Offener Brief an Angelika Wörthmüller – RBB Online Redaktion


RBB online – Das Risiko AIDS – Leben mit dem Todesvirus

Film von Angelika Wörthmüller

Die Diagnose AIDS ist heute kein Todesurteil mehr, denn bei der Entwicklung wirksamer Medikamente hat die Wissenschaft große Fortschritte gemacht.
Gleichzeitig müssen die Forscher gestehen: Trotz riesiger Anstrengungen in der ganzen Welt bekommt man die Krankheit nicht wirklich in den Griff. Immer neue Schlupflöcher sucht sich das HIV-Virus, wandelt sich und passt sich an. Es ist und bleibt das gefährlichste Virus der Welt. Doch das Risiko hat eine neue Dimension: Die Krankheit ist den Infizierten dank guter Behandlung nicht mehr ins Gesicht geschrieben. Ahnungslos stecken sich Menschen an. Anders als in den 80er Jahren ist safer sex heute nicht mehr selbstverständlich. Statt zu sinken, steigt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland Jahr für Jahr. Immer häufiger infizieren sich auch Frauen, und es gibt inzwischen sogar AIDS-Kranke, die die Krankheit auf andere vorsätzlich übertragen. Der Kampf gegen die tückische Seuche ist längst nicht gewonnen. Der Film schildert die aktuelle Bedrohung durch AIDS, stellt Menschen vor, die mit dieser Erkrankung leben und zeigt auf, wie groß die Herausforderung für die Wissenschaft heute immer noch ist.

* * * * *

Sehr geehrte Frau Wörthmüller

Als ich den Text heute morgen gelesen habe dacht ich mich trifft der Schlag. Das was Sie in diesem Text zum Teil in einer Sprache die an den Sprachgebrauch Mitte der 80ger Jahre erinnert, zum Ausdruck gebracht haben, dieses Konglomerat an Vorurteilen, Halbwahrheiten, Unwissenheit und Falschmeldung ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden HIV Positiven und an AIDS erkrankten Menschen.  Sollte dieser in boulevardeskem Stil verfaßter Text einen welchen auch immer wissenschaftlichen Anspruch beinhalten, oder gar eine Provokation sein in der Absicht das Sie sich dieser nur deshalb bedient haben um aufzuklären – aufzulösen, dann ist dieser Versuch schon alleine durch die Wortwahl von vornherein in die Hose gegangen, wie man so umgangssprachlich zu sagen pflegt. Sich einer solchen Ausdrucksweise zu einer Thematik zu bedienen, eine Thematik die man immer im gesellschaftlich – Print und TV medialen Kontext sehen muß mit dem Anspruch von Wissenschaft zu verbrämen führt eine solche Absicht nicht nur von vornherein ab adsurdum sondern zeugt heute 2009  25 Jahre nach HIV in Deutschland – um mich einer höflichen Wortwahl zu bedienen – von beispiellosem mangelndem Feingefühl und Gespür des Autors.

Sie konterkarieren die Arbeit der DAH, den AIDS Hilfen und anderen Organisationen in deren Bemühungen um Prävention und Aufklärung, dem Abbau von Stigma und Diskriminierung und dem Versuch HIV im Alltag Normalität werden zu lassen  in einer beispiellosen Art und Weise.

Ich erlaube mir einige Links  die den Bemühungen “ HIV und Normalität im Alltag“ gerecht werden als Beispiel für eine realitäsbezogene Thematisierung anzuführen.

Wolfgang Kirsch

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Update 1.12.2009

Gestern abend habe ich natürlich die Sendung auf RBB gesehen. Sie war, das muß ich zugeben halb so schlimm wie man aus dem Expose schließen konnte. Es gab gute Beiträge z.b. den über Cori Obst, Ralph Ehrlich etc. sowie Statements über den Kondomgebrauch und Bareback die falsch bzw pauschalierend waren. Der Anspruch auf 100 % Sicherheit ist lebensfremd und nicht realitätsbezogen. Die Verwendung einer 80 ger Jahre Terminologie und eine Dramatisierung von HIV sind Mechanismen die dem Bild von HIV heute nicht nur nicht gerecht werden sondern dem Bestreben von HIV als Normalität im Alltag entgegenwirken.

Pressemitteilung der DAH, Deutschen Aids Stiftung, BzgA, BMG – Ganz Deutschland zeigt Schleife (pdfDatei)

„Die Aufforderung zum Schutz vor HIV/Aids und gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung wird auch zukünftig im Mittelpunkt unserer Aufklärungsarbeit stehen. Dabei reagieren wir stets auf sich ändernde Herausforderungen. Denn nach wie vor ist Aids nicht besiegt, aber Prävention wirkt, wie diese Zahlen bestätigen: Benutzten im Jahr 2004 zu Beginn einer Partnerschaft noch 70 Prozent der Partner Kondome, so sind es aktuell 81 Prozent. Das zeigt, das Schutzverhalten steigt weiter an. Die Zahl der Neuinfektionen bestätigt das.

Dieser Beitrag wurde unter HIV/AIDS, Inland, Medien, Prävention/Aufklärung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Offener Brief an Angelika Wörthmüller – RBB Online Redaktion

  1. termabox schreibt:

    Diese Ankündigung lässt wirklich das Allerschlimmste befürchten: Unrealitsitsche Dramatisierung vom Feinsten. Vielleicht ist Frau Wörthmüller ja eine ungeoutete AIDS-Phobikerin ?? Heute Abend wissen wir mehr…

  2. alivenkickn schreibt:

    @Termabox

    Du weißt ja wie es mit Worten und der Bildpsrache bestellt ist.
    Als man mir erklärt hat was Positiv in Zusammenhang mit HIV bedeutet, damals vor 25 Jahren, war ich ne Woche völlig durch den Wind. In dieser Zeit fand eine erste ungefilterte Auseinandersetzung in mir statt, die ich zum Teil niedergeschrieben habe

    Worte sind wie Pfeile.

    Einmal losgelassen
    sind sie nicht mehr aufzuhalten.

    Sie treffen dich,
    verletzen dich,
    schmeicheln dir,
    beruhigen dich,
    belügen dich,
    wühlen dich auf.

    Häufig mißbrauchen wir sie.

  3. Thomas Bühlmann schreibt:

    Korrektur: Es ist die Doku .

  4. alivenkickn schreibt:

    Ihre Antwort ist sowas von daneben das ich mich entschieden habe sie nicht zu veröffentlichen.
    Keine Ursache. Gern geschehn

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