Der wahrgewordene Albtraum


Da meine Mobilität seit einiger Zeit sehr eingeschränkt ist, bin ich im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen.

In meiner Wohnung nehme ich je nach dem einen Rollator und den Rollstuhl in Anspruch. Am Computer sitze ich im Rollstuhl. Das hat den Vorteil das ich, da der Rolli Bremsen hat die man feststellen kann und er beim Aufstehen nicht nach hinten wegrollt, mir somit das Aufstehen erleichtert, besser aufstehen kann. Was den Gang zur Toilette, die Blumen auf dem Balkon gießen betrifft, dazu bediene ich mich meines Rollators. Und natürlich auch wenn  ich mich dusche.

Hier kommt mein Alptraum ins Spiel. Seitdem meine Mobilität eingeschränkt ist, bewege ich mich sehr achtsam. Ganz besonders wenn ich mich dusche. Da ich im rechten Fuß eine Polyneuropathie habe und in beiden Beinen eine Muskelschwäche, bewege ich mich, wenn ich mich dusche, wie auf “Rohen Eiern“, wie man so sagt. Die Vorstellung auf nassem Boden trotz Gummimatte, die nur den Teil wo die Dusche ist bedeckt, auszurutschen, zu fallen, war wie ein Albtraum für mich. Umso mehr da ich alleine lebe und wenn ich falle aus eigener Kraft nicht aufstehen kann.

Gestern ist der Albtraum wahr geworden. Als ich mich dem Duschen fertig war, wollte ich wie immer nach dem Duschen die Gummimatte auf der ich stand aufheben, sie kurz abduschen um sie anschließend über die Haltestange die an der Wand angebracht ist aufzuhängen. Um sie aufzuheben muß ich leicht in die Knie gehen, mich bücken was mir bislang auch immer möglich war. Die Physiotherapie hat mir da einiges an Sicherheit gegeben. Das das schwüle heiße Wetter der letzten zwei Wochen hat mich zum ersten Mal in einem Maß beeinträchtigt das ich so bisher nicht kannte. Mein Blutdruck ist sehr oft um die 106/68 und ab Mittag bin ich platt wie eine Flunder wie man so sagt. Als ich in gebückten Haltung war merkte ich auf einmal das ich einen Punkt of No Return ünerschritten hatte. Reflexartig wollte ich mich an der Haltstange hochziehen, aber ohne die entsprechenden Muskeln in den Armen und Beinen um mich hochzuziehen bzw hoch zu stemmen ging gar nix. Langsam wie in Slow Motion bin ich gefallen und lag rücklings wie ne Schildkröte auf dem Rücken. Dank funktionierender Reflexe und einiger Minimuskeln in den Armen, konnte ich den Aufprall meines Kopfes etwas abfangen. Bis auf eine kleine Beule ist mir G`tt sei Dank nichts passiert. Irgendwann habe ich den Notruf der in jeder der Wohungen ist erreicht und der Zentrale mitgeteilt das ich gefallen bin, aus eigener Kraft nicht aufstehen kann und Hilfe benötige. Nach einer kurzen Weile kamen zwei freundliche Mitarbeiter des Notrufdienstes und haben mich “aufgerichtet”.

Während der ganzen Zeit war ich ruhig und gefaßt. Als ich vor 2 1/2 Jahren in diese Wohnung  eingezogen bin ich einige Male gefallen. Damals geriet ich jedesmal in Panik. Es war der Anfang eines Prozeß, (m)einer Veränderung der ich mich stellen mußte. Ich mußte lernen mich auf meine neue, körperliche Situation, des Fortschreitens meiner zunehmenden Immobilität einzustellen und dieser neuen Situation gerecht zu werden.

Der Albtraum “Im Bad beim Duschen zu fallen” dieser Gedanke ging mir sehr oft durch den Kopf. Es war ja kein Hollywood Scenario sondern eine Situation wie sie auf Grund der Umstände, meiner Situation, jederzeit passieren könnte. Diese Gedanken – diese Angst “Fallen im Bad beim Duschen <-> Albtraum” die ich sehr oft hatte, dieser Prozeß mich mich meiner Angst zu stellen, bedingte das ich als der Albtraum Realität wurde gefaßt und ruhig war.

Sich seiner Angst zu stellen nimmt der “Angst” die Macht die Regie in Deinem Leben zu führen.

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Realitycheck 64.01 – Update -


Mal angenommen ich würde in einem Haus – in einer Wohnung leben wo der Zugang ebenerdig wäre – also nicht wie hier am Sachsenhäuser Berg -,  wo ich alleine im Rollstuhl aus der Haustür fahren und mich ohne auf ein Taxi oder fremde Hilfe angewiesen zu sein selbständig bewegen könnte. Ich würde, trotz der Tatsache das ich im Rollstuhl zu fahren sehr ungeübt bin dennoch überall in der Stadt hinkommen wo ich hinrollen möchte. Was wäre anders?

Ich hätte da ich gestern eine Tablette gegen meine Rückenschmerzen genommen habe heute keine Rückenschmerzen und könnte z.b. mal in die Stadt rollen. Dies wäre mir natürlich auch an den Tagen an denen ich mich wohl fühle und soweit es meine Struktur im Alltag zuläßt möglich.  Nach ca 3 Stunden würde ich auf ne Toilette mit einem erhöhten Toilettensitz müssen. Als normaler Normalo kein Problem. Rein in die nächste Kneipe, ne Cola bestellt und auf die Toilette gegangen. Nicht in meinem Fall.

Ich hätte mehr Möglichkeiten mich abzulenken. Da ich mich ja mittlerweile seit 64 Jahren recht gut kenne würde ich in das Eine oder andere Geschäft rollen, etwas kaufen. Ich würde in die Kleinmarkthalle fahren und meinen japanischen Freund besuchen, einen Tee mit ihm trinken und sein Sushi genießen, das Eine oder Andere das ich sehe und mein Begehren erweckt und gerne hätte, kaufen und mit den Menschen ein Schwätzchen halten.

Mehr Ablenkung, mehr Möglichkeiten meinem Begehren nachzugeben, mehr Dinge haben zu wollen. Ein Mehr an Verhaftet sein. Was das “Verhaftet sein” betrifft, ob auf der psychischen oder der physikalischen Ebene, da schaue ich in den Spiegel, mich in meiner Wohnung um und bin mir gewahr an was ich “hänge, mich festhalte – das mich hält, bin mir durchaus gewahr wie schwer das “Loslassen” ist. Veränderung und Vergänglichkeit.

Meine körperliche Situation jedoch wäre die Gleiche. Ich wäre nach wie vor auf Hilfe im Alltag durch meinen Pflegedienst angewiesen. Ich hätte nach wie vor die gleichen körperlichen Probleme. Wenn ich am morgen aufwache stellt ich fest wie es mir geht. Heute, mittlerweile, ist es 6.00 Uhr, geht es mir gut. Und ich bin mal ziemlich klar im Kopf. Also sitze ich am PC und schreibe dies. Q.e.d.

Meine Einsamkeit verstärkt durch den Umzug nach Frankfurt auf Grund der Notwendigkeit meiner körperlichen Situation und der daraus sich ergebenden Nähe zu meinen Ärzten wie auch die Nähe zu meiner alten Dame, meiner Mutter die in einem Altenheim lebt – wäre die Gleiche. Meine depressiven Verstimmungen und körperliche Situation wären wie auch mein “schlechtes Gewissen weil ich meinen Erwartungen nicht mehr in dem Maß gerecht werde” da ich meine Mutter im Altenheim nicht mehr so regelmäßig besuchen kann, ebenso vorhanden.

