Berichterstattung von RTL über HIV und AIDS „wie immer“: Plakativ und pauschalisierend


Ob Madame RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault an meiner Überschrift etwas auffällt wage ich, obwohl ich die Möglich nicht ausschließen will, zu bezweifeln.

Ich habe mich in der Überschrift zu diesem Artikel der gleichen inhaltlichen Aussage bedient die zum Berichterstattungs RTL Standard gehört: Plakativ und pauschalisierend

Da berichtet Madame über eine Veranstaltung – „Gesundheitliche Situation in Südafrika von jungen Mädchen“ über die vor 10 Tagen in div Südafrikanischen Medien berichtet wurde. Und nicht nur das Madame hat auch wie man lesen kann

mit ‚Sugar Daddys‘ und HIV-infizierten Schülerinnen gesprochen.

Im Rahmen einer Veranstaltung „Taking Parliament to the people“ präsentierte der Gesundheitsminister von SA Aaron Motsoaledi Daten einer Statistik aus der u.a. hervorgeht das 28 % der Schulmädchen in SA von dem HIVirus durch Sugar Daddies infiziert worden sind während nur 4 % der Jungen mit dem HIVirus infiziert sind.

South Africa’s Health Minister Aaron Motsoaledi said Wednesday that at least 28 percent of South African schoolgirls have HIV because of „sugar daddies.“

Speaking at an event called „Taking Parliament to the people,“ the health minister revealed new statistics that show only 4 percent of boys have the virus. Quelle: HuffingtonPost

Schaut man sich das Foto in der Huffington Post näher an dann wird man sogar feststellen das es sich um eine Provinz in Südafrika „Eastern KwaZulu-Natal“ handelt bzw handeln könnte. D.h. das es sich – auch wiederrum nach Lesart der Berichterstattung – nicht um Südafrika handelt, sondern um die Provinz „Kwa Zulu-Natal“ wo es ein Problem ist, das ältere Männer sich junge Mädchen suchen um Sex mit ihnen zu haben.

This picture, taken on July 23, 2012, in Durban, South Africa, shows a giant billboard highlighting the dangers for young women to have sex with older men. In South Africa, an increase in teenage pregnancies in eastern KwaZulu-Natal was blamed on older men seeking out younger women. The provincial government has set up 89 huge billboards to highlight the dangers of sex with older men, while creating support groups for young women to resist such relationships. Quelle Foto Huffington Post Aus Gründen des Copyright darf ich das Foto nicht hochladen . . .

Leider geht aus den Berichten der überwiegend englischsprachen Medien die mir bekannt sind nicht daraus hervor wie hoch die tatsächliche Zahl der Schulmädchen ist die mit dem HIVirus infiziert sind. Die Berichte in den mir vorliegenden Zeitungen sagen nämlich durch die Art der Berichterstattung aus das es auch mehr Schulmädchen sein könnten die HIV + sind, das aus einer Zahl die größer als 28 % ist 28 % der Schulmädchen mit dem HIVirus durch Sugar Daddies (die natürlich alle HIV + SEIN MÜSSEN) infiziert wurden bzw sind.

Macht man sich die Mühe und versucht mehr Informationen aus der Ferne – Frankfurt/Main – Sachsenhausen – in Erfahrung zu bringen, findet man in einer Zeitung in Afrikaans einiges mehr Informationen.

Was ich schon ein wenig äh befremdlich finde ist die Tatsache das Madame eine Afrika Expertin zu sein scheint – oder sich dafür ausgibt da sie mehrfach aus/über bestimmte Theman aus div Ländern Afrika´s wie Kenia, Uganda, Mali äh ja schreibt. So zumindest nehme ich sie wahr.

Das Fazit ihres Berichtes über eine gesundheitliche Situation in Kwa Zulu – Natal, einer östlichen Provinz Süd Afrikas ist in meinen Augen so oberflächlich abenteuerlich wie RTL trashmäßig Plakativ und pauschalisierend wie des öfteren zu bestimmten Themen:

„Afrika“ läuft Gefahr, eine weitere Generation an AIDS zu verlieren. Quelle RTL

Ich weiß nicht ob RTL nicht über Tatsachen objektiv berichten kann oder will. Ich tendiere da eher zu einem „Nicht will“.  Man opfert „Alles für die Quote“.

