2 Jahre nach EKAF – eine Bilanz (akt)


„HIV-infizierte Menschen ohne andere STD sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös.“

Dieser in der Schweizerische Ärztezeitung am 30.01.08 veröffentlichte Artikel löste eine weltweite kontrovers geführte Diskussion unter Fachleuten wie Betroffenen in einem Maß aus wie es sich die Autoren selbst nicht vorstellten.

Im Oktober 2008 hat die DAH das Mexiko Manifest unterzeichnet, im Januar 2009 1 Jahr nach Erscheinen des EKAF Artikel hat die DAH offziell zu dem Inhalt Stellung bezogen.

Mittlerweile hat sich der Sturm (stellvertretend dafür das was in den folgenden Monaten national und international abging) gelegt, die meisten der Gemüter haben sich mittlerweile beruhigt. Der Alltag hat wieder Einzug gehalten. Doch wie sieht er aus der „Alltag mit HIV“? Hat das EKAF Papier etwas ge – verändert und wenn ja was.

Zum ersten Mal hat jemand öffentlich das ausgesprochen was in vielen HIV Facharztpraxen, was vielen HIV Ärzten schon seit längerem bekannt war.

2 Jahre nach Veröffentlichung des EKAF-Statements ziehen Prof. Pietro Vernazza (St. Gallen; einer der Autoren des Statements) und Armin Schafberger (Berlin; Medizin-Referent der Deutschen Aids-Hilfe DAH) in der Zeitschrift “HIV & More” eine vorläufige Bilanz:

HIV & More: “Bilanz 2 Jahre nach EKAF” – Audio-Datei MP3

Die für mich wie auch für viele andere HIV Positive bemerkenswerteste Aussage in diesem Interview ist die Folgende:

Auf die Frage von Frau Dr. Katja Römer „Was hat sich nach dem Erscheinen des EKAF Papiers verändert“? antwortet Prof Vernazza:

„Was sich am stärksten verändert hat ist die Wahrnehmung der eigenen Infektiosität bei HIV Infizierten selbst. Das hätten wir in diesem Maße nicht erwartet und vielleicht vorher auch nicht so wahrgenommen, wie stark Menschen Angst haben andere anzustecken. Das hat sich sehr relativiert und das Menschen jetzt auch wieder einen freieren Umgang haben mit ihren Partner.
Wir sehen das auch in der Partnerberatung bei Kinderwunsch das oft der HIV Infizierte Angst hat den anderen Partner anzustecken und die Angst beim Negativen schon längts erloschen ist.“

In einem beeindruckenden Artikel „Ich werde HIV überleben!“ bringt Termabox das zum Ausdruck was ihn und viele Andere bewegte.

Doch es gibt nicht nur positives zu bilanzieren. Die DAH ist die bis dato einzigste nationale Organisation die sich offen zu dem EKAF Papier bekannt hat. ActUp PAris und das offizielle politische Frankreich, wie einige andere Länder in Europa stehen dem EKAF Papier immer noch sehr reserviert gegenüber um es vorsichtig auszudrücken.

Gesellschaftspolitisch und besonders unter dem Aspekt „Public Health“ hat sich die Gangart gegenüber HIV Positive in vielen Ländern kaum entspannt bzw sogar teilweise veschärft. Es werden immer wieder mal Konzepte diskutiert wie sie in der Gauweiler Ära an der Tagesordnung waren.

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