Neues von Robin Blood – 17. April 2014 Welthämophilietag


Netzwerk Robin Blood ist Gesprächsbereit

Die Groko ist es nicht. Ihre Lösung: Sie setzt auf Zeit d.h. durch ihre Bereitschaft nicht zu handeln läßt sie Menschen sterben.

Abwarten bis alle durch den Bluter Skandal mit Hep C und HIV Infizierten gestorben sind = Geld gespart

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16. April 2014 Andreas Bemeleit schreibt:

Sicher habt ihr euch schon gefragt, was aus meiner Petition “CDU/CSU + BAYER AG: Entschädigung der 3.000 Bluter des Medizinskandals” geworden ist.

Hat die neue Regierung sich unserer Sache angenommen und treibt die Entschädigung der mit HI-und Hepatitisviren infizierten Bluter zügig voran? Werden auch noch nach 2015 Entschädigungszahlungen aus dem HIV-Hilfefond fließen? Werden endlich auch die mit Hepatitis Infizierten entschädigt? Setzt sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe/CDU tatkräftig für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals ein? Hat sein Vorgänger Jens Spahn unser Anliegen ordentlich übergeben? Was tut Karl Lauterbach/SPD als Berater Hermann Gröhes dafür, dass endlich Gerechtigkeit geschieht?

Die traurige Antwort lautet: Die Große Koalition und die Menschen, die diese vertreten, haben bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt NICHTS getan.

Einzig eine Studie zur Erfassung unserer Lebenssituation wurde in Auftrag gegeben. Aus einem persönlichen Schreiben von Jens Spahn lese ich, dass sich dahinter die Hoffnung verbirgt, infolge der verbesserten HIV-Medikation die Höhe der Entschädigungszahlungen verringern zu können. Ungeachtet dessen, dass eine Entschädigung für geschehenes Unrecht aussteht. Ungeachtet dessen, dass wir immer noch auf eine Entschuldigung warten.

Am 17.04.2014 ist Welthämophilietag. Dieser Tag gemahnt ganz besonders an die vielen unter Qualen gestorbenen mit HI-und/oder Hepatitisviren Infizierten zu denken. Und an die 3000 Hämophilen, die mit ihren lebensbedrohlichen Erkrankungen mehr schlecht als recht überleben.

So wie ich, Andreas Bemeleit vom Internetzwerk “Robin Blood”. Leider hat sich mein Gesundheitszustand in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Ich bin vorübergehend auf den Rollstuhl angewiesen und musste meine politischen Aktivitäten zurück fahren, einfach weil mir die Kraft dafür fehlt. Es scheint fast, als ob meine geschwächte Lage dem Nichtstun der Politiker in die Hände spielt. Umso mehr freut mich, dass noch immer Menschen diese Petition unterzeichnen. Fast 20.000 Unterzeichner unterstützen mich und die anderen Geschädigten in unseren Forderungen nach Entschädigungszahlungen. Herzlichen Dank, eure Zeichen der Anteilnahme sind ein Trost angesichts der fehlenden Aktivitäten der Politiker.

Lasst uns einen zweiten Anlauf nehmen und helft mir bitte, Herrn Gröhe wachzurütteln und an seine Verantwortung für die geschädigten Bluter zu appellieren.

Email an Hermann Gröhe hermann.groehe@bundestag.de :

Sehr geehrter Herr Gröhe,

viele Wochen seit Gründung der Großen Koalition ist bis heute noch immer nichts für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals geschehen.

Wollen Sie und Ihr Ministerium so lange warten, bis alle an den Folgen der Infizierungen durch HI- und Hepatitisviren gestorben sind? Oder setzen Sie sich als Vertreter der Christlichen Partei endlich für deren Belange ein? Nach über dreißig Jahren drängt die Zeit, es geht vielen von ihnen schlecht. Helfen Sie ihnen mit sofortigen Entschädigungszahlungen, damit sie in Würde alt werden können und endlich der Gerechtigkeit Genüge getan wird!

Mit freundlichen Grüßen

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Leben im Alter – Alt werden in Frankfurt am Main


Zwei Pflegeheime des Frankfurter Verbandes mit dem “Regenbogenschlüssel” ausgezeichnet.

RozeLoperRegenbogenSchlüssel

Foto Copyright © Frankfurter Veband

Das Julie-Roger-Haus und das Sozial- und Rehazentrum West des Frankfurter Verbandes sind von dem niederländischen Konsortium „Roze 50+“ mit dem Regenbogenschlüssel ausgezeichnet worden. Der „Regenbogenschlüssel“ wird an Pflegeheime vergeben, die sich aktiv um Toleranz bemühen, vor allem gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen oder Transsexuellen. Quelle: Frankfurter Verband

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Dazu das folgende Statement:

Danke an alle, die zu dieser Deutschland Premiere ihren Beitrag geleistet haben. Danke insbesondere an den Frankfurter Verband, der das Projekt konsequent und mit Empathie vorangetrieben hat, an die kooperative AIDS-Hilfe Frankfurt, an 40 Plus -Schwules Forum Frankfurt- an die Initiative Telefonberatung für ältere homosexuelle Männer, an das kooperative LIBS für lesbische Frauen, und last but not least an das Cafe Karussell für Schwule 60 Plus. Für mich ist das ein historischer Moment. Ich freue mich sehr. H.P.H.

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Auszug aus der Initiative Regenbogenpflege des Frankfurter Verbandes:

In Deutschland haben ältere Homosexuelle in ihrem Leben in erheblichem Ausmaß Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Diese Erfahrungen führen dazu, dass es für ältere Homosexuelle schwierig ist in einem Pflegeheim offen mit ihrer Homosexualität umzugehen. Gleichzeitig nehmen Pflegeheime derzeit oft gar nicht aktiv zu Kenntnis, dass es in ihren Einrichtungen ältere Homosexuelle gibt. Quelle: Initiative Regenbogenpflege

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Am 29. 10. 2013 fand in Frankfurt am Main die Fachtagung “Ältere pflegebedürftige Homosexuelle im Pflegeheim” Ausrichter und Veranstalter “Frankfurter Verband” statt.

Da heißt es unter Anderem:

Gleichzeitig nehmen Pflegeheime derzeit oft gar nicht aktiv zu Kenntnis, dass es in ihren Einrichtungen ältere Homosexuelle gibt. Ein Grund kann sein, dass die Menschen ihre Homosexualität aufgrund ihrer gemachten Lebenserfahrung verbergen. Das führt dazu, dass in der Pflege und Versorgung nicht angemessen auf die Lebensumstände der älteren Lesben und Schwulen eingegangen wird. Gerade in den biografieorientierten und sich an den Lebenssituationen ausrichtenden aktuellen Pflege- und Betreuungskonzepten ist die Orientierung an der individuellen Lebenssituation jedoch ein wesentlicher Aspekt. Ziel ist es den Menschen ein selbstbestimmtes Leben mit möglichst hoher Lebensqualität, trotz der gesundheitlicher Einschränkungen, zu ermöglichen. Quelle

Eine Erkenntnis die auf der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der AH Frankfurt “Leben im Alter – In Würde alt werden”  im Jahr 2009 schon wahrgenommen wurde.

