DAH – Wes Brot ich ess, des Lied ich sing


Ich seh schon das erstaunte und überwiegende Kopfschütteln Vieler ob dieser Aussage – Überschrift. Provokativ, unangebracht, und irreführend, möglicherweise indifferenziert aber vor allem nicht zutreffend. Auf den ersten Blick kann man zu diesem Ergebnis kommen, doch bei genauerem hinschauen wird man erkennen das die Aussagen in nichts den Äußerungen der Bundesregierung wie auch einigen Statements von Mitarbeitern der DAH nachstehen und somit berechtigt sind.

Schauen wir uns doch mal genauer an wieso es zu solch einer Überschrift kommt und worauf sich diese Aussage bezieht.

Da ist zu allererst das Leitbild in der Fassung vom 7. Oktober 2007 in dem es heißt:

Gemeinsam gegen Aids – gemeinsam für Menschen mit HIV

Unsere Zielgruppen

Unser Engagement gilt den Menschen, die mit HIV/Aids leben, und den von HIV, Aids, Hepatitis und anderen sexuell und beim Drogenkonsum übertragbaren Krankheiten besonders bedrohten und betroffenen Individuen und Gruppen. Das sind in Deutschland derzeit vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, Migranten und Migrantinnen aus Weltregionen mit besonders weiter HIV-Verbreitung, Drogengebraucherinnen und -gebraucher, Menschen in Haft und Menschen in der Sexarbeit sowie ihre An- und Zugehörigen.

Das die Gruppe der Heterosexuellen HIV Positiven nicht namentlich aufgeführt ist insofern erstaunlich da die Neuinfektionen im Jahr 2007 durch heterosexuelle Kontakte bei derzeit 20 % liegt. Man kann davon ausgehen das von den derzeit ca. erfassten 60000 HIV Positiven ca. 10000 Heterosexuelle Männer und Frauen ohne die i.v. DrogengebraucherInnen sind.

Doch weiter

Am 13. Oktober wurde in Berlin die bundesweite Präventionskampagne “Ich weiss, was ich tu!” gestartet.

Die Präventionskampagne „ICH WEISS WAS ICH TU“ richtet sich ausschließlich an Männer die mit Männer Sex haben – MSM – die, das betone ich unmißverständlich, steht außer Frage und ist unbestritten die am stärkste betroffene Gruppe von HIV Positiven (ca 35000 und deren Infektionsrate 2007 bei 72 % lag). Insofern ist diese Kampagne ein notwendiger Schritt in der Präventionsarbeit mit dem Ziel diese Gruppe dabei zu unterstützen, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich insgesamt selbst- und gesundheitsbewusst zu verhalten.

Am 6. Oktober hat sich namens der Bundesregierung Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder auf Grund einer kleinen Anfrage die von der Partei der Linken am 22.9. 2008 eingereicht wurden, zu den entsprechenden Fragen geäußert bzw Stellung bezogen.

Eine der Fragen – Nr. 5 lautete:

Wie beurteilt die Bundesregierung die Erkenntnisse der EKAF im Hinblick auf die HIV-Prävention bei schwulen Männern?

Antwort:

Die Stellungnahme der Eidgenössischen Gesundheitskommission für Aidsfragen (EKAF) und insbesondere ihre Gültigkeit für homosexuelle Sexualkontakte wird weltweit wissenschaftlich sehr kontrovers diskutiert.

Nach Auffassung der Bundesregierung hat das Statement deshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Auswirkung auf die HIV Prävention, insbesondere auch nicht für homosexuelle Männer. Die erfolgreichen Präventionsbotschaften sich in Risikosituationen zu schützen gelten weiter.

Die vollständige Antwort der Bundesregierung steht hier zur Verfügung.

