„Menschen mit HIV sind liebenswert . . . „


. . . nicht weil sie den HI Virus haben, sondern schlicht und einfach deshalb weil sie liebenswerte Menschen sind. In Abwandlung eines Spruch s von Kurt Krömer: Es gibt nämlich auch Kackbratzen unter den Virenträger. Danke Thomas für Deinen Input.

Sowas kommt dabei raus wenn wieder mal wie sooft nicht “Mit Uns” sondern “Über unsere Köpfe hinweg” entschieden wird weil da jemand der Meinung ist, genau zu wissen wo´s lang geht für uns.

“Als Menschen mit AIDS und ARC saßen wir auf den Veranstaltungen der “Gay Men´s Health Crisis” GMHC herum und hörten schweigend einer Reihe von Ärzten, Krankenschwestern, Rechtsanwälten und Versicherungsexperten zu, die uns wortreich beschrieben, wie es ist, wenn man AIDS hat. Es dämmerte mehreren zur gleichen Zeit, das mit diesem Bild irgendetwas nicht stimmte. Die “wirklichen Experten”, so stellten wir fest, waren nicht auf dem Podium.

Die Idee traf uns wie ein Blitzschlag. Bis jetzt waren wir einfach nicht drauf gekommen, das wir als Betroffene irgendwie mehr sein könnten als nur die passiven Empfänger aufrichtiger Anteilnahme von jenen, die (noch) nicht diagnostiziert waren.” “Denver Prinzipen”

Es ist an der Zeit das uns wieder mal dieser Blitz trifft.

Diese Kritik bezieht sich in erster Linie auf die mehr als unglücklich gewählten Überschriften. Die VideoAktionen halte ich für eine sehr gute Aktion.

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Renate ist 61 und trug den Virus schon viele Jahre in sich, als sie im Jahr 2000 über eine Krebsdiagnose von der Krankheit erfahren hat. Die Diagnose lautete: Vollbild Aids. „Die Krebserkrankung war also schon eine Folge der jahrelangen, unerkannten HIV-Infektion.“ Zwei Wochen später bekommt sie die Diagnosen Meningitis, Hepatitis C und Leberzirrhose. Immer wieder müssen die Ärzte mit der Krebs-Therapie warten, weil ihr Körper erst einmal die HIV-Medikamente verarbeiten muss. Zweieinhalb Jahre liegt Renate im Krankenhaus, unterbrochen von Wochenendferien bei Freundinnen. Medikamente und viel Disziplin ermöglichen ihr, die Krankheit zu kontrollieren. Ihr Motto ist ihr Trotz zum Leben: „Ich schaffe das.“

Wenn Renate ihre Enkelkinder in ihrer Geburtsstadt Wien besucht, vergisst sie die Tiefschläge, die Schmerzen und die Mühe, die ihr das Leben täglich abverlangt. Die fünfjährige Lea und der dreijährige Noah wissen, „dass die Oma krank ist“, denn Renate, Jahrgang 1949, geht komplett offen mit ihrer HIV-Infektion um. „Natürlich habe ich mit meiner Tochter geredet. Ich habe auch die drei Männer angerufen, mit denen ich langjährige Beziehungen hatte und habe gesagt, lasst Euch sofort testen.“ Das haben die dann auch getan und alle drei waren negativ. „Wir haben alle noch Kontakt. Wenn ich wirklich jemanden angesteckt hätte, dann könnte ich hier nicht so ruhig sitzen und mit Ihnen reden.“

Renate ist nicht nur Oma. Sie ist vor allem eine Kämpferin in eigener Sache: Sie kämpft seit zehn Jahren ums Überleben mit HIV und Krebs, sie kämpft für Aufklärung, Wissen über Aids und HIV und für den Abbau von Vorurteilen und Tabus. Natürlich hat sie damals gedacht: „Aids, das ist doch diese Schwulenkrankheit – was hab’ ich damit zu tun?“ Renate gehört eigentlich zur vermeintlichen nicht-riskierten Gruppe in Bezug auf Aids: Viele Jahre verheiratet, viele Jahre einen festen Freund. Doch einer der Männer hat HIV, da ist sie sich sicher.

Die ehemalige Hotelmanagerin und Reiseleiterin trug den Virus schon viele Jahre in sich, als sie über eine Krebsdiagnose von der Krankheit erfahren hat. „2000 war’s, ich kam von Fuerteventura – dort hatte ich sieben Jahre Jeepsafaris geleitet – und hatte heftig Durchfall und Übelkeit.“ Sie bricht zusammen, Diagnose Krebs – hochmalignes Non-Hodgkin-B-Lymphom, und das hatte sich bereits ausgebreitet.

Es ist der Arzt in Berlin am Benjamin-Franklin Hospital, der sofort kombiniert und das Blut untersucht. Renate hat Vollbild Aids, sechs magere Helferzellen sind noch übrig. „Die Krebserkrankung war also schon eine Folge meiner jahrelangen, unerkannten HIV-Infektion.“ Zwei Wochen später bekommt sie die Diagnose Meningitis, Hepatitis C und Leberzirrhose. Immer wieder müssen die Ärzte mit Krebs-Therapie warten, weil ihr Körper erst einmal wieder die HIV-Medikamente verarbeiten muss. Zweieinhalb Jahre liegt Renate im Berliner Klinikum, mit Wochenendferien bei Freundinnen. Ihr Motto ist ihr Trotz zum Leben: „Ihr könnt mich alle, ich schaffe das.“Wie so viele HIV-positiv Lebende ist Renate inzwischen eine Expertin in Sachen HIV und Medikamente. In den ersten vier Jahren ihrer Diagnose hat sie diese gar nicht gut vertragen. Jetzt komme sie klar. Auf dem Tisch die Ration für eine Woche, jeder Tag und jede Uhrzeit hat eine von den orangenen, den blauen, den gelben Pillen – alles ist dabei. 17 bis 22 Stück nimmt Renate zurzeit an einem Tag, denn zur HIV-Medikation kommen noch die Herzmedikamente, die gegen Bluthochdruck und viele mehr. „Nebenwirkungsmanagement heißt das“, sagt sie, denn auch die Nebenwirkungen der Medikamente sollen wieder abgefedert werden. Altwerden mit HIV sei eben keine Schönheitskur, sagt sie keck und zeigt selbstbewusst Fotos von sich vor ihrer Erkrankung: Eine gesunde, blonde Frau lacht einen von den Fotos an.

Es ist ihre Offenheit, ihr Lachen, mit der die schmal gewordene Frau mit den grauen kurzen Haaren die Menschen immer wieder für sich einnimmt. Vor zwei Jahren hat die große Kämpferin schlapp gemacht. In einer Phase von Depression magert sie auf unter 40 Kilo ab, drei kleine Herzinfarkte und ein Gehirnschlag kosten sie fast das Leben. Doch sie überlebt, mal wieder. Renate macht einfach weiter. Ehrenamtlich betreibt sie für die Berliner Aidshilfe Aufklärung und Prävention in Schulen, geht zu Vorträgen und Kongressen. „Ich will allen zeigen, das HIV positiv zu leben heißt, dass Du nicht aufgeben darfst.“ Wie schwer ihr das manchmal fällt, dass zeigt sie wie selbstverständlich nicht.

Quelle: Welt-aids-tag.de: Renate pdf Datei

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