. . . und wieder hat sie mich am Wickel, die Depression (akt 1)


August 2014 – 17 Jahre später

Dieses mal ist es anders aber nicht weniger ein Verlust an Lebensqualität. Tagsüber funktioniere ich recht gut. D.h. ich gehe zur Physio, halte Termine ein, kommuniziere mit den Menschen offline <-> Pflegedienst, Besuch meiner Mutter, den PflegerInnen im Heim und online. Und dann gibt es Tage, wo mit jeder Minute die den Gang aus der Wohnung notwendig macht um z.b. einen Termin einzuhalten ein bedrückendes Gefühl die Ausmaße eines wachsenden drohenden Ungeheuers annimmt, mir jeden Mut nimmt, mich völlig erschöpft sodaß ich letztendlich nicht aus dem Haus gehe.

Dieses bedrückende Gefühl der Unlust, des mich zu verkriechen, das Warten auf die Nacht und ihre mich umgebende Dunkelheit die bedingt das mich keiner sieht, wahrnimmt, ich jedoch aus der Deckung der mich umgebenden Dunkelheit die ich schon immer liebe aus der heraus ich Alles und Jeden wahrnehme und sehe , die wächst an solchen Tagen ins Uferlose.

Wie bei der Depression vor 17 Jahren war – ist der Auslöser eine Situation, ein Einschnitt in meinem Leben, meinem Alltag mit dem ich nicht klarkomme, der mir schwer zu schaffen macht. Damals waren es die körperlichen Nebenwirkungen der ersten HIV Medikamente, die ich u.a. zu lange akzeptierte in der Hoffnung das mein Körper Zeit nach meinem Verständnis brauchen würde bis er sich und vor allen Dingen mein Geist und meine Seele daran gewöhnen würde und somit dann annehmen könnte.

Dieses mal ist es meine derzeitige Situation, da ich seit einiger Zeit auf Grund meiner körperlichen Verfassung auf einen Rollstuhl angewiesen bin und dies eine einschneidende Veränderung in meinem Leben darstellt.  Vom Intellekt weiß ich das Leben nicht nur einem permanenten Prozeß der Veränderung unterliegt, sondern das mit dem “alt werden” körperlicher Verfall, der Abbau und den damit einhergehenden Körperfunktionen, Mobilität, dem Verlust und Abschied von Vielem das mir nicht mehr möglich ist zu tun, <-> ein Weniger an Lebensqualität verbunden ist. Dies auf der emotionalen Ebene anzunehmen, die Voraussetzung dafür daß sich ein Gefühl der Stimmigkeit, des mit mir im Reinen sein einstellt, dieses in meiner Ganzheit Annehmen dessen was ist, das gelingt mir nicht. Das Gegenteil ist da eher der Fall. Inneres Hadern, Resignieren darüber nicht mein Leben, meine Situation anzunehmen, keine Hoffnung zu haben das es mir gelingen könnte, kommen bzw. sind nur einige Kriterien anhand derer man eine Depression diagnostiziert zum Ausdruck. Dieses analytische Wissen über das ich verfüge ist Fluch und Segen zugleich, ist eine zusätzliche Belastung.

Ich weiß das ich um aus diesem Loch wieder herauszukommen die “Geburtshilfe” anderer Menschen, Fachleute brauche. Leider sind da zur Zeit immer noch zu viele Bricks in my Wall vorhanden als das ich das Angriff nehmen könnte.

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31. August 2014

Ich habe die Entscheidung getroffen mich erneut in eine psychosomatische Klinik zu einem stationären Aufenthalt zu begeben. Das letzte Mal vor 16 Jahren hat es mir gut getan. Hier in Frankfurt gibt es zwei gute Kliniken mit einer psychosomatischen Abt. Die eine Klinik befindet sich im Hospital zum Heiligen Geist, die andere im Markus Krankenhaus.

Die diversen Therpieangebote im Hospital zum Heiligen Geist finden in veschiedenen Gebäuden auf dem Klinikgelände statt. Leider verfügen nicht alle Gebäude nicht über einen behindertengerechten Zugang, eine Rampe für Rollstuhlfahrer sodaß dieses Klinik, meine erste Wahl, schon mal unter den Tisch fällt. Das eine Klinik für welche Behandlung auch immer nicht in der Lage ist eine Rampe für Rollstuhlfahrer in die Gebäude die bis dato über keinen entsprechend Zugang für Rollstuhlfahrer in der Lage ist bauen ist mir absolut schleierhaft. Als meine Mutter noch zu Hause lebte stand ich vor dem gleichen Problem. Die letzten Jahre konnte sie nicht mehr auf die Terasse gehen, weil es eine kleine Stufe gab die für sie ein großes Hindernis war, es ihr unmöglich machet sich im Sommer auf die Terasse zu setzen und den Anblick ihres Gartens den sie liebet zu genießen. Eine Rampe aus Edelstahl aus dem Wohnzimmer anfertigen zu lassen war wirklich kein Auftrag gewesen. Finanziell wie auch was den Arbeitsaufwand betrifft. Gleiches gilt auch für ein Krankenhaus. Eine Rampe ist nicht nur für Rollstuhlfahrer eine Notwenidgkeit, sie ist besonders für ältere wie auch gehbehinderte Menschen die zunehmend Schwierigkeiten beim Treppen steigen haben, eine große Hilfe um nicht zu sagen eine Notwendigkeit. Ich bin kein Architekt, aber Teile einer Aussentreppe mit einer Rampe und einem Geländer zu versehen ist keine große Sache. Insofern ist es für mich nicht nachvollziehbar wenn es im Jahr 2014 Gebäude auf dem Gelände von Kliniken gibt die über keinen Zugang für Rollstuhlfahrer und gehhinderte Menschen verfügen. Dies auch weil viele Kliniken eigene Werksstätte.