Die Bundesregierung ignoriert dabei völlig die Tatsache das das EKAF Papier

„. . . in erster Linie für Menschen gedacht ist, die in einer festen Partnerschaft mit einer HIV-positiven Person leben. Sie sollen informiert werden, dass sie weder Angst haben müssen, noch auf Kinder verzichten sollen, nur weil ihr Partner / ihre Partnerin HIV-positiv ist. Solange die HIV-Therapie optimal eingenommen und überwacht wird, ist keine Gefahr für den / die Partner vorhanden. Das Risiko einer Infektion unter einer optimalen Therapie muss sehr klein sein, kleiner als 1: 1 Million. Damit ist dieses Risiko etwa so gross, wie das Risiko, dass ich selbst bei meinem Flug an den nächsten AIDS-Kongress in Boston abstürzen werde. Ein mögliches Szenario, aber nicht so wahrscheinlich, als dass auf den Kongress (und natürlich den traditionellen Kongressbericht) verzichten würde.

An der Prävention ändert sich nichts.“

Die EKAF erhofft sich durch dieses Papier eine aktive Diskussion der Verhältnisse auch unter den Experten weltweit. Oft wird die Diskussion jedoch mit Fragen über die Konsequenz für die Präventionsarbeit vermischt. Doch das ist ein anderes Thema.

Weitere, genauere und unmißverständlich eindeutige Erklärungen findet man

Das läßt nur zwei Schlüsse zu. Entweder man hat das Papier nicht gelesen oder der Inhalt wurde schlicht und einfach nicht verstanden.

Kein Wort des Einspruchs vom Vorstand der DAH. Kein Einspruch dahingehend das sich der Inhalt des EKAF Papiers in erster Linie auf diskordante Paare – i.e. heterosexuelle wo einer der Partner HIV positiv ist und dessen VL durch eine Therapie unter der Nachweisgrenze liegt mit Kinderwunsch bezieht. Kein Wort darüber das diese Aussage gilt wenn:

„‐ Die Therapie konsequent eingehalten und ärztlich überwacht wird
‐ Die Viruslast seit mehr als 6 Monaten supprimiert ist,  und
‐ Beide Partner keine aktiven Geschlechtskrankheiten aufweisen.
Die Kommission hat auch den Anwendungsbereich dieser Information umschrieben: die Information hat in erster Linie eine Konsequenz für die HIV‐negativen Partner einer behandelten Person. Da die konsequente Einnahme einer Therapie praktisch nur durch eine feste Partnerin/einen festen Partner beurteilt werden kann, betrifft das Statement in erster Linie feste Partnerschaften. Diese logische Konsequenz muss gut kommuniziert werden.“

Kein Wort darüber das diese Tatsache schon seit einigen Jahren in den Praxen vieler HIV Fachärzte bekannt ist und kommuniziert wird.

Kein Einspruch seitens der DAH das die Aussage der Bundesregierung

„Nach Auffassung der Bundesregierung hat das Statement deshalb zum jetzigen Zeitpunkt keine Auswirkung auf die HIV Prävention, insbesondere auch nicht für homosexuelle Männer.“

nicht nur im Widerspruch zu den Bemühungen der Entstigmatisierung von HIV Positiven steht. Hier wird gezielt und bewusst heterosexuellen HIV Positiven das Recht auf eine Verbesserung ihrer Lebensqualität die die HIV Medikamente mittlerweile möglich machen abgesprochen bzw nicht zugestanden. HIV Positive werden weiterhin als Angstgegner instrumentalisiert insbesondere die Gruppe der Heterosexuellen HIV Positiven.  Ganz zu schweigen davon das die Entkriminalisierung auch einer der Gründe dafür war das  EKAF ihr Statement bzgl der Nicht Übertragung von HIV bei erfolgreich unterdrückter Viruslast veröffentlichte. Zudem wird die Tatsache das es Heterosexuelle HIV Positive Menschen gibt einfach mal so unter den Tisch gekehrt. Es ist ja auch nur eine Minderheit und wie das nun mal mit Minderheiten so üblich ist haben sich diese den Regeln und Normen die es für Mehrheiten gibt unterzuordnen.

Kein Einspruch seitens der DAH das solche Ausagen indifferenziert und pauschalierend sind.

