Ärzte . . .


. . . die glauben das sie auf grund ihres status „arzt“ allwissend im sinne von „der arzt weiß alles (besser) “ sind, gibt es leider immer noch viel zu viele.

wenn menschen alt und krank werden bzw sind gibt es situationen denen man rechnung zu tragen hat. dies trifft auf ärzte, krankenkassen, sanitäts/pflegevereine zu und gilt in ganz besonderem maß für angehörige die einen alten menschen pflegen und betreuen und/oder für einen vom gericht eingesetzten betreuer.

als pflegender angehöriger der nach einer eingehenden überprüfung von einem amtsgericht als betreuer mit einem umfangreichen aufgabenkreis betraut wurde um einen menschen gerichtlich und außergerichtlich zu dessen wohl zu vertreten hat, hat man, wenn man kein berufsbetreuer ist, erst mal keine ahnung von der materie. das aufgabenbiet, die fachkenntnis, der aufwand, die sachkenntnis die sich aus der notwendigkeit des alltages der beziehung zu einem menschen den man betreut weil er nicht mehr selbst oder nur eingeschränkt in der lage ist für sich zu sorgen ergibt, ist auch als „nur betreuer“ der gleiche. mit der zeit wächst man mit und in seine aufgabe hinein.

kenntnis im bereich der pflegekassenleistungen, wer innerhalb der entsprechenden krankenkasse des zu betreuenden menschen für was zuständig ist, kenntnis über krankheitsbilder wie alzheimer und oder demenz, worauf man bei der betreuung/pflege/versorgung zu achten hat, uva ist notwendig um eine menschenwürdige betreuung zu gewährleisten. ein wesentlicher aspekt einer betreuung besteht in der kontaktaufnahme – kontaktpflege zu den entsprechenden fach- ärzten die sich aus der notwendigkeit des gesundheitlichen zustand des zu betreuenden ergibt. obwohl jeder die freie arztwahl hat, liegt es dennoch im ermessen des arztes, ist er ausgelastet oder nicht uva mehr, ob er bereit ist einen menschen als patienten aufzunehmen oder nicht.

nicht selten sind menschen die man betreut in ihrer mobilität eingeschränkt sodaß sie auf den regelmäßigen besuch eines hausarztes zu hause angewiesen sind. den hausarzt wie man ihn früher kennt, den gibt es immer seltener.

ein grund dafür liegt in der inkompetenz unserer politik. die meisten unserer politiker bewegen sich in einem spektrum das von dummheit über ignoranz/unwissenheit, mangelndem realitätssinn was den alltag des bürgers betrifft bis hin zu borniertheit geprägt ist. insbesondere die politikerInnen die sich dem gebiet der „gesundheitpolitik“ verschrieben haben zeichnen sich allesamt durch eine gemeinsamkeit aus: ihre politische tätigkeit ist nichts weiter als die vorbereitung auf einen gut dotierten posten in der „gesundheitsindustrie“ nach ihrer zeit als politiker. das schlagwort der „gesundheitsreform“ das bis dato von allen politiker als stimmenfang benutzt wurde, ist nichts weiter als eine hohle phrase. die versprochenen den wähler lockenden reformen mutierten allesamt nach der wahl zu reförmchen. sie waren ausnahmslos das was man gemeinhin als verschlimmbesserungen versteht. leidtragender ist der mensch, der patient.

unwissenheit, ignoranz, bequemlichkeit oder einfach mangelnder mut sich für das wohl ihrer patienten einzusetzen zeichnet viele ärzte aus. so man darf alles nur nicht am ende eines quartals oder im letzten quartal des jahres krank werden. nicht selten hört man dann von ärzten das sie ihr „budget“ ausgeschöpft haben und aus diesem grund bestimmte verordnungen, medikamente nicht mehr verschreiben dürfen, wollten sie nicht selbst für die entstehenden kosten von der krankenkasse in regress genommen werden.

