Aus für den „Regenbogendienst“ der AH Frankfurt (akt 5)


Leider haben die Bemühungen der Geschäftsführung der AH Frankfurt “ Übernahme des  „Regenbogendienstes“ inclusive der MitarbeiterInnen und der Patienten (der Gewährleistung das diese ihren vertrauteN BetreuerIn behalten) durch einen „größeren Träger“ keine Früchte getragen. Andernfalls hätte die AH Frankfurt der FR für ihre Ausgabe zum 31. August 2012 gegenteiliges kommuniziert. Es lief alles darauf hinaus das die Übernahme des Regenbogendienstes reibungslos bis zum Ende des Jahres „über die Bühne“ gehen würde. Insofern traf die „auf den letzten Drücker kommunizierte“ gefällte ablehnende Entscheidung – 1. Woche im November 2012 !!! seitens „eines größeren Trägers“ die AH Frankfurt – den Regenbogendienst/Klienten wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Für Einige der 100 Klienten die von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Regenbogendienstes „betreut, versorgt und umsorgt“ wurden kommt dies einer Katastrophe gleich.

Katrin Medack, Leiterin des Regenbogendienstes anläßlich der Pressekonferenz vom 27. April 2012:

Das Feedback unserer Klienten als wir ihnen mitteilten das der Regenbogendienst am Ende des Jahres schließen wird ging uns sehr nahe. Viele waren fassungslos weil sie was ihre Versorgung betrifft eine Perspektivlosigkeit gesehen haben. „Was passiert dann mit mir ?“ Ich fühle mich hier wohl. Ich bin bei Euch in den richtigen Händen teilweise seit 15 Jahren und länger . . .

Ich selbst habe schon in einigen Pflegeeinrichtungen gearbeitett. Pflegekräfte haben teilweise schon manchmal schon so etwas diktierendes an sich. „Du mußt das jetzt so und so machen  . . . „ Bei uns darf jeder sein wie er will. Wir akzeptieren ihn/sie so wie er ist – mit seinen ganzen Eigenheiten. Wir haben Klienten von anderen Pflegediensten übernommen wo wir teilweise schon der 5. Pflegedienst waren, weil sie mit den Leuten nicht zurecht kamen.

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Auch für die Pflegekräfte des Regenbogendienstes kommt diese „plötzliche“ Entscheidung „kurz vor 12“ einer mittleren Katastrophe gleich

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Die Betreuungsleistung, ein Schwerpunkt wie sie vom Regenbogendienst geleistet wurde/wird kann bzw ist „besagter größerer Träger“ professionell nicht vorbereitet bzw nicht in der Lage zu erbringen.

Zudem ist für diese Art der Arbeit „wenig Pflege – viel Betreung“ eine Vergütung/Abrechnung weder im SGB XI noch im § 53 SGB XII kein Spielraum vorgesehen.

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Das nach mehr als 20 Jahren der Regenbogendienst der ambulante Pflege- und Hauswirtschafttsdienst der AIDS-Hilfe Frankfurt e.v. (AHF) zum Jahresende schließen würde wurde der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. April kommuniziert. Im Juni 2012 hat die AH Frankfurt „Kontakt“ zu besagtem „größeren Träger“ aufgenommen.

Insofern stellt sich mir hier die gleiche Frage wie sie sich mir hier schon gestellt hat:

In der Pressekonferenz vom 30, August 2012 laut FR vom 31.August 2012 heißt es unter anderem:

“. . . dass der Pflegedienst von einem „größeren Träger“ übernommen werden könnte.”

