„5 Jahre ist doch noch kein Alter!“


Herzlichen Glückwunsch zum 5 jährigen und auf die nächsten 5 Jahre.

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Foto Copyright © Münchner Aids Hilfe

Vorab möchte ich mich an dieser Stelle bei dem Team von Rosa Alter “ Diana Zambelli, Paul Geissdörfer, Sabina Lorenz, Peter Priller“ bzw dem Autor dieses Textes für die „vorab“ freundliche Genehmigung bedanken diesen Text auf meinem Blog übernehmen zu dürfen.

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5 Jahre ist doch noch kein Alter . . . aber Grund zum Feiern. Am 19. April ist es so weit: rosaAlter wird fünf. Und ist damit heraus aus den mühsamen Anfängen. Grund genug, um ein Resümee zu ziehen.

rosaAlter

Foto Copyright © Münchner Aids Hilfe

Warum wollte man eigentlich vor fünf Jahren eine Beratungsstelle für ältere Lesben, Schwule und Transgender schaffen? Schließlich sind diese doch auch vorher schon alt geworden.

Aber jetzt kommt zum ersten Mal eine Generation in die Jahre, die Emanzipation und gesellschaftliche Gleichstellung in Bewegung gesetzt hat und sichtbar homosexuell oder transident lebt. Und auf diese Sichtbarkeit ihrer Lebensweise möchte sie auch im Alter nicht verzichten. Selbst wenn die gängige Altenhilfe heterosexuell geprägt ist.

Hier setzen wir in unserer Vernetzungsarbeit an – wir bringen die altersrelevanten Themen in die Szene und die szenerelevanten Themen in die konventionelle Altenhilfe. In den vergangenen fünf Jahren nahmen wir Kontakt zu allen Krankenhaussozialdiensten in München auf, besuchten einige Alten- und Servicezentren und gerontopsychiatrische Dienste, und wurden Teil der Vernetzung innerhalb gängiger Altenberatungsstellen. Und wir sind präsent in der LGBT- Szene. Wir sind Teil des Altenhilfevernetzungstreffens der Community, des Szenestammtischs, des Lesbenvernetzungstreffens… und vieles mehr.

Doch in erster Linie beraten und begleiten wir individuell zu allen Fragen des Älterwerdens und Altseins von Lesben, Schwulen und Transgendern. Dies gilt auch für deren Angehörige, Partnerinnen oder Partner, Freundinnen oder Freunde.

Wie nach dem Verlust der Partnerin, des Partners weitermachen? Wie sich im Dickicht der Bürokratie zurechtfinden? Wie sich ein eigenständiges Leben erhalten, wenn die Einschränkungen zunehmen? Durch Hausbesuche ermöglichen wir Beratungsgespräche auch bei Krankheit und fortgeschrittener körperlicher Einschränkung, und wir haben die Möglichkeit, in schwierigen Lebenssituationen auch über längere Zeit zu begleiten.

Krankheit, Altersarmut und Lücken im Versorgungssystem sind auch in der Wohlstandsstadt München Themen der scheinbar so finanzkräftigen LGBT – Community. Deshalb ist uns die Vernetzung innerhalb der Szene ein wichtiges Anliegen, da wir mit ihrer Unterstützung oft Lösungen für ein passendes Versorgungsnetz finden können.

So wollen wir auch weitermachen. Unser Blick in die allernächste Zukunft zeigt uns das Projekt „Nachbarschaftshilfe unterm Regenbogen“ – die LGBT-Community hilft sich selbst, um ein langes, selbständiges Leben zu Hause und in der Szene zu ermöglichen. Insbesondere in der jetzigen Aufbauphase der Nachbarschaftshilfe sind Ehrenamtliche gefragt und willkommen. Desgleichen begrüßen wir alle älteren Lesben, Schwule und Transgender, die ehrenamtliche Unterstützung aus der LGBT-Community annehmen möchten, um ihr Leben zu Hause und in der Community leichter zu gestalten.

Und so wird auch in Zukunft die Vernetzungsarbeit einen wichtigen Platz in der Arbeit von rosaAlter einnehmen. Wir bieten Raum für unterschiedliche Themen, wie z.B. die verschiedenen Gruppen des LesbenSalons oder die Angebote zum Thema „Trauer“, und sind offen für Wünsche und Vorschläge aus der Community.

Kurzum: In den letzten fünf Jahren hat rosaAlter einiges erfunden und ausprobiert, und so wird es auch weitergehen. rosaAlter ist aus den Kinderschuhen raus und hat noch viel vor sich.

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 Möge Eure „Arbeit“ aufgegriffen und von anderen AH´s umgesetzt werden. Und „als zarter Hinweis an die übrigen AIDS Hilfen quer durch Deutschland“ das HIV positive Heterosexuelle Männer und Frauen in ähnliche Projekte mit einbezogen und auch benannt werden. Toleranz schließt ganz besonders bei solchen Projekten heterosexuelle HIV positive Männer und Frauen mit ein.

Auch wir positiven HETEN werden älter!

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