Du hast die Wahl


Die Anonymität des Internet bringt es mit sich, das es immer mehr Menschen gibt die einen RK = Risikokontakt gehabt haben und sich des Internet als Mittel und Weg bedienen um über ihre Angst sich möglicherweise mit dem HIVirus infiziert zu haben zu reden. Diese Angst, die es vielen unmöglich macht sich wegen eines RK´s einem anderen Menschen – sei es Familie, Freunde, Freundin oder demR PartnerIn – pers mitzuteilen, nimmt immer mehr zu. Dies kann man täglich in den div Foren die sich der Thematik „HIV“ angenomen haben feststellen. „Angst vor HIV“ nimmt einen großen Raum ein. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Zunahme von Risikokontakten unter Alkoholeinfluß. Gleich den Gezeiten von Ebbe und Flut steigt die Zahl derer die nach Sylvester, Fasching bzw. Karneval und den Sommerferien der Annahme sind sich wegen eines oder „eines möglichen“ Risikokontaktes voller Angst sich infiziert zu haben in verschiedenen Foren auftauchen. Das diese Ängste durchaus real sind zeigen die Halbjahres und Jahres Pressemitteilungen sowie der Epidemiologische Bulletins zum Thema HIV/AIDS des RKI – Robert Koch Institut in Berlin. Leider – und das ist ein weiterer Aspekt – fördert und unterstützt das Internet u.U. die Isolation des Einzelnen. Aus Angst vor den Folgen wenn man sich öffnet isoliert man sich immer stärker mit dem Ergebnis, das man mit seiner Angst alleine bleibt. Und nicht nur das, die Angst nimmt zu – beherrscht das Leben. In nicht wenigen Fällen entwickelt sie sich zu einer HIV Phobie u.U. Psychose.

Im Jahr 2007 wurden dem RKI insgesamt 2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Nach vorsichtigen Schätzungen handelte es sich bei ca 300 – 400 der Infizierten um Personen deren „Neuinfizierung“ auf Grund des „Vollbild AIDS“ mit dem sie einen Arzt aufsuchten erfaßt wurde. Man darf davon ausgehen das bei Vielen die „Angst sich mit dem HIVirus infiziert zu haben“ so übermächtig stark war, das diese nicht in der Lage waren eher zum Arzt zu gehen um sich auf eine mögliche Infizierung untersuchen zu lassen. Die Gründe – die Ursachen für solch ein Verhalten sind  mannigfaltig und durchaus nachvollziehbar. Vorurteile, Ausgrenzung, Gesellschaftliche Stigmatisierung gegenüber HIV Positiven und eine nicht mehr Zeitgerechte Prävention – Aufklärung sind nur einige der Ursachen. So wußte man schon recht früh nach bekanntwerden von HIV in Deutschland Mitte der 80 ger Jahre, das HIV eine Krankheit ist, der man was die psychische Ebene betrifft ebenso Rechnung tragen muß wie dem körperlichen Aspekt. Gleichzeitig war man sich darüber im klaren, das die Kapazitäten dies zu gewährleisten, bei weitem nicht vorhanden waren. Insofern liegt es geradezu auf der Hand das wir heute mit den Folgen dieser „Versäumnisse bzw dieser gesellschaftlichen Haltung“ konfrontiert werden.

Ein Rk ist ein Rk. Möglichkeit hin – Wahrscheinlichkeit her. Ob aus Unwissenheit „Was ist Safe und was nicht“ ob es ein Unfall war „Geplatztes Kondom, Stichverletzung, Arbeistunfall etc“ oder ob es das Ergebnis “ . . . in the Heat of Hormone“ war ist in solch einem Fall sekundär – ein RK bleibt ein RK.

Um Klarheit – Gewißheit zu bekommen ob man sich den Virus geholt hat oder nicht kommt man um einen AK Test nicht herum. Bis zu dem Tag an dem man das Ergebnis seines Test in der Hand hält ist man natürlich unsicher und man hat Angst. Das ist völlig normal. Die Diagnose „Sie sind HIV +“ ist eine einschneidende Erfahrung, eine Zäsur im Leben eines jeden Menschen.

Auf das Testergebnis hat man keinen Einfluß. Auf die Zeit jedoch bis man das Testergebnis in seinen Händen hält – bis man also TATSÄCHLICH WEISS weiß was los ist – darauf hat man jedoch einen sehr großen Einfluß.

Man kann sich jetzt natürlich alle möglichen Horrorscenarien vorstellen – in seinem Kopf ausmalen. Das Ergebnis liegt dann natürlich klar auf der Hand. Panik ohne Ende. Die Angst hat einen dann voll am Wickel. Auf der anderen Seite kann man sich natürlich auch sagen. Ok ich hatte einen RK. Die einzigste Sicherheit – Gewißheit wird und kann mir nur ein AK Test geben. WISSEN werde ich es erst wenn ich das Testergebnis in meinen Händen halte. Und ja ich werde mich bis zum Testergebnis unwohl fühlen und Angst haben. Das Unbekannte macht Angst und unsicher. Das ist nicht zu ändern. Was ich jedoch ändern kann bzw worauf ich einen Einfluß habe: „Bis dahin werde ich mir keine Horroscenarien vorstellen – in meinem Kopf ausmalen“.

Ich werde mir den Supergau nicht VORSTELLEN.

Ich werde die Energie die ich aufwende wenn ich mir Horroscenarien bzw den Sugergau VORSTELLE dahingehend verwenden indem ich mir Sage: Ich weiß HEUTE nicht wie das Testergebnis MORGEN – in ein paar Tagen oder nächste Woche sein wird.

Ich werde die Angst und Ungewißheit aushalten. Ich werde nicht zulassen das die Angst mein Leben bestimmt. Ich werde mein Leben bestimmen.

Ich habe die Wahl

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