„Therapie als Prävention? Ja!“ . . . Ohne Druck, Ohne Zwang


Gestern versetzte eine Nachricht die Gemeinschaft der Menschen die HIV positiv und viele Andere in einen wahren Freudentaumel. Der Einfachheit halber setze ich hier einen Link zu dem Artikel auf dem Blog von Ondamaris, der Auslöser für diesen  kollektiven Freudentaumel war bzw ist.

UNAIDS ein Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS mit dem Ziel, die verschiedenen HIV/Aids-Pandemie Aktivitäten einzelner Ländern im Kampf gegen Aids zu koordinieren, war eine der ersten Organisationen, die die Ergebnisse besagter Studie des  National Institutes of Health NHI, einer Behörde des United States Department of Health and Human Services  kommentierte und interpretierte.

Einer der Sätze der mir sofort ins Auge sprang wie ein ausgehungerter Tiger seine Beute, war ein Satz von Mr. Sidibé:

“People living with HIV can now, with dignity and confidence, take additional steps to protect their loved ones from HIV,”

„Menschen die mit dem Virus leben, sind jetzt in der Lage mit Würde und Zuversicht die entsprechenden Schritte zu unternehmen um die Menschen die sie lieben (Partner/PartnerInnen/OneNightStands/SexPartner/Partnerinnen) vor HIV zu schützen.“

So ist das also, sagte ich mir. Wir Menschen die wir HIV positiv sind und über Würde und Zuversicht verfügen, sind dank dieser Studie jetzt in der Lage das richtige zu tun um unsere Lieben vor eine Infizierung mit HIV zu schützen. Alles was wir dazu tun müssen ist, sollten wir zu den Menschen gehören, die möglicherweise HIV positiv sein könnten, uns testen zu lassen und bei einer entsprechenden Diagnose „Sie sind HIV positiv“ sofort mit einer Therapie zu beginnen.

Es (eine sofortige Therapie) wird so führt Mr. Sidibé weiter aus

„HIV zu einer neuen Option derPrävention machen. Nun gilt es sicherzustellen das Paare die Möglichkeit und den Zugang haben eine Therapie als eine Prävention  zu wählen“.

Dann allerdings scheint mir der gute Mr. Sidibé temporär etwas verwirrt geworden zu sein.

It will also significantly contribute to reducing the stigma and discrimination surrounding HIV.

Die Ergebnisse dieser Studie werden auch wesentlich zur Verringerung von Stigmatisierung und Diskriminierung die im Umfeld (der Gesellschaft) mit HIV einhergehen.

Möglicherweise geht Mr. Sidibé davon das die Gesellschaft nicht nur über die Fähigkeit zur Differenzierung verfügt sondern auch in der Lage ist dies im Alltag umzusetzen. Aber genau das ist uns die Gesellschaft bislang schuldig geblieben. Von der Einsicht das jeder Mensch für den Schutz seiner Gesundheit selbst die Verantwortung trägt, ist die Gesellschaft im Kontext zu Menschen mit HIV und deren Verhalten noch weiter entfernt als bis zum Restaurant am Ende des Universums.

Im Umkehrschluß besagt dies nämlich nichts anderes als genau das gegen was Viele von uns seit Jahren kämpfen nämlich das wir „Menschen mit HIV“ einzig und allein für Schutz verantwortlich sind. Das es einzig und allein an uns “ Menschen mit HIV“ liegt ob der Virus weiterverbreitet wird oder nicht. Das „Wir Menschen mit HIV“ wenn wir uns nicht so verhalten wie es diese Studie nahelegt verantwortungslos und würdelos sind. Das „Wir Menschen mit HIV“ nichts anderes sind als  Virenschleudern, das „Wir Menschen mit HIV“ Biowaffen sind.

„Wir Menschen mit HIV“ sind in den Augen der Gesellschaft, wie immer, für den Schutz des Anderen verantwortlich.

