Hartz IV Empfänger und Langzeitarbeitslose als Pflegekräfte ?


. . . war eine Idee unserer BundesKanzlerin Frau Dr. Angela“ Vertraut mir, ich rette die Welt, ich weiß wie s geht“ Merkel. Wie es jedoch aussieht muß diese Idee Gestalt angenommen haben und unbemerkt an mir vorbei umgesetzt worden sein, anders kann ich mir das Folgende nicht erklären.

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Intro

Am Freitag den 13. Januar 2012 hatte meine Mutter auf Grund einer OP wegen Grauem Star, ausgeführt am 6. Januar in der Klinik für Augenheilkunde im Klinikum Frankfurt/Main Höchst unter der Leitung von Prof Dr. med Klaus Eckhard (eine Klinik die weit über die Grenzen Deutschlands bekannt ist und die ich nur Jedem bei Problemen mit den Augen/Sehkraft empfehlen kann, an dieser Stelle noch einmal „Vielen Dank, meine Mutter ist ganz begeistert das sie wieder sehen kann – Sehkraft vor der OP 10 % – nach der OP 60%“)  zur Nachuntersuchng einen Termin bei ihrer Augenärztin in Frankfurt/Main. Unsere Freundin hat, da ich anderweitig einen Termin hatte, meine Mutter zu der Augenärztin begleitet i.e. von dem Altenpflegeheim abgeholt und nach der Untersuchung wieder ins Altenpflegeheim zurückgebracht.

Am Nachmittag rief mich unsere Freundin an teilte mir mit das alles OK ist und sagte „das meine Mutter starken Husten hat. „Sag doch mal im Heim bescheid das Deine Mutter starken Husten hat“.

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Am SamstagNachmittag um 15.56 wurde ich auf meinem Handy von einer Pflegerin des Wohnbereiches in dem Altenpflegeheim in dem meine Mutter seit Ende Juli 2011 lebt angerufen.

„Ihre Mutter ist heute Morgen beim Aufstehen ausgerutscht“

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„Ausgerutscht“ heißt das jemand vom Pflegepersonal dabei gewesen sein könnte, muß oder schlußfolgernd wenn man sich z.b. im Bad geduscht hat, als meine Mutter beim Aufstehen aus dem Bett ausrutschte. Da der Rollstuhl auf gleicher Höhe wie ihr Bett neben ihrem Bett steht, sodaß meine Mutter sich aus dem Bett in den Rollstuhl setzen kann, ist es „relativ“ ausgeschlossen. Idr steht sie auf, stützt sich auf eine Lehne des Rollstuhles (die Bremsen sind angezogen), macht einen Schritt und setzt sich dann in den Rollstuhl. Dieses Procedere hat sich in den 10 Jahren meiner Betreuung in ihrem Haus auch sehr gut bewährt. Da meine Mutter mittlerweile 84 Jahre alt ist und Probleme mit dem Kreislauf hat, passierte es – zwar selten – das sie beim Aufrichten von der liegenden Position in die senkrechte Position des aus dem Bett auf- stehens für einen Moment einen Blackout bekam und auf den Boden fiel. Dies ist ihr hin und wieder beim Aufstehen wie auch beim Aufsuchen der Toilette – von der Toilette in den Rollstuhl – passiert. Deshalb auch „relativ ausgeschlossen“. Obwohl meine Mutter zu Hause eine 1:1 Betreuung hatte, i.e. Haushälterin, Sanitätsverein der täglich kam um sie zu duschen und sie entsprechend ihrer Pflegestufe 2 zu versorgen, 4 mal die Woche Krankengymnastik soweit es möglich war, täglicher Besuch unserer Freundin, regelmäßige Besuche von mir, eine 24 Stunden Betreuung oder besser gesagt „Überwachung“ gibt es nicht. Betreuen heißt einen Menschen weder bevormunden geschweige denn überwachen. Betreuen heißt dem Menschen auch seinen Willen zu lassen. Und das heißt das es ein Restrisko gibt. Man kann die Risiken nahezu ausschließen, minimieren so gut es geht. Einen Sturz, einen Unfall zu 100% vermeiden das ist nicht möglich, das gibt es einfach nicht. Wenn man erfährt das ein Mensch seine Selbstständigkeit durch alleiniges Anziehen, aufstehen, zur Toilette fahren, Blumen gießen etc das diese alltäglichen Dinge die für einen gesunden Menschen „normal“ sind ihr Sebstwertgefühl stärkt, somit ihrem Leben noch einen Sinn gibt, dann hat man dies zu respektieren. Für mich war es in meiner Funktion als Betreuer anfangs schwer was den Willen meiner Mutter betraf zu unterscheiden wo meine Grenzen sind und meine Aufgaben liegen (ihre Grenzen wahrzunehmen um sie vor Schaden zu bewahren). Einen Menschen zu lieben, sich zu entscheiden für ihn zu sorgen, ihn vor Schaden zu bewahren, zu erfahren das man es dennoch nicht (welch ein Anspruch das man Schaden von einem Menschen zu 100%  fernhalten könne, glaubt einen Menschen vor Schaden bewahren kann) vermeiden kann, das war ein schmerzhafter Prozeß, eine schmerzhafte Erfahrung.