Noch nie ist mir die 1. und 2. Edle Wahrheit wie sie hier beschrieben wird so klar, so präsent, so “greifbar” in meinem Alltag wie in den letzten Tagen geworden.

 Ich überlege gerade unter welchen “Kategorien” ich das Geschriebene “vernetze” HIV? AIDS? HIV im Alter? Im Grunde genommen spielt das für mich nich mehr die Rolle wie es lange Zeit der Fall war. Gesundheit? Medikamente? Ja das eher. Ohne die Medikamente wäre ich schon lange nicht mehr am Leben, könnte dies also nicht schreiben.

Was ist ein Name; Das Ding das wir eine Rose nennen, würde unter jedem andern Namen eben so lieblich riechen.

William Shakespeare, 2. Aufzug, 2. Scene – Juliette

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Das Euro Schlüssel Projekt – für Menschen mit einer Behinderung von 100 % und dem Merkzeichen AG sehr sinnvoll, vor allen Dingen nützlich.

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17. 5. 2014 – Rückblick zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie Frankfurt am Main


Am Samstag den 17. Mai 2014 fand am Klaus Mann Platz in Frankfurt – dem “Mahnmal Homosexuellenverfolgung – im Volksmund “Frankfurter Engel” in der Zeit von 13.00 – ca 16.00 eine Veranstaltung zum diesjährigen “Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie” statt.

Wie es sich an diesem Tag herausstellten sollte war es einer der Tage an dem es mir nicht sonderlich gut ging sodaß meine Teilnahme an dieser Veranstaltung nur von kurzer Dauer  (Facebook <->Notizen) war. Dennoch haben sich mir über das “Netz” subjektive Eindrücke vermittelt die ich hier zum Ausdruck bringen möchte.

Ganz besonders beeindruckt hat mich die Rede von Frau Christine Lüders, der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die ich hier – mit freundlicher Genehmigung von Ann Kathrin Sost, Referentin Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes - in Wort (Manuskript) und Ton wieder geben möchte.

Bzgl des Manuskripts – der Rede: “Es gilt das gesprochene Wort”.

LüdersRede1
Foto Copyright © Oliver König

 Liebe Teilnehmende,

nur einen Steinwurf von hier entfernt, am Landgericht, hat Frankfurt vor mehr als 60 Jahren ein Stück hässlicher neudeutscher Geschichte geschrieben. Die sogenannten „Homosexuellen-Prozesse“ gegen 75 Angeklagte zerstörten buchstäblich Dutzende Leben: Sechs der Verfolgten begingen Selbstmord, von den übrigen dürfte kaum einer in Beruf und Gesellschaft je wieder Fuß gefasst haben. Und die Prozesse machten klar: Die Justiz dachte nicht daran, sich von der von den Nazis verschärften Version des Paragrafen 175 zu verabschieden.

Der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie bietet viel Anlass, an Schmerzliches zu erinnern. Ich will aber auch und bewusst hervorheben, warum es Grund für Optimismus gibt. Und Grund, den Tag mit „Liebe und Lebenslust“ zu begehen, wie es in der Einladung zum heutigen Tag so treffend hieß:

Vor einer Woche hat der Eurovision Song Contest ein starkes Zeichen gesetzt, dass Vielfalt und Akzeptanz in Europa die Unterstützung der Bevölkerung haben. Der Sieg von Conchita Wurst hat gezeigt: Europa sagt Ja zu einer vielfältigen Gesellschaft. Mit sehr vielen Stimmen übrigens aus den osteuropäischen Staaten, das sollte nicht übersehen werden!

Europa hat Würde“, titelte eine deutsche Tageszeitung treffend. Tatsächlich, eine Sängerin mit toller Stimme und tollem Bart hat Grenzen aufgehoben und uns alle ein Stückweit zusammengebracht. Ist das nicht wunderbar?

Mir jedenfalls hat das viel Mut für unsere Arbeit gegen Diskriminierung gemacht. Und: Ein besseres Signal für den Tag gegen Homophobie und Transphobie kann es nicht geben!
Aber auch hier und heute soll ein klares Zeichen gesetzt werden: Der Frankfurter-Engel-Freundeskreis will ein Zeitzeugenprojekt zur Verfolgung Homosexueller ins Leben rufen.
Das ist dringend nötig, solange es noch Zeugen gibt, die ihre Geschichte erzählen können. Es ist eine Stärkung und Anerkennung derjenigen, denen unerträgliches Unrecht widerfahren ist – und eine unverzichtbare Quelle für alle, die danach geboren wurden.
Denn was während des Nationalsozialismus passierte, dürfen wir nie vergessen. Zehntausende Homosexuelle wurden entrechtet, unsagbarem Terror und Leid ausgesetzt.
Aber auch heute sind Diskriminierungen, Beleidigungen und Gewalt gegen sexuelle Minderheiten weiterhin Realität.

Dazu gehört nicht nur die homophobe Gesetzgebung in Russland oder in vielen Ländern Afrikas. Für mich ist es auch erschreckend, auf welche Weise Homo- und Transphobie in Deutschland immer wieder salonfähig gemacht werden sollen: Man denke nur an Matusseks „Ich bin homophob, und das ist auch gut so“ oder die unsäglichen Auslassungen der Schriftstellerin Lewitscharoff. Es ist gut, dass es hiergegen klare Stimmen gab und gibt – aber ich hätte mir einen Aufschrei erhofft.

Keine Frage: Es gibt für uns alle noch viel zu tun – auch in Deutschland. Unser Ziel muss sein: Die völlige rechtliche Gleichstellung und Öffnung der Ehe.

Wir von der Antidiskriminierungsstelle fordern außerdem seit langem, dass das Benachteiligungsverbot im Grundgesetz ausgedehnt wird auf die sexuelle Identität. Und es müssen endlich ALLE Opfer des früheren Paragrafen 175 entschädigt werden!

Ganz wichtig sind mir auch die Rechte von Trans*-Personen, um die lange viel zu wenig gekämpft wurde.Wir brauchen eine europaweite Ächtung von Gewalt gegen und Diskriminierung von Trans*-Menschen!

Und: Die Selbstbestimmung aller Menschen muss selbstverständlich sein. Daraus folgt auch dringend die Abschaffung von Zwangs-Sterilisationen zur Anerkennung der geschlechtlichen Identität. Derzeit ist sie in ZWEI DUTZEND der europäischen Staaten noch üblich. Wir fordern ein Ende dieser schweren Menschenrechtsverletzung!

Ich will aber hier heute unbedingt auch Mut machen: Weil es so viele enorm engagierte Menschen gibt, sind wir in Deutschland weit gekommen bei der Gleichstellung sexueller Minderheiten. Aber OHNE diesen massiven Druck wäre es eben auch nicht gegangen. Immer wieder musste letztlich das Bundesverfassungsgericht entscheiden, damit die Politik sich bewegt. Das darf einfach nicht so weitergehen!

Wir dürfen daher nicht nachlassen, Gleichstellung einzufordern. Und wir müssen uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Gewalt, Schikane und Diskriminierung weltweit ein Ende finden: Denn die Rechte von Lesben, Schwulen und Trans*-Personen sind Menschenrechte. Sie müssen garantiert werden – überall.

Vielen Dank!

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Die Rede von Christine Lüders war nicht nur der Würde der Veranstaltung entsprechend angemessen sondern man hat gespürt – zumindest mir ging es so – das ihr dieses “Thema” eine Herzensangelegenheit ist.

