nicht die Vergangenheit dort lassen wo sie hingehört? In der Vergangenheit


Ayya  Khema war eine kluge und weise Frau. Ein Satz in einem ihrer Vorträge hat mich sehr beeindruckt. Damals als ich ihn zum ersten Mal mal hörte wie auch heute noch.

Jeder Mensch hat eine Vergangenheit. Jeder Mensch ist von seiner Vergangenheit geprägt. Ohne unsere Vergangenheit wären wir nicht die Menschen die wir heute sind. Die Vergangenheit hat uns zu dem Menschen gemacht der wir heute sind. Ob es uns nun gefällt oder nicht. Es ist eine Tatsache.

Die Frage die mir immer wieder begegnet ist: „Habe ich mit mir, mit meiner Vergangenheit abgeschlossen? Habe ich mit meiner Vergangenheit, mit mir Frieden geschlossen? Bin ich in der Lage meine Vergangenheit ruhen zu lassen oder gibt es da noch etwas was mich beschäftigt, etwas von dem ich meine das offen ist, das es noch einen „offenen Kreis“ gibt der geschlossen werden will ?

Muß man sich seiner Vergangenheit stellen? Nein das muß man nicht. Kann man, darf man seine Vergangenheit aus seinem Leben ausblenden, verdrängen? Natürlich darf man das. Funktioniert es seine Vergangenheit zu verdrängen, auszublenden?

Im Gegensatz zu einer Festplatte die man „erasen„, auf eine Art und Weise löschen kann das sie „Leer, ohne Informationen wie ein unbeschriebens Blatt“ ist, sodaß sie mit neuen Informationen wieder beschrieben, angefüllt werden kann, ist dies mit „unserer Festplatte – dem Massenspeicher Gehirn“ nicht möglich.

Sich s(m)einer Vergangenheit zu stellen ist ein sehr persönlicher, privater Aspekt. Ein Aspekt der nur für mich Gültigkeit besitzt.

Leben ist eine Abfolge von Beziehungen zu Menschen. Manche sind von kurzer Dauer, wie der Kauf von frischen Brötchen beim Bäcker. Andere sind von einer längeren Dauer wie Freundschaften, Partnerschaften, Ehen oder eheähnlichen Verhältnissen, der Besuch von Schulen, Universitäten oder die tägliche Arbeit. Manche sind sehr privat, intim und persönlich, die meisten sind strictly commercial, unverbindlich und oder unpersönlich. Wir stehen immer in Beziehung zu einem oder mehreren Menschen. Und jede Beziehung hinterläßt Spuren in uns, macht etwas mit uns. Bei jedem Einzelnen der Beteiligten.

Beziehung entstehen und vergehen. Es ist ein großes Glück wenn eine Beziehung die zu Ende gegangen ist keine schmerzhaften Spuren, keine Wunden hinterlassen hat. Auf kurze Beziehungen trifft dies idr weniger zu. Bei Beziehungen die länger waren, kommt dies jedoch vor. Wie geht man dann mit den Wunden um? Wenn ich mich beim schneiden von Möhren oder dem Kartoffel schälen verletzt habe, dann klebe ich ein Pflaster auf die Wunde oder ich gehe zu einem Arzt der dann meine Wunde versorgt. Mit der Zeit wird diese Art der Wunde verheilen. Zurück bleibt manchmal eine Narbe.

Anders sieht es mit Wunden aus die während einer Beziehung entstanden sind. Bin ich in der Lage mir diese Wunden anzuschauen, mich solchen Wunden zu stellen und sie zu versorgen damit sie heilen können?

Viele Wunden heilen mit der Zeit von alleine. Ob dies wirklich der Fall ist . . ich bin mir da nicht mehr so sicher. Zurück bleiben idr Narben. Wenn Narben berührt werden kann es passieren das wir an den Auslöser dieser Narbe, dessen Ursprung in unserer Vergangenheit liegt, erinnert werden. Wir lernen mit unseren Narben zu leben.