Was die Klinik auf dem Gelände das Markuskrankenhaus betrifft, diese Klinik “ist nur für die Inanspruchnahme von Menschen im nördlichen Teil von Frankfurt gedacht. Überdies gibt es zur Zeit eine Warteliste von 30 Personen.”

“Für Menschen die im nördlichen Teil Teil von Frankfurt leben . . .”. Was sie wohnen im Süden von Frankfurt? Tja da haben sie Pech gehabt. Da kann man gar nicht soviel essen wie man kotzen möchte.

Wenn man sich dann noch vor Augen hält das in Deutschland der Trend zur Privatisierung von Kliniken die ausschließlich auf Kosten und zu Lasten der Patienten fortschreitet, dann kann man sich nur noch an den Kopf greifen.

Eine weitere Möglichkeit war die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie  in Frankfurt am Main. Das Handicap in diesem Fall war das Gebäude das zu einer Zeit gebaut wurde als man den Aspekt ” Barrierefreier Zugang” noch nicht auf dem Plan hatte.

Was sich positiv abzeichnet ist die Klinik Hohe Mark in Oberursel. Nicht nur das die Infos am Telefon bzw meine Fragen kompetent beantwortet wurden, sondern der Aspekt “erhöhterToilettensitz” wurde mit keine Problem, da finden wir eine Lösung beantwortet. In der Tat ist es auch kein Problem da jede Klinik – Krankenhaus wenn notwendig eine Toilettensitzerhöhung über ein Rezept <-> Hilfsmittel vom entsprechenden Arzt ausgestellt und angefordert und entsprechend montiert wird. Eine Angelegenheit von max 1 Tag.  Das besondere an dieser Klinik ist das auch Patienten stationär aus Frankfurt in Oberursel aufgenommen werden können, da es ein entsprechendes “Angebot für Frankfurt” gibt.


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Dear Sir or Madame . . .


. . . will you read my book? It took me years to write, will you take a look?
Quelle: “Paperback Writer” 12. Single der Beatles  – Autoren Lyrics: Lennon/McCartney

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Diesen meinen persönlichen nicht kommerziellen Blog habe ich am 29. Juli 2008 ins Leben gerufen. Mittlerweile habe ich 657 Beiträge verfaßt. Die Bandbreite der inhaltlichen Qualität ist wie das Leben: Mal so – mal so. Zu Beginn habe ich recht wenig über das Thema – Rechtliches im Kontext zu Bloggen <-> Schreiben, Zitieren, Verlinken etc pp gewußt. Ich mußte mich da mehr oder weniger reinarbeiten. Besonders in den letzten Jahren hat sich da Einiges getan was es für mich jedenfalls immer schwieriger macht da die Vorgaben, Ge und Verbote in einem Maß zugenommen die ich pers immer öfter als ”Einschränkungen” empfinde.

Heute bemühe ich mich einen Link als Quelle zu bezeichnen wenn ich von diesem Link <-> eine Webseite, Agentur, Zeitung  etc pp einige Sätze übernehme sofern dies erlaubt ist oder nicht verboten ist. Andernfalls gebe ich eine Satz – wenige Sätze in indirekter Sprache wider.

Dennoch auf Grund der Beiträge “657” an der Zahl ist es durchaus möglich das ich eine Quelle verlinkt und nicht als “Quelle” zusätzlich angegeben habe. Alle 657 Beiträge dahingehen zu untersuchen . . . Dear Sir or Madam (wird auf YuTube als Quelle verlinkt) . . . vergeßt es. Seit nicht päpstlicher als der Papst. Natürlich wem s nicht behagt der darf mich gerne auf dieses Versäumnis aufmerksam machen und ich werde dann entsprechend löschen.

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Der wahrgewordene Albtraum


Da meine Mobilität seit einiger Zeit sehr eingeschränkt ist, bin ich im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen.

In meiner Wohnung nehme ich je nach dem einen Rollator und den Rollstuhl in Anspruch. Am Computer sitze ich im Rollstuhl. Das hat den Vorteil das ich, da der Rolli Bremsen hat die man feststellen kann und er beim Aufstehen nicht nach hinten wegrollt, mir somit das Aufstehen erleichtert, besser aufstehen kann. Was den Gang zur Toilette, die Blumen auf dem Balkon gießen betrifft, dazu bediene ich mich meines Rollators. Und natürlich auch wenn  ich mich dusche.

Hier kommt mein Alptraum ins Spiel. Seitdem meine Mobilität eingeschränkt ist, bewege ich mich sehr achtsam. Ganz besonders wenn ich mich dusche. Da ich im rechten Fuß eine Polyneuropathie habe und in beiden Beinen eine Muskelschwäche, bewege ich mich, wenn ich mich dusche, wie auf “Rohen Eiern“, wie man so sagt. Die Vorstellung auf nassem Boden trotz Gummimatte, die nur den Teil wo die Dusche ist bedeckt, auszurutschen, zu fallen, war wie ein Albtraum für mich. Umso mehr da ich alleine lebe und wenn ich falle aus eigener Kraft nicht aufstehen kann.