Das – was man damit in den Köpfen derjenigen die solche Informationen auf solche Art und Weise präsentiert bekommen auslöst und bewirkt ist nicht von Interesse. Zum einen konterkariert es die Bemühungen um Prävention und Aufklärung zum Thema HIV und AIDS hier wie auch in besonderem Maß in den Ländern Afrikas südlich der Sahara. In ganz besonderem Maß zeugt eine solche Berichterstattung von einer Unfähigkeit zu einer Lösung in vielen Ländern Afrikas beizutragen wo HIV wie auch TB immer noch ein großes Problem ist. HIV/AIDS und in ganz besonderem Maß TB in Ländern südlich der Sahara (besonders in Südafrika ist TB ein zusätzliches großes Problem) beinhaltet nicht nur einen gesundheitlichen Aspekt sondern es ist mit Traditionen – traditionellem Verhalten und Kulturell bedingten Sichtweisen verbunden. HIV/AIDS wie auch TB kann man nur durch das Einbinden verschiedener „Aspekte – Wege – Herangehensweisen“ lösen.

One of the Millennium Development Goals set out by the UN was to reduce the number of people contracting TB. This goal is on track however, according to Sam Nuttall of the Stop TB Partnership, an umbrella organisation fighting the disease and organiser of World TB Day, a separate target set to reduce the death rate in Africa by half in time for 2015 is not going to be met. This is due to the huge number of people in poor health who become more susceptible to the illness (hence the link with HIV/AIDS), as well as cramped living conditions and limited access to treatment. Quelle: The Independent – World Tuberculosis Day 2013: The second biggest global killer

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2 Antworten zu Berichterstattung von RTL über HIV und AIDS „wie immer“: Plakativ und pauschalisierend

  1. Die Zahlen stimmen nicht, es gibt keine Statistiken über HIV positive Schulmädchen. Der Link dazu: http://mg.co.za/article/2013-03-22-media-reports-that-third-of-schoolgirls-have-hiv-is-incorrect. Daraus zitiert:
    „Motsoaledi said on Friday the statistics that were incorrectly quoted were on an HIV testing and counselling campaign, which actually found a small number of schools in the Natal Midlands were particularly hard-hit by HIV. Of the group of children tested there, 28% of girls were infected by the disease compared to 4% of boys.
    „That journalist did not go and verify the statistics,“ said Motsoaledi. „If you hear [a figure] that drastic, verify it before running to print.“
    Agencies such as the UK’s Independent, Al Jazeera, and China’s Xinhua also ran stories reporting that „a third of South Africa’s schoolgirls have HIV“.
    The figure gained momentum through social media sites Facebook and Twitter and became a hot topic on Redi Tlhabi’s show on 702 Talk Radio.“

  2. alivenkickn schreibt:

    Danke Stefan

    So etwas in der Art habe ich mir schon gedacht. Es ist das typische Geschreibsel einer oberflächlich recherchierenden Journaille der es nur darauf ankommt Quote bzw Aufmerksamkeit zu generieren. Das es dabei wie sooft zu Lasten und auf dem Rücken von Menschen geht, oder hier was besonders erschreckend ist die Arbeit von „Hope Cape Town“ in Südafrika konterkariert und erschwert, ist nicht von Interesse. Pikant ist in diesem besonderen Fall das die „Hope Kapstadt Stiftung“ als Treuhandstiftung der Deutschen AIDS-Stiftung, Bonn ins Leben gerufen und gefördert und in besonderem Maße durch die mittlerweile bereits zum 7. mal stattgefundenen Hope Gala in Dresden unterstützt wird.

    Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert bereits seit 2004 Hilfsprojekte von HOPE Cape Town und schätzt die betroffenennahe und direkte Hilfe der südafrikanischen Partner. Da immer mehr Menschen in Deutschland diese Hilfen unterstützen möchten, wurde die HOPE-Kapstadt-Stiftung als Treuhandstiftung der Deutschen AIDS-Stiftung ins Leben gerufen. Die Spenden der HOPE-Kapstadt-Stiftung fließen in die Hilfsprojekte von HOPE.

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