Stigmatisierung und Ausgrenzung sind immer noch Alltag. In der Gesellschaft wie auch in den meisten herkömmlichen Alten bzw Pflegeheimen. Dies trifft für Menschen die im Pflegeberuf arbeiten in gleichem Maße zu wie für ältere Schwule, Lesben und Transgender die auf Hilfe bzw. Pflege angewiesen sind wenn sie vor der Entscheidung stehen wo bzw. wie sie Ihren Lebensabend verbringen wollen. Die Angst vor den Erfahrungen von Diskriminierung die sie in der Vergangenheit erlebten (erst 1994!!! fiel der §175 im Zuge der Rechtsangleichung mit der DDR weg) und befürchten im Alter wieder ausgesetzt zu werden, bedingt es das viele von ihnen im Alter versteckt leben, unsichtbar sind. Quelle: alivenkickn-Klein aber fein

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 Persönliches

Es war ein langer Weg bis hierhin. Seinen Anfang nahm dieser Prozess meines Wissens im Jahr 1999 mit dem Projekt und der Gründung eines gleichnamigen Verein “Altenpflegegayheim” von Walter Curkovic-Paul der im Januar 2009 verstorben ist.  Schon damals schlug diese Thematik Print mediale Wellen. So setzte sich die damalige Stadträtin Jutta Ebeling von den Grünen im Jahr 2004 für dieses Projekt ein. Auch “Der Spiegel” war schnell dabei. Leider ist es bei dem Projekt pdf Datei und endlosen Diskussionen geblieben.

Im Nachhinein mag man anmerken das dieser langwierige Prozeß notwendig gewesen sei. Ich tendiere aber zu der Aussage das dies ein “spezifisches Frankfurter Problem” ist. Die “Hesse babbele lang und viel wenn de Tach lang is”. So wurden die Projekte in Berlin “Lebensort Vielfalt” und die “Villa Anders” in Köln in weniger als der Hälfte der Zeit geplant und umgesetzt. Ein Aspekt warum das Projekt Altenpflegegayheim nicht umgesetzt wurde ist das dem Team zu viele “Bedenkenträger” angehörten. Zweifler, Menschen denen ein solches Vorhaben nicht eine Herzensangelegenheit ist sind nur hinderlich.

Möglicherweise ist diese Sichtweise meiner Ungeduld zuzuschreiben. Andererseits komme ich auch nicht umhin festzustellen dass das Ergebnis dieser Woche  schon vor 6 Jahren Thema war. Natürlich kann ich da nur von meiner subjektiven Wahrnehmung ausgehen. 2008 war ich 58 Jahre alt. Heute 6 Jahre später bin ich 64. Und natürlich hat sich mit der Veranstaltung “Leben im Alter – In Würde alt werden” eine Hoffnung verbunden, das in Frankfurt ein ähnliches Projekt wie in Berlin oder Köln ins Leben gerufen werden könnte. Doch davon ist man auch heute noch Lichtjahre entfernt.

Werde ich wenn ich wahrnehme das ich meinen Alltag nicht mehr allein in meiner Wohnung meistern kann und es an der Zeit ist mich um einen Platz im Julie Roger HAus oder im Sozial und Rehazentrum West bewerben? Da kannste Gift drauf nehmen. Insofern bin ich froh das man heute in dem Kontext “Leben in Würde – Alt werden in Frankfurt” sagen kann das sich für Menschen die Homo,- Bi- undoder Transsexuell, Lesbisch, Transgender oder HIV + sind etwas getan hat. Das ist in der Tat eine gute Nachricht.

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. . . when I´m 64


Dieses Lied der Beatles “When I´m 64” war und ist eines meiner Lieblingslieder. Nicht nur wegen der Art und Weise der Kompostion, Rhythmus sondern ganz besonders wegen des Thema des Songs. “Wie wird es mir gehen wenn ich alt bin”. Der Song der Beatles drückt u.a. das aus was sich jeder von uns für sich und die, den Menschen die ihn lieben, der ihn  sich wünscht, sich vorstellt, behaupte ich mal. Das wenn wir alt sind gesund und soweit fit sein mögen um Dinge die wir gerne tun würden noch tun können, und wenn dies nicht mehr der Fall sein sollte einen Menschen zur Seite zu haben der uns hilft ggf uns versorgt. Das Bild des Songs spiegelt eine liebevolle Beziehung zwischen zwei – zwischen Menschen wieder. Ein Bild das sich jeder von für sich, sein Leben wenn ersie mal alt wird oder ist sich wünscht.

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. . . now I´m 64

Das Loslassen, Abschied nehmen von Menschen – Beziehungen und Dingen die man liebt begleiten einen Jeden von uns vom Tag der Geburt an ein Leben lang. Wenn es sich um den Abschied, das Loslassen von Angewohnheiten von Dingen handelt, dann vollziehen sich solche Abschiede idr recht unspektakulär. Unspektakulär insofern das es einem entweder leicht fällt oder weil eine emotionale Bindung nicht so ausgeprägt war die einen schmerzhaften inneren Prozess auslöst und das Loslassen über einen längeren Zeitraum begleitet. Handelt es sich um den Abschied, das Loslassen von unangenehmen, für einen selbst schädlichen Gewohnheiten, dann nimmt das Abschied nehmen, Loslassen einen längeren Zeitraum in Anspruch. Obwohl man weiß das eine Gewohnheit einem nicht gut tu, schädlich für einen selbst ist wird man sich möglicherweise dennoch gerade an der Anfangszeit immer wieder dabei ertappen das man reflexartig eine “Gewohnheit praktiziert – ausführt”. Dies einfach deshalb weil man es so gewohnt ist, etwas Jahrelang getan hat. Es ist uns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen.

JedeR der geraucht hat und die Entscheidung getroffen hat aufzuhören weiß wie schwer es in der Anfangszeit war. Der “gewohnheitsmäßige Griff zur Zigarette nach dem Essen, dem Sex oder wenn man nervös wurde” diese internalisierte Gewohnheit die zu einer täglichen Rotutine geworden ist wer kennt das nicht. Sich seines Tuns in einem solchen Moment gewahr zu werden “zu ner Ziggi zu greifen” erfordert Achtsamkeit, Wachsam sein. Die Zigarette liegen zu lassen, sie wieder hinzulegen, zu sagen “Nein, ich zünde mir keine Zigarette an”, dies ist eine neue Übung die es zu lernen gilt. Irgendwann wird das “Nein sagen”, dann zur Routine. Das Nicht anzünden der Zigarette wird mit jedem Tag an dem man die Zigarette liegen läßt, nicht mehr raucht immer mehr zur Gewohnheit des “Nichtrauchens”.

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Anders sieht es jedoch aus wenn es um das Abschied nehmen von Beziehungen zu Menschen, der Konfrontation mit einer Krankheit und ganz besonders dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten geht.

Zwischen einer Trennung in einer Beziehung, dem Abschied nehmen von einem Menschen der stirbt, dem Verlust – Abschied nehmen von körperlichen Fähigkeiten und der Konfrontation mit einer Krankheit gibt es Gemeinsamkeiten und elementare Unterschiede. So ist der Tod eines geliebten Menschen etwas Unwiderrufliches und Entgültiges.

Ob bei Trennung in einer Beziehung, dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten und ganz besonders was den Tod eines geliebten, nahestehenden Menschen, Freundes, PartnerIn, Familienangehörigen betrifft, alle werden sie von Emotionen begleitet deren Intensität und Reihenfolge je nach Charakter sehr unterschiedlich sein können.

Die Emotionen die die einzelnen Phasen wie Abschied nehmen begleiten, die mir im Laufe meines Lebens in bestimmten Situationen immer wieder begegnen sind immer wieder die gleichen 5 Emotionen – Phasen. Mehr wie einmal wünscht ich mir das der Prozeß des Abschied nehmens zumindest weniger schmerzhaft wäre, doch dies wird wohl ein eher frommer Wunsch bleiben. Sie sind jedesmal gleich schmerzhaft.

Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen sprechen. Zum einen handelt es sich bei dem Thema Abschied um den Verlust von körperlichen Fähigkeiten und vom Tod von geliebten Menschen, von Menschen die mir sehr nahe standen.

