Bobby Moor, lange Zeit drogenabhängig und obdachlos, fand seinen Weg zur Kunst während eines Entzuges in der Psychiatrischen Klinik in Wil im Sommer 2007. Griff dort zu Acrylfarben und Pinsel, machte erste Bilder. «Danach reiste ich nach Italien, ans Meer. Eines Nachts lief ich dann am Strand entlang und filmte die Wellen mit meiner Handykamera », erläutert Bobby Moor. Zufällig entstanden diese Aufnahmen mit einem Blau-Stich. Der Grundstein für «Xaox-Art – Chaos Kunst», wie er sie selbst nennt, war gelegt.
Quelle: stgallen.ch ausgabe 013 2011 seite 31
schwebend überm meer
«Die Malerei hat mich zwar schon immer fasziniert, richtig kreativ wurde ich allerdings erst während des Entzuges », erklärt er. «Es ging plötzlich alles so leicht von der Hand. Als ob die ganze Inspiration darauf gewartet hätte, aus mir rauszukommen. »
Quelle: stgallen.ch: 038 2011 seite 37 “von der gasse in die galerie“
Auf Bobby Moor bin ich über ein Foto in der Freundesliste einer Freundin auf facebook, die ich pers kenne, aufmerksam geworden.
Die meisten Fotos sind ja Mainstream. Wenn man sich im Netz irgendwo anmeldet dann stellt man sich vor. Mit Foto, Geboren wann und wo, wo zur Schule gegangen, welcher Beruf. Mit allem Pi Pa Po. So wie man es uns beigebracht hat. So wie es sich eben gehört. Bei Bobby hat das nicht funktioniert das mit dem “so wie es sich gehört.” Als ich sein Foto zum ersten mal sah hatte ich Assoziationen von Aufnahmen von David LaChapelle. Ziemlich schräg, surreal und sehr persönlich. Was mir als Erstes ins Auge sprang war die Agressivität im Gesicht auf dem Foto von Bobby auf Facebook. Die war mir sehr vertraut, kam mir bekannt vor.
Bobby Moor malt. Unter anderem. Ich bin weder in der Malerei bewandert noch habe ich Ahnung was Stil und Technik betrifft, eben von all dem was man in einem Kunststudium lehrt und lernt. Daher überlasse ich die Beurteilung auf der intellektuellen KunstEbene Anderen.
Seitdem ich seine ersten Bilder gesehen habe war s um mich geschehen, wie man so umgangssprachlich zu sagen pflegt. Über Kunst wird gerne und lang gestritten, philisterhaft philosophiert. “Was will uns der Künster mit seinem Werk sagen”. Ohne Schubladen kann ein Bild – Kunst nichts sein. Für mich sind solche Diskussionen “nuttin but a pain in the ass.”
Ein Bild, eine Fotografie, ein Film, eine Installation oder eine Skulptur muß mich bewegen, etwas in mir berühren. Es muß mir eine Geschichte erzählen, mich in seinen Bann ziehen. Kunst muß wie ein Schlüssel sein der mir Türen zu inneren Welten aufschließt.
Malerei, Musik, Bildhauerei, Fotografie muß Menschen in ihren Bann ziehen, muß etwas berühren. Kunst muß emotional bewegen. Und Bobbys Bilder berühren, machen sprachlos und staunend.
Bobby ist ein Bessessener – bessessen vom Leben. Seine Bilder sind grazil, berauschend, bewegend, urgewaltig, wild, ungestüm, lassen einen nicht mehr los . . . .
Natürlich ist das meine subjektive persönliche Wahrnehmung. Ob man daraus einen allgemeinen Anspruch ableiten kann – darf? Ja ich darf und kann.
Es gibt Menschen die sind in der Lage das was sie wahrnehmen nach außen zu transportieren und Anderen zu kommunizieren. Bobby Moor gelingt es, das was er fühlt, wahrnimmt, seine InnenWelten durch das Medium Malerei, Installationen und Fotografien zu kommunizieren. Sich mitzuteilen.
Und Andere nehmen wahr, das da Einer was zu Dir sagt, das da einer was anspricht. Das da einer was zu sagen hat. Nonverbal in einer anderen Sprache als der Gewohnten. Subjektiv? Eindeutig ja. Spannend? Auf den ersten Blick Neu? Eindeutig ja.
Dies ist nur eine kleine Auswahl von Bobby Moor´s Schaffen. Schön das es Menschen wie Bobby Moor und seine “XAOXART – Chaos Kunst” gibt.
Fotografien, Bilder, Installation Copyright © BobbyMoor
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SanktGaller Tagblatt: Bobbys Song vom Leben
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