Blumen gießen, das Geschirr in den Schränken hin und her räumen, in der Küche und in ihren Kleiderschränken nach dem Rechten sehen, all das ist ihr auf Grund der Tatsache das sich ihre jetzige Wohnstatt auf ein Zimmer beschränkt nicht mehr möglich. Mit dem Leben/Umzug in das Altenpflegeheim ist ihr ein großer Teil ihrer Lebensqualität verlustig  gegangen, genommen worden, was sie auch immer wieder schmerzhaft wahrnimmt ud entsprechend äußert.

Im Jahr 1999 (vor der Betreuung), meine Eltern hatten seit Jahren getrennte Schlafzimmer, hat mein Vater der zu diesem Zeitpunkt noch lebte, meine Mutter als er morgens in ihr Zimmer sie auf dem Boden vor ihrem Bett liegend vorgefunden. Sie muß nachts aufgestanden und zur Toilette gegangen sein und als sie wieder ins Bett wollte, hatte sie einen Black Out. Nach seinem Anruf früh am Morgen habe ich einen Krankenwagen bestellt, bin zu meinen Eltern gefahren und zusammen sind wir in das nächstgelegene Krankenhaus gefahren. Bei der Untersuchung stellte sich dann heraus das sie eine Lungenentzündung hatte, was bedeutete, das sie einige Stunden auf dem kalten Boden vor ihrem Bett gelegen haben mußte.

Ich bin weder Arzt noch habe ich eine qualifizierte Ausbildung wie sie ein Krankenwagenfahrer/Sanitäter hat. Wenn meine Muter hingefallen ist, auf dem Boden lag, dann habe ich den Haushälterinnen gesagt: „Zudecken, nicht bewegen und mich sofort anrufen. Um einen Arzt und einen Krankenwagen kümmere ich mich“ Das hat in all den Jahren als meine Mutter zu Hause lebte gut funktioniert. In den meisten Fällen hatte  sich während der Untersuchung gezeigt das sie abgesehen von einigen blauen Flecken nicht verletzt war. Das können aber nur Ärzte bzw das kann nur auf Grund von Röngenaufnahmen festgestellt werden.

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„Warum haben Sie (die PflegerInnen der Frühschicht) mich nicht heute morgen angerufen?

„Na ja, das hat mir der Frühdienst bei der Übergabe heute Mittag gesagt. Sie ist halt ausgerutscht, sie hat auf dem Boden gesessen als man ihr das Frühstück brachte. Das hat man mir bei der Übergabe gesagt. Ich wollte Sie davon nur in Kenntnis setzen“.

Moment mal sagte ich. Ist meine Mutter jetzt ausgerutscht oder hat man sie auf dem Boden sitzend/liegend vorgefunden? fragte ich die Pflegerin. „Was steht in der Pflegedokumentation“? „Und warum rufen sie mich erst jetzt an?“

„Da muß ich mal nachschauen“, sagte sie.