Elisabeth Kübler-Ross hat in der Mitte des vergangen Jahrhunderts mit einem in den westlichen Industriestaaten bestehenden Tabu gebrochen, indem sie die Begegnung mit sterbenden Menschen suchte, die damals in den meisten Kliniken wie Aussätzige behandelt wurden. Durch die Entwicklung der Medizin mit ihren z. T. grandios wirkenden Heilungserfolgen waren sterbende Menschen zu einer Art „Störfaktor“ des reibungslosen medizinischen Ablaufs geworden. Sie erschienen vielfach als vermeidbare „Pannen“ des Medizinbetriebs und starben einsam, isoliert und vernachlässigt.
Mit ihrem Bericht über die Begegnung mit sterbenden Menschen und ihrer erstmaligen Erforschung und Beschreibung typischer Phasen des Sterbeprozesses erzielte sie nicht nur hohes wissenschaftliches Ansehen – darunter 23 Ehrendoktortitel – sondern fand auch bei Laien große Aufmerksamkeit.
Quelle: Professor Dr. med. Dr. h.c. Christoph Student -> Veröffentlichungen -> Antworten auf wichtige Fragen -> Elisabeth Kübler-Ross

Diese Phasen, Emotionen so meine Erfahrung,  begleiten – gehen einher mit dem persönlichen Verlust eines geliebten, nahestehenden Menschen und dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten. Sie sind also als eine Analogie eines pers Prozeß dem man als Lebender erfährt, im Kontext zu der Erfahrung die Elisabeth Kübler-Ross im Zusammenhang mit der Begleitung von Sterbenden machte zu verstehen.

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Leugnung und Isolierung
Wut und Ärger
Verhandeln
Depressive Phase
Akzeptanz

Seit einigen Jahren habe ich als Nebenwirkung vom Leben – Krankheit (Ob es uns gefällt oder nicht Krankheiten sind nun mal Teil des Leben, gehören zum Leben) eine Polyneuropathie im rechten Fuß, sowie eine Paraparese, Paraplegie i.e. eine inkomplete Kraftminderung – Muskelschwund in beiden Beinen. Die Ursache dürfte imo das Ergebnis von Langzeitnebenwirkungen von HIV und Medikamenteneinnahme einer ART – in meinem Fall 30/14 Jahre – und meinem Alter 64 liegen. Ich beziehe deshalb das Alter auch mit ein da Menschen mit HIV um ca 10 Jahren schneller altern als Menschen die nicht HIV + sind. In den USA hat man herausgefunden das sogenannte LangzeitÜberlebenden nicht nur schneller altern sondern mit dem Alter einhergehende Krankheiten eher auftreten als bei Menschen die nicht HIV + sind.
Das Nachlassen von Muskelkraft, dem Verlust von Kraft die den Alltag, die Mobilität erheblich einschränkt und erschwert, die Wahrnehmung dieses Verlustes und damit verbundenen körperlichen Fähigkeiten habe ich auch während des Sterbeprozess meines Vaters wahrgenommen. Der Verlust dieser Wahrnehmung wurde von den oben angeführten Emotionen – Phasen begleitet. Er war wütend, niedergeschlagen, traurig, konnte es nicht verstehen das ihm das passierte wo er doch in jungen Jahren “ein Sportler vor dem Herrn war” wie er sich immer auszudrücken pflegte. Die Intensität der Emotionen war unterschiedlich wie die Reihenfolge nicht zwingend war. Mitunter wechselten sie stündlich.

In einem habe ich pers Glück – sofern man von Glück sprechen kann. Was die Phase, den Aspekt der Leugnung betrifft, dieser Zahn wurde mir sehr früh gezogen wofür ich dankbar bin. Nach der Eröffnung eines Arztes zwischen Tür und Angel im Dez 1985 “Sie sind Positiv” (klasse dachte ich Positiv ist ja was Gutes und freute mich) und der Aufklärung einen Monat später was Positiv im Zusammenhang mit HIV bedeutet, flippte ich wie die Meisten die mit dieser Diagnose konfrontiert wurde aus. Bei einem Hofgang wurde mir auf einmal bewußt das ich JETZT auf der Treppe ausrutschen und mir den Hals brechen könnte. Dieser Moment, diese Erfahrung bedingte das ich mir meiner Sterblich gewahr wurde. Weder die Tatsache HIV zu leugnen “Nein das kann einfach nicht sein – ich doch nicht” noch die  Frage “Warum ich” mit den damit verbundenen Emotionen die stellten sich mir zu keiner Zeit. Das ich HIV positiv war das war mir auf Grund meines damaligen Lebenswandels “Sex n Drugs” auf jeder Ebene meines Seins sehr schnell klar. Auf die Frage “Warum ich” war meine lakonische Antwort “Warum nicht”.

Was die übrigen Aspekte – Emotionen – Phasen “Wut und Ärger”, “Verhandeln”, “Depressive Phase” und “Akzeptanz” betrifft da sieht es anders aus.

In dem Artikel “Ich bin wütend” habe ich darüber geschrieben warum ich wütend und ärgerlich bin und wie sich meine PolyneuropathieMuskelschwund im Laufe der Jahre verändern hat.
Es geht um den Verlust <-> Abschied nehmen von körperlichen Fähigkeiten -> Laufen, Bücken, in die Hocke gehen, aus dem Bett und von der Toilette aufstehen, Treppen – Stufen steigen.

Nicht mehr die Dinge tun, das unternehmen zu können was ich liebte und womit ich mich wohl gefühlt habe. An einem Morgen so gegen 8.00 Uhr am einem Sonntag im Sommer wenn die Stadt noch Menschenleer ist mit der Kameraausrüstung durch das Bankenviertel in Frankfurt zu stromern und zu fotografieren. In die Hocke zu gehen um Kunstobjekte von einem bestimmten Standpunkt aus wahrzunehmen und die Sichtweise, das Gefühl das ich in diesem Moment habe fotografisch festzuhalten, zu transportieren, zu kommunizieren. Klar in die Hocke könnte ich gehen . .. da würde ich dann aber auch bleiben weil meine Kraft nicht mehr ausreicht aufzustehen.

Auf den Wochenmarkt, in die Kleinmarkthalle einkaufen zu gehen, mich während dem die Verkäuferin den Käse schneidet mich mit ihr zu unterhalten, statt eines Stück Fleisch aus dem ich vorhatte Gulasch zu zubereiten mich für ein Stück frischen FischFilets zu entscheiden, zu meinem Freund Herrn Kinya in die Kleinmarkthalle zu gehen, ihn zu sehen und mit ihm zu reden und zu lachen und seine köstlichen Sushis und Tee s zu genießen.

In ein Museum gehen und mich von den div Ausstellungen – Arbeiten der Künstler gefangen nehmen zu lassen.

Spontan nach Berlin zu fahren, zu Positiven Begegnungen, Menschen zu treffen die ich mag, all das ist mir nicht mehr möglich wenn bestimmte Voraussetzungen, Bedingungen – erhöhtes Bett, erhöhter Toilettensitz auf Toiletten im Restaurant, Veranstaltung, Museen, etc nicht gegeben, vorhanden sind.

Ein großer Teil dessen was noch vor 4 Jahren zu meinem Alltag gehörte, Teil von meinem Leben war, diese Lebensqualität der den Grad des subjektiven Wohlbefindens bestimmte ist heute nicht mehr bzw nur noch zum Teil vorhanden. Dieser Verlust bedingt für mich persönlich bewußt Abschied zu nehmen. Verstandesmäßig, ist es mir durchaus möglich dies zu erfassen, bin ich mir dessen bewußt jedoch befreit mich dies nicht von der Emotion des wütend seins, und des mich über den Verlust zu ärgern.

Was ich wahrnehme ist eine ausgeprägte Grundhaltung von Ärger der sich zur Zeit wie ein roter Faden in Vielem durch meinen Alltag  zieht. Wütend, ärgerlich zu sein fühlt sich einfach Scheixxe an. Und dennoch passiert es. Das Wissen um etwas wie auch das Wahrnehmen einer intensiven Emotion befreit mich nicht von dem Zustand, einem Zustand der sehr anstrengend ist. Achtsamkeit und Innehalten wenn ich mir des ” Ärgers – ärgerns” gewahr werde ist alles was ich tun kann.

