The Balkon Blumenkasten Pflanz Experience


Wenn ich aus dem Haus gehe und die kleinen Terassen umgebenden bepflanzten Bereiche voll blühender Blumen der Mieter im Ergeschoß sehe dann erfreut es jedesmal mein Herz. Egal wie es mir geht, blühende Blumen und ganz besonders dieses zartweich leuchtende Grün der Blätter der Bäume im Mai, es macht mir den Kopf frei, bläst mir Alles was mich bedrückt aus meinen Kopf.

Ein lieber Freund aus Berlin stellt regelmäßig Fotos seines Botanischen Balkon ins Netz. Die Vielzahl an Blumen, Stauden und Gewächse auf seinem Balkon erstaunt mich jedesmal. Sein Bangen und Hoffen ob seine Blumen und Gewächse Schaden genommen haben wenn der Winter wie dieses Jahr besonders hartnäckig war, seine Freude darüber wenn es sich erweist, das die Natur stärker war und sein Bangen sich als unbegründet herausstellt, drücken seine Aufnahmen aus die er regelmäßig ins Netz stellt. Er hat das was man als den Grünen Daumen bezeichnet.

Seit einem Jahr wohne ich in Frankfurt, in einer Wohnung im 1. Stock mit Balkon. Da ich Blumen und Küchenkräuter liebe schaffte ich mir Blumenkästen an in der Absicht die Blumenkästen nach den Eisheiligen mit den entsprechenden Gewächsen zu bepflanzen. Soviel zur Theorie.

Die Praxis stellte sich dann als mittleres Drama heraus. Man sagt das Kinder die eine oder andere Eigenschaft von Ihren Eltern “bekommen” haben. Das technische Verständnis, die räumliche Gabe der Vorstellung die meinen Vater u.a. auszeichnete habe ich nicht mit auf meinen Weg bekommen. Eine geschlagene Stunde saß ich da und zermarterte mir das Hirn wie die 4 Einzelteile einer Blumenkastenhalterung  zusammengebautschraubt werden müssen damit  “1 Halterung (i.e. 2) für 1 Blumenkasten”  entsteht. Das erreichen dieses Ziel war nur mit einem Wohnzimmer – BalkonWalking der besonderen Art möglich.

Ähnliches betraf das Projekt des Vermeidens von Staunässe – das Übergießen, dem Ersäufen von allem was man in Blumentöpfe oder Kästen pflanzt, da es der sichere Tod eines jeden Gewächses ist. Erschwingliche Blumenkästen zur Verschönerung des Balkon bestehen idr aus Kunsttoff. Um Staunässe zu vermeiden bedarf es einer gezielten Bewässerung. Sollte man nicht über diese besondere Art des Gießtiming verfügen dann ist eine Wasserabflußmöglichkeit sinnvollerweise im Boden eines jeden Blumenkasten angebracht erforderlich. Entweder es sind 3 oder 5 kleinere Löcher vorhanden oder auf dem Boden der Blumenkästen befinden sich perforierte Vorrichtungen die man durch leichtes hin und her bewegen entfernen kann sodaß besagte Abflussmöglichkeit – sprich Löcher – sich dann offenbaren. Im Fall meiner Blumenkästen war nur eine Andeutung davon vorhanden. Als ich ein Messer auf besagte Vorrichtungen aufsetzte und das Messer mit einem leichten Schlag zwecks Deflorierung der Vorrichtung treiben wollte, sprengte es mir den halben Boden des Blumenkasten weg. Zum Glück hatte ich noch zwei Blumenkästen in Reserve. Was nun folgte lag auf der Hand. Kein Kunststoff war glühendem Stahl gewachsen.

Nach einer Stunde hatte ich es geschafft. Der Kasten hing sicher in der Halterung am Balkon hängend, die Erde war im Kasten die gekrönt mit Geranien und Männertraum einen Teil meines Balkons verschönten.

Kasten5

Hängender Garten

Vor einigen Wochen hat mir mein Berliner Freund ein kleines Tütchen mit Samen geschickt. Für mich war es das erste Mal das ich mit Samen arbeitete. Ich tat wie mir geheißen und verwendete nur wenig Samen. Doch selbst das Wenige oder das was ich als wenig empfand war wie man sehen kann zuviel. Folglich werde ich der Natur ihren Lauf lassen. Die stärkste Blume wird sich durchsetzen.

AusgesamtAusgesät

Selbst diese für Viele leichte Tätigkeit zeigte mir meine Grenzne auf. Auch leichtes Gärtnern setzt Kraft in den Armen und Beinen voraus. Einer der Gründe warum ich während des letzten Jahres vor meinem Umzug nach Frankfurt keine Kräuter oder Blumen und Stauden neben der Terasse meiner alten Wohnung im Freien anpflanzte. Was die BalkonBlumenKastenPflanz Experience betrifft, das ist einfach nicht mein Ding. In den hinteren Blumenkasten werde ich noch 2 oder 3 Kräuter – Kerbel, Majoran und Vietnamesischer Koriander – einpflanzen. Das wird es dann wohl gewesen sein. So sehr es mich reizt die eine oder andere Staude in einen Topf auf meinem Balkon anzupflanzen, das Bewegen eines entsprechenden großen Topfes – Stauden benötigen viel Platz -  geht über meine Kräfte hinaus. Statt dessen werde ich mich an dem erfreuen was die Bewohner und Bewohnerinnen, meine Nachbarn pflanzen.

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Bilanz: Nach dem Ortswechsel


Auszug vom 4. März Hoffnung vs Alltag . . . (akt1) :

“Am 9. Februar 2012 wird dieser Kreis geschlossen werden. An diesem Tag werde ich nach Frankfurt umziehen.”

Heute (4. März 2012) 3 Wochen nachdem ich in meiner neuen Wohnung lebe, muß ich – mittlerweile kann ich s wieder – bei dem letzten Satz grinsen:

“Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich das ich dem Schließen eines Kreises mit Spannung, Neugier und Freude entgegensehe.”

Statt dessen sage ich heute: Ich werde die Herausforderungen, die mit dem neuen Kreis einhergehen auf und annehmen. Ob es einen “alten Kreis” zu schließen gibt, ob es überhaupt ein alter Kreis ist, da bin ich mir heute nicht mehr so sicher. Wenn dann wird es sich im Laufe der Zeit herausstellen. Tatsache ist das sich ein neuer Kreis öffnet. Ein Kreis der Veränderungen in meinem persönlichen Leben beinhaltet die in erster Linie mit meiner Gesundheit in Zusammenhang steht. Inwieweit mit diesen Veränderungen Freude einhergeht (vielleicht ist es auch an der Zeit mein Konzept von Freude mal zu überdenken oder ich mach Frühjahrsputz und entrümpel meine Schubladen), das kann ich heute noch nicht absehen. Erleichterungen im Alltag, das auf jeden Fall.

*

Gelernter Banker der ich nun mal bin mache ich heute mal das was Banker am Ende eines Geschäftsjahres machen. Ich ziehe Bilanz.

Mit der Entscheidungen umzuziehen trug ich zum ersten Mal bewußt meiner persönlichen Situation Rechnung. Mit dem Umzug waren Hoffnungen und Erwartungen auf eine Verbesserung meiner pers wie auch meiner familiären Situation verbunden.