Stattdessen – die DAH steht da – schaut zu und schweigt. Dies ist umso erstaunlicher da sich mit der Wahl des neuen Vorstandes der DAH am 5. Oktober die Hoffnung verband das gerade was eine Stellungnahme zu dem EKAF betrifft, auf der MV in Erfurt sich diesebezüglich eine Diskussion abzuzeichnen begonnen hatte darf man dem einen oder anderen Teilnehmer Glauben schenken. Durch die Stellungnahme der Bundesregierung am 6. und der Pressekonferenz am 13. Oktober wurde diese Hoffnung jedoch zunichte gemacht und man zeigte der DAH wo s lang geht. Am 13. Oktober u.a. auch deshalb weil Bilder Macht vermitteln deren Aussenwirkung nicht zu unterschätzen ist.

Ein Bild – Foto sagt mehr aus als 1000 Worte.

Start der iwwit-Kampagne am 13.10.2008 (Foto: DAH) v.l.n.r.: Matthias Kuske (DAH-Kampagnenmanager), Prof. Dr. Elisabeth Pott (BZgA-Direktorin), Sylvia Urban (DAH-Bundesvorstand), Winfried Holz (DAH-Bundesvorstand), Dr. Dirk Sander (DAH-Abteilungsleiter Strukturelle Prävention MSM)

Hierzu muß man einfach wissen das zum einen die DAH von der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Gesundheit  und soziale Sicherung mit 4,5 Mio Euro (bei einem Gesamtetat von 6 Mio Euro) finanziert wird. Siehe Jahrbuch der DAH 2007, Seite 53.

Zum anderen liegt Gesundheitliche Aufklärung im Interesse staatlicher Gesundheitspolitik. Sie wird in Deutschland als eine übergreifende Daueraufgabe von allen staatlichen Ebenen unter Einbindung der Betroffenen durchgeführt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – BzgA – nimmt diese Aufgabe auf Bundesebene als Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wahr.

Die Stellungnahme der BzgA = Bundesregierung ist was die Prävention betrifft eindeutig, unzweifelhaft und richtungsweisen; was die Thematik Kinderwunsch = EKAF Papier  betrifft einfach nur schwammig, indifferent und von einer Ignoranz gekennzeichnet die ihresgeleichen sucht. Daran beißt die Maus kein Faden ab.

Insofern liegt es auf der Hand das – auch mit neuen Vorstand  der DAH sich nichts an der Haltung der DAH zu dem EKAF Papier ändern wird. Und auch was die Wahrnehmung von Hetersosexuellen HIV Positiven und  einer immer wieder indifferenzierten Haltung Ihnen gegenüber betrifft wird sich nichts oder nur wenig ändern.

Tja auch ich kann mich täuschen. Der neue Vorstand der DAH hat seit seiner Einführung einiges in Bewegung gesetzt. So hat er Anfang April 2009 Position bezogen – HIV Therapie und Prävention Positionspapier der DAH.

In der neuesten Ausgabe der Projekt Info Nr. 5 Ausgabe Sept/Okt 2008 wird ausführlich über „Die 17. Internationale AIDS Konferenz in Mexico City“ berichtet. Unter anderem wurde dem Thema des EKAF Statements, der Zunahme des Kinderwunsches „HIV und Famlienplanung“sowie der Entstigmatisierung von HIV Positiven viel Raum gegeben.

Es belibt zu hoffen, das der Inhalt des EKAF Papieres trotz ausstehender Untersuchungen inwieweit es auch für Schwule zutrifft bzw Anwendung findet von der DAH unter dem Gesichtspunkt “Therapie und Prävention – nicht Entweder-Oder sondern Hand in Hand” in ihrer Präventions Botschaften mit einbezogen werden.

Zitat aus der Projekt Info:

Indirekt spielten die Inhalte des EKAF Statements auch in weiteren Diskussionen und Veranstaltungen eine Rolle. Die antiretrovirale Behandlung der HIV-Infektion wird auch international als wichtiger Baustein im Rahmen von Präventionsstrategien angesehen”.

“Der Erfolg der Prävention, so auch Mike Cohen in einem viel beachteten Vortrag, liegt in einer Kombination aller zur Verfügung stehenden Maßnahmen. Wichtige Voraussetzungen dafür sind entschlossene gesundheits und gesellschaftspolitische Konzepte, die Kooperation aller beteiligter Akteure – und vor allen Dingen auch die Einbeziehung der Communities HIV-positiver Menschen und der Zielgruppen, die durch bestimmte Maßnahmen erreicht werden sollen.”

