Depressive Verstimmung


Foto Copyright © Wolfgang Kirsch

Meines Wissens gibt es keinen anderen Baum dessen Blätter nicht nach oben, dem Licht zugewandt sondern nach unten dem Boden entgegen hängen. Ich liebe den Blick von unten nach oben in die Krone einer Trauerweide. Zum einen ähneln die biegsamen Ästen mit ihren schmalen, schwertförmigen Blättern einem kuppelähnlichem Dach, das wenn man unter ihm steht und nach oben schaut ein Gefühl von Geborgenheit und Behütet sein vermittelt, zum anderen spiegelt kein anderer Baum durch die Art und Weise wie er seine Äste/Blätter trägt, die innere Haltung einer depressiven Verstimmung wieder.

Die Wochenenden sind für mich am schlimmsten. Außer dem Besuch des Marktes am Samstag morgen gibt es während der restlichen zwei Tage bis der Montag morgen anbricht nichts zu tun. Zwar warten eine Menge Gegenstände aus der Haushaltsauflösung meiner Mutter die auf Ebay zum Verkauf eingestellt werden müßten, aber mir fehlt jegliche Motivation und Energie dies zu tun. Teilnahmslosigkeit am Wochenende.

Dies ändert sich erst wieder wenn die neue Woche beginnt. Die 5 Tage der Woche sind durchstrukturiert und verplant. 3 manchmal auch 4 Tage in der Woche bin ich bis zur Mittagszeit unterwegs. Ich besuche meine Mutter im Altenpflegeheim, fahre in ihr/unser Haus um nach dem Rechten zu sehen und habe idR noch einen weiteren Termin den ich wie ein Programm abarbeite. Dazwischen endlose Telefonate im Zusammenhang mit der Wohnungsauflösung oder Ähnlichem. Dinge die erledigt werden müssen, werden getan.

Ich teile mir mein ZeitManagement so ein das ich bis zum frühen Nachmittag eines jeden Tages das für den Tag vorgenommene Tagwerk erledigt habe. Am frühen Nachmittag sind meine Batterien völlig leer, meine Energie ist erschöpft. Das ich meine Grenzen erreicht habe merke ich wenndas ich unter Aufbringung meiner letzten Kräfte aus dem Stuhl auf dem ich sitze aufstehe. Nach 2, 3 Stunden Schlaf fühle ich mich wieder fit.

Dieser Zustand ist zyklisch wie Ebbe und Flut. Auf eine Periode eines Gefühls von unendlicher Lebendigkeit folgt eine Periode von resignierender Teilnahmelosigkeit an den Wochenenden gefolgt von der programmierte teilnahmslosen Abarbeitung des WochenProgrammes „Das Notwendige wird erledigt“. Keine Ahnung obwiewann ich aus diesem Zustand wieder rauskomme.

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