Gewalt gegen Schwule – die unendliche Geschichte geht weiter . . . (akt.3)


Bei meinem allmorgendlichen Stöbern durch die Blogwelt stieß ich auf den folgenden Artikel von Steven Milverton. Auf den ersten Blick hat man den Anschein das die Justiz endlich gegen Homophobie aktiv wird und Gewalt gegen Schwule ahndet. Doch weit gefehlt. Die Täter – 3 Jugendliche die die Gewalt ausgeübt haben „ein 23-jähriger Transsexueller und sein 25-jähriger Begleiter tragen Prellungen und Gehirnerschütterungen davon, der Ältere kommt zudem mit einem Bruch des Mittelhandknochens ins Krankenhaus.“.

Der Ablauf des Tatherganges allerdings entbehrt nicht einer gewissen Komik wie man sie eher in einer der die TV Landschaft überschwemmenden allspätabendlichen Comedysendungen vorfindet als das man sie in einem Gerichtssaal vermuten könnte der zudem noch von einem Richter nachvollzogen wird.

Willkommen in Absurdistan

„Etwas später, am Frankfurter Tor, kommt es zu einem neuerlichen Zusammentreffen. Die Jugendlichen wechseln die Straßenseite und laufen nun direkt vor den beiden Partygästen her. Ein Zufall, nimmt der Richter am Montag an. Die Angeklagten sagen, sie hätten sich verfolgt und bedroht gefühlt und deshalb in Notwehr gehandelt.“

Die jugendlichen Täter verlassen mit einer väterlichen, verständnisvollen Verwarnung begleitet durch die Kritik des Richters in Richtung der Geschädigten bzgl deren Verhalten´s : „Selbstbewusste Menschen könnten so einem Konflikt aus dem Wege gehen“ den Gerichtssaal. Der Jüngere der beiden Geschädigten soll 400 Euro zahlen, dann wird die Sache eingestellt, der Ältere wartet auf seinen Prozesstermin.

Werter Herr Richter, wenn Ihnen ein paar Menschen gegenüberstehen die Ihnen böses wollen, dann so werter Herr seien sie versichert, sie werden in die Mangel genommen das Ihnen – wenn Sie Pech haben Hören und sehen vergeht. Da können Sie so selbstbewußt sein so lang wie sie lustig sind.

Die Rolle der Verteidigerin scheint mir da auch sehr fragwürdig.

Die Anwältin der Nebenklage Andrea Würdinger ist mit dem Urteil zufrieden. „Die Tat wurde als homophob eingeordnet“, sagt sie. „Das ist ein deutlicher Denkzettel.“

Da fragt man sich was passieren muß damit Gewalt gegen Schwule geahndet wird. Eine Gehirnerschütterung, Mittelhandbruch ist anscheinend nicht genug.

* * * * *

Am Dienstag den 22.07.2009 wurde ein Mann am hellichten Tag gegen 15:40 Uhr in der Passauer Straße, Berlin-Schöneberg offenbar wegen seiner Homosexualität Tag zusammengeschlagen und verletzt.

* * * * *

Amsterdam: CSD-Organisator verprügelt

Schock kurz vor dem Canal Pride: Einer der Organisatoren des Amsterdamer CSDs, der am kommenden Wochenende stattfindet, wurde auf offener Straße wegen seines Schwulseins verprügelt.

Kopenhagen: Outgames-Teilnehmer angegriffen

Bei den World Outgames in Kopenhagen sind drei Teilnehmer zusammengeschlagen worden; die Polizei geht von einem „Hassverbrechen“ aus.

* * * * *

Polizeipräsident Berlin  22.07.2009 – 12:15 Uhr: Mann durch Faustschläge verletzt

taz 1. Juli 2009: Verwarnung für homophobe Teenager

Queer.de: Homophobe Jugendliche nach Schlägerei verwarnt

Berlin.de: Tätlicher Angriff auf Homosexuelle

* * * * *

Ähnliche Beiträge zu diesem Themenbereich:

Amtsgericht Moabit: Schwule sollen sich verstecken

Gewalt gegen Schwule – Von der Politik alleine gelassen

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Homophobie/Gewalt, Inland, International, Justiz, Politik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s