Leider konnte man das nicht von allen Rednerinnen und Rednern behaupten. Insbesondere TSG der SPD , Schwusos Frankfurt , Vorsitzender der Schwusos Frankfurt, und einigen Anderen wie z.b. Staatssekretär des SozialMininsterium von Hessen, Abordnung der Grünen, MdL und MdB, MdEP . . . OhWehOhWeh. Sie alle scheinen geglaubt zu haben das es sich bei dieser Veranstaltung um eine Wahlkampfveranstaltung zu der am 25. Mai stattfindenden Europawahl handelt und deshalb glaubten “Ei da misse mer hiigehe un uns bligge lasse”.

Ausnehmen möchte ich Stadträtin Frau Dr. Nargess Eskandari-Grünberg von Frankfurt am Main und das Autonomes Schwulenereferat Kassel .

Zum Gelingen der Veranstaltung haben unter anderem das KUSS41 durch ihre Ausstellung “Sieh mich” in Frankfurt am Main wesentlich beigetragen. Hier würde ich mir wünschen das dieses Projekt – diese Fotoausstellung mehr Raum – Beachtung finden würde. Möglichkeiten wie z.b. die Basis der AH Frankfurt und anderer Lokalitäten gibt es in Frankfurt am Main ja zur Genüge.

Kussfoto2Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

Kussfoto4Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

Kussfoto3Foto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

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In der Gay Freedom Parade am 25. Juni 1978 hat Harvey Milk trotz mehrerer Morddrohungen wenn er an diesem Tag eine Rede halten würde vor über 250000 Menschen in San Franzisko eine Rede gehalten deren Inhalt heute – leider – an Aktualität nichts verloren hat.

“Wie werden es nicht zulassen das man uns unsere Rechte vorenthält. Die Schwarzen haben ihre Rechte nicht dadurch bekommen das sie sich weiterhin stillschweigend in den hinteren Teil der Busse setzten. Sie sind aus diesem Kreislauf des Schweigens ausgestiegen wie Rosa Parks.

Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen. Und ich will, das auch Ihr darüber sprecht. Schwule Brüder und Schwestern, was wollt ihr dagegen tun? Ihr müßt rauskommen. Euch bekennen . . . euren Eltern gegenüber. Ich weiß das es schwer ist und daß Ihr ihnen weh tun werdet, aber denkt daran, wie weh sie Euch in der Stimmkabine tun werden. Sagt es Ihnen, sagt es euren Verwandten. Sagt es euren Freunden, wenn sie wirklich eure Freunde sind. Sagt es euren Nachbarn, sagt es euren Arbeitskollegen. sagt es nur den Leuten die ihr kennt und die Euch kennen. Sonst niemand. Aber ein für allemal: Macht Schluß mit den Mythen, zerstört die Lügen und Verzerrungen”

aus
Randy Stilts “Im Namen der Hoffnung” Goldmann Taschenbuch – Deutsche Ausgabe August 1983. Titel der amerikanischen Originalausgabe “The Major of Castro Street” The Life and Time of Havey Milk, St. Martin´s Press New York

Auf diesen Tag  den “Internationalen Tag gegen Homo-und Transphobie bezogen kann man diesen Teil der Rede von Harvey Milk entsprechend “modifizieren”:

Wie werden es nicht mehr zulassen das man uns weiterhin stigmatisiert, diskriminiert, kriminalisiert und gegen Viele von uns gewalttätig wird, uns verletzt. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien und andere Schmierfinken weiterhin unsere Würde mit den Füßen treten. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien sich zum Sprachrohr derjenigen machen die meinen uns mit Worten verletzen zu müssen nur “weil man das doch mal sagen müssen darf”. Wir werden es nicht mehr zulassen das die Medien über uns Mythen und Lügen erzählen, das die Medien die Wahrheit verzerren.
Ich bin das Schweigen leid, also werde ich darüber sprechen.

Und last but not least sollte an diesem Tag dem Feiern sowie dem Miteinander und Beisammensein ebenso Rechnung getragen werden.

Kuchen21Foto Copyright © Oliver König

DasKuchenbüffetFoto Copyright © Autonomes Schwulenreferat Kassel

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Frankfurt am Main 17. Mai 2014 – Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie – (1 akt)


Intro

Der Internationale Tag gegen Homophobie (International Day Against Homophobia, IDAHO) wird seit 2005 jeweils am 17. Mai begangen. Die Initiative zum Internationalen Tag gegen Homophobie ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) vorsteht. Ziel des Tages war es von Beginn an, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen. Quelle: Wikipedia

HerzEngelBallonsFoto Copyright © Freundeskreis Frankfurter Engel/Ralf Harth

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Das ein Tag gegen Homo und Transphobie notwendig ist daran besteht keine Zweifel. Auf den ersten Blick so scheint es, mögen Homosexuelle, Lesben, Transgender-identische Menschen von der Gesellschaft  akzeptiert sein. Doch das scheint nur so.
Bettina Böttinger hat es in einem Interview sehr gut auf den Punkt gebracht.

“Wir werden nur geduldet”

Alle reden davon, wie frei und tolerant wir hierzulande sind. Ich glaube aber, wir werden lediglich geduldet. Der Punkt ist genau dann erreicht, wenn die Forderungen von Schwulen und Lesben auch nur ein bisschen zu weit gehen. Wenn Homosexuelle auch nur ein Stückchen zu selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten, dann ist genau dieser Punkt erreicht, an dem es wieder einen Schritt zurück geht.

Nehmen Akzeptanz und Toleranz denn hierzulande ab?

Gut möglich. In letzter Zeit sind wir wieder sehr stark daran gewöhnt, dass sich Menschen zu Wort melden, die alles andere als Toleranz predigen. Das meine ich nicht nur im Hinblick auf sexuelle Vielfalt. Das geht von Sarrazin über Lewitscharoff und Pirinçci bis hin zu Matussek. Letzterer war es ja auch, der so richtig die Klappe aufriss, um zu sagen: “Ich bin homophob und das ist auch gut so!”

Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass die Toleranz gegenüber Homosexuellen in Deutschland tatsächlich gesichert ist. Der Wert der Freiheit muss immer wieder verteidigt werden. Und genau so muss auch die Toleranz, die wir erfahren, immer wieder aufs Neue verteidigt werden.
Quelle und das ganze Interview -> Queer.de

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Weltweit werden Homosexuelle in 79? der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen strafrechtlich verfolgt bzw werden für gleichgeschlechtlichen Verkehr mit dem Tode bestraft, so etwa in Brunei, Nigeria, Uganda, Gambia, BurmaMalawi, Kamerun und in den meisten islamischen Staaten, um nur einige zu nennen. Seit 1 Jahr zählt Russland ebenfalls zu den Staaten der Menschen aus der LGBT Community die gegen das Gesetz zum Verbot der »Propaganda« von Homosexualität verstoßen strafrechtlich verfolgt. Was anfangs “nur als ein vorgeschobenes Thema” gedacht war das von den inneren desolaten Zuständen ablenken sollte, hat sich mitlerweile als ein neues Thema gewandelt das nicht der neuen Russischen Kultur entspricht und entsprechend geahndet wird.

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“Am 17.5. feiert Frankfurt den Tag gegen Homophobie. Die Versammlung für 17.5. ist mitterweile angemeldet. 200 Menschen passen locker auf den Klaus-Mann-Platz. Wir wollen es uns gemütlich machen und fröhlich gegen Homophobie aufstehen: mit Gesang, Gedichten, Geschichten, aber auch mit Schweigeminuten, kleinen Reden und einem Gedenkkranz für die Opfer der homosexuellenverfolgung. So können wir dem Homohass mit Liebe, Laune und lachend widerstehen.

Am 3.5. haben mehrere Frankfurter Gruppen beschlossen, daß wir gemeinsam am 17.5. den Klaus-Mann-Platz beleben wollen. Anlaß ist der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO 2014). Von 13 – 15 Uhr machen wir mit einem Programm gute Stimmung für Gleiche Rechte und gegen Homo-Hass.