Das bedeutet das es einen Träger, Verein, Instituition gibt, der ein Interesse an der Übernahme des Regenbogendienstes respektive den MitarbeiterInne und vor allen Dingen an dem Konzept wie diese ihren Job leisten hat. Und es heißt auch das bis heute Samstag der 27. Oktber 2012  – 8 Wochen vor der Schließung/Einstellung des Regenbogendienstes noch keine Entscheidung über die “Übernahme” durch diesen “Träger” gefallen ist. Da frage ich mich allerdings was ist das für ein Träger der Menschen mit HIV/AIDS die auf die Hilfe durch einen Dienst wie den des Regenbogendienstes angewiesen sind, die sich mit Ihnen “wohl fühlen”, der uns solange in dieser Ungewissheit läßt? Bildlich gesprochen ist es was die “mögliche Übernahme” durch diesen Träger betrifft 5 Minuten vor 12 Uhr.  Was für eine Haltung kommt da zum Ausdruck wenn der “mögliche Träger” die MitarbeiterInnen und vor allen Dingen die Patienten des Regenbogendienstes so lange im Unklaren läßt? Für mich pers zeugt das von einer Einstellung die bei mir alles andere als Freudentaumel auslöst. Was wird sein wenn die Entscheidung die wie ich annehme in den nächsten Wochen fällt dahingehend ausfällt das besagter “möglicher Träger” Abstand davon nimmt den Regenbogendienstzum 1. Januar zu übernehmen?

Das Worst Case Scenario ist heute am 7. November eingetroffen.

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In jedem Stadteil von Frankfurt/Main gibt es einen Beratungsdienst für Pflegedienste des entsprechenden Stadtteiles. Dies u.a. deshalb um die Fahrtkosten für die entsprechenden Pflegedienste von Klient A zu Klient B so gering wie möglich zu halten. Einer der Gründe der mit zu einer Kostenexplosion führen kann und auf Grund der desolaten politischen Rahmenbedingungen der Pflegekassen da nicht abgedeckte Leistung zu roten Zahlung und in der Folge zu einer Schließung eines „Ambulanten Dienstes führen kann“.  Eine Liste welcher Pflegedienst für Wen (in welchem Stadtteil in Frankfurt wohnst Du?) zuständig ist unter der Ägide des Frankfurter Verbandes findet man hier pdf Datei .

Eine überaus freundliche und liebenswürdige Mitarbeiterin des Frankfurter Verbandes für Alten und Behindertenhilfe e.V. 50Plus erreichbar unter der TelNr 069/153-42366 hat mir während eines längeren Gespäches besagte Information kommuniziert.

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Wie geht es mir mit dieser Entscheidung:

Es ist Samstag der 27. Oktober 2012. Schneeregen. Der Blick von meinem Schreibtisch durch mein Wohnzimmerfenster sagt mir das sich der Winter dieses Jahr sehr früh ankündigt. Der erstes Schneeregen der mir selbst den Müll zum Container zu bringen unmöglich macht (der weg von der Haustür zum dem Platz wo die Container stehen geht leicht bergab), vom alleine bei Eis und Schnee Einkaufen zu gehen ganz zu schweigen, schon daran zu denken lößt bei mir großes Ungehagen aus.

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Soviel zum jetzigen Zeitpunkt dazu. Im Laufe der nächsten Tage/Wochen werde ich Neuigkeiten zu diesem Thema hier laufend aktualisieren. Ich hoffe das es für uns die wir auf die Hilfe eines Pflegedienstes angewiesen sind überwiegend gute Nachrichten sein werden.

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Update 11. November 2012

Auf Grund der Tatsache das „der größere Träger“ imo in unverantwortlicher Haltung gegenüber den Klienten des Regenbogendienstes wie auch den MitarbeiterInnen des Regenbogendienstes die Mitteilung quasi „auf den letzten Drücker“ kommunizierte, habe ich mich, da er den Regenbogendienst nicht übernimmt, nach mehreren Telefonaten mit div Pflegediensten am Mittwoch den 7. November nach Hausbesuchen von Pflegedienstleiterinnen am Freitag den 9. November für einen „Neuen“ Pflegedienst entschieden. Das Gespräch war mit beiden Pflegedienstleiterinnen von Anfang an für beide Seiten stimmig. Beide d.h. auch sie und ihr Team hatten mit Menschen mit HIV, Schwulen oder Lesben keinerlei Probleme.

