Big Brother 10 – Ernst trifft Spaß


Eigentlich wollt ich ja nix dazu schreiben . . . . nicht weil mir die Sendung zu banal ist, nein, weil ich mich zur Zeit leer und unmotiviert fühle bzw ich zu Allem ein Gefühl von Distanz habe. Doch wie das halt so ist, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Soviel zu dem Thema eigentlich . . .

Volltreffer für RTL II: Die erste Zusammenfassung des Geschehens in den zwei Häusern begeisterte das Publikum am Dienstag 13. Januar 2010.

13 Prozent der Werberelevanten sahen zu, als Kandidaten wie Cora, Carlos oder Uwe die bekannteste TV-WG Deutschlands bezogen.Staffel zehn überzeugt wohl vor allem, weil sie so anders ist als die bisherigen – Fans äußern sich über das Geschehen bis jetzt jedenfalls größtenteils positiv. Im Schnitt begeisterte die Tageszusammenfassung 1,42 Millionen Bundesbürger ab drei Jahren – das sind fast so viele wie die eigentliche Einzugsshow sahen. Dass man derart viele Zuseher zur ersten Zusammenfassung hinüberretten konnte, ist für «Big Brother» äußerst ungewöhnlich und zeugt einmal mehr von der großen Zufriedenheit der Zuschauer. Quelle

Liebes RTL

Bitte halten Sie die Zuschauer nicht für Dümmer als Sie – vielleicht, eventuell, möglicherweise oder auch ggf selbst sind, sein könnten. Vor allen Dingen unterschätzen sie den Zuschauer nicht.

Zufriedenheit, die . . .

. . . ist gemäß dem Bedeutungswörterbuch des Duden: a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat; b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen o.ä. einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

Die Einschaltquoten der Tageszusammenfassung des Montags die am Dienstag Abend ausgestrahlt wurde, beruhten hauptsächlichst auf zwei äh Tatsachen. Dem Silikonendlager im Secret Haus und zum anderen die Begründung die zu dem Auszug eines Bewohners führte. Wenn Sie sich die Mühe machen und auf die div Links der verschiedensten Foren gehen, so werden auch Sie nicht umhin kommen festzustellen das die Aussage, Begründung von Horst im Kontext zu HIV die am kontrovers geführtesten Diskussionen innerhalb der div Forencommunities ausgelöst hat. Schon im Vorfeld konnte man anhand des Tenor vieler Kommentare in der Bild zu BB10 darauf schließen, was sich in den nächsten Tagen – Wochen diesebzüglich abspielen würde.

Die Fragen die man sich stellen könnte: Wer freut sich also Warum und Worüber? In ihrem Fall als Privatsender liegt es klar auf der Hand: Quote bringt Werbeeinnahmen. Ein anderer Aspekt ist der Einzug der beiden HIV positiven Bewohner. Dies  kann man schon als einen Tabubruch verstehen.

In einem Interview das Bart Spring in ‚t Veld  mit der SZ führte sagte er das „eine Big-Brother-Teilnehmerin die über ihren Brustkrebs erstmals im Fernsehen, in der 1. Big Brother Sendung die in den Niederlanden ausgestrahlt wurde sprach, schon ein  Tabubruch gewesen sei“.

Wie es sich abzeichnet ist also es notwendig das HIV auf diese Weise thematisiert werden muß.

Nach 25 Jahren HIV in Deutschland, nach 25 Jahren Wissen um HIV hätte und haben sich viele gewünscht das die Gesellschaft etwas entspannter mit dem Thema HIV umzugehen wüßte. Zu sagen das es nicht so ist wäre genauso falsch wie zu sagen das es so ist. Es gibt nur wenige Themen wo eine menschenverachtende Haltung zum Ausdruck gebracht wird wie Menschen gegenüber die HIV Positiv oder homosexuell sind.