Unter anderen sind geplant: Speakers Corner, Picknick, Video-Aktion: „Was bedeudet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison von Overline-TV, Film-Vorführung, Gesang, Gedichte (Poetry-Slam) und persönliche Geschichten zum Gedenkort der Homosexuellenverfolgung.

Der Frankfurter Engel Freundeskreis, die Frankfurter Vielfalt und der Völklinger Kreis Regionalgruppe FFM freuen sich auf weitere bunte Beiträge und gute Gedanken für einen kurzweiliges Beisammen Sein auf dem Klaus-Mann-Platz. Unsere Putztruppe reinigt ab 12:15 Uhr mit Druckluftreiniger den Platz und bereitet die Veranstaltung bis 13 Uhr vor.

Weitere Gruppen nutzen den IDAHO für Aktionen: Um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadttour gegen Homophobie mit LandespolitikerInnen. Um 14 Uhr werden die Schwusos Frankfurt in Beisein des SPD-Landesvorsitzenden Schäfer-Gümbel einen Gedenkkranz für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus am Frankfurter Engel ablegen. Wichtig erscheint uns, daß alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren. Wir bleiben dabei unabhängig und überparteilich. Wir verhandeln mit der Stadt und den anrainenden Gewerbetreibenden und Anwohnern, wie eine kooperative und sinnstiftende Nutzung des Platzes am 17.5. nachhaltig und dauerhaft positiv auf den Gedenkort wirken könnte. Der Internationale Tag gegen Homophobie 2014 kann ein Beispiel für eine kurzfristige, kulturelle Belebung dieses besonderen Platzes werden.

Wir laden alle lesbisch-schwulen Gruppen ein, gemeinsam mit uns ein fröhliches Fest zu feiern, mit dem Wir dem Hass und der Angst, der Homophobie und dem Sexismus mit einem Zeichen der Liebe und Lebenslust entgegentreten: viele rote Herzluftballons, evtl. mit Nachrichten sollen in den Frankfurter Himmel aufsteigen. Wir sind mit den deutschen und internationalen Gruppen an diesem Tag solidarisch verbunden.

Was braucht es jetzt?
Viele weitere Ideen und Beiträge aus den Selbsthilfegruppen der Region. Und natürlich die
Sachmittel, offene Türen und viele Menschen, die Lust haben am 17.5.14 auf dem Klaus-Mann-Platz mit Frankfurter Lesben- und Schwulengruppen zu feiern.

Auf unserer WUNSCHLISTE diese Woche stehen:
50-250 rote Herzluftballons + Helium-Edelgas, Kuchen, Kaffee und andere Köstlichkeiten für ein Regenbogen-Picknick, Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und ein Klapptisch
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre, Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien, Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc Technik: Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet.
Menschen, die mitmachen: SängerInnen, TänzerInnen, PoetInnen, DichterInnen, SchriftstellerInnen, die etwas zum Thema des Tages sagen wollen.

Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Wer sich bei der Vorbereitung zum IDAHO am 17. Mai einbringen möchte und Quelle: Facebook – Frankfurter Engel Freundeskreis

Mahnmal Frankfurter Engel

Frankfurter Engel1Foto Copyright © Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Der Engel

Das »Mahnmal Homosexuellenverfolgung« in Frankfurt am Main wurde 1994 als erstes Mahnmal seiner Art in Deutschland der Öffentlichkeit übergeben. Gestaltet hat es Rosemarie Trockel. Realisiert wurde es durch Unterstützung der Stadt Frankfurt am Main, der Hessischen Kulturstiftung und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, sowie durch die Spendenbereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland. Quelle:Mahnmal Homosexuellenverfolgung

Aus der Ausgabe der Frankfurter Rundschau vom 6. Mai 2014:

“Dabei schmückt den Klaus-Mann-Platz seit 20 Jahren das erste Mahnmal für die im Dritten Reich ermordeten und verfolgten homosexuellen Frauen und Männer Deutschlands. Und das ist mehr als bloß eine Gedenktafel. Die 1990 um den Inhaber des Buchladens Land in Sicht, Dieter Schiefelbein, gegründete Initiative Mahnmal Homosexuellenverfolgung (IMH) hat die Errichtung des „Frankfurter Engels“ gegen Widerstand aus der Kommunalpolitik durchgesetzt.”

“Finanzieren musste sie das Mahnmal selbst, nur die Umgestaltung des erst 1995 auf seinen heutigen Namen getauften Platzes bezahlte die Stadt. Heute ist man aber auch irgendwie stolz darauf, dass die 370 000 Euro für das Kunstwerk der Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel allein durch private Spenden zusammenkam. „Wir stehen damit ganz in der Tradition der privaten Stiftungskultur Frankfurts“, findet Ralf Harth.”

*

“Anlässlich des IDAHO am 17.5.14 präsentieren wir “das Queer Referat des AStA der FH Frankfurt” voller Stolz unsere Aktionswoche. Unser Programm ist vollgepackt mit spannenden und künstlerischen Vor- und Beiträgen an der FH Frankfurt. Kommt vorbei und bringt Alle mit! Wir freuen uns auf euch und eure rege Beteiligung.” Quelle

Das ausfühliche Programm findet man hier

IDAHOAsTaFoto Copyright © Queer Referat des AStA der FH Frankfurt

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Aids Hilfe Frankfurt: Homophobie stoppen!

NeinDankeFoto Copyright © AIDS Hilfe Frankfurt

Am 17. Mai ist der “Internationale Tag gegen Homophobie”. Lesben, Schwule, ihre Familien und FreundInnen werden in hunderten Städten weltweit aufstehen, um sichtbar, öffentlich und fröhlich der Homophobie zu widerstehen.
Auch in Frankfurt wird ein Signal gesetzt: Am Frankfurter Engel auf dem Klaus-Mann-Platz findet um 13 Uhr ein Fest statt.
Kommt vorbei und kämpft GEGEN Homohass und FÜR Gleichberechtigung!

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Update Donnerstag 8. Mai 2014 – PROGRAMMPLANUNG am 7.5. beschlossen

Wunschliste1
Aktion: 250 rote Herzluftballons mit Helium-Edelgas werden mit persönlichen Grußkarten in den Himmel geschickt, um ein liebevolles Zeichen gegen Hass und Menschenfeindlichkeit zu senden (Ballonsponsor fehlt noch – Grusskarten von KUSS41)

Aktion: Speakers Corner, Stehpult mit kleinem Verstärker für Speakers Corner und SängerInnen, evtl. eine kleine Bühne (Schnackenberger) – Verstärkeranlage, Mikros, Musikanlage für Live-Auftritte

Aktion: Video-Aktion „Was bedeutet Homophobie für dich?“ mit Matt Madison (overline-tv) – (http://www.queer.de/detail.php?article_id=21493) – gesucht: wunderschöner Sessel, weitere Cams und Filmfreunde

Aktion: Plakatausstellung des KUSS41

Aktion: Helfer für die Putztruppe ab 12:15-13:00 – gesucht: Dampfdruckreiniger, biologische Reinigungsmittel für Stein + Stahl. Handschuhe + Picker/Mülltüten für Dreck aus den Hecken.

Aktion: Regenbogen-Picknick Kuchen, Kaffee und andere hausgemachte Köstlichkeiten zum Selbstkostenpreis, dazu brauchen wir noch Omas Kannen, Tassen, Teller, Bestecke und einen stabilen Falt-Klapptisch.