Gestern ist der Albtraum wahr geworden. Als ich mich dem Duschen fertig war, wollte ich wie immer nach dem Duschen die Gummimatte auf der ich stand aufheben, sie kurz abduschen um sie anschließend über die Haltestange die an der Wand angebracht ist aufzuhängen. Um sie aufzuheben muß ich leicht in die Knie gehen, mich bücken was mir bislang auch immer möglich war. Die Physiotherapie hat mir da einiges an Sicherheit gegeben. Das das schwüle heiße Wetter der letzten zwei Wochen hat mich zum ersten Mal in einem Maß beeinträchtigt das ich so bisher nicht kannte. Mein Blutdruck ist sehr oft um die 106/68 und ab Mittag bin ich platt wie eine Flunder wie man so sagt. Als ich in gebückten Haltung war merkte ich auf einmal das ich einen Punkt of No Return ünerschritten hatte. Reflexartig wollte ich mich an der Haltstange hochziehen, aber ohne die entsprechenden Muskeln in den Armen und Beinen um mich hochzuziehen bzw hoch zu stemmen ging gar nix. Langsam wie in Slow Motion bin ich gefallen und lag rücklings wie ne Schildkröte auf dem Rücken. Dank funktionierender Reflexe und einiger Minimuskeln in den Armen, konnte ich den Aufprall meines Kopfes etwas abfangen. Bis auf eine kleine Beule ist mir G`tt sei Dank nichts passiert. Irgendwann habe ich den Notruf der in jeder der Wohungen ist erreicht und der Zentrale mitgeteilt das ich gefallen bin, aus eigener Kraft nicht aufstehen kann und Hilfe benötige. Nach einer kurzen Weile kamen zwei freundliche Mitarbeiter des Notrufdienstes und haben mich “aufgerichtet”.

Während der ganzen Zeit war ich ruhig und gefaßt. Als ich vor 2 1/2 Jahren in diese Wohnung  eingezogen bin ich einige Male gefallen. Damals geriet ich jedesmal in Panik. Es war der Anfang eines Prozeß, (m)einer Veränderung der ich mich stellen mußte. Ich mußte lernen mich auf meine neue, körperliche Situation, des Fortschreitens meiner zunehmenden Immobilität einzustellen und dieser neuen Situation gerecht zu werden.

Der Albtraum “Im Bad beim Duschen zu fallen” dieser Gedanke ging mir sehr oft durch den Kopf. Es war ja kein Hollywood Scenario sondern eine Situation wie sie auf Grund der Umstände, meiner Situation, jederzeit passieren könnte. Diese Gedanken – diese Angst “Fallen im Bad beim Duschen <-> Albtraum” die ich sehr oft hatte, dieser Prozeß mich mich meiner Angst zu stellen, bedingte das ich als der Albtraum Realität wurde gefaßt und ruhig war.

Sich seiner Angst zu stellen nimmt der “Angst” die Macht Dein Leben zu beherrschen.

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Realitycheck 64.01 – Update -


Mal angenommen ich würde in einem Haus – in einer Wohnung leben wo der Zugang ebenerdig wäre – also nicht wie hier am Sachsenhäuser Berg -,  wo ich alleine im Rollstuhl aus der Haustür fahren und mich ohne auf ein Taxi oder fremde Hilfe angewiesen zu sein selbständig bewegen könnte. Ich würde, trotz der Tatsache das ich im Rollstuhl zu fahren sehr ungeübt bin dennoch überall in der Stadt hinkommen wo ich hinrollen möchte. Was wäre anders?

Ich hätte da ich gestern eine Tablette gegen meine Rückenschmerzen genommen habe heute keine Rückenschmerzen und könnte z.b. mal in die Stadt rollen. Dies wäre mir natürlich auch an den Tagen an denen ich mich wohl fühle und soweit es meine Struktur im Alltag zuläßt möglich.  Nach ca 3 Stunden würde ich auf ne Toilette mit einem erhöhten Toilettensitz müssen. Als normaler Normalo kein Problem. Rein in die nächste Kneipe, ne Cola bestellt und auf die Toilette gegangen. Nicht in meinem Fall.

Ich hätte mehr Möglichkeiten mich abzulenken. Da ich mich ja mittlerweile seit 64 Jahren recht gut kenne würde ich in das Eine oder andere Geschäft rollen, etwas kaufen. Ich würde in die Kleinmarkthalle fahren und meinen japanischen Freund besuchen, einen Tee mit ihm trinken und sein Sushi genießen, das Eine oder Andere das ich sehe und mein Begehren erweckt und gerne hätte, kaufen und mit den Menschen ein Schwätzchen halten.

Mehr Ablenkung, mehr Möglichkeiten meinem Begehren nachzugeben, mehr Dinge haben zu wollen. Ein Mehr an Verhaftet sein. Was das “Verhaftet sein” betrifft, ob auf der psychischen oder der physikalischen Ebene, da schaue ich in den Spiegel, mich in meiner Wohnung um und bin mir gewahr an was ich “hänge, mich festhalte – das mich hält, bin mir durchaus gewahr wie schwer das “Loslassen” ist. Veränderung und Vergänglichkeit.

Meine körperliche Situation jedoch wäre die Gleiche. Ich wäre nach wie vor auf Hilfe im Alltag durch meinen Pflegedienst angewiesen. Ich hätte nach wie vor die gleichen körperlichen Probleme. Wenn ich am morgen aufwache stellt ich fest wie es mir geht. Heute, mittlerweile, ist es 6.00 Uhr, geht es mir gut. Und ich bin mal ziemlich klar im Kopf. Also sitze ich am PC und schreibe dies. Q.e.d.

Meine Einsamkeit verstärkt durch den Umzug nach Frankfurt auf Grund der Notwendigkeit meiner körperlichen Situation und der daraus sich ergebenden Nähe zu meinen Ärzten wie auch die Nähe zu meiner alten Dame, meiner Mutter die in einem Altenheim lebt – wäre die Gleiche. Meine depressiven Verstimmungen und körperliche Situation wären wie auch mein “schlechtes Gewissen weil ich meinen Erwartungen nicht mehr in dem Maß gerecht werde” da ich meine Mutter im Altenheim nicht mehr so regelmäßig besuchen kann, ebenso vorhanden.

Noch nie ist mir die 1. und 2. Edle Wahrheit wie sie hier beschrieben wird so klar, so präsent, so “greifbar” in meinem Alltag wie in den letzten Tagen geworden.

 Ich überlege gerade unter welchen “Kategorien” ich das Geschriebene “vernetze” HIV? AIDS? HIV im Alter? Im Grunde genommen spielt das für mich nich mehr die Rolle wie es lange Zeit der Fall war. Gesundheit? Medikamente? Ja das eher. Ohne die Medikamente wäre ich schon lange nicht mehr am Leben, könnte dies also nicht schreiben.

