Ein Besuch im Wolkenkuckucksheim


da sitzt du nun und  machst pläne und stellst auf einmal fest das das leben seinen eigenen plan für dich geschrieben hat. einen plan der unumstößlich ist. einen plan der einem nur eines zu tun gebietet. ihm zu folgen wohin er ihn auch führen möge.

und so geschah es das sich ein bittsteller auf den weg machte um dem wolkenkuckucksheim einen besuch abzustatten.

schon als er die eingangshalle betrat überkam ihn ein merkwürdiges gefühl das sich noch verstärken sollte je tiefer er in den palast des wolkenkuckuckheimes eindrang, sich immer weiter von seiner ihm bekannten umgebung entfernte.

so höre bittsteller der du den boden dieser hallen nun zu beschreiten gedenkest.lege ab dein denken. lege ab deine hoffart. frei von wünschen in demütiger haltung mit zu boden geneigtem blick wie es sich für einen bittsteller geziemt setze deinen weg von nun an fort. gleich deinem zu boden gesenktem blick, senke fortan deine stimme. warte bis man geneigt ist  dir gehör zu schenken. in bescheidenen worten erkläre dich.

endlich an seinem ziel, vor einer in einem eintönigen grau gehaltenen tür in einem noch trüberen flur angekommen, harrte der bittsteller wie ihm geheißen in demutsvoller haltung.

die zeit des wartens erschien ihm endlos als sich die tür öffnete und man ihn herein zitierte. in ehrfurchtsvoller haltung erklärte er dem hehren wesen das anliegen seines besuches.

„da sie vermögend sind hub das hehre wesen an zu sprechen, gewähren wir für einen zeitraum von 6 monaten bis zum verkauf der immobilie als überbrückung ihrer desolaten finanziellen situation auf der grundlage unserer bestimmungen im rahmen eines zu verzinsenden darlehen unsere hilfe.“

ausgelöst von den worten des hehren wesen durchströmte den bittsteller ein warmes gefühl der dankbarkeit. danke erwiderte der bittsteller sich innerlich mehrfach verbeugend. danke

ob bittsteller, ob stein oder hehres wesen, alle materie ist vom wesen des verfall und der vergänglichkeit geprägt. und so geschah das des bittsteller schonvermögen dem verfall nicht einhalt gebieten konnte.

erneut machte er sich auf den beschwerlichen weg dem wolkenkuckucksheim einen besuch abzustatten.

als man ihm einlaß gewährte hub er in ehrfuchtsvoller haltung mit gesenkter stimme an zu sprechen: „hehres wesen, der verfall verschonte das schonvermögen nicht . . .“

„bittsteller“ mahnte ihn das hehre wesen, „bedenke wir waren sehr kulant.“

„dessen,“ erwiderte der bittsteller sich in dankbarkeit verbeugend, „bin ich mir sehr wohl gewahr. doch die realität hat seinen eigenen plan mit allem was vergänglich ist.“

„hier zählt nicht realität“, unterbrach ihn das hehre wesen. „einzig und allein das sgb bestimmt das handeln. einzig das sgb gibt vor was sein darf und was nicht geschehen kann.

„dem verfall entgegenwirken auf das der schaden nicht noch größer werde und der immobilie verkauf erschwere . . . “ setzte der bittsteller an . . .

„das sgb“ erhob das hehre wesen mahnenden tones erneut das wort, „das sgb“ . . . und beendete die audienz.

epilog

was glaubt man warum man sein recht auf leistung nach sgb xii in anspruch nehmen möchte? denkt man das man zum spaß zum samt geht? kann man so ignorantarrogant sein und reparaturen die sich auf grund von ab – benutzung/verschleiß durch die zeit, den gebrauch ergeben einzig und allein mit dem verweis auf  „das sgb gibt vor was sein kann und was nicht“ gleich einem krümel auf dem tisch wegwischen?

hier scheint mir möglicherweise ein verquerer sinn und nicht der tatsächliche sachverhalt wie es sich aus § 7 der VO zu § 82 SGB XII ergibt federführend zu sein. die realität, ein sachverhalt wie sie der Alltag mit sich bringt, scheint mir ist in der SozGesgebung schlicht und einfach nicht vorgesehen. getreu nach dem motto „es kann nicht sei was nicht sein darf“. in beiden fällen geht es im einzelfall am leben, an der realität völlig vorbei.

gurndbesitzsteuern und sonstige öffentliche abgaben und versicherungn: BSG 7.11.2006 – B 7b AS 8/06 R

erhaltungsaufwand: §22 Abs 2 Satz 1 SGB II gültig ab 1.4.2011

die abgrenzung von wertsteigernden erneuerungsmaßnahmen zum erhaltungsaufwand ist am kriterium der notwendigkeit zu messen. §3 Abs 2 S.3 SGB II (SG Leipzig 15.11.2005 S.9 AS 855/05 ER)