Getränkespenden: Wasser, selbstgemachte Limonade, etc

Weitere Wunschliste: Wir brauchen
Kreative Menschen, die was zu sagen haben, singen, tanzen, dichten, rezitieren. Offen für alles was zu diesem einzigartigen IDAHO und unserem Klaus-Mann-Platz passt.

Lesbisch-schwule Selbshilfegruppen, die sich und ihre Arbeit beispielhaft vorstellen und ihre Meinung zum IDAHO sagen. Zum Beispiel: um 12 Uhr starten die Grünen eine Stadtteilbegehung gegen Homophobie mit Stadtführer Christian Setzepfandt und grüner Landesprominenz. Um 14 Uhr legen die Schwusos Frankfurt einen Kranz am Frankfurter Engel zu Ehren der Opfer der Homosexuellenverfolgung ab – im Beisein des SPD-Landesvorsitzenden. Wir freuen uns diese Veranstaltungen integrieren zu können, auch weil wir überparteilich und überkonfessionell sind und alle Aktivitäten die Würde des Platzes und des Kunstwerkes Frankfurter Engel wahren.

Technik: Stromquellen, Video-Kameras, Computer/iPads für Live-Streaming ins Internet und internationale Vernetzung mit hundert anderen IDAHO-Aktionen weltweit.

Es fehlen noch:
Viele Kissen und Decken für eine gemütliche Atmosphäre
Spielsachen für die Kinder aus Regenbogenfamilien
Wir freuen uns auf eure guten Gedanken und Beiträge. Alle Gruppen und Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, den IDAHO Frankfurt 2014 informell und materiell zu unterstützen. Wir bitten die Empfänger diese Einladung zum IDAHO FFM 2014 in ihre Netzwerke/Verteiler mit persönlicher Empfehlung weiterzuleiten den Aufruf zu unterzeichnen und Ideen oder Sachmittel beizutragen.

Herzlichen Gruß
Frankfurter Engel Freundeskreis (Veranstalter)
Frankfurter Vielfalt (Unterstützer)
Lesbisch-schwules Jugendzentrum KUSS41 (Unterstützer)
Lesben Informations- und Beratungsstelle LIBS (Unterstützer)
Queer Referat FH Frankfurt (Unterstützer)
Schwusos Frankfurt (Unterstützer)

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Neues von Robin Blood – 17. April 2014 Welthämophilietag (akt)


Netzwerk Robin Blood ist Gesprächsbereit

Die Groko ist es nicht. Ihre Lösung: Sie setzt auf Zeit d.h. durch ihre Bereitschaft nicht zu handeln läßt sie Menschen sterben.

Abwarten bis alle durch den Bluter Skandal mit Hep C und HIV Infizierten gestorben sind = Geld gespart

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16. April 2014 Andreas Bemeleit schreibt:

Sicher habt ihr euch schon gefragt, was aus meiner Petition “CDU/CSU + BAYER AG: Entschädigung der 3.000 Bluter des Medizinskandals” geworden ist.

Hat die neue Regierung sich unserer Sache angenommen und treibt die Entschädigung der mit HI-und Hepatitisviren infizierten Bluter zügig voran? Werden auch noch nach 2015 Entschädigungszahlungen aus dem HIV-Hilfefond fließen? Werden endlich auch die mit Hepatitis Infizierten entschädigt? Setzt sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe/CDU tatkräftig für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals ein? Hat sein Vorgänger Jens Spahn unser Anliegen ordentlich übergeben? Was tut Karl Lauterbach/SPD als Berater Hermann Gröhes dafür, dass endlich Gerechtigkeit geschieht?

Die traurige Antwort lautet: Die Große Koalition und die Menschen, die diese vertreten, haben bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt NICHTS getan.

Einzig eine Studie zur Erfassung unserer Lebenssituation wurde in Auftrag gegeben. Aus einem persönlichen Schreiben von Jens Spahn lese ich, dass sich dahinter die Hoffnung verbirgt, infolge der verbesserten HIV-Medikation die Höhe der Entschädigungszahlungen verringern zu können. Ungeachtet dessen, dass eine Entschädigung für geschehenes Unrecht aussteht. Ungeachtet dessen, dass wir immer noch auf eine Entschuldigung warten.

Am 17.04.2014 ist Welthämophilietag. Dieser Tag gemahnt ganz besonders an die vielen unter Qualen gestorbenen mit HI-und/oder Hepatitisviren Infizierten zu denken. Und an die 3000 Hämophilen, die mit ihren lebensbedrohlichen Erkrankungen mehr schlecht als recht überleben.

So wie ich, Andreas Bemeleit vom Internetzwerk “Robin Blood”. Leider hat sich mein Gesundheitszustand in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Ich bin vorübergehend auf den Rollstuhl angewiesen und musste meine politischen Aktivitäten zurück fahren, einfach weil mir die Kraft dafür fehlt. Es scheint fast, als ob meine geschwächte Lage dem Nichtstun der Politiker in die Hände spielt. Umso mehr freut mich, dass noch immer Menschen diese Petition unterzeichnen. Fast 20.000 Unterzeichner unterstützen mich und die anderen Geschädigten in unseren Forderungen nach Entschädigungszahlungen. Herzlichen Dank, eure Zeichen der Anteilnahme sind ein Trost angesichts der fehlenden Aktivitäten der Politiker.

Lasst uns einen zweiten Anlauf nehmen und helft mir bitte, Herrn Gröhe wachzurütteln und an seine Verantwortung für die geschädigten Bluter zu appellieren.

Email an Hermann Gröhe hermann.groehe@bundestag.de :

Sehr geehrter Herr Gröhe,

viele Wochen seit Gründung der Großen Koalition ist bis heute noch immer nichts für die Opfer des Blut-AIDS-Skandals geschehen.

Wollen Sie und Ihr Ministerium so lange warten, bis alle an den Folgen der Infizierungen durch HI- und Hepatitisviren gestorben sind? Oder setzen Sie sich als Vertreter der Christlichen Partei endlich für deren Belange ein? Nach über dreißig Jahren drängt die Zeit, es geht vielen von ihnen schlecht. Helfen Sie ihnen mit sofortigen Entschädigungszahlungen, damit sie in Würde alt werden können und endlich der Gerechtigkeit Genüge getan wird!

Mit freundlichen Grüßen

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Update 26. Juni 2014

„Wir werden notfalls wieder für die Entschädigungsrente kämpfen“

Um die 1.500 an Hämophilie Erkrankte wurden Anfang der 1980er in Deutschland durch Blutprodukte mit HIV infiziert, viele Tausend zudem mit Hepatitis C. Waltraud, heute 77, gehört zu den etwa 400 Überlebenden, die noch Unterstützung von einer eigens eingerichteten Stiftung erhalten. Deren Finanzierung ist jedoch gefährdet. Ein Interview von Axel Schock

Waltraud, wie hast du erfahren, dass du HIV-positiv bist?

Das war 1989, als ich an der Hüfte operiert werden sollte und ich vor der OP routinemäßig auch auf HIV untersucht wurde. Ich hatte diesem Test zugestimmt, denn ich hatte ja nichts zu befürchten. Umso mehr hat mich dann das Testergebnis getroffen.

„In den ersten Jahren bin ich durch die Hölle gegangen“

Wie bist du damals damit umgegangen?

In den ersten Jahren bin ich durch die Hölle gegangen. Ich hatte ja die „Lustseuche“, so sah man das damals. Ich wusste nicht, wem ich anvertrauen konnte, dass ich mit HIV infiziert war. Wie sollte ich meinen Verwandten, meinen Bekannten, meinem Mann klarmachen, dass ich HIV-positiv bin, ohne dass ich fremdgegangen bin?