Was ist ein Name; Das Ding das wir eine Rose nennen, würde unter jedem andern Namen eben so lieblich riechen.

William Shakespeare, 2. Aufzug, 2. Scene – Juliette

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Das Euro Schlüssel Projekt – für Menschen mit einer Behinderung von 100 % und dem Merkzeichen AG sehr sinnvoll, vor allen Dingen nützlich.

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17. 5. 2014 – Rückblick zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie Frankfurt am Main


Am Samstag den 17. Mai 2014 fand am Klaus Mann Platz in Frankfurt – dem “Mahnmal Homosexuellenverfolgung – im Volksmund “Frankfurter Engel” in der Zeit von 13.00 – ca 16.00 eine Veranstaltung zum diesjährigen “Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie” statt.

Wie es sich an diesem Tag herausstellten sollte war es einer der Tage an dem es mir nicht sonderlich gut ging sodaß meine Teilnahme an dieser Veranstaltung nur von kurzer Dauer  (Facebook <->Notizen) war. Dennoch haben sich mir über das “Netz” subjektive Eindrücke vermittelt die ich hier zum Ausdruck bringen möchte.

Ganz besonders beeindruckt hat mich die Rede von Frau Christine Lüders, der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die ich hier – mit freundlicher Genehmigung von Ann Kathrin Sost, Referentin Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes - in Wort (Manuskript) und Ton wieder geben möchte.

Bzgl des Manuskripts – der Rede: “Es gilt das gesprochene Wort”.

LüdersRede1
Foto Copyright © Oliver König

 Liebe Teilnehmende,

nur einen Steinwurf von hier entfernt, am Landgericht, hat Frankfurt vor mehr als 60 Jahren ein Stück hässlicher neudeutscher Geschichte geschrieben. Die sogenannten „Homosexuellen-Prozesse“ gegen 75 Angeklagte zerstörten buchstäblich Dutzende Leben: Sechs der Verfolgten begingen Selbstmord, von den übrigen dürfte kaum einer in Beruf und Gesellschaft je wieder Fuß gefasst haben. Und die Prozesse machten klar: Die Justiz dachte nicht daran, sich von der von den Nazis verschärften Version des Paragrafen 175 zu verabschieden.

Der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie bietet viel Anlass, an Schmerzliches zu erinnern. Ich will aber auch und bewusst hervorheben, warum es Grund für Optimismus gibt. Und Grund, den Tag mit „Liebe und Lebenslust“ zu begehen, wie es in der Einladung zum heutigen Tag so treffend hieß:

Vor einer Woche hat der Eurovision Song Contest ein starkes Zeichen gesetzt, dass Vielfalt und Akzeptanz in Europa die Unterstützung der Bevölkerung haben. Der Sieg von Conchita Wurst hat gezeigt: Europa sagt Ja zu einer vielfältigen Gesellschaft. Mit sehr vielen Stimmen übrigens aus den osteuropäischen Staaten, das sollte nicht übersehen werden!

Europa hat Würde“, titelte eine deutsche Tageszeitung treffend. Tatsächlich, eine Sängerin mit toller Stimme und tollem Bart hat Grenzen aufgehoben und uns alle ein Stückweit zusammengebracht. Ist das nicht wunderbar?

Mir jedenfalls hat das viel Mut für unsere Arbeit gegen Diskriminierung gemacht. Und: Ein besseres Signal für den Tag gegen Homophobie und Transphobie kann es nicht geben!
Aber auch hier und heute soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Der Frankfurter-Engel-Freundeskreis will ein Zeitzeugenprojekt zur Verfolgung Homosexueller ins Leben rufen.
Das ist dringend nötig, solange es noch Zeugen gibt, die ihre Geschichte erzählen können. Es ist eine Stärkung und Anerkennung derjenigen, denen unerträgliches Unrecht widerfahren ist – und eine unverzichtbare Quelle für alle, die danach geboren wurden.
Denn was während des Nationalsozialismus passierte, dürfen wir nie vergessen. Zehntausende Homosexuelle wurden entrechtet, unsagbarem Terror und Leid ausgesetzt.
Aber auch heute sind Diskriminierungen, Beleidigungen und Gewalt gegen sexuelle Minderheiten weiterhin Realität.

Dazu gehört nicht nur die homophobe Gesetzgebung in Russland oder in vielen Ländern Afrikas. Für mich ist es auch erschreckend, auf welche Weise Homo- und Transphobie in Deutschland immer wieder salonfähig gemacht werden sollen: Man denke nur an Matusseks „Ich bin homophob, und das ist auch gut so“ oder die unsäglichen Auslassungen der Schriftstellerin Lewitscharoff. Es ist gut, dass es hiergegen klare Stimmen gab und gibt – aber ich hätte mir einen Aufschrei erhofft.

Keine Frage: Es gibt für uns alle noch viel zu tun – auch in Deutschland. Unser Ziel muss sein: Die völlige rechtliche Gleichstellung und Öffnung der Ehe.

Wir von der Antidiskriminierungsstelle fordern außerdem seit langem, dass das Benachteiligungsverbot im Grundgesetz ausgedehnt wird auf die sexuelle Identität. Und es müssen endlich ALLE Opfer des früheren Paragrafen 175 entschädigt werden!

Ganz wichtig sind mir auch die Rechte von Trans*-Personen, um die lange viel zu wenig gekämpft wurde.Wir brauchen eine europaweite Ächtung von Gewalt gegen und Diskriminierung von Trans*-Menschen!