Zitat Ende

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7 Antworten zu DAH – Wes Brot ich ess, des Lied ich sing

  1. termabox schreibt:

    Du sprichst hier mit dem Aspekt der Zielgruppen der DAH ein Thema an, das ich mit meinem Kommentar hier differenzieren möchte:

    Bisher gilt anch wie vor dir Aufgabenteilung, dass die BZgA für die Primärprävention in der heterosexuellen Allgemeinbevölkerung zuständig ist. Kritik an der Art und Weise der Primärprävention muss hier also an die BZgA adressiert werden und nicht an die DAH. Schliesslich bekommt die DAH auch keine Finanzmittel, um Maßnahmen der Primärprävention in der Allgemeinbevölkerung zu starten.

    Anders ist die Rolle und Aufgabe der DAH in der Sekundär-/Tertiärprävention (Unterstützung, Begleitung und Gesundheitsförderung bei Menschen mit HIV und AIDS) Hier gibt es im Verständnis der DAH keine Unterschiede welcher Art auch immer. Dies wird besonders sichtbar darin, dass die DAH eigene Seminare für heterosexuelle HIV-positive Frauen und Männer anbietet.

    Diese nach wie vor gültige Aufgabenteilung hast Du in Deinem Blog leider nicht erwähnt.

    Für aussenstehende ist es offenbar schwierig, diese Unterschiede zwischen Primär- und Sekundärprävention zu verstehen.

    Bzgl. EKAF-Statement noch eine Anmerkung: Prof. Vernazza hat auch auf dem Kongress noch einmal darauf hingewiesen, dass die EKAF-Stellungnahme auh für homosexuelle Männer eine Bedeutung hat. Dass die wirksame HIV-Therapie die Infektiosität auf ein vernachlässigbar kleines Risiko senkt, gälte für alle Menschen unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung.

    Ich habe durchaus Hoffnung, dass die DAH in Zukunft wieder mutiger wird, auch eine in der Sache begründete kontroverse Haltung zu staatlichen Gesundheitsinstitutionen einzunehmen.

  2. alivenkickn schreibt:

    Hallo Termabox
    Ich verstehe die BzgA so das sie sich der Aufklärung bzw Information zu dem Thema Gesundheit der Bevölkerung ungeachtet der sexuellen Identität bzw Vorliebe einsetzt – es sich zur Aufgabe gemacht hat. Und nicht nur dem heterosexuellen Teil in der Bevölkerung.

    . . . . setzen uns für mehr Gesundheit für die Menschen ein.

    Dies bringt sie klar und deutlich in ihrem Leitbild und ihrem Ziel zum Ausdruck.

    http://www.bzga.de/?uid=9811c8e497d30399ff41899046e1193c&id=Seite3059

    „Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist eine obere Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).“

    Das die DAH eigene Seminare für heterosexuelle HIV positve Frauen und Männer anbietet steht natürlich außer Frage. Es sind aber immer wieder Situationen die für alle HIV Positiven zutreffen und wo durch eine – ungeschickte Wortwahl – diese Gruppe ganz einfach außen vor gelassen wird.

    Das Prof. Vernazza selbst von der Reaktion überrascht war die das EKAF Papier auslöste ist bekannt und wird auch durch die Verlinkung auf den Blog von Ondamaris – durch deinen Blog und die dadurch weitergehende Vernetzung ersichtlich. Und ja auch er sagte das es da noch einiges zu erforschen gibt – ganz besonders was den Inhalt für die Gay Community betrifft. Klar, ist mit etwas Mühe und Arbeit verbunden.

    Ich wünsche mir das in solchen Sitaution wie z.b. auf die Antworten – Stellungnahmen zu der kleinen Anfrage die entsprechende Fachabteilung – der Verantwortlich innerhalb der DAH deutlicher Stellung nimmt und auch mal sagt: „So kann man diese und jene Antwort nicht stehen lassen weil sich dadurch ein Bild ergibt das uns bzw – unserer Aufgabe nicht gerecht wird.“
    Und ja – ich habe die Hoffnung das die DAH auch mal einen kontroversen Standpunkt einnimmt, dazu steht bzw. mutiger wird.