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Update 13. November 2012

Heute kam das offizielle „Aus des Regenbogendienstes zum 30.11.2012“ in Form der Kündigung des Versorgungsvertrages zwischen der pflegerischen und/oder hauswirtschaftlichen Versorgung bzw Betreuung des Regenbogendienstes und ihren Klienten.

Bekannt war das der Dienst zum Jahresende i.e. 31. 12. 2012 aus Kostengründen eingestellt werden muß. Das die Schließung oder besser gesagt die Verträge und somit die Versorgung/Betreuung zum 30.11.2012 enden soll, das war allerdings nicht bekannt. Aus Gründen wie geleisteten Überstunden der MitarbeiterInnen es durchaus nachvollziehbar, Dennoch wird sich der eine oder andere Patient jetzt die eine und/oder andere Frage stellen.

Was allerdings zumindest für mich nicht nachvollziehbar ist, ist die Tatsache, das div Pflegedienste mit denen versucht wird soviel wie mögliche Patienten wie auch Pflegepersonal des Regenbogendienstes unterzubringen, im Glauben sind, das die Übernahme der Patienten zum 1. Januar 2013 stattfinden solle i.e. das wir „die Patienten zum 1. Januar 2013 übernommen werden können“ Was machen wir bitteschön im Dezember?

5 Wochen Traumreise in der Karibik auf dem Traumschiff „Dreamweaver“ all inclusive?

Wir alle sind mit der Entwicklung, i.e. der Schließung des Regenbogendienstes alles andere als „amused“. Dies ganz besonders deshalb auch weil die Absage eines „großen Frankfurter Anbieter“ so nolens volens am Anfang dieser Woche mitgeteilt wurde.

 

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Update 14. November 2012

Offizielles Statement der AH Frankfurt:

Nun ist es amtlich. Der Regenbogendienst muss seine Arbeit zum 30.11.2012 einstellen.

Bereits im April hatten wir die Öffentlichkeit und auch unsere Patienten darüber informiert, dass unser ambulanter Pflegedienst, der Regenbogendienst der AIDS-Hilfe Frankfurt zum Jahresende aus Kostengründen eingestellt werden muss. Wir haben uns seitdem bemüht, einen Partner für die Weiterführung des Dienstes zu finden und waren mit einem großen Frankfurter Anbieter in konkreten Übernahmeverhandlungen. Lange Zeit sah es gut aus und wir haben alle gehofft, dass der Regenbogendienst unter der Regie des neuen Trägers weiterhin unsere Patienten pflegen kann. Leider sieht sich der Anbieter nun doch nicht in der Lage, den Dienst zu übernehmen und die Arbeit des Regenbogendienstes weiterzuführen. Er hat die geplante Übernahme kurzfristig verworfen.

So endet am 30. November 2012 nicht nur der Versorgungsvertrag zwischen dem Regenbogendienst und unseren Patienten, sondern es endet auch eine über 20-jährige Geschichte des Regenbogendienstes in Frankfurt. Quelle: AH Frankfurt

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Update 6. Dezember 2012

Was meine Hilfe im Alltag – pro Woche 2 Stunden „Hauswirtschaftliche Versorgung“ sowie 2 Stunden „andere Verrichtungen“ betrifft, so hat dies übergangslos funktioniert. Das Personal vom ambulanten Dienst des Frankfurter Verband, das ich bis jetzt kennengelernt habe ist nett und „unproblematisch“. Keine Spur von Berührungsängsten im Zusammenhang mit HIV. Das ich mich für den Frankfurter Verband enschieden habe geschah aus ganz pragmatischen Gründen. Zum Einen war der Besuch der Pflegedienstleiterin und das Gespräch bei mir zu Hause für mich „stimmig“, zum Anderen ist meine Versorgung auf Grund der Größe – Anzahl der Pflegekräfte  bei Krankheit und/oder Urlaubszeit sichergestellt.

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