Es wird zu wenig informiert . . . .


. . . ist einer der Lieblingssätze den man immer wieder – vor allen Dingen in den div HIVForen – lesen kann. Ob es sich dabei im Zusammenhang um Zahn oder sonstige Ärzte die eine Behandlung von Menschen mit HIV ablehnen oder diese durch z.b. Vergabe von Randtermine etc pp diskrimieren handelt, ob es um Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung auf der Arbeit geht oder ganz generell das man sagt: Es wird zuwenig „aufgeklärt“.

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Liebe WohnzimmerRevolutionäre, Che Guevara Fans, Systemveränderer im Geiste und Das Leben ist ein Wunschkonzert Anhänger

Wie bitte schön hättet ihr es denn gerne? Und vor allen Dingen wie soll dieses „Informieren“ praktisch über die Bühne gehen? Jeden Tag zwischen der Wetterkarte und dem Tatort oder Hitparade der Volksmusik ein 45 Sekunden Spot:

Keine Sonderbehandlung. Bei Einhaltung der Hygienevorschriften stellt die Behandlung von HIV-positiven Patienten nach heutigem Wissensstand kein erhöhtes Gesundheitsrisiko für das Praxisteam dar. Deshalb gilt: Schluss mit den weitverbreiteten Fehlinformationen von der Einbestellung HIV-infizierter Patienten zum Ende der Sprechstunde, Verdoppelung der Schutzausrüstung, Desinfektion der gesamten Flächen im Raum einschließlich Fußboden und danach ein Betretungsverbot für diesen Raum von einer Stunde.

Quelle: www.zahnärzteblatt.de: Dr. Norbert Struß, Vorsitzender des Praxisführungsausschusses der LZK BW

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Oder sollten sich die AIDS Hilfen stärker engagieren? Schließlich gibt es ja ca 120 AIDS Hilfen bzw Mitgliedsorganisationen die der Deutschen AIDS Hilfe angehören.  Nun da laßt euch gesagt sein: Ein Blick in die Liste der Materialien zeigt auf dass das . . .

Gesamtangebot 428 Materialien umfasst, die alle kostenlos an sie verschickt werden.“

Des weiteren offenbart ein Blick in den Veranstaltungskalender der DAH ein umfangreiches Angebot zu allen Themen die nicht nur für „Menschen mit HIV“ relevant sind.

Dazu kommt ein umfangreiches Angebot der „Akademie Waldschlößchen„.

Unser Bildungsprogramm richtet sich an Interessierte aus allen Bevölkerungsgruppen. Sein besonderes Profil erhält es durch Seminare für Schwule und Lesben (entsprechend gekennzeichnet), Angebote für HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen und ihre LebenspartnerInnen, Fortbildungsveranstaltungen zu AIDS, sozial- und sexualpädagogischen Themen, Sprachkurse sowie berufsbegleitende Weiterbildung.

„Wir sind ein Ort der Begegnung, der sich der Humanisierung der Gesellschaft verpflichtet fühlt“: Dieser Kernsatz aus dem Leitbild der Akademie Waldschlösschen gibt die Richtung vor für das Selbstverständnis ihrer Bildungsarbeit: sie wird getragen von der Überzeugung, dass alle Menschen gleichberechtigt sind, der Solidarität mit Benachteiligten, der Akzeptanz verschiedener Lebensstile und Sexualitäten, der Neugier auf das „Fremde als Bereicherung“. Wir bieten Bildung zur Stärkung von Identität und Selbstbewusstsein bei gleichzeitiger Reflexion ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit; und wir wollen gesellschaftliches und politisches Engagement zur Mitgestaltung/Veränderung unserer Gesellschaft fördern. Quelle:Waldschlößchen

Viele Aids Hilfen gehen vor Ort in Schulen und halten Info Veranstaltungen ab. Manchmal in Begleitung von „Ehrenamtlichen – Menschen die HIV + sind“, oft mangels Masse alleine.

Dazu kommen Kongresse – Veranstaltungen  des DAIGNET, der DAGNÄ – Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte für die Versorgung HIV-Infizierter. Dazu kommt noch der Nationale AIDS Beirat, der nicht nur in seiner Funktion als Beirat wirkt, sondern deren Mitglieder sehr aktiv sind.