Was den Aspekt – die Phase des “Verhandels” betrifft, merkwürdigerweise ist mir dieser Aspekt fremd. Natürlich bin ich mir bewußt was damit gemeint ist, “Laß mich wieder fit werden und ich verspreche  . . . ” oder ” Solange meine Muter lebt laß mich noch für Sie da sein danach ist es mir egal was mit mir geschieht, wie es mir gehen wird . . ,”. Als ich noch in Darmstadt lebte habe ich mit einem Muskelaufbautraining begonnen. Dies führe ich jetzt wo ich in Frankfurt lebe weiter. Anfangs hatte ich die Hoffnung das ich wieder soweit fit werden würde das ich wieder Treppen steigen, ins Schwimmbad gehen könnte i.e. die Stufen der  Edelstahlleitern die im 90 o Grad Winkel innen in den Schwimmbecken sind benutzen könnte. Doch ich mußte feststellen das das Beste was mir möglich ist den Zustand einer Verschlecherung zu verlangsamen, wenn ich nicht immer mal wieder in eine “Phase der Depression” falle. Bzgl der Depression hat diese in meinem Fall weniger mit dieser Phase im Kontext zu der Thematik zu tun. alsdas es sich bei mir um eine Grunhaltung im Sinne einer depressiven Verstimmung handelt die mich immer wieder heimsucht. Allerdings bin ich in der Lage – im Gegensatz zu einer Depression in der ich mich im Jahr 1997/98 befand – mit ihr umzugehen. Dann sage ich allen Verpflichtungen und Terminen ab einfach weil ich mich schlecht fühle.

Von der Phase der Akzeptanz, der Annahme dessen was ist, einer damit einhergehenden inneren Stimmigkeit davon bin ich noch entfernt.

Jedoch eines komme ich nicht umhin festzustellen. Die Tage an denen ich mich so wie ich JETZT bin gut fühle, mich annehme, sie nehmen zu. Meine Wut und mein Ärger – auch die Intensität dieser Emotionen – nimmt ab.

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Robin Blood – Neujahrsbrief 2014


Liebe Robin-Blood-Unterstützer,

wir wünschen euch nachträglich ein gutes und vor allem gesundes Neues Jahr.

2013 war ein ereignisreiches Jahr mit vielen Höhen und auch Tiefen. Wie ihr wisst, überschlugen sich im Herbst vergangenen Jahres die Ereignisse. Angefangen mit der Ausstrahlung des TV-Films “Blutgeld”, über die Internet-Petition “CDU/CSU + BAYER AG: Entschädigung der 3.000 Bluter des Medizinskandals” bis hin zum Auftritt von Andreas in der Markus Lanz Talkshow.

Diese hohe Welle der Aufmerksamkeit in den Medien und in der Öffentlichkeit wollten wir schnellstmöglich nutzen und luden mit Unterstützung von Pastor Detlef Gause zum Presselunch am 2.12.2013 in ein Hotel in der Hamburger Innenstadt ein. Auf über hundert Einladungen reagierte jedoch kein einziger Medienvertreter. Gemeinsam mit Pastor Detlef Gause, Dr. Rüdiger Stolzenburg, langjähriger Unterstützer und Berater von Robin Blood, RA Matthias Teichner, Dieter Dengel, Regionalvertreter der DHG, Peter Bemeleit, Vater von Andreas und Unterstützer stellten wir fest, dass die Aufmerksamkeit für brisante Themen – wie der Blut-AIDS-Skandal – extrem kurzlebig ist. Vielleicht waren wir aber auch als Laien mit der Organisation einer solchen Veranstaltung überfordert, zumal wir die ungeschriebenen Regeln der Pressearbeit nicht kennen.

Umso größer ist der Dank an die Teilnehmer für ihr Kommen und unseren Austausch. Gemeinsam kamen wir überein, die Anstrengungen für eine Hepatits-Entschädigung und die Fortführung des HIV-Hilfefonds fortzusetzen und sich darüber gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.
Herzlichen Dank an jene, die uns während der Vorbereitung zum Presseempfang sehr persönliche Einblicke in ihre Lebensgeschichten gewährt sowie informative Texte zum Blut-AIDS-Skandal verfasst haben. Alle Texte verwahren wir sorgfältig in der Hoffnung, sie bei einer anderen Gelegenheit einer interessierten Öffentlichkeit zuzuführen.

Anschließend begab sich Robin Blood in die Winterpause. Neben der dringend benötigten Erholung war es an der Zeit, eine Reflektion unserer Wirkweise und eine Standortbestimmung zu halten.

Robin Blood ist ein spezielles Netzwerk. Es lebt vom Wechsel der aktiven und passiven Phasen. Erst, wenn wieder Kraft geschöpft ist, kann wieder Energie für mögliche weitere Aktivitäten erübrigt werden. Die meisten von euch kennen dieses Auf und Ab ja schon.
Andreas Aufgabenbereich umfasst die Arbeit mit dem Internet-Portal “Robin Blood”, Kontakt zu anderen Geschädigten, Kontakt zu Medien und zu Politikern. Cornelia ist für den Schriftverkehr und Aktions-Ideen zuständig. Dies betrachten wir als den Kern von Robin Blood, der durch eure Unterstützung genährt wird. Unterstützung erhalten wir auf vielen auch hier schon genannten Ebenen. Wichtig sind noch der rechtliche Beistand vor allem durch Dr. Rüdiger Stolzenburg sowie Korrektur und Rezension der Texte durch unsere Schwester und Schwägerin Susanne Michel-Stolzenburg.

Angesichts der schwierigen gesundheitlichen Lage bei Andreas, liegen seit Ende vergangenen Jahres, die politischen Aktivitäten auf Eis. Dementsprechend ruht auch die Petition. Erfreulicherweise tröpfeln immer noch einzelne Unterzeichner hinzu. Über 18.600 sind es schon:

Diese Petition stellt für uns ein wertvolles Faustpfand für die Erreichung unserer Ziele dar, besonders wegen der vielen persönlich verfassten Kommentare. Auch hat uns die Beharrlichkeit einiger Unterstützer gefreut, die nach Erhalt der vorformulierten Antwort-Mails aus den Büros von Jens Spahn und Karl Lauterbach nochmals nachhakten. Nach den Koalitionsverhandlungen gilt es mit den zuständigen Politikern wieder Kontakt aufzunehmen.

Ob jedoch die Petition in Berlin im Bundestag oder bei BAYER auf der Aktionärsversammlung übergeben wird, ist noch offen.

Derzeit wird vom KFW/Prognos eine Studie über die soziale Situation der Leistungsempfänger nach dem HIV-Hilfegesetz durchgeführt. Die Geschädigten wurden von mehreren Stellen zur Mitarbeit geradezu genötigt. Das hat unseren anfänglichen Eindruck verstärkt, dass weitere notwendige Zustiftungen vom Ergebnis der Studie abhängig gemacht werden.

Wie schon mehrfach angekündigt, wird dieses Jahr ein weiterer Spielfilm zum Thema mit dem Titel “Schmutziges Blut” ausgestrahlt: Leider ist der genaue Ausstrahlungstermin immer noch nicht bekannt.

Nun möchten wir uns nochmal bei allen bedanken, die uns Geld für weitere Aktionen gespendet haben. Pastor Gause wird uns die entsprechenden Belege zukommen lassen. Dann können wir die Spendenquittungen ausstellen. Bekanntlich mahlen die Mühlen langsam, ganz besonders trifft das auf die der Kirche zu. Also habt bitte noch Geduld, wir bleiben dran!