Und: Die Selbstbestimmung aller Menschen muss selbstverständlich sein. Daraus folgt auch dringend die Abschaffung von Zwangs-Sterilisationen zur Anerkennung der geschlechtlichen Identität. Derzeit ist sie in ZWEI DUTZEND der europäischen Staaten noch üblich. Wir fordern ein Ende dieser schweren Menschenrechtsverletzung!

Ich will aber hier heute unbedingt auch Mut machen: Weil es so viele enorm engagierte Menschen gibt, sind wir in Deutschland weit gekommen bei der Gleichstellung sexueller Minderheiten. Aber OHNE diesen massiven Druck wäre es eben auch nicht gegangen. Immer wieder musste letztlich das Bundesverfassungsgericht entscheiden, damit die Politik sich bewegt. Das darf einfach nicht so weitergehen!

Wir dürfen daher nicht nachlassen, Gleichstellung einzufordern. Und wir müssen uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Gewalt, Schikane und Diskriminierung weltweit ein Ende finden: Denn die Rechte von Lesben, Schwulen und Trans*-Personen sind Menschenrechte. Sie müssen garantiert werden – überall.

Vielen Dank!

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Die Rede von Christine Lüders war nicht nur der Würde der Veranstaltung entsprechend angemessen sondern man hat gespürt – zumindest mir ging es so – das ihr dieses “Thema” eine Herzensangelegenheit ist.

Leider konnte man das nicht von allen Rednerinnen und Rednern behaupten. Insbesondere TSG der SPD , Schwusos Frankfurt , Vorsitzender der Schwusos Frankfurt, und einigen Anderen wie z.b. Staatssekretär des SozialMininsterium von Hessen, Abordnung der Grünen, MdL und MdB, MdEP . . . OhWehOhWeh. Sie alle scheinen geglaubt zu haben das es sich bei dieser Veranstaltung um eine Wahlkampfveranstaltung zu der am 25. Mai stattfindenden Europawahl handelt und deshalb glaubten “Ei da misse mer hiigehe un uns bligge lasse”.

Ausnehmen möchte ich Stadträtin Frau Dr. Nargess Eskandari-Grünberg von Frankfurt am Main und das Autonomes Schwulenereferat Kassel .

Zum Gelingen der Veranstaltung haben unter anderem das KUSS41 durch ihre Ausstellung “Sieh mich” in Frankfurt am Main wesentlich beigetragen. Hier würde ich mir wünschen das dieses Projekt – diese Fotoausstellung mehr Raum – Beachtung finden würde. Möglichkeiten wie z.b. die Basis der AH Frankfurt und anderer Lokalitäten gibt es in Frankfurt am Main ja zur Genüge.

Kussfoto2Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

Kussfoto4Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

Kussfoto3Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

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In der Gay Freedom Parade am 25. Juni 1978 hat Harvey Milk trotz mehrerer Morddrohungen wenn er an diesem Tag eine Rede halten würde vor über 250000 Menschen in San Franzisko eine Rede gehalten deren Inhalt heute – leider – an Aktualität nichts verloren hat.

“Wie werden es nicht zulassen das man uns unsere Rechte vorenthält. Die Schwarzen haben ihre Rechte nicht dadurch bekommen das sie sich weiterhin stillschweigend in den hinteren Teil der Busse setzten. Sie sind aus diesem Kreislauf des Schweigens ausgestiegen wie Rosa Parks.

Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen. Und ich will, das auch Ihr darüber sprecht. Schwule Brüder und Schwestern, was wollt ihr dagegen tun? Ihr müßt rauskommen. Euch bekennen . . . euren Eltern gegenüber. Ich weiß das es schwer ist und daß Ihr ihnen weh tun werdet, aber denkt daran, wie weh sie Euch in der Stimmkabine tun werden. Sagt es Ihnen, sagt es euren Verwandten. Sagt es euren Freunden, wenn sie wirklich eure Freunde sind. Sagt es euren Nachbarn, sagt es euren Arbeitskollegen. sagt es nur den Leuten die ihr kennt und die Euch kennen. Sonst niemand. Aber ein für allemal: Macht Schluß mit den Mythen, zerstört die Lügen und Verzerrungen”

aus
Randy Stilts “Im Namen der Hoffnung” Goldmann Taschenbuch – Deutsche Ausgabe August 1983. Titel der amerikanischen Originalausgabe “The Major of Castro Street” The Life and Time of Havey Milk, St. Martin´s Press New York

Auf diesen Tag  den “Internationalen Tag gegen Homo-und Transphobie bezogen kann man diesen Teil der Rede von Harvey Milk entsprechend “modifizieren”:

Wie werden es nicht mehr zulassen das man uns weiterhin stigmatisiert, diskriminiert, kriminalisiert und gegen Viele von uns gewalttätig wird, uns verletzt. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien und andere Schmierfinken weiterhin unsere Würde mit den Füßen treten. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien sich zum Sprachrohr derjenigen machen die meinen uns mit Worten verletzen zu müssen nur “weil man das doch mal sagen müssen darf”. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien über uns Mythen und Lügen erzählen, das die Medien die Wahrheit verzerren.
Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen.

Und last but not least sollte an diesem Tag dem Feiern sowie dem Miteinander und Beisammensein ebenso Rechnung getragen werden.

Kuchen21Foto Copyright © Oliver König

DasKuchenbüffetFoto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

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Frankfurt am Main 17. Mai 2014 – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie – (1 akt)


Intro

Der Internationale Tag gegen Homophobie (International Day Against Homophobia, IDAHO) wird seit 2005 jeweils am 17. Mai begangen. Die Initiative zum Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) vorsteht. Ziel des Tages war es von Beginn an, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Quelle: Wikipedia

HerzEngelBallonsFoto Copyright © Freundeskreis Frankfurter Engel/Ralf Harth

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Das ein Tag gegen Homo und Transphobie notwendig ist daran besteht keine Zweifel. Auf den ersten Blick so scheint es, mögen Homosexuelle, Lesben, Transgender-identische Menschen von der Gesellschaft  akzeptiert sein. Doch das scheint nur so.
Bettina Böttinger hat es in einem Interview sehr gut auf den Punkt gebracht.