Weitere notwendige Kosten für die das Sozialamt aufzukommen hat: Leitfaden Alg II/Sozialhilfe von A – Z  Stand 1. Juni 2011. Seiten 106 – 109, ff

* * *

update 2. nov

das hehre wesen wird für die nächsten 2 wochen nicht anwesend sein. das da noch eine entscheidung vom 10. oktober aussteht, who cares. also harrt der vorgang der dinge die da kommen auf dem schreibtisch besagten wesens.

dazu kommen rechnungen von

31. oktober einbau eines zugbegrenzer brenner/heizung
1000 ltr heizöl – wurde mittlerweile genehmigt

22. oktober einbau sicherungskasten stromversorgung 1. stock

17. oktober zugmessung durch den hersteller des brenners

und als wäre das nicht schon genug

1. november abends “ das bad steht unter wasser“ notfallabflussreinigung der rohrleitungen 1. stock

natürlich ist jeder fall ein einzelfall der einer strengsten einzelfallüberpüfung unterzogen werden muß. bei allen rechnung geht es nicht um „ausgaben für verschönerungen“ sondern um instandsetzung und instandhaltung der immobilie im sinne des sgb. so langsam habe ich den eindruck als würde man es mir persönlich übel nehmen das gerade jetzt ein kabelbrand passiert, ein abflussrohr verstopft und die heizung es wagt defekt zu sein.

update 3. nov

mittlerweile wird es immer skurriler.

Den Antrag auf Übernahme der eigenanteiligen Heimkosten wie es durch die SozGesGebung möglich ist  habe ich am 2. August 2011 gestellt. Der Bescheid das meine Mutter Leistungen nach SGB XII auf Darlehensbasis erhalten wird habe ich am 26. September erhalten. Diese Leistungen werden erstmals ab dem 1. Oktober gezahlt.

Bis zu dem Zeitpunkt der Zusage dem 26. September, der Inkrafttretung der Leistung ab dem 1. Oktober sind sämtliche Kontobewegung nicht relevant, da ich ja – Achtung Logik – bis zum 25. September nicht wußte das man mir Leistungen nach der SozGesgebung gewähren würde. Insofern liegt es nahe und war sozusagen normal das ich, alle Kosten vom Konto meiner Mutter wie ich es seit 10 Jahren in meiner Funktion als Betreuer immer gemacht habe bezahlen würde. Und seit 10 Jahren hat dies das Betreuungsgericht in der Art und Weise wie ich es gehandhabt habe akzeptiert.

Man sollte meinen das dies normal ist. Ich meine das Betreuungsgericht hat es so gesehen, die Bank hat es so gesehen . . . ergo denkt man. . . Nein denken darf mal nicht. Weil, Denken und Realität = Alltag sieht die SozGesgebung nicht vor.

Ich habe keine Probleme alle Ausgaben ab der Zusage der Leistungsübernahme ab dem 1. Oktober bzw den entsprechenden Nachweis über Ausgaben zu erbringen die ich seit dem 1. Oktober habe bzw hatte. Bis zum 30. September bleibt es jedoch nur bei einem Sachverhalt den man mit der höflichen und aufmerksamen zur Kenntisnahme der bis dahin getätigten Ausgaben/Abbuchungen vom „Betreuungskonto“ (Wasn n Betreuungskonto) meiner Mutter zur Kenntnis nehmen darf.

  * * * * *

begriffserklärung:

wolkenkuckucksheim = sozialamt
hehres wesen = verwaltungsfachangestellter/e

bittsteller = mensch, bürger,

kulant
entgegenkommend, großzügig, besonders in finanziellen oder geschäftlichen Dingen

das in 2010 versbschiedete haushaltbegleitgesetz 2011 öffnet finanzschwachen kommunen/sozialämter tür und tor um auf notwendige kosten mit einer gummischwammartigen begründung zu argumentieren und einzelnen entscheidungen bis zur entscheidung eines sozialgerichtes hinauszuzögern. einmöglicher wertverlust und sich ggf weitere entstehende komplikationen auch finanzieller art die sich im einzelfall ergeben können interessieren den gesetzgeber per se erst einmal nicht. so langsam macht sich in unseree gesellschaft eine haltung breit wie sie z.b. in frankreich für bezieher von arbeitslosengeld <-> hartz 4 empfänger umgangssprachlich verwendet werden:

les superflu – die überflüssigen

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