Ich will nicht in Abrede stellen, das man im Kontext der Aufklärung mehr tun könnte, aber . . . es gibt nun mal Grenzen. Zum einen sind sie politischer Art. Hier muß um das dämlichste Wort des letzten Jahrzehntes zu verwenden, die Politik „liefern“. Die Nasen von des Pfarrers Töchterlein oder von Fips Rössler in die Kameras anläßlich eines SektEmpfanges der DAH zum WeltAidsTag  „Alle Jahre wieder am 1. Dezember“ zu halten ist eine Farce.

Dazu kommen Landesregierungen wie die von Sachsen Anhalt deren Mitglieder derart verbohrt sind das man nur den Kopf schütteln kann.

Ich pers bin schon der Meinung das alle relevante Informationen zum Thema HIV/AIDS vorhanden sind. Hier verweise ich insbesondere auf die sozialen Netzwerke. Unabhängig das man schon ganz schön neben der Spur sein mußt wenn man meint jedem auf die Nase zu binden das man Morgen nur mit nem linken Socken am rechten Fuß bekleidet um 9,45 seinen Müll zum Ascheimer bringt. Diese Möglichkeiten werden zu allem genutzt nur nicht zum Thema HIV/AIDS. Das merkt man dann besonders schnell wenn man sich in einer Diskussion befindet oder HIV wieder mal wie ne Sau durchs Dorf getrieben wird.

Pers Engagement beschränkt sich nicht nur vor einer Botschaft zu demonstrieren oder auf die Strasse anläßlich eines CSD zu gehen. Ja es könnte noch mehr Menschen geben die zu HIV/AIDS  „Zum Leben – Alltag mit HIV“ etwas zu sagen hätten. Dazu braucht es manchmal Mut seine Angst zu überwinden und auch Zeit. Das will ich gar nicht bestreiten. Ob Webseite, Blog oder soziales Netzwerk . . . einfach machen sage ich da nur. Die eine Art des sich engagierens ist so wertvoll wie die Andere.

Eines muß ich an dieser Stelle einfach mal sagen: Die Ausgrenzung und Diskriminerung die ich (ich bleibe da jetzt mal bei mir) der ich eine Hete bin ist nichts im Vergleich zu der Diskriminierung, Ausgrenzung und der zunehmenden Homophobie unter denen Menschen die Schwul, Lesbisch, Transgender sind leiden. Ich nehme ihr Leid wahr, doch manchmal zeigt mir mein Mitfühlen mit Ihnen meine Grenzen auf. Insofern habe ich es da etwas „leichter“. Ich gehöre zu den Menschen die was die emotionale, wertende Bedeutung – Konnotation betrifft, mit der die Gruppe zu der mich die Gesellschaft zuordnet „Ex-Drogengebraucher – Ex-Junkie“ nicht in dem Maß durch  die Gesellschaft negativ belegt ist wie „Schwule, Lesben und Transgender“.

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2 Antworten zu Es wird zu wenig informiert . . . .

  1. Dirk schreibt:

    Die DAH macht keinen Sektempfang zur WAT-Kampagne! 🙂

  2. alivenkickn schreibt:

    Ok, ich laß den Sekt weg.;) Was ich damit ja zum Ausdruck bringen will ist das Politker dann ihren Auftritt haben wenn ein entsprechender Anlaß vorhanden ist. Ob es sich um eine neue Kampagne oder ein Jubiläum handelt, sie haben dann ihren „Auftritt“. Während des restlichen Jahres herrscht Schweigen. Ein Schweigen das besonders fatal ist wenn „Gewalt gegen Schwule“ oder wenn unsachgemäß über HIV/AIDS wie unlängst wieder geschehen in den Medien berichtet wird. Kein Wort der Klarstellung seitens des Justizministeriums das dank der Medikamente der Aspekt des Safer Sex sich nicht nur auf Kondome bezieht. Da kommt nichts ausser Schweigen aus dem politischen Berlin. Dies ist in höchsten Maß kontraproduktiv. Zum einen im Kontext zu Eurer Aufklärungs und Präventionsarbeit zum anderen was den Abbau von Stigma und Diskrimkriminierung innerhalb der Gesellschaft gegenüber Menschen mit HIV betrifft.

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