Nadja Benaissa für den Reminders Day Award vorgeschlagen (akt1)


Auf dem SonderPlenum (link zu facebook, man muß angemeldet sein) des Positiventreffen das Gestern stattfand bei dem es u.a. um die Beteiligung von HIV-Positiven bei HIV im Dialog 2011 ging, wurde Nadja Benaissa für die Verleihung des ReD Award, der als besondere Auszeichnung für außerordentliches Engagement im Kampf gegen HIV und Aids gilt, vorgeschlagen.

Dieser Preis wurde unter anderem an, Nelson Mandela, Prof Rita Süssmuth, die Franziskaner Schwestern M. Hannelore & M. Juvenalis, Anna Beisse-Munemo, Dirk Bach, Georg Uecker, sowie die Gründungsmitglieder der Berliner Aids-Hilfe, Konrad Möckel und Dr. Gerd Paul etc verliehen. Es ist eine Auszeichnung für Menschen die sich im Kampf gegen HIV und AIDS über Jahre engagieren bzw engagiert haben.

Ein Buch schreiben, von Veranstaltungen eingeladen zu werden oder sich in einer TalkShow wacker zu schlagen, das bezeichne ich weder als  “außerordentliches Engagement im Kampf gegen HIV und Aids”, geschweige denn sind es für mich Argumente für die Verleihung eines solchen Preis.

Ich bin mal auf die Begründung gespannt falls der Vorschlag, der es bis jetzt ja nur ist, angenommen wird. Das durch Nadja Benaissa das Thema Stigma und Diskriminierung über ein erträgliches Maß präsent wurde, das sie pers „stellvertretend“ für alle HIV Positiven steht, die sich wegen des bestehenden Stigma, der Diskriminierung und der Kriminalisierung die immer noch präsent sind aus Angst nicht outen, das dadurch dies eben bewußt gemacht wurde, das sind keine Gründe um jemand mit einem solchen Preis auszuzeichnen.

Ein solcher Preis gebührt eher all den Menschen die sich aus Angst vor Stigma, Diskriminierung, vor Ausgrenzung und Ablehnung nicht outen. Einen Preis für den Verlust an Lebensqualität die sie in ihrem Alltag täglich erfahren. Ein Preis für den Mut der sie trotzdem weiterleben läßt, Mut der es verdient hätte das sie mit einer solchen Auszeichnung gewürdigt würden.

* * *

Update 16.3.2011

Nadja Benaissa (als eine Möglichkeit!) wurde vom Veranstalterkreis von “Vergessen ist ansteckend” intern im Rahmen eines Brainstormings (meine Worte) “Wen könnte man warum, was spricht dagegen/dafür” für den RedAward in Erwägung gezogen bzw thematisiert. Diese Info wurde an das SonderPositivenPlenum kommuniziert sodaß das es dann auf der “Tagesordnung” landete.

Was das PositivenPlenum betrifft. . .

. . . als Nicht Berliner verstehe ich es als ein Instrument/Forum/Initiative die ihr Ohr “am Puls der positiven Community Berlins” hat um herauszufiltern welcher Themen man sich in den Workshops annehmen sollte. Unter anderem auch wen sie gerne zur Preisverleihung vorschlagen würden.

NB als Vorschlag scheint mir etwas realitätsfremd zu sein. Da möcht ich lieber nicht wissen welche “ernsthaften Themen” der Berliner Community auf den Nägeln brennen könnte. Immer davon ausgehend das das PositivenPlenum am Puls der Community bzw deren langer Arm ist. Wobei ich hier nicht ausschließen möchte das von der Sagenumwobenen „Community“ wenig an Vorschlägen außer „Ja macht mal“ gekommen sein könnte.

Wenn ich mir das Programm von 2010 anschau dann war die Veranstaltung bis auf wenige Ausnahmen eine Gefälligkeitsveranstaltung für die Pharmaindustrie. Daher so prognostiziere ich wird 2011 die CROI durchgekaut werden, die bis dahin in den noch zu erscheinenden 3 Ausgaben der Projekt Info soweiso schon ausführlich besprochen wurde.

WorkshopVorschläge wie z.b. EKAF im Kontext zur Strafprozessordnung, Soziale Themen, Härtefallregelung im Kontext zu Nebenwirkungen bei Positiven die von Grundsicherung leben müssen, Strategien gegen Armut und Stigma, Duskussionen über die Mediale Berichterstattung wenn wieder mal die HIV Saus durch s Dorf getrieben wird wie im Fall NB durch die großen Verlage wie Springer, DU Mont, WAZ unter Einbeziheung/Teilnahme von z.b Kai Diekmann dem Obertreiber, wie “die Rechte von HIV/AIDS lebenden oder ansteckungsgefährdeten Menschen, durch rechtliche und soziale Rahmenbedingungen zu schützen und zu fördern sind (”Erklärung von Paris”) das wird wohl ein Traum bleiben.