Familiäre Situation:

Im Juni 2011 stand fest das meine Mutter aus ihrem Haus in dem sie 50 Jahre ihres Lebens lebte ausziehen und in ein Altenpflegeheim in Frankfurt am Main umziehen wird.  Dieser Umzug war für sie ein schmerzhafter Prozeß wie ich ihn selten bei einem Menschen erfahren habe. Es ist völlig unmöglich einen alten Menschen der die Entscheidung seine liebgewonnene Umgebung nicht freiwillig trifft in ein Altenpflegeheim umzuziehen an solch einen entscheidenden Einschnitt, Abschnitt seines Lebens langsam und behutsam heranzuführen. Ganz besonders nicht wenn man weiß wie die systemisch politisch bedingten Rahmenbedingungen, die Pflegesituation ist. Das Wort Katastrophal ist da noch eine Untertreibung. Wer etwas anderes kommuniziert ist entweder ein Politiker oder ein Mensch der an den Weihnachtsmann glaubt, was in beiden Fällen auf das Gleiche herausläuft.

Mit dem Umzug meiner Mutter war auch die Auflösung und Abwicklung ihres Hauses verbunden. Was meine körperliche Situation betrifft so war der Zeitpunkt für diese Aktion das was man Umgangssprachlich als 5 Minuten vor Zwölf bezeichnet. Der Umzug meiner Mutter in ein Altenpflegeheim nach Frankfurt spielte bei meiner Entscheidung nach Frankfurt zu ziehen mit eine Rolle.

Persönliche Situation:

Meine körperliche Situation hatte sich seit 2011 zunehmend verschlechtert. Das Aufstehen von einer normalen “Bett-UbahnStrassenBahnBus-SitzStuhlhöhe” wie auch das Einkaufen – Laufen, die üblichen Arztbesuche in Frankfurt, der Besuch meiner Mutter in dem Altenpflegeheim fiel mir zusehens schwerer. Schon 2010 zeichnete es sich ab das ich Hilfe benötigen werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die Hoffnung da ich Mitglied bei der AIDS Hilfe Darmstadt war das man mir im Rahmen der üblichen Angebote einer AH helfen würde. Diese Hoffnung hatte sich aber zerschlagen. Insofern war mein Umzug nach Frankfurt die naheliegende Entscheidung.

Ich weiß nicht alles aber ich weiß wo bzw wie ich an die Informationen komme die ich benötige. Im Laufe der Jahre hatte ich mir ein gutes und umfangreiches Netzwerk zugelegt. Die AIDS Hilfe Frankfurt hat mir nicht nur was meinen Zuzug nach Frankfurt betrifft den Weg geebnet sondern es bestand die Möglichkeit das ich die Hilfe des zu diesem Zeitpunkt noch existierenden Pflegedienstes der AH Frankfurt den Regenbogendienst in Anspruch zu nehmen. Diese 10 Monate die ich die Hilfe des Teams des Regenbogendienstes in Anspruch nehmen durfte waren schlicht und einfach “Klasse”. Das damalige Team wie auch die Mitarbeiterinnen des Sozialrathaus Sachsenhausen waren mir bei der Antragstellung meiner Pflegestufe behilflich. Besonders der menschliche, unkomplizierte Kontakt und die Hilfe die ich durch die Damen des Sozialrathaus in Sachsenhausen erfahren habe hat mich echt von den Socken gehauen. An Letzterem hat sich bis heute auch nichts geändert.

Das ich kein einfacher Mensch bin dessen bin ich mir bewußt. Und sollte ich es mal vergessen mein japanischer Freund erinnert mich jedesmal wenn wir uns begegnen auf seine liebevolle Art: “Oh here comes my most complicated friend. Very nice to see you.”

Soll

Das Ende des Regenbogendienstes bedingte es das ich die Hilfe eines neuen Pflegedienstes benötige. Das Angebot des Frankfurter Verbandes und das Folgende was meinen Alltag betrifft ist mit einem Titel eines Theaterstückes von Shakespare am besten zum Ausdruck gebracht: Much Ado About NothingViel Lärm um Nichts

Dies trifft auch für das Angebot zu die Vermittlung bzw Kontaktaufnahme zu einem EhrenamtlerIn durch den Frankfurter Verband in Anspruch zu nehmen obwohl ich nicht mehr den Pflegedienst in Anspruch nehme. Auch hier: Much Ado About NothingViel Lärm um Nichts

Als es sich abzeichnete das der Regenbogendienste nicht mehr weiter geführt werden wird hatte ich u.a. Kontakt zum psychoszialen Dienst der AH Frankfurt aufgeommen. Während eines Hausbesuches wurde damals geäußert das möglicherweise nach dem Ende des Regenbogendienstes Hilfe zu erhalten möglich sei. Damals hatte ich u.a. einen Mitarbeiter gebeten einen Termin für mich in die Wege zu leiten. Einige Tage später hatte ich mir die Sache aber nochmals überlegt und den Termin “selbstständig” geändert. Trotz des mehrmaligen Versuches den Mitarbeiter zu informieren war es mir nicht möglich ihn zu erreichen. Als ich ihn später erreichte flippte er völlig aus. Was mir den einfallen würde einen Termin abzuändern wo er sich soviel Mühe gegeben und sich für mich eingesetzt hätte. Ein Wort ergab das Andere. Das Ende vom Lied war sinngemäß sein Spruch. “Dir werden wir zeigen wer am längeren Hebel sitzt.”Den “längeren Hebel” erfahren ich heute noch. Anders kann ich es nicht bezeichnen. Das einst gute Verhältnis – ich kenne die AH seit dem ersten Tag von 1986 – existiert nicht mehr. Mittlerweile hat sich eine Art “Eiszeit” entwickelt. Rückrufe – Fehlanzeige. Pragmatische Hilfe im Alltag – Fehlanzeige. Ich würde gerne das eine oder anderer Angebot der Basis wie Teilnahme am Regenbogenfrühstück in Anspruch nehmen. Aber ohne einen Fahrdienst, ohne das man mich zu Hause abholt und auch wieder zurück bringt ist mir dies nicht möglich.

Klärungsbedarf seitens der AH Frankfurt = Null. Kritik an der Sache wird persönlich genommen bzw es werden sich Schuhe angezogen die für andere bestimmt waren und sind.

Hilfe durch die AH Frankfurt? . . . Mal schaun. Noch ist das Ende des Monat Mai nicht gekommen . . .

Haben

Wie sieht mein Alltag heute aus:

Dienstag und Donnerstags Vormittag greift mir das Team des Pflegedienstes “Sanitas” unter die Arme. Sanitas hat nach der Auflösung des Regenbogendienstes einige MitarbeiterInnen des Teams übernommen. Fazit: Besser konnte ich es nicht treffen. An diesen beiden Tagen erledige ich u.a. meine Einkäufe

Dienstag und Donnerstag Nachmittag nehme ich jeweils die Hilfe einer Physiotherapie in Ansoruch. Zu diesem Zweck werde ich von einem Taxiunternehmen abgeholt und wieder nach Hause gefahren. Insbesondere die Kostenübernahme für die Fahrten wurde mir über die entsprechenden Anträge und das OK meiner Krankenkasse möglich. Diese Aspekte meiner pers Situation haben sich verbessert. Die Initiative jedoch ging einzig und alleine von mir aus.

