Anders Sein


Wieviel “Anders sein” läßt die Gesellschaft zu – verkraftet die Gesellschaft? Wieviel “Anders sein” dürfen sich die Anderen erlauben zu sein?

Schon diese Fragen sind wie ich finde in der Tat traurig. Ausgrenzung – Ablehnung – das Phänomen ” das die Anderen die eigenen (anderen) Leute ausgrenzen” ist normal und imo nachvollziehbar. Nachvollziehbar insofern da unsere Kultur auf heteronormativen Regeln – Werten und Tradition errichtet wurde – basiert. Würde unsere Kultur homosexuell geprägt sein, dann würden die Heterosexuellen – also die Anderen – sich mit dem gleichen Problem – Phänomen konfrontiert sehen. Insofern ist Homosexualität (ich gehe jetzt mal von Homosexualität als sexuelle Orientierung aus, bei der Liebe, Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich oder vorwiegend für Personen des eigenen Geschlechts empfunden wird aus) nicht gleichzeitig mit dem Losassen von (hetero)normativen Werten verbunden ist. Sich von Werten – Bewertungen und allgemein (von einer Mehrheit festgelegten und für alle ) gültigen Regeln freizumachen heißt – nach meinem Verständnis zum einen verbindliche Regeln und Werte zu bestimmten, die ein Miteinander als Grundlage für Alle und Jeden möglich machen bzw zu schaffen und  zum anderen – denn darum geht es ja – jede Form – die Vielfalt – dieses „do what you like“ zu leben, zuzulassen. Das heißt nicht grenzen- und rücksichtslos zu sein.

Gestern abend – als auf Arte die Teddy Awards anläßlich der Berlinade verteilt wurden, ist mir das klar geworden. Ob in Anzug mit Krawatte oder mit Ledermaske, ob in Chaps oder mit buntem Hemd, Queer eben. Wenn man dieses starre Regelsystem das in vielen Köpfen – Hete wie Homo – wie etwas zu sein hat, auf die Natur übertragen würde, dann wäre die Welt grau und trist.

Graue Rosen

Grauer Flieder

Graues Gras

Grauer Himmel

Graue Sonne

Grau Sam

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3 Antworten zu Anders Sein

  1. ondamaris schreibt:

    ich stimme deinen gedanken in richtung anderssein zu.
    in sachen teddy gestern abend hatt ich allerdings eine andere wahrnehmung – ich fand’s erstaunlich (befremdlich) arriviert, brav, langweilig, fast eintönig. mir fehlten viele farben … so unterschiedlich kann wahrnehmung sein …

  2. alivenkickn schreibt:

    @ Ulli

    Farbigkeit, Lebendigkeit, unbrav sein kann man nicht verordnen. Vielleicht passiert es generell wenn man sich „eingerichtet hat“, vielleicht findet auch zur Zeit ein Prozess einer subtilen Anpassung statt.

    Gestern abend zappte ich durch die Sender und blieb dann auf Arte hängen . . .und stellte einiges mit Erstaunen fest.
    Filme mit Joe Dallesandro habe ich schon gesehen when i was young und mich gefreut das er noch lebt und gesund ist.

    Ich erinnerte mich an meine HippieYears. Wir waren ein bunter Haufen, schrill gekleidet, einige Regeln brechend und auch nach herkömmlichen Regeln – anerzogenen Verhaltensmustern lebend weil wir keine anderen kannten. Wir haben niemand Schaden oder Leid zugefügt – dennoch waren wir für die Gesellschaft ein Stachel in deren Augen da wir so lebten wie wir es wollten – wie wir uns unser Leben vorstellten. Natürlich war es etwas komplexer. Um miteinander zusammen zu leben braucht es zwei Voraussetzungen: Gegenseitiger Respekt und Toleranz.

  3. Pingback: Duck and Cover . . . . « alivenkickn

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