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Leben im Alter – Alt werden in Frankfurt am Main


Zwei Pflegeheime des Frankfurter Verbandes mit dem “Regenbogenschlüssel” ausgezeichnet.

RozeLoperRegenbogenSchlüssel

Foto Copyright © Frankfurter Veband

Das Julie-Roger-Haus und das Sozial- und Rehazentrum West des Frankfurter Verbandes sind von dem niederländischen Konsortium „Roze 50+“ mit dem Regenbogenschlüssel ausgezeichnet worden. Der „Regenbogenschlüssel“ wird an Pflegeheime vergeben, die sich aktiv um Toleranz bemühen, vor allem gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen oder Transsexuellen. Quelle: Frankfurter Verband

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Dazu das folgende Statement:

Danke an alle, die zu dieser Deutschland Premiere ihren Beitrag geleistet haben. Danke insbesondere an den Frankfurter Verband, der das Projekt konsequent und mit Empathie vorangetrieben hat, an die kooperative AIDS-Hilfe Frankfurt, an 40 Plus -Schwules Forum Frankfurt- an die Initiative Telefonberatung für ältere homosexuelle Männer, an das kooperative LIBS für lesbische Frauen, und last but not least an das Cafe Karussell für Schwule 60 Plus. Für mich ist das ein historischer Moment. Ich freue mich sehr. H.P.H.

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Auszug aus der Initiative Regenbogenpflege des Frankfurter Verbandes:

In Deutschland haben ältere Homosexuelle in ihrem Leben in erheblichem Ausmaß Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Diese Erfahrungen führen dazu, dass es für ältere Homosexuelle schwierig ist in einem Pflegeheim offen mit ihrer Homosexualität umzugehen. Gleichzeitig nehmen Pflegeheime derzeit oft gar nicht aktiv zu Kenntnis, dass es in ihren Einrichtungen ältere Homosexuelle gibt. Quelle: Initiative Regenbogenpflege

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Am 29. 10. 2013 fand in Frankfurt am Main die Fachtagung “Ältere pflegebedürftige Homosexuelle im Pflegeheim” Ausrichter und Veranstalter “Frankfurter Verband” statt.

Da heißt es unter Anderem:

Gleichzeitig nehmen Pflegeheime derzeit oft gar nicht aktiv zu Kenntnis, dass es in ihren Einrichtungen ältere Homosexuelle gibt. Ein Grund kann sein, dass die Menschen ihre Homosexualität aufgrund ihrer gemachten Lebenserfahrung verbergen. Das führt dazu, dass in der Pflege und Versorgung nicht angemessen auf die Lebensumstände der älteren Lesben und Schwulen eingegangen wird. Gerade in den biografieorientierten und sich an den Lebenssituationen ausrichtenden aktuellen Pflege- und Betreuungskonzepten ist die Orientierung an der individuellen Lebenssituation jedoch ein wesentlicher Aspekt. Ziel ist es den Menschen ein selbstbestimmtes Leben mit möglichst hoher Lebensqualität, trotz der gesundheitlicher Einschränkungen, zu ermöglichen. Quelle

Eine Erkenntnis die auf der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der AH Frankfurt “Leben im Alter – In Würde alt werden”  im Jahr 2009 schon wahrgenommen wurde.

Stigmatisierung und Ausgrenzung sind immer noch Alltag. In der Gesellschaft wie auch in den meisten herkömmlichen Alten bzw Pflegeheimen. Dies trifft für Menschen die im Pflegeberuf arbeiten in gleichem Maße zu wie für ältere Schwule, Lesben und Transgender die auf Hilfe bzw. Pflege angewiesen sind wenn sie vor der Entscheidung stehen wo bzw. wie sie Ihren Lebensabend verbringen wollen. Die Angst vor den Erfahrungen von Diskriminierung die sie in der Vergangenheit erlebten (erst 1994!!! fiel der §175 im Zuge der Rechtsangleichung mit der DDR weg) und befürchten im Alter wieder ausgesetzt zu werden, bedingt es das viele von ihnen im Alter versteckt leben, unsichtbar sind. Quelle: alivenkickn-Klein aber fein

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 Persönliches

Es war ein langer Weg bis hierhin. Seinen Anfang nahm dieser Prozess meines Wissens im Jahr 1999 mit dem Projekt und der Gründung eines gleichnamigen Verein “Altenpflegegayheim” von Walter Curkovic-Paul der im Januar 2009 verstorben ist.  Schon damals schlug diese Thematik Print mediale Wellen. So setzte sich die damalige Stadträtin Jutta Ebeling von den Grünen im Jahr 2004 für dieses Projekt ein. Auch “Der Spiegel” war schnell dabei. Leider ist es bei dem Projekt pdf Datei und endlosen Diskussionen geblieben.

Im Nachhinein mag man anmerken das dieser langwierige Prozeß notwendig gewesen sei. Ich tendiere aber zu der Aussage das dies ein “spezifisches Frankfurter Problem” ist. Die “Hesse babbele lang und viel wenn de Tach lang is”. So wurden die Projekte in Berlin “Lebensort Vielfalt” und die “Villa Anders” in Köln in weniger als der Hälfte der Zeit geplant und umgesetzt. Ein Aspekt warum das Projekt Altenpflegegayheim nicht umgesetzt wurde ist das dem Team zu viele “Bedenkenträger” angehörten. Zweifler, Menschen denen ein solches Vorhaben nicht eine Herzensangelegenheit ist sind nur hinderlich.

Möglicherweise ist diese Sichtweise meiner Ungeduld zuzuschreiben. Andererseits komme ich auch nicht umhin festzustellen dass das Ergebnis dieser Woche  schon vor 6 Jahren Thema war. Natürlich kann ich da nur von meiner subjektiven Wahrnehmung ausgehen. 2008 war ich 58 Jahre alt. Heute 6 Jahre später bin ich 64. Und natürlich hat sich mit der Veranstaltung “Leben im Alter – In Würde alt werden” eine Hoffnung verbunden, das in Frankfurt ein ähnliches Projekt wie in Berlin oder Köln ins Leben gerufen werden könnte. Doch davon ist man auch heute noch Lichtjahre entfernt.

Werde ich wenn ich wahrnehme das ich meinen Alltag nicht mehr allein in meiner Wohnung meistern kann und es an der Zeit ist mich um einen Platz im Julie Roger HAus oder im Sozial und Rehazentrum West bewerben? Da kannste Gift drauf nehmen. Insofern bin ich froh das man heute in dem Kontext “Leben in Würde – Alt werden in Frankfurt” sagen kann das sich für Menschen die Homo,- Bi- undoder Transsexuell, Lesbisch, Transgender oder HIV + sind etwas getan hat. Das ist in der Tat eine gute Nachricht.

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. . . when I´m 64 (akt)


Dieses Lied der Beatles “When I´m 64” war und ist eines meiner Lieblingslieder. Nicht nur wegen der Art und Weise der Kompostion, Rhythmus sondern ganz besonders wegen des Thema des Songs. “Wie wird es mir gehen wenn ich alt bin”. Der Song der Beatles drückt u.a. das aus was sich jeder von uns für sich und die, den Menschen die ihn lieben, der ihn  sich wünscht, sich vorstellt, behaupte ich mal. Das wenn wir alt sind gesund und soweit fit sein mögen um Dinge die wir gerne tun würden noch tun können, und wenn dies nicht mehr der Fall sein sollte einen Menschen zur Seite zu haben der uns hilft ggf uns versorgt. Das Bild des Songs spiegelt eine liebevolle Beziehung zwischen zwei – zwischen Menschen wieder. Ein Bild das sich jeder von für sich, sein Leben wenn ersie mal alt wird oder ist sich wünscht.