“Wir werden nur geduldet”

Alle reden davon, wie frei und tolerant wir hierzulande sind. Ich glaube aber, wir werden lediglich geduldet. Der Punkt ist genau dann erreicht, wenn die Forderungen von Schwulen und Lesben auch nur ein bisschen zu weit gehen. Wenn Homosexuelle auch nur ein Stückchen zu selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten, dann ist genau dieser Punkt erreicht, an dem es wieder einen Schritt zurück geht.

Nehmen Akzeptanz und Toleranz denn hierzulande ab?

Gut möglich. In letzter Zeit sind wir wieder sehr stark daran gewöhnt, dass sich Menschen zu Wort melden, die alles andere als Toleranz predigen. Das meine ich nicht nur im Hinblick auf sexuelle Vielfalt. Das geht von Sarrazin über Lewitscharoff und Pirinçci bis hin zu Matussek. Letzterer war es ja auch, der so richtig die Klappe aufriss, um zu sagen: “Ich bin homophob und das ist auch gut so!”

Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass die Toleranz gegenüber Homosexuellen in Deutschland tatsächlich gesichert ist. Der Wert der Freiheit muss immer wieder verteidigt werden. Und genau so muss auch die Toleranz, die wir erfahren, immer wieder aufs Neue verteidigt werden.
Quelle und das ganze Interview -> Queer.de

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Weltweit werden Homosexuelle in 79? der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen strafrechtlich verfolgt bzw werden für gleichgeschlechtlichen Verkehr mit dem Tode bestraft, so etwa in Brunei, Nigeria, Uganda, Gambia, BurmaMalawi, Kamerun und in den meisten islamischen Staaten, um nur einige zu nennen. Seit 1 Jahr zählt Russland ebenfalls zu den Staaten der Menschen aus der LGBT Community die gegen das Gesetz zum Verbot der »Propaganda« von Homosexualität verstoßen strafrechtlich verfolgt. Was anfangs “nur als ein vorgeschobenes Thema” gedacht war das von den inneren desolaten Zuständen ablenken sollte, hat sich mitlerweile als ein neues Thema gewandelt das nicht der neuen Russischen Kultur entspricht und entsprechend geahndet wird.

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“Am 17.5. feiert Frankfurt den Tag gegen Homophobie. Die Versammlung für 17.5. ist mitterweile angemeldet. 200 Menschen passen locker auf den Klaus-Mann-Platz. Wir wollen es uns gemütlich machen und fröhlich gegen Homophobie aufstehen: mit Gesang, Gedichten, Geschichten, aber auch mit Schweigeminuten, kleinen Reden und einem Gedenkkranz für die Opfer der homosexuellenverfolgung. So können wir dem Homohass mit Liebe, Laune und lachend widerstehen.

Am 3.5. haben mehrere Frankfurter Gruppen beschlossen, daß wir gemeinsam am 17.5. den Klaus-Mann-Platz beleben wollen. Anlaß ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO 2014). Von 13 – 15 Uhr machen wir mit einem Programm gute Stimmung für Gleiche Rechte und gegen Homo-Hass.

Unter anderen sind geplant: Speakers Corner, Picknick, Video-Aktion: „Was bedeudet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison von Overline-TV, Film-Vorführung, Gesang, Gedichte (Poetry-Slam) und persönliche Geschichten zum Gedenkort der Homosexuellenverfolgung.

Der Frankfurter Engel Freundeskreis, die Frankfurter Vielfalt und der Völklinger Kreis Regionalgruppe FFM freuen sich auf weitere bunte Beiträge und gute Gedanken für einen kurzweiliges Beisammen Sein auf dem Klaus-Mann-Platz. Unsere Putztruppe reinigt ab 12:15 Uhr mit Druckluftreiniger den Platz und bereitet die Veranstaltung bis 13 Uhr vor.

Weitere Gruppen nutzen den IDAHO für Aktionen: Um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadttour gegen Homophobie mit LandespolitikerInnen. Um 14 Uhr werden die Schwusos Frankfurt in Beisein des SPD-Landesvorsitzenden Schäfer-Gümbel einen Gedenkkranz für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am Frankfurter Engel ablegen. Wichtig erscheint uns, daß alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren. Wir bleiben dabei unabhängig und überparteilich. Wir verhandeln mit der Stadt und den anrainenden Gewerbetreibenden und Anwohnern, wie eine kooperative und sinnstiftende Nutzung des Platzes am 17.5. nachhaltig und dauerhaft positiv auf den Gedenkort wirken könnte. Der Internationale Tag gegen Homophobie 2014 kann ein Beispiel für eine kurzfristige, kulturelle Belebung dieses besonderen Platzes werden.

Wir laden alle lesbisch-schwulen Gruppen ein, gemeinsam mit uns ein fröhliches Fest zu feiern, mit dem Wir dem Hass und der Angst, der Homophobie und dem Sexismus mit einem Zeichen der Liebe und Lebenslust entgegentreten: viele rote Herzluftballons, evtl. mit Nachrichten sollen in den Frankfurter Himmel aufsteigen. Wir sind mit den deutschen und internationalen Gruppen an diesem Tag solidarisch verbunden.

Was braucht es jetzt?
Viele weitere Ideen und Beiträge aus den Selbsthilfegruppen der Region. Und natürlich die
Sachmittel, offene Türen und viele Menschen, die Lust haben am 17.5.14 auf dem Klaus-Mann-Platz mit Frankfurter Lesben- und Schwulengruppen zu feiern.