WICHTIG: Neue Telefonnummer 0160 7983021

Wunderschöne Frühlingstage wünschen euch

Cornelia & Andreas

Netzwerk Robin Blood
c/o Andreas Bemeleit
Am Casinopark 3a
21465 Wentorf

rblood1Copyright © RobinBlood

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An Ilona


Liebe Ilona

Im Februar 2007 Jahren bist du gestorben. Seitdem vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht an Dich denke. Dein Foto steht auf dem Drucker, daneben angelehnt auf dem Fuß der Tischlampe Deine Karte mit dem Bild von Ganesha die Du mir 2001 aus Indien geschickt hast. Wie in Darmstadt so steht die Karte auch hier in Frankfurt mit dem Rücken zum Fenster. Normalerweise sollte eine Handschrift die dem TagesLicht der Sonne tagein tagaus ausgesetzt ist verblaßt sein, aber nichts dergleichen. Vielleicht liegt es an Sai Baba dem Du die Karte als Du sie geschrieben hast gezeigt hast. Ich habe keine Ahnung und es spielt auch keine Rolle. Jedesmal wenn ich die Karte in die Hand nehme und Deine Zeilen lesen staune ich das Deine Handschrift immer noch vorhanden ist.

ilona2111Foto Copyright © Wolfgang Kirsch

Anfang Februar 2012 bin ich nach Frankfurt umgezogen. Mir war ja schon länger klar das es die einzige richtige Enscheidung ist nach Frankfurt umzuziehen. Doch da ich Unangenehmes – der Umzug mit all der Packerei war der Grund für mein Zögern – vor mich herschiebe habe ich den Umzug auf den letzten Drücker gepackt. Einige Monate später wäre ich körperlich nicht mehr in der Lage dazu gewesen. Es war wie man so sagt 1 Minute vor 12. Die Wohnung befindet sich im 1. Stock – Aufzug vorhanden – ist um einiges größer und wie in Darmstadt auch ist sie behindertengerecht. Sie hat einen schönen großen Balkon mit einem freien Blick in den das Mietshaus umschließenden Garten und liegt in einer ruhigen Wohngegend in Sachsenhausen. Nach Frankfurt umgezogen zu sein war die rechte Entscheidung. Meine Ärzte sind quasi um die Ecke, meine Mutter lebt nicht sehr weit von mir in einem Altenpflegeheim, auch das ist heute stimmig für Sie wie auch für mich und ich habe einen guten Pflegedienst mit sehr netten MitarbeiterInnen, die auf Grund meiner körperlichen Situation – Pflegestufe 1 – 2 mal in der  Woche zu mir nach Hause kommen. Das ich auf Hilfe angewiesen sein würde, hat sich ja abgezeichnet. Wie Du habe ich seit Jahren eine Polyneuropathie in den Füßen und eine Muskelschwäche in den Beinen die trotz Physio nicht besser wird. Allerdings das muß ich Dir eingestehen hätte ich gerne etwas von Deiner Disziplin. Ich seh Dich noch vor mir wie Du mit Nordic Walking Stöcken in den Händen und Gewichten um deine Füße angetrieben von Deinem Ex durch den Bürgerpark gelaufen und Deine Einkäufe erledigt hast. Und ich sehe Dich vor mir wie Du wenn wir im Sommer auf der Veranda saßen und gegrillt haben Deine Füße auf den Stuhl legtest, weil sie geschwollen waren und schmerzten. Auch das kann ich gut nachvollziehen geht es mir doch ähnlich. Manchmal hab ich so dicke Fiß wie mer im Odewald saachte dut, des ich maan das se platze mißte.

Wie gesagt organisatorisch bin ich gut versorgt habe all das in die Wege geleitet was Notwendig ist.

Aber sonst . . . mit 62 Jahren noch einmal umziehen und wenn man in seiner Mobilität eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen ist, neue Menschen kennenzulernen ist alles andere als einfach. Obwohl ich seit 2 Jahre hier wohne gibt es einige Mieter die ich immer noch nicht kenne bzw denen ich noch nie pers begegnet bin. Natürlich hängt dies auch damit zusammen das ich nur selten aus der Wohnung gehe bzw rolle.

Die 14 Jahre die ich in Darmstadt lebte waren auch unter dem Aspekt das ein Kreislauf der lange Jahre offen war geschlossen werden wollte sinnvoll. So gesehen machte der Umzug von Darmstadt nach Frankfurt Sinn. Mit Deinem Tod sind auch die gemeinsamen Freunde “gestorben”. Wir haben ja mehr wie einmal beim Essen bei mir über n Glas Bier geflachst was bei den NA lern immer zu einem reflexartigen Schnauben und Backen aufblasen führte. Insofern war das Auseinanderbrechen dieses Kreises nach Deinem Tod auch logisch. Ich habe für mich die Freiheit gefunden von der ich glaubte das es sie auch für mich als Süchtiger der ich immer bleibe geben kann. Und ich habe recht. Heute kann ich n Glas Bier genießen. Wenn ich merke das es nicht paßt dann schütte ich das Glas eben aus. Für mich kein Problem. Für die Anderen war es ein Problem. Leider ist daran eine 12 jährige Freundschaft zerbrochen. Es hat einige Zeit gedauert bis ich meinen Groll über das Zerbrechen dieser Freundschaft loslassen konnte.

Auch wenn es heute beschwerlicher wäre mit dem Rollstuhl zu Dir zu kommen, wenn wir uns nicht mehr sooft sehen könnten, Du bist nicht mehr da. Auf Deiner Veranda zu sitzen und einfach nur zu sein wie wir sind, gemeinsam tief zu schweigen oder e Stück Flaaschworscht mit Brötsche zu esse oder zu telefonieren, all das fehlt mir.

Du warst und wirst für mich immer ein ganz besonderer, spezieller Mensch bleiben.

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Berliner zeigen Flagge – Love is not for Propaganda (8)


loveisnotforpropaganda2Copyright Foto © Enough is Enough

Die folgende Rede zur Eröffnung der Rainbow Flame durfte ich mit freundlicher Genehmigung dass das Team von Enough is Enough – Open your Mouth mit “Nollendorfblogger” Johannes Kram erstellt hat und Norbert Blech, eingestellt auf Queer.de übernehmen.

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aufbau1Wir fangen schon mal an…! :)
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aufbau2Eure Feuersäule ist gerade geliefert worden!
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GasflaschenrotDie Gasflaschen wurden geliefert, der rote Teppich wird verlegt… läuft! :))
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aufbau3Wir warten nur noch auf Euch! Wir sehen uns hier am Potsdamer Platz ab 17 Uhr.

Copyright Foto © Enough is Enough

Bis zu 1.000 Menschen kamen zur Eröffnung des Protests gegen die homophobe russische Politik am Freitag zeitgleich zur Eröffnungszeremonie aus Sotschi. Enough is Enough wird die Flamme während der Spiele weiterbrennen lassen und rund um die Uhr Interessierten den Grund des Protests erklären.

Liebe Freundinnen und Freunde, herzlich Willkommen am Potsdamer Platz in Berlin. Am 31. August 2013 haben wir bei unserer großen Demonstration (mehr Aufnahmen gibt es hier) vor der Russischen Botschaft ein Versprechen abgegeben. Damals haben wir den Verantwortlichen der Olympischen Spiele und Herrn Putin gesagt: “Und einen Traum können Sie sich abschminken: Dass es so sein wird wie immer! Dass die Proteste leiser werden, wenn die Spiele erst vor der Tür stehen.”

Vor ein paar Monaten haben uns viele noch unverständlich angeschaut und heute können wir den UNO Generalsekretär zitieren, der gestern auf der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees gesagt hat: “Wir alle müssen unsere Stimme erheben gegen Attacken gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle Menschen. Wir müssen uns gegen die Verhaftungen, Gefängnisstrafen und diskriminierenden Einschränkungen wehren, die ihnen drohen!”

Danke lieber Ban Ki-Moon. Deswegen haben wir uns heute hier getroffen, denn genau darum geht es heute hier bei der Rainbow Flame in Berlin.

Ich möchte gemeinsam mit Euch alle Sportlerinnen und Sportler grüßen, die gerade in Sotschi die Eröffnung der XXII. Olympischen Winterspiele feiern.

