noch vor einem monat . . .


. . . hätte ich die hälfte meines nicht vorhandenen königreiches gesetzt, das meine mutter jemals in die lage kommen würde den aufenthalt in dem altenpflegeheim in dem sie jetzt lebt in ihren alltag als gegeben zu integrieren.

die begegnung mit meiner mutter während der besuche der letzten 3 wochen fanden einer sehr entspannten atmosphäre statt. es war uns beiden möglich entspanntruhig über vieles zu sprechen. und was für uns beide wichtig ist, wir konnten über die kleinen liebgewordenen eigenheiten meines vaters, die er zu lebzeiten hin und wieder so vom stapel ließ, ihres mannes der vor 10 jahren verstorben ist, zusammen lachen.

während der ersten 8 wochen ihres aufenthaltes befand sie sich in einem zustand der leugnung, der selbst erfahrene mitarbeiter zeitweise an den rand der hilf und ratlosigkeit brachte. zwar sagt sie heute immer noch das es zu hause „besser“ ist, doch ihre ablehnung und wut, ihre trauer über den verlust ihrer liebgewordenen umgebung, ihr zu hause, ist einer wehmütigen sachlichkeit gewichen. sie ist in der lage ihre (situation) realität klar zu erkennen und zu benennen. insofern komme ich, laie der ich bin, immer mehr zu der erkenntnis das sie noch weit von einer demenz entfernt ist. vergesslichkeit und verwirrt sein, über bestimmte fähigkeiten nicht mehr zu verfügen, haben mit dem bild einer demenz nicht sehr viel gemein.

sie ist an ihrer umgebung interessiert, erkundet je nach lust und laune die räumlichkeiten auf ihrem stockwerk, spielt mit anderen alten bewohnerInnen hin und wieder karten, besucht eine lese und/oder sing veranstaltung und lebt ihren alltagsrythmus nach ihrem eigenen gusto.

bis 2, 3 uhr nachts fernseh zu schauen . . . dann ist das eben so. ausgiebig um 11 uhr zu frühstücken das in das mittagessen um 12 uhr übergeht . . . dann ist das eben so. manchmal vergißt sie oder nimmt sie eine von 3 über den tag verteilten rationen ihrer medikamente nicht . . . dann ist das eben so. so schafft sie sich ihre eigenen freiräume der selbstbestimmung über ihre leben, den man einem menschen von 84 jahren auch zugestehen muß. die im rahmen des heimvertrages festgesetzte pflege und versorgung wird innerhalb des handlungsspielraumes im kontext zum vorhandenen personal und deren befugnisse unter wahrung von grenzen die sich von denen einer betreung zu hause erheblich unterscheiden in dem altenpflegeheim umgesetzt. das pflegepersonal geht auf die bedürfnisse und besonderheiten meiner mutter ein soweit es die arbeit und die sitaution auf der station auf der sich meine mutter befindet eben zuläßt.

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was das verhältnis zwischen mir und dem personal betrifft, auch das hat sich wesentlich entspannt. die anfängliche unentspanntheit lag zum teil auch an meiner ungeduld. warten ist nie meine stärke gewesen und ist es heute noch nicht.

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was ich nicht nachvollziehen kann ist die tatsache das der größte teil der bewohnerinnen und bewohner selten bzw keinen besuch ihrer angehörigen – erwachsenen kinder erhalten.

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