Freitag ist “Muttertag” wie ich es bezeichne. An diesem Tag besuche ich meine Mutter im Altenpflegeheim. Die Fahrten zu ihr wie auch die notwendigen Besorgungen die ich für Sie erledige kann ich als Betreuer in Absprache mit dem zuständigen Gericht abrechnen. Was die familiäre Situation betrifft die hat sich verbessert.

Mein Einkommen bewegt sich wie bei vielen Anderen auch in Höhe der Grundsicherung. Dies und da ich Kombileistung im Rahmen der Sachleistung der Pflegestufe in Anspruch nehme ermöglicht es mir die üblichen Routinearztbesuche einzuhalten. Zudem habe ich das Glück das ich eine Apotheke wie auch einen Obst und Gemüsehändler habe der mir das was ich benötige kostenfrei nach Hause liefert. Es sind oftmals Menschen die kein großes Gedöns machen sondern einfach nur helfen.

Ansonsten trifft auf mich das zu was man unter dem Begriff der Gentrifizierung versteht. Gentrifizierung geht imo weit über das am Stadtrand zu wohnen abgeschoben – zu leben hinaus. Teilhabe am sozialen Leben schließt unter Berücksichtigung der pers Situation d.h das Menschen die zwar noch zu Hause leben aber ansonsten körperlich eingeschränkt sind praktische Hilfe mit ein. Dies sind Abholdienste wie auch ganz konkrete Begleitung zu Spaziergängen und Einkäufen. Einladungen zum Kaffe trinken im Gemeindehaus um die Ecke nutzen da wenig wenn Du keinen starken Arm zum Einhängen auf dem Weg dorthin hast.

Auch dies ist eine der neuen Aufgaben der sich AIDS Hilfen stellen müssen – sollten. Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber nur wenn Du über unser Stöckchen springst ist mit Sicherheit keine Haltung. Genausowenig wie eine Haltung von Mitarbeitern von “oben herab” gegenüber derjenigen Menschen von denen die AIDS Hilfen letztendlich abhängig sind: Menschen mit HIV.

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Ich bin . . . . ein Heterosexueller Mann der HIV + ist . . .


Ich bin mir bewußt das die Überschrift auf den ersten Blicke mehr Fragen als Antworten nach sich zieht. Aus diesem Grund verweise ich auf einen Artikel von Steven Milverton.

Einen Abschnitt der wie ich finde exemplarisch ist möchte ich herausgreifen:

Die gesichtslose Zusammenfassung verschiedener Menschen(gruppen) zu LGBTIQ erweckt den Eindruck einer einheitlichen Problemlage für die es Pauschallösungen gibt. Ich empfehle dringend, nicht mehr an einer falschverstandenen Solidarität, die sich wohl in den verschiedenen Buchstabenkombinationen ausdrücken soll, festzuhalten, sondern den Blick wieder den Bedürfnissen der Menschen mit ihrem jeweiligen Dasein zuzuwenden. Es wird sich dann eher erkennen lassen, welche Unterstützung sachgerecht ist und welche nicht.

Da ich aus der Selbsthilfe komme und dank einer Selbsthilfegemeinschaft – NA – clean geworden und geblieben bin haben Worte wie “Community” und “Wir” für mich einen ganz besonderen Stellenwert.

Solange die Bande, die uns zusammenhalten, stärker sind als das, was uns trennt, ist alles gut.

Zur Zeit sehe ich nur noch wenig was uns verbindet – was uns zusammenhält. Der Schwerpunkt hat sich von dem was uns verbindet auf das was uns trennt verlagert was zur Folge hat das der Zusammenhalt (ich bin was das historische der Schwulen und Lesbenbewegung betrifft nicht gerade der Experte) innerhalb der Community von Auflösungserscheinungen geprägt ist.

Das grundlegende das uns i.e. ” Schwule, Lesben, Transgender,-identische,-sexuelle Menschen, MigrantenInnen, MSM und Menschen die Bi sowie Menschen die HIV + sind” verbindet bzw verbunden hat ist das “Wissen darum wie sich . . Stigmatisierung, Diskriminierung, Kriminalisierung, Mobbing auf der Arbeit, Ablehnung und Ausgrenzung, Entzug von Aufmerksamkeit und Liebe anfühlt. “Das war zur Zeit von Stonewall so wie es auch wieder in den Anfängen von HIV/AIDS in den Jahren 1982/83 in Denver/New York der Fall war. Das es innerhalb der jeweiligen “Gruppen” gruppenbedingte Themen gibt die auf Grund des sich geborgen fühlens innerhalb der Gruppe thematisiert werden will und auch muß ist nachvollziehbar und steht ausser Frage.

Wenn das was uns verbindet die Basis wäre, dann würde uns nichts so leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Mittlerweile ist das Trennende so mein Eindruck jedoch stärker als das was uns alle noch verbindet. Ergo wird der Trend weiterhin zum “Jeder kocht sein eigenes Süppchen” gehen. Unsere Unfähigkeit das uns zu Verbindende als unsere Stärke zu betrachten stärkt letztendlich die Parteienlandschaft. Wie sonst könnte die CDUCSUSPDFDP das Thema der Gleichstellung dermaßen mit den Füßen treten und selbst Entscheidungen von Karlsruhe ignorieren.

Die Gefahr der Auflösung konnten Selbsthilfeorganisationen wie AA, NA die seit zig Jahrezehnten existieren nur dadurch verhindern das sie sich dem kleinsten gemeinsamen Nenner, das was sie alle miteinander verbunden hat wieder zugewandt haben. Es war der Punkt an dem man sich besonnen hat wenn ein Streit Gefahr lief auszuufern, bzw zu einer Spaltung – Auflösung tendierte. Die Hinwendung zu einer gemeinsamen Basis war letztendlich das Fundament auf dem sich alles weitere entwickeln konnte.

Eine jede Gemeinschaft setzt sich aus den unterschiedlichsten Persönlichkeiten zusammen. Es ist diese Buntheit der Vielfalt die eine lebendige homogene Einheit, eine Gemeinschaft so interessant macht. Das unterschiedlichste Meinungen und Sichtweisen aufeinanderprallen bedingen die unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Wenn man aber darüber das Verbindende aus den Augen verliert, dann ist einer jeden Gemeinschaft nur eine kurze Lebensdauer beschieden.

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Lebensqualität 1996


Als ehemaliger iv Drogengebraucher habe ich mir den HIVirus über den Weg des Benutzen gebrauchter Spritzen geholt. Das muß so in den Jahren zwischen 1984-1985 passiert sein. Am 28. Mai 1994 habe ich die Entscheidung getroffen keine Drogen mehr zu nehmen. Clean geworden und geblieben bin ich mit Hilfe von NA, einer 12 Schritte Gruppe. In den ersten Jahren meiner Cleanzeit habe ich einige 5 1/4 Zoll Disketten voll geschrieben. Diese Art der Reflektion, die schriftliche Auseinandersetzung mit meinem Leben, insbesondere meiner 27 jährigen Vergangenheit als aktiver Süchtiger war für mich überaus heilsam.