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. . . now I´m 64

Das Loslassen, Abschied nehmen von Menschen – Beziehungen und Dingen die man liebt begleiten einen Jeden von uns vom Tag der Geburt an ein Leben lang. Wenn es sich um den Abschied, das Loslassen von Angewohnheiten von Dingen handelt, dann vollziehen sich solche Abschiede idr recht unspektakulär. Unspektakulär insofern das es einem entweder leicht fällt oder weil eine emotionale Bindung nicht so ausgeprägt war die einen schmerzhaften inneren Prozess auslöst und das Loslassen über einen längeren Zeitraum begleitet. Handelt es sich um den Abschied, das Loslassen von unangenehmen, für einen selbst schädlichen Gewohnheiten, dann nimmt das Abschied nehmen, Loslassen einen längeren Zeitraum in Anspruch. Obwohl man weiß das eine Gewohnheit einem nicht gut tu, schädlich für einen selbst ist wird man sich möglicherweise dennoch gerade an der Anfangszeit immer wieder dabei ertappen das man reflexartig eine “Gewohnheit praktiziert – ausführt”. Dies einfach deshalb weil man es so gewohnt ist, etwas Jahrelang getan hat. Es ist uns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen.

JedeR der geraucht hat und die Entscheidung getroffen hat aufzuhören weiß wie schwer es in der Anfangszeit war. Der “gewohnheitsmäßige Griff zur Zigarette nach dem Essen, dem Sex oder wenn man nervös wurde” diese internalisierte Gewohnheit die zu einer täglichen Rotutine geworden ist wer kennt das nicht. Sich seines Tuns in einem solchen Moment gewahr zu werden “zu ner Ziggi zu greifen” erfordert Achtsamkeit, Wachsam sein. Die Zigarette liegen zu lassen, sie wieder hinzulegen, zu sagen “Nein, ich zünde mir keine Zigarette an”, dies ist eine neue Übung die es zu lernen gilt. Irgendwann wird das “Nein sagen”, dann zur Routine. Das Nicht anzünden der Zigarette wird mit jedem Tag an dem man die Zigarette liegen läßt, nicht mehr raucht immer mehr zur Gewohnheit des “Nichtrauchens”.

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Anders sieht es jedoch aus wenn es um das Abschied nehmen von Beziehungen zu Menschen, der Konfrontation mit einer Krankheit und ganz besonders dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten geht.

Zwischen einer Trennung in einer Beziehung, dem Abschied nehmen von einem Menschen der stirbt, dem Verlust – Abschied nehmen von körperlichen Fähigkeiten und der Konfrontation mit einer Krankheit gibt es Gemeinsamkeiten und elementare Unterschiede. So ist der Tod eines geliebten Menschen etwas Unwiderrufliches und Entgültiges.

Ob bei Trennung in einer Beziehung, dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten und ganz besonders was den Tod eines geliebten, nahestehenden Menschen, Freundes, PartnerIn, Familienangehörigen betrifft, alle werden sie von Emotionen begleitet deren Intensität und Reihenfolge je nach Charakter sehr unterschiedlich sein können.

Die Emotionen die die einzelnen Phasen wie Abschied nehmen begleiten, die mir im Laufe meines Lebens in bestimmten Situationen immer wieder begegnen sind immer wieder die gleichen 5 Emotionen – Phasen. Mehr wie einmal wünscht ich mir das der Prozeß des Abschied nehmens zumindest weniger schmerzhaft wäre, doch dies wird wohl ein eher frommer Wunsch bleiben. Sie sind jedesmal gleich schmerzhaft.

Ich kann hier nur von meinen Erfahrungen sprechen. Zum einen handelt es sich bei dem Thema Abschied um den Verlust von körperlichen Fähigkeiten und vom Tod von geliebten Menschen, von Menschen die mir sehr nahe standen.

Elisabeth Kübler-Ross hat in der Mitte des vergangen Jahrhunderts mit einem in den westlichen Industriestaaten bestehenden Tabu gebrochen, indem sie die Begegnung mit sterbenden Menschen suchte, die damals in den meisten Kliniken wie Aussätzige behandelt wurden. Durch die Entwicklung der Medizin mit ihren z. T. grandios wirkenden Heilungserfolgen waren sterbende Menschen zu einer Art „Störfaktor“ des reibungslosen medizinischen Ablaufs geworden. Sie erschienen vielfach als vermeidbare „Pannen“ des Medizinbetriebs und starben einsam, isoliert und vernachlässigt.
Mit ihrem Bericht über die Begegnung mit sterbenden Menschen und ihrer erstmaligen Erforschung und Beschreibung typischer Phasen des Sterbeprozesses erzielte sie nicht nur hohes wissenschaftliches Ansehen – darunter 23 Ehrendoktortitel – sondern fand auch bei Laien große Aufmerksamkeit.
Quelle: Professor Dr. med. Dr. h.c. Christoph Student -> Veröffentlichungen -> Antworten auf wichtige Fragen -> Elisabeth Kübler-Ross

Diese Phasen, Emotionen so meine Erfahrung,  begleiten – gehen einher mit dem persönlichen Verlust eines geliebten, nahestehenden Menschen und dem Verlust von körperlichen Fähigkeiten. Sie sind also als eine Analogie eines pers Prozeß dem man als Lebender erfährt, im Kontext zu der Erfahrung die Elisabeth Kübler-Ross im Zusammenhang mit der Begleitung von Sterbenden machte zu verstehen.

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Leugnung und Isolierung
Wut und Ärger
Verhandeln
Depressive Phase
Akzeptanz

Seit einigen Jahren habe ich als Nebenwirkung vom Leben – Krankheit (Ob es uns gefällt oder nicht Krankheiten sind nun mal Teil des Leben, gehören zum Leben) eine Polyneuropathie im rechten Fuß, sowie eine Paraparese, Paraplegie i.e. eine inkomplete Kraftminderung – Muskelschwund in beiden Beinen. Die Ursache dürfte imo das Ergebnis von Langzeitnebenwirkungen von HIV und Medikamenteneinnahme einer ART – in meinem Fall 30/14 Jahre – und meinem Alter 64 liegen. Ich beziehe deshalb das Alter auch mit ein da Menschen mit HIV um ca 10 Jahren schneller altern als Menschen die nicht HIV + sind. In den USA hat man herausgefunden das sogenannte LangzeitÜberlebenden nicht nur schneller altern sondern mit dem Alter einhergehende Krankheiten eher auftreten als bei Menschen die nicht HIV + sind.
Das Nachlassen von Muskelkraft, dem Verlust von Kraft die den Alltag, die Mobilität erheblich einschränkt und erschwert, die Wahrnehmung dieses Verlustes und damit verbundenen körperlichen Fähigkeiten habe ich auch während des Sterbeprozess meines Vaters wahrgenommen. Der Verlust dieser Wahrnehmung wurde von den oben angeführten Emotionen – Phasen begleitet. Er war wütend, niedergeschlagen, traurig, konnte es nicht verstehen das ihm das passierte wo er doch in jungen Jahren “ein Sportler vor dem Herrn war” wie er sich immer auszudrücken pflegte. Die Intensität der Emotionen war unterschiedlich wie die Reihenfolge nicht zwingend war. Mitunter wechselten sie stündlich.

