Wenn dem Sommer der Sommer egal ist . . . (akt 1)


. . . dann kann es schon mal vorkommen das die Temperaturen alles andere als sommerlich sind. Temperaturen tagsüber von 12, 13 Grad, Nachts stellenweise im 1stelligen Bereich sind dann schon mal an der Tagesordnung.

Wenn man raus geht ist das kein Problem. Statt T-Shirt zieht man dann mal n Hemd und ne Jacke an. Und in der Wohnung dreht man gegebenenfalls den Heizkörper an. Problematisch wird es dann wenn man in einem Mieter Verhältnis lebt und der Vermieter die Heizung auf „Sommerbetrieb“ umgestellt hat bzw nicht soweit vorausschaut und die HeizungsAnlage so einstellt, das der Mieter in einer solchen Situation nicht selbst entscheiden kann ob und wie er die Wärme in seiner Wohnung regulieren kann.

Mit solch einer Situation sehe ich mich seit nunmehr 14 Jahren konfrontiert. Immer wenn der Sommer nicht das gehalten hat was man von ihm erwartet hat, das gleiche Spiel. Die HeizungsAnlage in dem Haus in dem ich lebe war auf Sommerbetrieb umgestellt bzw sie war nicht auf eine solche Situation „Sommer = Temperaturen vom Nachts 1stelligen is Tagsüber max 13,14 Grad = kalte Wohnung“ eingestellt. Und wie jedes Jahr rufe ich beim Vermieter an, bitte ihn die Anlage entsprechend einzustellen das ich die Wärme über meine Heizkörper in meiner Wohnung  entsprechend regeln kann. Bislang hat es mehr schlecht als recht funktioniert. Doch diesesmal hat keiner was damit zu tun. Dieses mal habe ich die Faxen dicke . .

* * *

email an den Vermieter und Daniela Wagner, Vorsitzende des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Dame und Herren

Seit 1997 i.e. 14 Jahren bin ich Mieter einer Wohnung ihres Projektes und seit 14 Jahren werde ich jedes Jahr immer wieder mit der gleichen Situation konfrontiert:

Ihrer Einstellung, einer Haltung die genau das Gegenteil von dem ist wie es vollmundig in ihrem Leitbild zum Ausdruck gebracht wird:

„Unserer Klientel begegnen wir mit einer wertschätzenden, akzeptierenden und respektvollen Grundeinstellung.“

Da war und ist der Wunsch Vater des Gedankens.

Einer ihrer Gesellschafter der mit seiner Einlage zu der Realisation ihres Projektes Am Nordbahnhof beigetragen hat war, wie Sie möglicherweise wissen, die „AIDS – Hilfe Darmstadt e. V. „.

Um in den Genuß einer der beiden Wohnungen in Ihrem Projekt „Am Nordbahnhof 83“ zu kommen muß man Klient besagter AIDS Hilfe sein. Diese Voraussetzung erfüllte ich 1997. Und wie Sie unschwer erkennen können erfülle ich sie immer noch da ich entgegen allen Prognosen am Leben bin. Dies zu keinem geringeren Erstaunen als dem Meinen schon seit 26 Jahren.

Jedes Jahr im Sommer oder sollte ich sagen zum Ende der Heizperiode im April stellen Sie Ihre Anlage auf Sommerbetrieb um.

Nun kann und ist es wiederholt vorgekommen das, obwohl auf dem Kalender Sommer steht, der Sommer sich einen Teufel darum schert was auf einem bedruckten Blatt namens Kalender steht. Die Temperaturen im realen Leben genannt Alltag sind dann alles andere als sommerlich. So geschehen vor 14 Tagen, so geschehen in der Zeit vom 29. Juni bis Heute i.e. 3. Juli.

Klient der AIDS Hilfe zu sein heißt in meinem Fall, das wird Sie jetzt überraschen „Nicht gesund“ zu sein. Wenn sich Temperaturen im Sommer, das wird Sie jetz noch einmal überraschen, wie in den letzten 3 Wochen mehrmals über Nächte im 1stelligen und Tagsüber im 2stelligen Bereich zwischen 12- 14 Grad bewegen, dann wirkt sich dies sofort negativ auf meine Gesundheit aus. Probleme mit meinen Bronchien, eine Erkältung auf Grund meines geschwächten Immunsystems die buchstäblich von einem auf den anderen Moment erscheint sind die Folgen.