Nach einer Weile sagte mir die Pflegerin „Man hat sie auf dem Boden liegend vorgefunden. Die Pflegerin vom Frühdienst hat ihre Mutter untersucht und hat keine Verletzung festgestellt. Außerdem hat ihre Mutter gesagt das ihr nichts weh tut, das alles in Ordnung ist.“

„Ach“ sagte ich, „die Pflegerin vom Frühdienst hat Röntgenaugen. Und meine Mutter hat gesagt es ist alles in Ordnung. Sagen sie mal wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“

„Warum man sie nicht heute morgen angerufen hat weiß ich auch nicht. Mir hat man es bei der Übergabe gesagt. Deshalb rufe ich sie an.“ Und man muß ihr auch gesagt haben das man mich nicht angerufen hat oder man sah keinen Grund mich anzurufen.

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Die Möglichkeit das sie schon länger auf dem Boden lag und meine Mutter sich dadurch eine Lungenentzündung geholt haben könnte, oder sie sich einen Anbruch eines Knochen durch den Fall zugezogen hat, was meiner Mutter 2003 (Anbruch Wadenbein) zu Hause passierte, all das hat die Pflegerin des Frühdienstes ausgeschlossen . . . .

Dieser Tage bin ich dabei alle Rechnung im Zusammenhang mit Zuzahlung zur Gesundheitsversorgung meiner Mutter wie Medikamente, Hilfsmittel, Krankengymnastik etc für die Krankenkasse vorzubereiten. Als meine Mutter in das Altenpflegeheim umzog habe ich dafür gesorgt das meine Mutter wie auch zu Hause regelmäßig ihre Krankengymnastik macht. Nach den Unterlagen – Abrechnungen habe ich dann festgestellt das die Physiotherapeutin nur für eine Anwendung/Rezept (August 2011) = 6 oder 12 Einheiten meine Mutter aufgesucht hat. Am Donnerstag den 12. JANUAR 2012 – hatte ich mich darüber mit einer Pflegerin des Wohnbereiches unterhalten.

„Frau Physiotherapeutin kam zu uns und hat gesagt: Die Frau XXX sagte das sie keine keine Krankengymnastik mehr braucht.“

Mit anderen Worten nach 4 Monaten erfahre ich das besagte Physiotherapeutin ein Autoritätsproblem hat. Und ich erfahre weiter das es niemand der für diesen Wohnbereich zuständigen PflegerInnen es für nötig befunden hat mich darüber zu informieren das besagte Physiotherapeutin die Krankengymnastik eingestellt hat. Anfang Dezember 2011 habe ich während eines Besuches besagte Phsyiotherapeutin auf dem Flur des Wohnbereiches angetroffen und sie gebeten im Zimmer meiner Mutter vorbeizuschauen da ich sie gerne spechen würde. Ich wollte wissen wie das Verhältnis zwischen ihr und meiner Mutter ist, die manchmal sehr „eigen“ sein kann und sich gerne dem verweigert was sie als unangenehm empfindet. Die dienstbaren Geister die zu uns kamen als meine Mutter noch zu Hause wohnte, kannten die „Eigenarten“ meiner Mutter. Doch gegen die Damen des sie betreuenden Sanitätsvereines wie auch unserer damaligen Physiotherapeutin gegenüber hatte sie keine Chance. Natürlich gab und gibt es Situationen wo Allen klar war das heute „nichts geht“. Das ist auch völlig in Ordnung. Das aber war die Ausnahme und nicht die Regel.