und dann gibt es da noch die sorte von arzt der grundsätzlich glaubt das nur er weiß was gut und richtig ist. schließlich hat er jahrelang studiert. das eingeständnis eines arztes der sagt: „ich bin mir nicht sicher und möchte deshalb eine zweite meinung einholen“ oder „ich muß mich erst einmal informieren, wenn ich bescheid weiß melde ich mich bei ihnen“ oder das sich ein arzt auf die erfahrung eines betreuers der einen menschen seit jahren betreut, versorgt und/oder pflegt und mitterweile in bestimmten situationen im umgang mit einem zu betreuenden menschen im alltag weiß was funktioniert, ihn miteinzubeziehen oder gar ihn zu fragen . . . eher hat man einen 6er im lotto. ganz zu schweigen von selbstbewußten patienten oder betreuer, die aktiv an der verbesserung eines zustandes mitarbeiten, das eine oder andere in frage zu stellen. damit kommen die wenigsten ärzte klar. nicht selten ist das gegenteil der fall. aus unerklärlichen gründen fühlen sie sich in ihrem status als „arzt“ auf den schlips getreten. „ich bin arzt. ich weiß was ich tu, was gut für sie ist. wenn s ihnen nicht paßt dann gehn sie doch woanders hin“.

inkontinenz im alter ist bei menschen die alt und krank sind nicht selten. der grad der inkontinenz ist von vielen faktoren abhängig. in der praxis heißt das das die tägliche menge der entsprechenden inkontinenzprodukte variiert. manchmal kommt man mit 3 produkten am tag aus und dann sind es 4 oder 5 die man benötigt. pro paket befinden sich 48 inkontinenzprodukte i.e. windelhosen.

vor jahren hat der zuständige arzt zu jedem quartal ein rezept mit dem vermerk „quartalsbedarf“ ausgestellt, das man bei seiner „hausapotheke“ einlösen konnte. am abend oder am nächsten tag wurden die auf den rezepten verordneten produkte/medikamente dann ausgeliefert.

dann trat eine dieser reförmchen in kraft. viele krankenkassen schlossen verträge mit den herstellern von solchen produkten ab. anfangs genügte ein rezept mit dem vermerk „dauerverordnung“. allerdings hatte dies den nachteil, das der arzt so nur einmal im jahr dieses rezept mit der krankenkasse abrechnen konnte. also setzten die ärzte ihre lobbyisten und sich selbst in in bewegung mit dem ergebnis das ein arzt jetzt wieder quartalsrezepte ausstellt. 4 rezepte = 4 mal abrechnung mit der krankenkasse. dies hatte zur folge das man das vom arzt ausgestellte rezepte an den hersteller direkt einschicken mußte. 2, 3 tage später wurde das entsprechende produkt mit dhl oder einem anderen dienstleister angeliefert. in dieser konstellation mußte man feiertage, urlaub des arztes sowie die zeit zwischen den jahren was die versorgung des zu betreuenden menschen der solcher produkte bedurfte berücksichtigen. und da fingen die schwierigkeiten schon an.

anfangs weigerten sich ärzte mehr als 2 pakete pro monat i.e. 96 einheiten zu verordnen. dies führte dann zu präkeren situationen wenn der hausarzt zwischen den jahren i.e. vom 20. dezember bis idr 10. januar nicht erreichbar war. normalerweise sollte es aufgabe des arztes sein die menge an inkontinezprodukten dem tatsächlichen bedarf entsprechend zu verordnen. weit gefehlt. ein patienten hat nicht mehr als 2 max 3 produkte am tag zu benötigen. viele ärzte weigern sich mehr als 2 pakete i.e. 96 einheiten pro monat zu verschreiben. im klartext heißt das: „sie lieber patient haben nicht mehr als 3 windelhosen in 24 stunden voll zu pinkeln. also reissen sie sich zusammen.“

die folgen liegen auf der hand.  ewiges hin und her bis der eine oder andere „ich bin arzt ich weiß alles und sie nix“ nach langem palaver sich endlich bequemte keine menge auf das rezept anzugeben. der hintergrund ist wie sooft die angst das ein arzt sein budget überschreitet und er in regress genommen werden kann. letztendlich sind solche ärzte schlicht und einfach zu bequem um sich bei den krankenkassen zu informieren und sich ggf für das wohl ihrer patienten einsetzen. jede kasse wird wie auch die hersteller sagen klipp und klar das die menge vom tatsächlichen bedarf und nicht von irgendeiner obskuren politischen verordnung abhängig ist.

was sich immer wieder als problematisch herausstellt ist die „Herausgabe von Unterlagen über ärztliche Behandlungen an gerichtlich bestellte Betreuer“ bzw. die „Einsichtnahme in die Pflegedokumentation“. das „Recht auf Einsicht in (die eigenen) Patientenakten“ schmeckt den meisten ärzten überhaupt nicht. nur durch den zarten hinweis auf hinzuziehung eines anwaltes sind viele ärzte wenn auch widerwillig bereit diesem recht   genüge zu tun.

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