In der Vergangenheit habe ich fast jedes Jahr diese Situation/Problematik einer Ihrer von mir sehr geschätzten Mitarbeiterin kommuniziert. Ich bat ihre Mitarbeiterin dafür Sorge zu tragen, das die Heizung ihrer HeizungsAnlage in besagtem Projekt doch bitte so sein eingestellt sein möge, das ich als Mieter/Bewohner ihrer Wohnung die Möglichkeit habe die Heizkörper in meiner Wohnung entsprechend einzustellen, sodas es je nach meinem Bedarf und Gutdünken warm in meiner Wohnung ist. Dies hat auch funktioniert.

Nichtsdestoweniger ist diese Situation für mich nicht nachvollziehbar, dieses Procedere ermüdend. Es ist der MIETER der das (Energie) bezahlt was er verbraucht. Sie als Vermieter haben nur Sorge zu tragen das es möglich ist.

Alle Jahre wieder versuchte ich ihnen, der NWH nahezubringen, das letztendlich ich das praktiziere oder besser gesagt es versuche umzusetzen, was sie in Ihrem Leitbild so schön ausdrücken:

Nach unserer Überzeugung ist jede Person in der Lage sich selbst zu helfen, wenn sie dabei eine an den vorhandenen Ressourcen orientierte bedarfsgerechte Unterstützung erhält.
Wir fördern und fordern unsere Klientel bei der Weiterentwicklung ihrer Ressourcen und ihrer Eigenverantwortung.

Schöne Worte . . . mehr aber auch nicht.

Es war jedes Jahr die gleiche Leier. Immer wieder muß ich Sie im Sommer arufen, ihnen kommunizieren das es kalt ist und Sie bitten die Heizung entsprechend so einzustellen das ich die Möglichkeit habe meine Wohnung „zu heizen“.

Und, dies wird sie jetzt zum 4. Mal überraschen, habe ich auch dieses Jahr wie „Alle Jahre wieder“ letzte Woche i.e. Kalenderwoche 26 Kontakt zu Ihnen aufgenommen. Ich habe eine Ihrer Mitarbeiterinnen gebeten doch bitte dafür Sorge zu tragen das die HeizungsAnlage so eingestellt wird das ich ne warme Wohnung habe (Heizkörper aufdrehen und so) wenn ich es als notwendig erachte.

Sie fühle sich für dieses Problem nicht zuständig . . und ja die Kollegin is jetzt 2 Wochen in Urlaub.

Also bleibt mir wie all die Jahre zuvor wieder einmal nichts anderes übrig als einen Elektroheizlüfter anzuwerfen. Und wie all die Jahre zuvor sorgt der StromVerbrauch dieses Heizlüfters dafür, das meine jährlichen StromVerbrauchkosten sich in einer für mich im Grunde genommen unakzeptablen Höhe bewegen.

Es gibt ein altes Sprichwort im Deutschen. Wer nicht hören will muß fühlen. Da is ne Menge Wahres dran. Aus diesem Grund werde ich Ihnen anstelle der Bruttomiete von Euro 389,64 für den Monat August 339,64 überweisen.

Ob es ihnen paßt? Es kümmert mich nicht die Bohne ob es Ihnen recht ist, ob s Ihnen paßt oder nich. Ich hab die Faxen dicke.

Ich begegne Ihnen dort wo sie stehen, hole/versuche sie auf Ihrer Ebene abzuholen, zu erreichen wie man es in der niederschwelligen Sozialarbeit bezeichnet.

Nebenbei bemerkt werde ich diesen kleinen Text auf meinen Blog veröffentlichen und ihrem Aufsichtrat zukommen lassen.

Hochachtungsvoll? Achtung und Respekt muß man sich verdienen.

einfach nur

Wolfgang Kirsch
Mieter

* * *

Update 6. Juli 2011

Gestern Vormittag war der Techniker der Firma die für die Wartung der Heizungsanlage verantwortlich ist vor Ort. Er hat die Anlage höher eingestellt. Ergebniss: Die Heizkörper sind heute morgen 6 Uhr handwarm  i.e. wärmer als vorher. Das ist schon mal ein Fortschritt.

Die Crux an der Sache ist das

  • die Heizung – das Haus unter wirtschaftlichem Aspekt geführt wird.
  • die Heizung – Regulierung über die AussentemperaturAnzeige (22 Grad) funktioniert
  • die Anlage zwar Handeinstellung vorsieht aber diese nicht gewählt wird/ist
  • der Techniker der Heizungsfirma sich an die Vorgaben des Vermieters halten muß.

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