Das Dilemma


Das Dilemma – Teil 1

Ein Dilemma (griechisch δί-λημμα: „zweigliedrige Annahme“, Plural: Dilemmas oder Dilemmata), auch Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei Wahlmöglichkeiten bietet, welche beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Es wird durch seine Ausweglosigkeit als paradox empfunden. Auch der Zwang zu einer Auswahl zwischen zwei positiven Möglichkeiten kann ein Dilemma sein. Quelle – Wikipedia

Am Sonntag Abend klingelte das Telefon. Als ich den Hörer abnahm war ich erstaunt die Stimme meiner Mutter zu hören.

„Du sag mal wo bin ich hier?“ fragte Sie mich.„Du bist in einem Heim“, antwortete ich meiner Mutter.  „In einem Heim? Was soll ich hier in diesem kleinen Kabuff? Ich will in mein großes Wohnzimmer, in mein großes Eßzimmer. Ich will nach Hause. Das hier ist nicht mein „zu Hause“.

„Ja“ sagte ich „hier (das Heim) ist nicht dein „zu Hause“. Hätte ich ihr sagen sollen/müssen: Doch da wo du jetzt bist das ist dein „Zu Hause?“

„Das Haus gehört doch mir“ fragte sie mich. „Ja“ sagte ich, „das Haus gehört Dir“. „Mich hat heute der oberste Chef der Loge von ganz Deutschland angerufen und mir gesagt das ich wieder nach Hause gehen kann“. (Mein Vater war zu seinen Lebzeiten Mitglied einer Loge) Er sagte mir das ich wieder nach Hause gehen kann. Das ist ja mein Haus.

Die Botschaft die sie mir mitteilte war die, das es ihr nicht in dem Heim gefällt, das Zimmer (was soll ich in diesem Kabuff) zu klein ist und das sie wieder nach Hause, in ihr „zu Hause“, in das Haus das ihr gehört, zurück will.

Als sie vor zwei Wochen in das Heim um/eingezogen ist haben wir – unsere Freundin und ich – ihr gesagt: „Hier wirst du jetzt wohnen“. Das Sie sich in dieser Situation der Tragweite dieser Worte, das sie nicht mehr in ihr Haus zurück kehren wird, nicht bewußt war liegt auf der Hand.

Für meine Mutter ist materieller Besitz, ihr Haus – ihr „zu Hause“ essentiell. Ein Haus ist Sicherheit und Heimat. Ein Haus, Grund und Boden, die Scholle verkauft man nicht. Komme was da wolle. Darin ist sie unerschütterlich.

Seit 2 Wochen ist meine Mutter jetzt in dem Heim. Das Haus, ihr Haus muß verkauft werden damit der Teil der Kosten für das Heim der nicht durch die Pflegestufe und ihrer Rente abgedeckt ist für das Heim bezahlt werden kann.

Zwischen mir und meinem Vater war es immer klar das das Haus auch eine Absicherung für ihr Alter sein wird. Er war so vorausschauend das er mit meiner Mutter gemeinsam vor einem Notar verfügte, das das Vermögen (auch ihr Haus) dazu verwendet werden soll damit sie solange wie möglich ihren bisherigen Lebenstandard im Alter (den sie zum Zeitpunkt der Erstellung der Verfügung gewohtn waren) beibehalten können.

Des weiteren verfügten beide das ein benannter Bevollmächtigter (in diesem Fall mich) wenn notwendig zu ihrem Wohl im Rahmen der Gesundheitsfür/vorsorge ein Heimvertrag abschließen soll.

Als ich meine Mutter am Tag nach ihrem Anruf, am Montag besuchte, haben wir beide diese Urkunde wie schon des öfteren zuvor in aller Ruhe besprochen. Die angefertigte Kopie die ich gemacht habe, habe ich meiner Mutter dagelassen.“ Schau Mutti, ich lege dir die Kopie dieser Urkunde hier auf das Schränkchen. Da hast Du sie griffbereit und kannst immer nachlesen wie ihr Beide es Euch vorgestellt habt wie ihr einmal leben wollt wenn ihr beide alt geworden seid.

Das Dilemma – Teil 2

Nach dem Tod ihrer Eltern, meiner Oma und meinem Opa hatte sie ein kleines Ackergrundstück geerbt das Jahre später als Bauland von der Gemeinde ausgewiesen wurde. Alle Flurgrundstücke waren verkauft nur das meiner Mutter nicht weil sie sich weigerte es zu verkaufen. Wenn mein Vater letztendlich nicht die Angelegenheit in die Hände genommen hätte, dann wäre das Grundstück von der Gemeinde zu einem von der Gemeinde festgesetzten Betrag Zwangsverkauft worden.

„Das Haus gehört doch mir . . . . „

Sie zu belügen, ihr zu sagen das sie nur vorübergehend in diesem Heim ist „Ja du kannst wieder zurück, später . . . „, Das ist für mich ein NO GO.

Ihr die Wahrheit zu sagen ist für mich, für einen selbst wichtig um mit mir, sich selbst ins reine zu kommen. Es ist zu dem der Schutz der eigenen seelischen Gesundheit.

Auf der anderen Seite weiß ich nicht wie ich es ihr verständlich machen kann – soll, das ich dabei bin ihre Wohnung auszulösen – aufzulösen, das ich dabei bin das Haus zu verkaufen. Das wird sie nicht verstehen . . . .

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