Heute vormittag habe ich in einigen Ordnern meines verstorbenen Vaters gestöbert und dabei diesen Text, den ich ihm als Brief schickte gefunden. Unter Anderem geht es um meine Erfahrungen mit meiner ersten HIV Kombi nachdem der HIVirus im Herbst 1996 “aktiv” wurde. Der Text ist auch Teil “Unserer Geschichte – der Geschichte von Menschen mit HIV in Deutschland”.

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Bis vor kurzem war das Wort “Lebensqualität” noch ein undefiniertes Etwas in meiner Vorstellung. Positiv zwar, aber ich konnte es nicht so recht benennen. Qualität hört sich gut an. Schon das Wort alleine beinhaltete Qualität für mich. Qualität des Essen, Qualität eines Stoffes, der Schuhe, die Stereoanlage, der Urlaub ist von einer besondenen Qualität – jeder hat da so seine eigene Definition und Wahrnehmung. Für mich hatte Qualität sehr viel mit äußeren Dingen zu tun. Seit ein paar Monaten hat sich das jedoch völlig geändert.

lm Oktober 96 hatte ich meine 2. Lungenentzündung – danach hatte ich wochenlang Durchfälle. Zuerst glaubte ich, das die Durchfälle eine Folge der intensiven Antibiotika Behandlung war, aber sie hörten einfach nicht auf. Da wußte ich, das etwas in meinem Körper nicht mehr so war wie vorher und mir war klar, das HIV aktiv geworden ist. 11 Jahre lang befand ich mich in einem asymptomatischen Zustand. Doch jetzt war der Virus
aufgewacht. Soviel war mir klar und die darauffolgenden Untersuchungsergebnisse bestätigten meine Vermutung.

lch hatte im September 96 mit einer Ausbildung als Erzieher begonnen – ein Beruf, der meinen Vorstellungen von dem was ich gerne tun würde sehr nahe kam. Diese Entscheidung mit 46 Jahren noch mal einen Beruf zu erlernen und ihn auszuüben, basierte auch auf dem Gefühl, das ich zwar HIV infiziert war, aber “lch bin seit 11 Jahren positiv aber gesund und das bleibt auch so”. lrgendwie hatte ich das Gefühl – die Gewißheit, das ich nicht krank werden würde. Vom Kopf her wußte ich zwar, das “man krank werden würde, und es auch mir passieren könnte” doch war es mehr eine abstrakte Idee als eine Tatsache.

Meine Helferzellen fielen innerhalb eines halben Jahres von 570 auf jetzt 153 und die Virusbelastung lag über 1 Million. Jetzt war für mich der Zeitpunkt gekommen, mit einer Therapie zu beginnen. Das ich jemals eine Therapie in Anspruch nehmen würde, stand für mich außer Frage. Nur die Frage des Zeitpunktes war offen. Meine Vorstellung war, das ich bei einer Virusbelastung von ca 30.000 und Helferzellen von 300 mit einer Therapie anfangen würde. lm ersten Moment war ich schon ganz schön geschockt, als ich hörte, das die Virusbelastung so hoch war und die Helferzellen so zurückgegangen waren.

Mit der Therapie zu beginnen war eine rationale Entscheidung. Bis zum Oktober fühlte ich rnich wohl. Mir ging es gut und ich war gesund. Zwar kam mit jedem Schnupfen, mit jeder Grippe immer mal wieder die Angst in mir auf das jetzt AIDS ausgebrochen sei. Doch je länger ich mit dem Virus infiziert war umso mehr erkannte ich, daß es sich bei einem Schnupfen um einen Schnupfen handelte. Heute ist es mir möglich den Tatsachen ins Auge zu sehen und diese als solche zu erkennen. Meine Ängste treten immer dann auf wenn ich meinen Vorstellungen und Befürchtungen Raum gebe.

Vor Beginn der Therapie hatte ich mich sehr gut informiert. Projekt lnfo, verschiedene Publikationen und das wichtigste für mich – ich habe viel mit anderen Betroffenen gesprochen die schon mit einer Therapie angefangen hatten. Die Nebenwirkungen der Medikamente beschäftigten mich am meisten. Doch schon bald mußte ich feststellen, das bei Vielen, die das gleiche Medikament nahmen die Nebenwirkungen u.U. andere waren. Meine Ängste beruhten auf Vorstellungen, auf dem was ich hörte oder las und ich bezog dies auf mich. “Es könnte ja bei mir auch so sein.” Mit einer Therapie anzufangen setzte den Mut voraus, sich auf etwas neues und unbekanntes einzulassen. Keiner wußte wie es mir gehen würde. Dies konnte ich nur für mich herausfinden. Was war die Alternative? Wenn ich dem Virus nichts entgegensetzte, dann schreitet die Krankheit entsprechend ihrer eigenen Dynamik fort. Die Krankheit – einmal ins Rollen gekommen – würde immer schneller voranschreiten. Also war für mich die Therapie die einzige Möglichkeit, den Verlauf zu verlangsamen und Lebenszeit zu gewinnen. Dies war das rationale Ergebnis meiner Überlegungen.

Ende Januar 1997 fing ich dann mit der Therapie an. AZT – Epivir – Crixivan war die Kombi für die ich mich entschieden hatte. Meine Ärztin sagte auch, das dies die richtige Kombi für mich sei. Für mich ist es immer wichtiger geworden erst meine Entscheidung zu treffen und dann im Gespräch mit anderen darüber zu reden. Meistens liege ich richtig damit. Doch ist es auch so, das ich erst im Gespräch mit Anderen andere Sichtweisen wahrnehme. Das gibt mir immer dann die Möglichkeit meine Entscheidungen neu zu überdenken und entsprechend zu modifizieren. Meine Erwartungen “Welche Nebenwirkungen würde ich haben” waren natürlich gegenwärtig. Es war eine Mischung aus Neugierde und Angst. Für ein paar Wochen hatte ich einen Hautausschlag und trockene Lippen.

Was mich aber echt nervte waren Blähungen und die Angst vor Nierensteinen als Nebenwirkung von Crixivan. 3 Liter zu trinken, das war eine unglaubliche Menge für mich. lch habe nie viel getrunken und wenn ich einen halben Liter Flüssigkeit zu mir nahm, hatte ich immer ein Gefühl von Schwere in meinem Magen. Das war und ist auch heute noch so. Nach Monaten erst stellte sich bei mir ein Gefühl der Sicherheit ein, das die Menge Flüssigkeit die ich zu mir nahm – zwischen 2 und 2,5 Liter – für mich in Ordnung war.

Der Hautausschlag und die trockenen Lippen gingen nach 2 Monaten zurück, die Angst vor Nierensteinen ging zurück. Was blieb waren die Blähungen verbunden mit immer wiederkehrenden Durchfällen. Zwar waren sie nicht mehr so häufig wie früher, dennoch traten sie immer wieder auf.

Ende April 97 fand wieder eine Veränderung in mir statt. Nach ein paar Stunden war ich völlig erschöpft. lch hatte keine Energie mehr. Während einer Unterrichtsstunde diskutierte ich sehr heftig mit jemand. Plötzlich hatte ich das körperliche Gefühl, das all meine Energien aus mir herausflossen, so wie Wasser aus einem Becken abfließt, wenn man den Stöpsel herauszieht. Zum Glück habe ich gesessen. Das Aufstehen morgens kostete mich immer mehr Uberwindung. Die Häufigkeit und die lntensität meiner Durchfälle nahm jetzt immer mehr zu. Ich hatte ein Gefühl im Darm als würde ich ein paar Kilo Steine mit mir herumtragen. Die Sitzungen waren und sind schmerzhaft und meistens habe ich ein Gefühl, so als wenn sich der ganze Darm nach außen stülpt.