Auf unserer WUNSCHLISTE diese Woche stehen:
50-250 rote Herzluftballons + Helium-Edelgas, Kuchen, Kaffee und andere Köstlichkeiten für ein Regenbogen-Picknick, Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und ein Klapptisch
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre, Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien, Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc Technik: Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet.
Menschen, die mitmachen: SängerInnen, TänzerInnen, PoetInnen, DichterInnen, SchriftstellerInnen, die etwas zum Thema des Tages sagen wollen.

Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Wer sich bei der Vorbereitung zum IDAHO am 17. Mai einbringen möchte und Quelle: Facebook – Frankfurter Engel Freundeskreis

Mahnmal Frankfurter Engel

Frankfurter Engel1Foto Copyright © Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Der Engel

Das »Mahnmal Homosexuellenverfolgung« in Frankfurt am Main wurde 1994 als erstes Mahnmal seiner Art in Deutschland der Öffentlichkeit übergeben. Gestaltet hat es Rosemarie Trockel. Realisiert wurde es durch Unterstützung der Stadt Frankfurt am Main, der Hessischen Kulturstiftung und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, sowie durch die Spendenbereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland. Quelle:Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Aus der Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 6. Mai 2014:

“Dabei schmückt den Klaus-Mann-Platz seit 20 Jahren das erste Mahnmal für die im Dritten Reich ermordeten und verfolgten homosexuellen Frauen und Männer Deutschlands. Und das ist mehr als bloß eine Gedenktafel. Die 1990 um den Inhaber des Buchladens Land in Sicht, Dieter Schiefelbein, gegründete Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung (IMH) hat die Errichtung des „Frankfurter Engels“ gegen Widerstand aus der Kommunalpolitik durchgesetzt.”

“Finanzieren musste sie das Mahnmal selbst, nur die Umgestaltung des erst 1995 auf seinen heutigen Namen getauften Platzes bezahlte die Stadt. Heute ist man aber auch irgendwie stolz darauf, dass die 370 000 Euro für das Kunstwerk der Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel allein durch private Spenden zusammenkam. „Wir stehen damit ganz in der Tradition der privaten Stiftungskultur Frankfurts“, findet Ralf Harth.”

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“Anlässlich des IDAHO am 17.5.14 präsentieren wir “das Queer Referat des AStA der FH Frankfurt” voller Stolz unsere Aktionswoche. Unser Programm ist vollgepackt mit spannenden und künstlerischen Vor- und Beiträgen an der FH Frankfurt. Kommt vorbei und bringt Alle mit! Wir freuen uns auf euch und eure rege Beteiligung.” Quelle

Das ausfühliche Programm findet man hier

IDAHOAsTaFoto Copyright © Queer Referat des AStA der FH Frankfurt

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Aids Hilfe Frankfurt: Homophobie stoppen!

NeinDankeFoto Copyright © AIDS Hilfe Frankfurt

Am 17. Mai ist der “Internationale Tag gegen Homophobie”. Lesben, Schwule, ihre Familien und FreundInnen werden in hunderten Städten weltweit aufstehen, um sichtbar, öffentlich und fröhlich der Homophobie zu widerstehen.
Auch in Frankfurt wird ein Signal gesetzt: Am Frankfurter Engel auf dem Klaus-Mann-Platz findet um 13 Uhr ein Fest statt.
Kommt vorbei und kämpft GEGEN Homohass und FÜR Gleichberechtigung!

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Update Donnerstag 8. Mai 2014 – PROGRAMMPLANUNG am 7.5. beschlossen

Wunschliste1
Aktion: 250 rote Herzluftballons mit Helium-Edelgas werden mit persönlichen Grußkarten in den Himmel geschickt, um ein liebevolles Zeichen gegen Hass und Menschenfeindlichkeit zu senden (Ballonsponsor fehlt noch – Grusskarten von KUSS41)

Aktion: Speakers Corner, Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) – Verstärkeranlage, Mikros, Musikanlage für Live-Auftritte

Aktion: Video-Aktion „Was bedeutet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison (overline-tv) – (http://www.queer.de/detail.php?article_id=21493) – gesucht: wunderschöner Sessel, weitere Cams und Filmfreunde

Aktion: Plakatausstellung des KUSS41

Aktion: Helfer für die Putztruppe ab 12:15-13:00 – gesucht: Dampfdruckreiniger, biologische Reinigungsmittel für Stein + Stahl. Handschuhe + Picker/Mülltüten für Dreck aus den Hecken.

Aktion: Regenbogen-Picknick Kuchen, Kaffee und andere hausgemachte Köstlichkeiten zum Selbstkostenpreis, dazu brauchen wir noch Omas Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und einen stabilen Falt-Klapptisch.

Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc

Weitere Wunschliste: Wir brauchen
Kreative Menschen, die was zu sagen haben, singen, tanzen, dichten, rezitieren. Offen für alles was zu diesem einzigartigen IDAHO und unserem Klaus-Mann-Platz passt.

Lesbisch-schwule Selbshilfegruppen, die sich und ihre Arbeit beispielhaft vorstellen und ihre Meinung zum IDAHO sagen. Zum Beispiel: um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadtteilbegehung gegen Homophobie mit Stadtführer Christian Setzepfandt und grüner Landesprominenz. Um 14 Uhr legen die Schwusos Frankfurt einen Kranz am Frankfurter Engel zu Ehren der Opfer der Homosexuellenverfolgung ab – im Beisein des SPD-Landesvorsitzenden. Wir freuen uns diese Veranstaltungen integrieren zu können, auch weil wir überparteilich und überkonfessionell sind und alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren.

Technik: Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet und internationale Vernetzung mit hundert anderen IDAHO-Aktionen weltweit.

Es fehlen noch:
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre
Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien
Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Alle Gruppen und Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, den IDAHO Frankfurt 2014 informell und materiell zu unterstützen. Wir bitten die Empfänger diese Einladung zum IDAHO FFM 2014 in ihre Netzwerke/Verteiler mit persönlicher Empfehlung weiterzuleiten den Aufruf zu unterzeichnen und Ideen oder Sachmittel beizutragen.