In der letzten Zeit kommen mir „offene Kreise aus Beziehungen“ meiner Vergangenheit in den Sinn von denen ich denke das es „mir gut tun würde“ wenn ich mich mit dem einen oder Anderen treffen könnte um diese Kreise schließen können. Was aber mache ich wenn dieser Wunsch einseitig bleibt, nur mein Wunsch ist? Was verbirgt sich tatsächlich hinter meinem Wunsch? Da bleibt dann nur ein genaues hinschauen bei mir selbst.

In solch einem Fall kann nur ich selbst diesen Kreis schließen. Es ist das was ich unter „mit mir selbst Frieden schließen“ verstehe. Ich denke das dies der Aspekt von „Die Vergangenheit in der Vergangenheit lassen“ ist.

Ich stelle wieder einmal fest, das „mit sich selbst Frieden zu schließen – in Balance zu kommen “ sich einfacher schreibt als es zu praktizieren ist wie auch die Tatsache das es ein ongoing Process ist. Obwohl manche Erfahrungen auf den ersten Blick sich zu gleichen scheinen, sind sie dennoch jedesmal anders da sie auf einer anderen, tieferen Ebene stattfinden.

* * * * * *

Weitere/ähnliche Beiträge zu diesem Thema:

Dieser Beitrag wurde unter A Day in the Life, Alter, Geschichte, HIV im Alltag, HIV/AIDS abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Warum nicht die Vergangenheit dort lassen wo sie hingehört? In der Vergangenheit

  1. yahya schreibt:

    Lieber AlivenKickn,

    diesen Artikel nicht zu kommentieren wäre für mich unmöglich. Durch die Erkenntnis, eine lebenszeit verkürzende Erkrankung in mir zu tragen, wurde ich, auch dadurch dass ich nun an Stuhl und Bett gefesselt, auf mich und meine Vergangenheit zurückgeworfen. Umsomehr auch, da der Umstand einer solchen Erkrankung, zu Isolation und Vereinsamung führt. Die Menschen reagieren da sehr unterschiedlich drauf – auf das Sterben, absterben. Manche meiden Dich, weil Ihnen Ihr eignes Leid so bewusst wird, andere weil sie dein Leid nicht mindern können wieder andere weil sie ja täglich tun müssen, was sie tun müssen! und ICH nun.. habe ZEIT!
    Zeit das Leben Revue passieren zu lassen – in meiner Gefangenheit. Ich selbst wurde durch dieses „Revue“ passieren lassen aktiv – aktiv mich mit den Menschen, die mich in meinem Leben begleiteten – nun zum Ende hin zu „versoehnen“. was immer auch man darunter verstehen mag. Die Dinge eben zu ordnen. Unausgesprochenes auszusprechen und Unklares aufzuklären. Zu vergeben habe ich nichts und niemandem denn JEDER ist für sich selbst und sein tun verantwortlich und wird die Ernte einfahren, deren Samen er, in seinem Leben gelegt hat. Meine Erkrankung brachte mir Jesaja sehr nahe. http://bibel-online.net/buch/luther_1912/jesaja/53/ und alles darin unterschreibe ich bis den Schluß – den verachte ich: (Rache ist wohl ureigner Christenwunsch, wie duiie Freud auf Lohn.. HOHN!) Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