Wieder mußte ich meiner Situation Rechnung tragen, den Tatsachen in die Augen schauen und eine Entscheidung treffen. Die Schule strengte mich an, ich kam morgens nur sehr schwer aus dem Bett, war schon nach ein paar Stunden völlig erschöpft. Wenn ich nachmittags um 15.00 Uhr nach Hause kam war ich tot. Die Antwort auf die Frage “Geht es rnir gut, bei dem was ich machte und bin ich bereit den Preis dafür zu zahlen?” wurde immer wichtiger für mich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte mir die Ausbildung zum Erzieher sehr großen Spaß. Die lnhalte hatten sehr viel mit mir zu tun und mich auf  diese Weise kennenzulernen, zu verstehen und zu erfahren bedeuteten mir sehr viel. Doch war ich jedesmal wenn ich zu Hause ankam völlig erschöpft und es dauerte einige Zeit bis mein Körper wieder zur Ruhe fand. Zu erfahren, das ich wirklich krank sei, das ich nicht so konnte wie ich gerne wollte und dies zu akzeptieren, war eine sehr schmerzhafte Erfahrung für mich.

Meine Krankheit HIV und die äußeren Bedingungen die eine Ausbildung mit sich brachten, die äußere Verpflichtungen oftmals mit sich bringen waren nicht mehr im Einklang. Der Preis war einfach zu hoch für mich geworden und ich war nicht mehr bereit ihn zu zahlen. Es geht um mein Leben und nicht um die Erfüllung irgendeiner Norm oder Erwartung. Wie oft habe ich es bei Anderen erlebt und erlebe es täglich, das wenn man nicht selbst in der Lage ist eine Entscheidung zu treffen, eine Entscheidung einfach getroffen wird. Und hier fängt für mich heute das an, wie ich Lebensqualität verstehe.

Das Gelassenheitsgebet bekommt für mich immer mehr Bedeutung.

Gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
gib mir den Mut, Dinge zu ändern die ich ändern kann
und die Weisheit das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

lch kann die Bedingungen des Lebens, das Leben selbst weder beeinflussen noch kontrollieren. Wohl aber kann ich Signale wahrnehmen und entsprechend handeln.

lch traf die Entscheidung die Ausbildung abzubrechen, und mich krank schreiben zu lassen. Anfang Juli 1997 reichte ich meinen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente ein. Diesen Schritt zu tun war einfach aber nicht leicht. lmmer wieder hatte ich im Kopf, das es  mit einer Kombi Therapie besser werden würde. lch sah Freunde, die wieder anfingen aktiv zu werden, die an Gewicht zunahmen, die ihr Leben genießen konnten. Mit der Entscheidung die Ausbildung abzubrechen, gewann ich viel Freiheit. Gesellschaftliche Normen und Erwartungen waren für mich nicht mehr relevant. Der innere Druck, den sie bei mir auslösten, unter dem ich mein ganzes Leben stand fiel weg nachdem ich diese Entscheidung einmal getroffen hatte. Es gibt keine Kompromisse mehr, denen ich mich zu unterwerfen hatte, denen ich mich beugen mußte. Ein Kompromiß war für mich schon immer eine faule Sache. lch hatte immer das Gefühl, das bei einem Kompromiß immer ein Teil von mir etwas tun mußte was ich nicht wollte, was mir weh tat. Es ist ja auch einer der Standardsprüche: “Das Leben besteht nun mal aus Kornpromissen”. Wenn ich um den Preis von Schmerz und Leid mich auf etwas einlasse, nachgebe dann stimmt etwas nicht.
Unsere Gesellschaft ist auf diesem Prinzip aufgebaut, das heißt, das jeder Einzelne nach diesem Prinzip erzogen wurde und wird. Bei näherer Betrachtung jedoch stelle ich fest, das sich die Menschen viel Schmerz und Leid zufügen. Spätestens wenn ich dieses Ergebnis wahrnehme, muß ich die Methode, die zu diesem Ergebnis führt, in Frage stellen.

Die Häufigkeit der Durchfälle nahm in den letzten Wochen erheblich zu. Meine Mobilität war ganz auf die Entfernung bis zur nächsten Toilette ausgerichtet. Es gibt Tage, an denen ich die Toilette bis zu 12 mal aufsuchen muß. Meine Aktivitäten beschränken sich auf Einkaufen und zum Arzt gehen und sonst nichts. Radfahren, größere Spaziergänge, abends mit Freunden zusammen zu sein, das alles ist mir zur Zeit nur sehr eingeschränkt möglich. Die Medikamente sind von der Substanz her sehr aggressiv. Meine Darmflora ist erheblich in Mitleidenschaft gezogen und meine Leberwerte gehen rauf und runter wie ein Jojo.

Hier stellt sich für mich jetzt die Frage:

Was bringt mir die Therapie?
Die Helferzellen sind auf 275 angestiegen und die Virusbelastung
 ist unter der Nachweisgrenze von 500. Meine Durchfälle sind 
noch vorhanden, sie gehen manchmal ganz schön auf den 
Kreislauf, das Völlegefühl im Magen – Darmbereich ist 
permanent vorhanden, ruft oftmals Ubelkeit hervor, rneine Leber
 ist durch die Medikamenteneinnahme sehr belastet und oft ist 
mir nach der Einnahme von Crixivan kotzübel.

Von welcher Art ist meine Lebensqualität?
lch bin den ganzen Tag zu Hause, bewege mich so wenig wie möglich. Meine Mitarbeit am Theater als Statist mußte ich aufgeben – mitten in der Probe oder gar der Vorstellung mal kurz auf die Toilette zu müssen, das Publikum und der lntendant toben – mit zusammengekiffenen Arschbacken im Bett zu liegen oder auf der Toilette zu sitzen, all das hat für mich nichts mit Spaß noch Lebensqualität zu tun.

Als ich das erste Mal von meiner HIV lnfektion hörte, war für mich klar, das ich max. noch 3 Jahre zu leben hätte. Mittlerweile sind es 12 Jahre geworden und ich betrachte heute jedes Jahr als ein Geschenk. 1985 hätte ich nicht geglaubt 47 Jahre alt zu werden. Zwar wünsche ich mir das Jahr 2000 und meinen 50. Geburtstag zu erleben aber nicht mehr um jeden Preis.

