Millionen Betrug mit AIDS Medikamenten (akt 4)


Nur damit Klarheit herrscht: Ich verurteile dieses Gebaren des Apothekers auf das Schärfste.

Berliner Apotheker betrügt mit Rezepten

Apotheker betrügt Krankenkassen mit HIV Arzneien?

Justiz ermittelt wegen Millionen-Betrug mit HIV-Rezepten

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Sucht ist eine Krankheit. Diese Weisheit hat sich in der Bundesrepublik Deutschland insbesondere in der Politik leider immer noch nicht herumgesprochen.

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Die Apotheke am Kurfürstendamm unweit des Café Kranzler galt im Charlottenburger Kiez schon seit längerer Zeit als Anlaufpunkt für Drogenabhängige. Schon frühmorgens vor Geschäftsbeginn wurde sie häufig von auffällig nervösen „Kunden“ belagert. Quelle

Man sollte es nicht nur unter dem Aspekt „Betrug mit HIV Medikamenten“ sehen sondern, auch wenn es schwer fällt, unter dem Aspekt der Drogenabhängigkeit. Drogenabhängigkeit geht mit der Beschaffung (Beschaffungskriminalität) der finanziellen Mittel um den täglichen Bedarf/den Konsum von illegalen Drogen, Sucht – Abhängigkeitserzeugenden Substanzen, sicherzustellen einher. Es gab schon immer den einen oder anderen Apotheker der sich dieses Umstandes bewußt war und seinen Teil dazu beigetragen hat. Ob ein Apotheker gestohlene/gefälschte Rezepte für verschreibungspflichtige Schlaftabletten bzw für verschreibungspflichtige Medikamente “annahm”, die Versuchung die Situation drogenabhängiger Menschen auszunützen war schon immer vorhanden.

Pro Rezept gab es in der Regel 300 bis 400 Euro, in Einzelfällen haben Süchtige auch 500 bis 800 Euro erhalten. Quelle

Die Tatsache das die Praxis der Abrechnung solche wie auch schon in der Vergangenheit ähnliche gelagerte Fälle einem solchen Betrug Vorschub leistet ist ein weiteres Problem. Hier müssen sich auch die „Abrechnungstellen“ den Vorwurf gefallen lassen, sich diesem Problem bis heute nicht gestellt zu haben. Wahrscheinlich weil die Kosten eines Betruges „billiger“ zu sein scheinen als eine fachliche Auseinandersetzung bzw Lösung des Problemes ohne den Datenschutz zu verletzen in Angriff zu nehmen.

Wenn Versicherungstechnisch beim Abschluß einer Lebensversicherung die Möglichkeit besteht über die Krankenkassen festzustellen, ob ein Versicherter bei Abschluß einer Versicherung (s)ein HIV Statuts bekannt ist oder nicht, dann darf man sich schon fragen wieso es nicht möglich ist, einen Rezept – Medikamentenmißbrauch in gleichem Maß zu erkennen.

Des weiteren steht die Frage im Raum ob eine flächendeckende, staatlich kontrollierte Abgabe von Heroin ohne die Hürden derart hoch anzusetzen das selbst Hochleistunsgsportler daran scheitern würden diese zu überwinden nicht sinnvoll bzw angebracht wäre. Hier tun sich die entsprechenden FachVerbände wie auch die Politik auf allen Ebenen, Kommunaler wie auch auf Regierungsebene, mehr als nur schwer. Insofern darf man der Politik, der – einer jeden Regierung die letztendlich für Rahmenbedingungen (Unwort des Jahres!!!) verantwortlich ist auch einen Teil an der Verantwortung der gegenwärtigen Situation anlasten.

Beschaffungskriminalität, die Versuchung wie in diesem Fall jetzt ans Tageslicht gekommen, wäre von vornherein wenn nicht gelöst so doch erheblich minimiert, würde man Abhängige ohne Wenn und Aber mit Heroin oder einem entsprechenden Ersatzstoff versorgen.

Drogenabhängigkeit wie auch die Beschaffung der Mittel um die Sucht zu finanzieren ist Alltag, ist eine Realität. Eine Realität, derer sich die politisch Verantwortlichen gerne verschließen oder sich ihrer nicht bewußt sein, geschweige denn das sie ernsthaft bereit wären eine “Menschenwürdige” Lösung zu finden.

Insofern ist diese Empörung auch von einer Heuchelei und Doppelmoral gekennzeichnet, die wieder einmal für die Haltung in unserer Gesellschaft spricht.

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16.November 2010

Deutsche AIDS-Hilfe verurteilt Abrechnungsbetrug mit HIV-Rezepten

Silke Klumb, Geschäftsführerin der DAH: „Betrug im Gesundheitswesen geht zu Lasten aller Versicherten und bringt eine ganze Branche zu Unrecht in Misskredit. Sie müssen zukünftig mehr Zuzahlungen entrichten, während illegal Millionen aus dem System gezogen werden. Wir fordern daher eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Krankenkassen, um Betrugsversuchen unmittelbar begegnen zu können. Vor allem chronisch Kranke leiden darunter, wenn weniger Geld für die Versorgung zur Verfügung steht und auf lange Sicht eine Rationierung droht.“ Quelle

Hier hätte ich mir gewünscht, das die DAH auch auf den politischen Aspekt „Staatliche, flächendeckende Heroinabgabe/Versorgung mit einem entsprechenden Ersatzstoff an Suchtkranke/Abängige“ eingegangen bzw. hingewiesen hätte.

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24. Mai 2011: Berlin: langjährige Haft wegen Millionen-Betrug mit Aids-Medikamenten

Zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilte das Berliner Landgericht am 20. Mai 2011 einen Berliner Apotheker. Ihm war Millionen-Betrug mit Aids-Medikamenten vorgeworfen worden. Quelle Ondamaris

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2 Antworten zu Millionen Betrug mit AIDS Medikamenten (akt 4)

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