Herzlichen Gruß
Frankfurter Engel Freundeskreis (Veranstalter)
Frankfurter Vielfalt (Unterstützer)
Lesbisch-schwules Jugendzentrum KUSS41 (Unterstützer)
Lesben Informations- und Beratungsstelle LIBS (Unterstützer)
Queer Referat FH Frankfurt (Unterstützer)
Schwusos Frankfurt (Unterstützer)

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Neues von Robin Blood – 17. April 2014 Welthämophilietag (akt)


Netzwerk Robin Blood ist Gesprächsbereit

Die Groko ist es nicht. Ihre Lösung: Sie setzt auf Zeit d.h. durch ihre Bereitschaft nicht zu handeln läßt sie Menschen sterben.

Abwarten bis alle durch den Bluter Skandal mit Hep C und HIV Infizierten gestorben sind = Geld gespart

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16. April 2014 Andreas Bemeleit schreibt:

Sicher habt ihr euch schon gefragt, was aus meiner Petition “CDU/CSU + BAYER AG: Entschädigung der 3.000 Bluter des Medizinskandals” geworden ist.

Hat die neue Regierung sich unserer Sache angenommen und treibt die Entschädigung der mit HI-und Hepatitisviren infizierten Bluter zügig voran? Werden auch noch nach 2015 Entschädigungszahlungen aus dem HIV-Hilfefond fließen? Werden endlich auch die mit Hepatitis Infizierten entschädigt? Setzt sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe/CDU tatkräftig für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals ein? Hat sein Vorgänger Jens Spahn unser Anliegen ordentlich übergeben? Was tut Karl Lauterbach/SPD als Berater Hermann Gröhes dafür, dass endlich Gerechtigkeit geschieht?

Die traurige Antwort lautet: Die Große Koalition und die Menschen, die diese vertreten, haben bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt NICHTS getan.

Einzig eine Studie zur Erfassung unserer Lebenssituation wurde in Auftrag gegeben. Aus einem persönlichen Schreiben von Jens Spahn lese ich, dass sich dahinter die Hoffnung verbirgt, infolge der verbesserten HIV-Medikation die Höhe der Entschädigungszahlungen verringern zu können. Ungeachtet dessen, dass eine Entschädigung für geschehenes Unrecht aussteht. Ungeachtet dessen, dass wir immer noch auf eine Entschuldigung warten.

Am 17.04.2014 ist Welthämophilietag. Dieser Tag gemahnt ganz besonders an die vielen unter Qualen gestorbenen mit HI-und/oder Hepatitisviren Infizierten zu denken. Und an die 3000 Hämophilen, die mit ihren lebensbedrohlichen Erkrankungen mehr schlecht als recht überleben.

So wie ich, Andreas Bemeleit vom Internetzwerk “Robin Blood”. Leider hat sich mein Gesundheitszustand in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Ich bin vorübergehend auf den Rollstuhl angewiesen und musste meine politischen Aktivitäten zurück fahren, einfach weil mir die Kraft dafür fehlt. Es scheint fast, als ob meine geschwächte Lage dem Nichtstun der Politiker in die Hände spielt. Umso mehr freut mich, dass noch immer Menschen diese Petition unterzeichnen. Fast 20.000 Unterzeichner unterstützen mich und die anderen Geschädigten in unseren Forderungen nach Entschädigungszahlungen. Herzlichen Dank, eure Zeichen der Anteilnahme sind ein Trost angesichts der fehlenden Aktivitäten der Politiker.

Lasst uns einen zweiten Anlauf nehmen und helft mir bitte, Herrn Gröhe wachzurütteln und an seine Verantwortung für die geschädigten Bluter zu appellieren.

Email an Hermann Gröhe hermann.groehe@bundestag.de :

Sehr geehrter Herr Gröhe,

viele Wochen seit Gründung der Großen Koalition ist bis heute noch immer nichts für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals geschehen.

Wollen Sie und Ihr Ministerium so lange warten, bis alle an den Folgen der Infizierungen durch HI- und Hepatitisviren gestorben sind? Oder setzen Sie sich als Vertreter der Christlichen Partei endlich für deren Belange ein? Nach über dreißig Jahren drängt die Zeit, es geht vielen von ihnen schlecht. Helfen Sie ihnen mit sofortigen Entschädigungszahlungen, damit sie in Würde alt werden können und endlich der Gerechtigkeit Genüge getan wird!

Mit freundlichen Grüßen

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Update 26. Juni 2014

„Wir werden notfalls wieder für die Entschädigungsrente kämpfen“

Um die 1.500 an Hämophilie Erkrankte wurden Anfang der 1980er in Deutschland durch Blutprodukte mit HIV infiziert, viele Tausend zudem mit Hepatitis C. Waltraud, heute 77, gehört zu den etwa 400 Überlebenden, die noch Unterstützung von einer eigens eingerichteten Stiftung erhalten. Deren Finanzierung ist jedoch gefährdet. Ein Interview von Axel Schock

Waltraud, wie hast du erfahren, dass du HIV-positiv bist?

Das war 1989, als ich an der Hüfte operiert werden sollte und ich vor der OP routinemäßig auch auf HIV untersucht wurde. Ich hatte diesem Test zugestimmt, denn ich hatte ja nichts zu befürchten. Umso mehr hat mich dann das Testergebnis getroffen.

„In den ersten Jahren bin ich durch die Hölle gegangen“

Wie bist du damals damit umgegangen?

In den ersten Jahren bin ich durch die Hölle gegangen. Ich hatte ja die „Lustseuche“, so sah man das damals. Ich wusste nicht, wem ich anvertrauen konnte, dass ich mit HIV infiziert war. Wie sollte ich meinen Verwandten, meinen Bekannten, meinem Mann klarmachen, dass ich HIV-positiv bin, ohne dass ich fremdgegangen bin?

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