Die Münchner Regenbogenstiftung


München gründet erste kommunale Stiftung von und für Lesben, Schwule und Transgender

Der Münchner Stadtrat hat im Januar 2010 die Errichtung der Münchner Regenbogenstiftung beschlossen. Damit wurde bundesweit erstmalig eine Stiftung in kommunaler Verwaltung gegründet, die ihren Schwerpunkt auf die Förderung von gemeinnützigen Maßnahmen für Lesben, Schwule und Transgender legt.

Initiiert wurde die Regenbogenstiftung von der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen im Direktorium der Landeshauptstadt München und dem Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V. Zusammen mit der Lesbenberatungsstelle LeTRa, dem Transmann e.V., dem Gay Outdoor Club e.V. und der Münchner Aidshilfe e.V. wurde eine Satzung entwickelt, die sowohl den (steuer-)rechtlichen Vorgaben als auch den Wünschen und Anliegen der LGBT -Gemeinde Münchens entspricht.

Die Stiftung hat einen Beirat, der für die Grundsätze der Mittelverwendung und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Neben den oben genannten Einrichtungen und Vereinen sind noch Gleich&Gleich, lesbischwule Jugendhilfe München und die Stiftungsverwaltung darin vertreten, ebenso je ein Mitglied der 3 größten Stadtratsfraktionen. Es ist also ein maßgeblicher Einfluss der LGBT-Gemeinde sichergestellt.

Die Stiftung dient der Förderung der Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern in München und Umgebung. Gefördert werden können Maßnahmen und Projekte in den Bereichen Gesundheit, Sport, Wohlfahrtswesen (Soziales), Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur, Bildung und Erziehung. Auch können in Not geratene Menschen aus der LGBT-Gemeinde können unterstützt werden.

Grundgedanke der Stiftung ist es, dass die heutige Offenheit gegenüber Lesben, Schwulen und Transgendern nur erreicht werden konnte, weil diese sich selbst für ihre Anliegen eingesetzt und für Liberalisierung gekämpft haben. Aus diesem Engagement heraus entstanden die LGBT-Gemeinden mit all ihren Einrichtungen, die vor allem in den Großstädten einerseits Heimat und Schutzraum für die Betroffenen bildeten, andererseits auch maßgeblich die gesellschaftliche Gleichstellung beförderten.

Die Gründungsstifterinnen und -stifter haben selber Unterstützung und Heimat in der LGBT-Gemeinde Münchens erlebt, ihr Anliegen ist es, diese Erfahrung auch künftigen Generationen zu ermöglichen und eine nachhaltige Sicherung der Einrichtungen von und für Lesben, Schwule und Transgender zu ermöglichen.

Um das notwendige Gründungskapital für die Münchner Regenbogenstiftung aufbauen zu können, wurden Persönlichkeiten der Münchner LGBT-Gemeinde um Beiträge gebeten. Innerhalb kurzer Zeit konnte so ein Kapitalstock in Höhe von knapp 60.000,- Euro aufgebaut werden.

Damit die Stiftung künftig ihre Aufgaben erfüllen kann, ist es notwendig, diesen Kapitalstock laufend zu erhöhen. Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat deshalb in Anerkennung des großen Engagements der Gründerinnen und Gründer beschlossen, in den Jahren 2010, 2011 und 2012 für jeden gespendeten Euro einen weiteren Euro zuzugeben. Dies gilt bis zu einer max. Höhe von 30.000,- Euro im Jahr.

Bereits bei der Errichtung der Stiftung wurde eng mit der Stiftungsverwaltung der Stadt München und deren Leiterin, Katharina Knäusl, zusammengearbeitet. Die Stiftungsverwaltung im Sozialreferat wird künftig auch die Federführung für die Stiftungsverwaltung innehaben und sich die Aufgaben mit der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen im Direktorium teilen. Damit konnte ein hohes Maß an Seriosität, Zuverlässigkeit und Kompetenz sichergestellt werden.

Ansprechpartner für die Münchner Regenbogenstiftung
ist der Leiter der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Andreas Unterforsthuber, (089) 23 000 942 Quelle

Infobroschüre Regenbogenstiftung (pdf Datei)

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Die Gründung einer Regenbogen Stiftung unter Beteiligung der Kommunalpolitk sowie der div Gruppierungen aus der sogenannten vielzitierten „Community“ finde ich mehr als bemerkenswert. Alle Achtung, meinen Respekt. Mit Blick auf die Frankfurter „Community“ gerichtet kann ich bleibt mir nur zu sagen: Es ist ne Menge möglich wenn man bereit und in der Lage ist aufeinander zu zugehen.

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