In einem habe ich pers Glück – sofern man von Glück sprechen kann. Was die Phase, den Aspekt der Leugnung betrifft, dieser Zahn wurde mir sehr früh gezogen wofür ich dankbar bin. Nach der Eröffnung eines Arztes zwischen Tür und Angel im Dez 1985 “Sie sind Positiv” (klasse dachte ich Positiv ist ja was Gutes und freute mich) und der Aufklärung einen Monat später was Positiv im Zusammenhang mit HIV bedeutet, flippte ich wie die Meisten die mit dieser Diagnose konfrontiert wurde aus. Bei einem Hofgang wurde mir auf einmal bewußt das ich JETZT auf der Treppe ausrutschen und mir den Hals brechen könnte. Dieser Moment, diese Erfahrung bedingte das ich mir meiner Sterblich gewahr wurde. Weder die Tatsache HIV zu leugnen “Nein das kann einfach nicht sein – ich doch nicht” noch die  Frage “Warum ich” mit den damit verbundenen Emotionen die stellten sich mir zu keiner Zeit. Das ich HIV positiv war das war mir auf Grund meines damaligen Lebenswandels “Sex n Drugs” auf jeder Ebene meines Seins sehr schnell klar. Auf die Frage “Warum ich” war meine lakonische Antwort “Warum nicht”.

Was die übrigen Aspekte – Emotionen – Phasen “Wut und Ärger”, “Verhandeln”, “Depressive Phase” und “Akzeptanz” betrifft da sieht es anders aus.

In dem Artikel “Ich bin wütend” habe ich darüber geschrieben warum ich wütend und ärgerlich bin und wie sich meine PolyneuropathieMuskelschwund im Laufe der Jahre verändern hat.
Es geht um den Verlust <-> Abschied nehmen von körperlichen Fähigkeiten -> Laufen, Bücken, in die Hocke gehen, aus dem Bett und von der Toilette aufstehen, Treppen – Stufen steigen.

Nicht mehr die Dinge tun, das unternehmen zu können was ich liebte und womit ich mich wohl gefühlt habe. An einem Morgen so gegen 8.00 Uhr am einem Sonntag im Sommer wenn die Stadt noch Menschenleer ist mit der Kameraausrüstung durch das Bankenviertel in Frankfurt zu stromern und zu fotografieren. In die Hocke zu gehen um Kunstobjekte von einem bestimmten Standpunkt aus wahrzunehmen und die Sichtweise, das Gefühl das ich in diesem Moment habe fotografisch festzuhalten, zu transportieren, zu kommunizieren. Klar in die Hocke könnte ich gehen . .. da würde ich dann aber auch bleiben weil meine Kraft nicht mehr ausreicht aufzustehen.

Auf den Wochenmarkt, in die Kleinmarkthalle einkaufen zu gehen, mich während dem die Verkäuferin den Käse schneidet mich mit ihr zu unterhalten, statt eines Stück Fleisch aus dem ich vorhatte Gulasch zu zubereiten mich für ein Stück frischen FischFilets zu entscheiden, zu meinem Freund Herrn Kinya in die Kleinmarkthalle zu gehen, ihn zu sehen und mit ihm zu reden und zu lachen und seine köstlichen Sushis und Tee s zu genießen.

In ein Museum gehen und mich von den div Ausstellungen – Arbeiten der Künstler gefangen nehmen zu lassen.

Spontan nach Berlin zu fahren, zu Positiven Begegnungen, Menschen zu treffen die ich mag, all das ist mir nicht mehr möglich wenn bestimmte Voraussetzungen, Bedingungen – erhöhtes Bett, erhöhter Toilettensitz auf Toiletten im Restaurant, Veranstaltung, Museen, etc nicht gegeben, vorhanden sind.

Ein großer Teil dessen was noch vor 4 Jahren zu meinem Alltag gehörte, Teil von meinem Leben war, diese Lebensqualität der den Grad des subjektiven Wohlbefindens bestimmte ist heute nicht mehr bzw nur noch zum Teil vorhanden. Dieser Verlust bedingt für mich persönlich bewußt Abschied zu nehmen. Verstandesmäßig, ist es mir durchaus möglich dies zu erfassen, bin ich mir dessen bewußt jedoch befreit mich dies nicht von der Emotion des wütend seins, und des mich über den Verlust zu ärgern.

Was ich wahrnehme ist eine ausgeprägte Grundhaltung von Ärger der sich zur Zeit wie ein roter Faden in Vielem durch meinen Alltag  zieht. Wütend, ärgerlich zu sein fühlt sich einfach Scheixxe an. Und dennoch passiert es. Das Wissen um etwas wie auch das Wahrnehmen einer intensiven Emotion befreit mich nicht von dem Zustand, einem Zustand der sehr anstrengend ist. Achtsamkeit und Innehalten wenn ich mir des ” Ärgers – ärgerns” gewahr werde ist alles was ich tun kann.

Was den Aspekt – die Phase des “Verhandels” betrifft, merkwürdigerweise ist mir dieser Aspekt fremd. Natürlich bin ich mir bewußt was damit gemeint ist, “Laß mich wieder fit werden und ich verspreche  . . . ” oder ” Solange meine Muter lebt laß mich noch für Sie da sein danach ist es mir egal was mit mir geschieht, wie es mir gehen wird . . ,”. Als ich noch in Darmstadt lebte habe ich mit einem Muskelaufbautraining begonnen. Dies führe ich jetzt wo ich in Frankfurt lebe weiter. Anfangs hatte ich die Hoffnung das ich wieder soweit fit werden würde das ich wieder Treppen steigen, ins Schwimmbad gehen könnte i.e. die Stufen der  Edelstahlleitern die im 90 o Grad Winkel innen in den Schwimmbecken sind benutzen könnte. Doch ich mußte feststellen das das Beste was mir möglich ist den Zustand einer Verschlecherung zu verlangsamen, wenn ich nicht immer mal wieder in eine “Phase der Depression” falle. Bzgl der Depression hat diese in meinem Fall weniger mit dieser Phase im Kontext zu der Thematik zu tun. alsdas es sich bei mir um eine Grunhaltung im Sinne einer depressiven Verstimmung handelt die mich immer wieder heimsucht. Allerdings bin ich in der Lage – im Gegensatz zu einer Depression in der ich mich im Jahr 1997/98 befand – mit ihr umzugehen. Dann sage ich allen Verpflichtungen und Terminen ab einfach weil ich mich schlecht fühle.

Von der Phase der Akzeptanz, der Annahme dessen was ist, einer damit einhergehenden inneren Stimmigkeit davon bin ich noch entfernt.

Jedoch eines komme ich nicht umhin festzustellen. Die Tage an denen ich mich so wie ich JETZT bin gut fühle, mich annehme, sie nehmen zu. Meine Wut und mein Ärger – auch die Intensität dieser Emotionen – nimmt ab.

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Update Juni 2014

Umzug von einer in eine andere Stadt – Wohnung – das Wegwerfen dessen was man aufgehoben hat weil “man weiß ja nicht ob man s nicht noch mal brauchen kann” . . . Loslassen Light

Der Verlust von Fähigkeiten und damit verbunden das Eine undoder Andere nicht mehr tun zu können <-> Mobilität – was man geliebt hat . . . Loslassen 1.0

Der Umzug aus der geliebten Umgebung in einAltenPflegeheim in ein 12 qm großes Wohnklo – nach welchen Kriterien zum Teufel wurden einem solchen Heim der “Regenbogenschlüssel” zugesprochen? (Einzelzelle im Knast 8 qm)  die Toilette und die Dusche (Gemeinschaft) befinden sich auf dem Flur “Wir lieben Dich Schwuler Mann undoderFrau” ? – weil man den ganz alltäglichen Alltag nicht mehr bewerkstelligen kann, das damit verbundene bewußte Loslassen <-> Abschied nehmen von ca 95% der Dinge die das Heim “heimelig – wohnlich” macht . . . HardCore Loslassen 2.0

Einfach Abends die Augen schließen und nicht mehr aufwachen . . . .

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