Sich selbsterfüllende Prophezeiungen


Wenn man Angst vor etwas hat das in der Zunkunft liegt, sich eine „Situation oder Ereignis“ in seinen Gedanken vorstellt, in düsteren Farben ausmalt wie es sein könnte und daran glaubt, dass es die Realität sein wird, dann kann man ziemlich sicher sein das es genauso eintreffen wird.

Im Alltag erlebe ich es immer wieder, dass bei Menschen mit HIV die vor der Entscheidung stehen, mit einer Antiretroviralen Therapie zu beginnen, die Angst vor den Nebenwirkungen der Medikamente ein zentrales Thema ist. Ließt man sich die entsprechenden Beipackzettel durch, so kann einem schon das Grausen überkommen.

Wir sind so gestrickt (worden) das wir uns immer das Schlimmste – den Supergau – vorstellen. Nebenwirkungen von Medikamenten tragen zu diesem Scenario mit dazu bei.

Was auf der psychischen Ebene passiert ist, dass unsere Lebensqualität, durch das was wir uns vorstellen, wie wir uns etwas ausmalen wie es sein KÖNNTE als gegeben und Realität voraussetzen, extrem beeinträchtigt wird. Das ist Hollywood pur.

Ich habe für mich ein Werkzeug entwickelt, dass für mich sehr gut funktioniert:

Ich werde mir den Supergau nicht VORSTELLEN.

Ich werde die Energie die ich aufwende wenn ich mir Horroscenarien ausmale, den Sugergau VORSTELLE dahingehend verwenden, indem ich mir Sage: Ich weiß HEUTE nicht wie etwas das MORGEN, in ein paar Tagen oder nächste Woche einreten kann, sein wird.

Ich werde nicht zulassen das die Angst die durch meine Gedanken entsteht, mein Leben bestimmt. Ich werde mein Leben bestimmen.

Als ich mit meiner ART wie auch mit meiner Peg Interferon Therpie wegen meiner HEP C anfing, habe ich mir immer wieder gesagt, dass ich mir alles vorstellen kann. Die Auswirkungen der Medikamenten am eigenen Leib zu erfahren werde ich in dem Moment, an diesem Tag, wenn ich mit den Medikamenten bzw der Peg Interferon Behandlung anfange.

Das hatte zur Folge das ich der Angst „ihr normales, gesundes Maß zubilligte“ und ihren im Leben zugehörigen Platz zuwieß. Dort hat sie weder Macht über mein Leben noch schränkt sie mich in meiner Lebensqualität ein. Zu diesem Werkezug greife ich dann, wenn s notwendig sein sollte. Es ist ein Werkzeug, dass man für sehr viele Situationen im Alltag, im Leben anwenden kann. Vor allen Dingen um der „self fullfilling prophecy“ den Zahn zu ziehen.

Ich nehme seit 10 Jahren Sustiva und hab keine Probleme damit gehabt. Ca. 2 Wochen fühlte ich mich etwas bematscht in der Birne so wie nach 5 Tequila. Das war s dann auch schon. Hin und wieder habe ich heute noch „merkwürdige Träume“, aber als Film Fan find ich das eher spannend als bedrückend oder einschränkend.

Natürlich ist mir bekannt das es Menschen unter uns gibt, die Sustiva nicht vertragen haben und dieses Medikament wie zig andere Medis auch auf Grund der individuellen Nebenwirkungen gegen ein anderes Medikament das sie besser vertragen haben ausgetauscht haben. Und genau DAS ist der Punkt. Der eine verträgt ein Medikament, hat keine  Probleme, ein Anderer eben nicht.

Wenn man es schafft sich dass bewußt zu machen, dann ist das ein großer Gewinn für jeden von uns in Kontext zu seiner pers. Lebensqualität.

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