So wie es mir im Moment geht, so wie ich mich fühle, hat es nichts mit Lebensqualität zu tun. lch habe für mich die Entscheidung getroffen die Therapie abzusetzen. Meine Entscheidungen kann ich nur auf Grund von Tatsachen treffen und Tatsachen sind immer überprüfbar. Das schließt Vermutungen, Vorstellungen und ähnliches aus. Das heißt nicht, das ich keine Hoffnung habe noch das ich weiß was passieren wird. Vor Beginn der Therapie habe ich und auch kein Arzt gewußt was passieren wird, wie es mir gehen wird. Hier gilt es für mich zu unterscheiden zwischen einer Handlung und einern Ergebnis. Die Handlung ist nicht gleichzusetzen mit einem Ergebnis. Dies ist eine der Erfahrungen die ich gemacht habe. Entscheidungen zu treffen heißt für mich heute ohne Erwartung auf ein Ergebnis zu handeln. Meine Entscheidungen waren immer von der Erwartung eines in meiner Vorstellung existierenden Ergebnisses getroffen worden. Wenn ich Hunger hatte, dann habe ich immer gegessen um satt zu werden. Das heißt, die Entscheidung zu essen wurde immer unter der Voraussetzung satt zu werden getroffen. Heute ist Essen eine Handlung die der Tatsache des hungrig Seins folgt. Ob ich satt sein werde, weiß ich nicht, dies erfahre ich erst nachdern ich gegessen habe. One step at a time – Ein Schritt nach dem anderen oder wie wir sagen “Schritt für Schritt” Das nimmt viel Angst und gibt viel Freiheit.

Heute vensuche ich dies auf alle Bereiche meines Lebens anzuwenden. Einfach das zu tun was ansteht ohne ein Ergebnis zu erwarten und – was für mich sehr wichtig geworden ist, mich nicht für meine Handlungen zu verurteilen. Die Entscheidung im Januar mit einer Therapie zu beginnen war das was ich tun mußte, war angemessen. Heute ist die Entscheidung mit der Therapie aufzuhören das was ich tun muß. Es geht nicht um falsch oder richtig ganz einfach deshalb weil ich in Bezug darauf vorher nicht weiß was sein wird, wie es mir gehen wird.

Heute im zweiten Jahr nach Einführung der Kombinationstherapieen und mit fast monatlich neu erscheinenden Präparaten wird Zukunft wieder zu einern Thema. Egal ob man krank oder gesund ist. In längeren Zeiträumen zu denken, diese Hoffnung die durch Therapien noch genährt und bestärkt wird, wird durch unser Denken sehr leicht zu einer Tatsache. Darin liegt viel Schmerz und Leid insbesondere für uns die wir HIV positliv oder an AIDS erkrankt sind.

Natürlich habe ich Hoffnung das sich etwas zum positiven ändert, doch ich bin mir bewußt, das es Grenzen gibt. Grenzen auf die ich keinen Einfluß habe, die ich aber akzeptieren kann. Diese Krankheit hat für mich bewirkt, das ich das Leben bewußter wahrnehme. Ich bin heute in der Lage der Wahrheit ins Auge zu schauen, zu unterscheiden und Entscheidungen zu treffen. Meistens ist dieser Prozeß, dieser Weg mit viel Schmerzen verbunden aber er gibt mir auch Freiheiten. Freiheiten die mir weder wie ich lange glaubte Drogen geben würden. Freiheiten von denen ich früher nicht geträumt habe. Freiheit die ich mir schon immer gewünscht habe.

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Projekt – Dokumentarfilm: Suche nach hinterbliebenen Kindern, deren Väter (HIV+) Bluter waren . . .



. . . (oder auch Mütter ) die durch verunreinigte Gerinnungsprodukte mit HIV infiziert wurden und daran verstarben.

*
Intro

Die folgenden Textauszüge habe ich der Einfachheit halber mit freundlicher Genehmigung von Andreas Bemeleit, dem Gründer der Seite Robinblood.org übernommen.

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Anfang der 80ger Jahre stellte man fest, dass durch die Behandlung der Hämophilen mit verunreinigten Gerinnungspräparaten bis Mitte der 80er Jahre etwa die Hälfte der Hämophilen mit HIV infiziert worden sind. Nahezu alle, die nicht virusinaktivierte Präparate erhalten hatten, sind mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert worden.

Der größte Teil der Infektionen hätte verhindert werden können, wenn die Blutprodukte herstellenden Unternehmen, die Blutspendedienste und die Deutschen Aufsichtsbehörden rechtzeitig gehandelt hätten. Dies hat der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages in seinem Abschlussbericht 1994 festgestellt.

Seit 1987 sind drei verschiedene Lösungen eines Schadensersatzes für die von HIV und AIDS Betroffenen zustande gekommen. Keine dieser Lösungen kann als befriedigend angesehen werden. Für die Infektionen mit dem Hepatitis-C Virus gibt es noch gar keine Lösung.

Im Juni 1994 gründet der damalige Gesundheitsminister Seehofer das Programm “Humanitäre Soforthilfe”. Dieses soll Menschen, die durch Blutprodukte mit HIV infiziert wurden, unterstützen. HIV-Infizierte erhielten monatlich 1.000 DM, an AIDS erkrankte 2.000 DM. Die Zahlungen wurden rückwirkend ab dem 1.01.1994 gewährt.
Das Programm “Humanitäre Soforthilfe” wurde mit Inkrafttreten des HIV- Hilfegesetz – HIVHG aufgehoben. Quelle: Robinblood.org

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Andreas Bemeleit kämpft seit Jahren für eine Entschädigung für Hämophile die durch die verunreinigten Gerinnungspräparate mit dem HCVirus infiziert worden sind. Leider hat sich bis heute diesbezüglich nichts getan.

Dank der modernen Medizin ist das HI-Virus mittlerweile aber nicht mehr die Haupttodesursache unter uns Betroffenen, sondern Hepatitis C. Bei erlittenen HCV- Infektionen gab es bislang für die überwiegende Mehrheit von uns in Deutschland Betroffenen noch überhaupt keine Entschädigung – was einen weiteren Skandal darstellt, da in allen anderen Industrienationen bereits zum Teil äußerst großzügige Entschädigungen gezahlt wurden. Weil der Verlauf der erlittenen Erkrankungen degenerativ ist, ist es deshalb höchste Zeit zu handeln – zumal der juristische Weg mittlerweile unmöglich ist. Quelle

Die Tatsache das es bis heute keine Entschädigungen, kein entsprechendes Gesetz für Hämophile, die durch verunreinigte Gerinnungspräparate mit dem HCV Virus infiziert worden sind gibt, ist ein Skandal. Hier setzt die Pharmaindustrie auf die “natürliche Lösung”: Irgendwann wird der letzte Bluter der durch ein verunreinigtes Gerinnungspräparat mit dem HCVirus infiziert wurde, gestorben sein.  Problem gelöst – Akte kann geschlossen werden.

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Vor einigen Tagen hat sich Julia, eine Studentin, die Visuelle Kommunikation studiert mit der folgenden Bitte – Aufruf an Andreas Bemeleit gewandt:

Hallo an alle,
mein Name ist Julia und ich bin auf der Suche nach hinterbliebenen Kindern, deren Väter Bluter waren, die mit HIV infiziert wurden und daran verstarben.

Ich studiere Visuelle Kommunikation und bereite gerade meinen Abschlussarbeit vor, ein Dokumentarfilm, der von diesem Thema handeln soll.

Auch mein Vater war Bluter und wurde während seiner Behandlung mit HIV infiziert. Er verstarb 1992 an den Folgen des Virus. Für mich und meine beiden Schwestern gab es Entschädigungszahlungen, aber danach wurde geschwiegen. Geschwiegen über alles, was passiert war.