Für die meisten Sportler ist die Olympiade der Höhepunkt ihrer Karriere. Es ist oft eines der wichtigsten Ereignisse ihres Lebens. Sie haben jahrelang dafür hart trainiert und sie werden es nie vergessen. Liebe Sportlerinnen und Sportler: Wir wünschen Euch allen faire und erfolgreiche Spiele.

Wir wünschen Euch von ganzem Herzen: “Go for Gold” und habt bitte die Zeit Eures Lebens! Jeder von Euch soll sich ganz auf die Wettkämpfe konzentrieren können!

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir erwarten nicht von Euch Sportlern, dass Ihr Euch in Sotschi für andere Sachen stark macht, als die, für die Ihr dort hin gefahren seid!

Aber genauso muss klar sein: Jeder, der das Bedürfnis hat, etwas zu sagen, jeder, der seine Stimme erheben möchte für die Menschenrechte, der tut das nicht nur für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle! Jeder, der ein Zeichen der Solidarität setzt, der tut das für alle Menschen!

Für alle Menschen, die nicht wollen, dass irgendwo auf dieser Welt andere Menschen verfolgt werden. Für alle Menschen, die nicht zulassen, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden.

Und für alle Menschen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ein Ereignis, das den Frieden zum Ziel hat, als Geisel genommen wird für eine Politik des Hasses und der Einschüchterung.

Das IOC sagt: Sportler dürfen in Sotschi nur während der Pressekonferenzen ihre Meinung sagen.

Das IOC sagt, Sportler dürfen auf den Podien nach den Wettkämpfen keine politischen Äußerungen machen.

Das IOC sagt, Kritik an der russischen Homo-Verfolgungspolitik sei verboten, da es eine politische Äußerung sei.

Doch was ist daran politisch? Was ist politisch daran, wenn ich klarstelle, dass Homosexualität eine ganz normale Veranlagung ist und keine ansteckende Krankheit, vor der man kleine Kinder beschützen muss?

Ganz im Ernst, liebes IOC: Ist es etwa auch politisch, wenn ich mich in Sotschi als Sportler hinstelle und sage, dass die Erde rund und keine Scheibe ist? Wollen Sie wirklich sagen, dass es eine Meinungsäußerung ist, wenn ich betone, dass wir uns im Jahr 2014 befinden und nicht im Mittelalter?

Liebes IOC: Es geht hier nicht um Politik. Es geht hier schlicht und einfach um Grundbedingungen von Zivilisation. Das Auflehnen gegen ein politisches System, das eine Menschengruppe zu einer Gefahr der Gesellschaft erklärt und sie damit der Erniedrigung und Verfolgung preisgibt, hat erst einmal gar nichts mit Politik zu tun. Sondern mit Anstand!

Was in Russland passiert ist eine zivilisatorische Katastrophe. Aber genau so schlimm wie die Katastrophe selber ist die Tatsache, dass eine der wirkungsvollsten internationalen Organisationen alles dafür tut, diese Katastrophe zu verharmlosen.

Wie kann man nur auf die Idee kommen, zu behaupten, Homosexuelle würden während der Olympischen Spiele nicht diskriminiert, weil die russische Regierung zugesagt habe, dass sie das in dieser Zeit nicht tun werde?

Gestern, ich betone: Gestern noch hat Kosak, der russische Vizeregierungschef versichert: Niemand werde diskriminiert. Aber Homosexuelle müssten ihre Hände von Kindern lassen.

Liebes IOC: Wollen sie das nicht verstehen oder können sie das nicht verstehen? Genau das IST die Diskriminierung!

“Niemand werde diskriminiert. Aber Homosexuelle müssten ihre Hände von Kindern lassen.” Wer eine solche Erklärung durchgehen lässt, egal, ob als Sport-Funktionär, als Politiker oder als Kirchenmann, wer eine solche Erklärung durchgehen lässt, wer hier nicht klipp und klar sagt, was eine solche Erklärung eigentlich ist, nämlich nicht die Verhinderung der Diffamierung, sondern im Gegenteil ihre Begründung – Liebe Freundinnen und Freunde: Wer diesen Unterschied nicht machen kann oder will, der ist Teil dieser Diffamierung.

Wie oft wurde in den letzten Wochen darauf hingewiesen, dass das russische Anti-Homogesetz ja nur ganz selten angewendet werde! Habt Ihr das nicht auch immer wieder als Argument gehört? Aber was soll uns das sagen? Etwa, dass das Gesetz nicht weiter schlimm ist, solange es nicht viele Verurteilungen dadurch gibt?

Wir kommen hier zu einem Punkt, der uns immer und immer wieder begegnet. Es macht langsam müde. Es ist anstrengend. Und es macht auch wütend, dass wir immer erklären müssen, was Diskriminierung eigentlich ist.

Nein, es geht nicht darum, ob man LGTBI mag oder nicht mag. Nein, es geht auch nicht darum, ob man uns “nichts tut” oder ob man uns gar toleriert.

Es ist ganz simpel: Es geht um nichts anderes als Gleichwertigkeit. Wir wollen keine Sonderrechte. Wir wollen auch nicht, das man uns in Schulbüchern besonders herausstellt. Wir wollen einfach nur stattfinden, wie und wo andere auch.

Das Schlimme ist, dass die, die das verhindern wollen, gleichzeitig immer wieder betonen, dass sie uns nicht diskriminieren wollen. Es ist deshalb notwendig, die Homophobie, Homosexuellenfeindlichkeit nicht nur zu beklagen, sondern auch klar zu benennen.

Und deswegen, für alle, die es immer noch nicht verstanden haben: Wer ist homophob?

Erstens: Homophob ist jeder, der sagt Homosexualität sei widernatürlich.

Zweitens: Homophob ist jeder der sagt, Homosexualität sei eine Entscheidung.

Drittens: Homophob ist jeder, der sagt, Homosexualität sei – in Anführungszeichen – “heilbar”.

Viertens: Homophob ist jeder, der sagt, Heterosexuelle Jugendliche könnten zur Homosexualität verführt werden.

Fünftens: Homophob ist jeder, der sagt, Homosexualität sei eine Begünstigung für sexuellen Missbrauch.

Und schließlich sechstens: Homophob ist jeder, der sagt, die Gleichstellung Homosexueller sei eine Gefahr für die Gesellschaft!

Tja. Niemand werde diskriminiert. Aber Homosexuelle müssten die Hände von Kindern lassen …

President Vladimir Putin said Friday that gay people have nothing to fear in Russia as long as they leave children alone . . . Quelle: Washington Post

Die russische Anti-Homogesetzgebung beinhaltet alle eben sechs genannten Punkte, die Homophobie definieren.

Selbst wenn niemand jemals aufgrund der Gesetze verurteilt werden würde: Sie bedeuten einen Angriff auf die Würde, die Sicherheit und die Freiheit von Millionen Homo- Bi- Trans und Intersexuellen in Russland.

Die russische Regierung definiert Homosexuelle wie gemeingefährliche Schwerverbrecher auf Bewährung!

Doch das Schlimmste ist: Das IOC spielt sich auf wie unser Bewährungshelfer! Sollen wir doch froh sein, dass wir nicht verhaftet werden!

Lieber Thomas Bach, liebe Funktionäre. Schämen sie sich!

Schämen Sie sich, für das was sie Lesben und Schwulen in Russland antun! Schämen Sie sich, was sie den Olympischen Spielen, der Olympischen Idee antun.

Schämen Sie sich dafür, was sie den Sportlerinnen und Sportlern antun, deren Leidenschaft sie missbrauchen um einem reaktionärem System dabei zu helfen, eine Minderheit dem Mob vor die Füße zu werfen.