*

Outro

Während eines langen Gespräches das ich mit einer Pflegerin heute morgen geführt habe, erfuhr ich das besagte Physiotherapeutin erst auf Rückfrage „Brauchen sie ein neues Rezept für Frau XXX?“ im Dezember sagte, das dies nicht mehr nötig sei weil Frau XXX sagte, das sie keine Krankengymnastik  mehr braucht. Typisch meine Mutter. Alles was ungenehm ist lehnt sie erst mal ab. Und das in einer Art und Weise das sich Viele davon beeindrucken lassen. Mit anderen Worten besagte Physiotherapeutin hat auch die PflegerInnen des Wohnbereiches in dem Glauben gelassen das meine Mutter bis zum Dezember 2011 krankengymnastisch versorgt wurde.

Was sich weiterhin während des Telefonats herauskristallisiert hat ist das die Pflegekräfte auf Grund der Erfahrung und Beobachtung während bzw. in ihrem beruflichen Alltag in der Lage sind abzuschätzen ob und wann ein Transport in ein Krankenhaus notwendig ist/wird. Die Basis von „Verstehen und „Kennenlernen“ ist Offenheit und Transparenz und die Kommunikation zwischen mir als Angehörigem und dem Team des Wohnbereiches dem ich meine Mutter zur Obhut anvertraut habe. Vorauszusetzen das „Pflegepersonal in einem Altenpflegeheim“ auf Grund ihrer Aufgabe – Arbeit im Alltag für und mit alten Menschen zu sorgen – annehmen das Angehörige per se grenzenloses Vertrauen in ihr Tun und Verhalten haben ist entweder auf Betriebsblindheit, mangelnde Sensibilität, Überheblichkeit oder Gedankenlosigkeit zurückzuführen. Wenn ich nicht darüber informiert bin/werde wie Mitarbeiter des Team in einem solchen Fall handeln und warum sie so handelen, wird sich bei mir kein Gefühl des Vertrauen des Altenpflegeheimes/Team des Wohnbereiches und des mich auf das Team verlassen können einstellen.

Seit dem Jahr 2000 – offiziell 2001 betreue ich meine Eltern, jetzt nur noch meine Mutter. In diesen Jahren habe ich die Aufgabenkreise die mir das Betreuungsgericht im Kontext zu meinen Elter/Mutter anvertraut hat so gut und gewissenhaft umgesetzt wie es mir möglich war. Ich habe Haushälterinnen eingestellt, Blitzentlassen (1 mal nach nem Monat weil sie nicht das getan was ihre Aufgabe war bzw sie sich nicht an Absprachen gehalten hat), meine Mutter ins Krankenhaus oder Arztterminen begleitet wenn es notwendig war (nach einem Sturz, zu OP´s, Untersuchungen), die Voraussetzungen dafür geschaffen das ihre gewohnte Lebensqualität solange es möglich war erhalten bleibt. Wenn ich was die Umsetzung der Aufgabenkreise betrifft Zweifel hatte, habe ich, da ich kein Berufsbetreuer bin mit dem Betreuungsgericht Kontakt aufgenommen. Kurzum ich habe wie man so landläufig sagt ihren Alltag organisiert bzw gemanaged.

Mich blind auf  „das Personal des Altenpflegeheimes zu verlassen, nur weil meine Mutter jetzt in einem Altenpflegeheim lebt und sie von „Fachpersonal“ ver und umsorgt wird ist eine Illusion. Mit dem Umzug meiner Mutter in das Altenpflegeheim gebe ich weder meinen Betreuungsauftrag geschweige noch meine Verantwortung und meinen Verstand am Eingang beim Empfang ab. Mit dem Umzug eines alten Menschen in ein Altenpflegeheim ist eine neue Beziehung entstanden. Und eine neue Beziehung eingehen, zu leben heißt sich kennenzulernen.

„Kennenlernen“findet auf zwei Ebenen statt. Die eine Ebene betrifft das Verhältnis zwischen meiner Mutter und dem Pflegeteam des Wohnbereiches. Die andere Ebene betrifft das Verhältnis zwischen dem Pflegeteam und mir. Und die findet nur über den Weg der Kommunikation, den Weg von gegenseitiger Offenheit und Transparenz statt. Nur so kann Vertrauen, dem Anderen vertrauen und das Gefühl des sich auf den Anderen verlassen können wachsen.

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