    Ondamaris bezeichnet mich hin und wieder als Kassandra. Die Abfolge von der Wahl des neuen Vorstandes der DAH am 5. Okt – die Stellungnahme der Bundesregierung zu der kleinen Anfrage vom 22.Sept am 6. Okt . . .das ist schon eine Vorlage die nicht aus den Köpfen des neuen Vorstandes zu löschen ist. Es ist einfach vorhanden und macht eine „immer noch ausstehende Stellungnahme zu dem EKAF Paüier“ nicht gerade leicht . . . . 😉

    Danke für Deinen Input. Ich werde in Zukunft noch sorgfältiger recherchieren damit meine Aussage klarer und eindeutiger zum Ausdruck kommt.

  3. Dirk schreibt:

    „Die DAH steht da und schweigt“. Dieser (Lieblings-)Mythos wird ja gerade sehr gepflegt. Für die DAH ist das EKAF-Statement nix Neues gewesen. Hier hilft ein Blick in die Beratungshandbücher dieser rührigen kleinen, auf staatliche Mittel und Spenden angewiesenen Institution. Die DAH hat diesen ganzen Rums schon im Angebot. Das Besondere war, dass die EKAF eine staatliche Organisation ist, die eine Entlastung in die (heterosexuelle) Bevölkerung kommunizierte. Forderungen, sich hier zu öffnen, sollten also an die staatliche Organisation gerichtet werden, das sind z.B. das BMG und die BZgA. Ud sind wir doch mal ehrlich: Die EKAF-statements sind ja etwas lebensfremd, oder? Sie unterstützen nämlich heteronormativ Monogamie und Compliance. Da würde ich mir als DAH schon gut überlegen, was man dazu sagen soll. Selbstverständlich gibt es da auch Differenzen zwischen DAH und Staat. Aber es zeigt sich, dass diese Differenzen nur mit einem pragmatischen Dialog und nicht mit einer lauten Revolte beizulegen sind. Also: Gemach, gemach. Der neue Vorstand der DAH ist auch gerade erst ein paar Tage im Amt.

  4. alivenkickn schreibt:

    Hallo Dirk

    Ich zitiere aus dem Leitbild der DAH

    Unser Engagement gilt den Menschen, die mit HIV/Aids leben, . . .

    Folglich hat sie einfach auch dem heterospezifischen Aspekt im Rahmen ihrer Aufgabe zu dem Inhalt des EKAF Statements Stellung zu nehmen – dem Rechnung zu tragen.

    Der ganzen „Rums“ wie du es bezeichnest wird eben nicht auf der Webseite kommmuniziert. Im übrigen gibt es das Statement seit Ende Januar 2008. Damals war der alten Vorstand noch im Geschäft, der Neue wurde erst am 5. Oktober gewählt. Seit dem Bekanntwerden des EKAF Statements liegt die DAH mit sich und dem Statement im Clinch.

    Die internen Differenzen zwischen der DAH und dem Staat wie du es bezeichnest sind für den HIV Positiven nicht von belang. Es geht darum die Tatsachen die bekannt sind allen HIV Positiven zu kommunizieren – so wie es schon seit Jahren in vielen Arzt Praxen praktiziert wird. Und das ist nun mal eien Aufgabe der DAH vorhandene bekannte Informationen zu kommunizieren und nicht diese den HIV Positiven aus irgendwelchen Gründen auch immer vorzuenthalten..

    Das EKAF Statement ist Lebensfremd“? Warum – Weil es Menschen gibt die Hetrosexuell – HIV positiv und Monogam leben – sind?

    Mit freundlichem Gruß

  5. kamilla schreibt:

    Zum Leitbild der DAH:
    als einer derjenigen, die es mit erarbeitet haben möchte ich Deine Vermutung, dass Heteros da unter den Tisch fallen, korrigieren: zwar werden sie in der Tat nicht „namentlich aufgeführt“ (wär´ ja auch gegen den Datenschutz ;-)), aber sie sind in jeder der benannten Gruppen mitgemeint und enthalten. Egal, ob „Menschen die mit HIV und Aids leben“, DrogengebraucherInnen, An- und Zugehörige, Menschen in Haft, MigrantInnen, SexarbeiterInnen, etc. – in all diesen Gruppen gibt es sowohl homo- wie hetero- (und sonstwie-) sexuelle Menschen; ja sogar unter den „Männern die Sex mit Männern haben (MSM)“ sind gar nicht so wenige nicht-schwule Heteros (deswegen wurde ja dieser umständliche Begriff geschaffen).
    Es wäre also angebracht, die Mär von den verschwiegenen Heteros endlich in der Mottenkiste der ewigen Opferhaltung zu versenken.