Laut der “Stiftung für Humanitäre Hilfe für durch HIV-infizierte Personen” ist es in Deutschland etwa 217 anderen Kindern so ergangen wie uns, wie mir. Ich würde gerne mit anderen hinterbliebenen Kindern in Kontakt kommen und mich darüber austauschen, wie es für sie war, den Vater durch einen Medizinskandal verloren zu haben.

Weil ich der Meinung bin, dass zu lange über dieses Thema und vor allem die Folgen geschwiegen wurde, soll nun mein Abschlussfilm davon handeln: Da gibt es einerseits das persönliche Schicksal der Opfer und Hinterbliebenen, und andererseits einen Medizinskandal, der bisher zu wenig Beachtung fand.” Mehr dazu hier

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Ich finde diese Idee eines “Dokumentarfilmes” über dieses Thema aus mehreren Gründen sehr gut. Viele Menschen die mit dem HIVirus wie auch mit dem HCVirus infiziert sind, haben im Laufe der Zeit Freunde, Familienangehörige und Ehepartner verloren und sind bis heute traumatisiert. Menschen mit HIV wie auch HCV werden von der Gesellschaft stigmatisiert und diskriminiert. Das Schweigen und die Tatsache das die Pharmaindustrie die vor über 30 Jahren verunreinigte Gerinnungsprodukte auf den Markt gebracht haben und dadurch mehrere 1000 Hämophile mit dem HCVirus infiziert wurden, sind bis heute ihrer Verantwortung – Im Kontext zu Entschädigung – nicht nachgekommen – die Politiker gehören auch dazu da sie dieses Thema nicht aufgegriffen haben – finde ich geradzu obszön.

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Ihren Aufruf schließt Julia mit einer inhaltlichen Aussage die Harvey Milk und vor ihm Rosa Parks schon zum Ausdruck brachten:

Harvey Milk

“Wie werden es nicht zulassen das man uns unsere Rechte vorenthält. Die Schwarzen haben ihre Rechte nicht dadurch bekommen das sie sich weiterhin stillschweigend in den hinteren Teil der Busse setzten. Sie sind aus diesem Kreislauf des Schweigens ausgestiegen wie Rosa Parks.

Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen. Und ich will, das auch Ihr darüber sprecht.

Julia

Mit dem Reden endet das Schweigen, und das ist für mich zumindest der erste Schritt, mich von der Last der Geschichte zu befreien.

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Loslassen . . . zum x-ten und bestimmt nicht letzten Mal


Heute habe ich das Lager in dem sich die letzten Kisten mit Hausrat der Eltern nachdem ich ihr Haus im Januar 2012 leergeräumt habe aufgelöst. Meine Absicht war dass das Meiste was sich in denKisten befand nicht nur des Aufhebens wert sondern, da es in sehr gutem Zustand noch günstig zu verkaufen oder wenn dies nicht funktionieren würde zu verschenken sein würde. Geschirr von Rosenthal, 23 zum Teil hochwertige Teppiche, Besteck, hochwertige Bildbände des Umschau Verlag der einst zu der Brönners Druckerei in Frankfurt gehörte, und und und. Zum einen habe ich immer wieder versucht das Eine oder Andere zu verschenken, um nicht zu sagen wie saures Bier anzubieten. Entweder es war kein “Bedarf” vorhanden – was ich nicht so recht glauben will und kann – oder wenn “. . . aber nur wenn sie es uns anliefern und wir uns das auswählen können was uns gefällt”.

Irgendwann hatte ich die Schnauze voll. Nachdem ich Jedem lang und breit erklärt habe das ich dazu a) weder körperlich in der Lage bin und b) ich mir vor allen Dingen die finanziellen Mittel um mir “Taxianlieferungsfahrten” mit Kisten voll mit Geschirr, Küchengeräten, hochwertigen Töpfe, Bücher und Teppiche nicht leisten kann, habe ich dann das Thema “Sozialkaufhäuser” ad acta gelegt.

RuRa2

Roaring 60ties Bowlespießchen

Von den 25 Kisten mit Hausrat habe ich 12 Kisten mit den Dingen ausgewählt für die ich Verwendung habe. Den Rest der Kisten davon ca 8 Kisten mit Bücher habe ich einem Freund, seines Zeichens Bücherwurm und Sammler geschenkt. Über die übrigen Kisten mit Hausrat und die Teppiche hat sich der Mann im Lager der mir beim Öffnen der Kisten und grob aussortieren behilflich war gefreut. “Dafür” Abnehmer zu finden ist kein Problem für mich.

Es war ein gutes Gefühl “loszulassen” und mich zu trennen. Ob es der Mann vom Lager ist oder ob ich es bin der das Eine oder Andere an den Mann oder die Frau, die noch eine Verwendung dafür haben bringe, letztendlich spielt es keine Rolle.

Was mich nach wie vor erstaunt ist, das die sogenannten Sozialkaufhäuser keine Verwendung hatten. Und wenn dann nur zu Bedingungen wo ich mich gefragt habe ob ich einen Hörfehler habe oder falsch verbunden bin.

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Den sicheren, Schutz bietenden Hafen verlassen (akt 1)


Intro

Am Sonntag wurde auf FB die Gruppe “Deutschlands Blogger: Ein Projekt” ins Leben gerufen, das sich was die Mitgliederzahl betrifft mit einer Geschwindigkeit entwickelt die Initiatoren wie auch Mitglieder überrascht.

Wie sind Deutschlands Blogger_innen vernetzt?
Die Visualisierung zeigt Deutschlands Blogger_innen und ihre Verbindungen untereinander. Als Datengrundlage dienen die Mitglieder der Facebook Gruppe Deutschlands Blogger. Aktuell werden nur Verbindungen auf Facebook beachtet. Weitere Datenquellen sind geplant. Weitere Informationen -> hier = Quelle

Und wie das nun mal im Netz so üblich ist hat die Resonanz auch nicht lange auf sich warten lassen.

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In der Gay Freedom Parade am 25. Juni 1978 hat Harvey Milk trotz mehrerer Morddrohungen wenn er an diesem Tag eine Rede halten würde vor über 250000 Menschen in San Franzisko eine Rede gehalten deren Inhalt heute – leider – an Aktualität nichts verloren hat.

“Wie werden es nicht zulassen das man uns unsere Rechte vorenthält. Die Schwarzen haben ihre Rechte nicht dadurch bekommen das sie sich weiterhin stillschweigend in den hinteren Teil der Busse setzten. Sie sind aus diesem Kreislauf des Schweigens ausgestiegen wie Rosa Parks.

Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen. Und ich will, das auch Ihr darüber sprecht. Schwule Brüder und Schwestern, was wollt ihr dagegen tun? Ihr müßt rauskommen. Euch bekennen . . . euren Eltern gegenüber. Ich weiß das es schwer ist und daß Ihr ihnen weh tun werdet, aber denkt daran, wie weh sie Euch in der Stimmkabine tun werden. Sagt es Ihnen, sagt es euren Verwandten. Sagt es euren Freunden, wenn sie wirklich eure Freunde sind. Sagt es euren Nachbarn, sagt es euren Arbeitskollegen. sagt es nur den Leuten die ihr kennt und die Euch kennen. Sonst niemand. Aber ein für allemal: Macht Schluß mit den Mythen, zerstört die Lügen und Verzerrungen”

aus
Randy Stilts “Im Namen der Hoffnung” Goldmann Taschenbuch – Deutsche Ausgabe August 1983 – Titel der amerikanischen Originalausgabe “The Major of Castro Street” The Life and Time of Harvey Milk, St. Martin´s Press New York  (Das Schweigen brechen – Teil 1)

Einige Tage später habe ich den letzten Absatz in Das Schweigen brechen – Teil 2 auf die Gegenwart bezogen modifiziert.

