Außer Spesen nichts gewesen


In New York ist am Mittwoch der UN-Gipfel zu den sogenannten Millenniumszielen zu Ende gegangen. 125 Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen zogen eine Zwischenbilanz im Kampf gegen extreme Armut, Mütter- und Kindersterblichkeit sowie gegen HIV/AIDS und andere schwere Krankeiten (wir berichteten).

Anfang Oktober trifft sich in New York die Geberkonferenz des Globalen Fonds gegen HIV/Aids, Tuberkolose und Malaria. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie werde sich dafür einsetzen, dass Deutschland den Global Fund „auch weiterhin auf hohem Niveau unterstützt“. Zahlen nannte sie allerdings nicht. Lesen Sie dazu einen Kommentar von Peter Wiessner in unserem Blog. Quelle

*

In der Welt Online ist ein Artikel erschienen Entwicklungshilfe – Mehr Geld ist der falsche Weg dessen Autor wie ich vermute „Zuwendungen“ der besonderern  Art zu erhalten scheint. Anders sind Sätze wie „Die meisten Armen auf der Welt sind Kleinbauern in abgelegenen Gebieten. Sie brauchen Dünger, Pflanzenschutz, besseres Saatgut, ökologisch verträgliche Bewässerungstechniken, sichere Lagerhäuser und Strassen um ihre Produkte überhaupt zum Markt zu bringen.“

Was Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz betrifft, nun wie das funktioniert kann man in Indien verfolgen. Ähnlich verhält es sich mit Reis.

Der einzigste halbwegs vernünftige Gedankenansatz ist „Wirksamer als Entwicklungshilfe wäre es, Handelshemmnisse konsequent abzubauen, damit die armen Länder Güter exportieren können. Besonders die Agrarpolitiker in Amerika und der EU spielen hierbei eine unrühmliche Rolle“. Doch genau da spielen unsere von Subventionen gut lebendende Agrarindustrie/Bauern <-> Politiker und vor allen Dingen die Börse in Chicago nicht mit.

Es sind die Industriestaaten, die sogenannten zivilisierten Länder der 1. Welt, die den Entwicklungsländern für deren Produkte den Zugang zu den Weltmärkten verweigern. Sie sind es, die die Länder Afrikas mit billigem, subventioniertem Hühner Wahnsinn und anderen subventionierten Produkten überschwemmen, sodaß die eigene Produktion zum Erliegen gekommen ist. Sie sind es, die die Märkte Afrikas mit „Altkleidersammlungen“ buchstäblich überschwemmen, sodaß deren Baumwoll und KleiderProduktion zum Erliegen gekommen ist. Es ist das Post Koloniale Verhalten von Länder/Globalen Playern aus Europa, Amerika und vor allen Dingen China, die die Ressourcen Afrikas ausbeuten. Es sind Konzerne wie Monsanto und die großen Tabakkonzerne die die Bauern in Abhängigkeiten halten und sie immer weiter in die Verschuldung und Verarmung treiben. Diesen Druck auf die Regierungen Afrikas hätten sie schon immer ausüben können, doch Regierungen wie die Ihre und anderen Länder der sogenannten 1. Welt haben dies auf Grund von wirtschaftlichen EigenInteressen verhindert.

Mit Verlaub Frau Merkel, aber hören Sie auf die Menschen für dumm zu verkaufen, ihnen Sand in die Augen zu streuen und Ihnen ein X für ein U zu verkaufen.

* * *

Update – Tübingen/New York, 23. Septemer 2010: Soziologe Joachim Rüppel kritisiert Aussagen der Kanzlerin beim UN-Armutsgipfel

Heftige Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Würzburger Soziologe Joachim Rüppel vom Missionsärztlichen Institut Würzburg geübt. Merkels Rede beim Armutsgipfel der Vereinten Nationen in New York sei eine herbe Enttäuschung für alle, die auf eine weitsichtige und solidarische Weltpolitik der Regierung gehofft hätten, sagte Rüppel nach dem Treffen, das am Mittwoch zu Ende ging. Er war im Auftrag des „Aktionsbündnis gegen AIDS“ als Beobachter des Gipfels in New York. Quelle

Vollständige Presseerklärung Aktionsbündnis gegen AIDS pdf Datei

* * *

Ähnliche Beiträge zu diesem Thema:

Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Gesundheit, International, Menschenrechte/Human Rights, Politik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s