  6. kamilla schreibt:

    Und noch eine Anmerkung:

    das EKAF-Papier richtet sich nicht – wie gerne und falsch behauptet – ausschließlich an Heteros (oder gar nur solche mit Kinderwunsch)! Ebensowenig gilt die Botschaft nur für Menschen in (vermeintlich) monogamen Beziehungen!
    Solche Verfälschungen mögen zwar einigen in den Kram passen, widersprechen aber dem Sinn und dem Wortlaut des EKAF-Staements:

    „Bedeutung für HIV-infizierte Menschen
    ohne feste Partnerschaft:
    HIV-infizierte Menschen unter wirksamer ART
    dürfen wissen, dass sie, solange sie die ART konsequent
    und zuverlässig einhalten, sich regelmässig
    in ärztliche Kontrolle begeben und keine
    anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STD)
    haben, das Virus sexuell nicht weitergeben.“

    In diesem Zitat ist keine Rede von Homos oder Heteros, und dass sich das Virus oder das Immunsystem für die Art der Beziehungsgestaltung („Monogamie“) interessieren würde, ist eine derartig dämliche Vorstellung, dass man das nicht ernsthaft diskutieren kann.

  7. alivenkickn schreibt:

    Hallo Kamilla

    Mit Heteros meinte ich die Gruppe als solche so wie des Netzwerkes JES etc. So ist JES durch einen Sprecher – aber keinen Delegierten aus Ihren eigenen Reihen gewählt um JES im Delegiertenrat der DAH zu vertreten. Berichtige mich wenn ich falsch liege.

    Ein Delegierter der aus dem Netzwerk von Hetero und Positiv gewählt wurde gibt es meines Wissens nicht. Diese Aufgabe wird von einem Mitarbeiter der DAH mit wahrgenommen. Unter autonom im Sinne eines Netzwerkdelegierten gewählt vom Netzwerk Hetero und Positiv verstehe ich etwas anderes.

    Für Dich kopiere ich noch einmal einen Auszug aus folgender Webseite hier hinein.

    http://www.infekt.ch/index.php?artID=1427

    Für wen ist die Botschaft?
    Die Botschaft der EKAF ist in erster Linie gedacht für Menschen, die in einer festen Partnerschaft mit einer HIV-positiven Person leben. Sie sollen informiert werden, dass sie weder Angst haben müssen, noch auf Kinder verzichten sollen, nur weil ihr Partner / ihre Partnerin HIV-positiv ist. Solange die HIV-Therapie optimal eingenommen und überwacht wird, ist keine Gefahr für den / die Partner vorhanden.

    Das das EKAF Statement sich „ausschließlich“ auf Heteros bezieht habe ich mit keinem Wort behauptet.

    Unzweifelhaft ist das der Virus keinen Unterschied macht wer der TrägerIn ist. Solltest Du andere Beiträge in meinem Blog gelesen haben so dürfte dir meine diesbezügliche Haltung wohl nicht entgangen sein.

    Im übrigen ging – geht es mir in diesem Artikel nur in zweiter Linie um den Inhalt das EKAF Papier. Viele Antworten der Bundesregierung vertreten durch ihren Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder lassen in meine Augen „sehr zu wünschen“ übrig. Auch hier vermisse ich eine Stellungnahme bzw Widerspruch seitens der DAH zumal einige der Antworten nicht nur aus dem Zusammenhang gerissen bzw nur die Hälfte der Wahrheit wiidergeben und somit für die meisten Menschen die nicht in der Thematik bewandert sind ein völlig falsches Bild wiedergeben.

    Mit freundlichem Gruß
    alivenkickn

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