Wie die Medien mit den Ergebnissen dieser Studie umgehen, welchen Schluss die Print Medien daraus ziehen, das scheint nicht aufzufallen:

Der Autor des Artikel von Spiegel online scheint mir da so ein richtiges Cleverle zu sein. Da gibt er sich erst als Jemand aus der vorgibt verstanden zu haben

Ab welchem Zeitpunkt sollte ein HIV-Infizierter Medikamente nehmen, die das Virus bekämpfen? Die Frage war schwer zu beantworten. Die sogenannten antiretroviralen Mittel sind zwar das einzige, was bisher den Beginn der Immunschwächekrankheit Aids herauszögern und ihren Verlauf abbremsen kann. Andererseits haben diese Mittel auch Nebenwirkungen, vor allem, wenn sie über Jahre genommen werden.

um dann das Gegenteil unter Beweis zu stellen.

Eine aktuelle Studie liefert jetzt den Beleg dafür, dass eine frühzeitige Einnahme der Mittel Leben retten kann. Bei der Untersuchung gelang der Nachweis, dass Infizierte, die frühzeitig HIV-Medikamente verabreicht bekamen, weit weniger ansteckend sind.

Der Rest des Artikels besteht aus Fragmenten, ist zusammengesetzes Stückwerk wie mir scheint.

In den gleichen Tenor verfällt auch der Autor in seinem Artikel in der New York Times:

People infected with the virus that causes AIDS are far less likely to infect their sexual partners if they are put on treatment immediately instead of waiting until their immune systems begin to deteriorate, according to preliminary results from a large clinical trial released Thursday.

Menschen die mit dem HIVirus der AIDS verursacht infiziert sind, sind wenn sie sofort mit einer ART Therapie beginnen weitaus weniger in der Lage ihreN PartnerInnen zu infizieren anstatt mit dem Beginn einer Therapie solange zu warten bis sich ihr Immunsystem soweit verschlechtert hat das eine Therapie notwendig geworden ist.

Interessant ist in der NYT die Aussage von Dr. Montagner bestätigt sie doch das was auch vielen unserer Schwerpunktärzte seit Jahren schon bekannt ist:

“This is consistent with what we’ve been saying and doing in British Columbia for close to a decade,” he said.

„Dies steht im Einklang mit dem, was wir in British Columbia seit fast einem Jahrzehnt sagen (wissen) und praktizieren“

Alledings kommt auch er dann zu einer Schlußfolgerung die man so nicht stehen lassen darf da sie nicht entsprechend dediziert ist sondern die Gefar beinhaltet das Ergebnis dieser Studie als einen „Königsweg“  zu verstehen denn man – zu gehen hat.

“How much more evidence do we need before we implement what we know works?”

Wievieler Beweise bedarf es noch bevor wir das einführen/umsetzen was wir wissen?

Das der größte Teil der Ärzte und insbesondere der Forscher wenn nicht Alle in ihrer Arbeit aufgehen und nur ein Ziel zu erreichen vor Augen haben steht außer Frage. Ohne dieses Engagement von Ihnen gäbe es weitaus weniger Medikamente um den HIVirus in Schach zu halten. Ohne sie wäre HIV heute zu keiner chronisch behandelbaren Krankheit geworden.

Mediale Berichterstattung trägt zur Meinungsbildung bei. Die Botschaften, die in den Medien transportiert werden sind in den seltensten Fällen eindeutig und klar. In der Reglen sind sie subtil und unterschwellig. Ihre Botschaften die in Berichten und Artikel zum Ausdruck gebracht werden haben einen wesentlichen Einfluss auf die Haltung und Sichtweisen der Gesellschaft gegenüber bestimmten Sachverhalten und Menschen. Medien wie auch die Politik legen letztendlich den Grundstein dafür, sind letztendlich dafür verantwortlich wie Menschen in einer Gesellschaft miteinander umgehen.

Menschenwürde geht immer mit dem Recht auf Selbstbestimmung und dem Recht auf die eigene Entscheidung einher. In diese Richtung muß letztendlich Prävention und  Aufklärung gehen.

„Therapie als Prävention? Ja!“ Doch Ohne Druck und Ohne Zwang.

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2 Antworten zu „Therapie als Prävention? Ja!“ . . . Ohne Druck, Ohne Zwang

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