Und es gibt noch ein Argument, dass wir dauernd hören: Dass wir nicht überall auf der Welt die gleichen Maßstäbe an Menschenrechten anlegen können, wie bei uns. Und dass dann ja sportliche Großveranstaltungen nur noch in ganz wenigen Ländern stattfinden könnten. Ja, das stimmt. Genau so wie es stimmt, dass solche Großveranstaltungen dazu beitragen können, Gesellschaften zu öffnen und zu liberalisieren.

Doch in Russland ist es genau anders herum: Die Russische Politik der Verfolgung Homosexueller findet nicht trotz, sondern auch wegen der Olympiade statt. Die Gesetze sind erst ein gutes halbes Jahr alt. Nicht zufällig waren sie der Auftakt zu Sotschi. Putin hat diesen Tabubruch gewagt, weil er darauf spekulieren konnte, dass die Spiele deswegen nicht abgesagt werden. Dass sie ihm – im Gegenteil – dabei helfen werden, dass das irgendwie durch geht. Und er hatte Recht.

In ein paar Minuten brennt das Olympische Feuer in Sotschi. Es soll zeigen: Putin hat gesiegt. Er kann sich alles erlauben. Und deshalb sind wir hier.

Nicht nur hier auf diesem Platz mitten in Berlin, sondern überall auf der Welt. Wir sind Lesben, Schwule, Trans-, Inter, Bi und auch Heterosexuelle!

Wir sagen: Enough is Enough! Staatliche Hetze gegen Menschen darf es nicht geben. Nirgendwo. Das IOC haben sie mit ihrem Geld gekauft. Aber die Herzen der Sportler, die Herzen der Zuschauer, die können sie nicht kaufen. Und wer Lesben und Schwule in Russland angreift, der greift uns alle an.

Es gibt etwas, dass viele Heteros nie verstehen werden. Sie sagen, dass es so etwas wie eine homosexuelle Ideologie gäbe. Aber Homosexualität ist keine Glaubenssache und auch kein Verein wie der ADAC, in den man eintreten, oder – ganz aktuell – wieder austreten kann. Nein, es gibt nicht die eine homosexuelle Identität.

Aber trotzdem haben wir alle etwas gemeinsam.

Wir sind alle KLEINE Small Town Boys oder Small Town Girls. Nein, nicht, weil wir alle vom Dorf kommen. Sondern weil wir aufgewachsen sind in kleinen Hetero-Kosmen, in denen wir in der Regel nicht vorgesehen waren.

In dieser Situation als Kinder oder Teenager, in denen wir vielleicht das Gefühl hatten, dass irgendetwas nicht stimmt und vielleicht Angst davor hatten, dass wir es selbst sind, das nicht stimmt. Da war es wichtig zu wissen, oder zumindest zu ahnen, dass es noch mehr gibt, dass es da irgendwo am Ende des Regenbogens eine Welt gibt. Eine Welt, in der wir nicht falsch sind, eine Welt, in der wir uns nicht für das rechtfertigen müssen, was wir sind.

Für nicht wenige war und ist diese Ahnung, dieses Wissen sogar überlebenswichtig.

Egal ob wir es wagen oder nicht: Das Coming-out berührt eine existentielle Erfahrung und oft auch eine existentielle Angst. Egal, ob wir uns als Teil einer Bewegung, einer Community sehen: Uns eint, dass wir uns alle unter vielen Heteros bewegen, die nie verstehen werden, was diese Erfahrung bedeutet. Das macht uns nicht zu besseren, stolzeren oder klügeren Menschen. Das macht uns nicht zu Helden und mutigen Kämpfern für unsere gemeinsamen Rechte.

Aber: Wir wissen alle, um was es geht. Wir wissen, was es heisst, unsere Gefühle zu verstecken in Situationen, in denen das für gleichaltrige Hetero-Freunde kein Thema war. Wir wissen, wie es ist, über Witze zu lachen, die uns nicht gefallen. Wir wissen, warum wir nicht Händchen halten, auch wenn es andere tun.

Und deshalb wissen wir, um was es in Russland geht. Und deswegen ist der Angriff auf Homosexuelle in Russland ein Angriff auf uns.

Liebe Trans-, Bi- und Intersexuelle, liebe Lesben und Schwule: Der Regenbogen lässt sich nicht verbieten. Wir wissen: Liebe ist keine Propaganda! Love is not for Propaganda!

Wir haben unsere Botschaft in ein Lied gepackt. In ihm geht es darum, dass jede Sekunde irgendwo auf der Welt eine neue Liebe entsteht. Niemand kann sich wehren gegen diese Gefühle. Doch es gibt Menschen, die sagen, dass unsere Liebe nur eine Entscheidung ist, etwas, das wir uns nur aussuchen, um viel Lärm zu machen, um aufzufallen. Sie sagen uns, dass unsere Liebe gegen die Natur ist. Und trotzdem sagen sie uns, sie haben nichts gegen uns, wir dürfen so sein wie wir sind. Aber wenn wir uns dann öffentlich küssen, dann sind es wir, die zu weit gegangen sind. Und nicht sie.

Liebe Freundinnen und Freunde. Wir haben es mit diesem Song geschafft, die strenge russische Gesetzgebung zu unterlaufen, nach der eine solche Botschaft zur verbotenen Homo-Propaganda gehört. Der Titel mit seiner klaren Aussage ist jetzt gerade auch im russischen iTunes-Store erhältlich – und das inklusive des Covers, auf dem das Logo und der Schriftzug unserer Rainbow Flame abgebildet sind.

Oppression must surrender
Love is not for propaganda!
Lovers are not the ones to blame
Join us to protect the flame!

RFlamequer1

Love is no Propaganda

* * *

Unser Feuer soll Tag und Nacht brennen, Mahnwache aber auch Ort der Begegnung und Aufklärung sein. Die RAINBOW FLAME ist eine Einladung an alle Menschen in und außerhalb Berlins: Gemeinsam wollen wir als eine ständig wechselnde Mahnwache die “Flamme beschützen” und so ein unmissverständliches Zeichen der Solidarität mit der LGTBI-Community auf der ganzen Welt setzen: „Love is not for propaganda!“.

Quelle: Enough is Enough

Stimmen:

Tolle Gespräche heute morgen bei der Mahnwache mit Passanten, die spontan vorbeischauten. Freue ich mich auf die nächste Schicht mit Euch bei der Mahnwache!

Als alte “Bewegungsschwester” bin ich stolz darauf heute Morgen durch einen kurzen Besuch an der Rainbow Flame und mit diesem Foto meinen persönliche Protest auszudrücken.

Auch bei der sightseeing Tour ist die rainbow flame nicht zu übersehen. Es gab heute wieder viele persönliche Kontakte in der Zeit wo ich vor Ort war und ich beobachtete wie die Leute wieder miteinander kommunizieren ohne auf ihr Handy, I-phone etc. zu gucken.

Film director Oleg B. from Moscow came to meet us at the RAINBOW FLAME and asked us to tell you following message: “Thank you for doing this for my country!”

Man lernt immer tolle neue Menschen an der Flamme kennen.

It’s wet! And it’s cold! And it’s sooo cool to see over 15 supporters who have only one thing in mind: Protecting the RAINBOW FLAME! Words cannot describe the feeling of pride, love and gratitude! THANK YOU! ️

Wer Noch nicht bei der rainbowflame in Berlin war, unbedingt hin! Großartige Aktion mit tollen Menschen. War gestern mit meiner Mama da, die mich und alle anderen Homosexuellen wie blöd unterstützt. Sie ist die beste, ich bin Verdammt stolz und froh, dass sie so hinter mir steht.

Wir stehen bereits seit 10 Tagen am Potsdamer Platz und beschützen die RAINBOW FLAME. Die Stimmung ist wunderschön und die Gespräche mit den Menschen sind oft sehr ergreifend.

Last night we met an Emirati couple from Abu Dhabi at the RAINBOW FLAME. The parents of three young boys said: “Thank you for this action. It made us think a lot and we came to the conclusion that if one of our children should be gay we will love and respect him – no matter what!”