Berlin ist was die medizinische/psychologische Versorgung/Betreuung und Leben im Alter betrifft gut aufgestellt. Vielleicht sollte man die Veranstaltung von “HIV im Dialog” in ein geselliges Beisammensein umfunktionieren mit großem Abendessen und anschließender Party “Positiv durch die Nacht”. So würden nämlich viele HIV Positive die von Grundsicherung leben in den Genuß eines kalten und warmen Büffets kommen, ein Ereignis das für einen Abend Lebensqualität realität weden läßt. Das gesponsorte Geld der Pharmaindustrie für Referenten wäre so sinnvoller angelegt.

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Update 17.2.2011

Ins Leben gerufen wurde die Benefizgala im Jahr 2001 von den beiden Berliner Agenturen Bplus – Gruppe und Etwas Neues Entsteht, die im Rahmen ihrer gemeinnützigen Aktion „Vergessen ist ansteckend“ an die nicht abnehmende Brisanz der noch immer tödlichen Immunschwächekrankheit appellieren. Quelle

Dies zur ursprünglichen Idee der Gala und auch des Awards? Schon 2001 war HIV KEINE tödliche Immunschwächekrankheit mehr. So gesehen wird es höchste Zeit die Gala wie auch den Preis inhaltlich neu zu überdenken, neu zu definieren.

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2 Antworten zu Nadja Benaissa für den Reminders Day Award vorgeschlagen (akt1)

  1. dieter telge schreibt:

    das recht, hiv im dialog bissig zu kommentieren und zu verreissen, habe auch ich in der vergangenheit in anspruch genommen. ich verstehe diesen kommentar daher als konstruktiven ansporn zur weiteren notwendigen (!) verbesserung – dafür herzlichen dank!
    ich bin sicher, dass protokoll vom montag wird belegen, dass wir mit der wachsenden inhaltlichen beteiligung – z. b. auch des posiplenums – bereits in der vorbereitungsphase auf einem guten wege sind!
    zum „solidaritätspreis“ für nadja bin und bleibe ich anderer meinung: ich denke, sie soll ihn nicht nur persönlich, sondern zugleich auch stellvertretend für alle diejenigen von uns erhalten, die nicht im rampenlicht stehen und evtl. gerade darum solidarität nötig(er) brauchen!

  2. alivenkickn schreibt:

    Moin Dieter

    Es gibt viele Menschen die nicht im Rampenlicht stehen und die wie du es ausdrückst Solidarität brauchen. Es sind die Menschen die nicht in der Lage sind ihre Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, die nicht in der Lage sind für sich zu kämpfen. Es sind die Menschen die man nicht sieht, die zurückgezogen und vereinsamt leben, die sich aus Scham nicht in die Öffentlichkeit trauen, die in die AH´s kommen und um Hilfe nachsuchen. Diese Menschen müssen an die Hand genommen werden. Da gibt es für mich keine Frage. Das ist und wird IMMER eine Aufgabe der AH´s sein. Da beißt die Maus kein Faden ab.

    Was den Preis betrifft da bin ich on second thought zwiegespalten. NB den Preis stellvertretend für die vielen HIV Positive, für diejenigen die aus Angst vor Abgrenzung, Ausgrenzung, Ablehnung, Stigme, Diskriminierung schweigen zu verleihen, ja das ist ein Argument. Das sollte dann auch in der Begründung klar zum Ausdruck gebracht werden müssen.

    Was ich jetzt angeregt durch die Diskussion – is der Hammer da sitzt man 100 km entfernt und kommuniziert miteinander so wie in nem Raum Auge in Auge mit Kaffee un so – wahrnehme ist, das man den Award inhaltlich neu definieren, diskutieren muß. Ne Menge Leute die ihn bekommen haben, haben etwas getan, waren aktiv im Alltag haben gehandelt, sich eingesetzt, gekämpft . . . . So hat er sich ja bis jetzt präsentiert.

    Und klar da sind auch einige dabei die als Magnet für ne Veranstaltung verstanden werden können. Warum auch nicht. Wenn man so für ne Sache, für HIV im positiven Sinn, Aufmerksamkeit erreicht, ab dafür. Es ist die Ausgewogenheit auf die es imo ankommt . . .

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