Insofern sehe ich pers Big Brother 10 u.a. als eine Option und Chance das durch den Einzug des Homosexuellen mit HIV infizierten Paares HIV über einen längeren Zeitraum als nur um den alljährlichen Weltaidstag am 1. Dezember eines jeden Jahres in den Medien präsent sein wird. Was die abfälligen Bemerkungen und Kommentare in Foren und den div Print Medien betrifft, das ist von einem bestimmten Standpunkt aus betrachtet von Vorteil, weiß man doch auf diese Art und Weise wo man, was Prävention und Aufklärung betrifft, ansetzen muß um Inhalte ohne Dramatisierung oder Abschreckungs Charakter Realitäts und Alltagsnah klarer zu kommunizieren. Natürlich ohne Anspruch und Gewährleistung das es auch angenommen und verstanden wird. Insofern muß man jede Chance ergreifen die sich bietet.

Das ich pers nicht begeistert bin von einer Haltung wie sie in vielen Kommentaren und Meinungen zum Ausdruck gebracht werden das liegt ja wohl auf der Hand. Es sind solche Haltungen die meinen, den Alltag von HIV Positiven erschweren. Ob es die Ignoranz von Arzthelferinnen ist wenn sie sich lauthin vernehmbar mit ihren Kolleginnen darüber unterhalten, das da ein HIV´ler ist oder ob man von Zahnärzten abgewiesen bzw als letzter behandelt wird, Diskriminierung im Alltag ist keine Seltenheit. Von Gewalt gegen Schwule oder HIV Positiven wie auch anderer „Gruppen“ gegenüber die in den Köpfen vieler nicht dem Bild einer „normalen Gesellschaft“ entsprechen ganz zu schweigen.

* * *

„Habe gestern von den Eltern meines besten Freundes die Nachricht bekommen, das mein bester Freund den Freitod gewählt hat. Wir waren noch vor Tagen zusammen gesessen und haben Pläne gemacht und ich habe nicht bemerkt was er im Schilde führt. Er ist vor 3 Monaten (Okt 2009) positiv getestet worden und schien besser damit umzugehen wie ich damals als ich es erfuhr. Ich kann das alles nicht verstehen und vor allem kann ich es auch nicht glauben.“

Aus einem Forum

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„Junge Schwule und Lesben begehen vier- bis siebenmal häufiger Suizid als ihre heterosexuellen Altersgenossen. Gesellschaftliche
Vorurteile und Ausgrenzung treiben viele in Verzweiflung und Freitod. (Quelle)“

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„Rather Have a Gay Child than a Dead Child?

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Das dies nicht die Regel ist sondern Ausnahmen sind, auch das dürfte wohl auf der Hand liegen. Doch liegt es an dem Einzelnen, an seiner Haltung und Sichtweise wie er Menschen begegnet die einen anderen Lebensweg eingeschlagen, einen anderen Lebensstil gewählt haben als sie selbst, etwas zu ändern.

Dazu eine Pressemitteilung von Jörg Litwinschuh, DAH

Jörg Litwinschuh, Pressesprecher der Deutschen AIDS-Hilfe, bedauert den Auszug des Kandidaten: „HIV-Positive werden in unserer Gesellschaft immer noch stigmatisiert und diskriminiert. Wir begrüßen die Teilnahme von Carlos und seinem Lebenspartner Harald bei ‚Big Brother‘. Beide zeigen eindrucksvoll, dass man mit HIV selbstbestimmt leben kann und alle sozialen Alltagskontakte möglich sind. Dadurch helfen die beiden Männer, Vorurteile und unbegründete Ängste gegenüber HIV-Positiven abzubauen. Zugleich setzen sie ein Signal, dass es sich lohnt, sich und andere vor einer HIV-Infektion zu schützen, denn eine HIV-Infektion ist auch in Zukunft eine schwere, nicht heilbare chronische Krankheit.“

In einem Tel Gespräch hat die DAH diese Meldung bestätigt.


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Eine Antwort zu Big Brother 10 – Ernst trifft Spaß

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