    Aber.. wie ich nun in den letzten Jahren meiner Erkrankung, es geht ins siebente Jahr nun – und seit drei Jahren der „Blitz“ verrentete voll EU Rentner ( was hab ich mich gewehrt – alles blos nicht verrentet werden! so jung zum Müll, wo man noch soviel tun will.. ) und auch das erkennen – REHA geht vor Rente ( dummes Geseiere – eine Reha wurde erst garnicht versucht, bzw eine mögliche Schmerztherapie gleich abgeschmettert – ne – wir verrenten sie – ist billiger!) sei es drum – diese nun sieben Jahre brachten fette Erkenntnis, und auch zur Vergangenheit! die nicht nur, aus meinem irdischen bewussten Leben und erleben besteht – sondern auch davor schon war – Aeltern, Voraeltern, Ahnen.. Was lange in Mensch geruht, erobert sich den Weg nach oben – kommt heraus – Ein Spermium, eine Eizelle, transportieren den Bauplan allen Lebens – wer will da annehmen sie transpiortieren nicht das „wissen“ erleben derer die da vor uns gewesen in uns? nur einen Bruchteil unseres gehirns sind wir zu Nutzen fähig, und gebrauchen es im Alltag. Doch das der Rest nur sinnfreie Masse sei – wohl weit gefehlt! Ich für mich fand nun Spuren in die Vergangenheit über Jahrtausende zurück. Und vieles in und an mir erklärt sich mir nun. Man muss dem Wassser den Weg nicht weisen, sagt man – Wasser sei nicht blind. Es findet seinen Weg! und ebenso muss man dem Geist den Weg nicht weisen, er findet seinen Weg. Doch wie bei dem Wasser, dass zumeisst zur Katastrophe wird, wenn man ihm den Weg weisst, ists bei dem Geist – zwingt man Geist in einen Weg – es endet in Katastrophe! Interesse und Neugier muss und soll man in Menschen legen, von klein auf! und mit diesem Rüstzeug bestückt, dem Interese und der Neugier, erarbeitet sich der kleine Mensch alles selbst im Laufe der Jahre, die ihm das Leben als verhängnisvolle Liebesaffaire zugesteht. Irgendwann beendet das Leben seine Affaire mit uns und glücklich der Geist, der dann sich im Kreis schliessen durfte und im Nichts endet. Mit mir endet meine Familiengeschichte nach Jahrtausenden, vollendet sich. Was ich direkt erlebt an üblem und schönem in meinem Lebensweg, war auch der Unwissenheit um die Vergangenheit geschuldet. Heute weis ich darum, was es heisst: „wichtig im Plane G ttes“.. da wurde vor ewigen Zeiten etwas angestossen – Urknall .. und vereinigt sich das beste, mit dem Guten.. so wird es besser – vereinigt sich das uebel mit dem schlechten – so endet es darin ( Sauriertheorie) – Ich bin mir bewusst heute, der schlechteste der Ueblen zu sein. Nichts an Abgründen des Lebens ist mir unbekannt. Und das schon von Geburt an. Alles übel lag und liegt schon immer in mir – doch im Gegensatz zu den Besten der Guten um mich, liegt es in mir in Ketten – ich lass ud lies es nie heraus. Früher war es mir peinlich, wenn Maman sagte: „Du bist ein menschenscheuer Sonderling.. “ – von klein auf lief ich vor den Menschen weg – in die wilde feindliche Natur – da fühlte ich mich sicher. Und heute nachdem ich mit 18 Jahren den Schalter umgelegt hatte und in die Menschenwelt schritt – zum Menschenfreundlichen wurde, weis ich – ich wär in feindlicher Natur sicherer gewesen! – aber weis man nicht : yahya.. war ein stilles kind, er mied die menschen, aß und lebte mit wilden tieren – und er weinte sehr viel.. ja – man kann der vergangenheit nicht entkommen – weil sie in uns als erfahrung und wissen mitgenommen! die Frage ist, wie wir welches Fazit zum Ende stellen! daraus – trifft ein Tropfen immer auf dieselbe Stelle, so wird daraus die große Welle – doch Menschenleben tropfen, wie Regentropfen unendlich verzweigt in den Ozean der Möglichkeiten und es entstehen Verwirrungen und Irrungen, Strudel und .. wir werden hinab gerissen im Strudel der vielen –

    ich hasste meinereiner horrorschule! und weis heute den Sinn warum ich als die Eins nach 250 darin – gewesen.. interesse und neugier gaben sie mir .. und als EINS die ich mir bewusst lach ich über die 250 nullen die mit mir da raus gegangen.. sie sind gefangen – ich bleib dabei – heut in meinem Gefängnis – bin ich frei! auch der Horrorschule gedankt!

    http://www.zeit.de/1971/10/wenn-ihr-lesen-wollt-legt-euch-hier-vor-die-tuer

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s