Ich bin . . . . ein Heterosexueller Mann der HIV + ist . . .


Ich bin mir bewußt das die Überschrift auf den ersten Blicke mehr Fragen als Antworten nach sich zieht. Aus diesem Grund verweise ich auf einen Artikel von Steven Milverton.

Einen Abschnitt der wie ich finde exemplarisch ist möchte ich herausgreifen:

Die gesichtslose Zusammenfassung verschiedener Menschen(gruppen) zu LGBTIQ erweckt den Eindruck einer einheitlichen Problemlage für die es Pauschallösungen gibt. Ich empfehle dringend, nicht mehr an einer falschverstandenen Solidarität, die sich wohl in den verschiedenen Buchstabenkombinationen ausdrücken soll, festzuhalten, sondern den Blick wieder den Bedürfnissen der Menschen mit ihrem jeweiligen Dasein zuzuwenden. Es wird sich dann eher erkennen lassen, welche Unterstützung sachgerecht ist und welche nicht.

Da ich aus der Selbsthilfe komme und dank einer Selbsthilfegemeinschaft – NA – clean geworden und geblieben bin haben Worte wie „Community“ und „Wir“ für mich einen ganz besonderen Stellenwert.

Solange die Bande, die uns zusammenhalten, stärker sind als das, was uns trennt, ist alles gut.

Zur Zeit sehe ich nur noch wenig was uns verbindet – was uns zusammenhält. Der Schwerpunkt hat sich von dem was uns verbindet auf das was uns trennt verlagert was zur Folge hat das der Zusammenhalt (ich bin was das historische der Schwulen und Lesbenbewegung betrifft nicht gerade der Experte) innerhalb der Community von Auflösungserscheinungen geprägt ist.

Das grundlegende das uns i.e. “ Schwule, Lesben, Transgender,-identische,-sexuelle Menschen, MigrantenInnen, MSM und Menschen die Bi sowie Menschen die HIV + sind“ verbindet bzw verbunden hat ist das „Wissen darum wie sich . . Stigmatisierung, Diskriminierung, Kriminalisierung, Mobbing auf der Arbeit, Ablehnung und Ausgrenzung, Entzug von Aufmerksamkeit und Liebe anfühlt. „Das war zur Zeit von Stonewall so wie es auch wieder in den Anfängen von HIV/AIDS in den Jahren 1982/83 in Denver/New York der Fall war. Das es innerhalb der jeweiligen „Gruppen“ gruppenbedingte Themen gibt die auf Grund des sich geborgen fühlens innerhalb der Gruppe thematisiert werden will und auch muß ist nachvollziehbar und steht ausser Frage.

Wenn das was uns verbindet die Basis wäre, dann würde uns nichts so leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mittlerweile ist das Trennende so mein Eindruck jedoch stärker als das was uns alle noch verbindet. Ergo wird der Trend weiterhin zum „Jeder kocht sein eigenes Süppchen“ gehen. Unsere Unfähigkeit das uns zu Verbindende als unsere Stärke zu betrachten stärkt letztendlich die Parteienlandschaft. Wie sonst könnte die CDUCSUSPDFDP das Thema der Gleichstellung dermaßen mit den Füßen treten und selbst Entscheidungen von Karlsruhe ignorieren.

Die Gefahr der Auflösung konnten Selbsthilfeorganisationen wie AA, NA die seit zig Jahrezehnten existieren nur dadurch verhindern das sie sich dem kleinsten gemeinsamen Nenner, das was sie alle miteinander verbunden hat wieder zugewandt haben. Es war der Punkt an dem man sich besonnen hat wenn ein Streit Gefahr lief auszuufern, bzw zu einer Spaltung – Auflösung tendierte. Die Hinwendung zu einer gemeinsamen Basis war letztendlich das Fundament auf dem sich alles weitere entwickeln konnte.

Eine jede Gemeinschaft setzt sich aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten zusammen. Es ist diese Buntheit der Vielfalt die eine lebendige homogene Einheit, eine Gemeinschaft so interessant macht. Das unterschiedlichste Meinungen und Sichtweisen aufeinanderprallen bedingen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Wenn man aber darüber das Verbindende aus den Augen verliert, dann ist einer jeden Gemeinschaft nur eine kurze Lebensdauer beschieden.

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