Die letzen zwei Wochen waren sehr bewegend.
Danke für all die tollen schönen Gespräche,Fragen und Anregungen….habe ganz viele tolle Menschen getroffen und bin dafür sehr dankbar! Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken die diese Mahnwache möglich gemacht haben! Ich bin stolz ein kleiner Teil dieser Aktion gewesen zu sein und freue mich morgen an der Abschlusskundgebung dabei sein zu dürfen.!

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Der Song “Love is not for Propaganda” gesungen von Shon Abram, Romy Haag, Stefan Kuschner und Wilhelmine Schneider kann man über iTunes kaufen. Alle Einnahmen werden LGTBI-Projekten in Russland zur Verfügung gestellt. Der Song wird erstmalig live bei der Entfachung der RAINBOW FLAME am nächsten Freitag (7. Februar 2014) am Potsdamer Platz in Berlin zu hören sein, bei der auch das Musikvideo gedreht wird. Die RAINBOW FLAME brennt dort während der gesamten Dauer der Olympischen Spiele als Zeichen der Solidarität mit Lesben, Schwulen, Transgendern, Bisexuellen und Intersexuellen. Quelle: Rainbow Flame

Die englische Version der Rede findet man hier auf der Webseite von Enough is Enough – bitte scrollen

Aufnahmen von der Eröffnungsveranstaltung findet man hier . An dieser Stelle “Danke” an PM Cheung, freier Fotojournalist, der sich auf Protest-, Dokumentar- und Architekturfotografie spezialisiert hat.

Eine weitere Auswahl von Aufnahmen gibt es hier von Markus Schuke – (Facebook)

Weitere Fotos gibt es auf der Webseite von Rainbow Flame

Tägliches Fotoupdate hier -> Rainbow Flame Foto Wall Facebook

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Update 11. Februar 2014

Zwei couragierte Sätze – Ban Ki-moon in Sotschi

Sein Job ist gewöhnlich sich nur sehr begrenzt mit irgendwelchen Staaten anzulegen – am besten ist für seine Arbeit immer, dass die Big Player, zu denen alles in allem auch Russland noch gehört, mit ihm zufrieden sind. Für einen wie ihn, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, heißt das in gewisser Weise: Allen wohl und niemand weh tun. Im Zweifelsfall muss er eine gute Figur abgeben und die Vereinten Nationen repräsentieren.

Und doch sagte er gestern auf der 135. Generalversammlung des Internationalen Olympischen Komitees in Sotschi: „Wir alle müssen unsere Stimme erheben gegen Attacken gegen Lesben, Schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen. Wir müssen uns gegen die Verhaftungen, Gefängnisstrafen und diskriminierenden Einschränkungen wehren, die ihnen drohen.” Das sind zwei Sätze, die in jeder Hinsicht bemerkenswert sind. Quelle und mehr: -> Siegessäule.de

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Update 19. Februar 2014

Sonntag, 23. Februar 2014, 17:30 Uhr

AbschlußkundgebungCopyright Foto © Enough is Enough


Am Sonntag gehen die XXII. Olympischen Winterspiele zu Ende. Nach 16 Tagen und 15 Nächten versammeln wir uns alle wieder an der RAINBOW FLAME am Potsdamer Platz.

Bitte bringt zur Abschlusskundgebung der RAINBOW FLAME Eure Regenbogenfahnen mit. Wir freuen uns auf Euch alle!

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Veranstaltung “Gold for Equal Rights” 1. Februar 2014 Rotes Rathaus, Berlin (3)


Am 01. Februar 2014 fand im Roten Rathaus von Berlin, die Tagung “Gold for Equal Rights” statt.

Im Vorfeld der olympischen Winterspiele in Sotschi präsentiert sich Russland medial als offene, moderne Gesellschaft.  Die Inszenierung von Fortschrittlichkeit und Weltoffenheit überdeckt die intensivierten Bemühungen von Politik und Staat, eine autoritäre Formierung der Gesellschaft durchzuführen. Im Brennpunkt dieser Entwicklungen steht der zunehmend repressive Umgang mit gesellschaftlichen Minderheitengruppen, allen voran der LGBT-Community.

Wie kann angesichts eskalierender staatlicher und gesellschaftlicher Homophobie die russische LGBT-Bewegung in ihrem Kampf für Menschenrechte unterstützt werden?

Unter dem Motto „Gold for equal rights“ wollen die Initiatoren der Veranstaltung kurz vor den Olympischen Spielen ein Schlaglicht auf die Schattenseite der Medaille werfen.

Gemeinsam mit Coming Out (St. Petersburg), GORD (Novosibirsk), LaSky (St. Petersburg), LGBT Network Russia, LuBi, Rainbow Association (Moskau), Side by Side und Trans*Coalition laden die Schwulenberatung Berlin, Quarteera, Berliner Aids-Hilfe und Deutsche AIDS-Hilfe zur Diskussion über Menschenrechte in Russland am Beispiel der Anti-Homo-Gesetze ins Rote Rathaus. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat die Schirmherrschaft (Grußwort) für diese Tagung übernommen.


Ziele der Veranstaltung:

  • Die Situation in Russland verstehen und einordnen
  • Networking mit Gruppen und Entscheidungsträgern
  • Grundlagen für die Zusammenarbeit schaffen

Zum Ende der Tagesveranstaltung fand eine Podiumsdiskussion “Was kommt nach Sotchi” moderiert von Gerd Scobel, 3Sat statt.

Podium:

Bulat Barantaev, Gord, Novosibirsk
Wenzel Michalski, Geschäftsführer Human Rights Watch Deutschland
Ines Pohl, Chefredakteurin taz
Christoph Strässer, MdB, Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe (angefragt)
Michael Cashman, MEP, Vorsitzender LGBT Intergroup des Europaparlaments (angefragt)
Imke Duplitzer, Olympionikin Fechten
Stephan Jäkel, Schwulenberatung Berlin

Die 2 stündige Diskussion die sehr aufschlußreich und informativ war und aufgezeichnet wurde, kann man hier abrufen.

 

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21. – 28- November 2013 Side by Side LGBT Film Festival St. Petersburg

From November 21st to November 28th Ed Wolf documented his trip to the Side-By-Side LGBT Film Festival in St. Petersburg. Catch up with Part OnePart TwoPart ThreePart FourPart FivePart SixPart Seven, Part Eight.

Update 3. Februar 2014

TAZ – Noch schlimmer nach Sotschi

“Die Angst, sich öffentlich zu outen, ist sehr groß”, erzählte die lesbische Rechtsanwältin Maria Koslowskaja. Sie ist Aktivistin beim LGBT Network in St. Petersburg. Im Rahmen der Konferenz “Gold for Equal Rights”, die am 1. Februar unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Klaus Wowereit im Roten Rathaus stattfand, sprach sie von den alltäglichen Repressionen gegenüber Homosexuellen in Russland. Quelle: TAZ

Update 7. Februar. 2014

Gold für gleiche Rechte!

Auf der Tagung „Gold for Equal Rights“ kamen am 1. Februar russische Aktivist_innen mit Vertreter_innen deutscher Organisationen zusammen, um die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*-Menschen und HIV-Positiven in Russland zu beleuchten und über Möglichkeiten der Unterstützung zu beraten. Hier eine Übersicht über die Inhalte der Themenforen und der abschließenden Podiumsdiskussion.

Weiter geht s hier auf dem DAH-Blog

Update 9. Februar 2014

Schwules Aktivisten-Paar aus Russland bittet in Deutschland um Asyl

Die Bilder gingen um die Welt: Am letzten Freitag gab sich ein schwules Paar aus Russland in Kopenhagen das Ja-Wort. Einen Tag später erzählten Dimitri Chusonow und Iwan Yartsew auf der Konferenz “Gold for equal rights” in Berlin von ihrer Lage. Am Mittwoch haben sie nun in Deutschland einen Asylantrag gestellt.

Quelle und mehr dazu -> hier auf Queer.de

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