Wie werden es nicht mehr zulassen das man uns weiterhin stigmatisiert, diskriminiert und kriminalisiert. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien weiterhin unsere Würde mit den Füßen treten. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien sich zum Sprachrohr derjenigen machen die HIV Positive als Virenschleudern und Bio Waffen bezeichnen. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien über uns Mythen und Lügen erzählen, das die Medien die Wahrheit verzerren.
Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen.

Das Schweigen zu brechen bedeutet sich zu öffnen, seine Ängste zu überwinden und seine Bedürfnisse zu kommunizieren und artikulieren. Sich zu öffnen birgt das Risiko in sich, sich angreifbar und verletzbar zu machen. Man verläßt um mit einem Bild zu sprechen einen Hafen der Schutz und Sicherheit bietet und liefert sich dem Wetter und dem Meer aus. Man tauscht Geborgenheit gegen das Risiko von Verletzungen und Schiffbruch zu erleiden ein.

Die Erfahrung wie stark der Gegenwind sein kann der einem entgegenbläßt wenn man sich “aus der Deckung wagt” dieses Gefühl kennen Matthias Gerschwitz und ich recht gut. Der Teilzeitvlogger Marcel Dams erlebt es wöchentlich immer wieder.

Da ich mich in diese Gruppe ebenfalls eingeklinkt habe war und ist die Wahrscheinlichkeit nicht von der Hand zu weisen eine Freundschaftsfrage zu erhalten.

Vor 4 Jahren habe ich mich in FB angmeldet. Zieht man “Seiten” aus dem Kreis meiner FB Freunde ab so kenne ich ca ein gutes Drittel persönlich. Die übrigen FB Freunde sind mit der Zeit dazugekommen da es sich im Laufe der Kommunikation herausgestellt hat das uns viel verbindet – auch das wir uns symphatisch sind. Der Kreis in dem ich mich bewege ist mir also bekannt bzw andere FB Freunde und ich haben gemeinsame Freunde. Wir bewegen uns sozusagen in einem sicheren Kreis, einem Hafen oder in einem “geschlossenen System”. In einem geschlossenem System auch deshalb weil die Einstellung unserer Freundesliste so behaupte ich mal fast alle auf “Nicht öffentlich” eingestellt ist.

Schwule, Lesben, Transgender – identische Menschen, MSM, Männer und Frauen die HIV + sind haben im Laufe der Jahre Verletzungen erfahren die weit über das Maß hinausgehen was Einzelne in der Gesellschaft durch die Gesellschaft i.e. ihre MitMenschen erfahren haben. Die Stonewall EreignisseStonewall Riots geben davon Zeugnis. Die teilweise gewaltätigen Ereignisse in Frankreich dieser Tage erinnern sehr stark an die Ereignisse in Stonewall im Jahr 1969.

In Deutschland war Homosexualität bis zum Jahre 1973 strafbar. Aus dem StGB wurde der § 175 erst im Jahr 1994 gestrichen. Viele ältere Schwule/Lesbische Frauen sind davon heute noch traumatisiert. Ulli Würdemann ist gerade dabei auf dem Blog “2mecs” die Geschichte der Schwulen und Lesben zu dokumentieren.

Als HIV und AIDS in Deutschland 1982 Thema wurde hat der Kreis der Personen der davon betroffen ist Verletzungen im seelischen Bereich erfahren die viele der heute  Älteren Dank der zur Verfügung stehenden Medikamente zur Behandlung von HIV für ihr Leben geprägt haben.

Heute sterben wir in den reichen Ländern zumindest (Gott sei Dank ändert sich das dank der Generika Produktion in Indien in den Ländern wo Menschen mit HIV und mit weniger als 2 $ am Tag leben müssen) nicht mehr an den Folgen von HIV/AIDS. Stigmatisierung und Diskriminierung ist leider 3o Jahre nach HIV in Deutschland immer noch Alltag.

Die Visualisierung der Blogger ist eine Sache. Was es für “uns” spannend macht ist der Aspekt der Vernetzung von Bloggenden HIV positiven Menschen. Bloggende Schwule gibt es sehr viele. Bloggende HIV Positive gibt es da recht wenig.

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Prävention und Aufklärung – Strukturelle Prävention in Deutschland funktioniert seit Jahren. Der Kampf gegen Stigmatisierung und Diskriminierung, gegen Ablehnung und Ausgrenzung kommt mitunter – so fühlt es sich an – einer Sisyphusarbeit gleich.

Aufklärung – Kommunikation ist ein Spagat der von dem Risiko auch Angst vor persönlichen Verletzungen einerseits und dem Wunsch nach Veränderung im Sinne von Toleranz und Akzeptanz durch die Gesellschaft geprägt ist. Zudem birgt es die Gefahr das die beteiligten “professionellen Akteure” sich hauptsächlich innerhalb ihrer Kreise i.e. WeltAIDS und anderen ähnlichen Konferenzen, Welt AidsTag, Veranstaltungen für die Community bewegen. Mit anderen Worten wir bewegen uns oftmals innerhalb eines “geschlossenen Systems “was die Frage nach einer freiwilligen, selbst gewählten “Ausgrenzung von der Gesellschaft” ins Spiel aufwirft.

Was bedeuten unsere pers Erfahrung im Kontext zu möglichen Freundschaftsanfragen von Mitgliedern aus der Gruppe “Deutschlands Blogger: Ein Projekt”? Es gibt nur wenige HIV positive Bloggende. Die Ursache dafür liegen in der Angst vor Verletzungen ausgelöst durch Ablehnung, Stigmatisierung und Diskriminierung. So bunt gemischt die Interessen der Mitglieder in dieser Gruppe auch sein mögen, es ist einer von vielen Wegen um Gehör zu finden.

Veränderung zum Nulltarif gibt es nicht. Veränderung in Gang zu setzen, sich zu öffnen, aus dem sicheren Hafen auszulaufen birgt das Risiko verletzt zu werden und zu scheitern. Der Gewinn jedoch so behaupte ich ist ungleich größer.

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24.04. 19.00 – Zum Thema Bloggende organisieren sich . . .

Coming Out of the HIV/AIDS Closet

“Why wasn’t someone with HIV/AIDS speaking at an HIV/AIDS event? Now, I know it takes a good amount of courage to bare your soul in public, and I understand why those with HIV/AIDS might want to stay in the closet. They have been stigmatized and hurt, especially by the LGBT community. We are with you. Don’t be afraid. Without PWA (people with AIDS) participating in all levels of HIV/AIDS awareness, education, research and support programs, there is no passion and therefore no motivation to move forward. Even if you work behind the scenes, it makes a difference. I really don’t want to go to another World AIDS Day event and have a healthy priest play the role of someone with HIV/AIDS. I want PWA to come out of the closet.” Quelle: Huffingtonpost.com”

Auf den Punkt gebracht . . .

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